Martin Compart


HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, MARC DUTROUX by Martin Compart
16. September 2016, 10:14 am
Filed under: Dutroux, MEILENSTEINE DER VERBLÖDUNG, Parasiten, Politik & Geschichte, SODOM-KONTRAKT | Schlagwörter: ,

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Ein makaberes Jubiläum war am 13.August zu feiern: Der 20.Jahrestag der Festnahme von Marc Dutroux, dem mittleren Rädchen des europäischen Kinderschänder- und Kindermörder-Rings in Belgien.

Bis heute sind mehr Fragen offen, als beantwortet.

Der Prozess gegen ihn war eine Farce (geradezu ein Schau-Prozess, dem Absprachen mit Angeklagten und Zeugen voran ging), wie man sie früher (?) aus Osteuropäischen Ländern kannte. Das bemerkenswerteste am Prozess waren ein vermutlich inzwischen eingekauftes Opfer und das Dutroux im Knast immer fetter wurde.

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Die von der Polizei beschlagnahmten Videos mit Orgien, in denen Kinder vergewaltigt und umgebracht wurden, sind angeblich bis heute nicht ausgewertet. Vermutlich sind darauf Personen des öffentlichen Interesses zu sehen, die wir aus Wirtschaft und Politik kennen, und die in EU-Organisationen tätig sind. Von Anfang an, trotz Spuren nach und Verknüpfungen mit Berlin, Holland, Italien und anderen Ländern, wurde alles dafür getan, die Affäre Dutroux (die wohl eher Affäre Nihoul genannt werden sollte; aber Nihoul stand in der Hierarchie der Organisation weit über Dutroux und ist längst in Freiheit) zu einer rein belgischen Angelegenheit zu erklären. Das bezieht sich auf die Organisation ebenso wie auf ihre Kundschaft. Es wäre damals Sprengstoff gewesen und wäre es heute noch, wenn sich herausstellen würde, das prominente EU-Vertreter gerne die Freizeitangebote von Nihoul auf dem von der Mafia erworbenen Schloss nutzten, um ihre de Sade-Fantasien auszuleben.

Ein Buch, das signalisiert: Ich halte mein hässliches Maul, hätte aber gerne weiterhin Geld.

Ein Buch, das signalisiert: Ich halte mein hässliches Maul, hätte aber gerne weiterhin Geld.

Der Journalist Piet Eekman recherchiert in der ZDF-Reportage „Die Spur der Kinderschänder“, dass an die dreißig Zeugen und Journalisten „unter mysteriösen Umständen“ gestorben sind, die jede rechtsstaatliche Polizei und Staatsanwaltschaft als Morde eingestuft hätte (siehe auch DODE GETUIGEN von Douglas DeConinck, Antwerpen, 2004. Das Buch ist zur Zeit bei Amazon „nicht verfügbar“. Selbstverständlich).

Die Verbindung zu den britischen Ringen (nicht nur der Fall Saville, auch zu Dolphin House und somit zu britischen Politikern) war schon damals durch die Kreatur Warwick Spinks erkennbar, was der renommierte Journalist Nick Davies bereits 2000 im The Guardian beschrieb.

 

Ich wollte bereits Ende der 1990er ein Sachbuch über diese Affäre schreiben, da die Vertuschungen so ins Auge sprangen, wie bis zehn Jahre zuvor bei GLADIO. Ich fragte verschiedene Zeitschriften und Buchverlage bezüglich eines Vertrages und der Recherche-Finanzierungen an. Kein Interesse. Trotz meines gesunden Selbstbewusstseins und journalistischer Erfahrung, dachte ich, dass dies an meiner umstritten Person lag und einige der angefragten Medien ihre etablierten Trüffelschweine losgejagt hätten oder würden.

dode-getuigen1Aber alles, was, bis auf spätere Fernsehbeiträge, den großartigen Zeitungen und Magazinen dann erschien, war oberflächliches Abgeschreibsel aus der internationalen Presse und die Übernahme der offiziellen Version der Belgischen Behörden. Wie der Teufel das Weihwasser, mieden es die etablierten Medien – bis auf wenige Ausnahmen -, die richtigen Fragen zu stellen und die logischen Schlüsse zu ziehen. Lieber schrieb man den belgischen Staat auf das Korruptionsniveau eines 3.Welt-Landes herunter (was sich ja nicht widersprechen muss) und versuchte die alte Verschwörungstheorie vom „wirren Einzeltäter“ (plus Helfer plus Geldgier) durchzusetzen). Bis heute geht man bei uns nicht wirklich an dieser Kinder-Killer-Netzwerke heran, die bis in höchste Kreise führen (wie die britischen Ermittlungen bewiesen haben).

Wer also fragt: Was ist auf den sichergestellten Videos?

Der ist natürlich ein Verschwörungstheoretiker

Inzwischen hatte ich aber schon meine Schnauze tief in den belgischen EU-Kot eingetaucht und wollte aus puren Zorn nicht darauf verzichten, die gewonnenen verifizierten Informationen mit falsifizierten zu verknüpfen. Da mir die Geldmittel für weitergehende Recherchen fehlten (DER SPIEGEL zahlte 2001 für ein Interview mit Nihoul 1000 DM), wählte ich eine andere Form: Ich schrieb meinen ersten Roman, DER SODOM KONTRAKT (mit Zorn statt Tinte geschrieben).

Der Fall Dutroux wirkt bis heute fort. Offiziell haben wir nur die Spitze des Eisbergs verkündet bekommen. Medial ist „der Fall“ bis heute unbefriedigend behandelt (auch in der Fiktion). Aber wir dürfen ja auch nicht vergessen, das ein Geschäftsmodell wie Kindesmissbrauch mit Tötungsbonus für Arbeitsplätze sorgt, die nicht nur in der Illegalität (also steuerfrei) angesiedelt sind. Und wer für „sein schönes Hobby“(ehemalige Tarnbezeichnung der Täter)  nicht durch Erbe, Partei oder Job genug Geld hat um in den exklusiven Klub zu kommen, kann ja immer noch für Klimpergeld nach Asien.

Man darf sowas natürlich nicht mit Edathy oder anderen SPD-Freunden junger nackter Körper assoziieren; das ist wirklich eine andere Baustelle, in die man gar nicht erst hinein schauen möchte. Dutroux ist ja ein rein belgisches Phänomen, das nur durch puren Zufall in Brüssel (mit)spielt. Die EU kann ja nicht alles vernichten.

http://21stcenturywire.com/2014/07/12/revisited-uk-amsterdam-paedophile-snuff-movie-connection/https://isgp-studies.com/belgian-x-dossiers-of-the-dutroux-affair

https://isgp-studies.com/belgian-x-dossiers-of-the-dutroux-affair

Zum kulturgeschichtlichen Hintergrund:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/netherlands/9153676/Dutch-Roman-Catholic-Church-castrated-at-least-10-boys.html

 

P-S.:

EIN MUTIGER PARLAMENTARIER, DER DEN FALL DUTROUX NICHT UNTER DEN TISCH KEHRT by Martin Compart

20. Februar 2013, 5:17 pm | Edit this
Filed under: Dutroux, Sodom Kontrakt | Schlagwörter:

Der Misthaufen, der sich belgisches Parlament nennt, hat zumindest einen harten Einzelkämpfer, der sich nicht einschüchtern lässt (also mehr als jedes deutsche Parlament).
Schaut euch Louis´ Debattednbeikträge in Youtube an, bevor auch er einem „tödlichen Unfall“ hat oder verzweifelt Selbstmord begeht. Tapfere Aufklärer wie Laurent Louis haben bekanntlich in Belgien keine lange Lebenserwartung.

 

INZWISCHEN ABSERVIERT!



Weise Worte by Martin Compart

„Wie Camus sagte: Wir können uns nicht den Zeitpunkt unserer Geburt aussuchen, aber den unseres Todes. Das ist die einzige Freiheit, die wir haben. Jedes System, dass diese Freiheit verbietet, behindert oder gar dafür sorgt, dass wir andere in den Tod reißen müssen, um diese Freiheit durchzusetzen… Ich denke an Geisterfahrer oder provozierte Todesschüsse… Wenige haben Zugang zu den Waffen, die ich benutze. Und wenn sie es haben, machen sie sich strafbar. Jedes System, das dafür sorgt, dass dieses Recht des Einzelnen durch den Tod von Unschuldigen durchgesetzt werden kann oder muss, ist zutiefst inhuman und faschistisch. Es hat kein Recht darauf, mit humanen oder demokratischen Mitteln bekämpft zu werden.“

Gill, Protagonist der Romane:

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Der Klassiker zum 1.Mai:

Gewerkschaft: Hinaus zum 1.Mai!

Fritz Teufel (damals im Knast): Mir ist auch jeder andere Termin recht.

 



DER SODOM KONTRAKT by Martin Compart
26. Juli 2013, 9:15 am
Filed under: E-BOOKS, Sodom Kontrakt | Schlagwörter: ,

Als Erinnerung an meine Katze Kuching, die vor zwei Jahren gestorben ist, gibt es bei Kindle Anfang August drei Tage lang meinen Roman DER SODOM KONTRAKT als kostenlosen download.

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http://www.amazon.de/DER-SODOM-KONTRAKT-ebook/dp/B006UJXY76



GILLS MOMENTANER LIEBLINGSSONG by Martin Compart
10. Juni 2013, 11:16 am
Filed under: LUCIFER CONNECTION, MUSIK, Sodom Kontrakt, WORK IN PROGRESS | Schlagwörter: ,

Diese großartige Band könnte ein Vorbild für die nicht minder wunderbaren Baseballs gewesen sein. Denn bereits vor ihnen haben sie „tolle Songs ihrer wahren Bedeutung zugeführt“ (Send me An Angel, Planet Earth etc).



LUCIFER CONNECTION UND DIIE SÖLDNER by Martin Compart

Chris Harderer (http://www.evolver.at/account/chris.haderer/ hat einen Film über mich und die Hintergründe von LUCIFER CONNECTION gemacht. Da ich mich selber audiovisuell nicht ertragen kann, habe ich nur Ausschnitte gesehen. Aber wer die Arbeiten von Chris kennt, weiß, wie gut der Mann ist. Eine Auswahl seiner Filme findet man unter http://www.youtube.com/user/chrishaderer
Das Spektrum ist äußerst beeindruckend!
Für alle, die mein Gestammel (und Versuche, die Meisterschaft auf der Luftgitarre zu erlangen) interessiert, hier sein Film:

http://www.youtube.com/watch?v=RYSGIvzYKVY

http://scottbradley.de/compart-und-die-soldner

Mein Dank gilt Chris und dem ganzen Team von EVOLVER.



ZUR E-BOOK-AUSGABE VON „LUCIFER CONNECTION“ BEI EVOLVER BOOKS by Martin Compart

Nun sind sie endlich da: Die eBooks von Evolver! Lange hat man warten müssen, aber das Warten hat sich gelohnt! Andreas Winterer hat jedes aufgepeppt und für jede Plattform lesbar gemacht. Aber auch die von mir geschätzte eigenwillige Aufmachung der Bücher wurde beibehalten. Ich persönlich bevorzuge nach wie vor das gedruckte Buch, kann mich aber aber durchaus für die Vorteile des eBooks erwärmen (keine zusätzliche Büchertasche mehr, wenn man auf Reisen geht, keine Lesebrille, wenn der Satzspiegel zu klein ist). eBooks sind für mich eine tolle Ergänzung, die auch vergessene Autoren, für die ein sogen. Publikumsverlag keinen Markt mehr sieht (etwa Berkeley Mather, Duncan Kyle oder Desmond Bagley), lieferbar oder zugänglich machen können.
Zur Feier meiner eBook-Ausgabe von DIE LUCIFER CONNECTION an dieser Stelle mein neues Nachwort.

Andreas formatiert nicht nur, sondern füllt auch eBooks mit bestechenden Inhalten

EVOLVER BOOK-SHOP:http://www.evolver-books.at/

MEIN NACHWORT ZU LUCIFER CONNECTION

Es war sieben, acht Jahre her, als ich DEN SODOM KONTRAKT beendet hatte und ernsthaft mit dem Schreiben an DIE LUCIFER CONNECTION begann. Alles, was ich mühsam beim ersten Roman gelernt hatte, schien vergessen und musste neue erarbeitet werden – so erschien es mir zumindest anfangs. Dabei hatte ich direkt nach SODOM mit dem zweiten Gill-Roman begonnen (und das erste Kapitel fand dann auch Eingang in LUCIFER). Aber es kam immer etwas dazwischen und so kam es nicht wirklich zu einer ernsthaften Fortsetzung. Trotzdem waren diese „verschwendeten“ Jahre nützlich für das Buch, denn es entwickelte sich thematisch und ästhetisch in eine völlig andere Richtung, als ich zuvor geplant hatte. Aus meiner Sicht zumVorteil. http://www.amazon.de/gp/product/B006UJXY76/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_3?pf_rd_p=330045107&pf_rd_s=lpo-top-stripe&pf_rd_t=201&pf_rd_i=3895811742&pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_r=0FJBHEDCPBNWK9J7SQR1

Lassen Sie mich ein wenig auf die Aspekte eingehen, die mich zu dem Roman motivierten: Anfang 2002 erfuhr ich aus der Presse zum ersten Mal von dem Torso des kleinen schwarzen Jungen, den man aus der Themse gefischt hatte und dem die Ermittler später den Namen „Adam“ geben sollten. Das löste vor allem in England eine weitgehende Untersuchung über Kult-Morde aus und führte zu dem, was man vulgär als „Scotland Yards Occult Squad“ betitelte. Insgesamt kam man zu der erschreckenden, aber nicht wirklich überraschenden Erkenntnis, dass es in Europa (und nicht nur unter Afrikanern) Ritualmorde gibt. Eine Klassifikation, die es in deutschen Kriminalstatistiken nicht gibt (und deshalb nicht existiert – aber dazu habe ich in Kapitel 19 genug aufgeführt). Meine Beschäftigung mit dem Fall Dutroux, der eher ein Fall Nihoul war, für SODOM KONTRAKT hatte mich zuvor mehrfach mit diesem Thema in Berührung gebracht. Wie im Roman zitiert (und durch Aktenlage belegt), gab es Berührungen zwischen satanischen Gruppen und Dutroux´s Gang. Außerdem gab es Zeugenaussagen, dass die von Nihoul zugeführten Kinder nicht nur bei Orgien abgeschlachtet wurden, sondern auch rituell missbraucht wurden – bis hin zum Tod.

„Ganz in der Nähe, in einem Vorort von Charleroi, hat die okkulte Sekte „Abrasax“ ihr Hauptquartier. Die Fahnder hofften, dort eine heiße Spur in das Innere eines pädophilen Zirkels gefunden zu haben. Und wieder schien Dutroux im Spiel: Im Holzhaus eines seiner Komplizen, Bernard Weinstein, entdeckte die Polizei einen Brief, der den Empfänger „an das Geschenk für die hohe Priesterin“ erinnerte. Angefügt war eine Art Bestellschein für 17 Personen weiblichen Geschlechts zwischen 2 und 20 Jahren, die für anale, orale und vaginale Sexualpraktiken gebraucht würden. Unterzeichnet hatte das Schreiben der Satanspriester „Anubis“.“ Aus: DER SPIEGEL 12/1997

Für mich entstanden überzeugende Schnittmengen zwischen der Pädophilenszene und westlichen Ritualmorden. Was nicht bedeutet, dass beide Szenen deckungsgleich sind; sie überschneiden sich an Rändern (ähnlich wie Snuff-Film-Produktionen). Meine Beschäftigung mit okkulten Kindertötungen in den schwarzafrikanischen ju-ju-Bräuchen zeigten diese Überschneidungen nicht. Jedenfalls nicht so deutlich erkennbar wie etwa in der westlichen Satanisten-Szene. Das war ein Aspekt, über den ich schreiben wollte. Bei den Recherchen zur deutschen Satanistenszene (abgesehen zu anzweifelbaren Quellen, die Bezüge zum Okkult-Milieu bereits im Kaiserreich herstellen) geriet mir ein ziemlich überzeugendes Buch in die Hände, das bereits 1979 (!) in der 3. Auflage war: Horst Knaut: Das Testament des Bösen, Kulte, Morde, Schwarze Messen – Heimliches und Unheimliches aus dem Untergrund. Was erst durch Dutroux in mein Bewusstsein gelangt war (und von mir zuvor als Spinnerei abgetan wurde), hatte offenbar ein lange und unheimliche Tradition. Der Journalist Knaut (u.a. arbeitete er für die ARD bei „Report“) war wohl der erste, der sich gezielt mit der Satanistenszene in der Bundesrepublik beschäftigte.

Ein neues Feld tat sich auf, dass extrem schwierig zu recherchieren war. Denn neben seriösen Informationen stößt man – ganz wie bei den so genannten Verschwörungstheorien – auf noch mehr Desinformationen, die als Nebelkerzen dienen. Ich entschloss mich dazu, die als seriös verifizierte Fakten als Grundlage zu nehmen und durch die Hypertrophierung des Bösewichts den Kern dieser Menschen verachtenden Ideologie heraus zu schälen. Und damit gelang auch die Verbindung zu den dunklen Seiten der schwarzafrikanischen Poro-Gesellschaften (die im Den Haager Prozess gegen Charles Taylor protokolliert wurden): Ob der ju-ju afrikanischer Warlords oder der Satanismus europäischer- und amerikanischer Weicheier – es geht beiden nur um Macht.

Die bösen, bösen Söldner (an anderer Stelle in dieser Buchversion, nämlich die Besprechung von Eeben Barlows Buch über Executive Outcomes, habe ich mich dazu hinreichend geäußert)! Der Einsatz in Sierra Leone gehörte sicherlich zu den wenigen positiven Nutzungen des Söldnerwesens. In der angeblich liberalen westlichen Presse findet man nur wenige objektive Darstellungen der Söldner-Aktivitäten der letzten Jahrzehnte. Die Berichte tendieren zu extremen Positionen: Rechte Publizisten loben mit meist rassistischen Untertönen Söldner-Einsätze als Kampf gegen den Weltkommunismus, der das Böse schlechthin bedeutete. Linksliberale Schreiber verdammen jede Söldneraktivität, zumeist zu recht, als Interessenvertretung ausbeuterischer Kräfte. Erste Zweifel am Absolutheitsanspruch beider konträrer Sichtweisen kamen mir durch die Recherche der Kongo-Kriege, insbesondere in den 1960ern. Die Kongo-Unruhen rückten die Söldner stärker als zuvor ins öffentliche Blickfeld. Konservative Berichterstatter zeichneten Söldner und belgische Paras als Retter der Zivilisten vor den unbeschreiblichen Gräueltaten der schrecklichen Simbas, die bereits damals die Jeunesse des Pierre Mulele als Kindersoldaten einsetzten. Linke Publizisten dokumentierten – ebenfalls zu recht – die Übergriffe von Söldnern, verherrlichten aber gleichzeitig die Simbas als Freiheitskämpfer. Ich habe im Laufe der Jahre einige Söldner kennen gelernt, Darunter reihenweise Schwachköpfe, die sich heute als Contractor der privaten Militärfirmen in Afghanistan, Irak, Kongo und anderswo verdingen. Diese privaten Militärfirmen haben kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Söldnertum gemein, da sie gezielt für nationale Wirtschaftsinteressen gegründet wurden und von Anfang an vertraglich an diese gebunden sind. Der Söldner, der ursprünglich seine Arbeitskraft auf dem freien Markt an den höchstbietenden vermiete, hat in diesem Konstrukt keine echte Wahlfreiheit mehr.

Ich habe aber auch intelligente Zyniker getroffen, die sich mehr als einmal durch politische- und wirtschaftliche Interessen verheizt fühlten. Sogar Idealisten sprach ich, die als weiße Afrikaner glaubten, indirekt oder direkt für das Wohl ihres Kontinents gekämpft zu haben. Der Kampfpilot „Nellis“, den ich im Roman erwähne, flog schließlich unbezahlte Einsätze um die Bevölkerung von Freetown gegen die heran rückende RUF zu verteidigen. Durch die private military contractor sind die (vermeintlichen) Söldner mehr denn je in Verruf geraten. Ich wollte diese bekannte Tatsache nicht bestätigen, sondern die unpopuläre Realität erwähnen, dass es unter Söldnern auch verschmähte Helden gab und gibt. Die ganze Komplexität des Themas wird akribisch im Netz aufgearbeitet auf der Page http://www.kriegsreisende.de/
von Frank Westenfelder, dessen Buch EINE KLEINE GESCHICHTE DER SÖLDNER (Adatia Verlag, Sankt Augustin, 2011), das Beste im deutschsprachigen Raum ist.

Tierschutz lag mir immer am Herzen und ich verspürte von Kindheit an einen großen Hass auf Tierquäler. Da versagt bei mir jede zivilisatorische Kontrollinstanz im Über-Ich. Das Schreiben am Roman half mir, diese Wut ein wenig zu mildern, indem ich sie fiktional aufarbeitete. Kuching, die Katze, die bei und mit mir 18 Jahre gelebt hatte, zeigte gelegentliches Interesse an meiner Tipperei. Ihre Anwesenheit verdeutlichte mir permanent, dass man nicht genug tun kann um Tiere vor den Quälereien der Menschen zu schützen. Genauso wie hilflose Kinder. Kuching starb nach der letzten Fassung des Romans. Ich habe LUCIFER CONECTION ihr gewidmet, da das Buch ohne sie nicht entstanden wäre. Ideologien, die behaupten, Tiere hätten keine Seele, irren. Jeder, der mit Tieren lebt, weiß, dass sie nicht nur eine Seele haben, sondern sich durch einzigartige Individualität unterscheiden. Dutroux oder Nihoul sollen verrottete Seelen haben? Und Kuching nicht? Das ist ja lächerlicher als Ablassbriefe.

Ich wollte mit LUCIFER CONNECTION etwas ganz anderes schreiben als mit SODOM KONTRAKT. Letzterer wurde elliptisch erzählt, während LUCIFER der Form einer klassischen „Quest“ folgt. Ein zentrales Thema ist Freundschaft. Wie der große Philosoph Alain Delon richtig gesagt hat: „In der Freundschaft gibt es keine Enttäuschung, sondern nur Verrat.“ Gill und Karibik-Horst agieren, wie man sich wünscht, oder aus Melville-Filmen kennt, das Freunde reagieren. Pure Romantik? Sicher – aber vor realem Hintergrund. Lee Child, Simon Kernick oder Andy McNab haben in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass man im Thriller wieder über heroische Protagonisten schreiben kann. Egal wie kaputt sie vielleicht im Kern sind, sie schlagen sich brutal mit der Machete ihren Pfad durch eine Welt im Niedergang. Ohne gesellschaftliche Illusionen kümmern sie sich fast nur um ihr direktes, persönliches Umfeld. Nahezu schon Biedermeier. Aber Biedermeier als Action-Film.

Der Prolog in seiner Brutalität hat bei einigen Lesern für Verwirrung gesorgt. Ein Kunde von Manfred Sarrazins Krimi-Buchhandlung „Alibi“ sagte mir, dass er deshalb seiner Frau die Lektüre untersagt hätte. Eine Bekannte wollte den Roman deshalb gar nicht lesen (der ansonsten auf Gills Ebene ja ganz harmlos anfängt). Wahrscheinlich hat dieser Prolog einige Leser verschreckt, gar von der Lektüre abgeschreckt. Mit Hinblick auf den Zustand der Welt würde ich gerne sagen, dass sich mein krankes Hirn das ausgedacht hat. Aber leider ist das nicht so. Ich bin bei meinen Recherchen über Charles Taylor und seine Schergen (googeln Sie mal General Butt naked) genau auf so eine Szene gestoßen und abe bis auf Taylor nur die anderen Beteiligten fiktionalisiert. Über Taylor und seinen rituellen Kannibalismus hat ein ehemaliger Gefolgsmann im Prozess gegen ihn am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgesagt. Naja, vielleicht hätte ich trotzdem mehr Leser gefunden, wenn ich ihnen beim reinblättern in Buch nicht gleich die Keule über den Schädel gehauen hätte. Trost ist mir die Aussage eines anderen Lesers, der den Roman für die beste fiktionale Darstellung der Verhältnisse in Schwarzafrika hält, die er bisher gelesen hat. Du natürlich Manni Sarrazins Aussage, es sei für ihn „das Buch des Jahres“ gewesen.

Ein anderes Thema ist Rache. Wie weit gehen manche Mensche um für sich oder Freunde Rache zu üben. Und was muss man als Preis dafür bezahlen? Gill bezahlt in meinen Augen einen sehr hohen Preis um seinee scheußliche Rache an Zaran durchzusetzen. Einen Preis, den ich persönlich nie zu bezahlen bereit wäre. Aber dies ist einer dieser viel und gern zitierten Fälle, in denen sich die literarische Figur vom Autor entfernt und ein Eigenleben beginnt, dem der Autor nur noch folgen kann um es aufzuschreiben. Momente, die man als Schreiber zugleich liebt und hasst: Liebt, weil die Figur vom Papier abgehoben hat und in einer virtuellen Welt real wird. Hasst, weil man als Autor die Kontrolle über den Stoff verliert.

Der dritte Gill ist in der Pipeline. Aber gesundheitliche Gründe haben bisher verhindert, dass ich eine notwendige Recherchereise angehen konnte (und dies wohl auf Anfang nächsten Jahres verschieben muss). Er schließt direkt ans Ende von LUCIFER an.

Ich hoffe, geschätzter Leser, ich habe Sie mit diesem Roman unterhalten, geschockt und wütend gemacht. Lieber wütend auf bestimmte Verhältnisse, als auf mich. Vielleicht hätte ich Ihnen ein paar brutale Tatsachen ersparen oder abmildern sollen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass es da draußen Menschen gibt, die diese Tatsachen jeden Tag ausgeliefert sind.

„Zorn“ ist das erste Wort in der ILLIAS, mit der die europäische Literatur beginnt. Zorn war eine der Triebfedern, um diesen Roman zu schreiben.

Martin Compart, Oktober 2012.

http://www.amazon.de/Die-Lucifer-Connection-ebook/dp/B009Z34EA0/ref=ntt_at_ep_edition_2_6



NEWS: DIE ERSTEN E-BOOKS by Martin Compart

Meine ersten E-Books sind erschienen und bei Amazon im Kindle-Shop verfügbar. Es handelt sich um das lange vergriffene Buch über die Rolling Stones (überarbeitete Fassung) und den ersten Gill-Roman DER SODOM KONTRAKT.

http://www.amazon.de/gp/product/B006UJXY76

2000 LIGHTYEARS FROM HOME – Eine Zeitreise mit den Rolling Stones unter:

http://www.amazon.de/2000-LIGHTYEARS-HOME-Zeitreise-ebook/dp/B006UJFVUO/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1325934716&sr=8-4


http://www.amazon.de/HITLER-PERVERS-RAUBAL-Sexskandale-ebook/dp/B0071PNS1A/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1327685095&sr=8-7