Martin Compart


WIE WIRD 2018? Dr.Horror weiß es by Martin Compart

Eine Vorschau – Demnächst in diesem Theater

Im Fernsehen häufen sich die Jahresrückblicke wie die Kochshows. (Bestimmt wird irgendwann einmal einer dieser Köche ein hohes Regierungsamt übernehmen: Früher wurde für Deutschland geritten, jetzt wird gekocht.) Jahresrückblicke jedenfalls sind schnell zubereitete Kost aus digitalen Konserven, die nicht anbrennen kann, weil sie schon angebrannt ist. Niemand will so was essen, geschweige denn sehen.

Was aber ist mit einem Jahresvorblick?
Die Sterne im persönlichen Jahreshoroskop stehen bekanntlich immer gut, auch wenn wieder ein Jahr Lebenszeit im Eimer ist, aber in die Wunderkiste der Zukunft schauen mag so recht niemand, am wenigsten die Autoren der Science Fiction, die lieber Weltraumsagas für Blöde erzählen. (Die Blockbuster sind mittlerweile auf RTL2-Niveau gelandet und Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Nazis, die den Massenmord industrialisiert haben, auf dem Level von FACK JU GÖHTE TEIL 3. Hurra, ich hab den Titel richtig geschrieben, also richtig falsch.)

Persönlich viel Glück und viel Segen und einen gut gefüllten Gabentisch: Fressen – Saufen – Surfen, nur das Beste für den Allerwertesten. Brot für die Welt: das Gammelfleisch bleibt hier. In Deutschland haben sie mehr Angst vor zugegeben üblen Islam-Terroristen (im Kino kennen wir sie spätestens, seit Laurence Olivier als Mahdi ihre Scharen nach KHARTOUM führte) als vor den Terroristen der Zucker- und Fleischmafia, deren Verbrechen so gut wie gar nicht geahndet werden.

Aber es kommt noch ärger: Mittlerweile kommen nicht nur Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten, sondern die Kartoffeln auch aus Ägypten. Möglicherweise wird das Jahr 2018 eines, das wir uns werden merken müssen. Es wird geschichtlich relevant sein; man wird diese Jahreszahl im Geschichtsunterricht, wenn es das in Zukunft noch geben sollte, lernen müssen wie „3-3-3 bei Issos Keilerei“, und wir dürfen uns freuen, als Zeitzeugen mit dabei gewesen zu sein. Dabei sein ist alles.

„Noch mehr Geld? Die wissen doch jetzt schon nicht mehr, wohin mit der Kohle!“

Zum 1. Januar gibt es für die, die Nachwuchs haben, wieder mehr Kindergeld. Mehr Geld (7 € zum verprassen) soll es auch für Bezieher von Hartz-IV-Leistungen geben. Während die Zahl der Kinder im Wunderland der Export- und Fußballweltmeister (wir sehen uns 2018 wo? in Russland?) nicht signifikant steigen wird, zeigen die Hartz-IV-Bezieher, dass es doch auch noch weiter nach oben geht. (Zu Zeiten des vorbestraften gebürtigen Saarländers Peter Hartz bestimmte noch der von Hitler ins Leben gerufene Volkswagen-Konzern, wo und wie es langzugehen hatte in Deutschland, und die Sozialdemokratie bewies, dass sie politischen und wirtschaftlichen „Notwendigkeiten“ ebenso ins Auge zu sehen wusste wie weiland der unvergessene „Bluthund“ Gustav Noske.

Allerdings wird sich eine Hoffnung für die Sozialdemokraten auch 2018 nicht erfüllen: Würselen wird nicht das Bethlehem des Vereinigten Europa werden. Hier wurde uns nicht der Heiland geboren und auch nicht St. Martin. Martin Schulz ist der lebende Beweis, dass der Aberglaube nicht ausgestorben ist, und Til Schweiger dafür, dass es keine richtigen Helden mehr gibt im Reich der Gartenzwerge.)

„Auch ich sehe gerne Filme ohne Til Schweiger.“

Mehr Wachstum (der Arbeitslosigkeit) verspricht auch das digitale Zeitalter, die virtuelle Zeitenwende, an deren Beginn wir staunend stehen wie Steinzeitmenschen. „Das Thema Digitalisierung beschäftigt uns alle, aber was wollen wir damit erreichen?“ lese ich auf einer Website und kann die Frage nicht beantworten. Alles will wachsen, aber niemand weiß, wieso und warum. Wachset und mehret euch – und macht euch die Erde untertan. Für eine einzige Erde sind unsere Wachstumsambitionen längst schon zu gewaltig. Deshalb vermehren die Dummen ihre Dummheit jetzt digital und posten sie global.

