Martin Compart


Der wilde Detektiv von Jonathan Lethem, vorgestellt von Jochen König by Martin Compart

Es ist mir eine große Freude, hier einen Beitrag von Jochen König zu präsentieren. Seine Rezensionen, Porträts und Artikel gehören seit langem zu den originellsten und interessantesten in der deutschen Sekundärliteratur. Hier also seine Gedanken zu Jonathan Lethem, einem der ungewöhnlichsten amerikanischen Schriftstellern der Gegenwart.
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Der wilde Detektiv von Jonathan Lethem

Jonathan Lethem, der Philip K. Dick-Vertraute und Editor, ist in den USA wesentlich präsenter als hierzulande. Obwohl etliche seiner Werke in deutscher Übersetzung vorliegen, so auch der mit dem „Gold Dagger“ und „National Book Crircs Award“ausgezeichnete Roman „Motherless Brooklyn“, bewegt er sich in Deutschland ein wenig abseits der öffentlichen Wahrnehmung.

Daran wird auch die Veröffentlichung seines aktuellen Romans „Der wilde Detektiv“ bei Klett-Cotta kaum etwas ändern. Zu sperrig und zu sehr liebäugelnd mit der populärmythogischen Meta-Ebene, die sich zwischen dem alptraumhaften Sirren der Alpträume David Lynchs, Leonard Cohens Studien in Zen-Mediation, Sex in lausigen Motelzimmern, dem Spiel mit den Motiven des Hardboiled und einem Abgesang auf das von Donald Trump vergewaltigte Amerika erstreckt.

„What’s The Frequency, Kenneth?
“ steht als Frage im Raum, nicht nur hier gestellt, sondern auch vom filmischen Geschwisterchen „Under The Silver Lake“ (von David Robert Mitchell), der sich auf ähnlichen Pfaden wie der wilde Detektiv bewegt. Nur somnambuler. Also passend für R.E.M.

Es kann aber passieren, dass der Status „Kriminalroman“ von stoischen Anhängern mauer Krimikost zwischen Andreas Franz und Chris Carter unverständig aberkannt wird, obwohl der Roman geradezu klassisch startet:

Ein Mädchen ist verschwunden, der wilde Detektiv namens Charles Heist wird beauftragt, sie zu suchen. Immer die nassforsche Erzählerin Phoebe Siegler im Schlepptau. Siegler, ein Spross der New Yorker Medienwelt, hat dieser den Rücken zugekehrt, nachdem ihre Vorgesetzten und Kollegen sich dem „Trumpeltier“ anbiedernd andienten. Mieses Karma. Kein Ort, um dort länger zu verweilen. So kommt es gar nicht ungelegen, dass Arabella, die achtzehnjährige Tochter einer Freundin Sieglers, vermisst wird.
Verschollen, während sie auf der Suche nach Leonard Cohens Vermächtnis war.
Phoebe entwickelt sich von einer großstädtischen Medienexpertin zur postmodernen Nancy Drew, die an der Seite von Charles Heist – manchmal auch voraus – die junge Arbella sucht. Die sich, kein großartiger Spoiler, als ihr juveniles Alter Ego entpuppen wird. Es dauert kaum bis zur Hälfte des Romans, dann hat sich die Vermisstengeschichte erledigt, doch „der wilde Detektiv“ wird weiterhin gefordert. Er muss zu einem letzten Kampf in der Wüste antreten, gegen einen Herausforderer namens „Solitary Love“.

Auf den Spuren der zerbröselnden Hippiekultur begegnen Phoebe und Charles zwei Gruppierungen, den weiblich geprägten „Kaninchen“ – die entgegen ihres Namens sehr wehrhaft sind – und den in erstarrten Ritualen verwilderten, männlichen „Bären“, als deren Anführer Solitary Love reüssieren möchte.
Da seien Charles Heist und seine tatkräftige Hüterin Phoebe Siegler vor.
Während Leonard Cohen zurückgezogen Zen-Meditation ausübte, wurde er von seiner Managerin und Vertrauten um den Großteil seines Vermögens gebracht, weshalb er bis zu seinem Tod Live-Auftritte absolvieren musste. Wieder einmal gilt: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn’s dem bösen Nachbarn (in Cohens Fall der Nachbarin) nicht gefällt. Ausbeutung, Gier, Machtmissbrauch und Maßlosigkeit zerstören nicht nur private Existenzen, sondern Gesellschaftssysteme und die Umwelt.

Das setzt Jonathan Lethem nicht plakativ in Szene, sondern lässt es im Hintergrund rumoren. Außer es setzt Sticheleien gegen Donald Trump. Dann wird es grantig.

„Der wilde Detektiv“ bezieht seine Kapitel-Unterteilung bewusst aus der Topographie. Der Roman schildert eine Reise durch heruntergekommene Trailer-Parks und Motels, die abgasverseuchte Lagerhallen-Einöde des Inland Empire nahe Los Angeles (mit Grüßen an David Lynch), über einen Schwemmkegel, der von Wassermassen ausgehöhlt wird, hinein in eine Wüste, die Relikte einer ehemaligen Aufbruchstimmung beherbergt, an deren finsterem Ende die Manson-Family haust. Doch noch geht es ums Überleben, nicht töten.

„Die Viscera Springs Ranch war eine zähe Kommune, wen auch nicht gerade mit Intelligenz oder Dusel gesegnet. Ihrer Gruppe wurde das ganze Menü serviert – Ideologie, Filzläuse, Hunger – aber sie hielt durch.

Wofür eigentlich?

Um Ideale in Flammen aufgehen zu sehen, um einen letzten Kampf verzweifelter Machos zu erleben, die Sehnsucht nach einer „totalen Leere“ im Kopf, die die Basis für einen Neuanfang verspricht?

Gut gemeint, wird aber hinfällig, wenn man im Karma-Rad steckenbleibt. Jonathan Lethem spielt mit Esoterik und Heilsversprechen, lässt beides aber mit Makabrem kollidieren. So gehört das Anwesen auf der Spitze des Berges, an dessen Fuß Leonard Cohen meditierte, koreanischen Geschäftsleuten (Investoren?), auf deren Areal Mordopfer entsorgt werden. Der klimatisierte Alptraum fordert seinen Tribut.

Phoebe Siegler ist so eine Art Alice im Trumpland, verwirrt wie zielstrebig wühlt sie sich durch ihren eigenen Kaninchenbau und findet verloschene Illusionen, gekappte Träume und Hoffnungen. Eine Welt ist untergegangen, eine andere im Umbruch. Am Ende geht die Reise weiter: „Ich hatte einen weiten Weg vor mir.“ Eine Vermisste wurde gefunden, ein Kampf auf Leben und Tod gewonnen, die Suche nach Erkenntnis und Zusammenhängen bis in den Meta-Bereich vorangetrieben, begleitet und kommentiert von popkulturellen Verweisen.

Der wilde Detektiv hat mit Mühe und unter Schmerzen überlebt, ohne Phoebe „Alice Nancy Drew“ Siegler und die Unterstützung der weiblichen Kaninchen wäre er untergegangen. Ein ferner Donner erzählt vom langen Abschied und James Crumleys letztem echten Kuss. Die blonde Motorradfahrerin auf der chromgelben Harley, der Phoebe mehrfach begegnet, könnte Mallory sein oder Claire DeWitt auf dem Weg nach New Orleans.
Jonathans Lethems wilder Detektiv ist in guter Gesellschaft unterwegs.

Sprachlich ist das von ganz eigener Poesie, die ziemlich offensichtlich und mit großer Freude damit kokettiert, sich selbst zu karikieren. Die deutsche Übersetzung ist leider keine der geschmeidigen Art. In Kauf nehmen, was problemlos möglich ist, oder das Original lesen. Wer sich darauf einlässt, wird mit Lektüre belohnt, die weit über sich selbst hinausweist und nachwirkt.

There’s nobody missing
There is no reward
Little by little We’re cutting the cord
We’re spending the treasure, oh no, no
That love cannot afford
I know you can feel it
The sweetness restored

Natürlich gehören die letzten Worte Leonard Cohen.

Bibliographische Angaben:

Jonathan Lethem
Der wilde Detektiv (Orig.: The Feral Detective)

Klett Cotta

Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach
VÖ: 31.01.2019

335 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

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DER SPION, DER AUS DER WÄRME WOLLTE: ADAM DIMENT by Martin Compart

‘You Don’t Listen to Adam Diment.‘You Read Him.’

Wer 1967 durch London lief, konnte diesen Spruch prominent an den zweistöckigen Bussen präsentiert sehen. Über dem Spruch sah man das Bild eines blonden jungen Mannes, der Kontinentaleuropäer vielleicht an Michel Polnareff erinnerte.

Was wohl niemand so recht wahrnahm: Dies war ein Teil der ersten großen Marketing-Strategie um einen neuen Autor mit seinem Erstling zum Bestseller zu machen. Und es ist bis heute eine der cleversten PR-Aktionen der Branche. Etwas, das es zuvor nicht gegeben hat, und etwas, das nie mit dieser präzisen Punktlandung wiederholt wurde. Dazu später mehr.

1967 war ein entscheidendes Jahr für die Pop-Kultur: Die Haare wurden extrem lang, in den USA erhoben die Hippies ihre dämlichen Häupter um einen zugedröhnten Summer of Love zu intonieren, die Stones wurden wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes vom Establishment vor Gericht gezerrt, Langspielplatten verkauften erstmals mehr Einheiten als Singles, Dylan war elektrisch geworden, die Doors veröffentlichten ihr erstes Album und Kritik und Verachtung für den Kapitalismus wurde stärker und stärker.

Die Kriminalliteratur hatte jungen Lesern nichts generationsspezifisches zu bieten.

Natürlich lasen auch die Baby-Boomers Chandler, Hammett und Epigonen, aber Agenten-Thriller, in denen faschistoide Einzelkämpfer den Imperialismus verteidigten, waren keine Option.

James Bond war seit dem GOLDFINGER-Film eine antiquierte Ikone der Angestellten-Kultur, die man sich bekifft amüsiert reinziehen konnte. Für literarisch interessierte kiffende Langhaarige, die Beat (der ab 67 Rock hieß) hörte, war nichts überzeugendes am Start.

Bis Philip McAlpine kam.

Erster Auftritt in dem Roman THE DOLLY DOLLY SPY, geschrieben von einem 23jährigen Adam Diment.

Und wer war dieser Adam Diment?

Frederick Adam Diment wurde 1943 in Weymouth geboren.

Seine Eltern waren erfolgreiche Farmer in Crowhurst, East Sussex. Er stammte aus „gutem Haus“ in wirtschaftlich besten Verhältnissen. So wundert es nicht, dass ihn seine Eltern auf das ehrwürdige viktorianische Internat Lancing schickten, das u.a. Evelyn Waugh, Tom Sharpe, Christopher Hampton und David Hare als Schüler verzeichnet hatte. Zu Adams Schulfreunden zählte Tom Rice, der später als Texter für Andrew Lloyd Webber Weltruhm erlangen sollte.

…beim kiffen.


Rice war es, mit dem Diment nach London ging und eine Wohnung teilte. Rice verdiente sein Geld als Referendar in einer Anwaltskanzlei und träumte von einer Karriere als Pop-Musiker. Diment arbeitete in der Werbeagentur Connell, May & Stevenson, wo er auch seine „Muse“ kennenlernte: Suzy Mandrake, die gelegentlich als Model arbeitete.

Vor allem gingen die Drei vollkommen in der Welt des Swinging London auf, besuchten Clubs, hingen mit Musikern und anderen Künstlern ab, hörten Musik und kifften ordentlich was weg.

Daneben schrieb Adam wie ein Besessener.

In wenigen Jahren entstanden 14 Romane, die alle abgelehnt wurden. Keines dieser Manuskripte wurde meines Wissens je veröffentlicht – jedenfalls nicht unter Adams Namen. Was verwunderlich ist, denn spätestens nach seinem Welterfolg hätten sich die Verlage wie Harpyien auf sie stürzen müssen.

Dann zog Adam nach Fulham in ein Flat in der Tregunter Road 28.

Das Haus gehörte dem Schriftsteller James Leasor. Thriller-Fans dürfte der Name auch heute noch ein Begriff sein. 1964 hatte er mit seinem ersten Jason Love-Agententhriller PASSPORT TO OBLIVION einen Bestseller (der im Jahr darauf mit David Niven als Jason Love verfilmt wurde). Leasor wurde damals als weiterer Fleming-Nachfolger gehandelt und die Love-Serie gehört zu den besten Bond-Epigonen.

Leasor riet dem erfolglosen jungen Autor, es doch mal mit einem Thriller in der Tradition von John Buchan und Ian Fleming zu versuchen. Diment war kein großer Fan von Crime Fiction oder Thrillern. Aber er sah durchaus eine Chance in dem Genre, nachdem er intensiv Ian Fleming und Len Deighton gelesen hatte. In nur 17 Tagen schrieb er einen Spionageroman mit ironisierenden Momenten und dem schönen Titel THE RUNES OF DEATH um einen zeitgenössischen Geheimagenten mit einer glamourösen Freundin (die Suzy Mandrake – was für ein irrer Name! – nachempfunden war). Ein italienisches Magazin behauptete 1968, nachdem er in einem Jahr zwei weitere McAlpine-Thriller veröffentlicht hatte: „Mit der Hilfe von Haschisch schreibt Diment 750 Worte in der Stunde.“

Diment gab das Manuskript seinem Freund Rice. Der war so angetan, dass er es an den renommierten Literaturagenten Desmond Elliott weiterreichte mit der Anmerkung: „It is a a very contemporary spy thriller.“

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Adam mit Elliott und Suzy Mandrake.

Elliott erkannte sofort die Potenz von Autor und Roman.
Er verkaufte das Buch umgehend an den Verlag Michael Joseph und schlug für Diment einen Rekordvorschuss und einen Sechs-Bücher-Vertrag heraus. Es war der höchste Vorschuss, den je ein britischer Verlag gewährt hatte.

Diments Romanmanuskript war so perfekt, dass weder der Agent noch der Lektor bei Michael Joseph etwas änderten. Nur eines sollte verändert werden. Elliott, der wohl schon eine genaue Strategie im Hinterkopf hatte, änderte den Titel in THE DOLLY DOLLY SPY.

Als High-Konzept lässt sich der Roman so zusammenfassen: Ein Sixties-Bengel fängt einen alten Nazi-Kriegsverbrecher.

„Philip McAlpine, Industrieabwehrspion, jung mit einer ausgeprägten Vorliebe für modische Kleidung und hübsche Frauen, wird zu einem Rädchen in der Maschinerie des Geheimdienstes – als Opfer einer Erpressung durch Robert Quine, gnomenhafter Chef einer Ministerialabteilung, der überall dort, wo die britische Flagge weht, Unruhe zu stiften.

Philip McAlpine wird in eine Fluglinie eingeschleust, die alles befördert – Heroin, Goldbarren und Geheimagenten.
Die Flugkapitäne sind Spezialisten für hochspezialisierte Einsätze. Bevorzugte Schule: Hitlers Luftwaffe und Waffenschmuggel. Man verfrachtet McAlpine aus dem glühend heißen Texas an die Gestade des Ägäischen Meeres. Zwischen den Flügen über die albanische Grenze oder nach Süd-Rhodesien hat er Zeit, sich mit seiner Freundin zu amüsieren.

Da wird der Friede je gestört. Quine erteilt seinen letzten Auftrag. Diesmal hat er es auf eine gerissene Bande ehemaliger SS-Leute abgesehen.

Aber ist Quine zu trauen?

McAlpine fürchtet, der britische Geheimdienst könnte ihm seine Arbeit mit einer Kugel honorieren.
So häufen sich die Intrigen und Gegenintrigen fast ebenso schnell wie die Leichen.“

Stilistisch hatte Diment – weitergehender als Len Deighton – vieles von der Hard-boiled-Novel übernommen: etwa die antiautoritäre Haltung des Protagonisten und das Wisecracking des Ich-Erzählers (“The Tribe war eine Pop-Truppe, die christliche Frisuren mit LSD kombinierte.“, „Die Herren vom Geheimdienst bekommen heutzutage so viel Geld, dass sie sich´s sogar leisten können, ihre Folterkammern durch Innenarchitekten gestalten zu lassen.“).

McAlpines „M“ , Erpresser oder Auftraggeber ist der weichlich daher schwätzende sadistische Chef von CI6, Rupert Quine: „…der Mann wäre eine Zierde der Inquisition gewesen.“

Zwischen ihm und McAlpine manifestiert sich der Generationenkonflikt der 1960er: Antiautoritär verachtet der Jüngere den Älteren, der ihn per Erpressung ins Establishment zwingen will.

Kiffen mit Suzy.

.McAlpine liebt das Luxusleben mit Girls, Dylan, seinen MG-Sportwagen und Haschisch.

Haschischrauchen war ein kleines Laster, das ich mir als Student zugelegt hatte, als Säure noch kein Synonym für LSD war, sondern etwas, das betrogene Liebhaber der Treulosen ins Gesicht schütten… Haschisch ist an und für sich kein Narkotikum. Ob es dazu führt, dass man mit der Zeit andere Drogen bevorzugt, an denen man hängenbleibt, weiß ich nicht. Ich nehme an, das ist ungefähr ebenso wahrscheinlich wie die Chance, nach dem ersten Glas Cypernsherry mit einer Flasche Methylalkohol unter der Waterloo Bridge zu enden.

Die Neigung zum Shit wird ihm zum Verängnis, denn dadurch wird er erpressbar und zur Agententätigkeit gezwungen, ganz wie damals die Rauschgiftdezernate ihre Spitzel angeworben haben: „Da es in Großbritannien strafbar ist, Haschisch zu verzehren, zu besitzen oder zu verkaufen, hatte mich dieser Spionagesattrap ebenso fest in der Hand, als wäre ich ein Hochverräter.“

As a guy who spent a semester of college in Holland, I can assure you that dope and physical violence are an impossible combination — and it’s something Diment too knows, as his hero Philip McAlpine only relaxes with a bit of hash here and there.” Ein Leser, der ihn erst kürzlich entdeckt hat.

Diment traf den Zeitnerv. McAlpine sprach ein junges Publikum an, ohne ältere Thriller-Leser zu vergraulen, da die Regeln des Genres nur modifizierte, Personal und Attitüde dem Zeitgeist anpasste.

So irrsinnig es klingen mag, aber dieser erste Roman ist im Vergleich zu den folgenden eher realistisch. Die Flugszenen zeigen, dass Diment auch Gavin Lyall genau gelesen hatte.

Dann began Elliott mit einer PR-Strategie, die die konservative Buchbranche verblüffte.

Zuerst machte er aus Diment McAlpine, indem er ihn in ausgeflippte Klamotten steckte. Diment bekam auch einen nagelneuen Aston Martin, den er vorzugsweise in Chelsea parkte. Es gab Fotoshootings bei denen Diment mit schönen Frauen agierte. Eines der ausgeflipptesten ist das mit der Sängerin Victoria Brooke und einem Doppeldecker (trotz regelmäßigen Haschischkonsums gelang es ihm nicht, aus eigener Kraft zu fliegen).

Die Zeitungen spielten begierig mit um aus Diment die „heißeste Nummer seit den Beatles zu machen“. Plakate mit seinem Konterfeit warben für THE DOLLY DOLLY SPY in U-Bahnen und an Bussen. Elliott übernahm das Marketing der Musikindustrie und machte aus dem Autor einen Pop-Star mit seinem neuen Album. Tourneen durch die USA und andere Länder folgten.

Elliott verkauft sein Produkt in 17 Länder, in denen es in 13 Sprachen übersetzt wurde. Bei uns wurde es von Droemer-Knaur verlegt – und floppte (der vierte Band wurde nicht mehr ins Deutsche übersetzt).
Innerhalb eines Jahres verkaufte der Roman eine Million Exemplare weltweit.

FORTSETZUNG FOLGT



DER NEUE SEEßLEN by Martin Compart

Georg Seeßlen ist seit den 1970er Jahren der prägendste Theoretiker der populären Kultur in Deutschland. Punkt. Kein anderer hat so viele Anstöße gegeben, um sich mit Genres und ihren medialen Ausformungen zu beschäftigen, ist so in die Tiefe gegangen wie Seeßlen. Zu seinen Vorläufern kann man Walter Benjamin, Siegfried Krakauer und Teile der Frankfurter Schule zählen, die sein scharfes analytisches Denken geschliffen haben. Wie die beiden erstgenannten, hat er auch etwas genialisches und wird voraussichtlich nach seinem Ableben vom Feuilleton als Klassiker verharmlost werden.

Sein Ansatz:

„Zeit meines Lebens habe ich Pop geliebt und gehasst. Pop war hier Befreiung und da Unterdrückung,
hier Explosion der Wahrhaftigkeit und dort Implosion der Verlogenheit. Pop bewahrte das innere Kind und förderte die Vergreisung, Pop rebelliert und korrumpiert. Pop konstruiert die kleinen Unterschiede der Klassen und setzt sich über die gesetzten Grenzen hinweg. Pop ist universal, regional und national; Pop macht einfach alles mit, denn es ist der Ausdruck des Kapitalismus in der Demokratie, wie es der Ausdruck der Demokratie im Kapitalismus ist. Ohne Pop würde es diese prekäre Einheit gar nicht geben, und ohne Pop wären die Spannungen zwischen beiden nicht auszuhalten. Zugleich aber reagiert Pop auf die Brüche und Widersprüche, wie es keine »Hochkultur« und keine Wissenschaft kann. Jede Erkenntnis und vor allem Selbsterkenntnis einer Gesellschaft ist in ihrem popkulturellen Sektor »irgendwie« schon da. Pop ist das Klügste und gleichzeitig das Dümmste, was wir haben und was wir kennen.“


Critica Diabolis 251
Broschur
224 Seiten
16.- Euro
ISBN 978-3-89320-228-7

https://www.amazon.de/This-End-zwischen-Befreiung-Unterdrückung/dp/3893202285/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1521206042&sr=8-1&keywords=georg+see%C3%9Flen+pop

Ich kenne Georg Seeßlen seit 1973. Obwohl ich ihn nie persönlich getroffen habe, begleitet sein Werk mich bis heute. Sein damals erschienenes Werk ROMANTIK UND GEWALT (zusammen mit Bernt Kling), ein zweibändiges Lexikon der Unterhaltungsindustrie, erweiterte den Blick auf Genres in allen Medien. Später habe ich zeitgleich mit ihm für die Science Fiction Times geschrieben, die damals vor allem ideologische Enttarnung betrieb. Wer sich seit den 1970ern mit populärer Kultur beschäftigte, stieß immer wieder auf Aufsätze und Bücher von Seeßlen (legendär die zehnbändige Serie über Film-Genres, erst bei Roloff & Seeßlen, dann bei Rowohlt).

Manche Thesen überzeugten mich nicht, andere eröffneten neue Perspektiven. Aber nie waren seine Äußerungen uninteressant, meistens brachten sie einen weiter. In seinen zahlreichen Büchern bewies er zudem, dass populäre Kultur in der Theorie oft spannender ist, als in ihrer „Praxis“. Seine dialektischen Volten, die gerne überraschend in den Satzbau einfließen, sind zumeist erhellend, oft verblüffend und regen unterhaltsam den Gebrauch der Hirnzellen an. Und er war auch immer so clever, sich für bestimmte Themen und Genres die Mitarbeit von Spezialisten zu sichern, die ein ungeheures Detailwissen miteinfließen ließen.

Da wir wohl in der letzten Phase der Kapital dominierten westlichen Demokratien leben, ist ein Rückblick und Abgesang auf Popkultur fast zwingend. Die Transformation unserer Gesellschaft in zunehmende Unfreiheit und Ressourcenvernichtung, wird von der Popkultur inzwischen nicht mehr nur begleitet, sondern auch durch reaktionäre Strategien gefördert (dieser reaktionäre Pop nimmt in diesem Buch auch entsprechenden Raum ein).

Pop als Experimentierfeld für Utopien oder Dystopien funktioniert nur in einer funktionstüchtigen Demokratie. „Wenn es dem Pop schlecht geht, geht es auch der Demokratie schlecht und umgekehrt.“ Eine der Kernthesen des Buches.

Pop hat längst seine rebellische Form verloren und ist im Mainstream aufgegangen, wo er nur noch als dumpfes Konsuminstrument funktioniert. Pop hatte immer wieder Zukunft in Aussicht gestellt (vom Überwinden der Pubertät bis hin zu einer gerechten Gesellschaft). „Die Gesellschaft hat irgendwann akzeptiert, zukunftslos zu leben.“
Seeßlen zeigt auch, wie der Niedergang des Pop begann, als der Kapitalismus in seine „stalinistische Phase“ (also nach 1989; that´s Pop, ihr vertrottelten Akademie-Lemuren) eintrat.

Synthese und Dialog mit der bürgerlichen Kultur, da folgt er Antonio Gramsci, ist nicht nur heute ein emanzipatorischer Ansatz, sondern bereits historisch bewährt: „Im Pop der sechziger und siebziger Jahre schien sich eine solche Möglichkeit durchaus anzubahnen. Es war möglich, Rolling Stones zu hören und zugleich Rilke und Marx zu lesen. Bei Bob Dylan kam das alles ohnehin wieder zusammen, und bei Frank Zappa auch, ebenso aber auch bei Andy Warhol, der den Künstler als Pop-Star gab und die Techniken von Hoch- und Massenkultur bewusst miteinander kurzschloss.“ Denn „es ist gewiss kein Zufall, dass in den rebellischen Zeiten“ linke Kultur und Hochkultur im Pop Gemeinsamkeiten fanden, „während in den Zeiten der rechten Hegemonie taktisch und strategisch die volkstümliche gegen die elitäre Kultur ins Feld geführt werden“.

Das Pop von rechts vereinnahmt wird, erscheint mir weniger bedrohlich (Tendenzen von Freddy bis zu dämlichen Country-Sängern und John Wayne-Filmen gab es immer), das Faschismus letztlich nur für Sado-Masochisten erotisch ist. Aber man sollte wohl den Anteil von Sadomasochisten in der Bevölkerung nicht unterschätzen, denn sonst wären die Zustände nicht wie sie sind. Um nicht gar ausdehnend von Wilhelm Reichs autoritären Charakteren zu reden…

Aber es ist auch klar, „dass neoliberale Konzerne neoliberale Produkte eher auf den Markt bringen als kritisch subversive“. Vorbei die „Adornistische Rigorosität“ (Seeßlen), in der das Produkt alleine durch den Warencharakter diskreditiert gehört.

Seeßlen löst gar die alten Fronten zwischen Pop und bürgerlicher „Hochkultur“ auf, indem er in letzterem aktuell emanzipatorisches ausmacht und immer wieder auf Synthesen von Hoch- und Pop-Kultur verweist oder diese verlangt: „…diese Hochkultur enthält unter vielem anderen auch das Archiv der Befreiungskämpfe… Wenn das Volk auf eine Kultur hereinfiele, die behauptet, man brauche nicht mehr als Traumschiff, Bild-Zeitung, Oktoberfest und Internet-Pornos…, dann hätte dieses Volk alles für seine Selbstentmachtung getan.“ Tatsächlich war der erklärte Gegensatz zwischen Hoch- und Pop-Kultur immer nur Ideologie.

Derartige Synthesen sind dem Neoliberalismus zutiefst zuwider, denn in ihm „wird die Klassengesellschaft von ehedem in der bürgerlichen Gesellschaft nicht aufgehoben, sondern transformiert.“ Er sieht einen Pakt zwischen Rechten und Neoliberalen: „Um das gemeinsame Ziel von Rechtspopulismus und Neoliberalismus zu erreichen, nämlich die Abschaffung der Gesellschaft zugunsten von Markt und völkischer Gemeinschaft, muss auch Pop entgesellschaftet werden.“ Entgesellschaftung ist auf allen Ebenen erkennbar, da sich die Klassenlage weitgehend nicht mehr ökonomisch, sondern kulturell definiert: „…reiche Prolls und arme Bildungsbürger, Milliardäre, die mit Hilfe des `Volkes´ das Establishment stürzen wollen…“

Was soll Pop-Kritik noch leisten?

„Die Herstellung des Alltagsverstandes durch Popkultur und Warenwelt ist der Gegenstand meiner Idee von Popkritik, die weder von außen noch von oben kommt, sondern aus der Mitte von Empathie und Erschrecken, aus Nähe und intellektueller Distanz… Popkritik ist immer auch die Kritik des Alltagslebens und dessen, was in sie hineinregiert, die Interessen von Staaten und Ökonomien… Der Alltag ist nicht nur Widerschein des Politischen, der Alltag ist das Politische schlechthin.“

Pop befindet sich also im selben desolaten Endzustand wie die Demokratien. Softwareverfall in einem „neu“ figurierten Betriebssystem.
In letzteren beugen sich sogar so genannte Volksvertreter servil vor „einflussreichen“ (Arbeitsplätze!!!) Betrügerbanden wie VW & Co., und vertreten deren verbrecherische Machenschaften gegen die Betrogenen.
Bei Merkel, Spahn, Scheuer, Heiko Maas, Olaf Scholz – und wie sie alle heißen, diese Taliban des Neoliberalismus – nützt ebenfalls kein Update ihrer untüchtigen Software.

Und gerade in solchen Zeiten braucht man doch die Wunschmaschine des Pop zur eigenen Interessenlage. Stattdessen hat sich Pop zu einem kybernetischen System der Neoliberalen entwickelt… Oder vielleicht doch nicht?…

P.S.: Eines ist mir bei der Lektüre von Seeßlen wieder aufgefallen:
Es existiert ja kein wirklicher Kapitalismus. Im lupenreinen Kapitalismus gibt es kein feudalistisches Erbrecht. Was NeoCons und NeoLibs anstreben, ist ein Sowjetsystem, in dem alles von unten nach oben verteilt wird; genauso lemminghaft wie die Klimapolitik. Folgerichtig wird das Wirbeltier auf diesem Planeten an unfassbarerer Blödheit krepieren, dessen Maßstab die Intelligenz der Autoindustrie und ihrer politischen Idioten ist.

Oder wie Frank Zappa mal gesagt hat: The torture never stops.

 



EIN BLADE RUNNER ERZÄHLT: JONATHAN LETHEMS ESSAYS by Martin Compart
29. April 2013, 1:51 pm
Filed under: Bücher, Comics, Film, Jonathan Lethem, MUSIK, Politik & Geschichte, Science Fiction | Schlagwörter: , , ,

Der 1964 geborene Jonathan Lethem ist als Kind einer Hippie-Familie ein genauer Analytiker seiner Generation und darüber hinaus unter den US-Autoren der vielleicht beste Beobachter des neuen Jahrtausends. Sein erster Roman erschien 1994: DER KURZE SCHLAF war eine höchst amüsante Kombination aus Chandlerscher PI-Novel und SF. Lethem engagierte sich in der Occupy Wall Street-Bewegung und ist, wie sein Jugendidol Norman Mailer, ein politischer Autor ohne Scheu davor, eine kritische Meinung zu vertreten. Bei uns hat er ein festes Heim im Tropen Verlag gefunden, wo er jetzt neben dort gut behandelten Genre-Autoren wie Roger Smith und Joe Lansdale steht.

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Lethem legt mit BEKENNTNISSE EINES TIEFSTAPLERS – MEMOIREN IN FRAGMENTEN (THE ECSTASY OF INFLUENCE) eine sowohl stilistisch wie analytisch brillante Esssay-Sammlung vor, wie man sie bei uns von keinem Belletristen erwarten kann. Es sind Essays zur Populärkultur. Ein Begriff, der Lethem nicht wirklich zusagt:
In einem kurzen Essay wendet er sich gegen diesen Terminus, da er mehr mit dem Ausdruck Alltagskultur anfangen kann, der „rege eher zum Nachdenken an, er lege Fragen und Differenzierungen nahe, statt Unterschiede zu überkleistern“. Leider ist die deutsche Ausgabe gekürzt. Ähnlich schlimmes muss man auch über die deutsche Veröffentlichung der Essays von Nick Tosches sagen.

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Im Mittelteil dieser Essay-Sammlung haut Jonathan Letham mächtig aufs System ein und knöpft sich die impotenten Krämer vor, die Angst davor haben, durch moderne Technologien ihre parasitäre Position im Zwischenhandel zu verlieren:

„Die Welt ist ein Haus, das mit popkulturellen Produkten und Emblemen zugemüllt ist…Diese Dinge gehören mir genauso wenig wie Gehsteige und Wälder, doch ich lebe mit und in ihnen, und wenn ich eine Chance haben soll, als Künstler oder Bürger zu bestehen, muss es mir erlaubt sein, sie zu benennen…
Die Vorstellung, dass kulturelle Erzeugnisse Eigentum sind – geistiges Eigentum – soll rechtfertigen, dass Pfadfinderinnen für die Lieder, die sie am Lagerfeuer singen, Lizenzgebühren bezahlen… Thomas Jeffersons Vision (vom Urheberrecht) wurde über die Jahrhunderte von jenen unterwandert, die Kultur als einen Markt betrachten, aus dem alles, was irgendeinen Wert hat, notwendig auch einen Eigentümer haben muss…“ Lethem beschreibt die ekeligen Warnfilme der Musik- und Filmindustrie, die illegales downloaden kriminalisieren und mit dem Diebstahl von Autos oder Handtaschen gleichsetzen und kommt zum Schluss: „(Gestohlene) Autos und Handtaschen stehen ihren Besitzern nicht mehr zur Verfügung, die Aneignung von geistigem Eigentum dagegen lässt das Original unberührt.“ „Doch die Industrie des kulturellen Kapitals, die nicht vom schöpferischen Akt profitiert, sondern von seiner Verbreitung, betrachtet den Verkauf der Kultur als ein Spiel, bei dem sie nicht verlieren kann… Die raubgierige Erweiterung von Monopolrechten lief dem öffentlichen Interesse immer zuwider, ob nun Andrew Carnegie den Preis von Stahl kontrollierte oder Walt Disney die Geschicke der Maus.“ Fast schon naiv klingt die ideologische Begründung, derer sich die Parasiten wohl gerne bedienen: „In der in Theorie der freien Marktwirtschaft gilt jeder Eingriff, der die Umwandlung in Eigentum behindert, als paternalistisch, da er die Freiheit des Bürgers in seiner Neubestimmung als potentieller Unternehmer beschneidet.“

Wie wenig (oder besser: gar nicht) dieses nur verkürzt als Kapitalismus zu bezeichnende System der Allgemeinheit dient, macht er unmissverständlich klar:„Wir müssen deshalb mit äußerster Wachsamkeit die Übergriffe derjenigen verhindern, die unser gemeinschaftliches Erbe für ihre persönliche Bereicherung ausbeuten. Solche Übergriffe auf unsere natürlichen und kulturellen Ressourcen haben mit Unternehmergeist und Eigeninitiative nichts zu tun. Vielmehr sind sie Versuche, dem Volk etwas fortzunehmen, um es einigen wenigen zu übereignen.“

Superhelden begleiten ihn seit der Kindheit. Er hatte selbst den 70er Marvel-Helden OMEGA revitalisiert. Witzig und nachdenklich lässt er sich über die Kostümträger und diverse Verfilmungen aus. Etwa über SPIDERMAN: „Ebenso hat Parker etwas von einem masturbierenden Teenager, wenn er hinter verschlossenen Türen seine neue Fähigkeit ausprobiert, klebrige Spinnweben-Masse zu verschleudern.“

Er schreibt über Dylan (dieser Text ist schon jetzt ein Klassiker), Marlon Brando, Sex im Film, Norman Mailer und – sehr ausführlich – über Science Fiction, insbesondere Philip K.Dick und J.G.Ballard und viele andere kulturelle Topoi. Memoiren sind diese Essays nur insofern, dass sie die innere Entwicklung des Autors verfolgen. Das ist Analyse und Kritik der Popkultur, Lethem möge mir verzeihen, auf einem Niveau, von dem das deutsche Print-Feuilleton nur träumen kann. Für diese Spießbürger hat er auch ein paar warme Worte: „Die Vorstellung, dass die um ihren Status besorgten Wächter der hohen Literatur eine anerkannte Unterklasse (etwa die SF) benötigen, die sie verachten können, schien mir nie zu exotisch als Diagnose.“

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Sein jüngster Roman, CHRONIC CITY, ist bei Tropen ebenfalls lieferbar und wird durch die vorherige Lektüre der Essays beim Leser fast wie eine praktische Demonstration seiner theoretischen Überlegungen. Es ist eine Art Bildungsroman für das 21.Jahrhundert und bestätigt Letham als einen der originellsten und intelligentesten Autoren der zeitgenössischen Weltliteratur.