Martin Compart


WEISE WORTE by Martin Compart
15. Dezember 2017, 7:01 pm
Filed under: Dr. Horror, Weise Worte | Schlagwörter: ,

„Der Kapitalismus hat viel von seiner Leichtigkeit verloren.“

Dr. Horror

Ohne Kapitalismus hätte ich doch keine Chancengleichheit, sagt ein zufriedener Amazon-Kunde.

Zum Glück stirbt er und kann nicht als Wirtschaftsflüchtling aktiv werden. Der Markt regelt das.

Begraben wird man ihn nicht, denn der Boden wird von europäischen Konzernen nach Bodenschätzen durchwühlt. Die bezahlen das mit Schweizer Chalets und Nummernkonten für die paar Mächtigen im Land.

Außerdem ist Afrika mit Monokulturen vollgestopft, die eine autonome Versorgung behindern und den Markt für Überschussdreck aus der EU öffnen.

Einen Teil des Geldes müssen diese aber einem Schwester-Konzern überlassen, der ihnen dafür zu günstigen Konditionen Waffen liefert, die sie im Kampf gegen Rebellen, die man mitgeliefert bekommen kann, einsetzt.

Oh, Gott! Was für eine primitive Kapitalismuskritik!
Wie die Deutsche Bank im Einvernehmen mit Adolf Hitler weiß: Nicht jeder Aktionär kann überleben.

Der Kapitalismus braucht bekanntlich keine Demokratie.
Kann eine Demokratie langfristig den Kapitalismus aushalten?
Die Indizien sprechen dagegen.

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MONTINI – AUSZUG AUS HITLER IM WELTALL von Rolf Giesen by Martin Compart
13. November 2017, 4:34 pm
Filed under: Dr. Horror, Drehbuch, Film | Schlagwörter: , , , , ,

LESEPROBE aus der Erzählung

HITLER IM WELTALL

Ein Film-Roman
von Rolf Giesen

Ähnlichkeiten mit lebenden und toten Personen sind möglicherweise nicht immer rein zufällig. Der Ich-Erzähler, ein Mann mit Namen Fick, der inzwischen unter der Erde liegt, ist dennoch hundert Prozent fiktiv. Er hat an der Filmhochschule der ehemaligen DDR studiert und ist dann, nach seiner Übersiedlung in den Westen, sprichwörtlich unter die Räder gekommen. Jetzt bemüht er seine alten „Kontakte“, damit er nicht vom Pfandflaschensammeln leben muss.

Als E-Book erschienen im
APEX-VERLAG
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Montini, die Lollo und Hitlers Telefonnummer

Die Wende holt den Ich-Erzähler in West-Berlin ein:

Auf einem Empfang der Berlinale – ich stand gerade mit meiner Lollo, die gedroht hatte, auszupacken über mich, wenn ich sie nicht zu den Filmfestspielen mitnähme, ich stand also mit meiner Nilpferd-Schönheit am Buffet – da fühlte ich verächtliche Blicke in meinem Rücken. Leute, die ich von früher aus dem Studio kannte, erwiderten meinen Gruß nicht mehr, gingen mir sogar aus dem Weg. Gut, so musste ich nicht meine ständig mäkelnde Lollo vorstellen. Ich schob mir ein Brötchen in den Mund und spülte, etwas zu hastig, mit Rotwein nach, als mir jemand unerwartet auf die Schulter klopfte. Schon hatte ich einen Rotweinfleck auf meiner weißen Weste.

Es war Pralines schärfster Konkurrent, der noch am Leben und inzwischen aus Rom zurückgekehrt war. Er war ein gläubiger Katholik und stammte aus Münster, wo ihn seine Mutter schon auf dem Bischofsstuhl sah. Darum nannten sie ihn in Rom auch nur Montini, nach dem Montini-Papst, der für andere der Pillen-Paul war. Einige unter den Älteren werden sich vielleicht noch erinnern. Montini hatte in Rom mit zweifelhaften deutschen Anlegergeldern und Mafia-Verbindungen Hannibals Zug über die Alpen verfilmt und wegen Überziehung des Produktionsbudgets um 20 Millionen Mark um ein Haar das europäische Completion-Bond-System gesprengt.