Zuerst hauen wir die Welt militärisch auseinander, vor allem unsere Bundesgenossen in Amerika tun das, die nach Afghanistan, Syrien, in die Ukraine (NATO-Osterweiterung) und sonst wohin drängen, angeblich um niederträchtige Terroristen zu erwischen oder bösartigen Tyrannen wie Saudum Hussein den Garaus zu machen, und dann wundern wir uns, dass die Menschen dort in Bewegung geraten, Naturkatastrophen noch nicht einmal eingerechnet. Der Trump ist ein kühler Rechner: Der Wachstumsprozess des Extremwetters ist nicht mehr aufzuhalten. Warum dann noch Klimaschutz? Das Geld ist besser angelegt, indem man weitere Krisenherde (was für ein Begriff: Krisenherd. Bauknecht weiß, was Frauen wünschen) schafft: das bitterarme Nordkorea, Iran, die Döner-Türkei… An allen Ecken und Enden wird an der Lunte gezündelt, in der Hoffnung, dass es bald mal wieder einen richtig großen Knall geben wird, den die Außerirdischen, die sich bedenklich rar gemacht haben in 2018, auch im Weltall hören werden. Weltweit horten wir fast 15.000 Atomsprengköpfe. Die Nordkoreaner haben daran einen Anteil von 15. Vielleicht haben sie sogar schon zwanzig Atombomben. Und das sind zwanzig zu viel.

Manchmal mag man am Allgemeinen Wahlrecht auch für Dumme verzweifeln: Brexit, Separatisten, Erdogan (über den sie in der Türkei inzwischen ein Heldenlied fürs Kino gedreht haben: REIS bedeutet in etwa der Führer), in den USA der Milliardär und potentielle Frauenfummler vom Trump Tower (1973 orakelte der SPIEGEL visionär: Tagediebe und Frauenfummler lungern in Fahrstühlen und Fluren…), Le Pen und AfD. Mittlerweile bin ich dafür, dass der IQ von Wahlberechtigen vor dem Gang an oder in die Urne überprüft wird.

Ich bin doch viel charmanter als der Gauland.

Letztens sah ich Alexander Gauland in einem Berliner Restaurant in der Nähe des Reichstags einsam an einem Tisch sitzen und missmutig in sein Glas Rosé stieren: Wahrscheinlich ist ihm der enorme Zuspruch, den seine Amateur-Liga findet, inzwischen selbst unheimlich. Das Wachstum einer Partei, die nicht einmal ein halbwegs verständliches Wahlprogramm hat, ist vor allem auf das Wachstum der Dummheit zurückzuführen. Und das hat mehrere Gründe. Vor allem, dass das Gehirn, so Reste noch vorhanden sind, immer seltener eingeschaltet wird. Wie sonst ist es möglich, dass die Amerikaner einen wählen, der eine Steuerreform zugunsten der Reichen durchführt?

Zurück zur Frage, wem die Digitalisierung nutzt: weniger den Doofen als dem Überwachungsstaat, der selbst Orwell das Fürchten gelehrt hätte, dem es aber noch nicht gelungen ist, vollends in das menschliche Gehirn einzudringen und es zu unterwandern. Da wird noch einiges Hochwasser den Rhein herunterfließen und über die Ufer treten, bis das Ziel erreicht ist. Christian Lindner, der Reserveoffizier aus Wermelskirchen, fordert übrigens einen „Weltmeisterplan für die Digitalisierung“.

Da bleibe ich lieber Gasableser für Putin. Und die Frisur sitzt. Kein graues Häarchen.

Dank der Digitalisierung sind wundersam in den Statistiken der Ein-Euro-Jobber die Arbeitslosenzahlen für sinnlose Arbeit rückläufig, obwohl de facto ganze Berufsgruppen verschwinden: In der Dekra Toys Company puzzelten Ein-Euro-Jobber, um herauszufinden, ob ein Puzzle mit 5000 Teilen vollständig ist.

Irgendwann muss ja der schon lange von uns Pessimisten herbeigesehnte Finanzcrash kommen. Die Digitalisierung wird ihn beschleunigen, weil wir die „schwarzroten Nullen“ der Schulden, die wir an nachfolgende Generationen weiterreichen, gar nicht mehr zählen können. Die Finanztransaktionen laufen mittlerweile digital so schnell, dass der menschliche Sachverstand kaum noch mitkommt und nur noch KI den Kollaps der Menschheit verhindern kann: Der Künstlichen Intelligenz wird es nicht schwerfallen, die menschliche Dummheit rechts zu überholen. Dann müssen wir auch nicht mehr wählen gehen, und es wird keine Regierungskrisen mehr geben und schon gar keine überhöhten Diäten für Abgeordnete und Hinterbänkler, die ihre Zeit nicht mit Puzzeln verbringen, sondern damit, Selfies über Facebook zu posten und zu twittern.

Für die breite Unterschicht der einstmals Werktätigen, Mägde und Knechte wird irgendwann alles via Chip in der Hand zentral und unbürokratisch an der Kasse beim Discounter gesteuert. Die ersten Versuche laufen schon in Schweden, wo eine Firma Mitarbeitern einen Chip zum Türöffnen implantiert hat. Die Technik gestattet eine lückenlose Überwachung von der Geburt bis zur Bahre.

„Heut lass ich mal richtig die Sau raus.“

Jetzt haben wir aber schon 2018 übersprungen und sind in 2019 gelandet, möglicherweise ganz weit in der Zukunft 2025 oder 2027 oder 2029, Jahre, die wir uns eigentlich gar nicht vorstellen können, denn sie bezeichnen ein Märchen von übermorgen: Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Dies ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem.

Ein Arschloch wie ich, sollte hier nicht vergessen werden.

Eins dieser Raumschiffe ist die Orion… und sie wird übrigens nicht, sie wird niemals vom Flughafen BER starten, denn die Flug- und Weltraum-Baustelle in Schönefeld stagniert weiter, trotz des 2013 von Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn, Air Berlin) verordneten „Sprint“-Programms, das fatal an den zum Ende des Zweiten Weltkriegs verordneten „Endsieg“ erinnert.
Apropos, in 2018 feiern wir den heimtückischen Dolchstoß im Ersten Weltkrieg, dessen Kosten mittlerweile, glaube ich, bezahlt ist. Da könnten wir uns ja bald einen Dritten leisten. Ich schreib schon mal an den Weihnachtsmann…

RG, Jahresende 2017

 

WEISE WORTE ZU 2018

2018 werden große Teile von Medien und Politik (Wirtschaft sowieso) verstärkt aus ideologischen Gründen den Begriff Ungerechtigkeit durch „Neid-Faktor“ ersetzen.

Den Widerspruch zwischen dem kapitalistischen Leistungsbegriff und dem mittelalterlichen Erbrecht mit Phrasen zu verkleistern, damit „Erbe“ nicht zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen heran gezogen wird, ist ebenfalls Aufgabe von Medien und Politik in diesem Jahr.

Und auch in diesem Jahr wird die Priesterschaft des „Liberalismus“ (der wie jede Religion eine Angelegenheit des Glaubens, d.h. des nicht Wissens, ist) weiterhin Gesellschaftseigentum privatisieren (Stichwort: Autobahnen), was einer Enteignung von Gesellschaftsvermögen entspricht. Dafür haben die Lobby-Vertreter im Bundestag, die in der Regel nach zwei bis drei Legislaturperioden ihre Korrumpiertheit durch einen Job in der Industrie krönen, Grundgesetzänderungen durch Winkelzüge erledigt. Diese Korrumpel werden uns diese Umverteilung häufig in den Medien sophistisch als Entlastung des Bürgers verkaufen.

Dank verschlagener Figuren wie Dobrint, Scheuer oder Söder, wird die CSU bei der Landtagswahl eine derartige Klatsche einstecken, die Rotatiosphänomene im Grab von Strauss auslösen wird. Das Schöne an den genannten Gestalten ist, dass ihre Karrieregeilheit gepaart mit asozialer Energie in den Visagen ablesbar ist und damit Wahlplakate konterkariert.

Nicht die Cleverness der AfD sorgt für weiteren Aufschwung dieser grenzdebilen Partei, sondern die unfassbare Dämlichkeit der korrupten Etablierten (die seit den Tabubrüchen von Bangemann und Proll-Gert) die politische Struktur in „diesem, unseren Land“ definiert.

In diesem Jahr wird Bildung noch stärker mit Qualifikation gleichgesetzt werden. Qualifikation für was? Um mit Mick Jagger zu antworten: „I mean really?!!“

In Berlin gibt es im Regierungsbezirk für Abgeordnete ein eigenes Hallenbad. Erinnert alles sehr an Ludwig und Nikolaus.

Das republikanische Fernsehen, bezahlt von Bürger-Geldern und politisch verteilten Zuwendungen, berichtet weiterhin verstärkt über „royale“ (was für eine dämlich klingende Eindeutschung! – kommt direkt hinter „challange“ und „wording“) Uninteressantheiten, um damit den Eindruck zu verstärken, dass Politiker unter vorguilletonierbare Unangreifbarkeit zu subsumieren sind.

Immer weniger Kinder werden 2018 schwimmen lernen. Von den unter dreißig-jährigen können jetzt schon an die 50% nicht schwimmen (was dabei heraus kommt, sieht man an Dobrint und ähnlichen Nichtschwimmern). Das werden 2018 durch Bäderschließungen und soziale Unverpflichtungen mehr werden. Unter Adenauer gab es 90% „schwimmfähige Deutsche“.

Und der Höchst ehrenwerte Papst wird 2018 zunehmend feststellen: Es gibt nichts Richtiges im Falschen.

Dieses Jahr kommt wohl endlich der Algorithmus auf den Markt, der die Bestsellerlisten aller Staaten durchsucht, um den Auftraggeber zu informieren, welcher Lizenzen in seinem Land vertraglich verfügbar ist. Für Großverlage eine Riesenchance zur Personaleinsparung.

