Martin Compart


DIE FIELD-TRILOGIE von JOHN RALSTON SAUL by Martin Compart

„Der Zweck von Museen ist es, gestohlene Waren zu beschützen“, schrieb der kanadische Philosoph John Ralston Saul auf den ersten Seiten seines exzellenten Polit-Thrillers THE NEXT BEST THING, dem zweiten Band seiner Field Trilogie, und macht deutlich, dass den Lesern nicht nur ein Pageturner bevor steht, sondern auch die Intelligenz kritischen Bewusstseins.

Keine Überraschung, bei einem Autor wie Saul.

John Ralston Saul wurde am 19. Juni 1947 in Ottawa, Kanada geboren. Er studierte in Montreal Politikwissenschaft und Geschichte und promovierte 1972 am Kings College in London. Seine Dissertation hatte die Systemveränderung Frankreichs unter de Gaulle zum Thema.

Anschließend half er 1976 beim Aufbau der nationalen Ölgesellschaft Petro-Canada.
Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte Saul seinen ersten Roman THE BIRDS OF PREY.

Ende der 70er und während der 80er Jahre hielt er sich über längere Zeiträume in Nordafrika und Südostasien auf und reiste wiederholt mit Guerilla-Truppen. Seine Romantrilogie The Field Trilogy verdankt diesen Erfahrungen viel.
2009 wurde er Präsident des internationalen PEN.
Seine Aktivitäten sind so reichhaltig und vielseitig, dass an dieser Stelle kein Platz für eine annähernde Würdigung ist. Aber dafür gibt es ja seine Homepage und Wikipedia. Nur soviel: Er gehört zu den scharfsinnigsten Systemkritikern unserer Zeit und hatte bereits 2005 den finanzwirtschaftlichen Zusammenbruch von 2008 in seinem Buch THE COLLAPSE OF GLOBALISM AND THE REINVENTION OF THE WORLD vorausgesehen.

Er unterscheidet zwischen einem gesunden Nationalismus und einem ungesunden. „Die Idee der Globalisierung war aus meiner Sicht nie überzeugend. Sie setzt sich aus sehr unterschiedlichen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts zusammen und ist nicht, wie viele glauben, eine international mächtige und vor allem keine neue Bewegung. Denkmuster der Kolonialzeit werden in den Strategien suprastaatlicher Institutionen weitergeführt und in Krisenzeiten wieder sichtbar. Im Moment finden wir uns in einer Welt wieder, in der der Nationalismus zurückkehrt.“ Dass er vom lemminghaften Neoliberalismus nichts hält, versteht sich von selbst. „Knapp dreißig Jahre hat man dem Bürger immer mehr elementare Kompetenzen entzogen, man war besessen von Effizienzdenken, Privatisierungen und allumfassendem Managertum. Man nahm nicht wahr, dass am Ende dieses Prozesses zunehmend verärgerte Bürger stehen, die sich in unmittelbarer Reaktion populistischen Bewegungen und negativem Nationalismus zuwenden.“ Das ganze Interview findet sich in FAUST KULTUR unter https://faustkultur.de/533-0-Gespraech-mit-John-Ralston-Saul.html )

In den letzten Jahrzehnten ist er als Kapitalismuskritiker häufig vor der Kamera und mit Vorträgen vor ausverkauften Sälen anzutreffen. Er analysiert den demokratischen Verfall des Westen, insbesondere der USA, durch das Schmarotzertum der Superreichen mit ihrem Instrument der weltweiten Konzerne, die den Planeten mit Elend und Umweltzerstörung überziehen.
Die Anfänge dieses Korporatismus führt er auf Mussolini zurück und beweist damit einmal mehr, dass der Kapitalismus keine demokratischen Strukturen braucht; eher das Gegenteil. Er sieht in den USA den in den 1970er Jahren beginnenden Prozess fast vollendet, der die Gesellschaft in die Ära vor Roosevelts New Deal zurückführen soll.

Seine Liebe und Verbundenheit mit Frankreich und seine Faszination von General de Gaule führte zu seinem ersten Roman.

