Martin Compart


NEWS: FLASHMAN-COVER by Martin Compart
29. September 2014, 10:09 am
Filed under: FLASHMAN, NEWS | Schlagwörter: ,

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Der Cover Artist Gino d´Achille im FLASHMAN-Blog.

http://compartsflashman.wordpress.com/

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DR.HORROR: DER MANN VON FRÜHER by Martin Compart
25. September 2014, 8:01 am
Filed under: Dr. Horror, Film | Schlagwörter: , , ,

Es hatte ihn voll aus der Bahn geschleudert, aber jetzt hat sich Dr.Horror wieder gefaßt. Denn ein Held seiner schmachvollen Kindheit ist von uns gegangen. Darauf kann er nur in üblicher Geschmacklosigkeit nachrufen…

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Der Mann von früher ist von uns gegangen.

Nie wieder wird er vor unserer Tür stehen. Nie wieder werden wir rufen: „Mutti, da ist wieder der Mann von früher.“ Damals gab es wenigstens noch ein Früher. Heute ist früher Schnee von gestern und irgendwie uncool. Noch sind seine alten Filme gelegentlich auf dem Bildschirm: die einzigen deutschen Filme, viele noch in Schwarzweiß (was ist denn das?), die überhaupt noch bei den Privaten laufen.

Er ist viel herumgekommen, der Mann von früher, der Hitlerjunge aus Zuffenhausen: Reichsarbeitsdienst, Flakhelfer, Ostfront, amerikanische, dann britische Gefangenschaft, dann hat er das Lied der Hohen Tannen gesungen, eine Symphonie in Gold gespielt – und ins Manöver zog er nur noch mit Poldi.

Er war unser aller A(r)sch, der Gefreite aus 08/15. Er ging mit U47 und Kapitänleutnant Prien auf Tauchfahrt und lehrte uns alle das Gruseln im kinematographischen Fronttheater. Nicht das Gruseln vor dem Krieg, sondern das Gruseln vor maskierten Schurken, wie wir sie aus unseren Comic-Heften kannten. Der schwarze Abt. Der Hexer. Der Mönch mit der Peitsche. Im Banne des Unheimlichen (in Farbe).

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Edgar Wallace made in Spandau: Interieurs und Exterieurs, in Nebel getaucht. Nur ein paar Minuten jeweils an „authentisch“ englischen Schauplätzen. Er klopfte den Teppich des Grauens, blickte in die Toten Augen von London, lüftete das Geheimnis der gelben Narzissen. Das waren noch Fälle, die nicht über unseren Verstand gingen. Das italienische Giallo-Genre wäre ohne Blacky ebenso wenig möglich gewesen wie der Italo-Western ohne Karl May. Fast hätten Blacky und sein ständiger Begleiter Eddie Arent ja noch in Winnetou und Kapitän Kaiman gespielt, aber durch diese Rechnung machten die 68er, die Kunzelmann, Teufel und Baader-Meinhof, die den eitlen Schönling Pierre Brice nicht mochten, einen kräftigen Strich – und von da an gab’s nur noch Viva Maria, Melville, Alain Delon, Jean-Luc Godard, solche Sachen eben.

Schluss war’s mit den erwachsen gewordenen Hitlerjungen, die sich im Wirtshaus im Spessart oder im Gasthaus an der Themse einquartierten.

Nachdem nur noch moderne Filme liefen, sogar die ersten Tatorte so etwas wie Qualität zeigten (als Til Schweiger sieben, acht Jahre alt war – wäre er doch nur nicht älter geworden) und Fassbinder nicht im entferntesten auf die Idee kam, Fuchsberger zu besetzen, wanderte der ins Fernsehen ab. Zum Beispiel moderierte er Heut‘ abend, eine Talkshow, die so reizend war, dass selbst ein Talk-Gast wie Hitler, wäre er noch am Leben gewesen, wie ein lieber Onkel herausgekommen wäre.