AUCH DIESES JAHR WIRD FÜR DIE BELEIDIGTEN UND AUSGEBEUTETEN EIN JAHR IM KONJUNKTIV.

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Top 10 Americana Alben 2017 Von Hanspeter Eggenberger by Martin Compart
29. Dezember 2017, 9:12 pm
Filed under: MUSIK | Schlagwörter: , , , ,

Americana, was ist das überhaupt? Die Americana Music Association (AMA) definiert es so:

Americana is contemporary music that incorporates elements of various American roots music styles, including country, roots-rock, folk, bluegrass, R&B and blues, resulting in a distinctive roots-oriented sound that lives in a world apart from the pure forms of the genres upon which it may draw. While acoustic instruments are often present and vital, Americana also often uses a full electric band.

Das Spektrum von Americana ist sehr weit. Es reicht von Country-Klängen, die für die US-Country-Radios „too country“ sind (ein Hank Williams würde da heute nicht mehr gespielt) bis zu experimentellem Electro-Folk, von akustischem Blues bis zu Psychobilly usw. Auch Stars wie Bob Dylan oder ZZ Top könnte man musikalisch unter Americana einordnen.

Mir ist zudem wichtig, dass es „handgemachte“ Musik ist, die als künstlerischer Ausdruck entstand. Also keine Sounds, die in den Marketingabteilungen der Musikindustrie ausgeheckt und/oder auf kommerzielle Tauglichkeit getrimmt wurden. Und übrigens: Americana muss nicht zwingend aus Amerika kommen.

Seit mehr als 15 Jahren erstelle ich jährlich eine Jahresbestenliste, seit 2005 publiziere ich diese auch in meinem Blog Americana und so weiter. Hier exklusiv vorab meine Top 10 des Jahres 2017. Es handelt sich dabei nicht um die allgemein beliebtesten, die meistverkauften oder meistgespielten Alben, auch nicht um die „wichtigsten“ oder „bedeutendsten“ – die Auswahl ist radikal subjektiv: Es sind meine Lieblingsalben dieses Jahres. Ausgewählt aus rund 150 in diesem Jahr erschienen Produktionen. Und dabei interessieren mich Neuentdeckungen im Prinzip mehr als bereits Etabliertes. Wer mehr davon möchte, findet spätestens ab 1. Januar 2018 in meinem Blog http://americana-usw.blogspot.de/ meine auf 20 Titel erweiterte Topliste.

1. Matt Patershuk: Same As I Ever Have Been
(Black Hen Music)

Den kanadischen Singer/Songwriter Matt Patershuk hörte ich im letzten Jahr zum ersten Mal. Mit seinem Album „I Was So Fond of You” (Rang 3 meiner Topliste) beschäftigte er sich mit dem Tod seiner Schwester – ein besoffener Autofahrer hatte die junge Künstlerin totgefahren: ein bitterzartes Werk, berührende Songs, wunderschön arrangiert. Auch wenn das neue Werk – wiederum produziert und begleitet vom Multiinstrumentalisten Steve Dawson (dessen Wirken für andere Künstler mir besser gefällt, als seine eigenen Alben) – nicht mehr so traurig klingt, ist es doch eher auf der melancholischen Seite angesiedelt. Gute Songs, ein Sound zwischen Country, Folk und Rock, und ich mag Patershuks Stimme und seine Art zu singen – mein Album of the Year.

2. Emily Duff: Maybe in the Morning
(Mod Prom Records)

Die New Yorker Singer/Songwriterin Emily Duff ist zwar schon etliche Jahre im Geschäft, doch für mich gehört sie zu den Entdeckungen des Jahres. Ihr neues Album hat sie in den FAME Studios in Muscle Shoals, Alabama, aufgenommen, der Wiege des „Muscle Shoals Sounds“. Hier entstanden in den 1960er-Jahren legendäre Soul-Aufnahme etwa von Wilson Pickett, Etta James und Aretha Franklin. Die Aufnahmen von Emily Duff haben etwas von diesem Soul-Groove. Und das Gemälde auf dem Album-Cover würde ich gerne bei mir an die Wand hängen.

3. Zephaniah OHora with the 18 Wheelers: This Highway
(Last Roundup Records)

Mein neuester Lieblings-Countrysänger ist ein Frisör aus New York City: Zephaniah OHora schreibt und singt wunderschöne Songs auf erfrischend altmodische Art. Definitiv „too country for country radio“ …

4. Jeremy Pinnell: Ties of Blood and Affection
(Sofaburn Records)

Der Sound von Jeremy Pinnell klingt auf Anhieb nach gekonntem, aber eher harmlosem Honkytonk. Aber der Gesang belehrt einen sofort eines Besseren, sowohl von der Stimme her wie von den Worten, die diese singt. Es geht um Drogen, Alkohol, Knast, um ein Leben ganz unten, und der Mann weiss, wovon er singt. I got tired of going to jail every time I’d drink a beer / When you wake up in the morning and you knew your time was near. Schon sein erstes Album „OH/KY“ hatte mich umgehauen (Rang 3 auf meiner Liste 2015). Nebenbei: Jeremy Pinnell stammt aus dem Grenzgebiet von Ohio und Kentucky, in dem das Noir-Debüt „Pike“ von Benjamin Whitmer spielte (deutsch: „Im Westen nichts“, 2017, Polar), und er hat auf seinem kahlgeschorenen Schädel über dem einen Ohr den Umriss von Ohio, über dem anderen den Umriss von Kentucky tätowiert.

