Martin Compart


30 JAHRE SCHWARZE SERIE (Bastei-Lübbe)1/ by Martin Compart
9. November 2016, 1:41 pm
Filed under: Bücher, Krimis, Noir, Porträt, Schwarze Serie | Schlagwörter: , , , ,

Fast hätte ich dieses Jubiläum vergessen, das einem einmal mehr Alter und Sterblichkeit verdeutlicht: Vor 30 Jahren kamen bei Bastei-Lübbe die ersten Bände der SCHWARZEN SERIE auf den Markt. Ich versuche mal, an Hand der Tagebücher und Terminkalender aufzuzeigen, wie es dazu kam.

PROLOG. Teil Eins: IM SCHATTRN DER EULE

jwstcwvo_400x4001

1985 war ein gutes Jahr für Ullstein – und eines der schlechtesten. Der Verlag war weiterhin auf Erfolgskurs. Viktor Niemann hatte in fünf Jahren aus Ullstein einen big player gemacht. Man konnte ihm dabei Machiavellismus vorwerfen (wie es mir gegenüber ein Agent bewundernd tat), aber das war es nicht. Er hatte den Verlag zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geschmiedet, die nicht an tumber Hierarchie versteinerte. Und er hörte sich jede noch so idiotische Idee (davon hatte ich reichlich auf Lager) an und diskutierte sie durch, statt sie vom Tisch zu wischen.

Er gab jedem das Gefühl, dass er ihm vertraute und hinter einem stand.

img_3261Trotzdem zeigte sich ab 1984 eine negative Seite an Viktor Niemann: Er stellte keinen Wodka, Gin oder Whisky mehr in dem öffentlich zugänglichen Kühlschrank im 10,Stock und ließ auch sein Büro nicht unabgeschlossen. Damit war es vorbei mit kühnen Kommando-Unternehmen aus dem Bauch des Verlages, wenn einem nach Dienstschluss bei einem Besäufnis in der Herstellung der Sprit ausging. Der Verleger verletzte seine Fürsorgepflicht. Erste Zeichen der nahenden Katastrophe?

Wir ahnten es damals nicht, machten uns aber Sorgen um den moralischen Verfall des Verlages.

9783548365312-us-3001Meine neuen Reihen, ULLSTEIN ABENTEUER und POPULÄRE KULTUR, hatten sich fest im Markt etabliert. Die KRIMI-Reihe hatte durchgesetzt, dass nun Kriminalromane in Reihen auch mal 9,80 DM kosten durften (da man auf Kürzungen verzichtete. Der erste so teure Band war UMWEG ZUR HÖLLE von Ross Thomas. Um das Besondere herauszustreichen, hatte ich Jörg Fauser zum Mitherausgeber gemacht und Jörg trug ein großartiges Nachwort zu Ross bei, das die FAZ vorab druckte). Dr.Maitre verließ uns um in die USA zu gehen und Andreas Catsch wurde neuer Cheflektor (da Mönninghof uns ebenfalls verließ). Die grandiose Jutta Wannenmacher war mit der Reihe ULLSTEIN MARITIM ungekrönte Reihen-Königin (mit Auflagen, da konnte ich selbst bei den Krimis nur von träumen). Frau Dr.Jacobson managte die ALLGEMEINE Reihe so clever, das sie „meinen“ Len Deighton zur Taschenbuchverwertung bekam (was mir überhaupt nicht gefiel). Ich sah darin schon das Aushöhlen der Genre-Reihen. Und schließlich hatte ich Deighton (Berlin-Trilogie) wieder zu Ullstein geholt, damit ich eine Hardcover-Auswertung für die Krimi-Reihe bekam. Nagut, wenn ich ihn schon nicht kriegen sollte, dann ging Deighton wenigsten an die hoch geschätzte Kollegin, die sich fit hielt, indem sie jeden Tag zu Fuß in den 8.Stock, wo das Lektorat saß, hinauf lief. Und das in atemberaubender Geschwindigkeit, ohne außer Atem zu geraten.

Ich bevorzugte verkatert den Fahrstuhl. Ging nicht ganz so schnell, aber ich kam ebenfalls nicht atemlos an.

 

Alle waren gut drauf.