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In einem völlig unbekannten Bändchen Fernsehen, wie es jeder hasst haben wir einen bösen Scherz gemacht und Fuchsberger mit dem wiederauferstandenen Führer konfrontiert:

Fuchsberger: Sie … Sie können sich gar nicht vorstellen, Herr Hitler – darf ich ADOLF sagen?

Hitler: Bitte. BLÄCKY darf ich sagen.

Fuchsberger (erleichtert): Du kannst Dir gar nicht vorstellen, Adolf, wie sehnlich ich mir immer gewünscht habe, Dich in eine Live-Sendung zu kriegen. Es gibt zwar irrsinnig viele Filme und Aufzeichnungen von Dir, aber Du selbst hast Dich ja in den letzten Jahrzehnten, kann man sagen, etwas rar gemacht.

Ruf aus dem Publikum: Leider!

Fuchsberger: Und doch hast Du, wie wir hören, immer noch zahlreiche Fäns. […] Du warst der Begründer der deutschen Volksgemeinschaft, die wir dann leider aufgrund widriger Umstände aufgeben mussten.

Hitler: Die Volksgemeinschaft – Du siehst es richtig, Bläcky – war die größte Errungenschaft des Nationalsozialismus. Alles, was die Schichten unseres Volkes einigte und verband, habe ich hervorgeholt, gepflegt, gefördert – und alles, was sie trennte, was die alten Voreingenommenheiten wieder wach werden ließ, habe ich vermieden, bekämpft, beseitigt. Wie Christus habe ich gepredigt: Ihr seid allesamt Brüder! Liebet Euch untereinander!

[Make Love, Not War!]

Fuchsberger (überlegt): Nun steckt ja im Nationalsozialismus auch das teuflische Wörtchen Sozialismus drin. Aber ein Sozialist warst Du dennoch nie, wie die Sozialdemokraten…

Hitler: Mein Sozialismus war anders. Mein Sozialismus war nicht Klassenkampf, sondern Ordnung!

Ruf aus dem Publikum: Geh doch rüber, wenn es dir hier nicht passt!

Und so weiter und so fort. Ein böswilliges, zynisches Geschreibsel, niederträchtig und gemein gegenüber einem, der lange vor Martin Walser stets ohne Auschwitz-Keule auftrat: ein befreiend ehrlicher Deutscher.

http://www.amazon.de/Fernsehen-wie-jeder-hasst-Auflage/dp/B003CPYY02

Am 11. September 2014 traf der Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes, der Pfeifenraucher des Jahres 1983 in den Ewigen Jagdgründen auf die selige Gemeinschaft der Männer von früher: Heinz Drache (der ihn wohl überhaupt nicht mochte, weil der Bläcky wenigstens etwas Humor hatte), Eddie Arent, Horst Wendlandt, Klaus Kinski und möglicherweise auch Herrn H.

Die nächsten, die an der Reihe sind, sind wir. Dann wird uns das Lachen schon vergehen. Das ist dann auch weniger lustig.

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WEISE WORTE by Martin Compart
22. September 2014, 2:49 pm
Filed under: Ekelige Politiker, FLASHMAN, Politik & Geschichte, Weise Worte | Schlagwörter: ,

„Wir hatten noch nie so viel Dreck im Parlament wie heute. Niemals zuvor in unserer Geschichte. Sie haben das Land zu einer Kloake gemacht. Ich weiß, ich klinge wie ein alter Reaktionär – und in vielerlei Hinsicht bin ich das auch. Am Schlimmsten ist diese Unterwerfung unter die Europäische Union. Wir haben nichts gemeinsam mit Franzosen oder Deutschen. Ich weiß, ich kriege richtig Ärger, wenn ich so was sage. Aber ich reagiere nun mal äußerst unwillig auf die Tatsache, dass wir Gesetze diktiert bekommen von den Kindern derer, die uns Belsen und Dachau beschert haben… Tony Blair war nicht nur ein mieser Premierminister, er war der mieseste Premierminister der britischen Geschichte. Ich könnte kotzen, wenn ich an die Soldaten denke, die für diesen kleinen Lügner getötet wurden.“

