Martin Compart


Das Wort zum Bier holen by Martin Compart
26. Oktober 2011, 5:01 pm
Filed under: Andy McNab, Weise Worte

Kein Wunder, dass die meisten Religionen in der Wüste entstanden waren. Was gab es dort schon anderes zu tun?

Andy McNab

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NEUE TRUE-CRIME BÜCHER by Martin Compart
25. Oktober 2011, 10:13 am
Filed under: Bücher, Politik & Geschichte | Schlagwörter: , ,

Bücher über die Krays füllen zwei Regalbretter meiner Bibliothek – und ich besitze längst nicht alle. Es gibt kaum Unterweltfiguren, über die mehr Publikationen veröffentlicht wurden (ich selbst habe einen langen Aufsatz über meinen Besuch bei Reg Kray in 2000 LIGHTYEARS FROM HOME dazu gesellt). Jetzt also ein weiteres: NOTORIOUS – THE IMMORTAL LEGEND OF THE KRAY TWINS (Arrow Books, 2011) von John Pearson. Es ist Pearsons drittes Buch über die Zwillinge und wieder exzellent! Mit seinem ersten von 1972, THE PROFESSION OF VIOLENCE (nie out of print) trat er den Krays-Rummel erst so richtig los. Aber vieles konnte zu Lebzeiten verschiedener Personen, die mit den Krays verbunden waren, nicht geäußert werden. Außerdem sind erst in den letzten Jahren Akten zugänglich, die unter eine dreißig jährige Geheimhaltung fielen. Einer der Knallere in Pearsons neuestem Werk ist die minutiöse Aufarbeitung der Boothby Affäre: Lord Boothby war ein ungeheuer prominenter Politiker, der sich von Ron Kray mit Lustknaben versorgen ließ. Das konservative Gegenstück zu Labours Tom Driberg. Als diese Affäre ans Presselicht zu geraten drohte, griff kein Geringerer als der künftige Premier (der wegen Driberg und dem gerade bewältigten Profumo-Skandal um seine Wahl fürchtete) Harold Wilson ein und ließ die Sache unter den Teppich kehren. Pearson schreibt einen Polit-Thriller, der das britische Klassensystem in seiner ganzen Arroganz und seinem verachtenden Zynismus vorführt. Also ist mit den Krays auch der größte britische Polit-Skandal der 60er Jahre verknüpft. Wer bisher dachte, er wisse alles über die Zwillinge, wird eines besseren belehrt. Ganz klar eines der fünf besten und wichtigsten Bücher zum Thema.

Noch robuster und quantitativer in Sachen Mord als die Krays ging Richard Kuklinski zu Werk. Auch über ihn gibt es inzwischen mehrere Bücher (das erste von dem großartigen Anthony Bruno, der auch eine schmählich unterschätzte Romanserie über zwei FBI-Agenten geschrieben hat) und sogar einen Film: THE ICEMAN von Ariel Vromen. Er begann als Tierquäler, beging mit dreizehn Jahren seinen ersten Mord. Er wurde der effektivste Killer der Mafia und legte in 30 Jahren ca.150 Menschen um. Von 1986 bis zu seinem Tod 2006 saß er im Knast. Man vermutet, dass er dort umgebracht wurde weil er gegen den Mafioso Salvatore
Gravano aussagen wollte. Der inzwischen verstorbene Philip Carlo hat mit ICE MAN (Piper, 2011) das definitive Buch zu diesem Kotzmittel geschrieben. Ganz nebenbei ist es auch noch eine erschreckende Sozialgeschichte der USA. Es zeigt einmal mehr wie mies, klein und schmutzig diese Mafiosi sind, die – wie Banker – in einer Welt leben, deren einziger Wert die Gier ist. Da wichtige zeitgeschichtliche Literatur bei uns eine Seltenheit ist, muss man dem Piper-Verlag für diese Veröffentlichung danken und hoffen, dass sie im Windschatten des Films zusätzliche Käufer findet.

