Martin Compart


TÖNNies, DU WARST SCHON VOR CORONA ENTTARNT by Martin Compart

Kann Literatur gesellschaftliche Entwicklungen antizipieren? „Gähn“, sagt zu Recht der SF-, Noir- oder ZERBERUS-Fan. Aber Bücher (nicht Literaturen), die dies außerhalb der Lobby für gestrige Anwesenheitsprosa (dazu zählen neben den staubigen Feuilletons der vorzeitlichen Printmedien genauso Blogs, die deren bourgeoise Weltsicht in den Cyberspace entleeren), finden kaum zeitgleiche Aufmerksamkeit.

 

DIE CORONA-KADAVER

Es könnte eben nicht überall passieren . . .

Der Covid-19-Virus tobt sich bevorzugt in den Schlachtfabriken der Fleischindustrie aus und bringt so die seit über zwei Jahrzehnten konsequent verschwiegenen unerträglichen Zustände ins öffentliche Bewusstsein. Der Grund für den hysterischen Alarm der Behörden ist offenkundig: der Virus ist ansteckend, seine Ausbreitung schlecht für die Erfolgspropaganda der Krisenmanager.

Um die ursächlichen Bedingungen scheren sich die politisch Verantwortlichen offenbar nicht. Ich verweise hier nur auf die vollmundigen Ankündigungen von einer der größten Polit-Lachnummern überhaupt, Ex-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der 2016, angesichts der Zustände in der Fleischproduktion, Worte wie „beschämend“ absonderte, um außer einer Vorortbegehung und ein paar lauwarmen Presseerklärungen nichts zu tun.

Dass die Politik die Fleischindustrie und ihre Bosse schützt, wird spätestens dann dem letzen Hirni klar, wenn Ministerpräsident Laschet die neuen örtlichen Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung mit den Worten relativiert, „es könne überall passieren“. Denn natürlich ignoriert er geflissentlich die katastrophalen betrieblichen, sozialen und finanziellen Bedingungen, unter denen die Leiharbeiter – falsch, die Lohnsklaven – Billigfleisch für Supermarktketten und Wursthersteller produzieren müssen. Die überwiegend bei Subunternehmern beschäftigten Stecher, Zerleger und Verpacker sind nichts anderes als ausgebeutetes Arbeitsvieh, an denen sich diese Industrie und ihre Bosse mit unser aller schweigenden Zustimmung schamlos bereichern.

Aber diese Haltung hat bei dem wirtschaftsdevoten Herrn Ministerpräsident Tradition. Wir erinnern uns an sein Verhalten im Fall Hambacher Forst, wo er mit schnellem Abholzen Fakten im Sinne von Rheinbraun schaffen wollte, bevor das Gericht in Münster eine Entscheidung treffen konnte, oder an seine vor gespielter Empörung nur so strotzende Hetzrede gegen den „staatszersetzenden“ gemeinnützigen Verein Attack! auf einem der letzten CDU-Parteitage.

Die Gründe für die schnelle Ausbreitung des Covid-19-Virus in den Betrieben sind strukturell und systemisch, Lockdown und Selbstisolation dämmen vielleicht die Ansteckungsrate ein, ändern aber nichts an den Missständen, die nur aus einem Grund aufrecht erhalten werden: wegen des Profits.

LINK:

KÖNIG DER KADAVER

Schlachtung---Rinderschlachtung-24702-detailp

Sigmar Gabriel beim Friseur, oder?

Wie heißt es so schön seit der Einführung der „repräsentativen Demokratie“?

Die dümmsten Kälber wählen sich ihre Henker selber.


1 Kommentar so far
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Das „Schöne“ ist ja Tönnies hat der CDU ordentlich gespendet, aber wohl nicht ordentlich genug?!
Von irgenswelchen Dingern, die unter der Schlachtbank verhandelt wurden, weiß ich nichts und würde auch niemals behaupten, das es bei so ehrlichen und klugen, vorrausschauenden Menschen auch nur den Ansatz von Schiebereieien oder Durchstechereieien geben würde…
geschweige das die Leute diese Worte fehlerfrei buchstabieren könn(t)en!
Bei jemand der täglich 80.000 oderso Tiere über den Jordan gehen lässt, würde ich jedenfalls eine sehr selektive Empathie annehmen…
Und dieser Fleischgipfel bei dem es zeitweise emotional gewesen sein soll,gnihihi, ist mal wieder ne Klöcknerische Nebelkerzen. Muss grade an Kommissar Rex und die Wurstsemmeln-Szenen denken.Warum?
Achja diese Vermenschlischung von Tieren einerseits und andererseits werden Küken geshreddert…siehe auch dieses unsägliche drehbareTönnies-Emblem mit dem glücklichen Rindsvieh,Kuh,Schwein…
Achja man hat in Gütersloh nicht genügend Romänisch-Übersetzer,die das Ordnungsamt zu den Behausungen begleiten können…Parallelgesellschaft…wuhui…Parallelgesellschaft
Kommen ja eh nur zum Schuften und sind dann wech…
Und auf der anderen Seite haben wir diese balkanischen Räuberteams, die uns -UNS- unseres Wohlstands berauben…
der auf dem Rücken anderer gewachsen ist…
Natürlich ist es alles viel komplizierter!
Aber wie heißt es in einen Film:
„Es gibt drei Sorten von Menschen.
Die F*cker.
Die Gef*ckten.-
Und die die F*cker f*cken.“
Und ich möchte ergänzen, die einen sind sich sicher, nicht die einen zu sein, weil sie denken die anderen zusein…!

Kommentar von Martin Däniken




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