Martin Compart


MiCs TAGEBUCH by Martin Compart
11. Januar 2017, 10:40 am
Filed under: MEILENSTEINE DER VERBLÖDUNG, MiCs Tagebuch | Schlagwörter: , ,

Zehn Tage vor Trumps Einmarsch ins Weiße Haus.

FRÜHVERBLÖDUNG DURCH HOLLYWOODS KAPITALISMUSMASCHINE

„City council has already stopped the funding, it is for us to restore the baywatch brand.”

„Die Stadt hat bereits den Etat gestrichen, es liegt an uns die Marke Baywatch wieder hoch zu bringen“, sagt der Kassenwart zu Ober-Bademeister Dwayne Johnson.

(Er hätte auch sagen können, „make baywatch great again.“)

Der Satz des Kassenwarts aus dem Trailer von Johnsons neuem Film „Baywatch”, benennt exemplarisch die ideologische Verzerrung mit der Hollywood die Kinozuschauer (14-24 Jahren) ständig überschüttet. Die staatlichen Organe (hier die Stadt Los Angeles) kümmern sich nicht, also müssen wir (die Bürger und gedungenen Steuerzahler) es selbst tun. Die nächsten 120 Minuten werden Bademeister zur Marke und schöne Körper – Steroidmuskeln und Gummitüten – gehen zum Erhalt ihres Arbeitsplatzes anschaffen: Sie retten mit cooler Action und lässigen Sprüchen Menschen aus akuter Badenot, re-etablieren so die Marke Baywatch (deutsch: Buchtbeschauer) und halten sich selbst damit weiter am Kacken. (Wo bleiben eigentlich der Online-Fan-Shop und der Devotionalien-Katalog mit Rettungsboard, roten Badeshorts und gleichfarbigem Dildo-Set für die tiefsinnigen unter den Johnson Fans?)

Das scheinbare Empowerment des kleinen Lebensretters ist nichts anderes als die Absage an die große Solidargemeinschaft und die Kampfansage der Zweckgemeinschaft an eben jene korrupten Einrichtungen, die ihnen das Geld streichen. Man singt das hohe Lied der Selbstausbeutung. Solche Menschen brauchen keine staatlich organisierte Krankenversicherung, keine Altersvorsorge, kein Arbeitslosengeld, keine Pflegeunterstützung, denn sie wissen, nur die von allen staatlichen Zwängen befreiten Bürger können den Tag retten. Jeder ist seines Glückes Schwimmmeister. Mit drei Em. Gute Nacht, Freunde.

Wo „Hunger Games”, „Elysium” und andere Dystopien die Ideologie der Herrschenden mit Schrecken dem Publikum verkaufen und es so auf härtere Zeiten einstimmen, jubeln Komödien dieser Couleur ihre frohe Botschaft mit Funfaktor den Kinogängern unter.

Fehlt nur noch der absegnende Tweet des neuen Besetzers im Weißen Haus, „I think this movie makes America great again”, und die wachsende Fraktion der Zahnlosen im Land der Freien kann sich ein zweites Arschloch freuen. Jetzt geht die Party richtig los, denn das Jahr fängt eben erst an.

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1 Kommentar so far
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Ich sach ma nur „Stein in Leder“ und Dwayne „The Rock“ Johnson zu Gast bei Jimmy Fallon….
Ganz grosses Kino!

Kommentar von Martin Däniken




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