Martin Compart


NOIR-KLASSIKER: NORMAN MAILERS „HARTE MÄNNER TANZEN NICHT“ by Martin Compart

TOUGH GUYS DON´T DANCE beginnt mit einem hinreichend bekannten Noir-Plot: Der Protagonist erwacht ohne Erinnerung an die vorherige Nacht mit dem unguten Gefühl, dass etwas sehr schlimmes passiert ist und das Erwachen der Anfang eines Alptraums sein könnte. Aber in der Genre-Literatur (gibt es andere? Sind Königsdramen und Sonette etwas anderes?) geht es nicht um den Plot, sondern darum, was man daraus macht. Und was Mailer aus diesem klassischen Noir-Plot rausholt, ist umwerfend.

Auf Cape Code kommt der ehemalige Dealer und Möchtegernschriftsteller Tim Madden mit einem schlimmen Kater zu sich: „Ich (versuchte) die Nebelbänke der Erinnerung zu durchdringen.“

Er kann sich an die vergangene Nacht nicht erinnern und entdeckt eine neue Tätowierung an sich, die pikanterweise den Namen einer alten Flamme trägt. Ausgerechnet den Namen der einzigen Frau, die seine Ehefrau gar nicht leiden kann. Und Tim leidet noch darunter, dass seine Ehefrau ihn vor genau 24 Tagen verlassen hat.

Damit kreierte Mailer ein Noir-Motiv, das in den letzten Jahrzehnten durch Filme, wie etwa Christopher Nolans MEMENTO oder TV-Serien wie BLINDSPOT und wahrscheinlich dutzende Romane, zu einem gähnend langweiligen Topos verkommen ist.

Mailer treibt diese klassische Noir-Situation anfangs ganz langsam voran: Nach Rückblenden, die uns verdeutlichen, mit was für einem Kretin wir es zu tun haben, entdeckt Madden auf den Sitzen seines Porsche Blutspuren und an seinem Marihuana- Versteck den Kopf einer Blondine. Spätestens jetzt weiß man, dass Mailer uns einen Cornell Woolrich-Plot auf Droge serviert. Die Witzbolde von der KIRKUS REVIEW erinnerte der Plot damals an Saul Bellow und Thomas Berger. Von Cornell Woolrich oder David Goodis hatten die wohl noch nie etwas gehört.

Norman war der tough-guy unter den US-Autoren nach Hemingway.

Nur ist Mailer natürlich ein ganz anderes Kaliber als der arme Cornell. Sein Ich-Erzähler ist ein runder Charakter, eine gequälte Seele, von der reichen Frau verlassen, beruflich nicht von Glück gesegnet und mit einem fatalen Hang zum toxischen.

Wie bei Woolrich eröffnet sich die Frage: Hat Madden während seines Blackouts gemordet? Sucht er sich selbst als Täter? Vergangenheit lässt sich nicht durch Amnesie verdrängen. Bei seiner irren Fahndung – die Leichen, bzw. Köpfe häufen sich – begegnet er so ziemlich jedem Psychopathen von Cape Code (unter die Haut gehen einem besonders Maddens Gespräche mit seinem Vater).

Der Leser traut dem ziemlich durchgeknallten Ich-Erzähler durchaus zu, dass er in Blackouts mordet. Je mehr wir von ihm erfahren, umso deutlicher scheint er zu der Art Täter zu gehören, die versuchen, Realität in ihre Fantasien herein zu choreographieren.

Anders als in den meisten Noir-Romanen mit ähnlicher Ausgangssituation beginnt Mailer nicht mit dem Schockeffekt. Die Ouvertüre deutet das Erwartbare an, aber Mailer zieht es in die Breite um den Protagonisten vorzustellen und erste Indizien vorab zu suggerieren. Bevor Maddens Alptraum eine höhere Ebene erlangt, erinnert er sich an sein reduziertes Leben in der Betäubung einer Säufer-Existenz, zusätzlich von Sexsucht und der Sentimentalität des Versagens geplagt. Ganz ähnlich einem Goodis-Charakter. Hier zeigt sich wieder Mailers Klasse: Die Kunst des Plottens besteht in der effektivsten Anordnung von Informationen und Ereignissen – nicht unbedingt in der folgerichtigsten.

Mailer zieht uns in die faszinierende November-Atmosphäre von Cape Code, wenn Besucher und Sommerbewohner die Insel verlassen haben und der Nebel wie das Böse von der See her über den Strand zu kriechen beginnt. Die Beschreibungen von Provincetown sind so eindrucksvoll und tief, da Norman hier lange lebte.

Der Schauplatz scheint mir darüber hinaus auch aus literarischen Gründen bewusst gewählt: Das winterliche Provincetown ist wie der leicht modernisierte Schauplatz einer Gothic Novel (tatsächlich war es der Ort, an dem die Gründerväter erstmals amerikanischen Boden betraten um dann aber schnellstens nach Plymouth abzuhauen). Und wie in vielen Noir-Romanen, schwingt auch bei Mailer etwas von einer Gothic Novel mit. Besonders in dieser Off-season-Atmosphäre, in der die Psychopathen nicht von Touristen gestört werden und auf sich selbst zurückgeworfen sind.

Living in Provincetown on the edge of those rare, towering and windy dunes . . . I had begun to think of a novel so odd and so horrible that I hesitated for years to begin it… in winter the town is filled with spirits – a place for murderers and suicides… ‚a few years ago, a young Portuguese from a family of fishermen killed four girls, dismembered their bodies, and buried the pieces in twenty small and scattered graves. The town is so naturally spooky in mid-winter and provides such a sense of omens waiting to be magnetized into lines of force that the novel in my mind seemed more a magical object than a fiction, a black magic.“

Eben ein Ort, in dem man in Frieden elendig zugrunde gehen kann.

Im ganzen Wahnsinn des Romans, von der Kritik bei der Erstveröffentlichung nicht verstanden und verdammt, zeigt sich einmal mehr die Verlorenheit des Individuums als Topos des Genres. Auch die scheinbar wahnwitzige Handlungsführung presst frischen Wein aus alten Schläuchen. Mailer gehörte immer zu den skrupellosesten Erzählern – auch sich selbst gegenüber, besonders sich selbst gegenüber in diesem im Subtext höchst persönlichen Roman. In TOUGH GUYS nutzt er den Noir-Roman um die existenzielle Leere des Kapitalismus zu zeigen. Mailer erkannte, das sich dafür keine andere Literaturform besser eignet. Und um den Mythos „Noir“ richtig zu bedienen, behauptete er, den Roman in nur zwei Monaten geschrieben zu haben.

Damals warf ihm die Kritik vor, er hänge und jammere einer verlorenen Machomännlichkeit nach. Als ob der Noir-Roman, der Kapitalismus und bürgerliche Kultur reflektiert, nicht schon immer und wohl auch künftig die Kastration der selbstbestimmten Existenz beklagt, die dem System innewohnt, und seit dem 2.Weltkrieg das „Ernährermonopol“ dem Mann zunehmend nimmt. Der fortschreitende Verlust dieses Mandats spiegelt sich in Mailers gesamten Werk, in dem Sex und Gewalt – ähnlich wie in der Realität – immer exzessiver werden.

Einer dieser Poeten von SPIEGEL ONLINE (immer im Irrtum, nie im Zweifel) schrieb noch am 10.11.2007, wohl um die eigene Phobie in den Griff zu kriegen: „In den Achtzigern beschäftigte sich der bekennende Antifeminist mit der Geschlechterfrage und veröffentlichte Harte Männer tanzen nicht, eine als Krimi getarnte Reflexion über Homosexualität als letztes Rückzugsgebiet der echten Männlichkeit.“  Vielleicht träumte er aber auch nur von einem brutalen Boxer, der ihn in einer dunklen Gasse hart rannimmt.
Das bourgeoise Feuilleton hat immer seine Probleme mit Freigeistern, die sie weder in ihren erbärmlichen Kammern besuchen, noch sie zu irgendwas einladen, das aufregender ist als Signierstunden mit einem Sektchen.

Norman bereitet sich auf eine Pressekonferenz vor.

Mailer hatte so eine Art Pakt mit ihnen: Er verachtete sie (verprügelte auch mal den einen oder anderen – was nicht besonders fair war, denn Mailer boxte aktiv, und wie wir wissen, ist Boxen neben Fußball der Lieblingssport ungelenker und zur vorzeitigen Verfettung neigender Feuilletonisten, natürlich ausschließlich mit einem gutgekühlten Weißwein vor dem Fernseher) und sie verrissen dafür jedes Buch von ihm, ohne den Erfolg verhindern zu können. Sie kamen einfach nicht klar mit einer jüdisch-intellektuellen Schreiber-Variante von Clint Eastwood.

Was Mailer interessierte, waren eben Nischenthemen, wie zum Beispiel Politik, Sex und Gewalt, die außerhalb ihres behüteten Erfahrungshorizonts lagen und liegen.

Der Roman ist einer der eindrucksvollsten der Noir-Literatur: Charaktere, Atmosphäre, Reflektion, Wahnsinn und Plot sind brillant in einer gleichgewichtigen Behausung, beschienen von einer stilistischen Eleganz, die Mailer auf der Höhe seiner Kunst bestätigt; er schrieb das Buch mit 61 Jahren.

„Trotzdem, ein bestimmter Roman kam tatsächlich unter akutem finanziellen Druck zustande, nämlich Harte Männer tanzen nicht. Ich hatte mich gerade von meinem Verlag Little, Brown getrennt und war noch ziemlich erschöpft von den Frühen Nächten. Ich hatte ein Jahr lang nicht gearbeitet, aber der Verlag hatte mich das Jahr über bezahlt und teilte mir mit, dass ich ihm deshalb noch ein letztes Buch schulde. Also schrieb ich es innerhalb von zwei Monaten. Dann habe ich es Little, Brown abgekauft und mich damit schuldenfrei gemacht. Mir haben die Harten Männer allein schon aus diesem Grund große Genugtuung bereitet.“ (DIE WELT 24,11,1997)

Das klingt doch nach bester Paperback Original-Tradition!

Als eine der gnadenlosesten Stimmen gegen das Establishment hatte er sich seit den 1950ern hervorgetan. 1955 war er Mitbegründer der VILLAGE VOICE, der Mutter aller Underground-Magazine („Die Mitbegründer wollten Erfolg sehen, ich hingegen wollte ein Blatt, das allen ins Gesicht schlug… Wie alle Generäle, die eine Ein-Mann-Armee befehligen, fing auch ich im Vertrauen auf eine Geheimwaffe an. Ich hatte Marihuana.“).

Er hatte sich beharrlich einen Ruf als Schläger, Säufer und Weiberheld erarbeitet, schockierte regelmäßig mit Schock-Romanen, Faction, New Journalism und Reportagen (ARMYS IN THE NIGHT über die Anti-Vietnam-Bewegung ist eine der berühmtesten), sammelte Preise ein und verarbeitete die Messerattacke auf seine Frau, 1961, (die ihm fünf Jahre auf Bewährung einbrachte) zu einem Noir-Roman: AN AMERICAN DREAM (1966 verfilmt von Robert Gist mit James Whitmore).

Er kandidierte erfolglos als Bürgermeister für New York, verurteilte Kosovo-, Afghanistan-und Irak-Krieg und ließ auch als zorniger alter Mann keine Gelegenheit aus, um voller Verachtung den Politikern ihre Erbärmlichkeit vorzuhalten.

Im März 1999 schrieb er an einen Freund:

Wenn dieses Land in die Binsen geht, und das tut es bestimmt, dann glaube ich, man könnte den Niedergang nicht nur anhand der Moral abbilden, sondern auch im Sinne eines gesellschaftlichen Eklats und gesellschaftlicher Standards – ich glaube, man könnte die Niedergangskurve direkt neben den Anstieg des Dow Jones zeichnen: je höher der Dow, desto niedriger die Standards. Geld zerstört alle anderen Werte. Ich kann die rechtskonservativen Republikaner sogar dafür respektieren, dass sie bestimmte Werte hochhalten, aber sie nehmen sich nie den Kapitalismus vor, der – ungezügelt – die schlimmste Geißel menschlicher Werte unserer Tage darstellt.“

Norman machte einem auch klar, das Literatur ein einsames und undankbares Geschäft ist.

Er starb 2007 mit 84 Jahren und hatte sein literarisches Leben 1948 als Wunderknabe begonnen mit dem Roman DIE NACKTEN UND DIE TOTEN, der als einer der besten Kriegsromane der Weltliteratur gilt.

Mailer war ein zorniger Mann. Sein Zorn auf bestimmte Verhältnisse war ein nicht zu unterschätzender Quell seiner Arbeiten,  Mit „Zorn“ als erstem Wort der ILLIAS beginnt die westliche Literatur. Mailers Zorn war oft zu groß, um ihn nur literarisch zu nutzen. Als politischer Mensch schmiss er mit Zornesblitzen um sich wie Zeus.

Es war vor allem Norman Mailer (und einige andere wie Tom Wolfe, Truman Capote, William Burroughs, Jack Kerouac, Hunter S. Thompson), der das Literaturverständnis (zumindest in den USA) in der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts radikal verändert haben.

Um Genre-Grenzen hatte er sich immer einen Dreck geschert. ANCIENT EVENINGS von 1983 war eine irrwitzige Mischung aus (anti-)historischen Roman und Fantasy-Elementen. 1991 hatte er mit HARLOT´S GHOST begonnen, die Geschichte der CIA als „Epos der geheimen Mächte“ zu schreiben. Obwohl am Ende des voluminösen Romans „Fortsetzung folgt“ versprochen wird, hat er das Sujet nicht mehr aufgegriffen. Was eine verdammte Schande ist, denn das Werk ist einer der größten literarischen Pageturner des Polit-Thrillers.

Er ließ es sich nicht nehmen, seinen Roman mit Ryan O´Neal, Isabella Rosselini und Wings Hauser (alle großartig) selbst zu verfilmen. Als Dialogcoach kam sogar Ira Levin an Bord und übernahm auch eine kleine Rolle (die von Merwyn Finney).

Mailer hatte bereits Filme gedreht, bevor er nach fast 15 Jahren wieder ein Set tyrannisierte: Wild 90, 1968, Beyond the Law, 1968, Maidstone, 1970.

Die Produktionsfirma Cannon litt Mitte der 1980er unter ihrem Action-Image. Krampfhaft wollte man beweisen, dass man nicht nur Kompetenz für Charles Bronson-Vehikel und ähnliches hatte. Sie starteten eine so genannte „Qualitätsoffensive“ und ließen Autoren wie Altman, Cassavetes, Godard und Schroeder gewähren um ihr Image aufzuwerten.

Das war die Chance für Mailer. Und er nutzte sie, weil ein Mann tut, was er tun muss.

Natürlich wurde der Film damals gewaltig verrissen, heute hat er – wohl genauso natürlich – Kultstatus. Was diese Kritiker einfach nicht begriffen haben:  der Film suhlt sich nicht in Absurdität,  sie ist seine Basis.

Eine der schönsten jüngeren Rezensionen eines „Nachgeborenen“ ist von Oliver Nöding, in seinem Blog:
https://funkhundd.wordpress.com/2012/07/29/tough-guys-dont-dance-norman-mailer-usa-1987/

Und dann lest unbedingt MiCs Hammerkommentar, der Insiderwissen  vermittelt, das schwer zugänglich ist. Durchschnittlichen „Journalisten“ mit Festanstellung in den Systemmedien natürlich gar nicht.

P.S.: Die deutsche Ausgabe mit der Übersetzung von Günter Panske kann man nicht nur nicht empfehlen, man muss vor ihr gar warnen.


ANHANG:

Mir ist es egal, ob die Leute mich einen Radikalen nennen, einen Rebellen, einen Roten, einen Revolutionär, einen Außenseiter, einen Gesetzlosen, einen Bolschewiken, einen Anarchisten, einen Nihilisten oder gar einen Linkskonservativen, aber bitte nennen Sie mich nie einen Liberalen.“

Norman Mailer im Dezember 1962 an den PLAYBOY.

Zu seinem 70.Geburtstag schrieb ich in der JÜDISCHE ALLGEMEINE Wochenzeitung eine kleine Würdigung. Die erlaube ich mir hier unkorrigiert zu wiederholen – aus einem ersichtlichen Grund: Ein paar Wochen nach der Veröffentlichung, erreichte mich nämlich die untenstehende Note von Mr. Mailer, die mich irrsinnig freute: Mein langjähriger Guru hatte meine Existenz wahrgenommen. Keine Ahnung, wie er auf den Artikel aufmerksam geworden war.

ZUM 70.GEBURTSTAG VON NORMAN MAILER

Ich bin als Schriftsteller nicht so gut wie Hemingway„, behauptet Norman Mailer, der gerade seinen 7o.Geburtstag hinter sich gebracht hat. Das mag in stilistischer Hinsicht stimmen, aber was die thematische Spannbreite seines Werkes angeht, ist er Hemingway und seinen Zeitgenossen klar überlegen. Als Hemingways Nachfolger kultivierte er den Action-Man und Macho als Schriftsteller.

Aber er hat auch noch eine andere Seite: die des jüdischen Ostküstenintellektuellen, der in seinen Werken eine gedankliche Schärfe erreicht, von der Hemingway nur träumen konnte. Bestes Beispiel ist sein letzter Roman HARLOT’S GHOST (deutsch in zwei Bänden bei Herbig erschienen), einem Entwicklungsroman, der die Geschichte der CIA bis zur Kuba-Krise erzählt und neben dem grandios aufbereiteten Faktenmaterial eine innere Wahrheit erreicht, die kein Sachbuch über diese heimliche Macht in der US-Gesellschaft leisten kann. Das Buch, dem eine Fortsetzung folgen soll, ist fraglos der große amerikanische Roman der letzten Jahrzehnte und das Magnum Opus des Kalten-Kriegs-Romans, der LeCarré auf die Ränge verweist.

Auf die Fortsetzung wird der ungeduldige Leser noch etwas warten müssen; momentan arbeitet Mailer an einem Buch über Picasso und: „Die Frage ist heute nicht mehr, ob es mir gelingt, den großen Wurf zu vollenden, sondern, ob das überhaupt noch jemanden interessiert. Es geht nicht mehr um mich oder einen anderen, sondern um das Überleben der Literatur schlechthin. Ich fürchte: Die Zukunft der Schriftsteller sieht düster aus„.

Mailer wurde am 31.Januar 1923 als Sohn eines litauischen Bücherrevisors in Long Branch, New Jersey geboren. Er wuchs in Brooklyn auf und studierte in Harvard Bautechnik. 1944 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst im Pazifik. Das dort erlebte wurde Grundlage seines ersten Romans, THE NAKED AND THE DEATH, der die Armee als faschistoide Gesellschaft bloßstellte.
Das Buch wurde sofort ein Welterfolg und gilt als bedeutendster Roman über den 2.Weltkrieg.

Der linksstehende Autor zeigte im selben Jahr erstmals direktes politisches Engagement, indem er Henry Wallace, den Präsidentschaftskandidaten der Progressiven Partei, unterstützte. Sein lebenslanger Kampf gegen das Establishment hatte begonnen und führte später zu zweimaliger Kandidatur als Bürgermeister von New York mit „einer natürlichen Koalition von Obdachlosen, Junkies, Huren und Intellektuellen„.

1951 veröffentlichte er seinen zweiten Roman, der unberechtigt in Vergessenheit geraten ist: BARBARY SHORE zeigt die McCarthy-Ära und spiegelt als erster Roman die Nackriegszeit mit ihren oberflächliche Hoffnungen und tiefsitzenden Neurosen wieder.

Seine depressive Phase, in der er sich von seinem persönlichen Sozialismuskonzept verabschiedete – er warf der Sowjetunion u.a. „Staatskapitalismus vor -, endete mit dem Endzeitroman THE DEER PARK, 1955.

Zwei Jahre später trat er mit dem Aufsatz THE WHITE NEGRO als Theoretiker eines neuen, amerikanischen Existenzialismus hervor: Er propagierte die Lebensform des „Hipster“, die auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung zielte und den Ausstieg aus der Gesellschaft forderte.

Damit war er nicht nur zum Ideologen der Beat-Generation geworden, sondern nahm die Philosophie der Jugendbewegung der 6oer Jahre vorweg.

In dieser Zeit fiel der begabte Amateurboxer vor allem durch Partyraufereien und exzessiven Alkoholkonsum auf.

Im Suff stach er 1961 mit einem Messer auf seine zweite Frau ein. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Mailer verarbeitete seine gewalttätigen Eheerfahrungen zu den düsteren Untergangsvisionen des Romans AN AMERICAN DREAM.

Angeregt durch Hemingways DEATH IN THE AFTERNOON und Capotes IN COLD BLOOD wandte er sich Mitte der 60er Jahre der „Faction“ zu – eine Synthese aus Journalismus und fiktionalen Techniken.

Er trat poltisch immer mehr hervor und seine beiden Arbeiten über den Vietnam-Krieg und über die heißen Parteitage Ende der 60er Jahre brachten ihm reichlich Ärger und den ersten Pulitzer-Preis.

1967 hatte er begonnen, Underground-Filme als Regisseur und Schauspieler zu drehen. Sein Regieengagement gipfelte 1986 in der bemerkenswerten Umsetzung seines grandiosen hard-boiled-Thrillers TOUGH GUYS DON’T DANCE, der sich zum Kultfilm entwickelte.

1971 rechnete er in PRISONER OF SEX gnadenlos mit neurotischen Feminismuspositionen ab und zwei Jahre später wurde sein Buch über Marilyn Monroe zum meistgeklauten der Frankfurter Buchmesse.

Ende der 70er Jahre setzte er sich für den zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder Jack Abbott ein; sein Buch über Abbott, THE EXECUTIONER’S SONG, brachte ihm den 2.Pulitzer-Preis und dem Delinquenten die Freilassung 1981. Nur sechs Wochen später mordete Abbott wieder.

1983 versuchte Mailer sich mit dem voluminösen Werk ANCIENT EVENINGS am Historischen Roman. Zu Hochform lief er wieder mit dem Klassiker TOUGH GUYS DON’T DANCE auf, dem sein CIA-Epos folgte.

„Ich habe mein Leben lang Belletristik geschrieben, um mir Nichtbelletristisches glaubhaft zu machen“, erklärte er einmal. Fraglos eines der überzeugendsten schriftstellerischen Konzepte auch für das nächste Jahrhundert. An diesem Ansatz zeigt sich einmal mehr die Überlegenheit der angelsächsischen gegenüber der deutschen Belletristik: Sie ist direkter, realitätsorientierter und wahrhaftiger, weil ihr keine überholte Kulturideologie den Blick auf das Wesentliche verstellt. Ärgerlich für den deutschen Leser ist nur, daß das Werk des vielleicht bedeutendsten jüdischen und amerikanischen Schriftstellers nicht vollständig auf Deutsch lieferbar ist.

Und Norman kann es eigentlich auch nicht gefallen, daß er bei uns ausgerechnet in den Verlagen der rechten Fleißner-Gruppe (Herbig, Ullstein) erscheint, die auch Schönhubers ICH WAR DABEI vertreibt.

Dieser Artikel erschien unter dem Titel AUCH IM ALTER EIN ENFANT TERRIBLE am 4.Februar 1993 in JÜDISCHE ALLGEMEINE Wochenzeitung.

Advertisements


DAS CHARLES BRONSON-SPECIAL by Martin Compart
23. März 2016, 3:23 pm
Filed under: CHARLES BRONSON, Film, Porträt | Schlagwörter: , , , ,

760247-b8aec28a-e530-11e3-aae6-8a781d1cd673[1]

Oliver Nödings beeindruckender Filmblog https://funkhundd.wordpress.com/ ist hier schon mehrfach gewürdigt worden. Mir fiel auf, dass er jede Menge Charles Bronson-Filme besprochen hat (nachzuschlagen unter; https://funkhundd.wordpress.com/tag/charles-bronson/ . Anlass genug, um mit ihm ein kleines CHARLES BRONSON-SPECIAL zu machen.

 

10954709_1[1]MC: Für mich war Bronson ein Held meiner Jugend, für den ich ins Kino gegangen bin. Deine Generation dürfte ihn völlig anders wahrgenommen haben. Wie bist Du auf Bronson gestoßen?

ON: Stimmt, im Kino habe ich Bronson leider nicht mehr bzw. noch nicht erleben dürfen. Ich glaube, meine Erstbegegnung mit ihm hat via einer VHS-Fernsehaufnahme meiner Eltern von DAS GESETZ BIN ICH stattgefunden, noch immer einer meiner Lieblingsfilme von ihm, vielleicht sogar mein allerliebster. Ich war wahrscheinlich noch im Grundschulalter, aber dieser Typ hat mir sofort imponiert, mit seinem wettergegerbten Gesicht, den zugekniffenen, kaum wahrnehmbaren Augen, dem fransigen Schnurrbart, dem Jeanslook und der Schiebermütze. Dass er sich nichts gefallen ließ, aber auch kein großes Aufheben um seine Überlegenheit machte. Sehr geliebt habe ich als Kind auch Terence Youngs RIVALEN UNTER ROTER SONNE, wobei das nicht allein an Bronson, sondern vor allem an der Verbindung zunächst anscheinend unvereinbarer Elemente lag, die man als Kind einfach lieben musste: Cowboys und Samurai. Später waren dann vor allem seine Cannon-Filme wichtig für mich, die seinerzeit immer auf RTL liefen, etwa DER RÄCHER VON BROOKLYN, DEATH WISH 4 – DAS WEISSE IM AUGE und MURPHY’S GESETZ.villa-rides-charles-bronson-1968[1]

Wie siehst Du die Kinofigur Bronson? Was verkörpert sie für Dich? Für uns war er damals so eine Art entwurzelter working-class-hero mit einem Hang zum anarchischen (KALTER HAUCH) oder Spießertum (KALTER SCHWEISS).

Bronson verkörpert für mich eine fast steinzeithafte Urwüchsigkeit. In seinen besten Filmen wirkt er so, als wäre er immer schon dagewesen, hätte sich irgendwann einfach aus dem Urschlamm erhoben oder aus einem Felsen herausgeschält. Er existiert außerhalb der schnöden menschlichen Gesellschaft und man weiß nicht genau, wie alt er eigentlich ist. Am besten sieht man das wahrscheinlich in Leones SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD, in dem er ja fast eine Art Geist ist, noch nicht einmal einen echten Namen trägt, aber auch in den späten DEATH WISH-Sequels, in denen er so unverwundbar wie ein Terminator oder ein Zombie durch die Kulissen walzt, eine Urgewalt. Deswegen weiß ich nicht, ob Working-Class-Hero für mich so passend ist, auch wenn Bronson von ganz unten kam und vom Typ her ein Arbeiter ist. Aber selbst wenn er arbeitet, als Melonenbauer oder als Polizist, kann man sich nur schwer vorstellen, dass er mit Kollegen übers Wetter redet oder Toilettenpapier im Supermarkt kauft. Als Repräsentant funktioniert er auch nur bedingt, dazu ist er zu sehr Einzelgänger. Und Anarchie impliziert für mich auch immer so etwas wie eine gezielte Gegnerschaft, die Entscheidung, das bestehende System aktiv abzulehnen. Mir scheint Bronsons Persona aber immer viel zu desinteressiert an so etwas. Er will eigentlich am liebsten seine Ruhe haben, möglichst wenig mit anderen interagieren. Er steht über schnöder Politik. Es gibt natürlich Ausnahmen in seiner Filmografie, vor allem in den Sechzigern, als er noch Nebendarsteller war und immer so etwas wie den einfach gestrickten, aber freundlichen Klotz spielte, DIE GLORREICHEN SIEBEN oder GESPRENGTE KETTEN wären da die Idealbeispiele. Später hat er dann ja auch ein paar Versuche unternommen, den klassischen Leading Man zu geben, meist an der Seite von Jill Ireland. Naja, und seine wahrscheinlich berühmteste Figur, Paul Kersey, ist ein typischer Konservativer aus dem gehobenen Mittelstand, der fällt auch eher raus.

Mit anarchisch ist „herrschaftslos“ gemeint, nicht die politische Strategie um Herrschaftslosigkeit (Anarchie) zu erreichen. Charlie erweckt für mich immer den Eindruck, dass er keine Autorität akzeptiert, dass er herrschaftslos und autark ist.

CharlesBronson_1[1]Kannst Du filmhistorisch irgendwelche Vorläufer ausmachen? Mir fällt spontan nur John Garfield ein. Und siehst Du Nachfolger, was die Art der Figuren angeht und die Art, wie er sie angelegt hat?

Ich fürchte, um Vorgänger zu benennen, kenne ich mich gerade im Noir noch nicht gut genug aus. Wahrscheinlich könnte man als Vorläufer auch Leute wie Cagney, Edward G. Robinson, Ralph Meeker, Paul Muni oder Robert Mitchum heranziehen, Schauspieler, die auch nicht im klassischen Sinne attraktiv waren und meist hemdsärmelige Typen spielten, die sich nicht gerne hereinreden ließen. Aber Bronson war noch von ganz anderem Kaliber, eigentlich noch weniger Schauspieler als die genannten (was nicht abwertend gemeint ist). Was seine schiere Präsenz angeht, würde ich vielleicht tatsächlich John Wayne als Vergleich nennen wollen. Der wirkte zwar anders, spielte auch andere Rollen, aber er hatte wie Bronson die Gabe, allein durch seine Anwesenheit sofort im Zentrum des Geschehens zu stehen und dabei eine ungeheure Autorität auszustrahlen. Und wahrscheinlich ist auch Steve McQueen ein „Verwandter“, auch wenn der zu seiner Hochphase zu Rollen tendierte, die stärker sophisticated waren. Dieser Stoizismus von Bronson ist heute ja eine der klischierten Eigenschaften des Actionhelden, aber die wenigsten erlauben es sich, so dermaßen auf ihre Außenwirkung zu scheißen, wie Bronson das getan hat. Es geht dann ja doch immer darum, bei aller Coolness auch noch gut auszusehen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass der heutige Hollywoodstar eine ganze Ecke jünger ist, als es Bronson war, und einen ganz anderen Hintergrund hat. Diese welterfahrenen Charakterfressen von einst, die Bronsons, Marvins, Ryans, Holdens oder Coburns, sucht man unter den Leading Men von heute ja ganz und gar vergebens. Aber vielleicht ist jemand wie Kurt Russell heute so eine Art Äquivalent. Ein Typ, der nichts mehr zu verlieren hat, zu alt für die attraktiven Helden ist, aber den weitgereisten Veteran verkörpert, den nichts mehr erschrecken kann, weil er alles schon gesehen hat.

Charles_Bronson_red_sun_1971[1]

Wie würdest Du mit einem Satz die Quintessenz von Bronson beschreiben?

Er ist das totale Ruhen in sich selbst, uneingeschränktes, reueloses Selbstvertrauen, das niemals zurückschaut.

Was sind seine Stärken und was sind seine Schwächen?

Seine Stärken sind, wie oben schon erwähnt, seine körperliche Präsenz, die Gabe mit wenig enorm viel zu erreichen. Dieses unglaubliche Lächeln. Dass es ihm meist gelungen ist, auch dem härtesten Hund noch Menschlichkeit zu verleihen. Ich liebe auch seine Stimme, die eine gewisse Verwundbarkeit offenbart, selbst wenn sein Körper noch so stählern erscheint. Charles-Bronson[1]Seine größte Schwäche war gewiss sein Desinteresse daran, so eine Art Karriereplan zu erstellen, stärker auf die Bedürfnisse seines Publikums einzugehen, sein Profil aktiv zu schärfen und zu konturieren. Was er aus dem Erfolg gemacht hat, dem er so lange hinterhergejagt ist, ist schon ein bisschen enttäuschend. Seine Filmauswahl nach EIN MANN SIEHT ROT ist unter künstlerisch-ökonomischen Gesichtspunkten gelinde gesagt eine Katastrophe: DER MANN OHNE NERVEN, NEVADA PASS, TAG DER ABRECHNUNG, ZWISCHEN ZWÖLF UND DREI, DER WEISSE BÜFFEL, EIN MANN RÄUMT AUF und DER SCHATZ VON CABOBLANCO sind für sich genommen schon in Ordnung (mal mehr, mal weniger), aber in diese Anhäufung eben nicht für einen der größten Stars Hollywoods. Gott sei Dank fallen in diese Zeit auch Walter Hills Regiedebüt EIN STAHLHARTER MANN und Don Siegels TELEFON, sonst sähe sie noch deutlich trostloser aus. Ich vermute, die Schauspielerei war für ihn nur ein Mittel zum Zweck, nichts woran er allzu viele Gedanken verschwendete, und ich glaube, er hielt sich auch nicht unbedingt für einen Künstler. Vielleicht ermöglichte ihm diese Haltung aber überhaupt erst, so überaus souverän und entspannt zu agieren.

magnificent-seven-bronson-280[1]Mit einigen Regisseuren hat er häufiger zusammen gearbeitet (Winner, Thompson). Welchen Stellenwert haben diese Kollaborationen in Bronsons Karriere?

Winners frühe Bronson-Filme – CHATOS LAND, EIN MANN SIEHT ROT, KALTER HAUCH – sind unantastbar und immens wichtig für die Ausprägung von Bronsons Image als Actionstar. Sein Output in den Achtzigern, für den vor allem die beiden genannten Regisseure zuständig waren, knüpft ohne Zweifel an diese Filme an. Wahrscheinlich ging es Bronson zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere nur noch darum, Geld zu verdienen. Soweit ich weiß, hat er die für die Cannon produzierten Actionfilme gehasst. Was nicht heißt, dass sie schlecht sind, aber es handelt sich meist um Genreproduktionen, in denen Bronson auf Autopilot agieren konnte, weil seine Kersey-Persona als konservativer Rächer mittlerweile in Stein gemeißelt war. Leider ist es wohl so, dass diese Filme das Bronson-Bild gerade meiner Generation entscheidend geprägt haben. Bronson, das ist für viele eben der grimmige Rächer günstiger Actionfilme, der mit eingefrorenen Gesichtszügen durch die Straßen läuft und humorlos Punks und Gesindel niedermäht. Nicht falsch verstehen, ich liebe DER RÄCHER VON BROOKLYN, halte ihn für einen bis heute eigentlich unerreichten Bastard und für einen großen Wurf Winners, und mag auch andere Filme aus Bronsons Cannon-Phase, aber vermutlich sind es diese Filme aus dem Herbst seiner Laufbahn, die verhindert haben, dass Bronson heute mit den ganz Großen seiner Zunft in einem Atemzug genannt, stattdessen eher belächelt wird. Da sind wir dann wieder bei den Schwächen: Es hat ihn nicht besonders interessiert, sein Erbe zu verwalten.

10 Lieblings-Bronsons:

Zehn Lieblinge zu benennen ist schwierig und würde ich morgen gefragt, würde ich vielleicht andere Titel nennen: EIN MANN GEHT ÜBER LEICHEN, RIVALEN UNTER ROTER SONNE, DER MANN OHNE NERVEN, TELEFON, YUKON, KINJITE oder sein Spätwerk INDIAN RUNNER sind eigentlich auch Listenkandidaten. SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD müsste eigentlich auch rein, aber das ist für mich nicht in erster Linie ein Bronson-Film. Eine Rangliste habe ich mir gespart, dafür habe ich die Titel chronologisch sortiert.

 

1) DAS RAUBTIER (Roger Corman, 1958): Charles Bronson in seiner ersten echten Hauptrollen als Gangster Machine Gun Kelly, lange bevor er den Durchbruch schaffte. Der Film ist auch deshalb so interessant, weil er eines der seriöseren Werke in Roger Cormans umfangreicher Filmografie ist, in der er sich meist dem Science-Fiction- oder Horrorfilm widmete. Und wie so oft waren es die Franzosen, die das als erste zu schätzen wussten.

2) DIE GLORREICHEN SIEBEN (John Sturges, 1960)/GESPRENGTE KETTEN (John Sturges, 1963)/DAS DRECKIGE DUTZEND (Robert Aldrich, 1967): Wie SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD würde ich auch diese drei Klassiker nicht unbedingt als „Bronson-Filme“ bezeichnen, auch wenn er einen wichtigen Beitrag zu ihrem Gelingen leistet. Aber ich liebe sie abgöttisch und sie gehören für mich irgendwie zusammen. Wahrscheinlich die bestbesetzten Filme aller Zeiten.

3) DER AUS DEM REGEN KAM (René Clement, 1970): Ein gleichzeitig ebenso unterkühlter wie aufgeheizter Thriller, den nur ein Franzose in dieser Brillanz inszenieren konnte. Vielleicht Bronsons vielseitigster Auftritt.

4) CHATOS LAND (Michael Winner, 1972): Bronson als Indianer, der einen rassistischen Lynchmob in sein Jagdrevier lockt und einen nach dem anderen ausschaltet. Eine Vietnamparabel mit einem unvergesslichen Schlussbild. Und Bronson als Rothaut zu besetzen, ist ein brillanter Schachzug.

5) KALTER HAUCH (Michael Winner, 1972): Ein Film, den ich nicht wirklich mag, weil man ihn eigentlich nicht mögen kann. Ein eiskalter, nihilistischer Thriller, der keinerlei Gefühle zulässt, einen als Zuschauer auf unüberbrückbarer Distanz hält. Einer der abgefucktesten und misanthropischsten Filme überhaupt, ein typischer Winner.

6) DAS GESETZ BIN ICH (Richard Fleischer, 1974): Hier stimmt einfach alles. Die Besetzung, der Look, die Musik, das Drehbuch von Elmore Leonard, das Outfit von Bronson. Wenn die Melonen, für die sich Majestyk den Buckel krumm geschuftet hat, unter dem Dauerfeuer der Maschinenpistolen in Zeitlupe zerplatzen, ist das ein Moment von nahezu unerträglicher Tragik.

7) EIN MANN SIEHT ROT (Michael Winner, 1974): Noch heute ein grotesk missverstandener und unterschätzter Film, der in über 40 Jahren nichts von seiner Brisanz eingebüßt hat. Der Schlüssel zum Verständnis des Films liegt in der Szene, in der Kersey von seinem ersten Rachegang und seinem ersten Mord nach Hause kommt, vollgepumpt mit Adrenalin, und sich erst einmal übergibt. Wer glaubt, EIN MANN SIEHT ROT sei pro Selbstjustiz, weil er nicht explizit dagegen argumentiert, macht es sich zu einfach.

8) EIN STAHLHARTER MANN (Walter Hill, 1975): Walter Hill drehte eines der besten und reifsten Spielfilmdebüts aller Zeiten. Bronson war dabei. Das reicht.

9) LIQUIDATOR (J. Lee Thompson, 1984): Ultabrutaler Selbstjustizschocker mit Bronson als Ex-Killer, der beauftragt wird, einen Folterarzt namens „Molloch“ zu beseitigen, der sich von den Diktaturen der Welt für deren schmutzige Dienste einspannen lässt. Die Anfangsviertelstunde gehört zum intensivsten und härtesten, was die Achtzigerjahre zu bieten hatten, deutliche Anklänge an die Terroregimes Südamerikas sorgen für einen dicken Kloß im Hals.

10) DEATH WISH 3 – DER RÄCHER VON NEW YORK (Michael Winner, 1985): Winner treibt die Ideen aus EIN MANN SIEHT ROT in einem geradezu absurden Szenario auf die Spitze, das den Irrsinn der Reaganomics wunderbar einfängt. Das Viertel in Brooklyn (tatsächlich wurde der Film in London gedreht), wo Gangmitglieder brave Bürger terrorisieren, ausrauben, vergewaltigen und ermorden, erinnert an eine Westernstadt, Kersey ist der ins Extrem gedachte Shane.

<img src=“http://vg08.met.vgwort.de/na/36cbab14aae04b6f84a80004a02b355b&#8220; width=“1″ height=“1″ alt=““>

 

 

 

 

 

 

 



NACHLESE 2015 by Martin Compart
4. Januar 2016, 6:21 pm
Filed under: Nachlese 2015, Rezensionen | Schlagwörter: ,

1380054_10152051837515774_108308693_n

OLIVER NÖDING:

Buch 2015

Für Romane fehlt mir meist die Muße und ich verfolge den Markt auch nicht mehr genau genug, um auf dem neuesten Stand zu sein. Das Buch, das mir 2015 am meisten Freude bereitet hat, ist daher schon etwas älter: „Hellraisers: The Life and inebriated times of Richard Burton, Richard Harris, Peter O’Toole and Oliver Reed“ von Robert Sellers ist eine locker-flockige Anekdotensammlung, die sich mit den Exzessen der genannten Legenden beschäftigt. Es wird gesoffen, geprahlt, geprügelt und abgestürzt auf den wie im Flug vorüberziehenden Seiten, dass es eine wahre Freude ist. Da bedauert man einmal mehr, dass heutige Stars von einem ganzen Beraterstab überwacht werden und nach den selten gewordenen Fehltritten so sicher wie das Amen in der Kirche der wohlfeil formulierte Entschuldigungstweet folgt. Die vier Helden des Buches hingegen wussten immer, was sie taten, selbst, wenn sie es nicht mehr wussten – und haben auf die Meinung des Publikums und der Kritiker stets einen großen, respektlosen Haufen geschissen. Schönste Episode: Harris entdeckt nach der Entgiftung im fortgeschrittenen Alter, dass er seit Jahrzehnten Parkplatzgebühren für einen Rolls Royce bezahlt, den er irgendwann mal gekauft und gleich wieder vergessen hatte.

hellraiserscover_custom-23c3a5ef0e44d9b3e120021b6699d2056184f1ef-s300-c85[1]

Film des Jahres 2015

Kind und Kegel haben es nicht zugelassen, das aktuelle Filmgeschehen im Kino zu verfolgen, den besten Film des Jahres zu benennen traue ich mich aber trotzdem: MAD MAX: FURY ROAD hat mir die Hoffnung zurückgegeben, dass man das großbudgetierte Mainstreamkino doch noch nicht komplett abschreiben muss. Der mittlerweile auch schon 70-jährige George Miller hat einen energiegeladen, bildgewaltigen Film hingelegt, aus dem die Power, Lust und die Leck-mich-am-Arsch-Haltung spricht, die sonst das Privileg der Jugend ist. Kino als 120-minütige Bilderflut, der Kinosessel vibriert unter dem Arsch wie eine röhrende Höllenmaschine. Ein großes „Fuck you!“ an dieser Stelle an die Leute, die angesichts dieses Wunderwerks die Chuzpe hatten, einen Mangel an Story (?) zu unterstellen. Der finale Coup, Max und seine weiblichen Kameraden nach vergeblicher Flucht einfach umdrehen und dem Feind entgegenfahren zu lassen, ist ein Meisterstück des Actionkinos und jetzt schon Filmgeschichte.

Filmische Wiederentdeckung des Jahres

SCHLEPPZUG M17, die einzige Regiearbeit von Götz Georges Vater Heinrich (zu deren Gelingen Werner Hochbaum entscheidend beitrug) aus dem Jahre 1933, ist ein komplett freidrehendes Melodram um den fleischigen Kutterfahrer Henner (George), der mit Frau und Kind in Berlin einschippert, sich dort Hals über Kopf in eine junge Hochstaplerin verliebt und seine Familie kurzerhand im Trubel der Großstadt stehenlässt, um einen Traum zu verfolgen, der für alle außer ihn selbst als zum Scheitern verurteilt erkennbar ist. George singt, George schmollt, George wirft seine gesamten drei Zentner Körpermasse in diesen Film und füllt jedes dramaturgische Loch aus, das er im Überschwang der schöpferischen Euphorie übersehen hat. Wenn er abends wie ein geprügelter Hund mit hängendem Kopf zu seiner wissenden Ehefrau zurückkriecht, sie anschweigt und noch nicht einmal einer Ausrede für würdig befindet, sich nicht anders zu helfen weiß, als mit dem Satz „Morgen gibt’s wieder Arbeit.“ zur Tagesordnung überzugehen, versinkt man vor Scham im Kinosessel. Film als totale Entblößung.

DVD/Blu-ray-Veröffentlichung des Jahres

Aus persönlicher Sicht tendiere ich zur Veröffentlichung von Jürgen Rolands lange Zeit nicht mehr verfügbarem Gangsterfilm DIE ENGEL VON ST. PAULI (Subkultur), für den ich meinen ersten Audiokommentar einsprechen durfte. Große Würfe sind auch die VÖ von Argentos OPERA (Koch Media), den deutsche Zuschauer zum ersten Mal ungeschnitten erleben (und dazu mein Booklet lesen) dürfen, sowie die makellose Heimkino-Umsetzung von Aleksei Germans monströsem Schwanengesang ES IST SCHWER EIN GOTT ZU SEIN (Bildstörung). Aus filmhistorischer Sicht muss meine Wahl aber auf die Veröffentlichung von Roger Fritz‘ MÄDCHEN MIT GEWALT (Subkultur) fallen, die einen zu Unrecht bis heute marginalisierten Filmemacher zurück ins Licht der Öffentlichkeit holt.

 

https://funkhundd.wordpress.com/

Olivers unverzichtbares Buch für schwer erziehbare Cineasten gibt es hier:

http://www.bod.de/buch/oliver-noeding/sauft-benzin–ihr-himmelhunde/9783960340065.

Zum Buch sagt Oliver fairerweise:

„Leider haben sich in die Erstauflage bei der Übergabe vom Satz an den Druck ein paar für uns ärgerliche Fehler eingeschlichen, die wir schnellstmöglich beheben wollen. Ich bitte die Leute, die das Buch bereits gekauft haben, um Verständnis. Es sind eher kosmetische Dinge, die schiefgelaufen sind, am Inhalt der Texte ändern sie nichts. Aber natürlich möchten wir trotzdem ein möglichst fehlerfreies Buch auf den Markt bringen. Ich werde einen Beitrag veröffentlichen, sobald die neue Fassung fertig ist.“

http://www.amazon.de/Sauft-Benzin-Ihr-Himmelhunde-Actionfilm/dp/3960340060



NOIR-FRAGEN AN OLIVER NÖDING by Martin Compart
4. Dezember 2015, 11:56 am
Filed under: Deutsches Feuilleton, Film, Fragebogen | Schlagwörter: , , , ,

Ich hatte immer gedacht, die beiden Deutschen, die sich in den abseitigsten Regionen der 7.Kunst auskennen, seien Ulrich von Berg und Rolf Giesen, alias Dr.Horror. Dann stieß ich vor einigen Jahren auf den Blog REMEMBER IT FOR LATER https://funkhundd.wordpress.com/- und war völlig baff! Betreiber und Autor Oliver Nöding kannte nicht nur Subgenres, die mir völlig entgangen waren, sondern zeigte – quatsch: zeigt bis heute – ein Fachwissen, das seinesgleichen sucht. Nenne die obskurste Videofirma aus den 80er Jahren, die auf cross-over zwischen italienischen Gialli und Zombies spezialisiert war, Oliver kann dir nicht nur die entscheidenden Leute runterbeten, er beschreibt auch die Unternehmensgeschichte. Egal welches Vehikel er bespricht, er berichtet so spannend und unterhaltsam, dass ich häufig vergesse, dass mich der Film einen Dreck interessiert. Neben Artikeln über Genre-Filme schreibt er auch über Klassiker, denen er oft neue Aspekte und eine originelle Perspektive abgewinnt.

„Ich habe immer schon gern geschrieben, allerdings fehlte mir immer der konkrete Anlass, um am Ball zu bleiben. Ich bin nicht unbedingt ein Geschichtenerfinder und wenn ich mich hinsetzte, um etwas zu schreiben, verlor ich schnell das Interesse und den Glauben, dass das, was ich da zu Papier bringen wollte, wirklich gut war. 2004 stieß ich dann auf das mittlerweile inaktive Forum namens „filmforen.de“, das seinen Usern erlaubte, ein Filmtagebuch zu führen. Jeder User hatte seinen eigenen Forenthread, in dem er Filmtexte nach eigenem Gusto, ohne jegliche stilistische Vorgabe, schreiben konnte. Da habe ich dann, mit Ausnahme einer kurzen Pause Anfang 2005, bis zur Eröffnung meines Blogs 2008 also mein Filmtagebuch geführt. Der damalige Foren-Administrator Stefan Höltgen war gleichzeitig für die (mittlerweile ebenfalls nicht mehr aktive) Filmseite „F.LM – Texte zum Film“ verantwortlich und wurde über meine Forentätigkeit auf mich aufmerksam. Ich schrieb dann für F.LM also „richtige“ Filmrezensionen, besuchte Pressevorführungen, reviewte DVDs und dergleichen. Über Stefan entstand auch der Kontakt zur Splatting Image, einer unter deutschen Cineasten und Freunden des abseitigen Films sehr renommierte Zeitschrift (die vor zwei Jahren leider auch den Dienst einstellte) und über die Mitarbeit an der Splatting Image zu weiteren deutschen „Filmschreibern“. “

1380054_10152051837515774_108308693_n

 Das Foto zeigt Oliver anlässlich einer Themenparty verkleidet als City Cobra.

 

Unter Freunden des ungewöhnlichen Films hat sich Oliver mit seinen Texten in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Für mich gehört er zu der Garde jüngerer Kritiker, die das Genre Filmkritik im Windschatten von SPLATTING IMAGE und STEADYCAM in den letzten zehnJahren entstaubt haben und wieder spannend machen. Manchmal sehe ich durchaus Orientierung an Hunter S.Thompsons Gonzo-Journalismus. Aber „Gonzo-Filmkritik“ ginge etwas zu weit.

„Mittlerweile bewege ich mich in einem Kreis von ca. 50 bis 100 Leuten, die als freie Journalisten über Filme schreiben, Kinoreihen betreiben, Bücher, DVDs und Blu-rays herausgeben oder selbst Filme drehen und sich so gewissermaßen gegenseitig „befruchten“. Das ist sehr anregend und macht natürlich viel Spaß. Viele dieser Menschen zähle ich heute zu meinen Freunden. Ich darf Booklets verfassen, Essays für Fachbücher schreiben, Audiokommentare einsprechen oder Kurzvorträge vor Kinovorführungen halten. Bald erscheint die Buchausgabe der Blogtexte, die ich damals auf „Sauft Benzin, ihr Himmelhunde“ zusammen mit Marcos Ewert veröffentlicht habe. Das ist alles sehr toll, auch wenn ich damit keinen Pfennig Geld verdiene. Vielleicht irgendwann mal. Mein Blog habe ich 2008 eröffnet und zunächst parallel zu meinem Filmtagebuch auf Filmforen geführt. Meine privaten Texte wurden also am Anfang für eine Übergangsphase auf zwei Plattformen veröffentlicht. Die Abspaltung von Filmforen war für mich damals ein logischer Schnitt. Zum einen, weil sich das Forum verändert hatte, zum anderen, weil ich wusste, dass ich mittlerweile für mich selbst stehen konnte. Ich kann, was Zugriffszahlen angeht, mit den wirklich großen deutschen Blogs natürlich nicht annähernd mithalten, komme aber mittlerweile pro Tag auf rund 400-500 Zugriffe, was nicht so schlecht ist, dafür dass ich keinen Empfehlungsjournalismus mache oder News veröffentliche.“

 

Und was mich immer wieder umhaut, ist sein irrsinniger Ausstoß. „Die Gesamtzahl meiner Filmtexte: Blog: 2.543 Beiträge Filmforum: 1.486 Beiträge Macht also rund 4.000 Filmtexte seit 17.11.2004.“

Das wäre ein Buch, das ich mir von TASCHEN wünschen würde.

Man fragt sich, wann der Familienvater lebt, isst, trinkt, sozialen Kontakten nachgeht, Themenpartys besucht – und vor allem: Wann sieht er das ganze Zeugs? Dabei erscheint er geistig und körperlich so gesund, dass es kaum für einen Gastauftritt in THE BIG BANG THEORY reicht.

 Hier also der Bünnagelsche Noir-Fragebogen mit Oliver Nöding (dazu ein Soundtrack):

 

Name?

Oliver Nöding

Berufungen neben dem Kritikerdasein?

Familienvater sein und möglichst viele Filme schauen.

Film in deinem Geburtsjahr?

Rocky, Taxi Driver, Carrie, Die Unbestechlichen, Assault – Anschlag bei Nacht, Der Scharfschütze, Keoma, Eiskalte Typen auf heißen Öfen, San Babila ore 20: un delitto inutile, Der Strohmann, Schwarzer Engel und wahrscheinlich noch einige mehr.

Was steht im Bücherschrank?

Der Anteil an Sachbüchern über Film oder (Auto-)Biografien zum Thema wächst gegenüber den Romanen stetig an. Trotzdem: U. a. die Brenner-Reihe von Wolf Haas und außerdem zwei verschiedene Nietzsche-Gesamtausgaben.

Was war deine Noir-Initiation?

An den ersten gesehenen Noir erinnere ich mich nicht mehr. Aber der erste, der mich wirklich beeindruckt hat, war Mark Robsons The Seventh Victim.

Welches Noir-Klischee ist dir das liebste?

Die nicht enden wollende Nacht.

Ein paar Film noir-Favoriten?

Ich kenne ehrlich gesagt noch viel zu wenige klassische Noirs. Eine Bildungslücke, die ich im kommenden Jahr zu schließen gedenke. Folgende mag ich sehr: Um Haaresbreite, The Seventh Victim, Gefahr in Frisco, Das Rattennest, Im Zeichen des Bösen, Wenn es Nacht wird in Paris, Drei Uhr nachts, Der Chef.

Und abgesehen von Noirs?

Habe ich natürlich eine große Vorliebe für sogenanntes Männerkino, also Western, Kriegsfilme, Polizeifilme und die Actionfilme der Achtzigerjahre. Außerdem Horror, Horror, Horror. Aber auch sonst viel zu viel.

Welche Roman- und Filmfigur würdest du mit eigenen Händen umbringen?

Den Mengele-haften Molloch aus Der Liquidator. Sonst immer gern rassistische Cops.

Internet?

http://funkhundd.wordpress.com

 

Noir-Fragen: Dein Leben als Film Noir

 

Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?

Der Mann, der einem Phantom nachjagt, das sich als er selbst herausstellt.

Und der Spitzname dazu?

Chase

Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?

Elmore Leonard

Berühmtestes Zitat aus dem Streifen? (Beispiel: Scarface = The World Is Yours, White Heat = Made It Ma, Top Of The World)

„Es gibt Tage, da verliert man, und Tage, da gewinnen die anderen.“

Schwarzweiß- oder Farbfilm?

Für jemanden, der in den Achtzigerjahren aufgewachsen ist, muss es wohl Farbe sei.

Wer liefert den Soundtrack zum Film?

Jay Chattaway.

Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen? (Alternativ: Welcher hartgesottene Noir-Held?)

Klassisch: Barbara Stanwyck. Modern: Kathleen Turner ca. 1983.

In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?

Ford Mustang

Und mit welcher Bewaffnung?

Smith & Wesson Modell 29 – die Schusswaffe von Dirty Harry.

Buch für den Knast?

Was dickes. Die Enden der Parabel von Thomas Pynchon?

Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?

„He desperately tried to not give a fuck and failed miserably.“ (Auf Deutsch klingt’s einfach nicht so gut.)

<img src=“http://vg08.met.vgwort.de/na/3816b6a94298456fa132a074a723a5da&#8220; width=“1″ height=“1″ alt=““>