Martin Compart


Erfolge der Privatisierung by Martin Compart
19. Januar 2018, 9:21 am
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Vor der Teilprivatisierung:

Nach der Teilprivatisierung und der Arbeit des Spitzenmanagements:


Ein Schritt in Richtung Verkehrssicherheit: Kein Betrieb, keine Unfälle. Die Bahn als Aktivist für Home-Office?

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WIE WIRD 2018? Dr.Horror weiß es by Martin Compart

Eine Vorschau – Demnächst in diesem Theater

Im Fernsehen häufen sich die Jahresrückblicke wie die Kochshows. (Bestimmt wird irgendwann einmal einer dieser Köche ein hohes Regierungsamt übernehmen: Früher wurde für Deutschland geritten, jetzt wird gekocht.) Jahresrückblicke jedenfalls sind schnell zubereitete Kost aus digitalen Konserven, die nicht anbrennen kann, weil sie schon angebrannt ist. Niemand will so was essen, geschweige denn sehen.

Was aber ist mit einem Jahresvorblick?
Die Sterne im persönlichen Jahreshoroskop stehen bekanntlich immer gut, auch wenn wieder ein Jahr Lebenszeit im Eimer ist, aber in die Wunderkiste der Zukunft schauen mag so recht niemand, am wenigsten die Autoren der Science Fiction, die lieber Weltraumsagas für Blöde erzählen. (Die Blockbuster sind mittlerweile auf RTL2-Niveau gelandet und Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Nazis, die den Massenmord industrialisiert haben, auf dem Level von FACK JU GÖHTE TEIL 3. Hurra, ich hab den Titel richtig geschrieben, also richtig falsch.)

Persönlich viel Glück und viel Segen und einen gut gefüllten Gabentisch: Fressen – Saufen – Surfen, nur das Beste für den Allerwertesten. Brot für die Welt: das Gammelfleisch bleibt hier. In Deutschland haben sie mehr Angst vor zugegeben üblen Islam-Terroristen (im Kino kennen wir sie spätestens, seit Laurence Olivier als Mahdi ihre Scharen nach KHARTOUM führte) als vor den Terroristen der Zucker- und Fleischmafia, deren Verbrechen so gut wie gar nicht geahndet werden.

Aber es kommt noch ärger: Mittlerweile kommen nicht nur Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten, sondern die Kartoffeln auch aus Ägypten. Möglicherweise wird das Jahr 2018 eines, das wir uns werden merken müssen. Es wird geschichtlich relevant sein; man wird diese Jahreszahl im Geschichtsunterricht, wenn es das in Zukunft noch geben sollte, lernen müssen wie „3-3-3 bei Issos Keilerei“, und wir dürfen uns freuen, als Zeitzeugen mit dabei gewesen zu sein. Dabei sein ist alles.

„Noch mehr Geld? Die wissen doch jetzt schon nicht mehr, wohin mit der Kohle!“

Zum 1. Januar gibt es für die, die Nachwuchs haben, wieder mehr Kindergeld. Mehr Geld (7 € zum verprassen) soll es auch für Bezieher von Hartz-IV-Leistungen geben. Während die Zahl der Kinder im Wunderland der Export- und Fußballweltmeister (wir sehen uns 2018 wo? in Russland?) nicht signifikant steigen wird, zeigen die Hartz-IV-Bezieher, dass es doch auch noch weiter nach oben geht. (Zu Zeiten des vorbestraften gebürtigen Saarländers Peter Hartz bestimmte noch der von Hitler ins Leben gerufene Volkswagen-Konzern, wo und wie es langzugehen hatte in Deutschland, und die Sozialdemokratie bewies, dass sie politischen und wirtschaftlichen „Notwendigkeiten“ ebenso ins Auge zu sehen wusste wie weiland der unvergessene „Bluthund“ Gustav Noske.

Allerdings wird sich eine Hoffnung für die Sozialdemokraten auch 2018 nicht erfüllen: Würselen wird nicht das Bethlehem des Vereinigten Europa werden. Hier wurde uns nicht der Heiland geboren und auch nicht St. Martin. Martin Schulz ist der lebende Beweis, dass der Aberglaube nicht ausgestorben ist, und Til Schweiger dafür, dass es keine richtigen Helden mehr gibt im Reich der Gartenzwerge.)

„Auch ich sehe gerne Filme ohne Til Schweiger.“

Mehr Wachstum (der Arbeitslosigkeit) verspricht auch das digitale Zeitalter, die virtuelle Zeitenwende, an deren Beginn wir staunend stehen wie Steinzeitmenschen. „Das Thema Digitalisierung beschäftigt uns alle, aber was wollen wir damit erreichen?“ lese ich auf einer Website und kann die Frage nicht beantworten. Alles will wachsen, aber niemand weiß, wieso und warum. Wachset und mehret euch – und macht euch die Erde untertan. Für eine einzige Erde sind unsere Wachstumsambitionen längst schon zu gewaltig. Deshalb vermehren die Dummen ihre Dummheit jetzt digital und posten sie global.

Zuerst hauen wir die Welt militärisch auseinander, vor allem unsere Bundesgenossen in Amerika tun das, die nach Afghanistan, Syrien, in die Ukraine (NATO-Osterweiterung) und sonst wohin drängen, angeblich um niederträchtige Terroristen zu erwischen oder bösartigen Tyrannen wie Saudum Hussein den Garaus zu machen, und dann wundern wir uns, dass die Menschen dort in Bewegung geraten, Naturkatastrophen noch nicht einmal eingerechnet. Der Trump ist ein kühler Rechner: Der Wachstumsprozess des Extremwetters ist nicht mehr aufzuhalten. Warum dann noch Klimaschutz? Das Geld ist besser angelegt, indem man weitere Krisenherde (was für ein Begriff: Krisenherd. Bauknecht weiß, was Frauen wünschen) schafft: das bitterarme Nordkorea, Iran, die Döner-Türkei… An allen Ecken und Enden wird an der Lunte gezündelt, in der Hoffnung, dass es bald mal wieder einen richtig großen Knall geben wird, den die Außerirdischen, die sich bedenklich rar gemacht haben in 2018, auch im Weltall hören werden. Weltweit horten wir fast 15.000 Atomsprengköpfe. Die Nordkoreaner haben daran einen Anteil von 15. Vielleicht haben sie sogar schon zwanzig Atombomben. Und das sind zwanzig zu viel.

Manchmal mag man am Allgemeinen Wahlrecht auch für Dumme verzweifeln: Brexit, Separatisten, Erdogan (über den sie in der Türkei inzwischen ein Heldenlied fürs Kino gedreht haben: REIS bedeutet in etwa der Führer), in den USA der Milliardär und potentielle Frauenfummler vom Trump Tower (1973 orakelte der SPIEGEL visionär: Tagediebe und Frauenfummler lungern in Fahrstühlen und Fluren…), Le Pen und AfD. Mittlerweile bin ich dafür, dass der IQ von Wahlberechtigen vor dem Gang an oder in die Urne überprüft wird.

Ich bin doch viel charmanter als der Gauland.

Letztens sah ich Alexander Gauland in einem Berliner Restaurant in der Nähe des Reichstags einsam an einem Tisch sitzen und missmutig in sein Glas Rosé stieren: Wahrscheinlich ist ihm der enorme Zuspruch, den seine Amateur-Liga findet, inzwischen selbst unheimlich. Das Wachstum einer Partei, die nicht einmal ein halbwegs verständliches Wahlprogramm hat, ist vor allem auf das Wachstum der Dummheit zurückzuführen. Und das hat mehrere Gründe. Vor allem, dass das Gehirn, so Reste noch vorhanden sind, immer seltener eingeschaltet wird. Wie sonst ist es möglich, dass die Amerikaner einen wählen, der eine Steuerreform zugunsten der Reichen durchführt?

Zurück zur Frage, wem die Digitalisierung nutzt: weniger den Doofen als dem Überwachungsstaat, der selbst Orwell das Fürchten gelehrt hätte, dem es aber noch nicht gelungen ist, vollends in das menschliche Gehirn einzudringen und es zu unterwandern. Da wird noch einiges Hochwasser den Rhein herunterfließen und über die Ufer treten, bis das Ziel erreicht ist. Christian Lindner, der Reserveoffizier aus Wermelskirchen, fordert übrigens einen „Weltmeisterplan für die Digitalisierung“.

Da bleibe ich lieber Gasableser für Putin. Und die Frisur sitzt. Kein graues Häarchen.

Dank der Digitalisierung sind wundersam in den Statistiken der Ein-Euro-Jobber die Arbeitslosenzahlen für sinnlose Arbeit rückläufig, obwohl de facto ganze Berufsgruppen verschwinden: In der Dekra Toys Company puzzelten Ein-Euro-Jobber, um herauszufinden, ob ein Puzzle mit 5000 Teilen vollständig ist.

Irgendwann muss ja der schon lange von uns Pessimisten herbeigesehnte Finanzcrash kommen. Die Digitalisierung wird ihn beschleunigen, weil wir die „schwarzroten Nullen“ der Schulden, die wir an nachfolgende Generationen weiterreichen, gar nicht mehr zählen können. Die Finanztransaktionen laufen mittlerweile digital so schnell, dass der menschliche Sachverstand kaum noch mitkommt und nur noch KI den Kollaps der Menschheit verhindern kann: Der Künstlichen Intelligenz wird es nicht schwerfallen, die menschliche Dummheit rechts zu überholen. Dann müssen wir auch nicht mehr wählen gehen, und es wird keine Regierungskrisen mehr geben und schon gar keine überhöhten Diäten für Abgeordnete und Hinterbänkler, die ihre Zeit nicht mit Puzzeln verbringen, sondern damit, Selfies über Facebook zu posten und zu twittern.

Für die breite Unterschicht der einstmals Werktätigen, Mägde und Knechte wird irgendwann alles via Chip in der Hand zentral und unbürokratisch an der Kasse beim Discounter gesteuert. Die ersten Versuche laufen schon in Schweden, wo eine Firma Mitarbeitern einen Chip zum Türöffnen implantiert hat. Die Technik gestattet eine lückenlose Überwachung von der Geburt bis zur Bahre.

„Heut lass ich mal richtig die Sau raus.“

Jetzt haben wir aber schon 2018 übersprungen und sind in 2019 gelandet, möglicherweise ganz weit in der Zukunft 2025 oder 2027 oder 2029, Jahre, die wir uns eigentlich gar nicht vorstellen können, denn sie bezeichnen ein Märchen von übermorgen: Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Dies ist ein Märchen von übermorgen. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem.

Ein Arschloch wie ich, sollte hier nicht vergessen werden.

Eins dieser Raumschiffe ist die Orion… und sie wird übrigens nicht, sie wird niemals vom Flughafen BER starten, denn die Flug- und Weltraum-Baustelle in Schönefeld stagniert weiter, trotz des 2013 von Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn, Air Berlin) verordneten „Sprint“-Programms, das fatal an den zum Ende des Zweiten Weltkriegs verordneten „Endsieg“ erinnert.
Apropos, in 2018 feiern wir den heimtückischen Dolchstoß im Ersten Weltkrieg, dessen Kosten mittlerweile, glaube ich, bezahlt ist. Da könnten wir uns ja bald einen Dritten leisten. Ich schreib schon mal an den Weihnachtsmann…

RG, Jahresende 2017

 

WEISE WORTE ZU 2018

2018 werden große Teile von Medien und Politik (Wirtschaft sowieso) verstärkt aus ideologischen Gründen den Begriff Ungerechtigkeit durch „Neid-Faktor“ ersetzen.

Den Widerspruch zwischen dem kapitalistischen Leistungsbegriff und dem mittelalterlichen Erbrecht mit Phrasen zu verkleistern, damit „Erbe“ nicht zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen heran gezogen wird, ist ebenfalls Aufgabe von Medien und Politik in diesem Jahr.

Und auch in diesem Jahr wird die Priesterschaft des „Liberalismus“ (der wie jede Religion eine Angelegenheit des Glaubens, d.h. des nicht Wissens, ist) weiterhin Gesellschaftseigentum privatisieren (Stichwort: Autobahnen), was einer Enteignung von Gesellschaftsvermögen entspricht. Dafür haben die Lobby-Vertreter im Bundestag, die in der Regel nach zwei bis drei Legislaturperioden ihre Korrumpiertheit durch einen Job in der Industrie krönen, Grundgesetzänderungen durch Winkelzüge erledigt. Diese Korrumpel werden uns diese Umverteilung häufig in den Medien sophistisch als Entlastung des Bürgers verkaufen.

Dank verschlagener Figuren wie Dobrint, Scheuer oder Söder, wird die CSU bei der Landtagswahl eine derartige Klatsche einstecken, die Rotatiosphänomene im Grab von Strauss auslösen wird. Das Schöne an den genannten Gestalten ist, dass ihre Karrieregeilheit gepaart mit asozialer Energie in den Visagen ablesbar ist und damit Wahlplakate konterkariert.

Nicht die Cleverness der AfD sorgt für weiteren Aufschwung dieser grenzdebilen Partei, sondern die unfassbare Dämlichkeit der korrupten Etablierten (die seit den Tabubrüchen von Bangemann und Proll-Gert) die politische Struktur in „diesem, unseren Land“ definiert.

In diesem Jahr wird Bildung noch stärker mit Qualifikation gleichgesetzt werden. Qualifikation für was? Um mit Mick Jagger zu antworten: „I mean really?!!“

In Berlin gibt es im Regierungsbezirk für Abgeordnete ein eigenes Hallenbad. Erinnert alles sehr an Ludwig und Nikolaus.

Das republikanische Fernsehen, bezahlt von Bürger-Geldern und politisch verteilten Zuwendungen, berichtet weiterhin verstärkt über „royale“ (was für eine dämlich klingende Eindeutschung! – kommt direkt hinter „challange“ und „wording“) Uninteressantheiten, um damit den Eindruck zu verstärken, dass Politiker unter vorguilletonierbare Unangreifbarkeit zu subsumieren sind.

Immer weniger Kinder werden 2018 schwimmen lernen. Von den unter dreißig-jährigen können jetzt schon an die 50% nicht schwimmen (was dabei heraus kommt, sieht man an Dobrint und ähnlichen Nichtschwimmern). Das werden 2018 durch Bäderschließungen und soziale Unverpflichtungen mehr werden. Unter Adenauer gab es 90% „schwimmfähige Deutsche“.

Und der Höchst ehrenwerte Papst wird 2018 zunehmend feststellen: Es gibt nichts Richtiges im Falschen.

Dieses Jahr kommt wohl endlich der Algorithmus auf den Markt, der die Bestsellerlisten aller Staaten durchsucht, um den Auftraggeber zu informieren, welcher Lizenzen in seinem Land vertraglich verfügbar ist. Für Großverlage eine Riesenchance zur Personaleinsparung.

AUCH DIESES JAHR WIRD FÜR DIE BELEIDIGTEN UND AUSGEBEUTETEN EIN JAHR IM KONJUNKTIV.



DAS WORT FÜR ENDGÜLTIG VERBLÖDETE by Martin Compart

Das absolute Idiotenwort de Jahres – ist mir heute schon zweimal begegnet (natürlich vom Abschaum dieses Planeten, nein ich meine nicht Darsteller in Realyty-TV-Serien, sondern Angehörige von Werbeagenturen, ist WORDING. Sowas stammeln nur geistig Behinderte (um etwas zusammen zu fassen) – oder geistig zurückgebliebene Politiker oder SAT 1-Frühstücksfernsehen-Lemuren, um „hip“ zu erscheinen (vorzugsweise Grüne mit Erbansprüchen, die aber nicht ganz die Erwartungen erfüllen werden, weshalb man noch für die unterschiedlich bewertbaren Klimawandel mit Neo-Cons koaliert).

Ich bin zwar nicht bei den Grünen, aber blöd genug für sie wäre ich schon, oder?



PEINLICHES AUS DEM DIME-STORE by Martin Compart

 

Bei der Recherche zum Thriller-Giganten Lionel Davidson (der von Penguin Deutschland dankenswert neu aufgelegt wird), geriet ich auf CrimerMag zur einer aktuellen Rezension von ROSE VON TIBET; damit verbunden verirrte ich mich in eine Galaxy, die zuvor nicht von menschlicher Intelligenz bereist wurde, nämlich in das wahrscheinlich peinlichste Interview, das ich je gelesen habe:

http://culturmag.de/crimemag/interview-andreas-pflueger-im-gespraech-mit-alf-mayer/103409

Mayer als Interviewer, Speichellecker und Selbstdarsteller ist so peinlich, dass er bei mir Fremdschämen auslöste und mich für den armen Autor erstmal einnahm. M. gibt dem Ausdruck „Anschleimen“ eine neue Dimension. Das hat kein Autor verdient – dachte ich zunächst. Ich konnte kaum glauben, was ich da las:

„Alf Mayer wüsste nicht einen Satz, den man in „Endgültig“ und „Niemals“ streichen könnte. Er findet: Elmore Leonard wäre stolz auf den Stil dieser Bücher.“

„Du bist berühmt, du bist erfolgreich, du bist der mit Abstand beste deutsche Thriller-Autor. Ich lese viel, bin ein Thriller-Gourmet und wüsste auch international nicht, wer dir das Wasser reichen könnte. Du bist nicht nur besser als Bond (was nebenbei nicht solch eine Kunst ist, aber dieses Tausendmal bei dir dann doch), du bist besser und poetischer als Gerald Seymour, Lee Child oder Stephen Hunter.“

„„Niemals“ ist ja der vermutlich am besten gestaltete Spannungsroman, der je erschienen ist.“

„Adam Hall und seine Quiller-Agentenserie (19 Romane zwischen 1965 bis 1996) kennst du ja nicht, darüber haben wir uns schon unterhalten. Du bist der erste, der ihn meiner Ansicht nach noch zu übertreffen vermag. Wie machst du das?“
Gefährlicher Schwarzgurt im Asthma-Karate.
„Als Samurai muss man fest entschlossen sein, jeden Moment zu sterben. (Ich zeige ihm das schöne Beiheft der Zatoichi-Edition bei Criterion, 26 Filme von 1962 bis 1989, digital remastered, in einer aufwendigen, wunderhübschen japanischen Faltkassette – er kennt es nicht, hat es noch nie gesehen, das ist an seiner Reaktion glaubhaft.)“

Selbstredend, dass diese harten Buben auch Experten in der Samuraikultur sind.

Hast du auch einen schwarzen Gürtel?
Nein. Aber ich beschäftigte mich damit, zum Beispiel mit Akupunkturkarate.“

(Adam Hall hatte mit 60 Jahren seinen Schwarzgurt gemacht – in Shotokan-Karate und nicht im Tresenwürfeln)

Das Interview ist zu lang, um es hier noch ausführlicher zu würdigen.
Dann musste ich den Bildschirm vom Schleim befreien und mit einem Sandstrahlgebläse abspritzen.

Aber nun stellte sich dieser Autor als Witzfigur heraus, der in seinen Peinlichkeiten Mayer nicht nachstand, selbstbesoffen von seiner Pose. MiC in einem Lachanfall dazu: „Besonders beeindruckend finde ich, dass hier ein bekennender Waffennarr schreibt, der in den USA gegen Waffen demonstrieren würde, aber keine Gewaltpornographie betreibt, wo Menschen vor dem Kamin stundenlang geröstet werden. Die Flitzpiepe hat noch nie echte Gewalt erlebt.“

Das machte neugierig. Ich hat von diesem Andreas Pflüger nie gehört und ging auf Amazon um mal einen Blick auf seine Prosa zu werfen und „ein Blick ins Buch“ zu wagen.

Einige unserer streetsmarten Kritiker lobten die Actionszenen („Er ist einer der wenigen deutschen Autoren, die richtig gute Actionszenen schreiben.“, Spiegel.de), die mich zu einem „Blick ins Buch“ veranlassten. Zitat:

„Adrenalin checkt per Express in ihre Blutbahnhn ein. Sie katapultiert sich steil hoch und bricht dem Mann mit einem gedrehten Fußkick den Kiefer. Aaron stößt ihren Mittelfinger in seine Halsschlagader, hebelt sein Handgelenk aus, fängt die Walther P99 mit Schalldämpfer und schießt ihm in die Stirn. Sein halber Kopf sprüht an die Wand; Hardkernmunition. Die zwei Sekunden, die das gedauert hat, waren schnell genug, um einem weiteren Mann, der aus dem Bad auftaucht, fünfzehn Gramm Blei in die Kehle zu schnippen.“

Das als realistische oder gute Action-Szene einzuordnen, gelingt wohl nur Burschen, die sich nie geprügelt haben, nie Kampfsport trieben und Jackie Chan für einen Dokumentarfilmer halten. Wahrscheinlich stellt der Autor die Szenen mit Action-Figuren vor. Das ist kein „pulp“, das ist schlechte Dime Novel. Der Waffenfetischismus ist vergleichbar mit einem Liebesakt, erzählt von einem Impotenten.

Erinnert an die glorreichen 70er des Groschenheftes: „Während Lassiter ihn niederschoss, ließ er den Larry raushängen“.

Kein Groschenheftautor käme heute damit durchs Lektorat. Es ist der Stil eines extremen Posers, dem alles authentische fremd ist, dies aber nicht durch Intelligenz, wie etwa Quentin Tarantino, auszugleichen vermag.

Geistiges Monsanto.

Um sich an der unfreiwilligen Komik zu delektieren, ist das Buch zu dick. Der „Blick ins Buch“ ist schon etwas viel.

Und der Auswurf der Notizbücher des Autors, vollgestopft mit Halbrecherchen – etwa zur russischen Mafia – aus Wikipedia und Der Spiegel-Quellen – nervig. Hier stößt auch Alkohol an seine Grenzen.

Überraschend waren die vielen positiven Amazon-Wertungen, die fast den Verdacht einer gesteuerten Aktion aufkommen ließen. Aber so weit ist die Buchbranche hier wohl noch nicht – wer weiß. Diese positiven führen zu einem geistigen Ort, den ich keinesfalls zu betreten wünsche.

Angesichts der eigenen Leseerfahrung (der Anfang des Romans ist sogar von einem Poser auf speed ziemlich grottig), rief ich die negativen Kritiken zum Vorgänger des gerade erschienenen Romans auf, denn ich wollte mir versichern, dass nicht nur ich das offensichtliche dieses hirnlosen Bluffs sah. Erfahrungsgemäß findet man inzwischen unter den Leserkritiken von Amazon bessere Analysen als bei den meisten „professionellen“ Kritikern (natürlich auch und besonders bei den positiven). Ich wurde nicht enttäuscht: Diese Rezensionen sind geradezu eine Tunnelbohrung durch einen Buchmisthaufen.


Harry Mulisch foreverVor 1 Jahr
ein Kopfschuss aus hundert Metern mit einem Colt…
allein dieser Satz aus „Blick ins Buch“ reicht mir. Wer jemals mit einer Pistole aus 25 Metern Entfernung geschossen hat, weiß, dass das Schwachsinn ist, was der Autor schreibt. Das passt aber zu den irrealen Krimis im TV. Mit Logik hat das nichts zu tun. Ich habe deshalb keine Lust, dieses Buch zu lesen. Übrigens: „James Bond“ ist genauso bescheuert, zumindest die letzten. Die „alten“ hatten Humor und nahmen das Genre aufs Korn. Aber Humor kennt niemand mehr!

N.P.Vor 1 Jahr
Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Die guten Rezensionen sind mir ein Rätsel. Ich denke ich werde das Buch jetzt auch abbrechen. Bin jetzt bei 75 %, schön langsam frag ich mich ob der Autor unter Drogen stand beim Schreiben.

Monika Baumüller-Rappold

Nicht nur der Stil ist unerträglich. Was mich besonders gestört hat, sind diese hyperguten Helden bzw. hyperbösen Schurken, die den Roman bevölkern. Ich hab das Buch nicht selbst gekauft, sondern als Geschenk bekommen, nachdem uns die Lobhudelei in der ZEIT neugierig gemacht hatte.

 

Von Toliam 15. Juli 2016
Von der abstrusen Geschichte abgesehen:
Den Mitgliedern der speziellen Polizeitruppe werden derart übermenschliche Eigenschaften zugeschrieben, dass es schon ins Lächerliche abgleitet. Zudem werden häufig völlig verschwurbelte Beschreibungen eingebaut („der Mond hing wie eine gefüllte Schweisblase zwischen den Wolken“), die an einen überdrehten Erlebnisaufsatz eines Schülers erinnern.
Insgesamt so gnadenlos schlecht wie Fitzeks „Passagier 23“.

VonAmazon Kundeam 30. Januar 2017
Das passiert, wenn man einer ehemaligen Literatur-Professorin dieses Buch schenkt … anbei ein Auszug aus der Dankesmail:

„Ich habe bald aufgehört, die Leichen zu zählen, auch die abwechslungsreichen Methoden, jemanden zu töten, zu quälen, zu demütigen. Gewalt auf jeder Seite, viel Pathos, Dramatik, Faszination für Waffen (sicher sehr informativ), die Samurais und ihren Ehrenkodex, für jede Form der Gewalt; Superhelden und Superwahnsinnige, allesamt Mörder mit Genuss, nur 2 „normale“, sanfte Nebenfiguren. Starker Tobak!

Vom literarischen Standpunkt: immer wieder die gleichen Kunstgriffe: unvollendete halbe Sätze, um ein Staccato-Rhythmus zu erzeugen, kitschige bildhafte Sprache, wenn einmal keine Action, zu viele Zitate, triefende Sentimentalität oder zu modische moralisierende Themen in Exkursen in die Vergangenheit (Freund aus der Kindheit, den man nicht retten kann und vor einem ertrinkt, vom Vater missbrauchte Söhne, kleine Türkin, natürlich Opfer von Vorurteilen etc), die nur oberflächlich und banal behandelt werden.

Trotzdem interessant zu sehen, wie man Erfolg zimmert und von Suhrkamp verlegt wird. Erinnert mich an Mankell, obwohl er einen Antihelden mit Alzheimer (!) hat. Falsche Tiefgründigkeit bei beiden. Wird sicher ein großer Erfolg. Und vielen Dank (ohne Ironie): da wird einem klar, wie viel ein Dostojewski, ein Böll, ein Echenoz, ein Andersch, ein Zweig, ein Paasilinna, usw, usw wert sind.“

Usw. usw.

So, denke ich mir, damit verschwendest du also deine Zeit. Warum machst du sowas? Hast du masochistische Neigungen? Um zu verhindern, dass solcher Schwachsinn unkommentiert in die Kultur einsickert? Die volle Idiotie dieser Ära bewusst zu machen an Details im Überbau?
Du regst dich eben gerne auf und suchst nach empirischer Bestätigung für Harlan Ellisons Beweisführung, dass „die Elemente, die im Universum am häufigsten vorkommen, Wasserstoff und Blödheit“ sind.

 

P.S.:

Fauser und ich kämpften vor langer Zeit für ein verändertes Bewusstsein innerhalb der Medien bezüglich der Kriminalliteratur als Literatur der Emanzipation gegenüber dem pseudoliterarischen Mainstream.
Also auch gegenüber der Haltung „ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Kriminalliteratur als Flaggschiff dessen, was bürgerliches Feuilleton unter „Trivialliteratur“ subsumierte.

Heute haben wir die Situation, dass die meisten Medien einen selbst erwiesenen Kriminalliteratur-Experten (ein ähnlicher Lernberuf wie Promi-Experte) im Programm haben, dessen Bildung uns darauf zurück wirft, dass weiterhin „Ohne Krimi, die Mimi nicht ins Bett geht“, solange sie ihre – die der Experten – präpubertären Gewalt- und Sexphantasien erfüllt.

Ich gehe angesichts des hier dargestellten Idiotismus so weit zu behaupten, dass alle positiven Rezensenten geistig gestört sind und kulturell der fundamentalistischen Wachstumsblase („Alles ist endlich, nur das Wachstum ist unendlich.“, „was sich verkauft, muss gut sein“ usw,) verpflichtet sind, aber dabei das Überheblichkeitsgefühl überlegener Deutungshoheit suggerieren.

Sinnlose Gewaltpornographie, deren einziger Wert der Obolus am Markt ist, kann keine kulturelle Substanz haben. So denken Investment-Banker, aber keine sensiblen Teilnehmer an einer gezwungenermaßen zu ordnenden Gemeinschaft, die sich zu Gesellschaften komplexer Dichte solidarisieren muss.

Insofern spiegelt in der deutschen Kriminalliteratur der Erfolg von Gestalten wie Fitzek und Co. das Versagen unserer humanen- und ökologischen Überlebensstrategien wieder, bestätigt ästhetisch die Ideologie der Börsenkultur und betreibt die Entsolidarisierung der Gesellschaft.

 

 



FAKE-TRUMPY KLÄRT AUF by Martin Compart
19. September 2017, 2:29 pm
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„Es war der größte Hurrikane aller Zeiten – ein mächtiger, ein gewaltiger Wirbelsturm, wie es nur dem größten und besten Land widerfahren kann! Die Mutter und Großmutter aller Hurrikane. Ein Freund des Washingtoner Establishment und ein Feind des wunderbaren White Trash. Ich werde ihn hinter Gitter bringen, damit er kein weiteres Unheil anrichten kann. Ich werde eine Mauer bauen, die verhindert, das weitere Hurrikane Drogen und Vergewaltigung in unser großartiges Land bringen. Wenn die Hurrikane mit ihrem aggressiven Verhalten fortfahren sollten, wird Amerika mit totaler Vernichtung über sie kommen. Read my lips, Mister Hurricane: Wir haben nicht nur die größten und mächtigsten Atombomben, wir haben allermächtigsten und allergrößten Atombomen! Und wir haben Superman, Captain America, Bruce Willis, Batman und Jason Bourne! Wir haben Iron Man, den großen Gatsby, die Mad Men, Wunderwarzenschwein, Goldman Sachs, Herrn Natürlich, Mariah Carey – wir haben mehr Superhelden als alle anderen!

Die Demokraten wollen uns glauben machen, diese Hurrikane würden durch Klimawandel entstehen, Alles Fake-News! Dahinter stecken gigantische Windmaschinen der Chinesen und Ost-Koreaner! Amerika hat eine mächtige Antwort bereit für diese unverschämte Provokation. Ich werde die Hurrucans von Moodxs runterstufen lassen!“



NEWS: SPD – KEIN BODEN IN SICHT by Martin Compart

IIWer geglaubt hat, mit Proll-Gert, den „Stones“ (interner Sprachgebrauch für Steinmeier und Steinbrück, der sich gerade auf einer Comedian-Tour blamiert), das Pferd namens Müntefehring, dem planschenden Kriegsminister (wie hieß der doch gleich? Ach ja: Scharping), dem dicken Jungen und Martin Schulz wäre das Ende der Fahnenstange erreicht, hat sich geirrt.

Bisher immer zuverlässige Kreise, haben mir folgende Information zugespielt: Die SPD-Spitze, die mit einer saftigen Niederlage (schlechtestes Ergebnis aller Zeiten) rechnet, hat angeblich ein Strategiepapier für die nächsten vier Jahre abgesegnet, mit folgenden Eckpunkten:

1. Keine weitere große Koalition, da dies der Basis nicht mehr vermittelbar ist.

2. Schnelle Trennung von Martin Schulz in allen Spitzenpositionen.

3. Und jetzt kommt der Hammer:

Der Neuaufbau der SPD soll um die Genossin NAHLES erfolgen, da diese angeblich am wenigsten durch UNFÄHIGKEIT im Ministerium (da dürften selbst die sedierten Gewerkschaften anderer Meinung sein) aufgefallen sei und über genügend Stallgestank verfüge.

 

 

Man fasst es nicht! Die SPD will offensichtlich innerhalb von vier Jahren unter die 5%-Klausel. Noch schneller geht das nur, wenn sie den FDP-Wahlkämpfer und Zeitarbeitsfirma DIS-Aufsichtsrat Wolfgang Clement zurückholen.

P.S. Genau! Schon deshalb kann man die FDP nicht wählen, weil sich dieser alters-truthahnhafte Wendehals und Chefideologe für das Armutswachstum im Wahlkampf für Christian Lindner einsetzt.

 

Als Politiker die Zeitarbeit durchgesetzt, anschließend durch einen weiteren Aufsichtsratsposten ein kleines Zubrot. Der pfiffige Bochumer beweist, was die FDP nur fordert: Leistung kann sich durchaus lohnen.

 

 

Die FDP hat die zuständige Urne für ihre Stimmen gleich mitgebracht:


 



MASCHMEYER-SPECIAL 2: WAS SAGT UNS DIESES BILD? by Martin Compart

diese

Was sagt uns denn dieses Bild?

Aufgenommen wurde es vor einer geistigen Abtreibungsklinik.
Zwei ältere Herren in sensibler Umarmung vermitteln etwas zartes, doch nicht zerbrechliches. Das rechte Gesicht scheint noch nicht von Botox oder Beton gezeichnet, das es später leblos machen soll, wie ein Spartaner-Schild nach einem langen Tag in den Thermopylen.

Im linken Gesicht schwingt so etwas wie Freude mit, als hätte der Träger soeben erfahren, das er für seine Memoiren zwei Millionen € erhalten würde oder Putin ihm ein Kind geschenkt hätte. Vielleicht erinnern sich auch Beide an die Zeiten neckischer Pennälerstreiche, in den sie Zeichen künftiger Größe gefunden haben.

Die Freude aneinander geht noch tiefer: Das offen gezeigte Glücksgefühl der grobschlächtigen Gestalten scheint aus dem Bewusstsein zu strömen, es aus ganz kleinen Verhältnissen an die Spitze eines maroden Systems geschafft zu haben, indem man ethische Prinzipien außer Acht gelassen hat.
Es sind Dienstbotengesichter, in denen sich der instinkthafte Glaube an die historische Kontinuität des Sozialdarwinismus manifestiert. Auf ihre Empathie kann sich der roheste Sadistenlümmel berufen. Ihre zarte Hinwendung zu einander lässt aber auch mitschwingen, dass sich beide davor fürchten, ohne den anderen abzusterben. Als habe man doch erst in der gegenseitigen Öffnung so etwas wie Frohsinn erfahren.

Man hört die Saxophone ihrer Herzen dudeln, während sie sich aneinander scheuern, beim sanften Hindämmern der Gedanken. Oder berauschen sie sich an Andrew Loog Oldhams Axiom: „Ich glaube, dass es wahr wird, wenn man nur lange genug lügt“? Erfreuen sie sich an der moralischen Fragwürdigkeit ihrer Handlangerexistenzen? Oder sind sie nur davon fasziniert, das ihr geistiger Horizont der Tiefe einer Pfütze gleicht?

Zwei gierige Kobolde, die gerne Obdachlose treten und doch die eigenen Ängste meinen. Mögen sie nie die Schmach eines Linienfluges ertragen. Bei der Bemühung, diese Unsympathen zu ertragen, stößt wohl auch Alkohol an seine Grenzen. Tröstlich nur, das ihre Vergangenheit länger geworden ist als ihre Zukunft.

 

Und zum Abschluss, ihr Lied: