Martin Compart


Barlow by Martin Compart
12. Juli 2015, 6:10 pm
Filed under: Afrika, Eeben Barlow, Politik & Geschichte, Söldner | Schlagwörter: , ,

Jedes Mal wenn er kommt, geht es der geknechteten und geschundenen Bevölkerung besser als vorher. Und jedesmal sorgen die Amerikaner dafür, dass er schleunigst rausfliegt. Letztes Beispiel Nigeria, wo heute, während Sie das lesen, gerade wieder von Boko Haram Menschen niedergemetzelt werden.
Barlow hat mit 200 Söldnern /und natürlich der nigerianischen Armee, hahaha, ich krieg mi8ch nicht mehr ein!)zwischen Januar und April die Terror-Idioten fertig gemacht, fast vollständig aus Nigeria vertrieben. Er und STTEP (die beauftragte Firma( hatten nur einen Dreimonatsvertrag. Und mehr braucht Barlow für einen schnellen ersten Erfolg auch nicht. Aber nun ist er weg und Boko Haram kann wieder morden und minderjährige Mädchen verschleppen und an die Puffs unserer Öl-Freunde in den Emiraten verscherbeln.

Angesichts dieser Freude zum Beginn der großen Sommerferien, möchte ich an den Heidenspass in Sierra Leone erinnern /der mich zu LUCIFER CONNECTION mit angeregt hat. Wäre meine Katze Kuching nicht gestorben, hätte ich den Roman Barlow gewidmet. So ging die Widmung an Kuching, aber Barlow redet trotzdem noch mit mir).

By the way: Sierra Leone liegt in Afrika. Und Afrika liegt südlich vom H&M-Laden auf Gibraltar.

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Hier ein Erinnerungsstück aus 2009:

Angesichts der Situation in Afghaniststan und im Irak, wo sich hirngeschädigte Evangelisten und sadistischer Abschaum als Contractor tummeln (nicht alle sind verblödete Metzgergesellen von Blackwater; natürlich gibt es auch Ehrenmänner darunter), fällt es schwer, eine Lanze für private Militärorganisationen zu brechen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass erst seit der Ausformung der Nationalstaaten staatliche Armeen das Monopol auf Kriegsführung beanspruchen. Das Söldnertum kennen wir seit der Antike. s ist älter als Natonalarmeen. Die grosse Renaissance des Söldnertums hat natürlich auch mit dem Niedergang der Nationalstaaten zu tun. An ihre Stelle treten Konzerne, die Branchen vertreten, deren Gewinne höher sind als das Bruttosozialprodukt ganzer Kontinente (wie etwa Afrika). Schwachsinnsorganisationen wie die EU werden längst von der organisierten Kriminalität der Wirtschaftskonzerne (Molsanto) beherrscht. Aber ich schweife ab. Unten stehende Buchbesprechung schrieb ich vor ca. zwei Jahren für EVOLVER. Ich stehe trotz Blackwater & Co. dazu.

EEBEN BARLOW: EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS. Alberton, SA: Galago Books, 2007. 552 Seiten

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http://www.amazon.de/Executive-Outcome-Eeben-Barlow/dp/191985441X/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1438420912&sr=8-2&keywords=eeben+barlow

Stellen Sie sich folgende Situation vor, die seit den 90er Jahren so oder ähnlich irgendwo in Afrika täglich passiert: Vor Ihnen steht eine Horde Nackter mit Macheten und
Kalaschnikows. Einige haben sich Halloween-Horromasken übergezogen, andere Frauenperücken. Nicht alle sind nackt, manche tragen Brautkleider, andere Markenjeans, einige sind barfuss, andere haben Gummistiefel oder nagelneue Nike an. Aber alle haben abgeschnittene Ohren, Ketten aüs Menschenzähnen und Nasen oder anderen ju-ju-Krempel, sind von Ganja, Palmwein und Kokain zu bis über die Haarspitzen. Einige sind vielleicht grademal 12 Jahre alt und haben völlig kalte, erbarmungslose Augen. Diese wild grölenden Freaks hatten gerade Ihren Bruder dazu gezwungen, Ihre Mutter zu vergewaltigen, Ihrem Vater die Arme abgehackt und Ihre Schwester einer Massenvergewaltigung zugeführt. Ihrer schwangeren Tante hatten sie den Fötus aus dem Leib geschnitten und zuvor johlend auf das Geschlecht gewettet. Ihrem Onkel hatten Sie die Geschlechtsteile abgeschnitten, damit erstickt und anschließend den Kopf abgehackt, dem Ihre Großmutter die Brust geben soll. Ihre Freunde mussten Zettel vom Boden auflesen auf denen geschrieben stand, welche barbarische Tötungsart sie gerade in der Lotterie gewonnen haben.New Pic 001[2]

Links neben Ihnen steht Eeben Barlow mit ein paar Leuten der privaten Militärfirma Executive Outcomes. Sie haben ihre MPs entsichert und können dem Schrecken sofort ein Ende machen. Rechts neben Ihnen steht ein verschlagener Karnevalsclown in UNO-Uniform mit ein paar hundert Leuten. Der Clown hatte Ihnen bereits Ihr Geld abgenommen und wartet mit seiner betrunkenen Mannschaft darauf, dass er bei den weiteren Vergewaltigungen auch zum Zuge kommt. Barlow und seine Leute kosten 31 Millionen Dollar im Jahr, die Sie gestundet bekommen und durch Schürflizenzen Ihrer Diamantenminen absichern. Die UNO-Clowns kosten die Weltgemeinschaft, und damit jeden deutschen und österreichischen Steuerzahler, der kein Konto in Lichtenstein hat, 600 Millionen Dollar im Jahr. Außerdem plündern sie bei jeder Gelegenheit und schicken die aus Ihrem Haus rausgerissene Badewanne nach Hause, wo keiner weiß, wofür die gut sein soll nicht mal um Regenwasser aufzufangen, da sie ein Loch hat.
An wen würden Sie sich um Hilfe wenden?

Natürlich an Barlow und seine wütende Männer, die es gar nicht abwarten können, diesen Abschaum in die Hölle zu ballern.

Aber just in diesem Moment kommt Bill Clinton, der Erfinder des sexlosen Oralverkehrs und des nicht inhalierten Joints, zusammen mit dem Präsidenten der Weltbank vorbei und sagt Ihnen, Sie dürften sich auf keinen Fall mit dem Südafrikaner Barlow und seiner Söldnerclique einlassen, denn sonst gibts kein Geld mehr für unbrauchbare Waffen und die CIA kümmert sich darum, dass Sie entsorgt werden. Sie sollen sich gefälligst an den UNO-Clown wenden. Der wird schon dafür sorgen, dass die bösen Buben so was nicht mehr öfters als einmal die Woche veranstalten. Eine befriedigende Lösung und Präsident Bill ruft den bösen Jungs noch zu: „Wenn ihr damit nicht bald aufhört, schicke ich noch mehr UNO-Clowns, die auch was von eurem Kuchen abhaben wollen und außerdem liefere ich euren Feinden keine Waffen mehr. Dann könnt ihr sie ihnen nicht mehr abnehmen und müsst sie mit euren Blutdiamanten bei meinen Freunden teuer einkaufen.“

1995 stand Sierra Leone am Abgrund. Jahrelange Bürgerkriege hier und im Nachbarland Liberia hatten die Weltöffentlichkeit mit unvorstellbaren Gräueln versorgt. Zum Glück hat aber niemand richtig hin geguckt. Da konnte man ja auch nur mit den Schultern zucken,denn Kannibalismus und Verstümmelung gehören eben zur Folklore der Bimbos. Solange die Rohstoffe günstig und regelmäßig fließen – kein Problem. In Ruanda hatte der amerikanische Präsident Clinton ja erfolgreich ein UN-Mandat verhindert. Die alte Hexe Albright hatte – ganz im Sinne ihres Meisters, der garantiert nicht der Laufbursche Clinton war, – sich geweigert von Völkermord zu reden (dann hätte die Weltgemeinschaft eingreifen müssen), sondern von der“Wiederaufnahme von Kampfhandlungen“. Da im Bimbokontinent sowieso nicht viel Konsum abzusetzen war (ganz im Gegenteil zum Balkan), konnte man sich auf die Sicherung der, wie so schön heißt, „natürlichen Ressourcen“ konzentrieren.

