Martin Compart


STAMMTISCHGEGRÖLE 6:Neues aus der Welt des Buches by Martin Compart
30. Juli 2010, 8:07 am
Filed under: Bücher, Krimis, Stammtischgegröle, Ted Lewis | Schlagwörter:

Bücher, besonders Taschenbücher, sahen in den letzten Jahrzehnten selten ansprechender aus als heute. Gutes Papier, ansprechender Satzspiegel. Wenn ich einen durchschnittlichen Thriller mit den Ullstein-Thrillern meiner Zeit vergleiche, sehe ich den Unterschied sofort: Manchen Ullstein-Krimi kann ich heute kaum noch mit der Lesebrille entziffern. Wunderbar! Anders sieht es mit der von mir so oft beklagten inhaltlichen und personellen Qualität aus. In den letzten zwanzig Jahren bin ich über so manchen Verantwortungsträger oder Wasserholer in Verlagen gestolpert, dass ich glaubte, ich hätte es mit Mitarbeitern eines Fernsehsenders zu tun (deren Niveau wird bekanntlich nur noch durch die BILDzeitung getoppt). Kürzlich hatte ich wieder eine dieser Begegnungen der dritten Art, die mir einmal mehr zeigt, wie gering heute die Kenntnisse vom eigenen Handwerk sind.

Mich erreichte die Mail eines mittleren Verlages – kein selbstausbeuterischer Klein- oder Fanverlag – der sich durch ein eigenwilliges, durchaus originelles Programm sehen lassen kann (hatte aber nie einen ihrer Titel in der Hand und kann weder Umsetzung noch Übersetzungen beurteilen):

Sehr geehrter Herr Compart,
im Rahmen einer Reprint-Reihe möchten wir die Jack-Carter-Trilogie von Ted Lewis neu auflegen. Mit dieser Edition sollen Titel, die in Deutschland entweder vergriffen sind oder denen hier nicht der Erfolg beschert war, den sie verdient hätten, erneut auf den Markt kommen.
Starten wollen wir mit dem Band „Jack Carters Gesetz“ (‚Jack Carter’s Law‘). Um die Titel angemessen zu würdigen, wollen wir sie mit einem kommentierenden Anhang versehen – weshalb wir Sie nun gerne dazu einladen würden, einen Artikel (max. zehn Seiten) zu schreiben, der sich mit Ted Lewis als Autor sowie der Rezeption und dem Einfluss seiner Bücher befasst.
Wir würden uns freuen, wenn Sie Interesse daran hätten, gemeinsam mit uns Ted Lewis dem deutschen Publikum noch einmal vorzustellen.
mfG
LEKTOR

Na schön, dachte ich. Lewis zu bringen, ist immer ein Wagnis. Nur hatte man bei diesem Vorhaben wohl was übersehen. Ich schrieb zurück:

Lieber Lektor,
freut mich, dass Sie die Carter-Trilogie neu auflegen wollen. Allerdings ist die Hardcoverausgabe von JACK RECHNET AB nach wie vor lieferbar, wie mir Herr Fuchs von STRANGE/FANPRO versicherte (auch wenn sie nicht mehr bei AMAZON als solches angeboten wird).
Falls Konditionen und Zeitrahmen mit meinen Interessen vereinbar sind, bin ich gerne zur Mitarbeit bereit. Ich habe mir ein wenig Ihr Verlagsprofil und Programm angesehen und den Eindruck (der vielleicht etwas übersehen hat), dass Sie mit Ted Lewis einen ersten Vorstoss bei den Angelsachsen versuchen möchten.
Mit freundkichen Grüssen,
Martin Compart

Ein Blick ins Verzeichnis lieferbarer Bücher hätte dieses Fakt natürlich schon im Vorfeld geklärt. Aber es wird noch besser:

Lieber Herr Compart,
freut mich, dass Sie grundsätzlich Interesse an dem Reprint-Projekt von Ted Lewis‘ Romanen haben.
Wir klären derzeit die Lizenzsituation und melden uns wieder, sobald wir Genaueres wissen.
MfG
Lektor