Der politische Roman THE BIRDS OF PREY spielt im Frankreich de Gaulles und wurde ein internationaler Bestseller. Sein bisher einziger Thriller außerhalb der Field Trilogy. Diese handelt von den beginnenden Krisen der Macht in den 198oern und deren Aufeinandertreffen mit den Individuen. Sie thematisiert den Neo-Kolonialismus im Kalten Krieg. Der Leser wird mit dem Zusammenbruch einer Welt und ihrer Werte konfrontiert.

Diese Trilogie umfasst die Bände BARAKA, FORTUNES AND SACRED HONOR OF ANTHONY SMITH (1983), THE NEXT BEST THING (1986) und THE PARADISE EATER (1988), der den italienischen „Premio Letterario Internazionale“ gewann. Sie zeigt die Welt (insbesondere Südostasien) während des Roll back des US-Imperialismus und seinen vergiftenden Einfluss auf die dritte Welt nach Vietnam.

Zu Sauls literarischen Vorbildern gehören Graham Greene (der ist in den Thrillern wohltuend spürbar), Ford Maddox Ford, Gabriel Garcia Marquez und andere lateinamerikanische Autoren. Sich selbst sieht er nicht als Thriller-Schriftsteller: “The serious novelist’s role is to reflect a complex society in which people can see themselves. I write novels, not genre fiction. My novels are not ‘escapist’ fiction.”

Wie alle Romane von Saul, so ist auch BARAKA eng mit eigenen Erfahrungen verknüpft: Nach dem Sieg der Nord-Vietnamesen über die USA und deren südvietnamesischen Marionetten, bat das kommunistische Regime in Hanoi Fidel Castro um Hilfe bei den Vermittlungen der Öl-Konzessionen, die es vom südvietnamesischen Regime „geerbt“ hatte. Castro wandte sich mit der Bitte um Hilfe an den kanadischen Ministerpräsidenten Pierre Trudeau, der Maurice Strong (Vorstandsvorsitzender von Petro-Canada) nach Vietnam sandte. Dieser nahm seinen Vertrauten John Ralston Saul mit nach Hanoi, damals für Westler ein kaum zugänglicher Ort. Fiktionalisiert eröffnet Saul mit diesem Hanoi-Trip den Roman BARAKA und die Field-Trilogie.

Die nicht sehr sympathische Figur des Kanadiers John Field ist die verbindende Figur der drei Romane, spielt aber nur im dritten die Hauptrolle. Er war als Journalist nach Südostasien gekommen und nach den Kriegen in Bangkok hängen geblieben: „Ich schreibe kaum noch. Stattdessen benütze ich meine Verbindungen, um Gartenmöbel zu verkaufen.“ Bangkok ist Fields Stadt und spielt im dritten Roman neben ihm die Hauptrolle. Von der Struktur her sind die beiden ersten Romanen dagegen „Quests“.

In BARAKA geht es um einen Öldeal für Waffen (die von der amerikanischen Armee in Vietnam zurückgelassen wurden) und den Guerilla-Krieg der Polisario. Es geht aber auch um verlorene Träume, Korruption, Mut, Freundschaft und Liebe. Alles vor einer schönen exotischen Lebenswelt, verstellt von menschlicher Unzulänglichkeit.

By the way: Der erste Thriller, der die Machenschaften der Ölgesellschaften als kriminell erkannte, war wohl THE TELEMAN TOUCH, 1958, des ebenso konservativen wie brillanten Briten William Haggard.

In NEXT BEST THING sprach Saul 1986 bereits das “koloniale Erbe“ als Raubgut an. Der Roman ist in vielem André Malrauxs DER KÖNIGSWEG verwandt (dieselbe Quest-Struktur), teilt aber nicht die Legitimation von Plünderung. Malraux selbst hatte sich ja des Kunstraubes in Kambodscha Ende der 1920er Jahre schuldig gemacht, bevor er aus seiner kolonialistischen Straftat seinen großartigen Roman destillierte.

Angefüllt mit Illusionen, die vom SCHATZ DER SIERRA MADRE übrig geblieben sind, sind aber Struktrur und Plot an DER KÖNIGSWEG angelehnt. Denn in Malraux´ Roman geht es auch um das Plündern von Tempeln (in Kambodscha). Unwahrscheinlich, dass der frankophile Ralston Saul Malrauxs Buch nicht kannte, bevor er DIE VIER BUDDHAS (deutscher Titel) schrieb.

James Spenser, Ex-Kurator des Victoria and Albert Museum, will in Burma den Ananda-Tempel plündern: Dort hat er es auf 20 Statuetten abgesehen, die das Leben Buddhas darstellen. Mit der Hilfe von John Field stellt er dafür seine üble Mannschaft zusammen. Darunter der mysteriöse Amerikaner Blake, während des Vietnamkrieges einer der besten Guerilla-Führer Südostasiens und „Lahu-Gott der dritten Generation“.

Spenser ist ein kranker Charakter, wie ihn nur die westlichen Zivilisation hervor bringen konnte: Kunstwerke sind sein Fetisch und erregen ihn mehr als alles andere auf der Welt. Er ist von ihnen besessen wie Jean des Esseintes in Huysmans À REBOURS, den Saul sicherlich ebenfalls gelesen hatte. Fest verwurzelt im Kapitalismus, interessiert ihn Geld nur als Tauschwert. Ganz Imperialist, raubt er alles, was er nicht kaufen kann.

Es ist die Zeit, in der die die Shan-Army die größte Narcos-Armee der Welt stellte und ihr Führer Khun-Sa als größter Opium-Händler durch die Gazetten geschleift wurde (dabei hatte er den Regierungen der USA und Australiens angeboten, die für den Shan-Staat überlebensnötige Opium-Ernte für jährlich 40 Millionen Dollar kaufen und vernichten zu können). Es war die Zeit der schweren Kämpfe zwischen den nördlichen Ethnien und den birmanischen Regierungstruppen.

Saul war einige Monate mit der Shan State Army unterwegs gewesen und gibt hier ein genaues Bild der Zustände ab. “I’ve been with guerrillas in the jungles and felt no sense of danger. But hearing the human sounds of the pigs, with an iron hook locked in their jaws, was one of the most horrifying experiences I’ve ever had.”
Zentralr Handlung ist Spensers Reise zum Ananda-Tempel und zurück, die Gefahren und Charaktere, denen er ausgesetzt ist.

Für viele ist der Abschlussband, THE PARADISE EATER, der Höhepunkt der Trilogie. „This is the first novel I’ve written with which I’m perfectly satisfied.”

Der primitive Klappentext der deutschen Ausgabe (TEUFELSKREIS BANGKOK) wird dem Roman nicht gerecht:
Die Unterwelt von Bangkok ist sein Zuhause, Prostituierte und Dealer sind ihm vertraut. Eigentlich sollte ein Mord mehr oder weniger den Gelegenheitsjournalisten John Field nicht beunruhigen. Doch als seine Exgeliebte und ihr Mann getötet werden, wird er aus seiner Lethargie aufgeschreckt.

Das erste Kapitel mit Fields Krankenuntersuchung ( er hat sich inzwischen Gonorrhöe eingefangen) hätte es für mich allerdings nicht gebraucht und ich kann ähnlich zartbesaiteten Burschen von der Lektüre der ersten Seiten nur abraten.

Field gerät ins Visier von Narcos und durchstreift ein Bangkok, dass Touristen so nie zu sehen bekamen. Einige Old Asia Hands bezeichnen es noch heute als den besten Roman, der je über die Stadt geschrieben wurde.

“I try to create a sense of urgency and terror which, I suppose, translates into a reader turning the pages. But nothing is clarified in the end. My main character, John Field, isn’t a hero. He’s not out for justice. He’s weak, he has no strong sense of ambition.”

Hintergrund der Story ist wieder der Rauschgifthandel. Eine für damalige Verhältnisse Riesenmenge an Drogen soll aus Laos geschmuggelt werden. Während unerwünschte Mitwisser ermordet werden, kann Field nach Bangkok fliehen, wo er von Auftragsmördern gejagt wird und das korrupte Lebenssystem der Stadt durchläuft.

Natürlich strotzt auch PARADISE EATER von Nebenfiguren, die man noch nie gelesen hat. Eine der interessantesten Figuren ist Paga. Als Mädchen vom Land kam sie einst nach Bangkok, um als Hostess zu arbeiten. Nun kontrolliert sie 500 Nutten und verdient Millionen. “She’s modeled after a real-life woman whom I met and who was absolutely delighted with the idea of having this large foreigner sitting in the car with her when she made the rounds of her brothels to pick up her payments. I’ve had years and years of listening to male locker-room talk, but with Paga I was talking with an expert from the other side. She understands male psychology. She makes Freud sound like a Sunday painter.”

Graham Greene wäre Stolz auf dieses Buch gewesen.

Es ist höchst bedauerlich, dass Saul keine weiteren Thriller mehr geschrieben hat. Er wäre heute ganz sicher einer der Allergrößten im Genre. Aber immerhin gab er uns die Field-Trilogie, die ein Monument in der Geschichte des Polit-Thrillers ist.

P.S.: Es ist reizvoll, Saul neben Stephen Beckers Asien-Thriller zu lesen. Völlig unterschiedlich, aber in der hohen Qualität vereint.

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EL CHAPO: Die 3.Welt kommt zu dir by Martin Compart
18. Januar 2019, 2:35 pm
Filed under: El Chapo, ORGANISIERTE KRIMINALITÄT, Politik & Geschichte, Rauschgift, TV-Serien | Schlagwörter: ,

Die von der spanischen Produktionsfirma Univision Studios für Netflix produzierte Serie EL CHAPO erzählt die beeindruckende Lebensgeschichte des neben Pablo Escobar populärsten Großhändlers für Freizeit-Pharmazeutika.

Die bisherigen drei Staffeln (2017-18) wurden von Silvana Aguirre,und Carlos Contreras entwickelt und geschrieben.

Erinnert sich noch jemand an Ricardo Tubbs weise Worte in MIAMI VICE? „Du brauchst nicht in die 3.Welt gehen, Sonny – sie kommt zu dir.“
Genauso ist es mit der TV-Serie EL CHAPO (drei Staffeln): Sie bringt dir die dritte Welt ins Fernsehzimmer.

Es fängt alles ein bisschen anstrengend und harmlos an. Etwas gereizt zieht man Vergleiche mit der glatteren US-Produktion NARCOS (die man ebenfalls nur empfehlen kann!). Es braucht drei oder vier Folgen, um in diese hoffnungslose Welt einzutauchen um dann in ihr fasziniert abzutauchen. Sie müssen erst den Rhythmus finden. Die Serie wird von Folge zu Folge intensiver.
Die Gefängnisszenen in den drei letzten Folgen der ersten Staffel sind von einer Intensität, und vor allem auch psychischen Brutalität, wie man es noch nie gesehen hat.
Gedreht ist sie in einem banalen Realismus, der jederzeit mögliche Gewaltausbrüche als Selbstverständlichkeit impliziert.
Für die Schauspieler lässt sich kein schlechtes Wort finden. Wahrscheinlich haben drei Staffeln EL CHAPO soviel gekostet, wie fünf Folgen NARCOS. Das sieht man. Zu ihrem Vorteil, denn NARCOS wirkt dagegen wie ein übliches geleckte Hollywood-Projekt für gelangweilte Gymnasiasten aus gutem Haus.
Die Serie macht ganz klar: In dieser 3.Welt gibt es nur Täter und Opfer. Dazwischen ist kaum Platz für Alternativen. Man muss sich für eine Seite entscheiden.