„Wenn ich in Glasgow als Journalist bei einer Veranstaltung der Konservativen war, kam ich als Kommunist zurück. Bei einer Veranstaltung von Labour, als Faschist.“

George MacDonald Fraser (1925-2008), Autor der FLASHMAN PAPERS

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WEISE WORTE by Martin Compart
20. September 2014, 9:11 pm
Filed under: MUSIK, Weise Worte, Zu Unrecht vergessene Songs | Schlagwörter:

I don´t wanna be destroyed like everybody else.

 

Ray Davies

 

Wer es ein bißchen schärfer mag:


(Seit 1966 nichts Neues im Westen – im Gegenteil: Die Perspektive hat sich massiv verschlimmert).



Werden sie Cheney und Rumsfeld zur Strecke bringen? by Martin Compart
19. September 2014, 3:54 pm
Filed under: NEWS, Politik & Geschichte | Schlagwörter: ,

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Nach jahrelanger Suche: Es gibt neue Hinweise auf die Verstecke der  Terroristen Cheney und Rumsfeld im New Yorker Bankenviertel oder bei Isis. Die Pferde der Seals sollen bereits gesattelt sein.



BRIT-NOIR: NEUAUSGABE VON LAIDLAW by Martin Compart
14. September 2014, 4:58 pm
Filed under: Brit Noir, William McIllvanney | Schlagwörter: , ,

