Martin Compart


„WIR UND DAS KLIMA“ von DR.HORROR by Martin Compart
26. September 2019, 8:30 am
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Alle reden vom Wetter. Wir nicht…

lautete im Herbst 1966 der Slogan der Deutschen Bundesbahn.

Gegen das Wetter können wir relativ wenig tun, sagt ein halbes Jahrhundert später der Kopfschmerz-Experte der Berliner Charité im Frühstücksfernsehen mit Blick auf Patienten, die über Migräne bei Wetterwechsel klagen.

Da kann man entweder wie die AfD Wetter und Klima ignorieren und, wie Herr Gauland, Allzweck-Unterwäsche tragen: Wie das Wetter auch wird für unser Klima: Medima, Medima. Man kann, laut Beatrix von Storch, ja auch der Sonne nicht verbieten zu scheinen. Und, möchten wir ergänzen: dem Regen nicht zu regnen. Dem Sturm nicht zu stürmen. Und dem Nebel nicht zu vernebeln. Da kann man nichts machen. Das ist sozusagen höhere Gewalt und kann nicht eingeklagt werden. Karsten Hilse, AfD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag, Polizist aus Hoyerswerda (!), wehrt sich gegen, wie er wohl meint: pseudowissenschaftliche Urteile über den Klimawandel: „Bis zu Zeiten von Kopernikus sind 100 Prozent davon ausgegangen, dass die Erde im Mittelpunkt steht. Bis 1930 sind 100 Prozent aller Wissenschaftler davon ausgegangen, dass es keine Kontinentaldrift gibt. Also kann sich auch die Mehrheit [der Wissenschaftler] quasi irren.“ Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Der Ball ist rund, also ist es auch die Erde. Da ist für jeden etwas drin. Es ist wie der Wetterbericht in den Lokalnachrichten: mal so, mal so, etwas Sonne, etwas Regen, auch Wind dabei, Sturmböen am Abend nicht ausgeschlossen. Schauen Sie am besten aus dem Fenster. Wenn es schön ist, ist es schön, und wenn es schlimm kommt, erwischt es uns arg.

Die Bundesregierung packt in der Zwischenzeit Pakete: Klimapakete. Sie setzt Steuern gegen den Klimawandel ein, da wird das Klima ja wohl ein Einsehen haben müssen. Diese Klimapakete erinnern irgendwie an die Ablassbriefe des 15. Jahrhunderts.

Noch einmal O-Ton Karsten Hilse, der sich wie Pig Brother Trump auf die Fake-News aus den Laboren einschießt: „Und außerdem ist Wissenschaft keine Demokratie, sondern basiert auf wissenschaftlichen Fakten und nicht auf Mehrheitsverhältnissen.“ Am besten, wir stellen beides zur Disposition: Wissenschaft und Demokratie.

Ein Planet wird geplündert, hieß 1975 ein Beststeller des vergessenen CDU-, GAZ- und ÖDP-Politikers Herbert Gruhl. Der konservative Gruhl sah aufgrund von Überbevölkerung eine „Menschenlawine“ auf uns zukommen, und auch Wolfgang Schäuble erwähnte in einer sonst belanglos schwäbelnden Rede am 12. November 2015, der ich beiwohnte, mit einem Mal die Gefahr von Lawinen: „Lawinen kann man auslösen, wenn irgendein etwas unvorsichtiger Skifahrer an den Hang geht und ein bisschen Schnee bewegt.“ Mit den Lawinen meinte er Menschenlawinen und mit dem unachtsamen Skifahrer die Frau Bundeskanzlerin. Da könnt ihr zehn Meter hohe Mauern bauen in Europa, wenn ihr uns wirtschaftlich hängen lasst: Wir kommen, drohte ein afrikanischer Ökonom in einem Dokumentarfilm über das, was man gewiss nicht essen kann, zumal es schon virtuell ist: das Geld.
Gewiss stellt eine Erhöhung der Weltbevölkerung, wie die Amerikaner zu sagen pflegen, eine echte Herausforderung dar. Irgendwann werden es neun Milliarden und zum Ende des Jahrhunderts über zehn sein, und die müssen ernährt werden. Das ist genug Stoff für zwei Planeten von irdischer Dimension. Trumps Lösung: McDonalds- oder Burger King-Franchise weltweit. Das ist auch nicht besser als Solyent Green. Globalisierung made in USA. In Japan haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, menschliche Fäkalien zu recyceln und in Nahrung rückzuverwandeln. Soylent Brown nannte das mal jemand im Internet.

Wir schaffen das auch ohne Galactus.

Scheiß der Hund drauf! Wenn es nach Politikern wie Trump geht, werden wir alle zu „Klimasündern“. Tanz auf dem Vulkan. Nach uns die Sintflut. Das Klima werden die, die nach uns kommen, schon richten. Puerile Science Fiction hatte in solchen Fällen immer schon eine Wunderwaffe parat. Zum Beispiel könnten wir mit Warpgeschwindigkeit die Menschheit auf andere Planeten umsiedeln. Oder Teile davon. Oder wenigstens einen klitzekleinen Teil in einer Raum-Arche oder so. Oder die Erde selbst zu einer Raumarche machen wie in der Dystopie des Chinesen Cixin Liu. Im Universum können wir uns dann ja grenzenlos vermehren und unseren Schmutz in die Milchstraße kippen. Und wenn es nicht körperlich geht, vielleicht können wir es digital realisieren und uns selbst entkörperlichen, durch Virtualisierung im Netz oder so. Dann wäre schön viel Platz für die Trumps dieser Welt, denen dann die Freeways gehören. Auch die Kriege der Zukunft finden ja nur noch virtuell statt: als CyberWars.