Auch Montini war ein Sportler, ganz so wie ich. Das machte uns auf Anhieb sympathisch. Aber im Unterschied zu mir hob er in seinem privaten Fitness-Studio auch noch Gewichte. Ansonsten lebte er nach der Devise: Nur Bares ist Wahres! Ich ahnte damals nicht, dass er genauso abgebrannt war wie ich und dringend wieder flüssig werden musste. Die Mafia saß ihm immer noch im Nacken, auch wenn er jede Verbindung bestritt und ins Reich der Dichtung verwies. Auch ich schwor, dass es mir gut gehe und ich die Flut von Angeboten und Aufträgen gar nicht bewältigen könne.

Nachdem wir eine Weile über die verblichene Praline geschimpft und überhaupt über die Filmindustrie und ihre Partizipanten gelästert hatten, fragte mich Montini, ob ich was Geeignetes für ihn auf Lager hätte, eine Geschichte, ein Drehbuch oder so. Ich wusste, einem wie ihm konnte ich nur mit etwas ganz Abgefahrenem kommen.

Wir verabredeten uns für den nächsten Tag standesgemäß in der Paris-Bar, wo Monti alle duzte. Wir bestellten Martini.
Ich hatte eine Geschichte vorbereitet, aber erst einmal musste ich mir Montis Erfolgsgeschichte anhören. So wie er es sah, hatte er Filmgeschichte geschrieben. Gerade sei er, erzählte er mir, an den Rechten von den Nibelungen dran.
„Aber die Nibelungen sind doch rechtefrei.“
„Wo denkst du hin! Nicht die Urgeschichte!! Die Version von Böll natürlich!!!“
„Böll hat eine neue Fassung der Nibelungen geschrieben?“
Ich sah ihn ungläubig an, aber sein bestimmter Gesichtsausdruck signalisierte mir, dass er keine Nachfragen zuließ, und Böll konnte man nicht fragen, weil der schon seit ein paar Jahren wie ich jetzt unter der Erde lag.
„Ich habe da auch eine Geschichte.“
„Lass hören.“
[…]

Ich hatte erfahren, er wolle etwas über den Vampir von Hannover, einen Film über den Serienkiller Fritz Haarmann machen.
„Als Haarmann sich in Hannover umtrieb, gleich nach dem Ersten Weltkrieg, da war die Leine voller Leichen“, behauptete er.
Das war eine stupende Prämisse.
[…]

„Sag mal“, fing ich an, „du willst von den verheerenden, rechtlosen und zügellosen Verhältnissen in Hannover nach dem Krieg erzählen.“
„Das ist der Background, ja. Da wurden die Leute umgebracht schon wegen Nichtigkeiten: Kleidung, eine Hose. Wegen nichts hat der Haarmann gemordet. Heute ist es ja nicht viel anders. Das war ein Schlächter, ein Kannibale.“
„Aber er war nicht allein.“
„Nicht allein? Wie meinst du?“
„Der hatte einen Komplizen.“
„Na ja, aber gemordet hat er.“
„Nicht unbedingt er allein. Du weißt doch, was er über den Hans Grans erzählt hat. Der Haarmann hat seinen Freund Grans in den ersten Verhören doch richtig schwer belastet. Ich glaube, der Grans war der Mastermind und der Haarmann nur sein gestörtes Faktotum. Grans war der Spiritus rector der abscheulichen Verbrechen.“ Ich zitierte aus dem Haarmann-Lied:

„In Hannover an der Leine,
Rote Reihe Nummer 8,
wohnt der Massenmörder Haarmann,
der schon manchen umgebracht.
Haarmann hat auch ein‘ Gehilfen,
Grans hieß dieser junge Mann.
Dieser lockte mit Behagen
alle kleinen Jungen an.“

Montini wurde hellhörig.

„Monti“ – sagte ich, ich gebrauchte die Kurzfassung seines Namens – „weißt du, Monti, wann dieser Grans gestorben ist?“
Montini sah mich an.

„1975. In Hannover. Er war 74 Jahre alt. Und verheiratet. Und nur ein Lokalreporter hat ihn jemals interviewt, bei Kaffee und Kuchen, schön kleinbürgerlich. Nicht Stern, nicht Spiegel oder Focus, nicht die FAZ oder die Süddeutsche, nein, ein Lokalblättchen. Das ist alles. Der Reporter lebt noch. Er ist halbblind, aber sein Gedächtnis funktioniert immer noch prima. Ich hab ihn angerufen.“

„Du hast mit ihm gesprochen? Was hat er gesagt?“

„Er beschreibt Grans als sehr intelligent. Der hatte sich auf das Interview vorbereitet und wollte seine Version der ganzen Geschichte darstellen. Seine Frau musste während des Gesprächs das Wohnzimmer verlassen. Die wusste von nichts. ‚Haarmann hat mein Leben verpfuscht‘, hat er angefangen. Nicht um das Leben der Opfer ging es ihm, sondern nur um sein eigenes armseliges Leben. Er saß ja im KZ, wo es ihm aller Wahrscheinlichkeit nach nicht schlecht ging…“

„Es ging ihm nicht schlecht? In einem KZ?“

„Den Umständen entsprechend. Denn da konnte er seinen sadistischen Trieben nämlich ganz legal freien Lauf lassen. Eigentlich war er da ganz richtig. Na, fällt der Groschen?“
Montini schien nicht ganz bei der Sache, aber so viel verstand er: „War wohl Kapo gewesen.“

„Du sagst es. Hat die armen Schweine gedemütigt und verprügelt. Nach dem Krieg soll er geradezu empört gewesen sein, dass die britische Militärregierung ihn, das ausgewiesene KZ-Opfer, noch einmal einsperren ließ. Der Artikel erschien am 19. Juni 1974, und damit hatte es sich. Zeitlebens ist er als Opfer durchgekommen, dabei war er doch der Anstifter der Morde. Drei Welten hat er schadlos überstanden: die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus im KZ, das nur für ihn allein ein goldener Käfig war, und die Bundesrepublik.“

Montini überlegte.

Ich stand auf, um mich zu verabschieden. Er hatte mir nichts zu trinken angeboten: „Soll ich dich anrufen?“

„Ich ruf dich an“, sagte er.

Auf den Anruf wartete ich vergeblich, wochenlang.
Schließlich las ich in einem Branchenblatt, dass Montini Development-Förderung für ein Filmprojekt Der zweite Mann bekommen hatte, in dem es um die Geschichte des Haarmann-Hintermanns Hans Grans gehen sollte.

Empört rief ich Montini an:
„Das war meine Geschichte.“
„Was war deine Geschichte?“
„Die Sache mit Haarmann und Grans. Ich hab’s gerade gelesen.“
„Momentchen, jetzt werd mal nicht frech, Fick, das Haarmann-Projekt hatte ich schon auf dem Radar, bevor du deinen Riechkolben reingesteckt hast.“

Angriff war bekanntlich die beste Verteidigung.

„Haarmann vielleicht, aber nicht Grans. Du musst mich als Autor nehmen. Die Kohle steht mir zu. Das war meine Idee.“
„Ich muss gar nichts, und dir steht auch nichts zu. Und es war auch nicht deine Idee. Und die Option an der Grans-Geschichte hab ich mir gesichert. Ich hab nämlich diesen halbblinden Journalisten aus Hannover besucht und hab seine Unterschrift. Der Deal ist perfekt. Ich hab schon zwei Giallo-Spezialisten aus Italien rangesetzt. Die kommen aus der Dario-Argento-Ecke. Und vielleicht führt der Dario ja auch Regie. Oder der Paul.“
„Der Paul?“
„Paul Verhoeven. Unter einem wie Paul mach ich’s nicht.“
Ein Wort gab das andere.
„Jetzt reg dich endlich ab. Ich will dir ja was geben.“
„Geld?“, fragte ich unschuldig.
Er sah mich mitleidig an: „Etwas viel Besseres. Eine Geschichte, die wir noch vor den zwei Aasgeiern Haarmann und Grans drehen. Natürlich nehm ich dich rein bei Grans. Aber erst machen wir ein paar Fingerübungen, was, Alter? Überschaubares Budget. Nur freie Natur und gute Luft. Sag mal, führst du auch Regie?“
„Ich hab Regie studiert.“
„Du hast Regie in der Zone studiert. Das ist etwas anderes.“
Ich erklärte ihm, dass ich durch meine regelmäßigen Kinobesuche auf dem Laufenden sei und dass ich ihm Action pur liefern könne.
„Das wird ein Actionfilm, über den wird Deutschland, was sage ich: über den wird Europa sprechen.“

Das gefiel mir. Ich war schon immer für Europa: Europa prima! (Leider hatte mir diesen werbewirksamen Slogan niemand abkaufen wollen.)



DR.HORROR operiert am offenen Herzen. Diesmal: BLADE RUNNER 2 by Martin Compart
8. Oktober 2017, 11:47 am
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BLADE RUNNER 2049

Etwa 30 Filme sind es, die weltweit eine Milliarde Dollar und mehr eingespielt haben. Wir nennen sie Blockbuster: Renner, Hammer, Kassenschlager, Knüller. Das ist kein neues „Genre“, das ist amerikanische Marktmacht pur. Zwar sind einige dieser Filme mit chinesischem, früher auch mal deutschem Geld co-finanziert, aber das Copyright ist in der Regel US-amerikanisch. Disney hat wie wild entsprechenden Content für die nächsten eingekauft: Star Wars, Lucasfilm, Marvel. Warner bemüht Superman, Batman, Wonder Woman, Steven King (Es).

Die gesamte intellektuelle Reserve der amerikanischen Comic-Nation wird auf die Leinwand geknallt: The Last Stand. Aber was kommt danach? Was kommt, wenn die Blockbuster nicht mehr so funktionieren, wie man es von ihnen erwartet, und sie nicht mehr eine Milliarde Dollar und mehr einspielen? Was kommt nach der vollen Dröhnung auf allen Kanälen?

Nun, dann kommt die Zukunft.

Dann kommt das Jahr 2049. Die „Fortsetzung“ von Blade Runner. Der erste Blade Runner spielte nächstes Jahr, im November 2019. So stellten wir uns vor 30 Jahren die Zukunft vor. 30 Jahre sind ja keine Zeit.

Natürlich wird es mit den Blockbustern noch Jahre weitergehen, aber nun, nachdem ich Blade Runner 2049 gesehen habe, habe ich das Gefühl, das Ende der Fahnenstange ist in Sicht.

Die Grenzen des Wachstums sind auch im Kino spürbar. Früher gab es, der religiösen Einkehr wegen, vielleicht mal alle drei Jahre einen Monumentalfilm: Quo Vadis, Das Gewand, Ben Hur, Cleopatra (ein Desaster an der Kinokasse), Die Bibel (gezeigt wurde nicht mal die halbe) und abschließend, als das Rennen schon vorbei war, Artur Brauners in Rumänien und Spandau produzierter Kampf um Rom in zwei Teilen. Dann war es aber auch gut. Heute gibt es jede Woche einen neuen Blockbuster, mit oder ohne Darm, mit oder ohne Brille. Die mit digitalen VFX vollgepumpten Dinger graben sich mittlerweile selbst das Wasser ab.

Über das Jahr 2049 erfahren wir in der Fortsetzung weniger als im Original von 1982 über das kommende Jahr, sozial schon gar nichts. Nur dies: Ohne Maschinen, ohne Androiden und Replikanten geht gar nichts mehr. Die Menschheit ist längst verblödet. Die bange, noch nirgendwo gestellte Frage steht im Raum: Hat die Maschine den Menschen überholt?

Wenn ich mich in der Berliner U-Bahn zum Preis einer Fahrkarte unter Smartphone-Nutzern umsehe oder mal zu RTL2 zappe, scheint das leicht vorstellbar. Blade Runner 2049 setzt noch eins drauf: Können Replikantinnen Kinder bekommen? Ryan Gosling (La La Land) als Officer K ermittelt. Damit es überhaupt etwas mit dem „ersten Teil“ zu tun hat, kehrt auch Harrison Ford als gealterter Rick Deckard zurück, ein Darsteller übrigens, der jede Rolle gleich spielt: Because without Harrison, there was no movie. Jetzt haben wir aber genug verraten. Ist auch Deckard ein Replikant oder wie oder was? Viel mehr passiert in der werbefilmwirksam fotografierten Bilderwelt in 150 Minuten nicht. Das Ganze hätte man bestimmt auf 80 Minuten Länge kondensieren können.

Genug verraten, denn in einem Einladungsschreiben zur Pressevorführung ermahnt mich der Verleih: Wir ersuchen Sie mit Nachdruck, in Ihren Berichten aus Rücksicht auf die Kinogänger keine wichtigen Handlungsstränge zu verraten… Mobiltelefone, Kameras und sonstige Aufnahmegeräte müssen an der Garderobe abgegeben werden.

Wichtige Handlungsstränge?

Habe ich nicht wahrgenommen. Hätte ich nur auch meinen Verstand an der Garderobe abgegeben.

Die Zukunft, möchte man mit dem weisen Karl Valentin sagen, war früher auch mal besser. Heute ist sie unberechenbar. Da wagt sich kein Autor, der auf sich hält, mehr ran. Es fehlt an couragierten utopischen Autoren: Kein neuer Lem, kein neuer Galouye, kein neuer Philip Dick in Sicht? Frank Schätzing? Hm…
In der Presse lese ich über Denis Villeneuves Film: Blade Runner 2049 Is An Exquisitely Made Disappoinment. – An Overlong, Underwhelming Sequel. – Jaw-Dropping Style [sic!] but Too Little Substance.

Er spricht Recht, wo das Gesetz nicht hinkommt.
Richter Gnadenlos ist Charles Bronson
in
EIN MANN SIEHT BRAUN

Das nächste Mal drehen wir eine Forsetzung von Ein Mann sieht rot in Deutschland. Oder: Ein Mann sieht braun. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch. (Brecht) Und für die Hauptrolle – weil Til Schweiger nicht in Charles Bronsons Galoschen passt – holen wir „Richter Gnadenlos“ aus Rio zurück, Der spielt auch für eine Million weniger als Harrison Ford…

Rolf Giesen



DR.HORROR über FAUSER by Martin Compart
2. September 2017, 9:56 am
Filed under: Dr. Horror, JÖRG FAUSER | Schlagwörter: ,

Rolf und Jörg kannten sich gut. Nicht nur aus der gemeinsamen TIP-Redaktion, sondern auch von häufigen Streifzügen durch das Nachtleben. Rolf gibt jetzt einen ersten Einblick, wie er Fausers Berliner Jahre erlebt hat.

Rolf Giesen im Fauser Wiki

http://joerg-fauser.de/mw2/index.php?title=J%C3%B6rg_Fauser_Wiki#Berliner_Zeit_-_Schlangenmaul_-_Rohstoff



DR:HORROR: SPD oder DIE VOLLE ERDMÄNNCHEN-POWER by Martin Compart
25. Mai 2017, 3:24 pm
Filed under: Dr. Horror, SPD | Schlagwörter: , ,

Unsere Welt befindet sich in Schräglage (Stephen Hawking meint, dass wir in absehbarer Zeit diesen Planeten so ruiniert haben werden, dass wir ihn wechseln müssen – und dann vielleicht auch noch das Universum in Unordnung bringen).

Aber nicht nur die Welt. Für die, deren Herzen links schlagen (und das tun sie wohl bei den meisten), kommt es daher nicht überraschend, dass sich auch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in einer Schräglage befindet und kurz vor dem Abdriften in die Bedeutungslosigkeit ist.

Sankt Martin, der abgebrochene Buchhändler und gelernte Europapolitiker aus Würselen, war dann doch nicht der erwartete Messias, der die SPD mit starkem Griff an Nahles‘ Haarschopf packt und sie aus dem Sumpf herauszieht, in den sie Scharping, Schröder, Platzeck, Beck, Gabriel und die politisch verantwortlichen Bauherren des Hauptstadtflughafens hineinbugsiert haben.

Wie heißt es doch so schön: Vor dem Jüngsten Gericht werden viele falsche Propheten auftreten und zahllose brave Steuerzahler irreführen.

Schulz aber hat als Bauernfänger nicht viel Zugkraft.

Die SPD braucht schon Führungskraft, die medienwirksam ist.

Warum nicht ein possierliches Tier? Mehr als Schulz und seine Führungsriege kann so ein Streicheltier auch nicht falsch machen. Wenn die AfD schon mit einer sprechenden Dackelkrawatte wirbt…!

Leider ist der Murmeltiertag schon besetzt und wird in den USA gefeiert, aber ich habe im Netz recherchiert und herausgefunden, dass es um Würselen herum ein Erdmännchen-Gehege gibt.

Ich gehe gern in den Zoo und lasse mich von diesen netten kleinen Gesellen unterhalten. Die Erdmännchen sind richtig lustig, ich würde so eins auch ohne Parteiprogramm an der Spitze deutscher Politik gut finden.

Erdmännchen gelten als sehr gesellig, ganz so wie die Genossen von der SPD. Sie fressen darüberhinaus die lästigen Insekten weg und reißen Skorpionen schon mal die Stachel aus. Das können normale SPDler nicht. (Hillary Clinton ist so ein Skorpion, den niemand unterschätzen sollte, aber irgendwie, habe ich erfahren, hat sie es gegen den Mann vom Trump Tower nicht geschafft.) Sie sind also nicht nur niedlich, sondern auch nützlich. Vor allem können sie auf zwei Beinchen ihren Mann stehen.

Ein Erdmännchen namens Schulz würde vor den Kameras eine passablere Figur abgeben als der echte und der SPD mehr Prozentpunkte bringen. Die Kinder würden es süß finden. Jedes Kind bekäme von der SPD so eine Erdmännchen-namens-Schulz-Plüschfigur geschenkt.

Aber wenn es nun doch mal programmatisch werden müsste? Null Problemo, befinden wir uns doch im digitalen Zeitalter! So können wir auch die Mundphasen von Erdmännchen digitalisieren und, mit Schulzens Stimme unterlegt, mehr soziale Gerechtigkeit und Sicherheit über 1984 hinaus fordern lassen. Das gäbe dann immer ein großes Hallo.

Schulz sagte bei Maischberger: „Gerhard Schröder war ein großer Bundeskanzler.“

Das Erdmännchen könnte auch ein Liedchen singen, das mit diesem Gesicht endlich wieder in die Charts eingehen würde: Wann wir schreiten Seit‘ an Seit’…

Und es gibt genug Erdmännchen, sie gehören ja nicht zu den bedrohten Tierarten, so dass auch noch zwei für die Grünen abfallen: ein Erdmännchen namens Cem und ein Erdweibchen, das Karin, die, wie nur böse Zungen behaupten, langweiligste Frau Deutschlands, ersetzen könnte.

Einer rot-grünen Koalition mit einem Erdweibchen und zwei Erdmännchen an der Spitze würde ich im September meine Stimme geben. Versprochen. Ehrensache.



DR.HORROR HAT WIEDER ZUGESCHLAGEN! by Martin Compart
10. April 2017, 1:02 pm
Filed under: Dr. Horror, E-BOOKS, Nazi | Schlagwörter: , ,



DR.HORROR: Das ungeheuer vielfältige Europa trotzt einer standardisierten Welt by Martin Compart
23. März 2017, 9:24 am
Filed under: Dr. Horror, Film | Schlagwörter: , ,

Eine kleine Betrachtung aus Anlass von Cartoon Movie, Bordeaux 2017

Das, was wir kulturelle Vielfalt nennen, wird immer wieder besonders hervorgehoben, wenn es um den Reichtum künstlerischer Ausdrucksformen in Europa geht.

Das konnte ich beim Besuch von Cartoon Movie, dem Branchentreff europäischer Animationsfilmproduzenten in Bordeaux, wo reichlich neue Projekte vorgestellt wurden, Anfang März feststellen: Mit amerikanischer Animation verbinden wir in der Regel Disney und Pixar, mit Japan die Anime, und wir wissen in etwa, wenn wir eine Kinokarte erwerben, was uns ästhetisch bevorsteht, aber mit dem europäischen Animationsfilm verbinden wir eigentlich: gar nichts. Allenfalls erleben wir eine kuriose, gegenüber den Amerikanern unterbudgetierte Artenvielfalt, die letztlich in einer digital standardisierten Welt nicht mehr als das Fehlen einer wiedererkennbaren Handschrift signalisiert.

Es gibt keinen europäischen Stil im Film.

Ich löse kein Kinoticket, um einen europäischen Animationsfilm zu sehen.
Der beste Ausdruck europäischer Animation ist immer noch in der frankobelgischen Comic-Welt zu finden. Ihre Beiträge wenden sich häufig gerade nicht an die Kleinsten, sondern an ein erwachsenes Publikum. Ich weiß also, was ich für mein Geld bekomme.

Auch die spanischen Animationsfilmer haben eine bestimmte Bildsprache entwickelt. Sogar ein achtbares Projekt über Luis Bunuel ist darunter.

Auch einige irische Produzenten liefern etwas in einer eigenen irischen Zeichnung. Das ist es dann aber auch.

Erstaunt hat mich innerhalb der Vielfalt ein portugiesisch-polnisches Projekt, eine moderne Interpretation des „Wunders von Fatima“ (Titel: Fatima and the Secret Treasure), angeblich zu 90 Prozent finanziert und vom Vatikan für gutgeheißen. Diesen computeranimierten, gottgefälligen Film, wenn er fertig ist, sollen sich nach dem Wunsch der Produzenten Katholiken in aller Welt ansehen. Auf diese Weise könnte man ja gut und gerne Star Wars überflügeln.

Die Spezies deutscher Animationsfilm zeichnet sich dagegen in der Regel durch oberflächlich kommerzielle Naivität für Vorschulkinder aus und weicht darin eklatant vom „europäischen Trend“ ab. Zu Ostern gibt es in den deutschen Kinos im Nachmittags- und nicht im Abendprogramm die Häschenschule. Und demnächst auf dieser Leinwand vielleicht Luis & The Aliens der Brüder Lauenstein, der auch nicht europäisch aussieht, eher ein wenig wie Pixar. Aber nur ein wenig.

Rolf Giesen