 

a41Die Nächte mit Jörg waren lang, unsere Gespräche kurzweilig. Manchmal waren sie zu lang. Dann erlebte man den Morgen beim Weißbier-Frühstück im „Schwarzen Café“ oder ging gleich ins „Kaffee Kaputt“ zu richtigen Sachen über:

„Nach der Nacht brauche ich jetzt was erfrischendes, was fruchtiges.“

„Vitamine.“

„Ja, was gesundes mit Vitaminen.“

„Tequilla Sunrise.“

„Sehr gut. Fruchtig und reich an Vitaminen.“

„Im Grunde eine Art Obstgetränk,“

„Das gibt Energie. Diese Sauferei frisst einem die Vitamine weg.“

„Also?“

„Bestell.“

„Keeper! Zwei Tequilla Sunrise.“

„Kommt sofort.“

„…?“

„…?“

„Und zwei Tequilla dabei.“

„Doppelte.“

„Schon wegen der Zitrone.“

„Und dem Salz. Man verliert in solchen Nächten viel Salz.“

 

Jörg hatte DAS SCHLANGENMAUL geschrieben und die Bavaria kaufte umgehend die Filmrechte. Jörg schrieb weiterhin für Achim Reichel und sammelte Tantiemen.

Jörg war ganz schlecht auf das Finanzamt zu sprechen, Und auf die Künstlersozialkasse, die ihn (plus Nachzahlung) in die Mitgliedschaft zwingen wollte. Er sah sich schließlich als freier Unternehmer im „Unternehmerverband Wort“. Wie er im Autor-Scooter sagte:“Ich bin Geschäftsmann. Ich vertreibe Produkte, die ich herstelle. Writing is my business.“

 

Min. 14:20

Die Stimmung war gut in Berlin.

Rolf Giesen und ich planten für die POPULÄRE KULTUR einen weiteren Aufreger (wie zuvor sein kleiner Bestseller KINO, WIE ES KEINER MAG) mit dem schönen Titel DIE NATION DREHT DURCH. Außerdem enwickelten wir den Slogan „Europa prima“

Ullstein-Hochhaus in der Lindenstrasse

Ullstein-Hochhaus in der Lindenstrasse

Mit Hanna Siehr (Herausgeberin der Reihe FRAU IN DER LITERATUR) auf dem Wannsee zu segeln, war ein wöchentliches Highlight und ich hatte auch endlich einen Assistenten an die Seite gestellt bekennen: Simonides (Simmi) kümmerte sich höchst engagiert um die ABENTEUER-Reihe. Der Ex-Propylän-Lektor fuhr voll auf C.S.Forrester ab und AFRICAN QUEEN und BROWN ON RESOLUTION hätte ich ihm aus den Händen sägen müssen um selber darin rumzufuschen. Die Vertreter waren gut drauf und wir dachten uns beim vorabendlichen Besäufnis der Programmkonferenz irgendwelchen Blödsinn aus („Herr Compart, wo bleibt Frank Gruber in der Krimi-Reihe?“) um die Konferenz etwas munterer zu gestalten. Ronald M.Hahn hatte trotz geringer Mittel die SF-Reihe etabliert und immer wieder Titel ausgegraben, die auch Heyne als Marktführer gemacht haben könnte. Im Gegensatz zu mir und den Krimis, hatte er eine völlig runter gewirtschaftete Reihe übernommen und trotz Altlasten innerhalb von vier Jahren daraus ein eigenständiges Markenzeichen gemacht.

Alles war gut.

Dann bekam ich Post von Dr.Maitre aus den USA. Der Brief knallte mich umgehend auf den Arsch:

„Ihr werdet verkauft an Fleißner. Sie selbst müssen sich keine Sorgen machen.“

NICHTS war mehr gut.

(Fortsetzung folgt)

<img src=“http://vg08.met.vgwort.de/na/ef2f13168e384a08a8eeecc1ff214c86&#8243; width=“1″ height=“1″ alt=““>

145239989461

Werbeanzeigen


VORWORT ZU WENSKES ROCK´N ROLL TRIPPER by Martin Compart
18. Mai 2016, 7:48 am
Filed under: Bücher, Hunter S.Thompson, Manny Herrmann, Porträt, WENSKE | Schlagwörter: , ,

Wir wurden aber nicht geschnappt, und alles andre war uns scheißegal!

Der TRIPPER hat nichts auf der Bestsellerliste verloren, denn „wo der Pöbel trinkt, sind alle Brunnen vergiftet“(Nietzsche). Soll Chris Hyde ruhig weiterhin Helmut Wenske anpumpen, wenn er Papier kaufen will. Diese Neuauflage darf nur an Leute gehen, die ein Führungszeugnis von Hunter S.Tompson vorweisen können. Horrorvorstellung, dass die Büttel der Subventionskultur mit TRIPPER vor der Nase S-Bahn fahren, oder ranzige Latzhosen sich dabei einen runterholen. Ich will, dass der TRIPPER weiterhin den Outlaws gehört, die sonst kein Buch anrühren und es wie einen Schatz hüten. Das ist nix für Bildungsbürger, die sich schon bei Cormac McCarthy vor Angst in die Hose scheißen. Wie die Leute freiwillig gegen ihre Interessen wählen, so haben sie gefälligst auch gegen ihre Interessen zu lesen.

519E5G8Q2SL._SX258_BO1,204,203,200_[1]

http://www.amazon.de/RocknRoll-Tripper-Chris-Hyde/dp/3940213179/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1463557777&sr=1-2&keywords=chris+hyde

Wie war das noch mit den Fifties?

Mandolinen im Mondschein, fette Wirtschaftsbosse im Daimler, die nur innehielten, um ihre eigene Tüchtigkeit zu bewundern, Halbpension in Rimini, singende Seemannsschwuchteln, Conny packte Peters vollgewichste Badehose ein, Streifenpolizisten wie bewaffnete Briefträger, alte Nazis, die den Krieg nicht wirklich verloren hatten und Haxen fressen als Gipfel des Hedonismus. Amoralische Spießer krochen aus den Bombenlöchern, um das Wirtschaftswunder zu erfinden. Hoffnung gab nur die atomare Bedrohung. Blue Jeans und Lederjacken waren Werkzeuge des Teufels, und Rock’n‘ Roll war seine Musik. Das Land gehörte weiterhin den Kreaturen, die die Barbarei wissenschaftlich gemacht hatten. Die Bundesrepublik war nicht die Nachfolgerin der Weimarer, sondern der Friedhof des 3.Reichs, auf dem die Zombies rumirrten.

Wer auf dieser Müllhalde herumkroch und bei klarem Verstand überleben wollte, hatte nur eine Chance: Er musste wahnsinnig werden. Denn Wahnsinn verschafft Autonomie. Wenske buddelte sich aus der Mülltonne der Blockwarte, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Das macht er immer noch. Keith Richards würde mit ihm auf Tournee gehen. Er hat mit Worten das gemacht, was Keith auf der Gitarre anstellt: Literatur als Riffs. Ich fand Bill Haley immer blöde, bis ich bei Chris Hyde lesen musste, wofür er Mitverantwortung trägt.
wens5[1]
Bis heute lässt Hyde sich nicht mit Geld zumüllen (Versuche gab’s einige) und geht dem System mächtig auf den Senkel. Und was das Schlimmste ist: Er schrieb mit nicht wiedergutzumachenden Worten schlichtweg den deutschen – das Wort kommt mir schwer aus der Feder – : Klassiker der Beat-Literatur. Hydes Neal Cassady heißt Helmut Wenske. Er krallte sich Wenskes Leben und presste einen verdammten Klassiker raus. Es gibt wenig Authentischeres, und nichts besser Geschriebenerws. Dabei auch noch so witzig wie Bukowski auf Äppelwoi, der gerade mit den Hells Angels ein Drehbuch für Klaus Kinski schreibt. Rein wissenschaftlich betrachtet, ist es der Undergroundreport der fetten Jahre der Republik. Dr.Wenske und Mr.Hyde wissen nicht, dass sie einen Klassiker geschrieben haben – und werden mich angesichts dieser Behauptung in den Arsch treten wegen übler Nachrede. Schmeiß drauf. Es ist nun mal unser Beat-Klassiker. Die Beats waren/sind Existentialisten, die ihre Glückseligkeit aus der Verachtung gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft zogen. Ihr unersättlicher Lebenshunger, der aus jeder Seite des TRIPPER spricht, knallt dem Über-Ich zu Gunsten des Es eine Pulle über den Schädel. Es ist die Rehabilitierung des Instinkts. Hyde hasst die Gleichschaltung der Persönlichkeit und des Alltagsleben, hasst jeden Konformismus und die verlogenen bürgerlichen Moralnormen. Er schmeißt auf die Jagd nach materiellen Wohlstand und das selbstzufriedene Leben der Spießer. Narkotiker und sozial Gestrandete sind eben interessanter als Bankbeamte oder Lokalpolitiker.

TRIPPER hat kein Fett – schier unmöglich, was zu streichen. Der Stil ist so dicht wie in Kerouacs besten Momenten, politisch so korrekt wie ein Abend im Puff. Jede Zeile belegt, dass neben Politikern der brave, ordnungsliebende, hart arbeitende Spießer die niedrigste Lebensform auf diesem Planeten ist. Es ist die deutsche Gesamtausgabe von EXILE ON MAINSTREET, ein deutscher Outlaw-Blues, der uns schlimme Sachen zeigt, um Mythen zu spenden. Wenige Bücher sind nicht zu ersetzen durch Film, Musik, Flipper, Fußball, Radio oder Sex; dies ist eines. Hyde stopft den Leser in die Betonmischmaschine und kurbelt ihn solange durch, bis er erschöpft und um eine echte Erfahrung reicher rausplumpst. Über dem Buch hängt der Satz des Duluoz: „Es war nicht so sehr die Dunkelheit der Nacht, die mich störte, sondern die abscheulichen Lichter, die der Mensch erfunden hat, um diese Dunkelheit zu erhellen.“ Über Kerouac schrieb Henry Miller was auch für Chris Hyde gilt: „Der wirkliche Poet, oder in diesem Fall der spontane Bop-Prosodist, ist immer scharfhörig für die Ab- und Eigenart des Sprachlichen seiner Zeit – für den Swing, den Beat, den abgerissen metaphorischen Rhythmus, der so schnell, so wild, in so wirrem Getümmel kommt, so unglaublich und doch ergötzlich verrückt, daß, zu Papier gebracht, ihn niemand erkennt. Das heißt, niemand außer dem Dichtern. Er `hat es erfunden‘, sagen die Leute. Sie meinen, er habe es künstlich zusammengebraut. Sie sollten aber sagen: `Er hat es‘. Er hat es, hat es ganz mitgekriegt, er hat es niedergeschrieben… die ganze Nacht lag er wach und horchte mit Augen und Ohren. Eine Nacht von tausend Jahren. Hörte es im Mutterleib, hörte es in der Wiege, hörte es in der Schule, hörte es auf den Brettern der Lebensbörse, wo man Träume gegen Gold einhandelt. Und Mensch, wie er es überhat, er will es nicht mehr hören. Er will weiter. Er will abschwirren.“
wens2[1]
Sicher, auch bei uns gab es ein bisschen Beat-Literatur. R.D.Brinkmann, nach dessen Tod Fauser deutlich erkannte: „…daß man bei uns noch mehr als anderswo auf der Hut sein muss vor den Kulturverwertern, diesen Schakalen der total mediatisierten Welt… nicht mal sterben kann man, ohne Angst zu haben, verschaukelt und verscheißert zu werden“. Bisher hatte Hyde das Schweineglück, nicht den Feuilletonisten in die Hände zu fallen, um dort verharmlost zu werden, wo man bei uns die Outlaws erledigt. Fauser stand mit AQUALUNGE damals – wie sein Freund Jürgen Ploog – Burroughs näher als Kerouac oder Mailer (jawohl, Mailer! Lies erstmal WHITE NEGRO, bevor Du dreist „falsche Baustelle“ schreist). Fauser, der den TRIPPER sofort richtig einschätzte und bewunderte, traf Hyde einmal: Auf der Buchmesse ’84 beim Guiness-Ausschank am Ullstein-Stand. Ich war dabei. Man bot uns Geld, wenn wir nur woanders weitermachten.

Du liest noch immer? Dann schnall Dich an, denn jetzt kommt the Real Thing. This is the Trip… I really like it…Und erzähle hinterher nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt.

Martin Compart



NOIR-FRAGEN AN WILLI VOSS by Martin Compart

Wer ist Willi Voss?

wvossparde[1]

Im letzten Jahr begann man, Willi wegen seiner Vergangenheit als Abenteurer, Freiheitskämpfer, Terrorist und CIA-Agent durch die Medien zu hypen. Und Willi konnte Faulkners Satz am eigenen Leib erfahren: „Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht mal vergangen“. Dabei versuchten ihn die üblichen Opportunisten in die rechte Ecke zu rämpeln (in ihrer geistigen Bescheidenheit erkennen sie natürlich nicht, dass die Angrenzung zwischen PLO, Schwarzer September und RAF nahe liegender ist/war als kurzfristige Schnittmengen mit Gladio). Willi hat in jungen Jahren so einiges erlebt und angestellt (sicherlich mehr, als die meisten deutschen Autoren zusammen), aber eines ist er dabei nicht gewesen: Antisemit oder Faschist. Das „Syndikat“, eine Vereinigung von Menschen, die gerne schreiben und lesen, wollte gar ein politisches Ausschlussverfahren gegen Willi eröffnen um ihn als Faschisten zu brandmarken und rauszuwerfen. Die verantwortlichen Buben, die nichts erlebt haben und darüber Kriminalromane schreiben, sahen wohl eine Chance, in ihrer selektiven Entrüstung für sich selber als politisch korrektes Gammelfleisch ein wenig mediales Interesse zu erschleichen. Willi kam dem Schrebergarten-Gesinnungsprozess zuvor und bewahrte sich seine Integrität. Inzwischen ist er auf nationaler und internationaler Bühne ein gern eingeladener Gesprächsgast, der spannendes und informatives zu berichten weiß.

Ich lernte Willi kennen, als ich 1986 von Ullstein zu Lübbe wechselte. Voss hatte sich bereits einen Namen als Profi gemacht, Heftromane und Taschenbuchkrimis geschrieben. Als mir sein Buch GEGNER (unter dem PseudonymWilli Voss E.W.Pless geschrieben) in die Hände fiel, erfreute es mich so sehr, dass ich es Jörg Fauser schickte. Fauser war von dem Libanon-Roman begeistert. Umso mehr, da das Buch von einem deutschen Autor stammte, dessen literarische Sozialisation nicht auf Toscana-Besuchen, Weißwein beim Italiener und Stadtschreiberstipendiaten bestand. Kurz darauf schrieb Willi mit SIGNUM F einen der ersten modernen deutschen Conspiracy-Thriller. 28662646[1] Inzwischen hatte ich Willi persönlich kennen gelernt (und ihn an meinen Ullstein-Nachfolger Georg Schmidt vermittelt, der seine Potenz natürlich sofort erkannte). Also kam es, wie es kommen musste: Fauser reiste von München an, Willi aus Spanien und zu dritt verlebten wir ein denkwürdiges Wochenende zwischen Bergisch-Gladbach und Witten-Ruhr (aber das ist eine ganz eigene Geschichte). Genug der Panegyriken.

Hier erstmal der Bünnagelsche Fragebogen mit WILLI VOSS:

Name?

Willi Voss, und andere je nach Gelegen- und Notwendigkeit

Berufungen neben dem Schreiben?

Nach gutem Lesestoff fahnden. Bogen um Fastfood machen. Am Herd Essbares komponieren. Im Halbsuff Weltbewegendes quatschen. Originaltexte wie diesen von einem gewissen X (Ich lasse den Namen hier weg um seinen werlosen Arsch zu schützen. M.C.) gelassen ertragen:

„DAS (siehe unten) sehe ich ganz anders. Vielleicht bin ich auch als Vater eines noch jungen Polizistensohnes sensibler geworden. Aber auch als Krimiautor sage ich: Wer in irgendeiner Weise kriminelle Taten begangen hat, gehört nicht ins SYNDIKAT. Als Krimiautoren jonglieren wir eh bei jedem Buch, bei jeder Lesung mit dem moralischen Aspekt. MEIN Publikum erwartet von mir, bei allem Gruseln, Horror, Gänsehaut-Feeling etc, einen Menschen, der ihnen das Kriminelle, das Grauen, manchmal auch heiter verpackt, präsentiert, aber nicht repräsentiert. In diesem Zusammenhang (ich weiß, dass interessiert im SYNDIAKT keinen Menschen): geht es irgendwo auch noch um Literatur? Oder wollen wir allen Ex-Knackis, Ex-Terroristen, Ex-Sympathisanten etc. einen Logenplatz (und sei es in dieser Mailingliste) reservieren, bloß weil SPIEGEL und Co (und das gesamte Unterschicht-TV von RTL bis sonstwo) solche Typen brauchen
Lieber Willy Voss, oder wie immer du heißen magst: Ich habe nie eine Knarre besessen und rühme nicht, irgendwelche Idioten gekannt zu haben, die am Massaker von 1974 beteiligt waren.
Daher fordere ich mal ganz plakativ: Krimanal-Autoren ja! Kriminelle Autoren = nein!“

Film in Deinem Geburtsjahr?

La Paloma mit Hans Albers und kreisenden Papmachétauben in den Hauptrollen, sozusagen als Ankündigung der Kontinuität deutschen Filmschaffens.

Was steht im Bücherschrank?

Ein Sammelsurium von Brecht, Heine, Storm, Wolfe, Hammet, Fauser, Caputo, meine Sachen, aber wegen abrupter Zeitläufte unvollständig; Perez-Reverte und Trevanian als Mahnung, niemals nachzulassen. Kenneth Spencer, der in meiner Erinnerung gnadenloseste Leihbuchschreiber aller Zeiten. Schreibe von den Kulturwächtern wg. Erfolg, Sex & Brutalität unter den Ladentisch verdammt oder gar verboten.

Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?

Nix Buch, nix Film. Will Platten, Redakteur der Deutschen Reihe im Bastei Verlag, den ein Autor auf´n Topf gesetzt hat, und der mich fragte, ob ich mir zutraue, einen Ersatz zu schreiben. Weil ich nicht nur anderen, sondern auch mir fast alles zutraue, habe ich den Job angenommen und innerhalb von vier Tagen mit „Tränen schützen nicht vor Mord“ geliefert. Ahnungslos, weil vom Kriminalroman vollkommen unbeleckt, außerdem bewiesen, dass auch Henne nach dem Ei möglich ist.

Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?

Wenn im heftigsten Geballere die Liebe zuschlägt und der Regisseur den bösen Gangstern für die Knutscherei ( und das Abkühlen der 268-schüssigen Sechskammer-Revolver ) zwei Minuten Waffenstillstand genehmigt.

Ein paar Film noir-Favoriten?

Fahrstuhl zum Schafott. Guns for hire. Psycho. Richtig umgehauen hat mich lediglich „Der eiskalte Engel“. (Damals)

Und abgesehen von Noirs?

Brücke am Kwai. Seitdem war mir klar, dass Krieg mit schmissiger Marschmusik beschallt wird und eine wahrhaftig heroische Veranstaltung ist. Jenseits von Eden. Ein Streifen der ´ne Weile mein Auftreten und besonders meine Kleidung veränderte.

Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?

Ich gehörte exekutiert, wenn ich für einen der saudepperten Eliminierenswerten Knast riskierte.

Internet?

Geht Leben ohne Wasser?

9783865321541[1]

Noir-Fragen – Dein Leben als Film Noir

1.Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?

Die des rauchenden Kerls an der ihn stützenden Laterne, der verdammt genau weiß, dass er einige Leichen zu wenig hinterlassen hat.

2.Und der Spitzname dazu?

Dirty Trench

3.Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?

Theodor J. Reisdorf

4.Berühmtestes Zitat aus dem Streifen? (Beispiel: Scarface = The World
Is Yours, White Heat = Made It Ma, Top Of The World)

„Baby, die Harpune darfst du zur Gangsterjagd laut § 0341B nur unter Wasser benutzen.“

5.Schwarzweiß- oder Farbfilm?

Die Bösen schwarzweiß, die Guten in Farbe.

6.Wer liefert den Soundtrack zum Film?

Die ich gefragt habe, bestanden darauf, anonym zu bleiben

7.Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?

Keine, es sei, Ikea ( oder welcher Hersteller auch immer ) hätte mir das Bettmodell „Untergang“ ins Schlafzimmer gestellt.

8.In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?

Im Bentley vom Erzbischoff, dessen Chauffeuse und die reichhaltig ausgestattete Bar stresshemmend sein dürften.

9. Und mit welcher Bewaffnung?

Die Dame am Steuer und schussicherem Jäckchen trägt unverschämt H&K MP 7A1, 4,6 MM, verfügt in der Hutablage seiner Heiligkeit über ein halbes Dutzend Handgranaten, zwei Stinger-Raketen und gilt laut Waffenjournal selbst als die schärftse Waffe seit Erfindung des Schießpulvers.

10.Buch für den Knast?

Memoiren von „El Lute“. „Camina o revienta“, in der Hoffnung, darin ein brauchbares Rezept für den schnellstmöglichen Ausbruch zu finden.

11.Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?

Würd´ich gerne drüber schreiben, alter Junge



THRILLER, DIE MAN GELESEN HABEN MUSS: KINO DER BLICKE von HANS GERHOLD by Martin Compart

41jRue7tJWL._SL500_AA300_

Ja, ich weiß: dies ist ein Sachbuch und kein Roman. Und? Ich kenne fiktionale Thriller, die sind stinklangweilig, und ich kenne Sachbücher, die man nicht mehr aus der Hand legen kann und Angst vor der letzten Seite hat. Hans Gerholds Geschichte des französischen Kriminalfilms gehört zu letzteren. Es ist eines der fünf besten Film-Bücher, die ich je gelesen habe – vielleicht das aufregendste. Gerhold hat leider nur wenige Bücher geschrieben (darunter das wohl schönste Buch über Woody Allen ), schreibt regelmäßig Kritiken (die „Westfälischen Nachrichten“ sollte man schon seinetwegen abonnieren), Beiträge in Anthologien und hält Vorlesungen. Aber es sind zu wenige für die kleine, aber anspruchsvolle Gemeinde seiner Fans. Wäre die deutsche Journaille weniger verkommen, würde man ihn abfeiern wie die Amerikaner ihren David Thomas. Wir haben ja zum Glück einige gute Filmkritiker, aber Gerhold ist ganz klar die Nummer Eins. Kein anderer schreibt so unterhaltsam und gleichzeitig analytisch wie er.

39ccb7b09cGerhold, der ganz richtig einen offenen Gattungsbegriff als Ansatz wählt, hat mit KINO DER BLICKE nicht nur die beste historische Entwicklung des Sujets geschrieben, sondern auch eine sozio-kulturelle Geschichte Frankreichs: „…dass die wichtigsten Beispiele des polar stets auch typische Produktionen gewesen sind, die soziale Veränderungen und Entwicklungen transparent machen und, bei aller Relativierung, Zeitdokumente sind“. Wie brillant er als Theoretiker und Rhetoriker ist, zeigt schon die Titelwahl der Einführung, in der er seine Vorgehensweise verdeutlicht: „Wahl der Waffen“. Um dieses Buch beneiden uns die Franzosen, denn nicht einmal sie haben ein intelligenteres und spannenderes zum Thema. Gerhold berücksichtigt natürlich auch die literarischen Einflüsse und nennt Autoren, die viel zu oft nicht gewürdigt werden – jedenfalls im kulturell verspäteten Deutschland (etwa Alphonse Boudard). Es sind die vielen unterschiedlichen Ebenen, die dieses Buch zum Musterbeispiel der Filmtheorie machen.

Das Buch ist von 1989 (Fischer Taschenbuch) und seitdem nicht mehr (aktualisiert) aufgelegt worden – ein weiteres Indiz für den erbärmlichen Zustand der Verlage, die bei uns Filmliteratur im wahrsten Sinne des Wortes „verlegen“. Es zeigt wohl, wie genügsam sie bei geistiger Nahrung sind in einer Ära reduzierter Erwartungen.

45637091Ich kenne Gerholds Schreibe seit dem legendären Hanser-Buch über Melville (1982). Es war neben Nogueiras Interviewband mit dem Meister Quell und Inspiration für andauernde Diskussionen zwischen Jörg Fauser und mir. Fauser war ebenfalls ein Afficionado des französischen Gangsterfilms und wir sahen uns jeden an, den wir nur zu sehen bekommen konnten (bei LE CHOC, nach Manchette, haben wir damals brüllend vor Wut das Kino verlassen als Catherine Deneuve ihren ersten Auftritt hatte, in Gummistiefeln Gänse fütternd). Sätze wie „wie Gerhold richtig bemerkte“, fielen fast an jedem Tresen, den Jörg und ich bei unseren alkoholisierten Reisen durch die Nacht adelten.
Ich habe Hans erst Ende der 1990er Jahre kennen gelernt: Wir waren beide Juroren in einer Jury des Grimme-Preises (nicht um Auszeichnungswürdiges zu finden, sonder um das Schlimmste zu verhindern). Ich hatte schweißnasse Hände vor der ersten Begegnung, wie man sie nur hat, wenn man nach Jahren der Bewunderung einem Idol wie Mick Jagger oder Hunter S.Thompson gegenüber tritt. Durch permanentes Nerven gelang es mir sogar, ihn zur Mitarbeit an meinen Noir-Readern zu nötigen.

Zum Glück kann man KINO DER BLICKE noch antiquarisch auftreiben. Ich selbst habe drei Ausgaben: eine zerlesene, mit Unterstreichungen misshandelte Loseblattsammlung, eine zur wiederholten Lektüre (man findet immer wieder neues) und ein jungfräuliches Exemplar für alle Fälle. Aber es ist schon verdammt ärgerlich, dass dieses Buch nicht – wie gesagt: aktualisiert – als fett bebildeter, großformatiger Luxusband neu aufgelegt wird. Wo bleibt eigentlich der Taschen-Verlag, wenn man ihn braucht?



NEWS: TIERDIEBSTAHL UND ESSAYS ZUR POPULÄREN KULTUR by Martin Compart

Alexandra und ihre Mitkämpfer haben ein neues Forum gegründet, dass ich allen ans Herz lege, die Kriminalität gegen Tiere nicht unberührt lässt. Zwar ursprünglich für den süddeutschen Raum, deckt es jetzt jeden Postleitzahlenbereich ab:
www.pit.community4um.de/

Nun ist es endlich lieferbar: Mein erstes Book on Demand: 2000 LIGHTYEARS FROM HOME – Stones, Fauser und andere Verbrecher. Essays zur populären Kultur. Neben dem überarbeiteten Buch EINE ZEITREISE MIT DEN ROLLING STONES enthält es längere Aufsätze und Essays zu Jean-Pierre Melville, Jörg Fauser, Krays u. Chandler. Es hat 256 Seiten und kostet 16,90 Euro. Die zu machenden Erfahrungen werden mir sicherlich Erkenntnisse über diesen neuen Publikationsmarkt ermöglichen. Aber sicherlich ist es was völlig anderes, ob man ein special interest-Produkt anbietet, als in dieser Form einen Roman zu veröffentlichen.

Buch bei amazon.de

Buch bei BoD



JÖRG FAUSERS SCHLANGENMAUL – Nachtrag by Martin Compart

7.
Irgendwann in den Neunzigern ging ich dummerweise mal
zu einem Monatstreffen der Kölner Drehbuchautoren. Im
Gespräch mit einer damals gefeierten Edelfeder fiel auch
Jörgs Name. Da er öfters für die Bavaria arbeitete, fragte ich
die »Edelfeder«, wie lange die noch mit ihrem fetten Arsch
auf den Verfilmungsrechten vom Schlangenmaul sitzen wolle,
ohne zu produzieren. »Unverfilmbar! Daran haben sich
schon jede Menge Autoren versucht. Unmöglich zu adaptieren.
Da war es wieder: dieses Sich-in-Dumpfheit-und-Unfähigkeit-
Verschanzende, das Jörg und ich so oft kichernd
kommentiert hatten. Die deutsche Kulturindustrie als Vollidiotenbranche
voller Gestalten, die mit einer Halbautomatik
russisches Roulette spielen würden. Die »Edelfeder« beklagte
den Plot, nicht wissend, daß es im Film vor allem um
Szenen geht. Aber vielleicht sahen sich er und seine Gesellen
ja Howard Hawks Chandler-Verfilmung wegen des ebenso
stringenten wie nachvollziehbaren Plots an …



JÖRG FAUSERS SCHLANGENMAUL 5/ by Martin Compart
17. Februar 2010, 5:08 pm
Filed under: Bücher, Crime Fiction, JÖRG FAUSER, Noir, Politik & Geschichte, Porträt | Schlagwörter: ,

Vergangenheit ist nie zu Ende ist der Titel eines Romans von Ted Allbeury. Eine Erkenntnis, die sich mir einmal mehr bewies, als eines Abends die Bullen bei mir klingelten. Ein Strafbefehl war offen – alter Scheiß aus München, den ich
längst begraben wähnte.
Ich sollte umgehend im Beisein der Cops am Bahnhof Zoo 400 DM auf die Münchener Gerichtskasse einzahlen, oder ich käme in Beugehaft. Soviel Kohle hatte ich nicht bar, noch verfügte ich über Eurochecks oder ähnlich neumodischen Kram. Ganz bestimmt würde ich am nächsten Tag noch vor dem Zähneputzen die Überweisung tätigen. Nix da. Entweder sofort zum Zoo oder sofort in den Knast.
Ich hatte an diesem Abend echt was Besseres vor. Hat man nicht immer Besseres als Knast vor? Ob ich einen Bekannten aufsuchen könnte? Der Springer-Ausweis wirkte damals in der Frontstadt manche kleine Wunder. Die Cops waren einverstanden
und führten mich zu Jörg ins 13. Arrondissement. Da Jörg Gäste hatte, mußte er zu Hause sein. Was für ein Partyknaller.
Ich klingelte, berichtete, und Jörg zog den Trench an, fuhr mit zum Bahnhof Zoo, hob Geld ab, gab es mir, ich zahlte ein, und die Bullen wünschten uns noch einen schönen
Abend. Gibt wohl nicht viele Autoren, die ihren Lektor vor dem Knast bewahrt haben.

Gelegentlich war Jörg etwas aufgebracht, wenn wir uns trafen.
Ein feuilletonistischer Streuner, Haß in der Feder, hatte ihn angepinkelt. Das sezierten wir gerne minutiös, um einmal mehr festzustellen, wie gering doch der Verstand sein muß, um bei bestimmten Postillen schreiben zu dürfen. Zeit seines Lebens wurden Jörg und sein literarisches Konzept unter Wert behandelt. Aber Hemingway hatte ja gesagt:
»Kritiker haben noch jeden Schriftsteller, der sie liest, ruiniert«.
Jörg nicht. Das Leben auf der Straße hatte ihn viel zu sehr gepanzert. Sie kamen mit ihren Abrißbirnen nicht an ihn ran. Wirklich geärgert haben wir uns nur, wenn Name,
Titel oder Verlag falsch geschrieben waren. Da war Jörg ganz der Meinung von Mickey Spillane: Nur das zählt. Aber die Schiedsrichter des Konformismus versuchten es immer wieder, ließen nicht locker wie tollwütige Frettchen. Oft genug spürte man aus ihren krummen Zeilen Haß auf Jörgs Überlegenheit, den Haß darauf, daß er ihren Spießerkanon nicht anerkannte und übernahm, den Haß darauf, daß er in
jedem Genre – ob Reportage oder Songtext – Gold schürfte, Haß darauf, daß er nicht mit ihnen fraternisierte, letztlich den Haß auf ihre eigene Unzulänglichkeit. Noch
heute gibt es ja solche ewigen Buben (oft mit den Namen von Comic-Witzfiguren), die mit dem traditionellen Lockruf der Sauhirten ihre Gefolgsleute herbeizitieren, weil sie Jörgs Wirkungsgeschichte nicht verkraften und krampfhaft ein Kastensystem zu erhalten suchen, das von Fauser zu kalter Asche heruntergebrannt worden ist. »Wenn ein wirklich großer Schriftsteller in Deutschland erscheint, kann man ihn
untrüglich daran erkennen, daß sich alle Dummköpfe gegen ihn verbünden«, kann als leicht verändertes Hemingway-Zitat für die Fauser-Rezeption gelten. Jedenfalls zu seinen Schaffenszeiten.