5. Dori Freeman: Letters Never Read
(Blue Hens Music)

Dori Freeman aus der Kleinstadt Galax in den Appalachians in Virginia, die für ein traditionsreiches Bluegrass-Festival bekannt ist, hat mich schon 2016 mit ihrem Debütalbum betört (Rang 5 auf meiner Liste 2016). Eine phantastische Sängerin, was auf dem ersten wie auf dem zweiten Album je ein A-capella-Song schön beweisen. Teddy Thompson produzierte beide Alben und begleitet Dori als Gitarrist; er ist der Sohn der britischen Folk-Legenden Richard & Linda Thompson („I Want to See the Bright Lights Tonight“). Folk/Country der eher melancholischen Art; in einem Interview sagte Dori Freeman neulich, sie habe noch nie einen „happy Song“ geschrieben.

6. Jim Keaveny: Put It Together
(self-released)

Der Singer/Songwriter Jim Keaveny ist ein verrückter Hund. Er ist aus dem Norden nach Terlingua, Texas, gezogen, ein abgelegenes Kaff am Rio Grande, in Sichtweite zu Mexiko. Dort hat er zusammen mit seiner Freundin zunächst im Wohnmobil gehaust und sich selbst ein kleines Haus aus Holz gebaut; die Dusche wird durch die Regentonne gespeist. Um Geld für sein neues Album zu sammeln, ist er mit dem Fahrrad von der Westküste an die Ostküste gefahren und hat bei lokalen Medien Halt gemacht und unterwegs seine Songs vorgetragen. Seinen näselnden Gesang begleiteten im Studio Musikerfreunde virtuos, unter anderem mit Mariachi-Trompete und Akkordeon.

7. Lee Ann Womack: The Lonely, the Lonesome & the Gone
(ATO Records)

Eine der Überraschungen des Jahres. Die 51-jährige Lee Ann Womack war seit den 1990ern als Country-Sängerin zwischen Neotraditionalismus und Countrypop bekannt; sie hatte eine Reihe von Hits im Country-Radio. Sie war immer eine sehr gute Sängerin, aber sehr kommerziell orientiert. 2008 brach ihre Karriere ab; erst 2014 veröffentlichte sie auf einem kleinen Label wieder ein Album. Und jetzt dieses starke Stück mit eher düsteren Songs. Womack hat immer schon eigene Songs geschrieben, aber dies ist das erste Album mit vorwiegend eigenen Songs, dazu kommen ein paar für sie geschriebene Lieder sowie einzelne Klassiker, darunter eine unter die Haut gehende Version der dunklen Ballade „Long Black Veil“. Und dass Lee Ann Womack auf dem Album-Cover mit Zigarette posiert, gilt in den heutigen USA schon als rebellisch.

8. JD McPherson: Undivided Heart & Soul
(New West Records)

Sein drittes Album nach „Signs & Signifiers“ (2012) und „Let the Good Times Roll“ (Rang 7 auf meiner Liste 2015) hat der begnadete Neo-Rockabilly-Musiker JD McPherson im legendären RCA Studio B aufgenommen, wo Grössen wie die Everly Brothers, Roy Orbison und Elvis Presley gearbeitet haben. Rock ’n’ Roll mit einer souligen Note.

9. Tom Russell: Folk Hotel
(Frontera/Proper Records)

Tom Russell ist ein Veteran, dessen Arbeit ich seit den 1980ern verfolge, ein weltläufiger Intellektueller und ein toller Sänger. Der studierte Kriminologe aus Kalifornien arbeitete in Nigeria, lebte unter anderem in Kanada, Norwegen und Spanien. Er interessierte sich für die Beat-Literaten und führte während 20 Jahren einen Briefwechsel mit Charles Bukowski. Musikalisch begann er in der Folkszene, wandte sich dann der Countrymusik zu. Inzwischen hat er rund drei Dutzend Alben veröffentlicht. Auch andere nahmen Songs von ihm auf, darunter etwa Johnny Cash („Veteran’s Day“). Sein neues Studioalbum „Folk Hotel“ ist eine Hommage an den Folkszene im Greenwich Village im New York der 1960er-Jahre mit 13 eigenen Songs und einem Bob-Dylan-Cover („Just Like Tom Thumb’s Blues“ im Duett mit Joe Ely). Zum Album gibt es auch ein Buch mit den Geschichten hinter den Songs und je einem Gemälde von Tom Russell zu jedem Song.

10. Eilen Jewell: Down Hearted Blues
(Signature Sounds)


Eigentlich singt Eilen Jewell völlig unspektakulär. Trotzdem bin ich immer wieder hin und weg, wenn sich sie höre. Ob sie einen ihrer starken Songs, wie zum Beispiel „Rich Man’s World“ vom Album „Letters From Sinners & Strangers“ (2007 auf Rang 4 meiner Liste), singt oder was auch immer. Auf ihrem aktuellen Album singt und spielt sie mir ihrer Band Blues. Covers von Willie Dixon, Betty James, Frankie Sims, Memphis Minnie, Big Maybelle und anderen.



MiCs Tagebuch: Jahresabwasch 2017 by Martin Compart
29. Dezember 2017, 12:00 pm
Filed under: Ekelige Politiker, MiCs Tagebuch | Schlagwörter: ,

Nun ist es wieder so weit: Im Fernsehen beginnt die Zeit der nervigen Jahhresrückblicke; ob mit gerontenhaften Charme beim ZDF oder krawallmäßig bei den Kommerziellen. Danach wissen wir dann endlich, was wir hinter uns gelassen haben und können hoffnungsfroh – wie immer – in die Zukunft sehen. Da will auch dieser Blog nicht abseits stehen um nicht in Bedeutungslosigkeit zu verfallen. Den Anfang macht jetzt mal MiC. Und freuen Sie sich auf Dr.Horrors Vorausblick auf 2018! Denn in der Zukunft kennt sich der Mann ja aus (er hat mehr schlechte SF-Filme gesehen als jedes andere Wesen in dieser Galaxie).

Hurra!
Nach überstandener Weihnachtsscheiße geht’s zum Böllerabflammen und Sektrülpsen bei gegenseitigem Glückaufwünschen für 2018 mit allerlei Arschlöchern in den Swingerclub.

Adieu, 2017, du weiteres unwichtiges Jahr des Mittelmaßes. Mit der Umwelt ging’s noch tiefer in den Keller, nukleare Drohungen und Gegendrohungen wurden zum Twitter-Alltag, die Elendsflüchtlinge saßen (und sitzen immer noch) entweder im Osten fest oder ersoffen (und ersaufen weiterhin) schiffsweise im Mittelmeer. Hauptsache wir spendeten zum Fest der Liebe Ablass für die Bedürftigen. (Gott segne Geber und Gaben, einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.) Die wehrhafte EU baute eine veritable Mauer unterhalb der Sahara, um das „Gesocks“ heimatnäher zu stoppen. Dann ertrinken die wenigstens nicht mehr vor unseren Badestränden. Die Gründe für die Migration wurden natürlich weiterhin ignoriert. Sie ändern zu wollen, hieße die Ursache, das System, ändern zu müssen, welches bekanntlich gut ist, denn unsere Wirtschaft boomt.

Hier eine Handvoll wahlloser „Ereignisse“ zum Wiederkäuen und Abfackeln:

1) Raffke regiert und kassiert

Im Januar hatte ich mich noch am pissblonden Twitter-Trottel abgearbeitet und eine Liste von Voraussagen (allesamt kein großes Geheimnis) erstellt, die der eitle Lackel der US-Oligarchie prompt in Dekrete oder Gesetzesform bringen ließ. Während die Systempresse sich an belanglosen Kleinigkeiten aufhängte, sei es die vermeintliche Unfähigkeit, den Personalverschleiß, die Stil- und Geschmacklosigkeit, den Fremdenhass, die Homophobie, Islamphobie (die Liste ist endlos verlängerbar), setzten die Kapitalverbrecher an der Macht konsequent ihre Interessen durch, nämlich die Interessen der Öl- und Rüstungsindustrie, der Oligarchen und der Wallstreet, um die „Brandrodung“ des eigenen Kontinents in Siebenmeilenschritten voranzutreiben. (Keine Angst, die Welt kriegt auch weiterhin ihr Fett weg. Alle Rohstoffe von überall werden schließlich gebraucht.)

Die verlogene Schamhaftigkeit wurde am 20.01.17 abgelegt. Heute ist drin, was drauf steht: Die USA sind das bekennende Land der robber barons wie weiland im 19. Jahrhundert, mit dem feinen Unterschied, dass den jetzigen Machthabern keine solidarische Gewerkschaftsbewegung und keine „linken“ Parteien mehr in die Quere kommen. Die wurden samt und sonders entsorgt. Wir erleben die Endphase einer totalitären Ausbeutung, die inzwischen auch in der offiziellen Sprache „orwellsche Dimensionen“ erreicht hat. So dürfen US-Staatsbedienstete systemlästige Worte wie z.B. „wissenschaftlich erwiesen“ oder „statistisch belegt“ usw., nicht mehr in offiziellen Begründungen bei Anträgen verwenden. Der kritische Verstand wurde abgeschafft, „Neusprech“ regiert per Dekret vom Golfplatz.
Mit der Innovation der „alternativen Fakten“ (lügenhafte Behauptungen) im „Postfaktischem Zeitalter“, fügt sich Trump in die eindrucksvolle Reihe präsidialer Erfinder ein (wie z.Bsp. Bill Clinton, der den sexlosen Oralverkehr in die menschliche Kulturgeschichte einbrachte).

