Martin Compart


Für mich hatte sie eine Menge Ausstrahlungskraft by Martin Compart
8. September 2018, 7:24 pm
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Barbara Laugwitz, jetzt Ex-Geschäftsführerin von Rowohlt, wurde von den Hirnamputierten des Mutterkonzerns Holtzbrinck (zu dem auch Geschmacklosigkeiten wie Droemer gehört) gefeuert. Jetzt wird behauptet, sie habe zu wenig „Ausstrahlung“ gehabt – was immer das meint für die verklemmten Grauanzüge einer Konzernspitze.

Für mich hatte Frau Laugwitz eine Menge Ausstrahlung.

Denn sie hatte Rowohlt aus dem Tal der Tränen herausgeführt, in das der ehemalige Schröder-Helot und bisher lächerlichste Hamburger Bürgermeisterkandidat, Michael Naumann, den Verlag gestürzt hatte. Naumann – da ganz Schröder kompatibel – hatte den Verlag in die schwierigste Situation seines Bestehens geführt. Für seine Berufung waren natürlich auch die Holtzbrinck-Deppen zuständig.

Über den neuen Golf-Fahrer weiß ich nicht viel; schlimmer als Naumann kann er nicht sein.

Das Rowohlt seit Jahren wieder gut dasteht verdankt der Verlag einer verdammt guten Mannschaft und der intelligenten Geschäftsführung von Frau Laugwitz, die keine dümmlichen Bestseller für ein Idiotenpublikum schreibt, das nun vielleicht die neue Zielgruppe von Rowohlt werden könnte.

aus dem BUCHMARKT:

Rowohlt: Florian Illies wird neuer Verlegerischer Geschäftsführer

Florian Illies folgt auf Barbara Laugwitz
Florian Illies wird zum 1. Januar 2019 neuer Verlegerischer Geschäftsführer des Rowohlt Verlags. Gemeinsam mit Peter Kraus vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer, und Jürgen Welte, Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer, soll er den Verlag leiten und “programmatisch weiterentwickeln”. Barbara Laugwitz, seit 2014 in dieser Funktion tätig, hat Rowohlt sichtlich bereits verlassen. Mails an sie werden beantwortet, sie sei nicht mehr für Rowohlt tätig und die Mail werde nicht weitergeleitet – was auf eine harsche Trennung hindeuten lässt, die Dr. Joerg Pfuhl, CEO der Holtzbrinck Buchverlage aber deutlich milder formuliert: „Barbara Laugwitz hat in einem schwierigen Markt immer wieder große Erfolge bei Rowohlt verwirklicht. Ich bin für ihr unermüdliches Engagement sehr dankbar. Unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg haben uns am Ende zu dem Schritt einer Veränderung in der verlegerischen Leitung bewogen.“

Zur Berufung von Florian Illies sagt er, er sei ein ” seltener Glücksfall für Rowohlt. Er kennt die Buchbranche aus der Sicht des Autors ebenso wie als umfassend interessierter Journalist. Darüber hinaus bringt er unternehmerische Erfahrung aus seiner Zeit als Gründer der Zeitschrift „Monopol“ sowie als Geschäftsführer eines international tätigen Auktionshauses mit. Dies sind einzigartige Voraussetzungen, um mit dem motivierten Rowohlt Team die Zukunft des Verlags, der im Herbst nach Hamburg umziehen wird, erfolgreich zu gestalten.“
Florian Illies ist als Autor vor allem mit den Bestsellern 1913 (2012) und Generation Golf (2000) hervorgetreten. Er war unter anderem Leiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Zeit, wo er seit 2017 Mitglied des Herausgeberrates ist. Zuletzt war er Geschäftsführer und Leiter des Auktionshauses Grisebach in Berlin.

Die Strahlkraft eines defekten Handys hat Dr. -soviel Zeit muss sein -Joerg, mit e statt ö, nicht.

„Er war ein Einser-Betriebswirt un auch ansonsten von begrentem Verstande.“
frei nach L für Werbung ausgibt.udwig Thoma.

Nur eine Frage der Zeit, bis sich Dr. Joerg mit einer pfiffigen Idee In der „Höhle der Abzocker“ bei Maschmeyer andient. Denn auch sein Droemer-Konzept „Bücher für Idioten, die abba  lesen können“ ist endlich (noch vor seiner wohlverdienten Rente).