„Wir werden den Drogenhandel nicht ausrotten können, Herr Präsident. Aber wir können ihn kontrollieren, indem wir mit dem dicksten Fisch zusammenarbeiten, der die anderen frisst.“

Der mexikanische Kriminalschriftsteller Paco Taibo II sagte mir mal: „Ihr Europäer jammert darüber, dass die Mafia so mächtig ist, dass sie den Staat bedroht. Bei mir zuhause ist der Staat die Mafia.“

In der 2.Season zeigt eine Folge, was der angebliche Krieg gegen die Drogen-Mafias mit der Bevölkerung macht. Deprimierender geht es kaum! Danach weiß man, das keine Mauer die aufhalten wird, die diesem Inferno entkommen wollen. Da würde ich lieber mit einem Schlauchboot den Atlantik zu überqueren versuchen. Und explodiert ist alles mit Bill Clintons NAFTA-Abkommen, dass korrupten Politikern, Drogen-Kartellen und US-Konzernen immensen Reichtum bescherte, während die Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes zu Mindestlohn-Sklaven herab gewürdigt werden.

Keine Serien für schwache Mägen. Eines wird uns Marzipanpüppchen durch die Serie deutlich: In der 3.Welt mag keiner von uns leben. Gebt uns die Vorteile von NAFTA (dadurch kann man kaum noch Grenzkontrollen vornehmen, denn dann müsste die marode US-Industrie ein Jahr auf Zulieferer aus Mexiko warten), und lasst die Probleme im Land. Eine Mauer schützt nicht vor den erwünschten Drogen, aber unzureichend vor ihren Opfern.

Die Gringos tauchen nur sporadisch und am Rande auf. Wenn sie unzufrieden sind. Dann maßregeln sie den mexikanischen Präsidenten in unfassbarer Arroganz und sagen ihm, was er gefälligst in ihrem Sinne zu tun habe. Das bezieht sich dann auch noch auf Guatemala, San Salvador usw. Man erkennt, wie der US-Imperialismus seit über hundert Jahren seinen Hinterhof foltert, manipuliert und ausbeutet. Das Korruptionsgeflecht, aus dem die Staaten bestehen und die keine zu bewältigende Ausnahme sind, wird in der Serie so greifbar, dass man beim Zusehen am besten ein paar Kotztüten bereit hält. Jeder Lateinamerikaner ist ein potentieller Asylant. Kein Wunder, dass Kuba als einziger Leuchtturm des Kontinents (siehe Michael Moores Film SICKO über das US-Gesundheitssystem im Vergleich zum kubanischen) von den USA seit 1960 mit psychopathischen Hass bedroht wird.

El Chapo von Malcolm Beith

Alles ist bestens recherchiert und durch einschlägige Literatur belegt. Lediglich die Namen der an Ekelhaftigkeit nicht zu überbietenden Politiker wurden aus mir unverständlichen Gründen geändert. Um sie zu entschlüsseln, empfehle ich als Begleitbuch zur Serie: EL CHAPO von Malcolm Beith, Heyne Hardcore, 2011.
Da El Chapo inzwischen an die USA ausgeliefert ist (nachdem er blöderweise dem genauso unnütz ambitionierten wie dummen Hollywood-Menschen Sean Penn ein Interview geliefert hatte, wurde sein Standort durch die SMS-Kommunikation mit Penn gepeilt und Chapo festgenommen) und sein Prozess durch die Imperialmacht läuft, bleibt es abzuwarten, ob es mal eine vierte Staffel geben wird.



das MODERN TALKING der deutschen Literatur-Szene by Martin Compart

Nora und Dieter beim Empfang des Siegfried Fitzeck-Gedächtnispreis.

 

Ist da bei Nora was Kleines unterwegs?

Das  kann nur das Frühstücksfernsehen entscheiden!

 

Man muss sie liebhaben, diese kleinen Racker, oder?

 



DER SPION, DER AUS DER WÄRME WOLLTE 3/ by Martin Compart

Am 3.April 1969 verließ Adam Diment London zusammen mit der schönen Kubanerin Camille, die er auf einer Party kennengelernt und THE BANG BANG GIRLS gewidmet hatte.

In den nächsten zwei Jahren lebte er mit ihr in einer Villa in Rom, trieb sich aber auch in Asien, auf Ibiza und in anderen Ländern herum. Geld spielte keine Rolle: Die McAlpine-Quelle sprudelte auch durch Lizenzen und Übersetzungen. Insgesamt soll Diment mit seinen McAlpine-Romanen etwa 100.000 Pfund verdient haben. Aber das sind nur Spekulationen, die auf Schätzungen basierten.

Jedenfalls genoss Diment das Leben in vollen Zügen und dazu gehörten natürlich Drogen. Und ganz dem Zeitgeist entsprechend, zog es ihn in indische Ashrams.

Er hatte sich wohl auch ein paar Feinde und viele Neider gemacht: Zwei anonyme Briefe an die Bank of England beschuldigten ihn der Geldwäsche und des Drogenhandels. Diment wurde nicht belangt, da es bis auf die anonymen Briefe keine Verdachtsmomente gab.

Diment kehrte schließlich in seine Londoner Wohnung in der Tregunter Road 28 in Fulham zurück. Im Gepäck das Manuskript des vierten McAlpine-Romans, das er in Rom verfasst hatte.

1971 erschien THINK INC, Diments letzter McAlpine.

Think Inc. came out in 1971, although seems to be set three years earlier, and is a bleaker novel with bloodier violence than the earlier McAlpine adventures. The hero is kicked out of British intelligence after a defecting spy gets killed, and has to go on the run. In Italy he’s blackmailed into joining a criminal gang and helps them with everything from kidnapping an film starlet to hijacking a Boeing 707. The tone is gloomy.

What’s London like now?’ someone asks.
‘Coming down off its high. The scene is shifting but nobody is sure where to.’

Characters are  better drawn than Diment’s previous caricatures, with a young prostitute effectively and sympathetically sketched in. The book has a grim ending, with McAlpine barely escaping an ambush that wipes out the rest of the gang and probably kills the woman he’s come to love. Add in McAlpine’s moments of introspection in which he realises how sick he is with the violence and casual sex, and it doesn’t seem too surprising this was the last book Diment wrote.“ (Othen)

John Michael O´Sullivan: „The novel starts in the aftermath of an international operation gone badly awry. After a tense showdown with Quine, McAlpine is cut loose and, avoiding an assassination attempt, he bids a dry-eyed farewell to Swinging London and goes on the run. Wandering through Europe, he joins an international crime gang and falls unsentimentally in love, or something like it. It’s a story without hope, each chapter hammering another nail in the coffin of Diment’s “switched-on spy”. It ends on a bleak, tantalising cliffhanger, with McAlpine alone, under attack, out of lives and luck.“ (https://www.esquire.com/uk/culture/news/a9161/the-case-of-the-missing-spy-novelist/ )

„There was a certain bitterness and a certain melancholy in the three previous books despite their garish clothing and wild situations. By Think, Inc., that dark streak has become more prominent. It’s more cynical. It’s more violent.“

Es gab diesmal keinen Presse-Hype und der Erfolg des Buches hielt sich in Grenzen. Das war vielleicht mit ein Grund dafür, das weder Diment noch sein Verlag darauf bestanden, den Sechs-Romane-Vertrag zu erfüllen. Diment hatte genug von seinen Thrillern. Was wirklich bedauerlich ist, denn mit THINK INC verdeutlichte er, wie sensibel er für Zeitstimmungen war und wie faszinierend er diese in Literatur umsetzen konnte.

Neben all diesen Verdiensten ist „Adam Diment“ in erster Linie ein Meisterwerk der Medienkomplizenschaft.

Die Swinging Sixties waren vorbei. Die Zeiten wurden rauer, wie Filme wie GET CARTER und VILLAIN verdeutlichten.

Der Aston Martin wurde verkauft und Diment ging in die Schweiz. Er fuhr einen alten Fiat und arbeitete einige Zeit als Lektor für einen Verlag, der psychologische Bücher heraus gab.