Zum Jahresausklang gab’s vom versammelten Heloten-Kabinett eine Neuauflage der Lobpreisungen für den POTUS, die historisch an die Verehrung Stalins oder Maos erinnern, und in der Gegenwart nur noch Kim Jung-Un genießt. Mal im Ernst, besteht überhaupt ein Unterschied zwischen dem Pissblonden und dem Nuklear-Dickerchen?

Das Fatale an der niedergehenden US-Imperialmacht ist ihre kulturelle und politische Vorreiterrolle für die restliche Welt. Mittlerweile sollte allerdings eher von einer Wechselwirkung gesprochen werden. Der Rechtsruck, die Flucht ins Nationale, die Abgrenzung, die Verteufelung der Anderen, all das sind Zeichen einer unbestimmten Angst, die wie eine Flipperkugel zwischen den Banden und Hindernissen hin und her schießt, und in jedem Land zu punkten scheint.

Nachdem sich der alte Obama-Slogan, „yes, we can“, nicht als Aufbruchssignal, sondern als Exorzismusformel entlarvt hatte, die austrieb, was offensichtlich war, muss es für 2017 und Folgejahre heißen: „no, we can’t“. Denn das entspricht voll unserer deutschen Wirklichkeit: Wir können keine Waffenexporte nach Saudi-Arabien stoppen, wir können die Industrie nicht für die „Diesellüge“ haftbar machen, wir können die Kohlendioxid-Emissionen nicht verringern, wir können die Glyphosaterlaubnis nicht stoppen, wir können gar nichts außer konsumieren und uns mit schlechtem Entertainment ablenken. (Schlechtes Entertainment ist zudem deutsche Tradition. Darauf ist zum Glück verlass.)

Unsere Staatsform der repräsentativen Demokratie hatte sich aber nicht erst in diesem Jahr erledigt. Ihr Niedergang wurde ein weiteres Mal beschleunigt.

2) Völker der Welt, schaut auf diese Stadt

Ihr wahres Gesicht zeigten Staat und Stadt beim G20 Gipfel in Hamburg. Wir erinnern uns, G20 ist die bourgeoise Nachfolgeveranstaltung adeliger Familientreffen, ein politisch überflüssiges Schaulaufen der Weltwirtschaftsriesen, die dem Globus Einigkeit und Zuversicht signalisieren wollen. (Und bei PR ist Dialog bekanntlich Fehlanzeige.)
Den Sicherheitshysterikern gelang es trefflich, die Lagerstimmung, „linke Chaoten gegen die Vertreter von Vernunft und Ordnung“, anzuheizen. Die Prügellackel der Polizei wurden solange im Zaum gehalten bis die aufgeheizte Atmosphäre allein mit Knüppelsport entladen werden konnte, wahrscheinlich damit sich die Stimmung in den Hundertschaften wieder auf ein Normalmaß einpegeln konnte. Wer das Vorgehen der Ordnungshüter beobachtete, wie eigenmächtiges Verbot von Übernachtungen in Zelten für Demonstranten (trotz deren gerichtlicher Erlaubnis), pro aktives Abschotten und Einschüchtern, usw., wunderte sich nicht, dass die Ausschreitungen im Schanzenviertel dermaßen eskalieren konnten.
Jedes Kind weiß, Aggression und Gewalt erzeugen Gegenaggression und Gegengewalt. Das kann die Polizei jedes Wochenende in der Fußballbundesliga beobachten und trainieren. Die Medien, allen voran die Kommentare der FAZ, trompeten ins Horn der Offiziellen ohne zu verstehen, dass Unmut und Protest konkrete Ursachen hatten (und haben) und deren symbolische Repräsentanz eben jener G20-Gipfel ist. Friedliche Protestanten und G20-Gegner wurden wie der Schwarze-Block behandelt. Hat sich seit Seattle und Genua überhaupt etwas geändert?

3) Politik schafft sich vollends ab

Nach der Bundestagswahl im September gibt es in unserem Exportweltmeistermusterland noch immer keine neue Bundesregierung.
Ein Umstand, über den sich mit Recht niemand aufregt. Angesichts des Niveaus der hiesigen Politikerkaste ist die Frage sinnvoll, will man von diesen Gestalten überhaupt regiert werden? Die Wirtschaft hat ohnehin das Sagen und die Bückstücke des amtierenden alten Kabinetts können im Geiste ihrer Meister jederzeit notwendige Entscheidungen durchwinken. Was in Belgien oder den Niederlanden geht, geht hierzulande schon lange.

