Martin Compart


ZUM 75. VON JÖRG FAUSER by Martin Compart

Zur Erinnerung nochmal….

 

Lieber Alexander Wewerka,

wir sind wahrlich nicht freundlich auseinander gegangen (und diesen angenehmen Zustand ändere ich auch nicht mit diesen Zeilen), aber angesichts der neuen Peinlichkeit des Diogenes Verlages, muss ich Ihnen meinen Respekt aussprechen.
Diese Light Version einer Gesamtausgabe einer angeblichen Gesamtausgabe wird Ihre Kernertätigkeit nicht ersetzen.

Für Interessierte an Jörg Fauser bleibt Ihre geradezu von ihm besessene Edition drs Lesens- und Studierens wertere.

Mit wenig freundlichen Grüßen,

Martin Compart

Wewerka zu seiner Edition in: https://www.alexander-verlag.com/component/content/article/2-allgemein/aktuell/78-zu-joerg-fauser.html?Itemid=17

 

Der Tequila kommt heute gut
Mit Jörg auf der Piste

Heute gehe ich nicht trinken.
„Ich auch nicht.“
Mann, das war gestern zu hart.
„Ich brauch mal ’ne Pause.“
Mir wird schlecht, wenn ich nur an Bier denke.
„Das war vielleicht auch eine Dreckspisse in dem Laden da.“
Am Savignyplatz?
„Nee. Davor. Wo wir davor waren.“
Engelhardt oder so ähnlich.
„Pisswarm.“
Ekelhaft.
„Dabei lief es. Können in Berlin einfach kein Bier kühlen.“
Und brauen erst recht nicht. Kindl …
„Da muß man dann bis zum Stutti latschen, um ein vernünftiges Warsteiner zu kriegen.“
Weltstadt. Ist doch peinlich. Stell Dir vor, du kriegst Besuch von wichtigen
Biertrinkern.
„Weißt du nicht, wo du mit denen hingehen sollst.“
In München habe ich fast nur Dunkles oder Wein getrunken. Das normale Helle war auch nicht mein Fall.
„Außer in der Blauen Nacht.“
Ha, ha, ha.
„Ha, ha, ha.“
Die Blaue Nacht. Du meine Güte! Wo du dich rumgetrieben hast …
„Kennst du doch selber. Jetzt sag mir nicht, nur vom Vorbeigehen.“
Da war ich höchstens dreimal drin. Ich hatte ganz andere Bummskneipen drauf.“
Weissbierkeller?
„Härte zehn. Mein bißchen Geld hatte ich in den Socken, damit es mir keiner klaut.“
Die Kellner sollen K.O.-Tropfen reingeschüttet haben.
„Wie im Donisl.“
Bei mir nich.
„Nee.“
Bin immer vorher k.o. gegangen.
„Ha, ha, ha.“
Hi, hi, hi.

„Scheiß Sauferei.“
Immer saufen.
„Mir reicht’s erstmal.“
Aber wirklich.
„Ich geh heute mal früh ins Bett. Mal richtig auspennen. Dann ist man wieder richtig fit.“
Caesar hat gesagt, mit dreißig soll man den Wein verlassen.
„Ich fand Caesar nie so toll.“
Was die Erzählerperspektive angeht, ist er ein direkter Vorläufer von Ellery Queen.
„Hi, hi, hi.“
Wo hast du eigentlich diesen scharfen Anzug her?
„Welchen?“
Den du auf der Vertreterkonferenz anhattest. So silbern-blau …
„Aus England.“
Dachte ich mir, daß du sowas hier nicht kriegst. Scharfes Teil.
„Zieh ich gerne an bei Vertragsverhandlungen.“
Glücksbringer?
„Quatsch. Wenn du dich als Autor verkaufst, mußt du wie ein erfolgreicher Geschäftsmann aussehen.“
Verstehe.
„Ich glaub, ich geh nach Hause.“
Die Bleibtreu runter?
„Aber ich geh nich in diesen Scheißladen.“
Bist du verrückt? Im Leben nicht.
Savignyplatz. In diesem Rondell sind wir schon ganz schön rumgeturselt.
Kenne jeden Milimeter Kneipenboden.
„Im Zwiebelfisch ist noch nichts los.“
Um diese Uhrzeit nie.
„Laß uns mal kurz in die Dicke Wirtin gucken.“
Aber nur kurz.
„Ein Wasser. Oder ’ne Cola.“
Um Wasser zu trinken, muß ich nicht in ’ne Kneipe gehen.
„Nehmen wir ein Bier. Aber nur eins.“
Höchstens.
„Die haben auch Guiness.“
Nee. Heute nicht.
„Irgendwie zu muffig. Lieber was Frisches. Was Leichtes.“
Guiness haut immer so rein.
„Aber das Bier bei denen ist auch nicht gerade das Wahre.“
Eines werde ich schon runterkriegen.
„Eben.“
Genau.