Das Geld aus den McAlpines finanzierte weitere Reisen und Drogen. Angeblich schrieb er auch Bücher, die kein Verlag veröffentlichen wollte. Das erscheint mir recht unwahrscheinlich. Auch wenn ein Verlag Diments neue Bücher nicht gemocht hätte, würde man doch zumindest einen Versuch mit ihnen gemacht haben. Schließlich hätten sie auf die weltweite Reputation hoffen können.
Wahrscheinlicher ist wohl die Annahme, dass Diment immer tiefer vom Drogensumpf aufgesaugt wurde. Vielleicht ist er – wie so viele – in den 1970ern von Cannabis auf härteres umgestiegen…

Irgendwann musste er das Geld durchgebracht haben, Ein Zeitzeuge behauptete, Ende der 70er hätte Diment als Minicab-Fahrer in London gearbeitet.
American backpacker Clay Caughman met Diment in a remote Nepalese hotel, where they co-existed for a time. “We were just really, really quick friends. Adam’s room was next door to mine, and he had a little portable Remington Underwood. He typed every morning, and then this ganja guy would come by and sell us weed every afternoon. We talked a lot, mainly about writing. And he was still living off the proceeds of The Great Spy Race, I remember that!” But when Suzie Mandrake saw him in London at the end of the Seventies, those funds appeared to have dried up. “We’d already lost touch. I was studying painting by then; he pulled up beside me at a bus stop as I was going from one class to another, and said he was working as a minicab driver.” (Othen)

1975, als Diment in Zürich lebte, veröffentlichte der OBSERVER den Artikel „Whatever happened to Adam Diment?“, der kurz für neues Interesse sorgte. Aber Diment scheute die Öffentlichkeit, gab keine Interviews und ließ nicht zu, dass die McAlpine-Thriller neu aufgelegt werden.

Irgendwann in den 1980ern ließ er sich als Landwirt in Kent nieder, heiratete und bekam zwei Söhne.

Er legt nach wie vor keinen Wert auf Öffentlichkeit und es hat lange gedauert, ihn dazu zu bewegen, dass seine Roman neu aufgelegt werden. Zu seinen Bedingungen gehört, dass er weder für Marketing-Strategien, noch für Interviews zur Verfügung steht.

2009 sorgte ein Artikel in dem wunderbaren Blog ANOTHER NICKEL IN THE MACHINE für neues Interesse Diment: http://www.nickelinthemachine.com/2009/08/the-disappearance-of-the-author-adam-diment/ .

Zeitgenössische Thriller-Autoren wie Tom Cain, Peter James, Jeremy Duns oder Adrian Magson „outeten“ sich als Diment-Bewunderer.

Duns: „Despite the marketing on the sex, drugs and rock’n’roll, the books are rather down to earth. I think they’re very under-rated. The marketing at the time sold them as a cool alternative to boring, middle-aged James Bond, and Diment was presented almost as a stand-in for his character. I think that meant people took them less seriously and they were largely forgotten as a result, consigned to a drawer marked ‘novelty act’… His writing is as compelling when describing the mundane – the grey murk of midwinter London, the monotony of office life – as it is when McAlpine decamps to a tropical island or a Swedish orgy. I think the ‚Austin Powers‘ stuff now distracts from just how good a lot of his writing was: he had taut plots and some great sardonic prose.

Tom Cain: „His stories are thoroughly Bond-esque… Agent 007 would have been clueless in the world of the Beatles and the Stones, miniskirts, Flower Power and demonstrations against the Vietnam War. Adam Diment, however, was utterly in his element and his four books are to Bond what Sgt. Pepper was to The Sound of Music: a signal of something clearly rooted in the past that is, at the same time, utterly new.



Der neue Coup des bösen Rollstuhlfahrers by Martin Compart

Wenn es darum geht, die Organisierten Kriminalität zu unterstützen, ist Finanzminister „Don“ Rollstuhl immer bereit. Nachdem er den Ankauf der Steuerentzieher-CDs nicht verhindern konnte, ist sein neuester Coup die Erleichterung der Geldwäsche. Ohnehin ist Deutschland ein beliebtes Geldwäscheland für Terroristen, internationale Mafia-, Pädophilen- Ringe und Drogenkartelle. Die Deutsche Bank hilft da weltweit gerne. Schäubles brisante Idee: Künftig soll sich der Zoll und nicht mehr das Bundeskriminalamt um Geldwäsche kümmern. Das hat für die betroffenen Geldwäscher den Vorteil, das der Zoll diesbezüglich nicht über das knowhow verfügt, weniger als die Hälfte des Personals beim BKA einsetzt und die beim Zoll geplante „Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen“ lediglich eine Verwaltungs-, aber keine Strafverfolgungsbehörde wird, die nicht auf sensible Daten zu Organisierter Kriminalität und Terrorismus zugreifen darf.