Eine andere Idee der Science Fiction waren die kleinen grünen Männchen.
Sie konnten nach Meinung der Autoren nur vom Mars oder sonst woher kommen. Wenn sich nun aber irgendwann, in ferner, naher Zukunft, die Grünen mit den Braunen paaren…? Ist die Zeit wieder reif für drastische Maßnahmen? Wenn schon eine Diktatur, sagt ein im Fernsehen Befragter, dann bitte: hart, aber herzlich. Also nicht ganz so wie bei Adolf, aber man wird ja wohl mal drüber reden dürfen. Wie diese ehemalige Tagesschau-Sprecherin: „Es war eine grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat“, aber: „Was gut war, das sind die Werte, Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt.“ Und hat nicht auch die Diskussion um erneuerbare Energie, wenn man genau hinsieht, eine Geschichte, die in die Abgründe der Nazizeit hineinreicht?

Braucht es nicht – Zitat: eine „Mobilisierung wie in Kriegszeiten“, um dem Klimawandel die Stirn zu bieten?
LET’S WIN THE WAR ON WARMING, überschreibt Bill McKibben einen Artikel im US-Magazin “New Republic” und spricht von der Herausforderung wie vom Dritten Weltkrieg…

The question is not, are we in a world war? The question is, will we fight back? And if we do, can we actually defeat an enemy as powerful and inexorable as the laws of physics?



DR,HORROR – der letzte Aufklärer – erklärt die Welt by Martin Compart
7. Juli 2019, 11:18 am
Filed under: Dr. Horror, Politik & Geschichte, Sternstunden der Verblödung | Schlagwörter:

DAS LETZTE AUFGEBOT DER DEMOKRATIE

Irgendwie, habe ich den Eindruck, schafft sich die Demokratie selbst ab.

Es klinge wie ein schlechter Scherz. In einem Land, in dem ein Mensch im Schnitt 300 Euro im Monat verdiene und Rentner 80 Euro bekämen, in dem seit fünf Jahren Krieg herrsche und zweieinhalb Millionen Menschen ihre Heimat verloren hätten – in so einem Land, lästerte ZEIT-Autorin Alice Bota, setzten viele Wähler auf einen unerfahrenen Komiker.

Aber nicht nur in der Ukraine ist die Politik verrückter als jedes Drehbuch. In den USA greift ein ehemaliger Reality-Star (You’re fired!) nach Mond und Sternen, die er in einer zweiten Amtszeit besetzen will. Wenn es nach Donald Trump geht, dann bleiben die Amis 2024 auf dem Mond oder besser: hinter dem Mond.

Auch in der Bundesrepublik sieht man Andy Scheuer ein Star-Wars-Laserschwert zücken, um den Gordischen Maut-Knoten zu zerschneiden, während seine Kollegin Dorothee Bär weiter auf Flugtaxis wartet, die im Breitband-Entwicklungsland Deutschland so selten sind wie bald die Bienen. Tierwohl-Advokatin Klöckner, Weinkönigin, Mitglied der Mainzer Ranzengarde und Zucker-Queen, kooperiert mit Nestlé. Jens Spahn profiliert sich über unsere Organe.

Die in Brüssel geborene Ursula von der Leyen macht sich vom Acker einer Bundeswehr, die – um einen SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1962 zu zitieren – wirklich nur noch bedingt abwehrbereit ist – und damit plaudern wir nicht mal ein militärisches Geheimnis aus. „Heute ist der Tag der Trauer“, sagt Frau von der Leyen vor ihrem Abgang. Dr. Franziska Giffey lässt freiwillig ihre Doktorarbeit prüfen. Und die ehemalige Hotelfachfrau Anja Karliczek übt das Wort Bildung zu buchstabieren: B-i-e–l-d-u-n-k.

Inzwischen formiert sich (Ludwig Erhards „formierte Gesellschaft“) das letzte Aufgebot der Demokratie. Die wenigen Jungen in der SPD setzen ihre letzte Hoffnung auf Kevin Kühnert. Laut Wikipedia klagte er sich 2009 an der FU Berlin in ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ein, um es dann abzubrechen und in einem Callcenter zu arbeiten. (Aber immer noch besser als die 20 Semester Germanistik-Studium einer ehemaligen Messdienerin aus der Vulkaneifel, Abschlussarbeit: Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman!)

„Ich war schon Klassensprecher, da warst Du noch nicht mal in der CDU.“

Den Vogel aber schießt Jungjurist Philipp Amthor, die „Planierraupe“ aus Ueckermünde, ab, ein unvergessliches Gesicht, „nicht getauft und kein Christ“, aber Talkshow-Pfeiler der CDU, mit dem wahrscheinlich auf dem Pausenhof niemand spielen wollte. So wurde der ewige 26-Jährige, der aussieht wie ein Filialleiter bei Lidl oder ein Anlageberater der Deutschen Bank, schon 2008 Mitglied der Jungen Union und der Christdemokraten und heftete sich an die Fersen von Frau Merkel. Auf Twitter lese ich einen kleinen satirischen Kommentar: Philipp Amthor soll Verteidigungsminister werden. Stelle es mir toll vor, wenn er bei einer Schiffstaufe die Flasche Sekt mit den Worten „Na, du alter Zerstörer“ gegen den Bug schmeißt. Mit dem „Zerstörer“ ist natürlich der YouTuber Rezo gemeint, dem Amthor in einem im Adenauer-Haus von seiner Mentorin Angela Merkel aufgenommenen Antwort-Video gepflegt die Fresse polieren wollte. Aber die Aufnahme hat sich vorsorglich selbst vernichtet, hört man. Selbstbewusstsein und Schneid hat er aber schon, der Jungmann. Die WELT zitiert den Showdown zwischen ihm und Rezo: Das war ein bisschen wie in „Rocky 4“, die Kampfszene, Rocky Balboa gegen Ivan Drago. Sicher sei sich Amthor auch über den Ausgang gewesen: Ich glaube, ich hätte gewonnen.

Der schwarzen Null soll auf Sizilien bereits ein Denkmal errichtet werden.

Bei der AfD will Klimaexpertin Beatrix von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, die Sonne verklagen, dass sie so heiß auf unsere Sahara scheint. Wahrscheinlich haben irgendwelche Migranten die Sahara-Hitze eingeschleppt wie ein Virus. Und überhaupt: Umweltschutz nur dort, wo es der Heimat dient! Der US-Präsident macht es schließlich vor. Und wenn der Klimawandel doch anthropogen sein sollte so wie der Plastikmüll in den Meeren, findet er, dann seien die Schlitzaugen schuld: Ozeane sind sehr klein. Und es bläst herüber und segelt herüber. Ich meine, wir holen ständig Tausende von Tonnen an Müll von unseren Stränden, der aus Asien kommt Er fließt einfach direkt den Pazifik hinunter.
Er fließt und wir sagen: „Woher kommt das?“

So müssen wir uns um die Demokratie keine Sorgen machen wie damals in der Weimarer Republik. Bei Leuten wie diesen ist sie in besten Händen. Nazis an der Macht, eine braune Diktatur, nein, doch nicht mehr im 21. Jahrhundert. Und wenn schon, dann – bitteschön – grüne Nazis: kackbraun & giftgrün. So was in der Art des seligen Öko-Bauern Baldur Springmann, der Naturverbundenheit, Heimatliebe und Volkstumsbewusstsein postulierte, also ein ganz klein wenig Blut & Boden, aber um den Boden ist es ja eingedenk des Klimawandels und Extrem-Wetters schlecht bestellt.

Eine Reform der Bundeswehr ist unumgänglich!



DR.HORROR ERKLÄRT DIE APOKALYPSE Teil 325 by Martin Compart

Seit Jahrzehnten wissen wir, wer der schlimmste Mann Deutschlands ist: Dr.Horror (beim BKA als Rolf Giesen geführt). Während wir freudig beim Kükenschreddern zusehen, legt sich Dr.Horror mit der heiligen Ex-Weinkönigin an. Erbärmlich!



DR.HORROR ERKLÄRT DIE 7.KUNST by Martin Compart
3. August 2018, 1:16 pm
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Die 7.Kunst birgt noch viele Geheimnisse und Mysterien, die von waghalsigen Filmhistorikern entdeckt und aufgeklärt werden müssen. Kaum einer sieht die Röhren, Stollen und Querverbindungen, die unterhalb der Oberfläche verlaufen, so wie DR.HORROR. Mit seinem privilegierten Zugang zur Wahrheit gibt er uns Erkenntnisse, die uns aus dem Zustand tiefster Betrübung befreien.

Auch heute geht er wieder dahin, wo es weh tut. Wer denkt, er habe schon alle schlechten Filme gesehen, wird von Dr.Horror immer wieder erleuchtet.
Achja, nochwas: Für die Lektüre und Filmbetrachtung bekommt man diesmal keine Payback-Punkte.



Sie haben einmal die Behauptung aufgestellt, dass der Film HERKULES, SAMSON UND ODYSSEUS der beste Film sei, den es gibt. Das wird manchen Cineasten verdrossen haben.

Ich sehe diesen 1963 in Italien entstandenen Film, mehr noch als die Nouvelle Vague, als einen Vorläufer der 68er-Bewegung. Die jungen Radikalen Herkules (Dutschke & Co. in Westberlin) und Samson (Cohn-Bendit) lassen sich vom Heiligen Geist des listenreichen Odysseus (Ernst Bloch, Adorno, Marcuse) erleuchten und bilden über die Grenzen der Geschichte hinweg eine eindrucksvolle Kampfgemeinschaft gegen den Faschismus.

Wie kommen Sie darauf, dass dies ein antifaschistischer Film ist?
Sind Sie noch bei Sinnen?

Es wird Ihnen entgangen sein, dass nach dem Kampf gegen ein Seeungeheuer (ein Walross in Vergrößerung), dem Erlegen eines Stiers und eines Löwen die Philister in Mannschaftsstärke gegen das Trio Infernal antreten und damit die Vorfahren terrorgeschulter Palästinenser. Und diese Typen tragen Wehrmachtshelme, echt. Ich habe es noch einmal gecheckt. Wahrscheinlich ein Geschenk des gut zehn Jahre später in Beirut verstorbenen Hitler-Bewunderers Mohammed Amin al-Husseini, eines erklärten Antisemiten, der Muslime für die Waffen-SS mobilisiert hat. Der Terror im Nahen Osten hat ja eine lange Geschichte, und wir Deutsche spielen da eine gewisse Rolle, die das Filmwerk pointiert thematisiert.

Leidet der Film unter der Abwesenheit von Mark Forest?

Das Fehlen von Maciste ist sehr bedauerlich, wie auch die Abwesenheit eines Goliath auf Seiten der Philister. Der Amerikaner Mark Forest singt heute ja Wagner-Opern. Er hat Gesang studiert. Aber der italienische Herkules Kirk Morris hat ja auch Maciste gespielt und in dieser Rolle die Feuerteufel besiegt (heute würden wir sagen: Andreas Baader und seine Kaufhaus-Brandstifter). Und Odysseus Enzo Cerusico hat schon als Achtjähriger vor der Kamera gestanden und unter der Regie von Vittorio de Sica und anderer Neorealisten gespielt. Übrigens war der unter den Decknamen Richard Lloyd oder Rod Flash geführte Samson ein gebürtiger Iraner: Iloosh Khoshabe verstarb 2012 in Teheran. Palästina und Iran, Syrien noch dazu – da kommt einiges in diesem monumentalen Filmwerk zusammen! Und der Eintritt kostete damals in der Jugendvorstellung nur eine Mark fünfzig.

In Witten kostete der nur einszwanzig!

Da sehen Sie mal: ein Film, der Rücksicht nahm auf die Geldbörse. Heute zahlt man für die Disney-Marvel Avengers doch mindestens zehn Euro, aber was sind Spider-Man, Captain America oder Dr. Strange gegen Herkules, Samson und Odysseus?

Würden Sie sagen, dass er als Regisseur anständig gehandelt hat? Da gibt es ja wohl international den einen oder anderen Zweifel.

Der Autorenfilmer Pietro Francisci hatte ein Jura-Examen in der Tasche und hob dann erst mit Steve Reeves als Herkules die Muskelmann-Filmmythen aus der Taufe. Ein großartiger, kleiner, dicker Mann, für den die geschäftliche Seite der Filmkunst keine Schande bedeutete.
Er war Lateiner und wusste, was viele junge Kollegen in Deutschland nicht begreifen: non olet! Steve Reeves, so sagt man, habe seine Partner beim Dreh nicht verletzen wollen, aber Francisci sagte ihm: „Wenn du ihnen nicht weh tust, werden sie nicht bezahlt!“ Das ist noch echte kommerzielle Filmregie und keine amphibische Film/Fernsehscheiße. 1966 drehte er übrigens ein Pendant zu unserer faschistischen Raumpatrouille: Raumkreuzer Hydra – Duell im All. Er ist zu früh von uns gegangen: 1977.

Postskriptum:

Je mehr ich über HERKULES, SAMSON & ODYSSEUS nachdenke, umso eindringlicher wird die Botschaft: Unter dem Pflaster liegt der Strand. Louis Malles VIVA MARIA gab der Protestbewegung die Bomben, HERKULES, SAMSON & ODYSSEUS schon vorher die preiswerteren Steine, die überall herumliegen. Herkules und Samson begruben die Philister unter schweren Felsbrocken. In Wahrheit waren es natürlich Special Effects und die Felsbrocken aus Pappmaché. (Wieder eine Illusion von damals weniger.) Und da auf Berliner und Frankfurter Straßen damals keine Felsbrocken herumlagen und Joschka und Genossen auch zu schwach gewesen wären, nahmen sie Pflastersteine. Die Idee kam von Herkules, Samson und dem listenreichen Odysseus. Heute laufen solch inspirierend mythologischen Filme nicht mehr, sondern nur noch Raketenfilme. Deshalb werfen sie keine Pflastersteine, sondern vertiefen sich in Computerspiele und bewerben sich bei Frau von der Leyen für das Cyberkrieg-Department.



Dr.HORROR: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel by Martin Compart

Heute geht Dr.Horror einem der vielen Bluffer und Versager nach, die früher als Wirtschaftskapitäne bezeichnet wurden.
Heute ist „Niete im Nadelstreifen“ ein anerkannter Lehrberuf und die Absolventen ermöglichen dem Kapitalismus so manche zusätzliche Krise. Damit haben sie im Umverteilungsprozess von unten nach oben eine nicht unbedeutende Aufgabe.
Erinnern wir uns nur kurz an die wunderbare Bankenkrise, die ohne Gier und Inkompetenz der Nieten im Nadelstreifen nicht möglich gewesen wäre. Aber Dank ihrer zielgerichteten Dämlichkeit wurden immense Verluste erwirtschaftet, die dann sozialisiert und von den unteren 80% der Bevölkerungen bezahlt wurden.
Solche gelungenen Umverteilungen verlangen natürlich ihre Boni!

Helmut Mehldorf pinkelte im Stehen. Nur mühsam reichte sein Pullermann an den Beckenrand des Klosetts.

Mehlstadt überließ sich seinen Gedanken, während das Wasser floss. Immerhin war er gerade Aufsichtsratsvorsitzender der Airlines of Russia geworden und überlegte schon, wie er mit viel Gebraus über den russischen Schlendrian fegen würde, da vernahm er eine Stimme.

Vor Schreck pinkelte er daneben.

Verdutzt sah er sich um. Da war niemand. Dafür war die Kabine zu eng.
Irgendwie kam ihm die Stimme bekannt vor.
Mehduft öffnete die Tür und wankte zurück auf seinen Sitz in der First Class auf dem Flug nach Moskau.

„Mehlwurm! Mehlwurm!“, rief ihm die Stimme aus dem Klosett nach.
Mehlohr schüttelte den Kopf: Werde ich verrückt – oder bin ich es schon?
Er kramte in seinem Namensgedächtnis und ließ Namen Revue passieren, die zu der Stimme passen könnten: Dr. Oetker? Meister Proper? Beide Marken hatte er saniert. Ronald Pofalla? Pofallas Ziehmutter Merkel? Nein, unmöglich, dafür klang die Stimme zu – wie soll man sagen: männlich.

„Mehlwurm!“

Der Ruf klang wie eine Anklage.
War es die Stimme Gottes? Hatte seine letzte Stunde geschlagen? Wurde über ihn gerichtet?

„Nein!“, schrie er. „Ich habe die Bahn nicht kaputtgespart. Ich habe sie saniert.“
Die anderen Fluggäste guckten betroffen.
Mehlschwitz war die Situation, in die ihn die Stimme gebracht hatte, sichtlich peinlich.
„Ich habe die Logistik der Bahn gepäppelt, klar, das war auch bitter nötig, denn die Politik wollte, dass ich mehr Verkehr auf die Schiene bekomme. Vor meinem Amtsantritt hat die Bahn rote Zahlen geschrieben. Als ich fertig war mit Sanieren, waren es 2,4 Milliarden Euro Gewinn.“

„Aber die Berliner S-Bahn“, keifte eine Frauenstimme aus der zweiten Reihe, die keine Geisterstimme war.

„In keine andere S-Bahn wurde mehr investiert, gnädige Frau“, keifte Mehlsaft zurück. „Wenn es da Probleme gibt, haben sie die Zulieferer zu verantworten.“
Er machte ein griesgrämiges Gesicht, das Ähnlichkeit mit einer rohen Kartoffel hatte. Die in der Nähe saßen, schwiegen betroffen.

Nur die Geisterstimme schwieg nicht: „Ganz recht, Volksgenosse Mehlbier. Räder müssen rollen für den Sieg. Darum auch ist meine Wahl auf dich gefallen.“
Pardauz, die Stimme, die aus ihm oder besser: die zu ihm sprach, gehörte dem Geist von Adolf Hitler! Für einen Augenblick war Mehlohr sprachlos. Als er seine Sprache wiederfand, flüsterte er, dass er sich sehr geehrt fühle für das Privileg, aber er habe jetzt einen Vertrag mit den Russen, auch da gebe es einiges zu sanieren und so weiter und so fort…

„Einen Vertrag … mit den Russen?“ Die Geisterstimme des ehemaligen Führers überschlug sich. „Mit Stalin etwa?!“

„Nicht ganz so“, redete Mehwert um den heißen Brei herum. „Mit Putin!“

„Putin? Wer ist Putin? Ist das ein Geflügel? Du, ein Stalingrad-Kind, du arbeitest für die Bolschewiken?! Du, der Sohn eines Stalingrad-Kämpfers?!“

Der VW-Manager, der uns verloren ging.

Jetzt hatte ihn der Führer bei seiner Herkunft gepackt.
Mehlort war in der schlimmsten Phase der Schlacht um Stalingrad zur Welt gekommen, während seine Mutter um das Leben des heldenhaften Vaters bangte, der zum Stab von Paulus gehört hatte. Er fasste sich an den Kopf.

Eine Stewardess wollte wissen, ob sie dem Fluggast ein Glas Wasser und ein Aspirin reichen dürfe.
„Verschwinde!“, blaffte Mehlmann und widmete sich wieder seinen Gedanken und seinem neuen Auftraggeber.

„Du, Mehlspitz, sollst meine Wehrmacht sanieren!“, verlangte der.

„Aber, mein Führer, die ist doch schon kaputtgespart“, warf Mehlmilch ein.
Die Fluggäste wurden gebeten, sich anzuschnallen. Es würden einige Turbulenzen erwartet.

„Du sollst nicht sparen! Privatisieren sollst du sie und an die Börse bringen!!!“

„Die Bundeswehr? Einen Teilbetrieb oder alles zusammen?“

Die Geisterstimme Hitlers gurgelte unverständlich. Mehlwut hörte sie über diesen „jämmerlichen Haufen“ schimpfen: „Nicht Bundeswehr! Wehr-macht-Aktiengesellschaft. Alles komplett.“

Die Ideen des Führers waren wie immer verblüffend. Ja, dachte Mehdom, der Plan könnte funktionieren. Zwar funktionierte nur noch wenig in Deutschland: Straßen barsten in der Gluthitze, die Elbphilharmonie war ein Labyrinth, Flughäfen wurden angefangen und nicht fertig gebaut, Politiker trugen Dackelkrawatten statt Uniform-Braun, ein CSU-Innenminister hatte den in Tunis geborenen Migranten Roberto Blanco einen „wunderbaren Neger“ genannt, deutsche Fußballer steckten gegen die Nachkommen des Rebellen Pancho Villa eine Niederlage ein. Ja, wo sind wir denn? Gegen Mexiko!!! Aber der Glaube an die deutschen Waffen war schließlich ungebrochen. Selbst im Zeitalter des Cyberkriegs. Dafür hatte der Führer gesorgt. Auf die Führung kam es an.

Mehlsupp stellte sich vor, wie der Führer grinste und die Hand zum deutschen Gruß erhob. Auch Mehltank hob jetzt die Rechte.
Die Stewardess sah ihn fragend an.
Mehlmark starrte entgeistert zurück. Die Stewardess sah Eva zum Verwechseln ähnlich: Eva Braun.
Nicht die Außerirdischen, die Nazis waren wieder gelandet, alte Bekannte aus grauen Tagen.

„Selbstverständlich müssen einige der älteren Generäle liquidiert werden!“, verlangte die Stimme.

„Selbstverständlich!“ Mehlmuts Zeigefinger strich über den hässlichen Schmiss, den er sich als Burschenschafter geholt hatte. Außerdem war er ja Hauptmann der Reserve. Er hatte gedient und nicht verweigert. Vielleicht, nein, bestimmt war die Wahl des Führers auf den Richtigen gefallen. Liquidieren, das sollte kein Problem sein. Wofür gab es die Russen-Mafia? Er würde da nach der Landung in Moskau gleich mal einen Wink mit dem Zaunpfahl geben. Und dann, ja, dann müsste er Ronald Pofalla im Bahnvorstand anrufen. Der hatte immer noch eine direkte Leitung zur Kanzlerin und würde ihr eine entsprechende SMS schreiben.

Hitler hatte recht. Die Wehrmacht-Aktien werden uns alle reich machen. Es müsste nur einen Dritten Weltkrieg geben. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Mehlwurst überlegte schon, in welches Land sie am besten einfallen könnten. Da kamen ja einige infrage.

Die Maschine setzte zur Landung an. Mehlwahn schreckte aus seinem Schlummer. Es war alles nur ein Traum. Wie konnte er, ein aufrechter Demokrat, nur solchen Blödsinn träumen? Und doch, irgendwie fühlte er sich geehrt, dass Hitler ausgerechnet ihn angesprochen hatte. Er schnallte sich an. In seinem Hirn arbeitete es fieberhaft.

Rolf Giesen



WIE WIRD 2018? Dr.Horror weiß es by Martin Compart

Eine Vorschau – Demnächst in diesem Theater

Im Fernsehen häufen sich die Jahresrückblicke wie die Kochshows. (Bestimmt wird irgendwann einmal einer dieser Köche ein hohes Regierungsamt übernehmen: Früher wurde für Deutschland geritten, jetzt wird gekocht.) Jahresrückblicke jedenfalls sind schnell zubereitete Kost aus digitalen Konserven, die nicht anbrennen kann, weil sie schon angebrannt ist. Niemand will so was essen, geschweige denn sehen.

Was aber ist mit einem Jahresvorblick?
Die Sterne im persönlichen Jahreshoroskop stehen bekanntlich immer gut, auch wenn wieder ein Jahr Lebenszeit im Eimer ist, aber in die Wunderkiste der Zukunft schauen mag so recht niemand, am wenigsten die Autoren der Science Fiction, die lieber Weltraumsagas für Blöde erzählen. (Die Blockbuster sind mittlerweile auf RTL2-Niveau gelandet und Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Nazis, die den Massenmord industrialisiert haben, auf dem Level von FACK JU GÖHTE TEIL 3. Hurra, ich hab den Titel richtig geschrieben, also richtig falsch.)

Persönlich viel Glück und viel Segen und einen gut gefüllten Gabentisch: Fressen – Saufen – Surfen, nur das Beste für den Allerwertesten. Brot für die Welt: das Gammelfleisch bleibt hier. In Deutschland haben sie mehr Angst vor zugegeben üblen Islam-Terroristen (im Kino kennen wir sie spätestens, seit Laurence Olivier als Mahdi ihre Scharen nach KHARTOUM führte) als vor den Terroristen der Zucker- und Fleischmafia, deren Verbrechen so gut wie gar nicht geahndet werden.

Aber es kommt noch ärger: Mittlerweile kommen nicht nur Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten, sondern die Kartoffeln auch aus Ägypten. Möglicherweise wird das Jahr 2018 eines, das wir uns werden merken müssen. Es wird geschichtlich relevant sein; man wird diese Jahreszahl im Geschichtsunterricht, wenn es das in Zukunft noch geben sollte, lernen müssen wie „3-3-3 bei Issos Keilerei“, und wir dürfen uns freuen, als Zeitzeugen mit dabei gewesen zu sein. Dabei sein ist alles.

„Noch mehr Geld? Die wissen doch jetzt schon nicht mehr, wohin mit der Kohle!“

Zum 1. Januar gibt es für die, die Nachwuchs haben, wieder mehr Kindergeld. Mehr Geld (7 € zum verprassen) soll es auch für Bezieher von Hartz-IV-Leistungen geben. Während die Zahl der Kinder im Wunderland der Export- und Fußballweltmeister (wir sehen uns 2018 wo? in Russland?) nicht signifikant steigen wird, zeigen die Hartz-IV-Bezieher, dass es doch auch noch weiter nach oben geht. (Zu Zeiten des vorbestraften gebürtigen Saarländers Peter Hartz bestimmte noch der von Hitler ins Leben gerufene Volkswagen-Konzern, wo und wie es langzugehen hatte in Deutschland, und die Sozialdemokratie bewies, dass sie politischen und wirtschaftlichen „Notwendigkeiten“ ebenso ins Auge zu sehen wusste wie weiland der unvergessene „Bluthund“ Gustav Noske.

Allerdings wird sich eine Hoffnung für die Sozialdemokraten auch 2018 nicht erfüllen: Würselen wird nicht das Bethlehem des Vereinigten Europa werden. Hier wurde uns nicht der Heiland geboren und auch nicht St. Martin. Martin Schulz ist der lebende Beweis, dass der Aberglaube nicht ausgestorben ist, und Til Schweiger dafür, dass es keine richtigen Helden mehr gibt im Reich der Gartenzwerge.)

„Auch ich sehe gerne Filme ohne Til Schweiger.“

Mehr Wachstum (der Arbeitslosigkeit) verspricht auch das digitale Zeitalter, die virtuelle Zeitenwende, an deren Beginn wir staunend stehen wie Steinzeitmenschen. „Das Thema Digitalisierung beschäftigt uns alle, aber was wollen wir damit erreichen?“ lese ich auf einer Website und kann die Frage nicht beantworten. Alles will wachsen, aber niemand weiß, wieso und warum. Wachset und mehret euch – und macht euch die Erde untertan. Für eine einzige Erde sind unsere Wachstumsambitionen längst schon zu gewaltig. Deshalb vermehren die Dummen ihre Dummheit jetzt digital und posten sie global.

Zuerst hauen wir die Welt militärisch auseinander, vor allem unsere Bundesgenossen in Amerika tun das, die nach Afghanistan, Syrien, in die Ukraine (NATO-Osterweiterung) und sonst wohin drängen, angeblich um niederträchtige Terroristen zu erwischen oder bösartigen Tyrannen wie Saudum Hussein den Garaus zu machen, und dann wundern wir uns, dass die Menschen dort in Bewegung geraten, Naturkatastrophen noch nicht einmal eingerechnet. Der Trump ist ein kühler Rechner: Der Wachstumsprozess des Extremwetters ist nicht mehr aufzuhalten. Warum dann noch Klimaschutz? Das Geld ist besser angelegt, indem man weitere Krisenherde (was für ein Begriff: Krisenherd. Bauknecht weiß, was Frauen wünschen) schafft: das bitterarme Nordkorea, Iran, die Döner-Türkei… An allen Ecken und Enden wird an der Lunte gezündelt, in der Hoffnung, dass es bald mal wieder einen richtig großen Knall geben wird, den die Außerirdischen, die sich bedenklich rar gemacht haben in 2018, auch im Weltall hören werden. Weltweit horten wir fast 15.000 Atomsprengköpfe. Die Nordkoreaner haben daran einen Anteil von 15. Vielleicht haben sie sogar schon zwanzig Atombomben. Und das sind zwanzig zu viel.

Manchmal mag man am Allgemeinen Wahlrecht auch für Dumme verzweifeln: Brexit, Separatisten, Erdogan (über den sie in der Türkei inzwischen ein Heldenlied fürs Kino gedreht haben: REIS bedeutet in etwa der Führer), in den USA der Milliardär und potentielle Frauenfummler vom Trump Tower (1973 orakelte der SPIEGEL visionär: Tagediebe und Frauenfummler lungern in Fahrstühlen und Fluren…), Le Pen und AfD. Mittlerweile bin ich dafür, dass der IQ von Wahlberechtigen vor dem Gang an oder in die Urne überprüft wird.

Ich bin doch viel charmanter als der Gauland.

Letztens sah ich Alexander Gauland in einem Berliner Restaurant in der Nähe des Reichstags einsam an einem Tisch sitzen und missmutig in sein Glas Rosé stieren: Wahrscheinlich ist ihm der enorme Zuspruch, den seine Amateur-Liga findet, inzwischen selbst unheimlich. Das Wachstum einer Partei, die nicht einmal ein halbwegs verständliches Wahlprogramm hat, ist vor allem auf das Wachstum der Dummheit zurückzuführen. Und das hat mehrere Gründe. Vor allem, dass das Gehirn, so Reste noch vorhanden sind, immer seltener eingeschaltet wird. Wie sonst ist es möglich, dass die Amerikaner einen wählen, der eine Steuerreform zugunsten der Reichen durchführt?

Zurück zur Frage, wem die Digitalisierung nutzt: weniger den Doofen als dem Überwachungsstaat, der selbst Orwell das Fürchten gelehrt hätte, dem es aber noch nicht gelungen ist, vollends in das menschliche Gehirn einzudringen und es zu unterwandern. Da wird noch einiges Hochwasser den Rhein herunterfließen und über die Ufer treten, bis das Ziel erreicht ist. Christian Lindner, der Reserveoffizier aus Wermelskirchen, fordert übrigens einen „Weltmeisterplan für die Digitalisierung“.

Da bleibe ich lieber Gasableser für Putin. Und die Frisur sitzt. Kein graues Häarchen.

Dank der Digitalisierung sind wundersam in den Statistiken der Ein-Euro-Jobber die Arbeitslosenzahlen für sinnlose Arbeit rückläufig, obwohl de facto ganze Berufsgruppen verschwinden: In der Dekra Toys Company puzzelten Ein-Euro-Jobber, um herauszufinden, ob ein Puzzle mit 5000 Teilen vollständig ist.

Irgendwann muss ja der schon lange von uns Pessimisten herbeigesehnte Finanzcrash kommen. Die Digitalisierung wird ihn beschleunigen, weil wir die „schwarzroten Nullen“ der Schulden, die wir an nachfolgende Generationen weiterreichen, gar nicht mehr zählen können. Die Finanztransaktionen laufen mittlerweile digital so schnell, dass der menschliche Sachverstand kaum noch mitkommt und nur noch KI den Kollaps der Menschheit verhindern kann: Der Künstlichen Intelligenz wird es nicht schwerfallen, die menschliche Dummheit rechts zu überholen. Dann müssen wir auch nicht mehr wählen gehen, und es wird keine Regierungskrisen mehr geben und schon gar keine überhöhten Diäten für Abgeordnete und Hinterbänkler, die ihre Zeit nicht mit Puzzeln verbringen, sondern damit, Selfies über Facebook zu posten und zu twittern.

Für die breite Unterschicht der einstmals Werktätigen, Mägde und Knechte wird irgendwann alles via Chip in der Hand zentral und unbürokratisch an der Kasse beim Discounter gesteuert. Die ersten Versuche laufen schon in Schweden, wo eine Firma Mitarbeitern einen Chip zum Türöffnen implantiert hat. Die Technik gestattet eine lückenlose Überwachung von der Geburt bis zur Bahre.

„Heut lass ich mal richtig die Sau raus.“

Jetzt haben wir aber schon 2018 übersprungen und sind in 2019 gelandet, möglicherweise ganz weit in der Zukunft 2025 oder 2027 oder 2029, Jahre, die wir uns eigentlich gar nicht vorstellen können, denn sie bezeichnen ein Märchen von übermorgen: Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Dies ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem.

Ein Arschloch wie ich, sollte hier nicht vergessen werden.

