Martin Compart


BILD TV LIVE – EIN SCHRECKLICHES BEISPIEL FÜR MISSLUNGENE INKLUSION by Martin Compart
15. September 2021, 11:55 am
Filed under: TV, Stammtischgegröle, Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter: ,

Mit seinem Heloten Julian Reichel beweist Springer, das man spielend jedes noch so niedrige Niveau unterbieten kann.
Wenn ich in sowas reinzappe, möchte ich mehr GEZ-Gebühren zahlen. Denn bei geistig einigermaßen Gesunden vermag BILD nicht mal ungewollte Heiterkeit zu verbreiten.

Wie schon immer in der unappetitlichen Print-Ausgabe des ranzigen Schmachtfetzens geht es auch dem TV-Ableger (immerhin 0,1% Marktanteil) nicht um Information, sondern um Meinungsmache. Trump hätte seine Freude daran. Schließlich war BILD ein Pionier der Pyromanen-Prosa und Fake-News. Aber wie schon Mark Fisher feststellte, ist die „kontrafaktische Erzählung eine Domäne der reaktionären Rechten“.
Extrem erschreckend sind auch die Jung-Senilen, die bei BILD TV LIVE dem Lehrberuf „Promi-Expertin“ nachgehen, ohne ihre Medikation einstellen zu lassen („Bubbles ist der Picasso unter den Primaten.“). Überhaupt sieht man unter den Moderatoren schrecklichere Fratzen als an mittelalterlichen Kathedralen.

Wer eine Kotz-Diät betreiben möchte, ist hier in besten Händen: Beim Zusehen bleibt keine feste Nahrung im Körper. Nach RTL- und SAT1-Gruppen ein neuer Höhepunkt der Volksverdummungsstrategie in Folge der „geistig-moralischen Wende“. Aus nationalistischen Gerümpel wird ein trübes Feuerwerk der Schmutzerei abgebrannt. Es wäre zwecklos, von der Redaktion vorgeben zu wollen. dass ihre selektiv plump-dümmliche Weltanschauung von irgendeinem zivilisierten Menschen bejaht oder entschuldigt werden könnte.

P.S.:
Julian Reichelt verliert seinen Posten als Geschäftsführer der Bild-Gruppe…


Bild-Chef Reichelt war zuletzt wegen eines Compliance-Verfahrens befristet freigestellt. Mehrere Frauen hatten Vorwürfe gegen ihn erhoben, eine Anwaltskanzlei untersuchte Machtmissbrauch im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz. Das Ergebnis: Reichelt habe „Fehler in der Amts- und Personalführung“ gemacht, wie der Konzern Ende März mitteilte, allerdings nicht von strafrechtlichem Ausmaß. Reichelt kehrte zurück an die Spitze des Boulevardblatts. Seitdem teilt er sich die Chefredaktion mit Würzbach, die zuvor Chefredakteurin der Bild am Sonntag war. Springer-Vorstand Mathias Döpfner hatte der Unternehmenskultur bei Bild „Änderungsbedarf“ attestiert.

(SZ vom26.4.2021: https://www.sueddeutsche.de/medien/reichelt-bild-geschaeftsfuehrung-springer-1.5276965 )

(DER SPIEGEL über Julians Verirrungen: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bild-chefredakteur-julian-reichelt-und-die-internen-ermittlungen-voegeln-foerdern-feuern-a-456152ee-eff8-4d8f-9b47-1284b4c36c09


Aber auch für uns Kulturpessimisten gibt es Hoffnung, denn nur der Teufel lebt ohne Hoffnung: einer der Chefredakteure ist der strunzenblöde Claus Strunz; und der hat in den letzten 20 oder 30 Jahren noch jedes „Format“ mit sich versenkt. („Der Obateng ist ein Sportler. Er ist ein Sportler, der zwischen Unrecht und Gerechtigkeit aufgewachsen ist. Und wenn der sich vor Gericht ungerecht behandelt fühlt, rennt er natürlich zum Schiedsrichter. Er ist eben ein echter Sportler.“).

Intellektuell und stilistisch kann er sich das wohl auch noch leisten.
Seine Inklusionsbestrebungen galten – trotz aller skeptischen Gutachten – als hoffnungsvoll!



„Pacific Crest Trail Killer“ – wenn eine Herausforderung zum Desaster wird von Jochen König by Martin Compart

Der Pacific Crest Trail ist ein eindrucksvoller, rund 4300 Kilometer langer Wanderweg, der an der amerikanischen Pazifikküste entlang, von Mexiko bis nach Kanada führt. Christian Piskulla ist einen Teil des Weges gewandert und hat diese Unternehmung in einen Kriminalroman eingebettet.

Kann man machen, doch was Piskulla zusammengebraut hat, ist nahezu unverdaulich.

Der Teil, der die Wandererfahrung beschreibt, hat den Duktus eines beflissenen Referats, das mit Wandervokabular (Switchbacks, „Hiker Buddy“, Trailname und ähnliches) hausieren geht und zumindest ein bisschen Wissenswertes über den Trail zu berichten hat. Leider ist dieser Part gespickt mit Product-Placement, in dem das Kommunikationsgerät eines Herstellers von Navigationssystemen exzessiv gepriesen wird, Accessoires wie Rucksäcke und Zelte inklusive Preisangaben beworben werden und ein großer Versandhandel seinen erbötigen Eintrag bekommt. In diesen Passagen ist der „Pacific Crest Trail Killer“ eine Art Text gewordene Butterfahrt.

Stellt trotzdem den lesenswerteren Teil des Buches dar, denn die Krimihandlung ist ein Debakel.

Der ehemalige Dorfsheriff und Militärpolizist Mark Stetson (Piskullla hat es mit sprechenden Namen. Dass eine FBI-Direktorin Gillian Anderson heißt, ist der einzig gelungene Joke des Buchs. Der zudem unbeabsichtigt ist. Denn zuvor lautete ihr Vorname Gabrielle). Stetson stolpert zufällig über einen Tatort. Angesichts der brutal getöteten jungen Wandersfrau schließt er messerscharf auf die Tat eines kommenden Serienmörders.
Was Steve Cortez, den Anführer des eintreffenden FBI-Trupps (von der FBI-Mordkommission Los Angeles – völliger Humbug, so etwas existiert nicht) tief beeindruckt und veranlasst, Stetson auf die Schnelle zum FBI-Agenten zu ernennen (noch so ein Blödsinn. FBI-Agent wird man erst nach einem strengen Aufnahmeverfahren plus Prüfung), um vor Ort zu ermitteln.

Stetson findet zwar, wie der völlig unfähige FBI-Trupp aus Los Angeles, wenig Wissenswertes heraus, bekommt aber ein sexuell stimulierendes Techtelmechtel mit seiner zeitweisen Hiker-Gefährtin Rebecca spendiert, die wenig später zur Verdächtigen mutiert. Derweil verliert sich das FBI-Team (das hierarchielos samt und sonders aus „Special Agents“ besteht) in Recherche, die nicht beherrscht wird (wie findet man Motels, die keine Homepage besitzen etc.), hält blutig endende Schäferstündchen, schaut begierig Handy-Pornos (die lesbische Agentin Judy Tonka) oder verbringt die Zeit mit abgestandenen Herrenwitzen.

Wird doch einmal gearbeitet, treibt man offensichtlich zu Unrecht verdächtigte Kleinkriminelle in den Selbstmord. Woraufhin der unfähige Agent Blackwater immerhin verhaftet wird – unter Mordverdacht. Die amerikanische Justiz treibt zwar irre Blüten, aber solche?

Pseudophilosophisch wird es schließlich, wenn Agent Cortez und Mark Stetson darüber räsonieren, wieso Menschen töten. Die Antwort, liebe Freunde, weiß – ohne, dass man Jahrzehnte Polizeiarbeit bemühen muss – nicht bloß der Wind.

Als ob das noch nicht reichen würde, bekommt der Serienkiller aus der Retorte ebenfalls einige Innenansichten zugestanden. Darin wird deutlich, dass er von einem Mentor inspiriert wird, der ihn dazu veranlasst, zu vergewaltigen, morden und die Taten zu filmen. Der Mörder selbst ist eine unglaubwürdige Mixtur aus dumpfem, getriebenem Versager und scharfsinnigem Vollstrecker, der seinen Häschern immer einen Schritt voraus ist. So ist er in der Lage, mit dem Nachtsichtgerät auf die Jagd zu gehen, während seine Verfolger brav mit Taschenlampen ihre Position verraten. Da waren selbst die Absolventen der Police Academy befähigter als das bundesbehördliche Selbstmordkommando.

Es kristallisiert sich heraus, dass der Autor ein Anliegen hat: Ihm ist die moderne (Populär)-Kultur in ihrer Verherrlichung von Gewalt nicht geheuer. So wird die Schädlichkeit von Bild, Ton und Text thematisiert, unabhängig davon ob es sich um finsterste Gewaltpornographie oder eher leichtgewichtigen Funsplatter handelt.

Autor Piskulla

Piskulla betreibt eine reaktionäre Kulturkritik, die die Gefahr aus allem kulturellem Tun verbannen möchte. Eine Vertiefung diskussionswürdiger Aspekte von Gewaltdarstellung in der Kunst findet zu keinem Zeitpunkt statt. Bloße Empörung ist das Richtmaß.
Eine Denkungsweise, die letztlich in rigider Zensur enden muss. Dass Christian Piskulla einen trostlosen Serienkiller-Thriller voller Stammtisch-Sexismus als Transportmittel benutzt, erhöht die Perfidie dieser schalen Anschauung.

Gipfelt in dem kläglich naiven, mehrfach wiederholten Postulat: „Was gute Menschen denken, das führen böse Menschen aus“ („Guter“ Mensch: „Ich denke an den Weltfrieden“. „Böser“ Mensch: „Okay, wird erledigt“). Immerhin konsequent: Die üble Chose endet in peinlicher, selbstreferentieller Überschätzung.

Bekommt das erste Opfer samt Angehörigen zumindest eine rudimentäre Hintergrundgeschichte zugeschrieben, ist bereits die zweite Tote kaum einen Eintrag wert.
Ähnlich halbherzig verfährt Piskulla mit sämtlichen Frauenfiguren. Selbst wenn diese scheinbar selbstbestimmt Sexualität ausleben (geschildert auf dem Niveau eines tristen Pornos), bleiben sie doch ständig empfangsbereite Objekte der (männlichen) Begierde.

Außer Judy Tonka, deren lesbische Beziehung dem Untergang geweiht ist.

Zwischendurch darf es auch mal sozialkritisch werden, mit der nicht gerade tiefgreifenden Erkenntnis, dass in den USA zu viel Armut existiert, dadurch eine Menge verzweifelter Menschen in Trailer Parks hausen müssen.
Ist ehrenwert, wirkt aber im Kontext dieser zusammengestoppelten Serienkiller-Moritat aufgesetzt und versandet im Hinterland, je weiter der Roman voranschreitet.

Wer uninteressanten Figuren in interessanter Landschaft beim hanebüchenen Agieren, Phrasendreschen und schlechte Witze reißen begleiten möchte, kann einen Blick auf den „Pacific Crest Trail Killer“ werfen.
Alle anderen können getrost auf dieses unerfreuliche, 630 Seiten lange Machwerk verzichten.

Autor: Christian Piskulla
Buch: Pacific Crest Trail Killer
ISBN:9783944755298
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:648 Seiten
Verlag:Cleverprinting ®
Erscheinungsdatum:31.08.2021



Afghanistan by Martin Compart
17. August 2021, 10:22 am
Filed under: Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter:

Mein Vater war als Ingenieur weltweit unterwegs. Einen Rat gab er mir:“ Wenn du irgendwo auf diesem Planeten in eine schwierige Situation gerätst, geh zur englischen Botschaft, zu den Franzosen, Belgiern (falls die da eine haben), Amerikanern (die müssen dich als Nato-Mitglied aufnehmen), aber geh NIE zur deutschen Botschaft.“



„Die deutsche Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt!“ by Martin Compart
15. August 2021, 1:37 pm
Filed under: FLASHMAN, Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter: , , ,

… sagte einst der dümmste Motorradfahrer Deutschlands, der leider viel zu spät verstorbene Peter Struck (SPD). Nach verbrannten – gering geschätzt – 900 bis 20000 Milliarden Euro, die nur Rüstungskonzerne wie Krauss-Maffei und Rhein-Metall reicher gemacht haben (diese sollten auch Kriegsflüchtlinge alimentieren), geht man wie einst in Vietnam von Bord („War was?“).

In den letzten 20 Jahren habe ich durch die Medien über Afghanistan nichts erfahren, das mir nicht schon durch dieses Buch vermittelt wurde:

P.S.: Peter Scholl-Latour hatte diesen unrühmlichen und feigen Abzug bereits beim Einmarsch prognostiziert.



Die Nationalhymne für die verblödeten Autoposer by Martin Compart



Neue Wahrheiten by Martin Compart
14. Mai 2021, 11:28 pm
Filed under: Stammtischgegröle, Sternstunden der Verblödung

Damalige Idiotie rächt sich:

Heute gehören Frauen am Lektorat.



KOLLATETRALSCHÄDEN DER EVOLUTION by Martin Compart
15. Februar 2021, 6:14 pm
Filed under: Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter: , ,



NICHTS IST SO SCHLIMM, ALS ICH WO NICHT NOCH SCLIMMER MACHEN KÖNNT by Martin Compart

Ihr Partner in Sachen Inkompetenz: Andreas Scheuer, CSU (ein Unternehmen der Geisterfahrer AG).



DR.HORROS CORONA-FILMKRITIK by Martin Compart
20. Januar 2021, 3:58 pm
Filed under: Dr. Horror, Film, Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter: , ,

THE BRUTAL, THE STUPID, AND THE NEEDLESS
THE FINAL (PLAGUED) YEARS OF MANKIND

This is the title of a virtually unknown horror movie from the early 1970s (when the Vietnam War) was still going on that seems to be lost. Here are excerpts from a recently found (damning) film review:

Wow, what a silly movie.

I don’t believe it would be possible to make one sillier.
Concerning the future, it gives in one eddying concentration almost every possible foolishness, cliché, platitude, and muddlement about progress of science and society served up with a sauce of self-pity that is all its own.

It’s all about anonymous conspirators of brutal intelligence – may the be hippies, billionaires, or aliens or all of the three – who are going to accomplish the ultimate brain damage among their followers. They link them by a computerized mind, artificial intelligence so to speak that has total access to huge databases but renders those unhappy masses completely stupid and turns them into mindless zombies playing computerized games and in between killing each other: Only the stupidest calves choose their own butcher.

In this case, they elect a comedian from television to lead them. The guy has apparently ditched the hair dye and swapped his notoriously blonde hairdo for his natural silver shade: a hairspray labyrinth instead of mind. This man is a hunter of souls who sells all the souls to aliens or devils or to Deutsche Bank or to the Mafia (after the success of The Godfather, the mindless filmmakers could not leave it out!) and leads the people to destroy the symbols of democracy including the White House when, at the same time, they suffer not only a brain virus but a pandemic spreading – of all places – from Mao’s China! Two viruses for the price of one. What kind of absurdity is this?

A quaint smell of Mephistopheles is perceptible for a while. With a broomstick between their legs, the filmmakers celebrate Walpurgis Night and ride to the Brocken to kiss Satan’s ass. Never for a moment does one believe any of this foolish story; for a moment is there anything amusing or convincing in its dreary series of strained events. It is immensely and strangely dull. It is not even to be laughed at. There is not one good-looking nor sympathetic nor funny personality in the inept, hammy cast; there is, indeed, no scope at all for looking well or acting like a rational creature amid these mindless, imitative absurdities. The film’s air of having something grave to say is transparent pretense.

It’s a tepid horror movie about an unlikely dystopian future that despises mankind and all values of humanity. At the end of the movie, nobody survives as the stupid swarm out to welcome the disease and plague with open arms, without any protection and turning down each vaccine because it would cure them from their mental state. They are like lemmings.

Let’s hope that the brutal will never be joined by the stupid and the needless and that such absurdity, the figment of a screenwriter’s sick mind will never become the object of mindless future cultists who devour any trash.

Er wurde für seine Darstellung des Virus und des Comedian in Doppelrolle für den Goldenen Otto nominiert.



DEUTSCHE VERKEHRSMINISTER – WAS KANN MAN VON IHNEN LERNEN? by Martin Compart

DUMM

DÜMMER

AM DÜMMSTEN

…dass in der deutschen Politik extremste Inkompetenz, gepaart mit Dummheit und Verachtung der Bevölkerung, kein Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Karriere ist, so lange man nur brav den Lobbyisten unterwürfig dient.