In Sizilien, Mexiko und Osteuropa hört man die Korken knallen! Wenn die Einbrecherbanden bei uns durch sind, können sie wenigstens das Geld auch gleich bei uns waschen und vielleicht dafür Aktien kaufen, um von der B-Kriminalität in die A-Kriminalität aufzusteigen.

Hatte man zuvor noch naiv geglaubt, Schäuble sei nur der dämlichste Finanzminister der deutschen Geschichte, so scheint jetzt bewiesen, dass er klug die Arbeitsplätze der oben genannten Branchen sichert und sogar zur Vollbeschäftigung und darüber hinaus verhilft. Sicher: Wir sind noch nicht Panama oder Malta, aber auf einem guten Weg.
Immer mehr internationale Verbrecher mit Niveau investieren ja auch in deutsche Immobilien und sorgen so für Wohnraumknappheit; womit sich wiederum gut spekulieren lässt und Arbeitsplätze sichert, etwa für Makler oder Entmietungsfirmen (die wiederum zur organisierten Kriminalität gehören)


Ich habe selten ein Gesicht gesehen, in das sich Gemeinheit. Schadenfreude und Menschenverachtung so tief eingegraben hat. Beim Quälen der Griechen lief er zu Hochform auf, geiferte vor Machttriumph, das ihm fast der Sabber runterlief. Hätte er etwas mehr Format, würde er einen guten Bond-Schurken abgeben.


Am 5.August hat es nun auch DER SPIEGEL mitgekriegt:

http://www.spiegel.de/karriere/zoll-leidet-unter-akuter-personalnot-a-1161367.html

 



NEWS: DARKNET by Martin Compart
24. Juli 2016, 1:19 pm
Filed under: NEWS, Rauschgift | Schlagwörter:

Dank des investigativen Journalismus der Mainstream-Medien wissen wir jetzt, dass aller Übel der Welt im Darknet  lauert, also dort, wo Mohamed das Kommunistische Manifest hinterlegt hat und Putin alte Sowjetwaffen feil bietet, Dort findet man auch so subversive Events wie DIE FANMTASTISCHEN 4 Nummer 6 aus dem Williams Verlag,

Deshalb hier den Zugang zum Darknet:

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Schließt euch dem Kampf gegen das diabolische Internet an:

JUST SAY NO!



Stille Momente der Geschichte: Verdiente Pause am Hindukusch by Martin Compart
18. September 2012, 10:24 am
Filed under: CIA, Nazi, NEWS, ORGANISIERTE KRIMINALITÄT, Politik & Geschichte, Rauschgift | Schlagwörter: , ,

„US Marine snipers from Charlie Company, 1st Recon Batallion, relaxing at
Camp Pendleton (!), Afghanistan, in Sept 2010, with their two favourite
flags.“

Wenn hohe Bildung, Traditionsbewusstsein und natürliche Intelligenz zusammen kommen, dann weiß auch der begabte Ex-Verteidigungsminister Struck (SPD), dass die Freiheit des Marktes am Hindukusch bewahrt bleibt und wir auch 2012 ein Wachstum im hart umkämpften Opium-Markt erwarten dürfen.
„Verglichen mit 2010 habe der Gesamtwert der Opiumproduktion 2011 um 133 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zugelegt, teilte das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Freitag mit (Zur Studie: Afghanistan – Opium Survey 2011)…“(faz.net)
Das dürften die Rating-Agenturen beruhigen. Vielleicht auch ein künftiges Wirtschaftsmodel für das mediterrane Griechenland?