Wie bitte? Die fragen nach einem Nachwort ohne vorher abgeklärt zu haben, wo die Rechte an Lewis zur Zeit liegen, diese bereits gekauft zu haben oder wer die Lizenzen hält? Normalerweise kümmert man sich um Nachworte oder Anhänge, wenn man die Verträge mit dem Lizenzgeber in trockenen Tüchern hat und auch die kostenintensiven Übersetzungen, die einem so manche Kalkulation verhageln, sicher hat. Meine Antwort:

Lieber Lektor,
Unglaublich professionell!

Kurz darauf:

Lieber Herr Compart,
mit Blick auf Ihren ironischen Zungenschlag präzisiere ich: Wir waren
ohnehin dabei, die Lizenzsituation zu klären und warten diesbezüglich
seit geraumer Zeit auf eine Antwort aus England. Unabhängig davon wollte ich
für unsere Planung im Vorfeld ganz allgemein abklären, ob Ihrerseits
Interesse an einem kurzen Artikel besteht. Nicht immer lässt sich alles in der
optimalen Reihenfolge und strikt linear erledigen.
mfG
Lektor

Ja, vielleicht sollten künftige LOVE PARADES (eigentlich: DRUG PARADE) von Leuten organisiert werden, die schon Erfahrungen in der Buchbranche gesammelt haben. Also noch einer:

Lieber Lektor,
die Rechte für den deutschsprachigen Raum liegen bei der Liepmann.Agentur, Zürich. All diese Dinge kläret man im Vorfeld.
Grüsse,
MC

Wie ist der alte Vergleich? Das Pferd von hinten aufzäumen? Irgendwann bekäme ich wahrscheinlich eine Mitteilung, dass der Verlag aus irgendwelchen Gründen nun leider doch nicht die anvisierten Bücher machen könne und man deshalb wohl momentan auf das Nachwort verzichte. Unnötig hätte man mich verärgert. So hat man mich im Vorfeld verärgert und mein Vertrauen in die Menschheit erschüttert! Man sollte sich heute nicht darüber aufregen, dass der Markt so unglaublich viele (scheiß)Bücher hervorbringt, sondern, das überhaupt Bücher erscheinen.

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DR.HORROR: GOODBY MAO by Martin Compart

Und hier, wie versprochen, die erste Kolumne von Deutschlands bedeutenden Kulturpessimisten:

Des Sandmanns großer Sprung nach vorn

Was haben Mao und der deutsche Sandmann gemeinsam?
Mao liegt aufgebahrt in seinem Mausoleum in Beijing, vor dem sich lange Schlangen stauen, obwohl er – will man eingeweihten Fachhistorikern glauben – nie gebadet hat, sondern seinen Körper nur von einem Leibkommunisten mit heißen Handtüchern abreiben ließ. Er hat sich auch nie die Zähne geputzt, sondern nur mit grünem Tee gegurgelt. Und geraucht hat er wie ein Schlot. Dabei immer scharfes Zeug aus Hunan, der heimischen Provinz, gegessen, nachdem er Schlafpillen genommt hatte. Deshalb ist er noch beim Abendessen eingeschlafen, und Leibkommunistinnen mussten seinen Mund mit Stäbchen säubern, bevor sie ihn zur Ruhe betteten.
Vor allem hat er die Jugend zur Kulturrevolution aufgerufen. Den deutschen Sandmann hätte er garantiert zwecks Umerziehung aufs Land geschickt…
Unser aller (Ost-) Sandmann ist nach der deutschen Vereinigung allerdings nicht als Stasi-Spitzel enttarnt worden und, dank reichlich Alkoholkonsum, lallend in der Gosse gelandet. Auch mussten sich seine Helfershelfer nicht vor Gericht verantworten wie die Mao-Sippe. Vielmehr ist der Sandmann zum gesamtdeutschen Superstar mutiert. Schließlich hat er, trotz seiner weit entfernten Ähnlichkeit mit Walter Ulbricht, die gelegentlich allzu renitente Kinderschar nur in den Schlaf gewiegt.
Es ist übrigens wenig bekannt, dass es Mao war, der Ulbricht gelegentlich eines Besuchs zum Bau eines antifaschistischen Schutzwalls riet, nach dem Vorbild der Großen Chinesischen Mauer.

Jetzt aber ist nicht nur Mao in einem großen chinesischen Spielfilm auf die Leinwand zurückgekehrt, der die Gründungsphase der Volksrepublik besingt. Auch der Sandmann hat, zum 50. Jubiläum, sozusagen einen großen Sprung nach vorn gemacht und seinen eigenen Kinofilm bekommen.
Deutsche Kinderfilme und chinesische Politfilme sind – und das haben sie gemeinsam – politisch korrekt: Früher durften wir uns bei deutschen Kinder- und Hausmärchen gruseln und wurden, zur Freude der Erwachsenen, in unsere kindlichen Schranken gewiesen. Im deutschen Kinderfilm aber darf man sich nicht gruseln, allenfalls ein Nickerchen im Kino machen, wenn „Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland“ läuft, mit der Stimme von Volker Lechtenbrink, der einen langen Weg gehen musste, von Bernhard Wickis „Brücke“ bis zur Stimme des Sandmanns.
Diese Kultfiguren sind heilig und sollten nur mit Ehrfurcht betrachtet werden: Chairman Mao – der Sandmann – Jesus Christus in biblischen Filmen von Cecil B. DeMille bis George Stevens.
Beim Verlassen des Kinos, in dem der „Sandmann“-Film voraufgeführt wurde, auf der Berliner Bleibtreustraße, die im Volksmund schon mal Bleistreustraße hieß, holte mich nach ausgiebigem Schlaf die Realität ein: Drei Polizisten in Zivil hatten einen jugendlichen Delinquenten auf den Gehweg geworfen und ihn mit Handschesseln gefesselt. In seiner Hosentasche fand sich simples Werkzeug zum Einbruch in ein Geschäft oder zum Knacken eines Autos. Die Untersuchungen werden wohl nicht viel ergeben haben. Längst wird der junge Mann wieder auf freiem Fuß sein. Wie der elfjährige libanesische Junge, der in Berlin Drogen verkauft. Auf der Straße wächst eine Generation heran, auf die weder der Traumsand des Sandmanns noch die Chinesische Kulturrevolution einen Einfluss haben.

Go East!

Durch Berlin fließen Spree und Havel.
In China lockt ein ganz anderer Fluss all jene, die noch nicht vor dem deutschen Fernseher eingeschlafen sind. (Aber keine Bange, das chinesische Fernsehen ist noch ermüdender…)
Die Rede ist vom Geldfluss. Im Gegensatz zu den Peanuts, die man in Berlin verdient, oder dem Hartz IV, das man bezieht (vielleicht benennt man in Zukunft ja Zuwendungen ganz anderer Art in Deutschland nach anderen Übeltätern, etwa Hitler V… wenn schon, denn schon), kann in China jeder daran partizipieren. Die vermeintlich goldenen Berge der so genannten Schwellenländer, die sich nach Amerikas Abdankung in Afghanistan und im Irak nicht mehr im Westen, sondern im Osten befinden, locken auch den aufgeweckten, noch nicht mit provinziell Märkischem Traumsand aus Merkelland benebelten Deutschen.
Allen abenteuerlustigen China-Reisenden empfehle ich die Lektüre eines großartigen Buches „Herr Wu lacht“, das Martin Brandes geschrieben hat, der seit 2001 in Beijing lebt. Darin lässt er sich über Reinigung mit Schmutzwasser, chinesische Klos (davon ein andermal) und Weinliebhaber aus:
„Wein nämlich gilt den Yuppie-Chinesen der gerade entstehenden Mittelschicht als hochschickes Getränk. Die wenigsten wissen jedoch, wie man die verflixte Flasche öffnet.
Meist hacken sie mit dem Küchenmesser auf den armen Korken ein, bis der völlig zerfetzt in der begehrten Flüssigkeit herumschwimmt. Oft wird der Korken auch komplett in die Flasche hineingedrückt, die dann meist eine Weindusche für den Drücker bereithält.“
Sehr zu empfehlen: Edition Glanz & Elend, Strandgut Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008.
Ich jedenfalls habe mich seit geraumer Zeit entschieden, zwischen den Kulturen zu leben, zwischen Berlin und Beijing, mit einem klitzekleinen Schreibtisch, der eine bescheidene Insel im Geldfluss darstellt, ohne Vorkenntnisse der chinesischen Kultur und Sprache, wahlweise mit Kakerlaken am Frühstücksbüffet oder Putz eingedeckt, der von den Hotelwänden fällt, weil man ja doch nächstens ein neues, größeres Hotel (dann aber gleich mit 5 Sternen statt ohne Stern) baut. Nicht in Russland, in China erfährt man den wahren Sinn des Begriffs Potemkinsches Dorf. Gleich auf den bröckelnden Putz folgt nämlich die Pappe. Und auch die goldenen Berge sind vermutlich nur Illusion wie der Scheinriese aus Michael Endes bahnbrechend-chinesifiziertem Kinderbuch-Klassiker „Jim Knopf“.