4) Was auch mal gesagt werden muss: Danke, Gerd!

Dank deiner Schröderschen „Steuerreform“, hat Deutschland wieder die Vermögensverteilung wie zu Kaisers Zeiten, Anno 1913. Die gute alte Zeit ist zurück. In stürmischen Jahren wie diesen, ist das doch irgendwie beruhigend.

5) Blöd, wer nicht dabei ist

Nach dem das Ziel der Entpolitisierung der Bevölkerung weitestgehend erreicht wurde, herrscht die Polemisierung jener Bevölkerung als politisches Instrument vor, welches auf reine Affektreaktionen abzielt.
Die sozialen Verblödungsmedien (Facebook, Twitter, etc.) scheißen alle mit emotional aufgeladenem Schwachsinn zu, auf den prompt Pawlow-artig mit Schnapp- und Beissaffekten reagiert wird. „Likes“ und „Linken“ sind nichts anderes als solche Reflexe. Alles ist gleichermaßen wahr und gültig, Meinung ersetzt Wissen, Vermutungen ersetzen Tatsachen. Unsere geschichtslose Gesellschaft ist nicht mehr in der Lage, Ursachen und Wirkungen auszumachen und rettet sich in die irrige Vorstellung, solange es mir gut geht, ist alles gut. (N.B. Inzwischen betreibt Facebook eine PR-Kampagne, die für den wohltemperierten, soll heißen vernünftigen Umgang mit dem Medium wirbt.
Der Inhalt der Plakate erinnert an die Warnhinweise von Arzneimittel-, Alkohol- und Zigarettenwerbung. Wo bleiben die Schreckensbilder von süchtigen Social-Media-Usern im Endstadium?)

Ich kann nicht anders: Die Welt war 2017 noch reaktionärer und verblödeter als 2016. Und auf der nach unten offenen Bodenlosigkeitsskala ist lange kein Ende in Sicht.

Also weiter geht’s ab Montag, dann haben wir das Jahr 5778 nach dem jüdischen und 1439 nach dem islamischen Kalender. In China fällt Neujahr diesmal übrigens auf den 16. Februar. Wir Europäer kommen eben immer zu früh. Freuen wir uns auf noch mehr Monate Pissblond-Ergüsse auf Twitter, vielleicht werden’s diesmal ja keine zwölf. Jetzt braut sich zusammen, was nur der Atompilz spaltet. Wo bleibt die Gesundheitswarnung für Ewiggestrige? Oder um es mit Erich Mielke zu sagen: „Ich liebe euch doch alle!“

Mein Abreißkalender notiert übrigens für den 1. Januar 2018: „Die Zukunft ist nur noch im Koma erträglich.“

Hoch die Tassen.

MiC, 28.12.17



WEISE WORTE by Martin Compart
27. Dezember 2017, 6:25 pm
Filed under: Weise Worte | Schlagwörter:

„Eine nette kleine Immobilie.“

George Schultz, Secretary of State, nach dem heldenhaften Sieg der US-Truppen gegen die militärische Großmacht Grenada.



WEISE WORTE (aus der Rubrik: Apercus unterm Tannenbaum) by Martin Compart
26. Dezember 2017, 6:53 pm
Filed under: Weise Worte | Schlagwörter:

„Der Deutsche hat aus dem Konjunktiv ein Gesellschaftssystem gemacht.“

Dieter Duden



WEISE WORTE ZUM FEST DER LIEBE by Martin Compart
26. Dezember 2017, 6:12 pm
Filed under: Weise Worte | Schlagwörter:

„Es tut mir leid, aber wir müssen Sie kündigen. Das ist das dritte Mal, dass Sie zu spät aus der Mittagspause gekommen sind, weil Sie für jemand Hilflosen den Krankenwagen gerufen haben. Wie ihre Kollegen, können Sie doch einfach darüber hinweg treten. Das geht doch alles von Ihrer Arbeitszeit ab, und dann beklagen Sie sich, wenn der Aufsichtsrat sich dafür ausspricht, den Standort in ein weniger empathisches Land zu verlegen. Ihre Empathie gefährdet auch die Arbeitsplätze Ihrer Kollegen, mit denen Sie eigentlich solidarisch sein sollten.“

H.Kleinermann v.d.Chancengleichheit GmbH & Co.KG



Anmerkung zu den Krimi-Tipps by Martin Compart
22. Dezember 2017, 9:32 pm
Filed under: Allgemein

Da kriegt man wieder Lust aufs Nichtlesen.

Auch ich habe selten so viele Krimis angelesen beiseite gelegt wie dieses Jahr; häufig richtig verärgert. Und das trotz des immens hohen Ausstoßes der Verlage. Andererseits finden derartige Produkte wohl ausreichend Leser. Sonst ist es schwer erklärbar, dass etwa ein Sebastian Fitzeck regelmäßig die Bestsellerlisten erreicht. Ein weiteres Indiz für den Verfall unseres Bildungssystems.