Martin Compart


OFFENER BRIEF DER ROWOHLT-AUTOREN AN DEN CEO VON HOLTZBRINCK by Martin Compart
30. September 2018, 4:49 pm
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Sehr geehrter Herr Pfuhl,

trotz unseres offenen Briefs und mehrfachem Nachfragen haben Sie uns, den Autorinnen und Autoren des Rowohlt-Verlages, noch immer nichts über die Gründe für die Entlassung von Barbara Laugwitz mitgeteilt. Da es aber angeblich um „unüberbrückbare Gegensätze“ in Bezug auf die „Zukunft des Verlages“ ging, sind wir von den hiermit gemeinten Entscheidungen in jedem Fall unmittelbar betroffen; sie tangieren unsere Zukunft und unsere Interessen als Ihre Geschäftspartnerinnen und -partner. Ihr Schweigen in dieser Frage ist daher mehr als unhöflich.

Gleichzeitig untergräbt dieses Schweigen Ihre Glaubwürdigkeit, noch bevor Sie sich bemüht hätten, sie herzustellen; es ist unwürdig und unzeitgemäß; es erzeugt die Befürchtung, dass auch wir eines Tages einem solchen Führungsstil ausgesetzt sein könnten.

Obendrein haben Sie, neben vielen leeren Worten, in Ihrer Antwort auf unseren Brief vom 12. September eine Behauptung aufgestellt, die wir schwer glauben können. Die Kontaktsperre für Frau Laugwitz sei, so sagen Sie, ein „Missverständnis“ gewesen. Uns liegt allerdings eine E-Mail mit Ihrem Absender vom Tag nach der Kündigung vor, in der, neben mehreren anderen Verboten, Barbara Laugwitz der Kontakt zu den Autoren des Rowohlt-Verlags ausdrücklich nur „in Absprache mit Herrn Pfuhl“ gestattet wird. Außerdem liegt uns ein Schreiben vor, datiert auf den Tag der Kündigung, das ausdrücklich auf eine bestehende Verschwiegenheitserklärung hinweist. Wenn man das nicht Kontaktsperre nennen will, dann muss man es nennen: Kontaktsperre plus Verschwiegenheitsverpflichtung.

Ohnehin ist für uns kaum vorstellbar, dass Barbara Laugwitz solche Verpflichtungen und Sperren erfindet. Wir alle haben sie in den Jahren der Zusammenarbeit als vertrauenswürdige, offene Person kennengelernt. Die uns vorliegenden Informationen bestätigen diesen Eindruck und lassen keinen Zweifel, dass Ihr Gerede vom „Missverständnis“ lediglich den Versuch darstellt, Barbara Laugwitz weiter zu diskreditieren. Zu diesem Zweck haben Sie nicht gescheut, uns, den Autoren des Rowohlt-Verlages, ins Gesicht zu lügen.

Sehr geehrter Herr Pfuhl, kaum jemand von uns kannte vor dieser unglücklichen Angelegenheit Ihren Namen. Nun verbindet sich Ihr erstes Erscheinen für uns mit Ignoranz, Intransparenz und Rücksichtslosigkeit. Wir sehen nicht, wie unter diesen Bedingungen Vertrauen hergestellt werden soll.

Giulia Becker, Jeffrey Eugenides, Jens Friebe, Lucy Fricke, Max Goldt, Leonhard Horowski, Sebastian Janata, Elfriede Jelinek, Daniel Kehlmann, Nadja Klinger, Jörg Magenau, Inger-Maria Mahlke, Max Moor, Martin Mosebach, Péter Nádas, Matthias Nawrat, Eugen Ruge, Florian Schroeder, Edgar Selge, Heinz Strunk, Margarete Stokowski, Jennifer Teege, Martin Walser, Natascha Wodin, John Wray

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Für mich hatte sie eine Menge Ausstrahlungskraft by Martin Compart
8. September 2018, 7:24 pm
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Barbara Laugwitz, jetzt Ex-Geschäftsführerin von Rowohlt, wurde von den Hirnamputierten des Mutterkonzerns Holtzbrinck (zu dem auch Geschmacklosigkeiten wie Droemer gehört) gefeuert. Jetzt wird behauptet, sie habe zu wenig „Ausstrahlung“ gehabt – was immer das meint für die verklemmten Grauanzüge einer Konzernspitze.

Für mich hatte Frau Laugwitz eine Menge Ausstrahlung.

Denn sie hatte Rowohlt aus dem Tal der Tränen herausgeführt, in das der ehemalige Schröder-Helot und bisher lächerlichste Hamburger Bürgermeisterkandidat, Michael Naumann, den Verlag gestürzt hatte. Naumann – da ganz Schröder kompatibel – hatte den Verlag in die schwierigste Situation seines Bestehens geführt. Für seine Berufung waren natürlich auch die Holtzbrinck-Deppen zuständig.

Über den neuen Golf-Fahrer weiß ich nicht viel; schlimmer als Naumann kann er nicht sein.

Das Rowohlt seit Jahren wieder gut dasteht verdankt der Verlag einer verdammt guten Mannschaft und der intelligenten Geschäftsführung von Frau Laugwitz, die keine dümmlichen Bestseller für ein Idiotenpublikum schreibt, das nun vielleicht die neue Zielgruppe von Rowohlt werden könnte.

aus dem BUCHMARKT:

Rowohlt: Florian Illies wird neuer Verlegerischer Geschäftsführer

Florian Illies folgt auf Barbara Laugwitz
Florian Illies wird zum 1. Januar 2019 neuer Verlegerischer Geschäftsführer des Rowohlt Verlags. Gemeinsam mit Peter Kraus vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer, und Jürgen Welte, Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer, soll er den Verlag leiten und “programmatisch weiterentwickeln”. Barbara Laugwitz, seit 2014 in dieser Funktion tätig, hat Rowohlt sichtlich bereits verlassen. Mails an sie werden beantwortet, sie sei nicht mehr für Rowohlt tätig und die Mail werde nicht weitergeleitet – was auf eine harsche Trennung hindeuten lässt, die Dr. Joerg Pfuhl, CEO der Holtzbrinck Buchverlage aber deutlich milder formuliert: „Barbara Laugwitz hat in einem schwierigen Markt immer wieder große Erfolge bei Rowohlt verwirklicht. Ich bin für ihr unermüdliches Engagement sehr dankbar. Unterschiedliche Vorstellungen über den weiteren Weg haben uns am Ende zu dem Schritt einer Veränderung in der verlegerischen Leitung bewogen.“

Zur Berufung von Florian Illies sagt er, er sei ein ” seltener Glücksfall für Rowohlt. Er kennt die Buchbranche aus der Sicht des Autors ebenso wie als umfassend interessierter Journalist. Darüber hinaus bringt er unternehmerische Erfahrung aus seiner Zeit als Gründer der Zeitschrift „Monopol“ sowie als Geschäftsführer eines international tätigen Auktionshauses mit. Dies sind einzigartige Voraussetzungen, um mit dem motivierten Rowohlt Team die Zukunft des Verlags, der im Herbst nach Hamburg umziehen wird, erfolgreich zu gestalten.“
Florian Illies ist als Autor vor allem mit den Bestsellern 1913 (2012) und Generation Golf (2000) hervorgetreten. Er war unter anderem Leiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Zeit, wo er seit 2017 Mitglied des Herausgeberrates ist. Zuletzt war er Geschäftsführer und Leiter des Auktionshauses Grisebach in Berlin.

Die Strahlkraft eines defekten Handys hat Dr. -soviel Zeit muss sein -Joerg, mit e statt ö, nicht.

„Er war ein Einser-Betriebswirt un auch ansonsten von begrentem Verstande.“
frei nach L für Werbung ausgibt.udwig Thoma.

Nur eine Frage der Zeit, bis sich Dr. Joerg mit einer pfiffigen Idee In der „Höhle der Abzocker“ bei Maschmeyer andient. Denn auch sein Droemer-Konzept „Bücher für Idioten, die abba  lesen können“ ist endlich (noch vor seiner wohlverdienten Rente).

Der Dr.Joerg weiß schon, wie man eine Nachricht verkauft. Deshalb ist er auch ein wichtiger Player in einer Branche, die weniger umsetzt als die Waschmittelindustrie für Werbung ausgibt.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/rowohlt-autoren-reagieren-auf-rauswurf-barbara-laugwitz-15777150.html

https://www.sueddeutsche.de/kultur/geschasste-rowohlt-verlegerin-schon-wieder-eine-frau-rausgekippt-wie-abfall-1.4124393