Former U.S. President Bill Clinton leads a panel discussion during the U.S.-Africa Business Forum in Washington August 5, 2014. REUTERS/Jonathan Ernst

Former U.S. President Bill Clinton leads a panel discussion during the U.S.-Africa Business Forum in Washington August 5, 2014. REUTERS/Jonathan Ernst

Barlow und seine Leute (70% davon Schwarze) waren ein bisschen blöde, kapierten das Spiel nicht richtig und fühlten sich auch noch als Afrikaner. Nur weil sie auf diesem Kontinent geboren waren und teilweise in fünfter und sechster Generation hier lebten. Zuvor waren sie Angehörige der Streitmächte des Apartheid-Staates Südafrika gewesen. Dann hatte man sie rausgeschmissen, was verständlich war. Auch für Barlow. Statt aber Coups abzuziehen und sich in die Dienste blutrünstiger Konzerne zu stellen, gründete Barlow die „Söldner“-Firma Executive Outcomes, die ihre Dienste nur an von der Weltgemeinschaft legitimierte Regierungen (was immer das auch bedeutet) vermietete. In allergrößter Not wandte sich der Präsident von Sierra Leone, der gerade Kalif an Stelle des Kalifen geworden war, an Barlow. Die brutalen Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) unter Führung des in Libyen ausgebildeten Schlächters Forday Sankoh hatte fast das ganze Land (kleiner als Bayern) erobert und standen vor der Hauptstadt Freetown (die sie dann 1999 einnahmen und ein Gemetzel veranstalteten, bei dem in wenigen Tagen 7000 Menschen getötet wurden und unzählige verstümmelt). Man schloss ein paar Verträge ab und Barlow organisierte in Windeseile den Einsatz von Executive Outcomes, die zuvor in Angola auf Seiten der kommunistischen Regierung die UNITA-Guerrilla, die Barlow und seine Leute als Mitglieder der südafrikanischen Streitkräfte mit Unterstützung der USA noch ausgebildet hatten, niedergeworfen hatte. Mit nicht mal 200 Leuten jagte er innerhalb von drei Wochen über 30.000 RUF-Rebellen an die Staatsgrenzen zurück, eroberte die Diamantenfelder und nahm der RUF damit ihre Einnahmequellen für neues Kriegswerkzeug. EO beendete das Abschlachten und brachte medizinische Versorgung und Lebensmittel ins Hinterland. Wo Barlows Männer auftauchten, wurden sie mit Freudengesänge der Einheimischen begrüßt. Die Presse der westlichen Industriestaaten schäumte vor Wut – bis auf wenige Ausnahmen. Kongo Müller erhebe wieder seine hässliche Fratze. Weiße Rassisten hätten engagierten Freiheitskämpfern ihre schönen Diamantenfelder abgenommen um sie nun selber auszubeuten. Überhaupt. So ginge es ja gar nicht, dass da wieder Kolonialismus durch – schluck – weiße Söldner revitalisiert würde (kein Wort, dass Barlows Truppe zu 70% aus Schwarzen bestand). Das Gezeter der Medienkellner, die ihre fetten Ärsche fernab der Gräuel in klimatisierten Hotels geparkt hatten und sich bei einer Krise von den Marines als erste rausfliegen ließen, zeigte Wirkung und Clinton, der später sogar mit dem Verstümmler und Kannibalen Sankoh telefonierte um ihm die Vizepräsidentschaft von Sierra Leone anzubitten, setzte die erstmals frei gewählte Regierung von Sierra Leone unter Druck: Executive Outcomes habe sofort zu verschwinden oder es setzt was.. Kaum waren Barlow und seine Jungs rausgeschmissen, kehrten die Rebellen zurück und das Massakrieren fing von vorne an. Aus purer Wut über ihre Niederlage jetzt noch einen Zacken schärfer.
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Executive Outcomes wendete sich neuen Aufgaben zu. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber immer begleitet von einem Medienecho, dass Barlow gehörig zusetzte. Nie recherchierten die angeblichen Journalisten, stattdessen gab es nur Gesinnungsgeschwafel über böse weiße Söldner. Beifall kam nur von der falschen Seite, von Faschisten, die sich bei Executive Outcomes bewarben und abgelehnt wurden. 1999 wurde EO aufgelöst. Im Nachhinein hängte man EO an, die Firma sei die Blaupause für all die neuen privaten Militärfirmen, die täglich im Irak ihren Ruf ruinieren. Aber EO hatte nichts mit diesen amerikanischen Metzgereien zu tun. Um mit den vielen Gemeinheiten, Lügen und falschen Behauptungen abzurechnen, hat sich Eeben Barlow hingesetzt und das voluminöse Buch EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS geschrieben. Es ist ein überaus sachliches Buch (auch wenn Barlows verständliche Wut auf die Journaille gelegentlich durchbricht), voller Dokumente und unglaublichen Detailreichtum. Es gibt keine billigen Schockeffekte, kein Ich-war-dabei-Pathos, nur Aufklärung. Das brutale Kriegsgeschehen wird nicht ausgespart, aber auch nicht als Splatterzeugs aufbereitet. Barlow stellt die Fakten klar. Und wer sich erhaben über sogenannte Verschwörungstheorien wähnt, sollte mal die hier geschilderten Hintergründe genau studieren. Einige, wenige Journalisten haben sich bei ihm entschuldigt für ihre ehrlosen Artikel. Präsident Clinton hat sich nie bei den Bürgern von Sierra Leone entschuldigt, die Opfer der RUF wurden nachdem er dafür gesorgt hat, dass EO aus dem ;Land geworfen war und die Massenmörder mit der Operation „No Living Thing“ ihre „Kampfhandlungen wieder aufnahmen“.

Barlow hatte im Auftrag einiger UNOkraten (sie trafen sich mit ihm in Deutschland; alles ausführlich im Buch geschildert) einen Eingreifplan für EO in Ruanda erarbeitet um dem Völkermord ein Ende zu machen. Schnell arbeiteten seine Leute Logistik und Strategie aus, dann kam ein lapidares Telefonat: Man sei nicht mehr interessiert. Und das Morden ging erst richtig los. Überflüssig zu erwähnen, dass EO einen Bruchteil von dem gekostet hätte, was die UNO nur an Bürokratie für und mit Ruanda aufwendete. Völkermord wegen political correctness. Prinzipien sind alles.

http://www.galago.co.za/CAT1_025.htm – 7k
http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.com/



NIGERIA OHNE SÜDAFRIKANISCHE BLUTHUNDE? by Martin Compart
21. Mai 2015, 12:46 pm
Filed under: Afrika, BOKO HARAM, Eeben Barlow, Politik & Geschichte, Söldner | Schlagwörter: , , ,

“Sometimes foreign mercenaries have been saviors—for instance in Sierra Leone, when a privately hired helicopter-gunship crew helped to save the capital, Freetown, from falling into the hands of hand-chopping rebels in 2000.”

the Economist

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Natürlich lobt Colonel Barlow die nigerianische Armee: „“We did not develop the strategy to destroy the enemy. This was done by the Nigerian Army division commander in the area of operations who gave us his intent, guidelines, and restrictions.”
Das sieht der neue Präsident Nigerias, General Muhammadu Buhari aber ganz anders: Am 18.Mai sagte er (mit weltweiter Aufmerksamkeit der Presse – außer in Deutschland): “The military has never been so incapacitated like now. It is a shame that the Military cannot secure 14 out of the 774 local governments in the country.What is more worrisome is the fact that Nigeria’s military has to rely on South African mercenaries before it could gain recent success in the war against Boko Haram. This situation is shameful and unacceptable.“

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Momentan ist unklar, ob Barlows STTEP-Söldner oder Cobus Claassens PILGRIMs in aktive Kämpfe verwickelt sind. Nach den Erfolgen im Kampf gegen Boko Haram seit Februar, hat es in der letzten Woche einige Rückschläge gegeben. Und da Barlows Drei-Monate-Vertrag im April offiziell ausgelaufen war, fliegt STTEP natürlich unter dem Radar. Tatsache ist, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass selbst ein militärischer Gigant wie Barlow innerhalb eines Monats aus dem traditionellen Sauhaufen, der die nigerianische Armee ist (und dies in zahlreichen erfolglosen UNO-Missionen bewiesen hat) eine Siegertruppe gemacht hat. Stattdessen scheinen sich die Vermutungen zu bestätigen, dass die Stoßtrupps der Söldner (vielleicht die 72 Strike Force), unterstützt durch einheimische Scouts und mit einigen Nigerianern integriert (ähnlich wie schon in Sierra Leone) nachts angreift und die Stellungen von Boko Haram nimmt, während dann am nächsten Tag mit großem Gegröle die nigerianische Armee in die eroberten Stellungen einrückt. Im Idealfall können sie dann die Stellungen halten, während die Söldner dem Feind nachsetzen und den Druck auf ihn erhöhen. “The strike force was never intended to hold ground. Instead, it operated on the principle of relentless offensive action.”, gibt Barlow indirekt zu.

c054316998ca2596d158f3931d9663bc_400x400[1]Die nigerianische Armee, die 2014 von amerikanischen Ausbildern effektiv gemacht werden sollte und es genauso wenig wurde wie schon zuvor die südvietnamesische oder irakische, fällt seit dem offiziellen Ende von Barlows Vertrag durch Rückschläge auf. Stattdessen gibt es Prozesse gegen Angehörige wegen Verstöße gegen die Menschenrechte. Für Zivilisten ist sie seit Jahren fast so gefährlich in ihren Übergriffen wie Boko Haram (auch hier eine Parallele zu Sierra Leone).

Falls sich STTEP und PILGRIM auf Druck der Amerikaner aus Nigeria zurück ziehen müssen, würde das die These bestätigen, dass Amerikaner und Franzosen an einem dauerhaften Konflikt zur Destabilisierung der Region interessiert sind. Denn in diesem Windschatten können ihre Konzerne die Bodenschätze von der Sahelzone bis zur Zenralafrikanischen Republik (de facto ein Satellitenstaat der Franzosen) und darüber hinaus weiterhin billig und ohne chinesische Konkurrenz ausbeuten.

STTEP (das ausschließlich Afrika als Einsatzgebiet in seinen Statuten zulässt) mag für afrikanische Staaten ein wünschenswerter Partner sein, ist aber konträr zu den neo-kolonialen Interessen der Amerikaner und Franzosen. Insofern ist die Existenz von Boko Haram (und anderen destabilisierenden Terror-Organisation) erwünscht. Wie Vampire leben sie vom Blut anderer. Barlow ist zu klug, um sich dazu zu äußern. Aber er ist als Pan-Afrikaner bekannt, der nicht Müde wird, darauf hinzuweisen, dass nur die Afrikaner ihre Probleme (ohne Auflagen von Weltbank und anderen Konzern gesteuerten Institutionen) lösen können. “Like elsewhere on the continent, the majority of the security problems will continue to be driven by socio-political factors and motivated at times by extremism.”

Der nützliche Idiot im Weißen Haus hat natürlich eine bessere Erklärung. Er sagte am 19.Mai in der U.S. Coast Guard Academy: „I understand climate change did not cause the conflicts we see around the world, yet what we also know is that severe drought helped to create the instability in Nigeria that was exploited by the terrorist group Boko Haram.“

FUTURE CONFLICTS AND WARS IN AFRICA by Eeben Barlow (2013):

http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.de/2013/12/future-conflicts-and-wars-in-africa.html?m=1

Hier einer der besten Hintergrundsberichte! Unbedingt ansehen!



WASHINGTONS SÖLDNER by Martin Compart
15. Mai 2015, 12:44 pm
Filed under: Afrika, Eeben Barlow, Politik & Geschichte, Rezensionen, Söldner | Schlagwörter: , , , ,

Stellvertreterkriege in der 3.Welt gehörten zu den Strategien im Kalten Krieg. „Stabiler Frieden oder gar Entspannungspolitik zwischen den Metropolen wurden um den Preis des immer währenden Gemetzels an der Peripherie erkauft.“
Um amerikanische Interessen zu wahren, unterstützten die USA jede faschistoide oder faschistische Regierung oder Anti-demokratische Guerilla mit großzügigen Militärhilfen. Jede antikommunistische Banditenbande konnte mit Waffen, Geld oder sonstigen Zuwendungen aus CIA-Krokodilfonds oder offiziellen Töpfen rechnen. Wo das nicht genügte, griff die US-Administration durch ihren zivilen Geheimdienst CIA auf Söldner zurück, die die jeweilige Drecksarbeit leisteten, ohne dass man dafür die USA offiziell verantwortlich machen konnte. Die Gefährdung der unterstützten rechten Gruppierungen machte die Hilfe der USA unumgänglich: Warum sollten sich Afrikaner oder Lateinamerikaner vor dem Kommunismus fürchten? Sie hatte kein Privateigentum oder Kapital, das sie schützen mussten. Das war bereits in den Händen westlicher Konzerne und deren Heloten.

Das Debakel in der Schweinebucht und der die Nation teilende Vietnamkrieg ließen es nicht opportun erscheinen, dass die USA weiterhin militärisch direkt intervenierten.

Voss[1]Der 1982 geborene Historiker Klaas Voß vom Hamburger Institut für Sozialforschung hat letztes Jahr eine ebenso lesenswerte wie lesbare Studie über den verdeckten Einsatz von Söldnern in Washingtons Diensten veröffentlicht.

Als die Angelsachsen nach dem Ende des Kalten Krieges durch Auslagerungen begannen private Militärfirmen (PMCs) mit Millionenverträgen auszustatten, sprach man übereilt von der „Rückkehr der Söldner“. Inzwischen haben Söldner-Firmen wie BLACKWATER (und ihre nominellen Nachfolgeorganisationen) das ohnehin miese Image dieses Berufstandes weitgehend ruiniert. Aber von der Rückkehr der Söldner zu sprechen, wie es die Mainstreammedien taten, zeigt nur einmal mehr die Ignoranz der Behaupter.

Voß bestreitet überzeugend diese in der 1990er- und 2000er Jahren mit dem Entstehen großer Söldnerfirmen und PMCs behauptete Rückkehr der Söldner. Er weist nach, dass die Söldner ein wichtiger Faktor in der Anti-sowjetischen Kriegsführung in Dritt-Welt Staaten waren, also „weit mehr als eine Fußnote des Ost-West-Konflikts“, die ansonsten in der Geschichtsschreibung des kalten Krieges gerne behauptet wird.

Bereits 1962 hatten die USA eine Direktive erlassen (damals mit Blick auf Vietnam, aber anwendbar auf weltweite Einsatzgebiete), die es ihnen ermöglichte, der den Kampf gegen kommunistische Aufstände Söldner zu requirieren. Als Premiere dieser Strategie erkennt Voß Einsatz von Söldnern im Kongo. Bei der Unterstützung von Regimes, wie in Kongo, retteten die Söldner zumeist Strukturen, die durch nichts anderes gefährdet waren als durch die Gier und Inkompetenz ihrer Inhaber.

Ein nettes Beispiel für Ironie oder Perversion der Geschichte ist Angola. Präsident Ford hatte beschlossen, dass nach der Unabhängigkeit gewählte Regime, das als sozialistisch eingestuft wurde, stürzen zu lassen. Im Auftrag der CIA wurden südafrikanische Spezialkräfte zur Unterstützung von Jonas Savimbis UNITA eingesetzt. 25 Jahre später kämpften dieselben südafrikanischen Soldaten in der Söldnerfirma EXECUTIVE OUTCOMES für die sozialistische Regierung gegen die UNITA und bildete die angolanischen Streitkräfte aus. Die von ihnen ausgebildeten UNITA-Kämpfer hatten wichtige Rohstoffgebiete besetzt gehabt und die angolanische Armee war nicht dazu in der Lage gewesen, diese aus eigener Kraft zurück zu erobern.

http://www.amazon.de/Washingtons-S%C3%B6ldner-Verdeckte-US-Interventionen-Kalten/dp/3868542744/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1431679598&sr=1-1&keywords=washingtons+s%C3%B6ldner

In seinem Buch, das ohne Übertreibung von nun an als Standardwerk zum Thema anzusehen ist, erarbeitet er die Formel für Söldnerinterventionen im Dienste der USA heraus und beleuchtet sie detailliert in ihrer Anwendung in Afrika und Lateinamerika. Die vier Fallstudien behandeln die berüchtigtsten und prominentesten Söldnereinsätze im Kongo, Angola, Rhodesien und Nicaragua.

Voß hat beim höchst beeindruckenden Quellenstudium interessante Dinge herausgefunden. Etwa, das die ersten zehn Jahrgänge des berüchtigten Magazins SOLDIER OF FORTUNE „mittlerweile fast vollständig aus den öffentlichen und akademischen Bibliotheken der USA, einschließlich der Library of Congress, verschwunden“ sind.

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(Das Kapitel über SOLDIERS OF FORTUNE verdeutlicht die Dämlichkeit der Covert Op-Strategen in der CIA: Das von ihnen so gerne genutzte und instrumentalisierte Magazin hatte inzwischen soviel Selbstbewusstsein, dass es durch öffentliches Einklagen einer härteren Gangart Washingtons die Verantwortlichen in den Focus der Medien zerrte und den gesamten „Feldzug“ sabotierte indem er oppositionelle Kräfte in Kongress und Senat munitionierte. Ein wunderbares Kapitel, bei dem man Tränen lacht!)

Er kontextualisiert Presseberichte, Dokumente der US-Administration, Fachliteratur, persönliche Kontakte und Erinnerungsliteratur um das amerikanisch initiierte Söldnerwesen im in einer Genauigkeit darzulegen, wie das bisher noch nicht geschehen ist. Die Problematik des Unterfangens liegt in seiner Natur: „Direkte Verbindungen zwischen US Akteuren und Söldnern wurden minimiert und sind häufig nur durch detektivische Quellen Forschung sichtbar zu machen. Hierin liegt eine Beweislast, die in der Sekundärliteratur oft nur fragmentarisch erbracht wurde.“ Aus den ausgewertete Dokumenten geht – manchmal unfreiwillig komisch – erschreckendes hervor: Die Verantwortlichen versuchten die jeweiligen Realitäten in ihre Ideologie herein zu choreographieren.

Heute sind die USA einer der Big Player in Afrika mit Brückenkopfstaaten wie Uganda und Ruanda. Bis 1958 (erst dann wurde im Außenministerium ein Büro für afrikanische Angelegenheiten eingerichtet) war der Schwarze Kontinent uninteressant und wurde in der CIA lediglich als Wurmfortsatz des Nahen Osten mitverwaltet. Erst Kuba-Schock und Vietnam-Fiasko lenkten den Blick auf die südliche Hemisphäre und die Erkenntnis, das der Kalte Krieg Afrika erreicht hatte. „Von Anfang an vermischten sich in dieser Arena die ökonomischen Interessen der USA an Rohstoffen und Investitionen im Kongo mit politisch-strategisch begründeten Ängsten vor einer kommunistischen Übernahme der gesamten Region.“

„Mit ihrem erfolgreichen Einsatz im Kongo 1964 /65 und schrieben sich Söldner in Washingtons Instrumentarium für verdeckte Interventionen ein und bekamen einen festen Platz Handlungsrepertoire der CIA. “ Im Vergleich mit dem Boko Haram-Problem Nigerias und der Nachbarstaaten fallen verblüffende Parallelen zum Simba-Aufstand 1964 auf: Wie schon im Kongo ließ sich on Nigeria das fast völlige Versagen der Armee beobachten. So verpuffte auch jede Militärhilfe oder sonstige Unterstützung (bis hin zu den US-Drohnen, die nichts positives bewirkten). Die Situation änderte sich erst Anfang 2015 mit dem kurzfristigen Engagement der Söldner von STTEP unter Colonel Eeben Barlow. Die Situation des ausgerufenen (heiligen) Krieg gegen den Terror ist nicht 1:1 zu vergleichen mit dem Kalten Krieg. Aber damals (Vietnam) wie heute (Afghanistan, Irak) mieden und meiden die USA eine direkte Intervention. Im Unterschied zu früher, als es noch ein Apartheits-Regime gab, lehnen die USA aber den Einsatz südafrikanischer Söldner ab, befürworten aber den Einsatz angelsächsischer PMCs. Im Gegenteil: Die US-Administration sorgte dafür, dass Barlow und EO sowohl aus Angola wie auch aus Sierra Leone rausflogen. Und wahrscheinlich üb(t)en sie auch auf Nigeria Druck aus.

Das Buch ist kalt, analytisch und nüchtern (dabei glänzend geschrieben), wie es eben rein wissenschaftliche Werke sind. Aber gelegentlich vernimmt man das leise winseln der gequälten Menschen, die Opfer er analysierten Covert Operations waren.

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„Voß’s Studie liest sich stellenweise wie ein Krimi, und das, ohne dass der Autor Abstriche am streng wissenschaftlichen Arbeiten macht. Nachdem ein amerikanischer Staatsbürger neben drei weiteren Söldnern im Angola-Einsatz in Luanda im Februar 1975 zum Tode verurteilt und hingerichtet worden war, verklagte dessen Witwe die CIA auf 33 Millionen Dollar Entschädigung. Die Agency verwischte eifrig die ohnehin nur wenigen in den Akten zu findenden Spuren ihrer Operation; die Akten des die Operation führenden Agenten „wurden aufgelöst und an diversen Stellen fehlplatziert, um Anfragen unter dem Informationsfreiheitsgesetz vorzubeugen“ (285).“, schreibt Klaus Starkmann in seiner Rezension in SEHPUNKTE (http://www.sehepunkte.de/2014/12/25155.html).

Wolf Senff notiert in seiner genauen Rezension, auf welche Untersuchungen man, ausgehend von Voß´ Buch, hoffen (und sich freuen) könnte: „Zweifellos wäre aber interessant zu wissen, welche Aktivitäten den Irakfeldzug vorbereiten halfen – abgesehen von der verlogenen Propaganda der CIA und Colin Powells – und in welchem Umfang Söldnertruppen der Firma Blackwater und anderer eingesetzt wurden. Die Frage stellt sich ebenso für den sogenannten Arabischen Frühling. Wurde Libyen im Vorwege systematisch destabilisiert? Leisteten »covert operations« und »clandestine operations« einen Beitrag zur Destabilisierung Syriens, seit neuestem der Ukraine? Wo und mit welchen Aufträgen setzten die USA und andere Beteiligte Söldnertruppen ein? Brisante Fragen von neuem Gewicht und eine Menge Stoff für die Historiker der nächsten Jahrzehnte“ (http://titel-kulturmagazin.net/2014/03/21/klaas-voss-washingtons-soeldner/).

Neben Frank Westenfelders Geschichte der Söldner (das von Voß ebenso zitiert wird, wie er auf Westenfelders Page KRIEGSREISENDE verweist) ist WASHINGTONS SÖLDNER eines der wenigen deutschen Bücher zur Söldnerthematik, das als Pionierarbeit die internationale Forschung bereichert.

http://www.amazon.de/Eine-kleine-Geschichte-S%C3%B6ldner-Historische/dp/3940461121/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1431679829&sr=1-1&keywords=s%C3%B6ldner+westenfelder

P.S.: Voß veröffentlichte zeitgleich mit dem Buch eine im Netz zugängliche kleine Untersuchung „Die Hunde des (Kalten) Krieges. Söldnermemoiren und -zeitschriften als historische Quellen (1960 bis 1990)“ in http://www.zeithistorische-forschungen.de/1-2014/id=5017

Typische Propaganda-Doku:



DIE BLUTHUNDE DER APARTHEID SIND ZURÜCK by Martin Compart

„I believe that only Africans (Black and White) can truly solve Africa’s problems.
It is ironic that when the West uses companies such as ours, they are PMCs. When African governments use an African company with a record of success in ending conflicts and wars, we are labelled ‘mercenaries‘. African governments have come to realise that there is a reason why a defunct company is still being targeted and STTEP blacklisted: Peace in Africa is bad for business and foreign policies.The ending of Boko Haram will be political and economical in nature, as you cannot kill an aspiration. Like elsewhere on the continent, the majority of the security problems will continue to be driven by socio-political factors and motivated at times by extremism.“

Eeben Barlow

„STTEP was contracted by the government of Nigeria! How this differs so much from the myriad of American private military companies who contract in Iraq and Afghanistan is hard to fathom.“

Jack Murphy

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Glaubt tatsächlich jemand, die militärischen Erfolge gegen Boko Haram in den beiden letzten Monaten seien Resultate der Nigerianischen Armee und seiner Verbündeten Tschad, Niger und AFRICOM?

Ist wohl das falsche Bild.

Ist wohl das falsche Bild.

Vielleicht wurde die Kampfmoral von Boko Haram ja auch durch Michelle Obamas gnadenlosen Einsatz für die entführten Mädchen gebrochen: In selbstloser Opferbereitschaft hatte die First Lady ja eine eigene special operation durchgeführt: Sie hatte getwittert: „Bring back our girls“. Das ist zwar schon ein Jahr her, aber der Schock bei Boko Haram könnte sich natürlich erst jetzt auswirken (und zur Auflösung der vermeintlichen Gotteskrieger führen).

Gut inszenierte Auftritte der Armee des Tschad, wie etwa für eine Reportage auf ARTE, zeigen eher einen lächerlichen Haufen wild gestikulierender DsdS-Bewerber als harte Kämpfer nach zermürbender Schlacht. Die plötzlichen Erfolge haben einen ganz anderen Grund: Seit Januar sind südafrikanische Söldner als „Ausbilder“ und Co-Ordinatoren im Spiel. Ein Anlass für mich, sich mal intensiv mit Nigeria und dem afrikanischen Kriegsschauplatz zu beschäftigen. Das wird hier in Kürze seriell passieren.

Besonders auch deshalb, weil mein hoch geschätzter Eeben Barlow wieder dabei ist.
siehe: https://martincompart.wordpress.com/2009/10/08/gute-soldner-jenseits-von-blackwater/
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Der Chairman von STTEP wird mit seinen (in Angola und Sierra Leone entwickelten und seitdem verfeinerten) Strategien und Taktiken mal politisch unkorrekt gewürdigt.
Zu seinen Aufgaben gehört neben Training der Soldaten die Aufstellung von Stoßtrupps. Integration der Söldner und die strategische Ausrichtung zur Vernichtung von Boko Haram (zumindest in Nigeria). Und am Ende soll STTEP die entführten Mädchen befreien; das letzteres der Endpunkt seiner Aufgaben ist, wurde nicht von ihm, sondern von der nigerianischen Regierung beschlossen. Da sieht man, wo die Prioritäten sind.

Im Groben läuft Barlows Pressure-Strategie so ab: Immer nachsetzen, ohne eine Pause. Erschöpfte Verbände werden sofort ersetzt. Hat man die Verfolgte in einem genehmen Kampfgebiet, schneidet man ihnen durch „Froschhüpfen“ (Gunboats bringen Verbände in den Rücken des Feindes) die unerwünschten Fluchtmöglichkeiten ab oder kesselt sie ein. In Nachtangriffen erledigen die Stoßtrupps mit anderen koordinierten Waffengattungen (darunter „integriert“ die Söldner) den Feind. Am nächsten Tag zieht dann die offizielle nigerianische Armee in Begleitung der Weltpresse ein und läßt sich bejubeln.

South African and former Soviet bloc mercenaries have joined the war in Nigeria against Boko Haram in what many will see as a return to the dark days of the White Man in Africa.

South African and former Soviet bloc mercenaries have joined the war in Nigeria against Boko Haram in what many will see as a return to the dark days of the White Man in Africa.

STTEP (Specialized Tasks, Training, Equipment and Protection) wurde 2006 von Veteranen der Südafrikanischen Streitkräfte gegründet. Ziel war das durch Executiv Outcomes Auflösung entstandene Vakuum einer rein auf Afrika beschränkte private Militär- und Sicherheitsfirma zu füllen.
STEPP versucht unbemerkt zu bleiben (was ihr bis Nigeria wohl auch vortrefflich gelungen ist), arbeitet nur für afrikanische Auftraggeber und nennt keine Kunden.

Barlow wurde 2009 Chairman. Er legt einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Streitkräften, die bisher unzureichend von offiziellen Ausbildern der USA, aus europäischen Staaten oder von der UNO trainiert wurden. Barlow bemängelt vor allem schlechtes Training, falsche Anweisungen, Mangel an Strategie, kein Verständnis für ethnische, religiöse, kulturelle und sprachliche Unterschiede. Diese Nicht-Afrikaner hätten in der Regel kein Verständnis für die Konfliktursachen. “Much of this training is focused on window-dressing, but when you look through the window, the room is empty.”

Anfang Januar 2015 traf ein Vorauskommando von STTEP in Nigeria ein um aus den Streitkräften geeignete Leute für die Strike Force auszuwählen. Parallel zur Ausbildung wurden Söldner und Equipment ins Land gebracht. „It is a mobile strike force with its own organic air support, intelligence, communications, logistics, and other relevant combat support elements, Our relationship with the Nigerian government and the Nigerian Armed Forces is very good, and as fellow Africans, they recognize the value we have added thus far at the strategic, operational, and tactical levels“, sagt Barlow, der nicht bestätigt, daß es sich vermutlich um die „72 Strike Force“ handelt. Jetzt begann das intensive Training. Barlow und seine Leute sind dafür berühmt und berüchtigt, dass sie innerhalb kürzester Zeit eine effektive und einsatzfähige Kampftruppe ausbilden.
STTEP brachte auch eine eigene Luftwaffe mit, die zur Strike Force gehört und von deren Kommandanten die Einsatzbefehle erhält. Eine eigene Aufklärung, die ihre Erkenntnisse auch der nigerianischen Armee mitteilt, gehört ebenso dazu. Darunter sind exzellente Spurenleser (die ebenfalls in der SADF eine wichtige Rolle spielten), die an den Fährten des Gegner zum Beispiel ablesen, ob er mit oder ohne schweren Gerät unterwegs ist.

http://www.amazon.de/Executive-Outcome-Against-All-Odds/dp/191985441X/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1430334373&sr=1-1-catcorr&keywords=eeben+barlow

Die Strike Force wurde in einem abgelegenen Gebiet in Taktiken und Techniken trainiert, die ihren Ursprung in denen der südafrikanischen Streitkräften hatten, die sie in den Border Wars in den 1980ern entwickelten und die in den 1990ern von Executive Outcomes weiter ausgereift wurden. Sie sind Kern von Barlows Konzept des „ununterbrochenen Nachsetzens (relentless pursuit).

Durch die Erfolge in 2014 hatte Boko Haram Mitte Januar 2015 insgesamt über 20 000 Quadratmeilen Nigerias besetzt; darunter die wichtigen Grenzstädte Malam Fatori und Baga. Die anhaltenden Erfolge von Boko Haram sorgten dafür, dass sich die Ausbildung der Strike Force weniger auf Rettungsmissionen konzentrierte und mehr auf Angriff. Ende Februar hatte die Strike Force ihren ersten erfolgreichen Einsatz, über den sich Barlow ausschweigt. Baga?

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Es ist schon bemerkenswert, dass just mit dem Eintreffen der Söldner eine offensive Allianz zwischen Nigeria und den Nachbarstaaten zustande kam. Hauptgrund war aber sicherlich, dass Boko Haram im Februar sein Banditenwesen auf Niger und Tschad ausdehnte. Das sind schon bemerkenswerte Strategen, die sich potentielle Rückzugsgebiete abschneiden. Aber die Soldaten aus Niger und dem Tschad gingen wohl erst zu Kampfhandlungen über, als die Söldner und ihre ausgebildeten Stoßtrupps einsatzbereit waren. Überfälle auf die Nachbarstaaten gab es 2014 einige.

Wie in Sierra Leone wiederholt sich auch in Nigeria das alte Spiel: Kaum hat Barlow mit seinen AFRIKANERN Erfolg, üben die USA Druck aus, damit die Regierung von Nigeria ihn wieder heraus wirft. Kriege zu beenden, eine Spezialität von Barlow und südafrikanischen Söldnern, ist den Amerikanern nämlich nicht genehm. Denn zum einen ist es profitabler, Kriege zu führen als diese zu beenden, und zum anderen könnte man (in diesem Falle afrikanische Staaten) sich fragen, mit welcher Berechtigung die USA ihre Drohnen-Forts und andere Stützpunkte in der Sahelzone weiter betreibt und ausbaut.

Mitbekommen haben die deutschen Mainstream-Medien kaum, was sich da im letzten Vierteljahr im Nordosten Nigerias getan hat. DER SPIEGEL hat nicht mal erwähnt, dass „die Bluthunde der Apartheid“ wieder losgelassen sind. Immerhin wurden ein paar Postillen wachgerüttelt, als über den Tod eines „weißen südafrikanischen Söldners“ zu berichten war. Nämlich über den Tod des 59jähtigen Leon Lotz. Er war einer aus Barlows STTEP-Truppe und schon bei EXECUTIVE OUTCOMES dabei. Großes Getöse um die Rückkehr der weißen Rassisten! Offiziell war er für die Schulung an Panzerfahrzeugen zuständig. Merkwürdige Aufgabe für einen ehemaligen Agenten, von Koevoet (Brecheisen, denn das ist ein Koevoet), der Gegenterrorismus-Abteilung des Apartheidregimes.

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Lotz Fahrzeug wurde am 9.März in der Nähe der umkämpften Stadt Borno (die Informationen sind mal wieder widersprüchlich) im Nordosten Nigerias versehentlich von einem nigerianischen Panzer an einer Straßensperre abgeschossen. Mit ihm starb sein schwarzer Fahrer und mehrere nigerianische Soldaten. Wie man die eigenen Leute umbringt, lernt man durch niemanden besser als durch US-Ausbilder. Keine andere Armee der Welt hat mehr eigene Soldaten umgebracht als die amerikanische (alleine in Vietnam waren es 18% der 58.220 getöteten GIs; im Irak und in Afghanistan über 20%).
Die deutschen Medien reihten Lotz bei der südafrikanisch-britischen Söldnerfirma PILGRIM ein, was nicht stimmte. PILGRIM AFRICA wird übrigens von Barlows altem EO-Mitstreiter Cobus Claassen geführt – aber dazu demnächst mehr.

Über den Tod von Lotz konnten sich jedenfalls die Medienkellner – oder wie Barlow sie nennt: Medienhuren – (bis hin zur WASHINGTON POST) prächtig ergiften: War da doch ein weißer, rassistischer Südafrikaner mit bösem Vorleben im Apartheit-Regime umgekommen (und was hatte er eigentlich beim Morden der Schwarzen zu suchen?).

Über den zweiten STTEP-Söldner, der zusammen mit Lotz im selben Fahrzeug getötet wurde, erfuhr man kein Wort. Sein Name war Nangombe und er gehörte zu schwarzen Mehrheit von STTEP. Aber was interessiert unsere Medienkellner schon tote Nigger? Ganz abgesehen von den nigerianischen Soldaten, die ebenfalls im Fahrzeug umkamen.

Wer sind hier eigentlich die Rassisten?

Von denen findet mal wohl mehr in der Springerschen Desinformationspresse als auf afrikanischen Schlachtfeldern (Regionen, die – frei nach Scholl-Latour – diese feige Bande nicht bereist).

P.S.: Zwei Tage nach diesem Blog-Beitrag, erkennt auch die FAZ die Realitäten an: „…Die neue Schlagkraft ist nach Einschätzung von Beobachtern in Nigeria vor allem dem Einsatz südafrikanischer Söldner geschuldet… Die maßgeblichen Akteure sind dort nach übereinstimmenden Angaben die Südafrikaner Eeben Barlow und Cobus Claassens…“

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/befreiung-entfuehrter-maedchen-die-neue-schlagkraft-der-nigerianischen-armee-13566536.html

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Die wichtigsten Erkenntnisse hier basieren auf einen Artikel von Jack Murphy, deren Nutzung mir Jack freundlicherweise gestattet hat. Seine stärker in die Tiefe gehenden Zeilen finden sich unter:

http://sofrep.com/40608/eeben-barlow-south-african-pmc-devestates-boko-haram-pt1/

Jack, gebürtiger New Yorker, ist ein Ex-Sniper und Special Force, der 2010 aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist um Politologie an der Columbia zu studieren. Jack ist nicht nur Autor von Sachbüchern zum Thema, er schreibt auch die Liquid Sky- Military-Action-Serie über den Söldner Deckard.

„The PROMIS series: It is military fiction that takes place in the recent past starting with the Vietnam war and progressing through Rhodesia, South Africa, and eventually into the Middle East and Europe as the career of professional mercenary, Sean Deckard, is chronicled.“

Seine Page: http://reflexivefire.com/about/

Im NEW PULP-Magazine ist ein Interview mit Jack zu seinen Romanen und den New Pulp Movement:http://www.newpulpfiction.com/2011/12/double-ought-pulp-new-wave-of-military.html#comment-form

http://www.amazon.de/Direct-Action-A-Deckard-Novel/dp/1495405192/ref=pd_sim_eb_2?ie=UTF8&refRID=1JJXWVM0N8ESQS4RNSMD

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LUCIFER CONNECTION UND DIIE SÖLDNER by Martin Compart

Chris Harderer (http://www.evolver.at/account/chris.haderer/ hat einen Film über mich und die Hintergründe von LUCIFER CONNECTION gemacht. Da ich mich selber audiovisuell nicht ertragen kann, habe ich nur Ausschnitte gesehen. Aber wer die Arbeiten von Chris kennt, weiß, wie gut der Mann ist. Eine Auswahl seiner Filme findet man unter http://www.youtube.com/user/chrishaderer
Das Spektrum ist äußerst beeindruckend!
Für alle, die mein Gestammel (und Versuche, die Meisterschaft auf der Luftgitarre zu erlangen) interessiert, hier sein Film:

http://www.youtube.com/watch?v=RYSGIvzYKVY

http://scottbradley.de/compart-und-die-soldner

Mein Dank gilt Chris und dem ganzen Team von EVOLVER.



GUTE SÖLDNER – Jenseits von Blackwater by Martin Compart
8. Oktober 2009, 8:35 pm
Filed under: Afrika, Bücher, Eeben Barlow, Politik & Geschichte, Rezensionen, Söldner | Schlagwörter: , ,

Angesichts der Situation in Afghaniststan und im Irak, wo sich hirngeschädigte Evangelisten und sadistischer Abschaum als Contractor tummeln (nicht alle sind verblödete Metzgergesellen von Blackwater; natürlich gibt es auch Ehrenmänner darunter), fällt es schwer, eine Lanze für private Militärorganisationen zu brechen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass erst seit der Ausformung der Nationalstaaten staatliche Armeen das Monopol auf Kriegsführung beanspruchen. Das Söldnertum kennen wir seit der Antike. s ist älter als Natonalarmeen. Die grosse Renaissance des Söldnertums hat natürlich auch mit dem Niedergang der Nationalstaaten zu tun. An ihre Stelle treten Konzerne, die Branchen vertreten, deren Gewinne höher sind als das Bruttosozialprodukt ganzer Kontinente (wie etwa Afrika). Schwachsinnsorganisationen wie die EU werden längst von der organisierten Kriminalität der Wirtschaftskonzerne (Molsanto) beherrscht. Aber ich schweife ab. Unten stehende Buchbesprechung schrieb ich vor ca. zwei Jahren für EVOLVER. Ich stehe trotz Blackwater & Co. dazu.

EEBEN BARLOW: EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS. Alberton, SA: Galago Books, 2007. 552 Seiten

Stellen Sie sich folgende Situation vor, die seit den 90er Jahren so oder ähnlich irgendwo in Afrika täglich passiert: Vor Ihnen steht eine Horde Nackter mit Macheten und
Kalaschnikows. Einige haben sich Halloween-Horromasken übergezogen, andere Frauenperücken. Nicht alle sind nackt, manche tragen Brautkleider, andere Markenjeans, einige sind barfuss, andere haben Gummistiefel oder nagelneue Nike an. Aber alle haben abgeschnittene Ohren, Ketten aüs Menschenzähnen und Nasen oder anderen ju-ju-Krempel, sind von Ganja, Palmwein und Kokain zu bis über die Haarspitzen. Einige sind vielleicht grademal 12 Jahre alt und haben völlig kalte, erbarmungslose Augen. Diese wild grölenden Freaks hatten gerade Ihren Bruder dazu gezwungen, Ihre Mutter zu vergewaltigen, Ihrem Vater die Arme abgehackt und Ihre Schwester einer Massenvergewaltigung zugeführt. Ihrer schwangeren Tante hatten sie den Fötus aus dem Leib geschnitten und zuvor johlend auf das Geschlecht gewettet. Ihrem Onkel hatten Sie die Geschlechtsteile abgeschnitten, damit erstickt und anschließend den Kopf abgehackt, dem Ihre Großmutter die Brust geben soll. Ihre Freunde mussten Zettel vom Boden auflesen auf denen geschrieben stand, welche barbarische Tötungsart sie gerade in der Lotterie gewonnen haben.New Pic 001[2]
Links neben Ihnen steht Eeben Barlow mit ein paar Leuten der privaten Militärfirma Executive Outcomes. Sie haben ihre MPs entsichert und können dem Schrecken sofort ein Ende machen. Rechts neben Ihnen steht ein verschlagener Karnevalsclown in UNO-Uniform mit ein paar hundert Leuten. Der Clown hatte Ihnen bereits Ihr Geld abgenommen und wartet mit seiner betrunkenen Mannschaft darauf, dass er bei den weiteren Vergewaltigungen auch zum Zuge kommt. Barlow und seine Leute kosten 31 Millionen Dollar im Jahr, die Sie gestundet bekommen und durch Schürflizenzen Ihrer Diamantenminen absichern. Die UNO-Clowns kosten die Weltgemeinschaft, und damit jeden deutschen und österreichischen Steuerzahler, der kein Konto in Lichtenstein hat, 600 Millionen Dollar im Jahr. Außerdem plündern sie bei jeder Gelegenheit und schicken die aus Ihrem Haus rausgerissene Badewanne nach Hause, wo keiner weiß, wofür die gut sein soll nicht mal um Regenwasser aufzufangen, da sie ein Loch hat.
An wen würden Sie sich um Hilfe wenden?
Natürlich an Barlow und seine wütende Männer, die es gar nicht abwarten können, diesen Abschaum in die Hölle zu ballern.
Aber just in diesem Moment kommt Bill Clinton, der Erfinder des sexlosen Oralverkehrs und des nicht inhalierten Joints, zusammen mit dem Präsidenten der Weltbank vorbei und sagt Ihnen, Sie dürften sich auf keinen Fall mit dem Südafrikaner Barlow und seiner Söldnerclique einlassen, denn sonst gibts kein Geld mehr für unbrauchbare Waffen und die CIA kümmert sich darum, dass Sie entsorgt werden. Sie sollen sich gefälligst an den UNO-Clown wenden. Der wird schon dafür sorgen, dass die bösen Buben so was nicht mehr öfters als einmal die Woche veranstalten. Eine befriedigende Lösung und Präsident Bill ruft den bösen Jungs noch zu: „Wenn ihr damit nicht bald aufhört, schicke ich noch mehr UNO-Clowns, die auch was von eurem Kuchen abhaben wollen und außerdem liefere ich euren Feinden keine Waffen mehr. Dann könnt ihr sie ihnen nicht mehr abnehmen und müsst sie mit euren Blutdiamanten bei meinen Freunden teuer einkaufen.“

1995 stand Sierra Leone am Abgrund. Jahrelange Bürgerkriege hier und im Nachbarland Liberia hatten die Weltöffentlichkeit mit unvorstellbaren Gräueln versorgt. Zum Glück hat aber niemand richtig hin geguckt. Da konnte man ja auch nur mit den Schultern zucken,denn Kannibalismus und Verstümmelung gehören eben zur Folklore der Bimbos. Solange die Rohstoffe günstig und regelmäßig fließen – kein Problem. In Ruanda hatte der amerikanische Präsident Clinton ja erfolgreich ein UN-Mandat verhindert. Die alte Hexe Albright hatte – ganz im Sinne ihres Meisters, der garantiert nicht der Laufbursche Clinton war, – sich geweigert von Völkermord zu reden (dann hätte die Weltgemeinschaft eingreifen müssen), sondern von der“Wiederaufnahme von Kampfhandlungen“. Da im Bimbokontinent sowieso nicht viel Konsum abzusetzen war (ganz im Gegenteil zum Balkan), konnte man sich auf die Sicherung der, wie so schön heißt, „natürlichen Ressourcen“ konzentrieren.
Barlow und seine Leute (70% davon Schwarze) waren ein bisschen blöde, kapierten das Spiel nicht richtig und fühlten sich auch noch als Afrikaner. Nur weil sie auf diesem Kontinent geboren waren und teilweise in fünfter und sechster Generation hier lebten. Zuvor waren sie Angehörige der Streitmächte des Apartheid-Staates Südafrika gewesen. Dann hatte man sie rausgeschmissen, was verständlich war. Auch für Barlow. Statt aber Coups abzuziehen und sich in die Dienste blutrünstiger Konzerne zu stellen, gründete Barlow die „Söldner“-Firma Executive Outcomes, die ihre Dienste nur an von der Weltgemeinschaft legitimierte Regierungen (was immer das auch bedeutet) vermietete. In allergrößter Not wandte sich der Präsident von Sierra Leone, der gerade Kalif an Stelle des Kalifen geworden war, an Barlow. Die brutalen Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) unter Führung des in Libyen ausgebildeten Schlächters Forday Sankoh hatte fast das ganze Land (kleiner als Bayern) erobert und standen vor der Hauptstadt Freetown (die sie dann 1999 einnahmen und ein Gemetzel veranstalteten, bei dem in wenigen Tagen 7000 Menschen getötet wurden und unzählige verstümmelt). Man schloss ein paar Verträge ab und Barlow organisierte in Windeseile den Einsatz von Executive Outcomes, die zuvor in Angola auf Seiten der kommunistischen Regierung die UNITA-Guerrilla, die Barlow und seine Leute als Mitglieder der südafrikanischen Streitkräfte mit Unterstützung der USA noch ausgebildet hatten, niedergeworfen hatte. Mit nicht mal 200 Leuten jagte er innerhalb von drei Wochen über 30.000 RUF-Rebellen an die Staatsgrenzen zurück, eroberte die Diamantenfelder und nahm der RUF damit ihre Einnahmequellen für neues Kriegswerkzeug. EO beendete das Abschlachten und brachte medizinische Versorgung und Lebensmittel ins Hinterland. Wo Barlows Männer auftauchten, wurden sie mit Freudengesänge der Einheimischen begrüßt. Die Presse der westlichen Industriestaaten schäumte vor Wut – bis auf wenige Ausnahmen. Kongo Müller erhebe wieder seine hässliche Fratze. Weiße Rassisten hätten engagierten Freiheitskämpfern ihre schönen Diamantenfelder abgenommen um sie nun selber auszubeuten. Überhaupt. So ginge es ja gar nicht, dass da wieder Kolonialismus durch – schluck – weiße Söldner revitalisiert würde (kein Wort, dass Barlows Truppe zu 70% aus Schwarzen bestand). Das Gezeter der Medienkellner, die ihre fetten Ärsche fernab der Gräuel in klimatisierten Hotels geparkt hatten und sich bei einer Krise von den Marines als erste rausfliegen ließen, zeigte Wirkung und Clinton, der später sogar mit dem Verstümmler und Kannibalen Sankoh telefonierte um ihm die Vizepräsidentschaft von Sierra Leone anzubitten, setzte die erstmals frei gewählte Regierung von Sierra Leone unter Druck: Executive Outcomes habe sofort zu verschwinden oder es setzt was.. Kaum waren Barlow und seine Jungs rausgeschmissen, kehrten die Rebellen zurück und das Massakrieren fing von vorne an. Aus purer Wut über ihre Niederlage jetzt noch einen Zacken schärfer.
Executive Outcomes wendete sich neuen Aufgaben zu. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber immer begleitet von einem Medienecho, dass Barlow gehörig zusetzte. Nie recherchierten die angeblichen Journalisten, stattdessen gab es nur Gesinnungsgeschwafel über böse weiße Söldner. Beifall kam nur von der falschen Seite, von Faschisten, die sich bei Executive Outcomes bewarben und abgelehnt wurden. 1999 wurde EO aufgelöst. Im Nachhinein hängte man EO an, die Firma sei die Blaupause für all die neuen privaten Militärfirmen, die täglich im Irak ihren Ruf ruinieren. Aber EO hatte nichts mit diesen amerikanischen Metzgereien zu tun. Um mit den vielen Gemeinheiten, Lügen und falschen Behauptungen abzurechnen, hat sich Eeben Barlow hingesetzt und das voluminöse Buch EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS geschrieben. Es ist ein überaus sachliches Buch (auch wenn Barlows verständliche Wut auf die Journaille gelegentlich durchbricht), voller Dokumente und unglaublichen Detailreichtum. Es gibt keine billigen Schockeffekte, kein Ich-war-dabei-Pathos, nur Aufklärung. Das brutale Kriegsgeschehen wird nicht ausgespart, aber auch nicht als Splatterzeugs aufbereitet. Barlow stellt die Fakten klar. Und wer sich erhaben über sogenannte Verschwörungstheorien wähnt, sollte mal die hier geschilderten Hintergründe genau studieren. Einige, wenige Journalisten haben sich bei ihm entschuldigt für ihre ehrlosen Artikel. Präsident Clinton hat sich nie bei den Bürgern von Sierra Leone entschuldigt, die Opfer der RUF wurden nachdem er dafür gesorgt hat, dass EO aus dem ;Land geworfen war und die Massenmörder mit der Operation „No Living Thing“ ihre „Kampfhandlungen wieder aufnahmen“.


Barlow hatte im Auftrag einiger UNOkraten (sie trafen sich mit ihm in Deutschland; alles ausführlich im Buch geschildert) einen Eingreifplan für EO in Ruanda erarbeitet um dem Völkermord ein Ende zu machen. Schnell arbeiteten seine Leute Logistik und Strategie aus, dann kam ein lapidares Telefonat: Man sei nicht mehr interessiert. Und das Morden ging erst richtig los. Überflüssig zu erwähnen, dass EO einen Bruchteil von dem gekostet hätte, was die UNO nur an Bürokratie für und mit Ruanda aufwendete. Völkermord wegen political correctness. Prinzipien sind alles.

http://www.galago.co.za/CAT1_025.htm – 7k
http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.com/