Der In Berlin lebende Amerikaner Mathew D. Rose ist bereits 1997 den Politikern unangenehm aufgefallen. In seinem Buch BERLIN-Hauptstadt von Filz und Korruption (Droemer Knaur) sezierte die Jauchegrube des damaligen regierenden Bürgermeisters Diepgen und seiner räudigen Gang. Auch sein neues Buch KORRUPT? Wie unsere Politiker und Parteien sich bereichern – und uns verkaufen (Heyne) ist eine lesenswerte Analyse des Ganglands BRD. Die Grundlage seiner Betrachtung lautet: „Die Zeit in der Politik eine gerechtere Umverteilung, also eine Verbesserung von Bildung, Gesundheit und Wohlstand der gesamten Gesellschaft anstrebte, ist in den Industrienationen lange vorbei. Dieser Wandel setzte in der Bundesrepublik im Jahr 1998 ausgerechnet mit der SPD-Grünen-Regierung ein.“ Da kann ich lediglich fragen: Wieso „ausgerechnet“ und nicht „folgerichtig“. Für Putins Gasableser Proll-Gert und dem Mann, der wie ein grunzender Affe klingt, Fischer, war dies das Projekt ihres Lebens. Aber anders als etwa Tony Blair haben sich diese beiden Schrebergarten-Ganoven nur mit Kleingeld abspeisen lassen. Gut, für Emporkömmlinge ist das sicherlich ein großer Batzen. Außerdem setzten diese Prozesse bereits unter Margaret Thatcher und dem Oggersheimer Saumagen ein, dem bis heute nicht der Prozess (zusammen mit Schäuble für die CDU-Spendenaffäre) gemacht wurde und der hoffentlich bald unter schlimmsten Schmerzen abkratzt; was ich als hilfloser Zornbürger selbstverständlich 90% allen Politikern in „diesem, unseren Lande“ wünsche. Nach der Lektüre von Roses Buch möchte man jedenfalls einmal mehr die Guillotine aufstellen und als Jakobiner über die Herrschenden richten.
Gucken wir mal, was Rose über ein paar Ganoven aus der Parasitenklasse erinnert: „GERHARD SCHRÖDER ….nach der Wahlniederlage, aber noch vor dem Ende seiner Amtszeit (vergab seine Regierung) einen Kredit mit staatlicher Bürgschaft von rund einer Million an die Nord-Stream AG, an welcher der russische Energiekonzern Gazprom mit 51 Prozent beteiligt ist… Am 22. November 2005 endete Schröders Amtszeit, und bereits im Dezember wurde er zum Verwaltungsratsvorsitzenden der Nord Stream AG ernannt…. Geschätztes Jahresgehalt 250.000 Euro.“ Carsten Maschmeyer kaufte Schröder die Rechte an seiner ebenso langweiligen wie schlecht geschriebene (lassen) Autobiographie für eine Million Euro ab. Wahrscheinlich als Gegenleistung für die steuerlich geförderte Privatrente, die lediglich Maschmeyers Konzern AWD nutzt. Für diesen OK-Verein arbeitet auch Bernd Rürup, der das Staatlich geförderte Rentenmodell mit seiner „Rürup-Kommission“ erarbeitete. Natürlich ist er SPD-Mitglied
WOLFGANG CLEMENT hat „sieben Aufsichtsratsposten inne“. Auch bei der RWE Power AG. „Auch auf die Zeitarbeitsbranche griff Clement zurück. Kaum ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung saß er im Aufsichtsrat der Firma DIS Deutscher Industrie Service AG (Jahresgesamtbezug rund 15.000 Euro; er kann´s halt nicht besser)… Als Bundesminister hatte Clement sich… zugunsten der Zeitarbeitsunternehmen eingesetzt.“ Ja, die Genossen haben in all den Jahren an Bedeutungslosigkeit nicht verloren.

Man könnte unendlich weiter auflisten (zum Thema sollte man auch noch Jürgen Roths vorzügliche DEUTSCHLAND AG (Eichborn) hinzuziehen, auf die ich an anderer Stelle hingewiesen habe). Nachteilig für Roses Buch wirkt sich das Fehlen eines Index aus.

Bei Heyne Hardcore, der einzigen innovativen Reihe der letzten Jahre, erschien der Bericht von Malcolm Beith EL CHAPO – Die Jagd auf Mexikos mächtigsten Drogenbaron. Selbst unsere weitgehend gleichgeschalteten Medien kommen nicht an gelegentlicher Berichterstattung über den Mafia-Staat Mexiko vorbei. Noch stärker als in Kolumbien sind Politik, Militär und Mafia hier miteinander vernetzt und bilden eine Symbiose. <minutiös beschreibt Beth den Aufstieg von Joaquin Guzman, El Chapo, zum mächtigsten Drogenbaron der westlichen Hemisphäre, die Dummheit der Nordamerikaner, den Zynismus ihrer Drogenpolitik und wie der südliche Nachbar über Jahrzehnte immer mehr in Armut und Verbrechen getrieben wird. Das Buch ist der genaueste und ausführlichste Einblick in die Welt der mexikanischen Drogenmafia und Kultur, den ich bisher kenne, voller unfreiwillig komischer Situationen.



SPYTHRILLER: THE MAN FROM U.N.C.L.E. by Martin Compart
20. Oktober 2011, 2:31 pm
Filed under: Ian Fleming, thriller, TV-Serien | Schlagwörter: , , , ,

Hiermit beginne ich eine Serie, die unsystematisch und in loser Folge die Entwicklung des Spionagethrillers und Polit-Thrillers in den unterschiedlichen Medien beleuchten soll.

1962 kam mit „Dr. No“ der erste Bond-Film in die Kinos und löste in der westlichen Welt das aus, was als „Bonditis“ in die Kulturgeschichte eingehen sollte. Parallel zur Beatlemania erreichte der 007-Kult mit „Goldfinger“ 1965 den Höhepunkt, und Sean Connery wurde wie ein Popstar gefeiert. In Folge der Bond-Hysterie schossen Geheimagenten in Film und Romanen wie Pilze aus dem Boden. Jeder wollte sich eine Scheibe vom Agenten-Kuchen abschneiden. Auch in Deutschland wollte man von dieser Welle profitieren. Die Film-Produzenten stürzten sich auf einheimische Groschenhefte und produzierten Serien über den FBI-Agenten Jerry Cotton und Kommissar X – und machten in einem One Shot gar Lex Barker zu MISTER DYNAMIT.
Mit den ersten Bond-Filmen begann auch eine weltweite und multimediale Agentenwelle, die selbst ins Heimkino schwappte. Im Fernsehen hatte es bereits zuvor Geheimagentenserien gegeben, aber die waren eher bieder und plump. Das Phänomen Bond verschmolz den Agenten-Thriller mit Pop. Der Geheimagent wurde zur Pop-Ikone.
Als sich Anfang der 60er Jahre der Welterfolg von Agententhrillern in allen Medien abzuzeichnen begann, wollte das US-Fernsehen natürlich daran teilhaben. Die Briten hatten bereits großen Erfolg mit den TV-Serien DANGER MAN(GEHEIMAUFTRAG FüR JOHN DRAKE) und THE AVENGERS (MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE).
Die Pop-Kultur war im Umbruch: Langhaarige Beat-Bands kauften den Matinee-Idolen oder Hinterwald-Rock’n Rollern den Schneid ab. An Universitäten las man MAD und die Ausdrücke „cool“, „camp“ oder „sophisticated“ wurden Modeworte. Seit den 50er Jahren entwickelte sich eine eigenständige Jugendkultur, unterstützt durch die Tatsache, dass keine Generation in der Adoleszenz zuvor über soviel Kaufkraft verfügte. Die Engländer verloren zwar ihr Empire, aber sie waren Vorreiter und Vordenker für das, was später den Namen Pop-Kultur erhalten sollte. Beatles und Bond wurden zum stärksten Aussenhandelfaktor im zivilen Warenverkehr der Briten.
Der Produzent und EMMY-Preisträger Norman Felton(DR.KILDARE, PLAYHOUSE 90) wollte schon lange eine SpionageSerie auf den Bildschirm bringen. Die Verantwortlichen bei NBC hatten ein offenes Ohr, die Zeit war reif für neue Helden oder „Formate“, wie man bei uns so zu sagen pflegt. Felton traf sich im November 1962 mit dem 007-Erfinder Ian Fleming, zwar bereits erkrankt (er starb 1964 und erlebte den Welterfolg seiner geistigen Schöpfung nur im Anfangsstadium mit), der sehr angetan war von der Idee, eine Fernsehserie zu kreieren. Von Flemings konzeptionellen Überlegungen blieb dann nicht viel übrig,nur die Namen Napoleon Solo (der einem Gangster aus GOLDFINGER entliehen wurde) und April Dancer (die in der spin-off-Serie THE GIRL FROM U.N.C.L.E. von 1966 bis 1967 von Stephanie Powers verkörpert wurde). Fleming hatte bekanntlich ein großartiges Talent ungewöhnliche und unvergessliche Namen zu erfinden. Und natürlich schadete es der späteren Serie nicht, dass sie immer wieder mit Ian Fleming in Verbindung gebracht wurde.

SOLO FüR UNCLE ist eine Agentenserie, die ihre eigene Parodie gleich mitliefert. Ununterbrochen retten die Agenten der weltumspannenden Organisation U.N.C.L.E. die Welt vor einer (scheinbar)apolitischen Verbrecherorganisation namens THRUSH. Die absurden Plots verdanken einiges den britischen Pop-Klassikern AVENGERS, CORRIDOR PEOPLE oder THE ODD MAN.
Das für damalige Verhältnisse ungewöhnlich hohe Tempo erreichte die Serie durch den gnadenlosen Einsatz von Wischblenden und der Handführung der Arriflex-Kamera, die im Fernsehen zuvor nie genutzt worden war, bei Action-Sequenzen. Das Konzept, wie es von AutorSam Rolfe weiterentwickelt wurde, ist eine Synthese aus Bond- und Hitchcock-Thrillern: Von Hitchcock übernahm man das Konzept von der Durchschnittsperson, die fast in jeder Folge unschuldig in den Kampf zwischen UNCLE und THRUSH verwickelt wird. Und Robert Vaughn als Napoleron Solo hat einiges von Hitchcocks Lieblingsschauspieler Cary Grant. Aus den Bond-Filmen übernahm man den weisen, alten Chef in der Gestalt von Leo G.Carroll als Mr.Waverly, die professionellen Agenten, die bizarren Superschurken und die weltweiten Handlungsorte (die sichimmer innerhalb der MGM-Studios befanden). Um nicht in Kalte-Kriegs-Ideologie zu versinken, hatte Sam Rolfe aus der UNCLE-Organisation so eine Art Geheimdienst der UNOgemacht, in der der Amerikaner Solo zusammen mit dem Russen Ilja Kuryiakin gegen die asozialen Ganoven von THRUSH kämpfte.
Beide Organisationen sind mehr als nur Action-Lieferanten für Drehbuchautoren. Die UNCLE-Agenten stellten einen neuen Protagonistentypus im Fernsehen dar: Gutgekleidete, liberale Weltbürger, die keiner erotischen Versuchung aus dem Wege gingen (zumindest der Sexmaniac Solo nicht). Ihre Umgangsformen sind kameradschaftlich, und auch das Verhältnis zu ihrem Chef ist nicht von Untertanenmentalität geprägt. Dagegen stehen die karrieresüchtigen Aufsteiger der als gigantische Bürokratie karikierten Organisation THRUSH. Die THRUSH-Agenten haben die strengen hierarchischen Strukturen verinnerlicht, träumen von Beförderung und machen sich Gedanken über den internen Rentenplan. Sie zeichnen sich durch unterdrückte Sexualität aus, die im krassen Gegensatz zum erotischen Appetit eines Napoleon Solo steht. THRUSHs Ziel ist eine primitive, puritanische Version des Kapitalismus, der Menschen als Rohmaterial ansieht. Also eine Organisation wie die von Josef Ackermann geprägte Deutsche Bank. Beim Wiedersehen wirkt so mancher THRUSH-Agent wie einer dieser hohlen Banker.
Dem gegenüber steht bei UNCLE das Konzept einer liberalen, aufgeklärten Angestelltengesellschaft vermeintlich freier Individuen. Das Böse entwickelt sich nicht mehr, wie in den Serien der 50er Jahre, aus moralischer Schwäche Einzelner, sondern aus den unterschiedlichen Ideologien, insbesondere aus dem fanatischen Puritanismus. Diese ideologische Strategie der Serie ließ sie damals so modern wirken: Die neue Konsumgesellschaft der 60er Jahre verlangte von ihren Mitgliedern andere Fähigkeiten als in früheren kapitalistischen Phasen: Statt Treue zum Arbeitsplatz war nun Mobilität erforderlich, statt sklavische Ausführung von Anordnungen brauchte man nun den mitdenkenden Facharbeiter und statt Bescheidenheit war verschärfter Konsum angesagt.
Die Pop-Serien der 60er Jahre singen das Hohe Lied der nivellierten Mittelstandsgesellschaft. Im Gegensatz zu den 50er-Jahre-Serien wird der hedonistische, konsumfreudige Weltmann heroisiert, der seine Bedürfnisse frei auslebt. Der moralisierende, sich selbst kasteiende Serienheld des vorherigen Jahrzehnts wurde als THRUSH-Agent lächerlich gemacht. Nicht mehr derjenige, der seine Sexualität auslebt ist der gefährliche Irre, sondern derjenige, der sie unterdrückt.

Immer wieder hat es Napoleon Solo mit frigiden Workaholics und frustrierten Hausfrauen zu tun, denen er mit seinem geballten Sexappeal so zusetzt, dass sie am Ende jeder Folge in ein befriedigenderes Leben aus der Serie entschwinden.
Dieser Subtext korrespondierte mit der Haltung der jüngeren Generation, insbesondere der College-Jugend, der die Serie ihren Erfolg verdankte: In den ersten Monaten war MAN FROM UNCLE ein echter Flop und stand kurz vor der Absetzung. Aber dann kamen die Studenten in den Weihnachtsferien nach Hause. PR-Mann Painter: „Jedesmal, wenn ich an einem Studentenheim vorbeikam, während unsere Serie lief, hörte ich bekannte Töne. Leider wurden die Fernseher in den Studentenheimen aber nicht von Nielsen nach Einschaltquoten gemessen. Aber ich wusste, wenn die Studenten in den Ferien nach Hause fahren, haben wir gewonnen.“ Und sokam es auch. Über Nacht gingen die Einschaltquoten steil nach oben, und die Serie wurde zu einem Phänomen. Auf dem Höhepunkt des Erfolges bekamen die Stars 60000 Fanbriefe monatlich und der Rummel um Robert Vaughn und David McCallum war auf demselben Level wie Beatlemania oder Bonditis. Die PR-Abteilung der Produktion hatte wesentlichen Anteil daran, die Serie auf Erfolgskurs zu bringen. SOLO FÜR ONCEL war ein frühes Musterbeispiel für die Bedeutung von Marketing für einen Serienerfolg: Als die Serie im ersten Jahr in den Nielsen-Ratings so bescheiden dastand, dass ihre Fortführung gefährdet war, holte sich Sam Rolfe den Presse-Agenten Chuck Painter. Der entwickelte sofort eine durchschlagende Strategie: Er sah sich die Großstädte an, in der die Einschaltquoten am schlechtesten waren. Dort organisierte er für die Wochenenden Auftritte der UNCLE-Stars in Supermärkten und lokalen Nachrichtensendungen. Freitags nach Drehschluss, nachdem sie fünf Tage lang täglich 12 Stunden vor der Kamera gestanden hatten, wurden Robert Vaughn und David McCallum zum Flughafen gebracht, um am Wochenende drei Städte zu besuchen und Werbung für die Serie zu machen. Ein mörderisches Programm, dass wohl kein deutscher Produzent mit seinen Stars durchziehen könnte. Es zeigte Wirkung. In jeder Stadt, wo die UNCLE-Stars aufgetreten waren, gingen die Ratings hoch. Robert Vaughn: „Wäre das alles in den 80er Jahren statt in den 60ern passiert, wäre die Serie abgesetzt worden. Man hätte ihr keine Chance geben, sich ihr Publikum zu erobern.“

P.S.: Steven Soderbergh plant für 2012 einen Kinofilm nach der Serie.



Geschichte wiederholt sich nicht by Martin Compart
12. Oktober 2011, 1:33 pm
Filed under: Conspiracy, Politik & Geschichte, Weise Worte

„Der Diktator Sulla hatte seinerzeit den Städten der Provinz Asien enorme Abgaben auferlegt, die diese nur bezahlen konnten, indem sie sich das Geld zu Wucherzinsen von römischen Bankiers liehen. Um die Städte vor dem totalen Ruin zu bewahren, hatte Lucullus ihnen ein Großteil der Schuld erlassen und überhöhte Zinsen verboten, womit er sich die ewige Feindschaft unserer Geldverleiher eingehandelt hatte.“

aus John Maddox Roberts SPQR, 1990.



UNTERSTÜTZT JAN PEIFER by Martin Compart
12. Oktober 2011, 7:53 am
Filed under: Tierschutz

Jan mit eigenen Worten:

Am 20.10.2011 (nächste Woche Donnerstag) findet ein skurriler Prozess vor dem Landgericht in Bonn statt. Ich wurde von einem Pelzfarmer aus Hörstel, NRW auf über 22.000,00 € Schadensersatz verklagt. Was wie ein schlechter Scherz klingt, wird für mich bald bitter ernst. In der Anklageschrift wirft man mir vor, dass ich durch meine Anwesenheit auf einer Nerzfarm für den Tod von 1.385 Nerzen (1350 Welpen und 35 Muttertiere) verantwortlich sein soll, dabei soll dem Farmer ein Schaden von über 22.000,00 € entstanden sein.

Was war passiert?

2007 habe ich 15 Nerzfarmen in Deutschland angeschaut und dokumentiert. Auch eine Farm in Hörstel. Als Tierschützer die Aufnahmen sahen, wollten sie es kaum glauben und stellten den Nerzfarmer zur Rede, ich begleitete die Tierschützer damals. Doch der Landwirt war zu keiner Stellungnahme bereit, ganz im Gegenteil, die Situation wurde so bedrohlich, dass ich die Polizei zu Hilfe holen musste. Nachdem diese uns buchstäblich befreit hatte, fingen die Probleme erst richtig an. Zunächst hat man mich wegen Hausfriedensbruchs angezeigt, doch diese Ermittlung wurde bereits nach ein paar Wochen von der Staatsanwaltschaft Münster eingestellt. 6 Monate später kam man dann offensichtlich darauf, mich u. a. für den Tod von 1.385 Nerzen verantwortlich zu machen: Wert der Tiere rund 44.000,00 €, der Schaden liege bei rund 22.000,00 €, denn das Fell der toten Tiere konnte man verkaufen – und für den Rest soll ich nun zahlen. Aus meiner Sicht völlig absurd ist die Argumentation, denn durch mein bloßes Auftreten auf der Nerzfarm sollen die Tiere umgekommen sein.

Anlässlich meines Prozesses zeigt die Albert Schweitzer Stiftung am 19.10. und 20.10. (jeweils von 11-19h) meine Videodokumentation (aus dem Jahr 2007) zum Thema Nerzfarm auf dem Bonner Münsterplatz, zudem werden Flyer zum Thema verteilt. Weitere Informationen unter: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/pelzlobby-verklagt-journalisten-auf-22000-euro

Weitere Informationen über den Prozess unter http://www.nackte-wahrheit.com, dort findet sich auch ein ausführlicher Film mit allen Hintergründen.

Jan Peifer

E-Mail: info@nackte-Wahrheit.com
Website: www.nackte-Wahrheit.com

Spendenkonto: Deutsches Tierschutzbüro, Stichwort „Jan Peifer“, Kontonummer 1321564018, BLZ 37069520 VR-Bank Siegburg

Jetzt verlinken und immer aktuell informiert sein:

Facebook (schon über 3.600 Fans): http://www.facebook.com/pages/NackteWahrheit/143727072325531?ref=ts
Youtube (schon über 10.000 Klicks): http://www.youtube.com/wahrheitnackt
Twitter: http://twitter.com/Nacktewahrheit1
Vimeo: http://vimeo.com/janpeifer



Das wort zum bier holen by Martin Compart
6. Oktober 2011, 5:11 pm
Filed under: Stammtischgegröle, Weise Worte

„Man sollte jetzt über eine geordnete Insolvenz des Kapitalismus nachdenken.“

Gill



LUCIFER CONNECTION – PRESSETEXT by Martin Compart
6. Oktober 2011, 4:41 pm
Filed under: Dutroux, LUCIFER CONNECTION, Noir, Söldner, thriller | Schlagwörter: , , ,

Eitelkeit und Rührung befällt einen Autor, wenn er von seinem Verlag den Pressetext zum eigenem Buch erhält. Es ist ja die erste Reaktion auf das gedruckte Buch und manchmal fühlt man sich als Autor vom eigenen Verlag nicht immer richtig verstanden. Und manchmal sind diese sogenannten „Waschzettel“ nur die Verlängerung des Klappentextes. Im Falle von LUCIFER CONNECTION wurde ich von EVOLVER BOOKS extrem gut behandelt. Deshalb hier ein Auszug aus dem Pressetext mit Dank an Peter und Robi.

Peter Hiess, MC, Robert Draxler. Das enttarnende Foto danke ich Peter Hiess´ hinreissender Frau Heidelinde Moser

„Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr zur Hand geht.“
Papst Gregor der Große

Die Zeit des Regionalkrimis ist abgelaufen – auch wenn der deutsche Buchmarkt das noch nicht bemerkt hat. Mittlerweile hat ja jedes Kaff seinen Kriminalisten, jedes Dorf seine Detektei, jeder Weiler seine Wirtschaftspolizei. Und sie alle ermitteln in provinziellen Angelegenheiten, von Vergewaltigungen auf der Alm über den x-ten Serienmörder in einer abgelegenen Hinterwäldlergemeinde bis hin zu den üblichen „Niemals vergessen“-Relikten aus der Vergangenheit.

Martin Comparts Roman Die Lucifer-Connection – der zweite Thriller mit seinem Protagonisten Gill, einem Ex-Stasi-Agenten und -Söldner, der heute als privater Sicherheitsberater arbeitet – handelt zwar auch im deutschen Irgendwo, zwischen Dortmund und Witten, verlässt aber bald die vertrauten
heimatlichen Geflde. Das heißt, vertraut sind sie ja nur scheinbar, hinter der Kulisse der Gehirnwäschemedien und der aus Brüssel gesteuerten Wir-haben-ja-noch-sowas-wie-Demokratie.

Was die Hartz-IV-Idylle verbirgt, ist ein korruptes Land, ja, ein korrupter Kontinent, auf dem maföse Machenschaften längst zur Tagesordnung geworden sind, seit organisierte Kriminalität und
globalisierte Konzerne (zwei Bezeichnungen für dieselbe Sache) schamlos und ungehindert regieren.
In diesem Europa sieht man nicht nur gnädig über Finanzskandale hinweg, sondern lässt auch mörderische Kinderschänder wie die Bande um Marc Dutroux relativ ungeschoren davonkommen, weil zu viele Mächtige in die Affäre verwickelt sind.

Gill ist kein Moralist, aber so etwas macht ihn zornig – genau wie seinen Autor Martin Compart. Was mit der Entführung eines kleinen schwarzen Katers beginnt, bringt den Protagonisten auf die Spur einer international agierenden Satanistenbande, in der Angehörige höchster Kreise verkehren. Auch die Dortmunder Polizei ist hinter den Teufelsanbetern her, seit sie ein Massengrab voller getöteter schwarzer Kinder entdeckt hat. Die Spur der Opfer und der kriminellen Hintermänner führt Gill, seinen besten Freund „Karibik-Klaus“ und Kriminaldirektorin Alexa Bloch ins schwarze Herz Afrikas, zu völlig pervertierten Kindersoldaten und Kannibalen. Im Lauf der Handlung verschlägt es den Ermittler dann auch noch nach London, Wien und in eine Burgruine an der Donau, wo das blutige Treiben seinem Höhepunkt entgegenrast. Gill ist wütend, und er macht keine Gefangenen. Das wird auch den Leser freuen, weil schon die bloße Lektüre von Die Lucifer-Connection seinen Zorn gegen die herrschenden Verhältnisse, die Lügen und die Grausamkeiten weckt, weil die Bösen hier noch wirklich böse sind (wie im wirklichen Leben!) und die Guten, wie sich das für einen tiefschwarzen Noir-Roman gehört, zwar desillusioniert und vom Leben gezeichnet, aber doch mit einem fest verankerten Sinn für das Richtige ausgestattet.
So wünscht man sich einen modernen europäischen Thriller. Und plötzlich sehen all die Regionalkrimis noch ein bisschen altmodischer aus.

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