Meiyou

Xiè-xiè, das heißt im Reich der nicht mehr ganz ausgewogenen Mitte soviel wie danke. Und wenn was nicht geht oder man keinen Bock hat, reicht das kleine Wörtchen Meiyou, Synonym einer Lebensphilosophie zwischen Verzicht und Gelassenheit. Wenn man bei einem Vortrag (delivery of a speech) freundlich mit Ni hao grüßt, erhält man schon den ersten lang anhaltenden Beifall. Obwohl ich nicht verstehe, was die Chinesen um mich herum sagen, weiß ich doch, was sie meinen. Das reicht. Ich kann schmunzeln und muss auch schon mal laut lachen. Hauptsache, das Essen schmeckt. Auch wenn sich KFC (Kentucky Fried Chicken, nach jüngstem Gewinneinbruch in USA) und McDonalds jetzt auch in chinesischen Groß- und „Klein“städten ausbreiten, hat die chinesische Esskultur überlebt, die bekanntlich nicht fett macht. Ich habe inzwischen nur 10 Kilo zugenommen. Das ist der Beweis. Das geht.
Wenn ich gegessen habe, dürste ich nach Tsingtao Bier. Ich habe auch das von einem Deutschen entworfene Biermuseum von Tschingtau oder Qingdao besucht. Es ist eines der besten Museen der Welt für Leute, die an wahrer Kultur interessiert sind. Dabei ist die Bierkultur in China gerade mal hundert Jahre alt, die chinesische Kultur selbst 5000 – und damit älter als Siegfried und die Nibelungen, deren Schatz bisher ebensowenig gehoben wurde wie der von Dschingis Khan, dem mongolischen Welteroberer aus der Nachbarschaft
Nach einigen Jahren der Übung finde ich mich auch im U-Bahnnetz Beijings zurecht. Denn auf den Straßen haben die Autos Vorfahrt, weil sie stärker sind als Fahrräder und Menschen. In Beijing gibt es inzwischen 4 Millionen Autos, aber nach dem Wunsch der deutschen Autobauer, die ja erklärte Umweltschützer sind, sollen es bald 8 Millionen sein. Schließlich sind es ja nicht die Abgase der Autos, die die Luft verpesten, sondern die gase der Rinder. Nicht China oder Amerika, sondern Argentinien ist daher der größte Umweltsünder.

Die Erde gehört den Chinesen!

In Deutschland kommt man, wie Konrad Wolf mal sagte, nur von einer Provinz in die nächste.
In China sagt man sich sinngemäß: Nicht kleckern – klotzen!
Es sind die ungeheuren Dimensionen, die uns alle zum Rind und Herdentier machen und restlos überzeugen. Auch das Wort Mitläufer findet hier zu seiner ursprünglichen Wortbedeutung.
Curt Siodmak, der alte, verstorbene Gruselschriftsteller [„Donovans Gehirn“], sagte mal, dass er, als er nach England und Amerika kam, die Sprache wie ein Baby neu lernen musste. Das habe sein Leben verlängert. In China verhält es sich ähnlich, sofern man nicht Chinesisch spricht und versteht. Drei Monate dort sind für den Sprachunkundigen wie gefühlte fünf.
Die Welt der Zukunft sollte daher chinesisch werden. Zu viel hat der Westen versaut und verbrannte Erde hinterlassen. Trotz Ein-Kind-Politik, von der Minderheiten ausgenommen sind (ein Innerer Mongole sagte mir, er könne Kinder haben so viel er wolle, nur die Vielweiberei sei leider nicht gebräuchlich), sind es 1,3 Milliarden. Insider munkeln, wegen ungenauer Zählweise seien es womöglich schon 1,7 Milliarden!

Urheberrechtsverletzungen

Jahrhunderte blieben die Chinesen unter sich. Jetzt gibt es das Internet, das der chinesischen Nationalkultur und Mentalität des Kopierens oder besser: Raubkopierens erstaunlich nahe kommt.
Copyright? Copy, right!!!
Sie meinen es nicht böse. Sie wollen allein dem verehrten Meister und Schöpfer des Originals ihre Reverenz erweisen. Da sie sich alles merken und auswendig lernen, sind Chinesen hervorragende Kopisten. Sehr häufig, meist beim Kopieren westlicher Produkte, geschieht dies aber ohne Sinn und Verstand, also ohne das Produkt voll zu begreifen. So leiden die Klone unter genetischen Mängeln. Kopiert wird dies und jenes, im Grunde alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Und dabei wird es auch der Wertarbeit beraubt, die in Deutschland ja mal eine Tugend war: standardisiert und normiert.
Es gibt nur diese Alternative: entweder chinesisch oder virtuell.
Virtuell, das heißt am Ende: entkörperlicht, als digitale Wesenheit. Dann schon lieber chinesisch. Denn das Essen schmeckt. Nur, bitte, in der Inneren Mongolei Vorsicht walten lassen, wo sich die Wüste Gobi täglich mehr ausdehnt und das nicht allzu ferne Beijing mit einer Staubschicht überzieht, die jede Abgaswolke durchdringt. Man muss schon aufpassen, dass man beim Essen nicht einstaubt…
Und wenn man einschläft, kommt der Sandmann und pickt einem mit einem Stäbchen die Essensreste aus dem Mund. So einen Service bekommt man daheim in Deutschland nicht…

Rolf Giesen
23. Juli 2010



STAMMTISCHGEGRÖLE 5: SEBASTIAN FRANKENHEIMER-PASSAUER GRINSEBACKE by Martin Compart
9. Juli 2010, 7:58 am
Filed under: NEWS, Porträt, Stammtischgegröle | Schlagwörter:

Dass von den Kirchen neben Kinderschändern auch nichts Gutes kommt, beweist der ehrenamtliche Seelsorger Sebastian Frankenheimer, Öko-Depp und Volksbegehrer. Ihm verdanken wir das durchgesetzte und erfolgreiche Begehren eines Rauchverbots in der Gastronomie. Was ja nur ein Anfang sein kann. Der Blockwart zur Kontrolle heimlichen Rauchens auf dem eigenen Klo scharrt schon mit den Hufen. In diesem Volksbegehren bestimmten 2,1 Millionen Arschlöcher über eines der wenigen Freiheitsrechte der Gesamtbevölkerung. Selbst Hitler hatte breitere Unterstützung (immerhin hatte er 1932 33,1 % der Gesamtbevölkerung hinter sich scharen können) für seine Ziele, die diesen Nikotinfaschisten ja nicht unähnlich waren: Die absolute Kontrolle über das Volk, die totale Aufgabe des Individuums zu Gunsten eines Staates, der Einfluss auf alle Lebensbereiche nimmt.