Der Dr.Joerg weiß schon, wie man eine Nachricht verkauft. Deshalb ist er auch ein wichtiger Player in einer Branche, die weniger umsetzt als die Waschmittelindustrie für Werbung ausgibt.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/rowohlt-autoren-reagieren-auf-rauswurf-barbara-laugwitz-15777150.html

https://www.sueddeutsche.de/kultur/geschasste-rowohlt-verlegerin-schon-wieder-eine-frau-rausgekippt-wie-abfall-1.4124393

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UNBEDINGT VORMERKEN! by Martin Compart
4. Juni 2018, 9:15 am
Filed under: MICK HERRON, NEWS | Schlagwörter: , , , ,

Seit Jahren warte ich darauf, dass ein deutscher Verlag endlich Mick Herron entdeckt und übersetzt. Seine Slough House-Serie ist wohl das aufregendste, was der jüngere Polit-Thriller zu bieten hat.

Nun hat sich Diogenes Herrons angenommen. Und damit besteht auch eine Chance, dass sie den Autor nicht nach schlechten Erstverkaufszahlen (damit muss man ein Qualitätsprodukt heute regelrecht kalkulieren) abservieren. Diogenes hat ja die Tradition, einem Autor treu zu bleiben, wenn sich der Verlag erstmal für ihn entschieden hat.

Der erste Mick Herron erscheint im August. Unbedingt vormerken!

Ebenfalls bei Diogenes erscheint im September die Noir-Road-Novel DODGERS, das Debut von Bill Beverly, von dem ich mir noch einiges erwarte.

Ein tolles Buch, das zu den Jahreshöhepunkten gehört. Stilistisch ein Genuss. Dazu ein schweißtreibender Drive.

Wer nur ein Buch im Monat liest, sollte im August und September durch diese Diogenes-Titel ausgebucht sein.



WAFFENINDUSTRIE FEIERT! DER DICKE JUNGE BLEIBT IM AMT! by Martin Compart
9. Februar 2018, 2:05 pm
Filed under: Ekelige Politiker, NEWS, SPD | Schlagwörter: , , ,

Der beliebteste deutsche Politiker:

Er wird auch weiterhin um die Welt stampfen, um neue Rekorde für den Verkauf deutscher Waffen zu erreichen. Auf das uns die Flüchtlinge nicht ausgehen  (ich habe schon früher darauf hingewiesen, dass die Waffenindustrie sämtliche Kosten für Flüchtlinge übernehmen müsse. Wieder ein klassischer Fall von „Profite privatisieren und Verluste sozialisieren“).

Und nicht die Weisheiten des Gurus Basil Zaharoff vergessen: Immer beide Seiten beliefern, das steigert Profit und Elend.

Und wenn er noch etwas an sich arbeitet, wird es ihm auch bald gelingen, neue Krisenherde zu eröffnen und alte besser zu befeuern.

Er wird diese Legislaturperiode sicherlich als Bewerbungsunterlage für KraussMaffei zu nutzen wissen. Die „asymmetrische Karriereplanung“ hat sich ja seit dem Tabu-Bruch von Martin Bangemann (FDP) und Proll-Gert Schröder (Noske-Partei)  unter „Spitzen“-Politikern als Regelfall durchgesetzt.



Abbitte an Markus Lanz by Martin Compart
8. Dezember 2017, 7:08 pm
Filed under: Deutsches Feuilleton, NEWS, Politik & Geschichte, Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter: , ,

Ich habe mich häufig negativ über den „Tiroler Skilehrer“ geäußert. Nach der gestrigen Sendung muss ich vieles zurück nehmen. Was sogenannte kritische Journalisten – vom SPIEGEL bis zur BÄCKERBLUME -nicht wollten oder nicht gelang, zeigte Lanz: Wie man einen Pudding wie den verachtungswürdigen Christian Schmidt an die Wand nagelt! Respekt, Herr Lanz. Da können Ihre Kollegen nach Hause gehen! Selten wurde ein politischer Idiot so dekuvriert!

Sehr geehrter Herr Lanz,

seit gestern bin ich ein temporärer Fan von Ihnen.
Werden Sie bald abgesetzt?
Grüße,
MC
P.S.: Machen Sie weiter so. Sie haben einem großen Publikum Ihre intellektuelle Überlegenheit gegenüber einem klein geistigen politischen Karrieristen demonstriert und damit Ihre „kollegen“ aus der politischen Journaille als das hingestellt, was sie sind.



Zum 75. von Hendrix by Martin Compart
27. November 2017, 6:56 pm
Filed under: MUSIK, Zu Unrecht vergessene Songs | Schlagwörter: , ,

„Ein Könner, Der Mann. Aber alles nur Rhythmus.“
Hausverwalter Seidl, 1979.



