Martin Compart


TV NEWS: Jack Ryan by Martin Compart
29. November 2019, 3:09 pm
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In CRIME TV zur TV-Serie nach Tom Clancys JACK RYAN: GUT, DASS ES DIE CIA GIBT https://crimetvweb.wordpress.com/2019/11/29/gut-das-es-die-cia-gibt-tom-clancys-jack-ryan/



THE LOOMING TOWER by Martin Compart
15. April 2019, 5:42 pm
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Die 10-teilige Miniserie von 2018 basiert auf dem letzten Drittel des Sachbuchs gleichen Titels von Lawrence Wright von 2004, das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde (deutsch: DER TOD WIRD EUCH FINDEN; DVA, 2007).
Das Buch beschreibt den Weg zum 11.9.2001 mit der ganzen Vorgeschichte der imperialen Einmischung der USA in die arabische Welt. Und es stützt faktisch den Mythos des Versagens der US-Dienste CIA und FBI…
auf CRIME-TV: https://crimetvweb.wordpress.com/2019/04/15/the-looming-tower-oder-die-trottel-von-der-letzten-bank/



NEUES FÜR SHERLOCKIANER: CONAN DOYLE UND DIE NERDS by Martin Compart

Arthur Conan Doyle tritt in die Fußstapfen seiner berühmtesten Figur Sherlock Holmes: Weil Scotland Yard keinen Anlass sieht, den Mord an einem augenscheinlich leichten Mädchen aufzuklären, macht er sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Er schleicht durch die dunklen Straßen des viktorianischen London und landet an Orten, die kein Gentleman betreten sollte.
Etwa hundert Jahre später ist ein junger Sherlock-Fan in einen Mordfall verstrickt, bei dem Doyles verschwundenes Tagebuch und einige Fälle seines berühmten Detektivs eine wichtige Rolle spielen. Zwei Morde, zwei Amateurdetektive, zwei Welten –


Eichborn Verlag; 480 Seitten; 22,00 €

Sherlock Holmes-Pastiches, Kopien, Parodien oder Plagiate gab es bereits zu Conan Doyles Lebenszeiten. Explodiert ist der Holmes-Kult nochmals Anfang der 1970er Jahre durch Nicholas Mayers KEIN KOKS FÜR SHERLOCK HOLMES. Danach erschienen viele Pastiches, die dem Original nicht nachstanden, teilweise sogar überlegen sind. Das Interesse an diesem stärksten Mythos der Kriminalliteratur steigerte sich in den folgenden Jahrzehnten und erreichte im 21.Jahrhundert mit den Kinoversionen mit Robert Downey jr. und der TV-Serie SHERLOCK einen neuen Höhepunkt.

Holmes geistiger Vater, der höchst ehrenwerte Sir Arthur Conan Doyle, hat es inzwischen selbst zum literarischen Helden gebracht. Der Schriftsteller, der sich auch als Detektiv betätigte, wurde in den letzten Jahren zur Hauptperson von drei Fernsehserien und einem Kino-Film: MURDER ROOMS: THE DARK BEGINNINGS OF SHERLOCK HOLMES, 2000, ARTHUR & GEORGE, 2015, ein britischer Dreiteiler nach dem Roman von Julian Barnes, HOUDINI & DOYLE, eine zehnteilige Serie von 2016 und der Kino-Film HOLMES & WATSON von Ethan Cohen von 2018.

Der m.E. überzeugendste Einsatz von Conan Doyle als fiktionalen Protagonisten gelang dem Drehbuchautor, Produzenten und Romancier Mark Frost(„Twin Peaks“) mit den beiden düsteren Romanen „The List of Seven“, 1993 (Deutsch: „Sieben“) und „The Six Messiahs“, 1996, (Deutsch: „Im Zeichen der Sechs“).

„Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ spielt geschickt auf zwei Zeitebenen: Einmal 1900 mit Conan Doyle, der sich mit seinem Freund Bram Stoker auf die Suche nach einem Serienkiller begibt. Und zum anderen im Jahre 2010 in der Szene der Baker Street Irregulars, einer Gruppe von Holmes-Jüngern, die seit 1934 den Kanon von Conan Doyle erforscht. Ein Mitglied der Sherlock Holmes-Gesellschaft wurde ermordet, weil er den „heiligen Gral“ der Holmes-Nerds gefunden hatte. Der junge Sherlockianer Harold macht sich auf die Suche nach diesem verlorenen Tagebuch von Conan Doyle, in dem die Vorgänge in der Parallelhandlung erzählt werden. Mit diesem Fetisch des „lost Diary“ trifft Moore den Nerv der Holmes-Kultisten. Außerdem nutzt er für die Figur Harold den anhaltenden Trend, lebensunfähige Nerds zu Heroen zu stilisieren. Weiterhin zeigt er in seinem Detektivroman dieses „nerdische“ Konkurrenzverhalten beim Begehren von gesellschaftlich irrelevanten Objekten, deren Wert nur im subkulturellen Kosmos existiert


Eine Inspirationsquelle für den Roman war der seltsame Tod des führenden Conan Doyle-Sammlers und Sekundärliteraten Richard Lancelyn Green im Jahr 2004 (https://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1478814/Case-of-the-Sherlock-Holmes-fanatic-who-killed-himself-but-made-it-look-like-murder.html ). Umstritten ist, ob er wegen seines Interesses an Conan Doyle ermordet wurde, oder ob er Selbstmord durch Garottieren beging und es wie Mord aussehen ließ. Green war einer der bedeutendsten Köpfe der internationalen Conan Doyle-Forschung.

Graham Moore wurde 1981 geboren. Mit 16 Jahren unternahm er einen Selbstmordversuch. Seine Mutter Susan Sher war Michelle Obamas “chief of staff”.
THE SHERLOCKIANS erschien 2010 in den USA und war sein erstes Buch, mit dem er es sofort auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte. Sein Drehbuch für THE IMITATION GAME erhielt 2015 den Oscar Award. Anerkennung fand auch Moores zweiter Roman, „Die letzten Tage der Nacht“, über Thomas Edisons Patentkriege.

Die gekürzte Hörbuchversion ist ganz nett, unterschlägt aber Details, Hintergründe und Beobachtungen, die Moores Roman interessant machen. Gerade das Ausloten der Beziehung zwischen Conan Doyle und Bram Stoker (dessen „Dracula“ Doyle sehr schätzte) geht im Hörbuch ziemlich unter.
Ob die Beziehung zwischen den beiden Schriftstellern tatsächlich so eng war, wage ich nicht zu beurteilen. In einigen Conan Doyle-Biographien (etwa denen von Ronald Pearsall oder Owen Dudley Edwards) wird Stoker nicht mal erwähnt. Aber das ist letztlich auch unwichtiger als der Spaß, die beiden Autoren durch ein fiktionales Abenteuer zu begleiten.

Für Sherlockianer ist der Roman ein Lesevergnügen!

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Anmerkungen zu „THE WIDOW“ by Martin Compart
8. März 2019, 12:57 pm
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zur grandiosen Mini-Serie
mit Kate Beckinsale auf:

https://crimetvweb.wordpress.com/2019/03/08/anmerkungen-zu-the-widow/



EL CHAPO, TV-Serie by Martin Compart
19. Februar 2019, 9:30 am
Filed under: MiCs Tagebuch | Schlagwörter: , ,

MiCs TAGEBUCH: El Chapo liveticker – Gedankengewitter während Staffel 3.
Jetzt auf: https://crimetvweb.wordpress.com/



MiCs Tagebuch by Martin Compart
9. Februar 2019, 10:40 am
Filed under: TV-Serien | Schlagwörter: , ,

MiCs Tagebuch – Februar 2019

EL CHAPO im Liveticker

in CRIME-TV unter https://crimetvweb.wordpress.com/2019/02/09/mics-tagebuch-februar-2019-el-chapo-im-liveticker/

„Baut die Mauer hoch genug, Gringos.“



EL CHAPO: Die 3.Welt kommt zu dir by Martin Compart
18. Januar 2019, 2:35 pm
Filed under: El Chapo, ORGANISIERTE KRIMINALITÄT, Politik & Geschichte, Rauschgift, TV-Serien | Schlagwörter: ,

Die von der spanischen Produktionsfirma Univision Studios für Netflix produzierte Serie EL CHAPO erzählt die beeindruckende Lebensgeschichte des neben Pablo Escobar populärsten Großhändlers für Freizeit-Pharmazeutika.

Die bisherigen drei Staffeln (2017-18) wurden von Silvana Aguirre,und Carlos Contreras entwickelt und geschrieben.

Erinnert sich noch jemand an Ricardo Tubbs weise Worte in MIAMI VICE? „Du brauchst nicht in die 3.Welt gehen, Sonny – sie kommt zu dir.“
Genauso ist es mit der TV-Serie EL CHAPO (drei Staffeln): Sie bringt dir die dritte Welt ins Fernsehzimmer.

Es fängt alles ein bisschen anstrengend und harmlos an. Etwas gereizt zieht man Vergleiche mit der glatteren US-Produktion NARCOS (die man ebenfalls nur empfehlen kann!). Es braucht drei oder vier Folgen, um in diese hoffnungslose Welt einzutauchen um dann in ihr fasziniert abzutauchen. Sie müssen erst den Rhythmus finden. Die Serie wird von Folge zu Folge intensiver.
Die Gefängnisszenen in den drei letzten Folgen der ersten Staffel sind von einer Intensität, und vor allem auch psychischen Brutalität, wie man es noch nie gesehen hat.
Gedreht ist sie in einem banalen Realismus, der jederzeit mögliche Gewaltausbrüche als Selbstverständlichkeit impliziert.
Für die Schauspieler lässt sich kein schlechtes Wort finden. Wahrscheinlich haben drei Staffeln EL CHAPO soviel gekostet, wie fünf Folgen NARCOS. Das sieht man. Zu ihrem Vorteil, denn NARCOS wirkt dagegen wie ein übliches geleckte Hollywood-Projekt für gelangweilte Gymnasiasten aus gutem Haus.
Die Serie macht ganz klar: In dieser 3.Welt gibt es nur Täter und Opfer. Dazwischen ist kaum Platz für Alternativen. Man muss sich für eine Seite entscheiden.

„Wir werden den Drogenhandel nicht ausrotten können, Herr Präsident. Aber wir können ihn kontrollieren, indem wir mit dem dicksten Fisch zusammenarbeiten, der die anderen frisst.“

Der mexikanische Kriminalschriftsteller Paco Taibo II sagte mir mal: „Ihr Europäer jammert darüber, dass die Mafia so mächtig ist, dass sie den Staat bedroht. Bei mir zuhause ist der Staat die Mafia.“

In der 2.Season zeigt eine Folge, was der angebliche Krieg gegen die Drogen-Mafias mit der Bevölkerung macht. Deprimierender geht es kaum! Danach weiß man, das keine Mauer die aufhalten wird, die diesem Inferno entkommen wollen. Da würde ich lieber mit einem Schlauchboot den Atlantik zu überqueren versuchen. Und explodiert ist alles mit Bill Clintons NAFTA-Abkommen, dass korrupten Politikern, Drogen-Kartellen und US-Konzernen immensen Reichtum bescherte, während die Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes zu Mindestlohn-Sklaven herab gewürdigt werden.

Keine Serien für schwache Mägen. Eines wird uns Marzipanpüppchen durch die Serie deutlich: In der 3.Welt mag keiner von uns leben. Gebt uns die Vorteile von NAFTA (dadurch kann man kaum noch Grenzkontrollen vornehmen, denn dann müsste die marode US-Industrie ein Jahr auf Zulieferer aus Mexiko warten), und lasst die Probleme im Land. Eine Mauer schützt nicht vor den erwünschten Drogen, aber unzureichend vor ihren Opfern.

Die Gringos tauchen nur sporadisch und am Rande auf. Wenn sie unzufrieden sind. Dann maßregeln sie den mexikanischen Präsidenten in unfassbarer Arroganz und sagen ihm, was er gefälligst in ihrem Sinne zu tun habe. Das bezieht sich dann auch noch auf Guatemala, San Salvador usw. Man erkennt, wie der US-Imperialismus seit über hundert Jahren seinen Hinterhof foltert, manipuliert und ausbeutet. Das Korruptionsgeflecht, aus dem die Staaten bestehen und die keine zu bewältigende Ausnahme sind, wird in der Serie so greifbar, dass man beim Zusehen am besten ein paar Kotztüten bereit hält. Jeder Lateinamerikaner ist ein potentieller Asylant. Kein Wunder, dass Kuba als einziger Leuchtturm des Kontinents (siehe Michael Moores Film SICKO über das US-Gesundheitssystem im Vergleich zum kubanischen) von den USA seit 1960 mit psychopathischen Hass bedroht wird.

El Chapo von Malcolm Beith

Alles ist bestens recherchiert und durch einschlägige Literatur belegt. Lediglich die Namen der an Ekelhaftigkeit nicht zu überbietenden Politiker wurden aus mir unverständlichen Gründen geändert. Um sie zu entschlüsseln, empfehle ich als Begleitbuch zur Serie: EL CHAPO von Malcolm Beith, Heyne Hardcore, 2011.
Da El Chapo inzwischen an die USA ausgeliefert ist (nachdem er blöderweise dem genauso unnütz ambitionierten wie dummen Hollywood-Menschen Sean Penn ein Interview geliefert hatte, wurde sein Standort durch die SMS-Kommunikation mit Penn gepeilt und Chapo festgenommen) und sein Prozess durch die Imperialmacht läuft, bleibt es abzuwarten, ob es mal eine vierte Staffel geben wird.