Eins dieser Raumschiffe ist die Orion… und sie wird übrigens nicht, sie wird niemals vom Flughafen BER starten, denn die Flug- und Weltraum-Baustelle in Schönefeld stagniert weiter, trotz des 2013 von Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn, Air Berlin) verordneten „Sprint“-Programms, das fatal an den zum Ende des Zweiten Weltkriegs verordneten „Endsieg“ erinnert.
Apropos, in 2018 feiern wir den heimtückischen Dolchstoß im Ersten Weltkrieg, dessen Kosten mittlerweile, glaube ich, bezahlt ist. Da könnten wir uns ja bald einen Dritten leisten. Ich schreib schon mal an den Weihnachtsmann…

RG, Jahresende 2017

 

WEISE WORTE ZU 2018

2018 werden große Teile von Medien und Politik (Wirtschaft sowieso) verstärkt aus ideologischen Gründen den Begriff Ungerechtigkeit durch „Neid-Faktor“ ersetzen.

Den Widerspruch zwischen dem kapitalistischen Leistungsbegriff und dem mittelalterlichen Erbrecht mit Phrasen zu verkleistern, damit „Erbe“ nicht zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen heran gezogen wird, ist ebenfalls Aufgabe von Medien und Politik in diesem Jahr.

Und auch in diesem Jahr wird die Priesterschaft des „Liberalismus“ (der wie jede Religion eine Angelegenheit des Glaubens, d.h. des nicht Wissens, ist) weiterhin Gesellschaftseigentum privatisieren (Stichwort: Autobahnen), was einer Enteignung von Gesellschaftsvermögen entspricht. Dafür haben die Lobby-Vertreter im Bundestag, die in der Regel nach zwei bis drei Legislaturperioden ihre Korrumpiertheit durch einen Job in der Industrie krönen, Grundgesetzänderungen durch Winkelzüge erledigt. Diese Korrumpel werden uns diese Umverteilung häufig in den Medien sophistisch als Entlastung des Bürgers verkaufen.

Dank verschlagener Figuren wie Dobrint, Scheuer oder Söder, wird die CSU bei der Landtagswahl eine derartige Klatsche einstecken, die Rotatiosphänomene im Grab von Strauss auslösen wird. Das Schöne an den genannten Gestalten ist, dass ihre Karrieregeilheit gepaart mit asozialer Energie in den Visagen ablesbar ist und damit Wahlplakate konterkariert.

Nicht die Cleverness der AfD sorgt für weiteren Aufschwung dieser grenzdebilen Partei, sondern die unfassbare Dämlichkeit der korrupten Etablierten (die seit den Tabubrüchen von Bangemann und Proll-Gert) die politische Struktur in „diesem, unseren Land“ definiert.

In diesem Jahr wird Bildung noch stärker mit Qualifikation gleichgesetzt werden. Qualifikation für was? Um mit Mick Jagger zu antworten: „I mean really?!!“

In Berlin gibt es im Regierungsbezirk für Abgeordnete ein eigenes Hallenbad. Erinnert alles sehr an Ludwig und Nikolaus.

Das republikanische Fernsehen, bezahlt von Bürger-Geldern und politisch verteilten Zuwendungen, berichtet weiterhin verstärkt über „royale“ (was für eine dämlich klingende Eindeutschung! – kommt direkt hinter „challange“ und „wording“) Uninteressantheiten, um damit den Eindruck zu verstärken, dass Politiker unter vorguilletonierbare Unangreifbarkeit zu subsumieren sind.

Immer weniger Kinder werden 2018 schwimmen lernen. Von den unter dreißig-jährigen können jetzt schon an die 50% nicht schwimmen (was dabei heraus kommt, sieht man an Dobrint und ähnlichen Nichtschwimmern). Das werden 2018 durch Bäderschließungen und soziale Unverpflichtungen mehr werden. Unter Adenauer gab es 90% „schwimmfähige Deutsche“.

Und der Höchst ehrenwerte Papst wird 2018 zunehmend feststellen: Es gibt nichts Richtiges im Falschen.

Dieses Jahr kommt wohl endlich der Algorithmus auf den Markt, der die Bestsellerlisten aller Staaten durchsucht, um den Auftraggeber zu informieren, welcher Lizenzen in seinem Land vertraglich verfügbar ist. Für Großverlage eine Riesenchance zur Personaleinsparung.

AUCH DIESES JAHR WIRD FÜR DIE BELEIDIGTEN UND AUSGEBEUTETEN EIN JAHR IM KONJUNKTIV.



WEISE WORTE by Martin Compart
15. Dezember 2017, 7:01 pm
Filed under: Dr. Horror, Weise Worte | Schlagwörter: ,

„Der Kapitalismus hat viel von seiner Leichtigkeit verloren.“

Dr. Horror

Ohne Kapitalismus hätte ich doch keine Chancengleichheit, sagt ein zufriedener Amazon-Kunde.

Zum Glück stirbt er und kann nicht als Wirtschaftsflüchtling aktiv werden. Der Markt regelt das.

Begraben wird man ihn nicht, denn der Boden wird von europäischen Konzernen nach Bodenschätzen durchwühlt. Die bezahlen das mit Schweizer Chalets und Nummernkonten für die paar Mächtigen im Land.

Außerdem ist Afrika mit Monokulturen vollgestopft, die eine autonome Versorgung behindern und den Markt für Überschussdreck aus der EU öffnen.

Einen Teil des Geldes müssen diese aber einem Schwester-Konzern überlassen, der ihnen dafür zu günstigen Konditionen Waffen liefert, die sie im Kampf gegen Rebellen, die man mitgeliefert bekommen kann, einsetzt.

Oh, Gott! Was für eine primitive Kapitalismuskritik!
Wie die Deutsche Bank im Einvernehmen mit Adolf Hitler weiß: Nicht jeder Aktionär kann überleben.

Der Kapitalismus braucht bekanntlich keine Demokratie.
Kann eine Demokratie langfristig den Kapitalismus aushalten?
Die Indizien sprechen dagegen.