laidlaw[1]Der Verlag Antje Kunstmann versucht sich nach den beiden George V.Higgins-Bänden erneut an der Herausgabr eines Noir-Klassikers: LAIDLAW von William McIlvanney im Hardcover ist die dritte deutsche Veröffentlichung des Klassikers und verlegerisch m.E. ein Risiko. Angesichts der vielen noch nicht ins Deutsche übersetzte Noir-Klassiker macht es aus meiner Perspektive wenig Sinn, diesen Roman ein weiteres Mal aufzulegen. Andererseits wäre es erfreulich, wenn dies nur der Startschuss für eine deutsche Ausgabe der LAIDLAW-Serie wäre. Da man bisher nur vier Bände zu der Serie zählen kann (ich rechne auch THE BIG MAN dazu), sollte das zu stemmen sein – trotz des allgemein geringen Interesses an qualitativ hochwertiger Literatur. Jedenfalls ist dieses schöne Hardcover eine Zierde für jedes Noir-Buchregal. Und wer den Roman nicht kennt, sollte ihn sich in dieser Ausgabe besorgen. Schon um das Engagement des Verlages zu würdigen. Für mich die Gelegenheit, meinen alten Artikel über William McIlvanney ebenfalls neu aufzulegen:   BRIT-NOIR: WILLIAM MCILVANNEY – KÖNIG VON SCHOTTLAND   Britische Kritiker nennen ihn „die Stimme des heutigen Schottlands“. Angesichts der traditionell vielen, großartigen Erzähler und Dichter, die dieses Land immer wieder hervorbringt, kein geringes Kompliment. Wahrscheinlich bezieht sich dieser Ehrentitel auch auf die vielen unterschiedlichen Genres, in denen es William McIlvanney zur Meisterschaft gebracht hat. Er hat als Lyriker, Kurzgeschichtenautor, Romancier und Noir-Schriftsteller höchste Anerkennung gefunden. Dem Regionalisten ist besonders die Stadt Glasgow (mit dem Photographen Oscar Marzaroli hat er den wunderbaren Band GLASGOW 1956-1989: SHADES OF GREY… AND SOME LIGHT TOO herausgebracht) eine nicht versiegende Quelle seiner Inspiration. Das er besonders in seinen Noir-Romanen das genaue Bild dieser Stadt zeichnet, liegt in der Natur des Genres: die Noir-Literatur, die auf Poe, Beaudelaire, Fielding und Defoe zurückgeht, hat wie kein anderes Genre die Schrecken und Faszination des urbanen Lebens thematisiert. McIlvanney wurde am 25.November 1936 in Kilmarnock, Ayrshire in Schottland geboren.Er studierte an der Universität von Glasgow und schloß 1959 mit einem Master of Arts mit Auszeichnung ab. 1961 heiratete er Moira Watson, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat. 1982 ließen sie sich scheiden. 1970 ging er als Englischlehrer für ein Jahr nach Grenoble und unterrichtete anschließend an verschiedenen Schulen und Universitäten in Schottland. Neben seiner Tätigkeit als Dozent schrieb er Romane und Gedichte. Sein erster Roman, REMEDY IS NONE, erhielt den Faber Memorial Preis. Sein zweiter, A GIFT FROM NESSUS, wurde mit dem Scottish Arts Counsil Award ausgezeichnet und sein dritter Mainstream-Roman, DOCHERTY, erhielt den Whitbread Award. Für LAIDLAW wurde er mit dem Silver Dagger der britischen Crime Writers Association ausgezeichnet (ebenso für THE PAPERS OF TONY VEITCH). Seine Lyrik erhielt ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. William McIlvanney begann erst 1977 Kriminalliteratur zu schreiben und hat bisher lediglich vier Romane um den Glasgower Kriminalbeamten Jack Laidlaw vorgelegt (wobei Laidlaw in THE BIG MAN nur eine periphere Rolle spielt). Seine stilistische Brillanz, sein Gespür für Charaktere und Atmosphäre und die moralische Dimension seiner Kriminalromane, die weit über den Standards des Genres liegen, haben ihm nicht nur Vergleiche mit Chandler und Ross Macdonald eingebracht, sondern ihn auch zum Geheimtip als einem der besten lebenden Kriminalliteraten werden lassen. Allein seine geringe Produktivität im Genre hat ihn nach Ansicht der Spezialisten daran gehindert, als führender britischer Autor des Genres weltweit Anerkennung und Bestsellererfolg einzuheimsen. Es gibt wenige zeitgenössische Noir-Autoren, die ihr Material so vielschichtig anlegen und so souverän handhaben. Heute kann man von einer neuen Welle von britischen Polizeiromanen sprechen. Es sind keine reinen police procedurals, wie sie die amerikanischen Vettern schreiben, sondern eine Mischform aus britischen Traditionen und amerikanischen Anregungen. Im Mittelpunkt stehen immer ein oder zwei Kriminalbeamte wie zum Beispiel John Harveys Resnick, Ian Rankins Rebus, Bill James‘ Harpur oder Frank Palmers Jacko. Die Autoren nehmen sich viel Raum um ihre Persönlichkeiten zu beschreiben und haarklein vor dem Leser auszubreiten. Meistens machen diese Charaktere von Buch zu Buch Entwicklungen durch, die für den Leser von großem Reiz sind und ihn an die Serie binden. Auch die Polizeiarbeit wird genau und realistisch geschildert, aber anders als im police procedural ist sie im britischen Polizeiroman nicht der alleinige Motor, der zur Aufklärung des Verbrechens führt. Bei der Lösung des Problems und dem Engagement der Protagonisten klingt etwas von der Tradition der klassischen Polizeidetektivromane von A.E.W.Mason oder Freeman Wills Crofts nach. Zugegeben: nur wenig, da deren Rätselfixierung und Pappcharaktere die New Wave des britischen Polizeiromans eher abstößt. Einflußreicher war der Autor Maurice Procter, der in den 50er Jahren, inspiriert durch die amerikanischen police procedurals, den echten britischen Polizeiroman begründete, indem er die Traditionen des britischen Polizeidetektivs (wie Crofts Inspector French) mit den neuen, von Lawrence Treat, Ed McBain oder Jack Webbs TV-Serie DRAGNET entwickelten, Perspektiven verschmolz. Eine besondere Position kommt dem 1921 in Leeds geborenen Ex-Polizisten John William Wainwright zu. Gemeinhin gilt er seit seinem ersten Buch, das 1965 erschien, als einer der herausragenden Autoren des britischen Polizeiromans. Im Gegensatz zu den amerikanischen police procedural-Autoren und Wainwrights Lieblingsautor Ed McBain behandelt Wainwright in seinen Polizeiromanen immer nur einen einzigen Fall. Bemerkenswert ist auch die frühe Betonung des Organisierten Verbrechens. Seine Helden stehen in ihren Extremsituationen den schwarzen Thrillern näher als den sonst üblichen, durchschnittlichen Polizeiheroen. Beispielsweise scheut sich einer seiner Serienhelden, der ein Anhänger der Todesstrafe ist, nicht, einen jugendlichen Mörder sofort hinzurichten. Die Methoden der Polizei und die der Gangster sind bei Wainwright fast identisch. Er treibt die erstmals bei John Bingham auftauchende Negativdarstellung der britischen Polizei weiter. Das scheint angesichts der beruflichen Vergangenheit des Autors noch beängstigender. Seine überzeugendste Leistung im Schwarzen Roman war seine Tetralogie um den Ex-Polizisten Davis, der die Fronten wechselt. Stilistisch überzeugend zeigt Wainwright Intimes aus der Unterwelt und Charaktere, die der Leser so schnell nicht vergißt. Es gab jedenfalls schon einige Traditionen, an die McIlvanney anknüpfen konnte – wenngleich auch mit höheren Ansprüchen. Die Identität des Mörders ist in LAIDLAW von Anfang an bekannt: Tommy hat ein junges Mädchen ermordet, weil der Versuch, seine sexuelle Identität gegen Vorwürfe der Homosexualität zu beweisen, kläglich scheiterte. Verschiedene Gruppen jagen den Mörder, der viel von einem Opfer hat, aus unterschiedlichen Gründen, darunter auch der Vater des Opfers, ein handfester Proletarier, der Rache will. Für Inspector Laidlaw von der Polizei in Glasgow gibt es keine vorprogrammierten Schurken. Gegen den Widerstand der Glasgower Racheengel muß er Tommy schleunigst finden, um ihn der irdischen Gerechtigkeit zu überliefern und vor der Lynchjustiz zu retten. Der Roman zieht einen Großteil seiner Spannung aus den philosophi¬schen und moralischen Fragen, die im Zusammenhang mit der Mörderjagd entstehen. Damit macht er sich grundsätzliche Gedanken über unseren zivilisatorischen Stand und dessen schleichende Degeneration. In seinem Buch CRIME & MYSTERY: THE 100 BEST BOOKS (London: Xanadu, 1987) schrieb H.R.F.Keating über LAIDLAW: „Der Roman wurde von einem Dichter geschrieben. Es gibt Passagen, die diese edelsteinharte Konzentration von wahrer Poesie haben.“ Keating wies darauf hin, daß man den Roman auf mehreren Ebenen lesen kann. Darunter auch als eine Studie über die „Philosophie der Exekutivkräfte“. Diese bildet sich in der durch den Roman ziehenden Diskussion zwischen Laidlaw und Milligan heraus. Für Milligan sind Gesetzesbrecher eine andere Spezies, mit der er und seinesgleichen keine Gemeinsamkeiten haben und gegen die er Krieg führen muß. Der grüblerische Laidlaw hingegen entläßt die Gesellschaft nicht aus der Verantwortung für Inhumanität und abweichendes Verhalten. Laidlaws ungewöhnliche Qualität ist seine Fähigkeit zum Mitfühlen. Fast Christus ähnlich sieht er das Böse in der Welt als Verstoß gegen die Nächstenliebe: „Es gibt keine Feen, keine Monster, nur Menschen.“ Diese aufklärerische Position scheint im aktuellen Noir-Roman immer mehr aufgegeben zu werden, zu Gunsten von Dämonisierung abweichenden Verhaltens. Laidlaw und Milligan kämpfen mit ihren unterschiedlichen Überzeugungen um die Seele des jungen Polizisten Harkness und versuchen ihn von ihren jeweiligen Positionen zu überzeugen. Vor allem ist das Buch ein Roman der Stadt Glasgow. Eine sterbende Stadt, die bei aller genauen Detailschilderung eine Metapher für unsere Zivilisation ist – ähnlich wie Kalifornien im Werk von Ross Macdonald. Laidlaw ist mit seinen harten Seiten ein Sohn Glasgows, die eine der brutalsten Städte der westlichen Welt ist. McIlvanney ist nicht der erste Kriminalliterat, den diese Stadt so fasziniert, daß er sie zum Handlungsort seiner Romane macht: Seit 1957 schreibt Bill Knox seine Serie über die Detektive Colin Thane und Phil Moss vom Glasgower CID. THE DARK NUMBER, der einzige Roman des besten Kriminalhörspielautors der Welt, Edward Boyd, spielt ebenfalls in Glasgow. 1981 begann Peter Turnbull mit seiner Serie über die P-Division, ein fiktives Polizeirevier im Zentrum von Glasgow. Als Ergänzung zu Reiseführern und als beste Unterhaltungsliteratur sind alle diese Romane vortrefflich. Aber an McIlvanney kommen sie nicht ran. So wie man Russell James als Godfather des neuen britischen Gangsterromans nennt, könnte man McIlvanney als Paten der neuen Welle britischer Polizeiromane bezeichnen. Ob John Harvey oder Ian Rankin: Die besseren Autoren dieses Genres verdanken McIlvanney einiges, da er die Genregrenzen aufgebrochen und neu abgesteckt hat. Man könnte sich noir ärgern, dass der Mann so wenig schreibt! Aber das ist wohl der Preis für die hohe Qualität seiner außergewöhnlichen Bücher. Remedy is None – 1967 A Gift from Nessus – 1968 The Longships in Harbour – 1970 (poetry) Docherty – 1975 Laidlaw – 1977 The Papers of Tony Veitch – 1983 These Words: Weddings and After – 1984 The Big Man – 1985 In Through the Head – 1988 Walking Wounded – 1989 (short stories) Shades of Grey – Glasgow 1956-1987 – 1990 Strange Loyalties – 1991 Surviving the Shipwreck – 1991 The Kiln – 1996 Weekend. . 2006 <img src=“http://vg08.met.vgwort.de/na/e08e3cae2f41425db046c3245f97389d&#8220; width=“1″ height=“1″ alt=““> http://www.amazon.de/Laidlaw-William-McIlvanney/dp/3888979676/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=undefined&sr=1-1&keywords=laidlaw+mcilvanney



Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP abgelehnt by Martin Compart
13. September 2014, 8:54 am
Filed under: Ekelige Politiker, NEWS, ORGANISIERTE KRIMINALITÄT, Parasiten, Politik & Geschichte, Sodom Kontrakt | Schlagwörter: ,

Die einstigen Stammkunden von Nihoul und Dutroux, euphemistisch EU-Kommissare genannt, haben mal wieder ihre anti-demokratische Einstellung positioniert. Noch muss aber nachverhandelt werden, in wie weit Menschenhandel und Pädo-Kriminalität im Abkommen mit Steuervergünstigungen oder anderen Konjunkturhilfen gefördert werden soll.

 

PRESSEMITTEILUNG DES UMWELTINSTITUT MÜNCHEN

http://www.umweltinstitut.org/index.php?id=122

 

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11.09.2014

Bündnis kündigt Widerstand an

Das Bündnis Stop TTIP für eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen die internationalen Handels- und Investitionsverträge TTIP und CETA hat Widerstand gegen die heute verkündete Entscheidung der EU-Kommission angekündigt, die EBI nicht zuzulassen. „Jetzt geht die Auseinandersetzung erst richtig los“, erklärt Michael Efler, Kontaktperson der Europäischen Bürgerinitiative, für das mittlerweile knapp 230 Organisationen aus 21 EU-Ländern umfassende Bündnis. „Die Ablehnung der Bürgerinitiative reiht sich ein in die Strategie der EU-Kommission, Bevölkerung und Parlamente aus den Verhandlungen um CETA und TTIP rauszuhalten. Statt Bürgerinnen und Bürgern werden hier lieber Lobbyisten gehört.“

Die Ablehnung der EBI wird damit begründet, die Verhandlungsmandate zu TTIP und zum CETA seien keine Rechtsakte, sondern interne Vorbereitungsakte zwischen den EU-Organen und insofern durch eine Bürgerinitiative nicht anfechtbar. „Die Auffassung der Kommission, dass nur Rechtsakte mit Wirkung auf Dritte durch eine EBI berührt werden dürfen, ist offensichtlich rechtsfehlerhaft. Das Verhandlungsmandat der Kommission ist ein förmlicher Beschluss des Rats und ein Rechtsakt. Würde die Rechtsauffassung der Kommission Bestand haben, hieße das im Klartext: Der Bevölkerung sind bei der Entwicklung internationaler Verträgen jeder Art die Hände gebunden – eine Auskunft, die ebenso erschreckend wie skandalös ist“, so Efler.

Darüber hinaus, so die Begründung, könne die Kommission keine negativen Ratifizierungsvorschläge machen und insofern der EBI-Forderung, die Verhandlungen über CETA und TTIP nicht abzuschließen auch nicht nachkommen. „Im Umkehrschluss heißt das, internationale Verhandlungen der Kommission dürfen durch Bürgerinnen und Bürger nur bejubelt, nicht aber kritisiert werden“, fasst Efler zusammen. Das EBI-Bündnis, das vor Einreichung der Bürgerinitiative ein eigenes Rechtsgutachten eingeholt hatte, erwägt nun rechtliche Schritte und will den für diesen Fall vorgesehenen Weg vor dem Europäischen Gerichtshof prüfen.

„Statt auf die Bedenken angesichts einer bürgerfernen Handelspolitik einzugehen, verweigert die Kommission die Auseinandersetzung“, so Efler. „Das erscheint aus Bürgersicht als Akt der Willkür, verprellt engagierte Menschen in Europa und ist Wasser auf die Mühlen der Europa-Gegner.“ Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis auch den neuen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker auf, den undemokratischen Kurs der EU-Kommission zu korrigieren und sein Versprechen wahrzumachen, Demokratie und Transparenz herzustellen. „Offenbar fürchtet die Kommission diese EBI, die das Potential hat, zur bisher erfolgreichsten Bürgerinitiative zu werden“, sagt Efler. „Wenn die Brüsseler Bürokratie glaubt, die Bürgerproteste gegen die Investitionsverträge mit dieser Ablehnung stoppen zu können, hat sie sich geirrt. Wir werden es nicht auf sich beruhen lassen, dass die Kommission versucht, Bürgerinnen und Bürgern die Hände zu binden.“

Begründung der EU-Kommission zur Ablehnung Rechtsgutachten von Prof. Dr. Bernhard Kempen

Rechtsgutachten von Prof. Dr. Bernhard Kempen

 

Ich bin pietätlos genug, um an dieser Stelle auch noch für meinen Anti-EU-Thriller zu werben:

http://www.amazon.de/SODOM-KONTRAKT-Martin-Compart-ebook/dp/B006UJXY76/ref=sr_1_2?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1410607726&sr=1-2&keywords=martin+compart