NEWS: HANNIBAL by Martin Compart
10. November 2017, 2:09 pm
Filed under: NEWS, Noir, TV-Serien | Schlagwörter: ,

HANNIBAL-DIE ARROGANTESTE TV-SERIE. Überlegungen dazu jetzt in meinem CRIME-TV-Blog:
https://crimetvweb.wordpress.com/2017/11/17/hannibal/

href=“https://martincompart.files.wordpress.com/2017/11/hannibal-episode-1-10-buffet-froid-hannibal-tv-series-34564066-4256-28321.jpg“>



NEWS: INSOLVENTER POLAR VERLAG UND DIE BEDEUTUNGSLOSIGKEIT DES FEUILLETONS by Martin Compart
27. September 2017, 9:50 am
Filed under: Deutsches Feuilleton, Rezensionen | Schlagwörter: , , ,

Was das konzeptionell ungeschickte Crowdfunding des Polar Verlages vermuten ließ (keine 3000 € von anvisierten 50000€), hat sich bestätigt: Die Finanzdecke war für das Unternehmen zu dünn.

Ich kenne mich aus, bin ich doch Anfang der Nullerjahre zusammen mit Werner Fuchs und Bernd Holzrichter mit dem Unternehmen STRANGE-Verlag, da der Cashflow zu langsam floss (ein Problem für alle Kleinverlage), selber gescheitert. Und das bei inhaltlich und äußerlich höchster Qualität. Wir haben den Laden damals aber einfach nur zu gemacht und sind ohne Verluste aus der Sache rausgekommen.

Interessant am Scheitern von Polar ist für mich ein anderer Aspekt:

Kaum ein Krimi-Verlag wurde von Kritikern und Feuilletonisten so gehätschelt wie der Polar Verlag. Ausgehend von der Wörtche-Maier-Clique, die man auch in die Verlagsarbeit eingebunden hatte, wurde der Verlag mit Rezensionen geradezu verwöhnt und überschüttet. Man galt als Darling der Crime-Szene. Aber das nutzte nicht, um genügend Bücher zu verkaufen um das Unternehmen profitabel zu machen.

Das bedeutet: Rezensionen in Print-Medien haben heutzutage so gut wie keine Bedeutung mehr um potentielle Käufer zu erreichen.

Eine Entwicklung, die ich schon seit Jahrzehnten zunehmend beobachte: In den 1980er Jahren reichte eine winzige Rezension – im PLAYBOY(!) etwa – aus, um einen – beispielsweise – Jim Thompson bei Ullstein nachzudrucken.

Mit zunehmender Medienverdrossenheit (Propaganda- oder Systemmedien) und zunehmenden Internet lässt die Verbreitung, und vor allem die Akzeptanz, des Print-„Journalismus“ gewaltig nach. Das Klientel-Feuilleton funktioniert nur noch eingeschränkt bei Sujets, die sich bereits durchgesetzt haben und dies nur in einem äußerst geringen Rahmen.

Hinzu kommt noch die häufig bescheidene Qualität: Inzwischen findet man bei den Leserbesprechungen auf AMAZON (die weitaus mehr credibility genießen) häufig höheres Niveau als bei den Berufsfeuilletonisten (wie immer gelten natürlich auch für diese Beobachtung die Ausnahmen, die die Regel bestätigen).

Im Netz gibt es inzwischen so viele Crime-Blogs, das fast jeder Leser einen entsprechenden findet, der seine speziellen Vorlieben bedient.

P.S.: In den 1970er Jahren wählte ich meine Kino-Besuche häufig danach aus, ob der Film in der ZEIT negativ besprochen war. Nicht einmal das funktioniert heute noch fürs Print-Feuilleton.

Aber auch die Buchverkäufe über das Fernsehen funktionieren nicht mehr in derselben Größenordnung wie einst während des LITERARISCHEN FEUILLETONS „unter“ Reich-Ranicki. Das liegt sicherlich zum Teil an Moderatoren wie Susanne Fröhlich oder den 3SAT-Besserwisserinnen mit der geistigen Strahlkraft batterieloser Taschenlampen, aber nicht nur an ihnen:
Denn die Konzepte dieser „über Bücher quatschen“-Sendungen sind noch dämlicher als die Sendezeiten. Die Produktion ist allerdings billiger als ein Autorenbesuch des dicken Jungen in DRUCKFRISCH.

Trotzdem kann das Fernsehen noch immer Bücher auf die Bestsellerliste bringen. Und das kann das Print-Feuilleton schon lange nicht mehr. Ersteres ist zutiefst bedauerlich.


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