Der Vater, der Zivilangestellter bei der Bundeswehr war, hätte sich für seinen Sohn eine andere Laufbahn gewünscht – etwas Handfestes. „Von ihm habe ich nie gehört, dass er stolz auf mich ist“, sagt Frankenberger. In der SZ. Wohl kein Wunder. Sein Lebenslauf ist gekennzeichnet von großem Versagen und esoterischen Anstrengungen.

WIKIPEDIA kennt seinen unrühmlichen Lebenslauf:
Frankenberger besuchte von 1992 bis 2001 das Adalbert-Stifter-Gymnasium in Passau. Anschließend folgte ein Lehramtsstudium, ehe er ab 2003 an der Universität Passau Theologie studierte. Beide Studiengänge beendete er jeweils ohne Abschluss. Er machte anschließend diverse Ausbildungen, z. B. zum Notfallseelsorger oder staatlich geprüften Fremdenführer für Österreich. Ebenfalls seit 2003 arbeitet er als Kostümtheater-Führer bei den Passauer Stadtfuchs-Touren. 2007 gründete er in Linz mit zwei Mitarbeiterinnen den Stadtlux, interaktive Kostümtheater-Führungen mit gruppenpädagogischen Spielelementen. Mit seinem Interaktiven Kreativ Service inszeniert er Vernissagen und ist als Regisseur von Liveübertragungen tätig.“ Physik abgebrochen, Theologie abgebrochen, aber in mit Perücke in der Stadt rumlaufen und auch noch Seelsorge betreibt wollen! Mein lieber Mann, so eine Type kann sich Gart Ennis nur auf illegalen Substanzen ausgedacht haben! Der schreit ja nach seinem eigenen Comic: DEBILOFACE IM KAMPF GEGEN QUALMO, DEN HÖLLENRAUCHER. Schade nur, dass er so spät geboren wurde: 1958 hätte er kreischend hinter Che und Fidel durch die Sierra Maestra laufen rennen können um ihnen klar zu machen, das man im Wald nicht rauchen darf.


„Zu Schulzeiten wurde er Mitglied der Schüler Union, deren Vorsitz er in Passau übernahm, sowie der CSU. 2004 wechselte er jedoch zur ödp. Seit 2008 sitzt er im Stadtrat von Passau, wobei er den letzten Kommunalwahlkampf mitgestaltet hatte. Im selben Jahr wurde er außerdem stellvertretender Geschäftsführer der bayerischen ödp.“ berichtet WIKIPEDIA. Ein junges Menschlein sucht sich selbst vergeblich und findet Befriedigung in der Unterdrückung anderer. Wie seinerzeit schon General Westmoreand zum Vietnamkrieg sagte: „Haben wir nicht das Recht, ein Volk vor sich selbst zu schützen?“
Das dieses Menschlein eine echt kranke Kreatur ist, zeigt auch folgendes Zitat aus dem SZ-Portrait: Er glaubt „an das Göttliche im Menschen“ und daran, dass Menschen die Welt zum Besseren verändern können. Ist er von seiner Sache überzeugt, gibt er alles. In den Wochen des Volksbegehrens schaffte er es vor Erschöpfung nicht mehr in seine Wohnung und schlief ein Stockwerk darunter auf der Treppe ein. Sein ganzes angespartes Geld hat er in das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz gesteckt. „Ich hab‘ jetzt nichts mehr“, sagt er, „aber meine Mutter unterstützt mich total… Frankenberger arbeitet an sich. Und er hat noch viel vor – vor allem mit seiner Partei ÖDP. „Ich zähle zu denen, die diese Partei weiterbringen können“, sagt er ohne Anflug von Bescheidenheit. Einen wichtigen Förderer hat er in Bernhard Suttner gefunden, dem bayerischen ÖDP-Landesvorsitzenden.“ (SZ vom 5.7.2010) Aha, das spekuliert natürlich wieder jemand auf eine ähnlich unappetitliche Karriere wie vor ihm schon so moralisch bedenkliche Figuren wie Joschka, Proll-Gert und das halslose Monster. Unwillkürlich wünscht man diesem Volldeppen eine Frau. Aber er kann halt nur diese Kotzweiber aus seinem Biotop kennen lernen. Und deren sexueller Reiz ist nur mit abgeholzten haitianischen Landschaften vergleichbar. Also ist daher keine Stabilität für diese kirchlich deformierte Seele zu erwarten.
Dazu fällt mir nur Burroughs ein: „Ich hasse alle Missionare. Sie bringen den Indianern bei, ihre häßlichen protestantischen Kirchenlieder zu singen.“