„Zwei Guiness.“
Was macht Achim?
„Der spinnt.“
Hat er deine neuen Texte schon …
„Rumgemäkelt. Der eine … du weißt schon …“
Der mit …
„Ja. Ist ihm zu düster. Am Ende des Tunnels muß immer ein Lichtlein brennen.“
Ein was?
„Hoffnung. Ein Hoffnungsschimmer soll glühen.“
Damit er wieder in die ZDF-Hitparade kommt.
„So ungefähr.“
Nicht ganz dicht. Am Ende des Tunnels muß ein Lichtlein brennen.
„Wenn ihn da mal nicht der entgegenkommende D-Zug erwischt.“
Ha, ha, ha.
„Hi, hi, hi.“
Hast du schon die neue Stones gehört?
„Ja! Mehrfach! Wo Jagger das immer herholt …“
Ziemlich harte Texte auf „Undercover“. Böse und metallisch.
„Was mich an Jagger immer wieder fasziniert, ist die Souveränität mit der er sein Material beherrscht.“
Na, die Musik ist auch nicht von Pappe. Das härteste Stones-Album seit langem.
„So schlecht ist Guiness gar nicht.“
Gehaltvoller als das Bier. Ich hab heute auch noch nichts richtiges gegessen.
„Im Guiness ist alles drin, was der Körper so braucht.“
Gehaltvoll.
„Wir können ja gleich noch gegenüber ’ne Wurst essen.“
Mal sehen.
„Eins nehme ich noch. Ist ja noch früh.“
Noch nicht mal dunkel.
„Für mich ist „Undercover“ eine ihrer besten Platten.“
Deswegen verkauft sie sich auch schlechter.
„Wirklich?“
Erfüllt nicht die Erwartungen nach „Tattoo You“. Aber schließlich können sie es sich leisten, auch mal ne Scheibe für Leute wie uns zu machen. Leute die erkennen, wie souverän Jagger mit seinem Material umgeht.
„Souveränität ist die Voraussetzung für Professionalität.“
Eins geht noch. Ganz in Ruhe. Kein Drucktanken.
„Ein gepflegtes Guiness und ein zivilisiertes Gespräch.“
So muß das laufen. Nicht immer dieses reinballern und bis in den Morgen rumziehen und quatschen.
„Die Gespräche waren gut.“
Sind sie immer. Egal wie voll wir sind. Kommt immer was bei raus. Du kannst dir das wenigstens alles merken. Ich vergesse ja das Meiste.
„Gehört zum Job.“
Genau. Ein Schriftsteller muß sich was merken können und einprägen. Alles wird gut.
„Die schlimmsten Sachen habe ich weggelassen.“
Denk ich mir.
„Das war eine wirklich harte Zeit. München ist viel härter als Berlin, wenn du kein Geld hast.“
Das wollen die nur nicht glauben.
„…in ihrer ummauerten Sozial-WG. In München kämen die ganz schön unter die Räder.“
Kannste laut sagen. Da kommen nur die ganz harten Vögel durch.
„Eins geht noch.“
Klar. Ich nehme auch einen Tequilla dazu.
„—“
Mir ist irgendwie komisch im Magen. Aber auf zwei Guiness geht ein Tequilla. Da haut der nicht so rein.
„Das ist richtig. Ich nehme auch einen. Ist das beste für den Magen.“
Ätzt alles weg.
„Medizin. Wie eine Kalaschnikov.“
Noch zwei. Und zwei Tequilla. Den weißen.
„Die haben auch den braunen.“
Ich weiß. Aber mir ist der weiße lieber.
„Härter. Ehrlicher.“
Prost.
„Cheers.“
Der kommt jetzt aber gut.
„Baut auf.“
Mach nochmal zwei.
„Ist ja noch früh.“
Als ob wir nicht mal zwei Tequilla trinken können! Ist doch albern.
„Wir knallen uns ja nicht zu.“
Nee. Heute nicht.
„Cheers.“
Weg damit.
„Der Tequilla kam jetzt aber wirklich gut.“
Aber da brauche ich noch ein Guiness, um den richtig aus dem Rachen zu spülen.
„Ich nehm auch noch eins.“
Noch zwei Guiness und zwei Tequilla. Doppelte.
„Dann gehen wir mal woanders hin.“
Aber nicht in den Zwiebelfisch.
„Unter keinen Umständen.“
Da ist jetzt sowieso noch nichts los.
„Vor Mitternacht braucht man da gar nicht erst hinzugehen.“
Was hälst du vom Olivaer Platz?
„Ein Weinchen im Musikcafé?“
Waren wir ewig nicht. Letzte Woche irgendwann kurz …
„War zu voll. Wenn da zuviel los ist, gehe ich nicht gerne rein.“
Stimmt. Aber jetzt müßte es noch gehen. Oder in den Laden gegenüber …
„Ins Schalander?“
Da finde ich es auch immer ganz gut.
„Dann laß uns erst mal ins Musikcafé gucken auf ein Weinchen und dann rüber.“
Und wenn zuviel los ist, gehen wir gleich ins Schalander.
„Genau.“
Dann noch in diese eine Eckkneipe und über den Stutti nach Hause.
„Der liegt sowieso auf dem Weg.“
Da sind wir dann auch rechtzeitig zu Hause.
„Ist auch noch früh.“
Jetzt gehe ich sowieso noch nicht nach Hause. Ist mir viel zu früh.
„So machen wir es. Ist auch ein schöner Spaziergang.“Aber zum Olivaer nehmen wir ein Taxi.“
„Logisch. Ich hab jetzt keine Lust zwanzig Minuten zu laufen, bis ich was zu trinken kriege.“
Oder wir fegen quer durch und nehmen in jeder Kneipe auf dem Weg einen Drink.
„Hmm.“
Da kommen nicht soviele, was?
„Nichts gescheites.“
Die eine Weinstube …
„Die ist gut. Die haben ein paar schöne Tropfen.“
Aber dann kriege ich das Sauzeug im Musikcafé nicht mehr runter. Obwohl der Wein für so einen Laden geht.
„Lass uns lieber gleich zum Oliver fahren.“
Genau. Sonst wird das auch wieder zu lang. Man muß ja nicht jeden Abend um die Häuser ziehen.
„Ich zahl mal.“
Laß uns aber noch einen Tequilla auf den Weg nehmen. Diesmal braune. Ist mal was anderes.
„Der Tequilla kommt heute gut.“

„Die beiden Damen neben dir sahen aber verdammt gut aus. Schade, daß sie schon weg sind. Hast du mitgekriegt, worüber sie geredet haben?“
Leider. Sahen gut aus, aber die Dialoge waren schauderhaft.
„Keine Souveränität im Umgang mit dem Material.“
Doch, das schon. Aber kein souveränes Material.
„Ha, ha, ha!“
Hi, hi, hi.

„Ach nee! Hallo Herr Fauser. Na, mal wieder beim Saufen?“
Nicht daß ich wüßte.
„Wir saufen nicht, wir sind ernsthafte Trinker.“

Ho, ho! Und wo ist da der Unterschied?
„Den begreift man nicht unter einem gewissen IQ.“
Oder unter einer gewissen Promille.

„Und Ullsteins Krimi-Herausgeber auch wieder dabei …“
Springers einsamster Mann. Der Zerberus vor den Toren zur wahren Literatur des 20. Jahrhunderts.

„Kommen Sie am Samstag auch zur Lesung von …“
Leider nicht. Da bin ich nicht in Berlin.

„Schade. Da verpassen Sie etwas. Er liest so wunderbar …“
Mag sein. Aber leider laut.
„Und lange.“
Hi, hi, hi.
„Ha, ha, ha.“

„Na, dann… Noch einen schönen feuchten Abend die Herren.“
„Hoffnung ist das, was uns am Leben erhält.“
„—“
Was für ein Arschloch.
„Unglaublich.“
Wer hier alles verkehrt. Wo der Pöbel trinkt, sind alle Brunnen vergiftet.
„Ich nehm noch ’n Tequilla.“
Ich nicht.
„Was?“
Ich nehm lieber einen Doppelten.
„Hi, hi, hi.“
Den brauche ich jetzt. Muß mich erstmal von dem Arschloch erholen. Aber sowas passiert, wenn man mit Prominenten säuft.
„Dann sei froh, daß du mit mir trinkst und nicht mit Keith Richards.“
Den würden sie nicht blöde anquatschen. Was ist jetzt eigentlich mit unserem Annual Dinner? Gruppe Oberbaumbrücke.
„Ich weiß ein nettes Lokal.“
Gavin Lyall kommt am Donnerstag. Für den Ehrengast ist also gesorgt. Den anderen sage ich noch Bescheid“
Und Ross?
„Kann wohl nicht kommen.“

Du hattest den letzten Kontakt mit Ross.
„Habe ich dir erzählt, was er mir geschrieben hat, als ich ihm die Präsidentschaft der Gruppe Oberbaumbrücke angeboten hatte?“
Ja. Aber erzähle es nochmal. Ich höre es immer wieder gerne. Aber erst einen Drink auf Ross.
„Hundertprozentig.“
Gib uns nochmal zwei doppelte Tequilla. Weiß.
„—“
Auf Ross Thomas!
„The one and only.“
Den Meister. Erzähl schon.
„Ich habe ihm mitgeteilt, dass wir fünf Mitglieder in der Gruppe Oberbaumbrücke sind und er unser Präsident sein soll …“
Fünf?
„Ungefähr. Proll, Behrens, Miehe, du und ich. Ross antwortete, dass es ihm eine Ehre sei und er die Präsidentschaft einer so einflussreichen Organisation gerne annehme.“
Ha, ha, ha.
„Und er meinte auch, wir sollte ein paar Leute rausschmeißen, um ein wirklich exklusiver Klub zu werden.“
Mann, ist der gut! Seit Chandler schreibt niemand bessere Dialoge.
„Niemand. Irgendwann schreibe ich mal einen Essay über die Krawatten der Charaktere bei Ross Thomas.“
… die Krawatten?
„Noch nicht aufgefallen? Du musst mal darauf achten. Ross beschreibt fast immer die Krawatten seiner Figuren. Und jede ist anders.“
Verdammt! Sollen wir hier noch einen nehmen?
„Laß uns lieber woanders hingehen. Irgendwie öde hier.“
Als das Arschloch kam, ist mein Bier geronnen.
„Hier müssen wir so schnell nicht mehr hin.“
Nee.
„Der Tequilla ist zu warm.“
Aber er kommt gut, heute.

Ich hasse es im Hellen aus der Kneipe zu kommen.
„Da muß man eben durch.“
Nach Hause schleichen, wenn die Graden zur Arbeit marschieren.
Frühstück wäre gut.
„Ins Schwarze Cafe?“
Ich brauch‘ jetzt ein Weißbier.
„Und eine Leberknödelsuppe. Das bringt einen wieder auf Vordermann.“
Ein frisches Weißbier.
„Mir kommt’s Bier zu den Ohren raus. Ich vertrag einfach nichts mehr.“
So ist das eben, wenn man alt wird.“
Ich muß im Verlag anrufen und Frau Schäfer sagen, daß ich heute nicht komme.
„Auf Recherche mit ’nem Autor.“
Wie selbstlos von mir. Und dann sagt Schäfer garantiert: Schönen Gruß an Herrn Fauser.
„Eine tolle Frau.“
Die beste Sekretärin, die man sich vorstellen kann. Absolut loyal. Das Weißbier ist ganz schön fade.
„Ich nehm noch eins.“
Was ist mit dem Vietnamesischen Stehausschank? Hat der schon auf?
„Keine Ahnung. Müßte eigentlich.“
Reiswein. Warmer Reiswein. Der wirkt Wunder. Ich habe mich regelrecht nüchtern gesoffen. Das ist vielleicht eine Scheiße.
„Dagegen kann man ja was unternehmen.“
„Ha, ha, ha.
„Hi, hi, hi.“
Oder dieser Latinoladen. Der hat auch durchgehend auf.
„Margaritas?“
Nicht so früh am Morgen! Was fruchtiges. Vitamine. Die brauchen wir nach der ganzen verdammten Qualmerei und Sauferei.
„Sehr gut.“
Auf dem Weg dahin kommen wir an der Bude mit den besten Hot Dogs vorbei.“
„Du bist ein wirklich eleganter Gourmet.“
Die Hot Dogs sind spitzenmäßig.

Pah, ekelhaft süß, dieser Tequilla Sunrise.
„Das sind die Vitamine.“
Ich scheiß auf Vitamine.
„Sind wichtig.“
Na gut.
„Mach nochmal zwei Tequilla Sunrise.“
Und zwei Tequilla dazu.
„Hi, hi, hi.“
Warum glotzt der so blöd?
„Weil er beschissene fruchtsaftlastige Sunrise mixt, der Penner.“
Die krieg ich nur mit ’nem Tequilla runter.
„Langsam geht’s wieder.“
Sollen die Arschlöcher doch knechten gehen. Für die Kinder und die liebe Hausfrau.
„Die es mit dem Briefträger treibt.“
Ha, ha, ha. Werde ich nie vergessen. In einem Puff von Karibik Horst haben sie dauernd diesen Porno in der Kontaktbar gezeigt.
„Ein Porno mit Niveau, hoffe ich.“
Ganz klar. Ein Porno mit ausgefeiltem Handlungsgerüst, der höchsten Ansprüchen genügte.
„Wie fing der noch an?“
Guten Morgen, ich bin der neue Briefträger. Würden Sie mir wohl einen blasen?
„Hi, hi, hi.“
Die Damen haben nie kapiert, warum ich mich gewälzt habe vor Vergnügen.
„Oder vor Lust. Die dachten, du bist ein ganz Perverser.“
Also, ich pack’s jetzt. Ich kann nicht mehr.
„Ich geh‘ auch nach Hause.“
Aber wirklich.
„Noch ’n Joint und ein bißchen Melville gucken.“
Ich hau mich hin. Ich bin fertig.
„Also … Dann …“
Ruf mich diese Woche ja nicht mehr an.
„Du mich auch nicht. Wann kommt Gavin?“
Donnerstag … Verdammt. Das ist ja morgen. Schöner Mist.
„Bis dahin müssen wir fit sein.“
Mannomannnomann. Man kriegt im Leben nichts geschenkt.
„Aber der Tequilla kam gut.“

(Der Text erschien in einem Band der Fauser-Gesamtausgabe im Alexander Verlag und in Gerd Haffmans empfehlenswerter Anthologie DIE KOMISCHEN DEUTSCHEN ERZÄHLER)

 



Klassiker Des Noir-Romans: DEATH WISH von Brian Garfield by Martin Compart

Es gibt wohl wenige literarische Werke, die unter dem überragenden Erfolg einer Verfilmung so zu leiden haben wie DEATH WISH von Brian Garfield. Der wahnwitzige Erfolg, der Charles Bronson endgültig zur Ikone machte, versaute das Image eines Meisterwerks des psychologischen Noir-Thrillers auf breiter Front. Fans der Filme enttäuscht die Lektüre der Vorlage. Verächter der Filme kommen gar nicht auf die Idee, den Roman mit spitzen Fingern in die Hand zu nehmen.

Das hat schon ein bisschen was Tragisches.

Ende der 1960er begann der Vigilantismus zu einem erfolgreichen Topos in der Pop-Kultur zu werden, der seinen Höhepunkt in den 1970er Jahren erreichte. Einer der Ersten, der das Thema kontroverser als die Standard-Rächer-Romane in den Pulps und Paperback Originals behandelte, war Joe Gores mit A TIME FOR PREDATORS, 1969, für den er zu Recht den „Edgar-Allan-Poe-Award“, der damals noch etwas bedeutete, erhielt. Den literarischen (und dann filmischen) Höhepunkt erreichte das Motiv ausgerechnet mit dem Anti-Vigilanten-Roman DEATH WISH, aus dem Hollywood den Inbegriff des Vigilanten als Superhelden machte.

Aber hier geht es nicht um das Remake von Bruce Willis, hier geht es um einen der besten Noir-und anderes-Autoren des 20. Jahrhunderts.

Garfield schrieb DEATH WISH in zwei Wochen!

Im Roman ist Paul Benjamin (für Film und deutsche Übersetzung hat man den Nachnamen in Kersey geändert) Steuerberater, und am Anfang des Romans wird man in die schmutzigen Tricks der Aktiengeschäfte eingeführt, die heute geradezu niedlich anmuten, aber die kriminelle Progression schon erahnen lassen.
Er ist der typische Liberale, der an die gesellschaftlichen Regeln glaubt, tolerant und sanftmütig.

Eines Tages erfährt er telefonisch (anders als im Film wird der Überfall im Roman nicht ausgeführt), dass seine Frau und Tochter im Krankenhaus liegen. Sie wurden Opfer eines Überfalls in ihrer Wohnung. Pauls Frau stirbt an den Folgen, seine Tochter fällt in eine anhaltende Gemütsstarre und wird zum Pflegefall.

Langsam entwickelt sich der brave Angestellte zu einem Monster. Das eigentliche Thema des Romans. Paul ist weder Held noch Anti-Held, eher ein Opfer urbaner Schizophrenie mit der typischen gehobenen Redneck-Mentalität: “Those who commit crimes should be killed. If they didn’t want to face the consequences, then they shouldn’t have broken the law.”

Die Idee zum Roman kam Garfield durch eine unangenehme Erfahrung:

„I was the victim of a minor crime of violence; it all followed from there. I’d been at my publisher’s apartment — a penthouse overlooking the Hudson River (the area where Paul stalks muggers in the film). When I came out to get my car and drive home to the Delaware River, I found the top of my 10-year-old convertible slashed to ribbons. Must’ve been some vandal having his fun with a knife. For me the „rage“ element was that it was snowing pretty hard and it was cold. I had a two or three hour drive home. It wasn’t exactly a comfortable ride. I got pretty mad, [and thought] „I’ll kill the son of a bitch. Of course by the time I got home and thawed out, I realized the vandal must have had a strong sharp knife (convertible-top canvas is a very tough fabric to cut) and in reality I didn’t want to be anywhere near him. But then came the thought: What if a person had that kind of experience and got mad and never came out of it? I thought at the time that the impetus needed to be something stronger, more personal, than the slashing of an impersonal canvas car-top, but later I’ve become aware that the very triviality of the crime would have made much clearer the point of the story. Anyhow that was its provocation. The hero, or anti-hero, set himself up to clean up the town. I felt a sort of sympathy for him, but right from the outset it seemed clear enough to me that he was a nut who kept becoming nuttier.”

Der komplexe Roman ist auch das Portrait einer Stadt im Niedergang, eines Manhattans, bevor es von Walt Disney umgebaut wurde, und die Kriminalität noch vornehmlich auf den Straßen stattfand. Es ist die Zeit kurz vor der kulturellen Erosion New Yorks.

Bereits 1972 reflektiert Garfield die zunehmende Umweltverschmutzung Manhattans. Das klingt heute fast so wie bei Diskussionen über Dieselfahrverbote: „Normalerweise konnte man nicht sehen, wie die vergiftete Luft die Lungen angriff, also achtete man nicht darauf… Es kommt noch so weit, dass man sich nichts mehr einzuatmen traut, was nicht durch eine Zigarette gefiltert ist.“

Eines der Hauptthemen, das sich durch Garfields Werk zieht, ist der plötzliche Einbruch unerwarteter Gewalt und wie sie Leben und Verhalten der betroffenen Menschen verändert.


In DEATH WISH dekliniert Garfield an dem Protagonisten, der vom Opfer zum Täter wird, psychologisch, politisch und philosophisch diese Erfahrung durch. Im Roman geht es nicht darum, einen body-count zu illustrieren, sondern um diese Transformation. Dieser Prozess ist in der Verfilmung kaum realisiert. „Wenn Bronson in einem Film auftaucht, weiß man, dass er bald ein paar Typen wegblasen wird. Ich habe das als Kritikpunkt gegenüber Michael Winner erwähnt. Er nannte mich einen Idioten.“

Im inneren Monolog werden Pauls Entwicklungen hin zur Paranoia so glaubhaft wie nachvollziehbar gezeigt. Große schriftstellerische Kunst! Garfield braucht (in diesem Roman) so gut wie keine Action. In einem anderen Kontext als dem um den Film-Hype hätte man ihn als meisterhaften Psychothriller eingeordnet, der einer Patricia Highsmith würdig gewesen wäre.

Wenn Paul gen Schluss des Buches durch die Stadt streift und Drogensüchtige als potenzielle Angreifer erhofft, wertet er ihre Harmlosigkeit als Enttäuschung. Alles andere als ein Rächer-Held, muss er seine Veränderung erkennen:
„Er hatte sein Gleichgewicht nur deshalb bewahrt, weil ihn dasselbe Leiden erfaßt hatte, das auch (seine den Überfall und die Vergewaltigung überlebende Tochter) Carol infiziert hatte – die Unfähigkeit, irgend etwas zu fühlen… als wäre sein Empfindungszentrum gelähmt worden.“


Der Leser folgt einer Entwicklung, die der eines Serienkillers nicht unähnlich ist. Bis hin zum typischen Selbstmitleid:

„Niemand hatte Zuspruch für ihn – er war elendiglich einsam; er wollte die Nacht nicht mit einer Frau verbringen – er wollte die Nacht überhaupt nicht verbringen.“

Während der Film nur mäßig spannend ist (wer fürchtet schon um Charles Bronson?), liest sich der Roman atemlos, auch noch Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung. Brian Garfield ist außerstande, einen langweiligen Satz zu schreiben. Ein weit unterschätzter Autor, vielen vom Feuilleton gepriesenen Highbrow- Schreibern überlegen, mit scharfer Beobachtungsgabe, die er literarisch umzusetzen versteht. Das Wartezimmer eines Krankenhauses: „Es war die Art von Raum, wo man die Dinge nicht ansah; man vermied es hinzusehen.“

Und das grandiose Finale hat eine intelligentere und bessere Pointe als der Film.
Existenzialistisch  veranschaulicht der Roman Penn-Warrens These: „Es gibt nur ein paar Monate, die das Leben bestimmen. Manchmal nur einen. Dann ist es vorbei.

Garfields Stil ist trotz innerer Monologe sehr visuell, was für einen Autor, der ca. zwanzig Filme geschrieben und/oder produziert hat, nicht verwunderlich ist. Er schrieb von 1960 bis 69 34 Romane (fast alles Western), danach 28 weitere, zwei Story-Collections und drei Sachbücher (darunter ein inzwischen sehr gesuchtes Buch über Western-Filme, „Western Films: A Complete Guide“, 1982 ). Sein vielseitiges Werk umfasst Western, Abenteuer, Comedy, eine Biographie, Polit-Thriller, historische Thriller, Noir- und Crime-Fiction; 17 Bücher dienten als Vorlage für Film- oder TV-Produktionen. Sein Sachbuch „The Thousand-Mile War: World War II in Alaska and the Aleutians“, war Finalist beim Pulitzer-Preis, und sein Roman „Hopscotch“ gewann 1976 den Edgar; 1980 co-produzierte er die Verfilmung mit Walter Matthau. Weltweit verkauften seine Bücher bisher 20 Millionen Exemplare.

In den 1950ern war er Musiker und hatte mit seiner Band „The Palisades“ sogar einen Top-40-Hit mit dem charmanten Doowop-Song I CAN´T QUIT.

Er begann das professionelle Schreiben 1960,zur selben Zeit wie seine Freunde Donald Westlake und Larry Block, mit denen ihn nicht nur die hohe Produktionszahl in den 1960ern verbindet. Ab 1965 lebte er in New York und gehörte zu der legendären Poker-Runde mit Westlake, Block, Justin Scott, Robert Ludlum (und wenn er in der Stadt war: Ross Thomas), Henry Morrison (Agent der meisten und Entdecker von Ludlum, dessen Bourne-Verfilmungen er produziert) u.a.

Michael Winners DEATH WISH folgten weitere Vigilanten-Filme. Der künstlerisch gelungenste war wohl TAXI DRIVER. Charles Bronson wurde durch vier Fortsetzungen und viele Variationen gejagt.

“I hated the four sequels. They were nothing more than vanity showcases for the very limited talents of Charles Bronson. The screenplay for the original Death Wish movie was quite good, I thought. It was written by Wendell Mayes — look him up; he was a great guy and a splendid screenwriter; but his Death Wish script was designed to be directed by Sidney Lumet, with Jack Lemmon to star as Paul. The last-minute changes in director and star were imposed by a new producer to whom the project was sold, rather under protest, by the original producers Hal Landers and Bobby Roberts. The point of the novel Death Wish is that vigilantism is an attractive fantasy but it only makes things worse in reality.”

Da Garfield zur Zeit der Premiere des Films in Afrika zu Recherchen weilte, bekam er den Rummel um den Film nicht mit. Nach seiner Rückkehr sah er sich ihn zusammen mit Donald Westlake an. Beide mochten den Film nicht und teilten dies auch Michael Winner mit. Das Dumme daran war, dass Garfield und Westlake ein weiteres Projekt mit Bronson und Winner entwickelten: Die Verfilmung von Westlakes Parker-Roman BUTCHER´S MOON:

“Charles Bronson had an estate across the Hudson River from Albany, and he’d agreed to do Butcher’s Moon if it could be filmed in and around Albany so he could commute to work. Michael Winner had said he’d direct Butcher’s Moon as his next project. These elements were all in place when Don recommended that Fox hire me to write the script;
I’d just written the introduction for the book of Butcher’s Moon, and my Death Wish was just then being filmed in New York with Bronson, directed by Michael Winner.
The producers had cooled, Bronson had cooled, and Winner had finished filming Death Wish—a movie that both Don and I, having seen it in screenings, disliked. It became a huge hit in the summer of ’74, at a time when I was in Africa researching something else. I sort of understand the appeal of the movie—it had an excellent screenplay by Wendell Mayes—but I thought it was a hasty and indifferent job of filmmaking. I suppose Don and I both failed to hide our disappointment with the movie, so it’s not too surprising that both Bronson and Winner walked away. Without them, I gather Fox had very little interest in pursuing the project.”

Für angehende Thriller-Autoren hat Garfield generös Tipps bereit:
http://thrillerwriters.org/library/Brian%20Garfield%20-%20Ten%20Rules%20for%20Suspense%20Fiction.pdf

Garfield schrieb mit DEATH SENTENCE (ebenfalls verfilmt) einen weiteren Roman um Paul Benjamin – aber das ist eine andere Geschichte.






THRILLER, DIE MAN GELESEN HABEN SOLLTE: METZGER´S DOG von THOMAS PERRY by Martin Compart

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Chinese Gordon ist ein ehemaliger Contractor, der inzwischen mit seiner Freundin Margaret und seinem Kater Dr.Henry Metzger in Los Angeles lebt. Zusammen mit seinen Kumpels Kepler und Immelmann dreht er Dinger, die sich durch militärische Präzision auszeichnen. In seinen Kastenwagen hat er zur besonderen Verwendung eine Flugzeugkanone eingebaut, mit der lässt er es so richtig kachen, dass es Bruce Willis & Co grün vor Neid wird. Für einen mexikanischen Drogenhändler holt er für eine Million Dollar Kokain aus einer Forschungsabteilung der Universität (den Stoff hatte man dem Drogenhändler abgenommen und der Uni zur Verfügung gestellt). Bei dem Coup fallen ihm geheime Papiere der CIA in die Hände, die eine neue Strategie der psychologischen Kriegsführung in Lateinamerika dienen sollen und von der sich die Firma viel verspricht. Erstes Ziel ein Umsturz in Mexiko (der Roman ist von 1983, was aber für seine Zeitlosigkeit keine wirkliche Rolle spielt). Gordon erpresst die CIA und bekommt es mit einem alten Hasen zu tun, der selber an der Inkompetenz des eigenen Ladens verzweifeln könnte. Die Besprechungen der CIA-Analytiker gehören zum Komischsten, das Ross Thomas nie geschrieben hat. Es ist bezeichnend, daß Carl Hiaasen die Einführung zur letzten Neuauflage geschrieben hat. Denn Hiaasens schräger Humor hat einiges mit Perry gemeinsam.

Natürlich ist das kein Katzen-Krimi (obwohl jeder Fan der Spezies begeistert auf seine Kosten kommt).. Das Buch funktioniert auf mehreren Ebenen:

  • Als spannender Thriller mit überraschenden Wendungen.
  • Als satirische (wirklich?) Beschreibung der CIA.
  • Als Lehrbuch für Aufbau und Stil eines nahezu perfekten Thrillers.

4153z1g2yhL._SL500_SY300_[1]Es ist etwas unverständlich, dass Perry nicht einen ähnlichen Stellenwert genießt wie Elmore Leonard. Denn seine Romane verfügen über vergleichbar originelles Personal (auch wenn sie weniger eitel im Dialog sind), präzise Plots, die mit überraschenden Wendungen einhergehen (Perrys schlechteste Plots sind besser als Leonards schlechteste Plots) und ökonomische Erzählweise. In seinen Polit-Thrillern erinnert Perry häufig an Ross Thomas.

An einen Ross Thomas on dope.

 

Am erfolgreichsten sind bisher die sieben Bände seiner Serie um die indianische Escape-Expertin Jane Whitefield Seine Trilogie über den Killer Butchers Boy ist im Gespräch für eine TV-Serie (die beiden ersten Romane wurden auch ins Deutsche übersetzt; aber seit längerer Zeit hat Thomas Perry, wie so viele großartige US-Autoren, keinen deutschen Verlag mehr). Auch in der besseren amerikanischen Sekundärliteratur sucht man seinen Namen meist vergeblich. Er scheint tatsächlich, trotz seines Erfolges, eines der bestgehütetsten Geheimnisse der US-Crime Fiction zu sein. Vielleicht liegt es aber auch darin begründet, dass er sich oft zwischen alle Stühle gesetzt hat: Er hat häufig den Polit-Thriller und Noir-Roman mit Comedy verbunden, was Kritiker dazu bewegte, den  unvermeidbaren Vergleich mit Donald Westlake heraus zu grölen. Dabei ist Perry ist seinen besten Werken so einzigartig und originell, daß man ihn vortrefflich als sein eigenes Genre bezeichnen darf.

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Perry stammt aus einer Lehrerfamilie. Zusammen mit einer Schwester und einem Bruder wuchs er in Tonawanda, Nex York, in der Nähe der Niagara-Fälle auf. „Ich verbrachte einige Zeit mit ziemlich harten Burschen, ohne selber einer zu sein. Aber ich lernte, die Dinge durch ihre Augen zu sehen. Ich bin zwischen Buffalo und Niagara Falls aufgewachsen. Das war immer Mafia-Gebiet. Als ich aufwuchs herrschte ein brutaler Krieg zwischen zwei Familien, der erst bei dem berühmten Treffen auf der Ranch in Apalachin 1957 beigelegt wurde. Als ich anfing über diese Leute zu schreiben, erinnerte ich mich an diese Geschichten aus meiner Jugend und recherchierte sie genauer.“

Er studierte Englisch in Cornell und machte an der Universität von Rochester seinen Abschluss. Dann arbeitete er als Fischer und in einigen anderen Jobs, die etwas mit dem richtigen Leben zu tun haben. Schließlich zog er nach Santa Barbara und ging an die Universität von Kalifornien um in der Verwaltung zu arbeiten. Dort traf er die Englisch-Dozentin Jo Anne Lee, die er 1980 heiratete.

In den 1980ern arbeitete er auch als Drehbuchautor und Producer für Serien wie SIMON & SIMON (für die sogar Ross Thomas zwei Episoden schrieb), 21 JUMP STREET und STAR TREK: THE NEXT GENERATION. Bei SIMON & SIMON war er auch als Co-Produzent tätig.

 

Geschrieben hat er seit der Kindheit, darunter auch ein paar unveröffentlichte Romane. „Ich bemühte mich vergeblich etwas zu schreiben, das nicht langweilig war.“ Bei seiner Dissertation über William Faulkner war Perry auf Chandler gestoßen, den Faulkner als einen seiner Lieblingsautoren bezeichnet hatte. „Ich las Chandler und entdeckte die Kriminalliteratur.“ Perry kannte das Genre kaum und liest auch heute nur wenige Thriller. Vielleicht war es gerade diese Unbedarftheit, die es ihm ermöglichte mit einem neuen Ton ins Genre einzusteigen. „Ich versuche immer wieder etwas anderes um die Sachen interessant zu machen.“ Hätte Perry von Anfang an auf eine Serie gesetzt, wäre er heute sicherlich noch erfolgreicher. Aber selbst für die Whitefield-Romane galt oder gilt, dass er der Serienheldin einen neuen Aspekt abgewinnen muss um ein weiteres Buch über sie zu schreiben. Das erklärt auch die zehnjährige Pause zwischen dem fünften und sechsten Roman.

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Sein Erstling, THE BUTCHER´S BOY, für den er den EDGAR bekam, schlug 1982 ein wie eine Bombe. Es war sofort erkennbar, dass sich eine neue, originelle Stimme im Thriller zu Wort meldete. Eine von Perrys Spezialitäten ist die multiple Erzählerperspektive, die er meisterhaft beherrscht. Obwohl er immer in der dritten Person erzählt, führt er den Leser in die nachvollziehbaren Gedankengänge der jeweiligen Figur, egal wie verrückt sie sind. Trotz dieser inneren Monologe ist sein Werk voller filmischer Action, was sicherlich seiner Arbeit als Drehbuchautor geschuldet ist. Diese Mischung, gepaart mit einer großen Portion Zynismus, machen sein Werk originell und einzigartig in der Kriminalliteratur. Was wahrscheinlich auch eine Erklärung dafür ist, dass es seit langem nicht mehr auf Deutsch veröffentlicht wird.

 

P.S.: Momentan arbeitet Dante Harperr (Edge of Tomorrow) an einem Drehbuch nach METZGER´S DOG.

 

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