Die ÖDP ist aus dem einstigen Lachschlager GAZ des Öko-Stalinisten Herbert Gruhl hervorgegangen. Der gründete die ÖDP als Nachfolgeorganisation, damit er nicht durch den Putsch der „Linken“ (die nennen so was links in Deutschland) in den GRÜNEN aufgehen musste.
Die Familie gilt der ödp als „bewährteste Lebensform“ und „Fundament unserer Gesellschaft. Natürlich wollen sie ein höheres bis hohes Kindergeld, damit sich künftig noch mehr debile Brut bei Nachmittagstalkshows produzieren kann. Der Sebastian mit seinen rhetorischen Endlosschleifen, seinen ausgekugelten Augen un dem debilen Dauergrinsen würde sich bei Britt bestimmt gut machen. Das pastorale Gehabe eines Seelenfängers ist ihm sicherlich gegeben, auch wenn er nicht über das Kreuz-angeschnallte Charisma eines Jürgen Fliege verfügt. Natürlich jammern diese Schrebergartentotalitaristen nur über die Symptome des Systems. Und statt den Planeten Tabakfrei zu machen, sollten sie ein Verbot für die Innenstädte verschandelnde und für geistige Hohlraumversieglung des Plebs sorgende Werbeindustrie verbieten (zumindest keine Werbung für Kinder bis 12 Jahren, wie in Schweden). Denn man muss nicht Gerichte oder Parteien beherrschen, sondern nur die paar Zentimeter Gehirn vernebeln.
Natürlich wird der Sebb jetzt gerne durch die Medien gereicht. Mehr im Infotainment als in Rxplosiv, Brisant, Leute oder wie diese ganzen Friseurwartestuhlformate heißen. Dabei hätte er durchaus die Potenz zu einem Prominenten (ja, ich weiß, mit dem Volksbegehren hat er den 1.Schritt aus der Anonymität getan). Er könnte sich von Prinz Anhalt adoptieren lassen, sich als Begleiter von Modemachern zeigen, mit Verona Feldbusch das Duo Voice&Smile gründen oder schlicht den Alien in einer Grottenproduktion von Bernd Eichinger geben. Da er sich ja gerne verkleidet, wäre Schauspieler sicherlich eine Möglichkeit für ihn neben Transvestit.

Eine Frau mit Niveau! Das nenne ich mal intelligente Rhetorik.

Frankenberger: Pfarrer ist immer noch mein Traumberuf. Aber nicht in diesem Verein.

Die Welt: Der „Verein“ macht also etwas falsch?

Frankenberger: Ich denke, dass die Kirche nicht mehr wirklich weiß, was die Menschen brauchen. Ich habe für mich einen eigenen Glauben gefunden. Mir ist Reflexion und Eigenverantwortung wichtig, die ich in der Kirche nicht finde. Sie scheint sich ihrer Verantwortung nicht bewusst zu sein. Oft geht es dort nur darum, die eigene Macht zu erhalten.

Die Welt: Sie streben nicht nach Macht?

Frankenberger: Ich tue Dinge aus Spaß und Überzeugung. Aber ich würde schon gerne in eine Führungsposition. Ich sehe mich als Vordenker, der Verantwortung übernimmt.

Aus einem Interview mit WELT Online am 6.7. Klingt fast so, als würde das verwirrte Männchen gerne eine eigene Sekte führen. Den irren Blick dafür hat er ja. Und er macht klat, dass er ein Vordenker ist. Vielleicht steht schon auf seiner Visitenkarte „Experte für alles“. Je mehr ich von Sebchen mitkriege, um so mehr erscheint er mir einfach nur ein ganz armes Schwein zu sein… Ein Schrei nach Liebe, die er nun ein wenig von unsinnlichen, militanten Nichtrauchern bekommt. Was hat der militärische Vater da bloß angerichtet!

Dies ist der Beitrag eines bekennenden Nichtrauchers.



DEMNÄCHST IN DIESEM BLOG: DR.HORROR! by Martin Compart

Ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, um diesen Blog noch attraktiver und interessanter zu gestalten. Ja, ein fast nicht mögliches Unterfangen. Jedenfalls darf ich meinen Besuchern mitteilen, dass künftig DR.HORROR an dieser Stelle eine Kolumne schreibt.
Es handelt sich um denselben DR.HORROR, alias Dr.Rolf Giesen, der schon aus den 1980ern ein finsteres Jahrzehnt gemacht hat. Vom Verfassungsschutz erstmals in den 1970ern wegen seiner Mitarbeit bei der legendären SCIENCE FICTION TIMES erfasst, nahm seine Flut an beleidigenden und unnötigen Filmbüchern in den 80ern richtig Fahrt auf. Voller Grauen denke ich an meine Zusammenarbeit bei Ullstein, aus der u.a. das wegverweisende Buch KINO WIE ES KEINER MAG hervor ging und zu fast so vielen juristischen Auseinandersetzungen führte, wie es Seitenzahlen hat. Seine gleichzeitig gestartete Karriere als Schlagersänger (Single: Hey, Hey, Doktor Horror mit den unsterblichen Zeilen 7 Leichen müssen reichen und Ich bin das Grauen aller Frauen) versandete durch glückliche Umstände bereits im Entstehen. Seine ganzen dummen Filmhefterl (über Monster, Schwarzweißfilme und verwandtes) spendete er der Berliner Kinemathek, als Sammlung Rolf Giesen gekennzeichnet, um Kinder und Sensible abzuschrecken.
In den letzten Jahren arbeitet er meistens als Söldner in China um die deutsche Animationsindustrie durch fernöstliche Konkurrenz zu schädigen. Weite Streifzüge durch Innere und Äußere Mongolei gewähren ihm tiefe Einblicke in Gebräuche und Mentalität dieser fast vergessenen Steppenvölker. Dort kurvt er auch gerne mit seinem Quad herum (mehr Platz als im Reich der Mitte) und überfährt betrunken betrunkene Nomaden. Überlebende verehren ihn ab 4,5 promille als die Wiedergeburt des Kriegsgottes Amursana.
Künftig wird uns also dieser polyglotte Geist hier über die Dinge des Lebens berichten und in milder Aufklärung den Horizont erweitern.

Seine Mitarbeit an diesem Blog zwingt mich leider dazu, dass Zugriffsrecht auf 38 Lebensjahre herauf zu setzen zwecks Jugend- und Naivenschutzes, der von der halbverfaulten Regierung in Berlin während des Fußballspiels Deutschland-Argentinien drastisch verschärft wurde. Bayrische Besucher dürfen darüber hinaus beim Zugriff nicht länger rauchen, da sie durch das Volksbegehren einer Bürgerinitiative, die einen Teil des Werkes von Adolf Hitler fortsetzt (dieser Pionier der Bewegung setzte seinerzeit das Rauchverbot in Straßenbahnen durch), dieses Rechts verlustig gingen.

HIER ERZÄHLT DR.HORROR AUS SEINEM VERPFUSCHTEN LEBEN UND WIE SICH KULTUR VERÄNDERT: http://cast.zhdk.ch/index.php?id=301
UND HIER IST AUCH NOCH WAS: