Martin Compart


WESTERN-SPECIAL: THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY by Martin Compart
23. Juni 2016, 8:02 am
Filed under: Film, Listen, Western | Schlagwörter: , ,

LIEBLINGs-WESTERN (FILME & TV)

SOLDIER BLUE
Die überfällige Korrektur der Geschichtsklitterung von John Fords Kavallerie-Mist. Außerdem gibt es zum ersten Mal sowas wie eine emanzipierte Frau im Western-Film.

DEADWOOD
Nach dieser TV-Serie sind klassische Western nur noch Muppet-Show

THE MISSING
Searchers für Erwachsene (mit einem unglaublichen Val Kilmer).

CHATOS LAND
Charlie spielt Vietnam

ULZANA RAID
Robert Aldrichs brutaler Kavallerie-Western zeigt die Dämlichkeit der Blauen Jungs.

ZACHARIAH
Ausgeflippter geht es nicht.

ONE EYED JACKS
Brando als fettarschiger Märtyrer in einem der am schönsten gefilmten Western.

HOMBRE
Kriegserklärung an den Sozialdarwinismus.

DER TEXANER
Bloody Bill Anderson mal ernst genommen.

THE WILD BUNCH
Kein Kommentar

LONESOME DOVE und die schwächeren Fortsetzungen.
Gradwanderung zwischen Mythos und Realität.

 

Natürlich die beiden MONTE HELLMAN

.https://www.youtube.com/watch?v=lRuif8bpaeo

 

MEINE WESTERN-FILM/TV-HASS-LISTE:

RIO BRAVO
Ich interessiere mich nicht für Hetero-WGs, also auch nicht für Schwulen-WGs, in der eine alte Tunte namens Stumpy auch noch den anderen was hinten drauf gibt, wenn sie es brauchen. Nie sah John Wayne dämlicher aus (und das will schon was heissen).

JOHN FORDS KAVALLERIE-TRILOGIE ODER TETRAPACK
Wenn die Indianer nicht ganz böse Sachen machen, trällern drei Uniformierte irgendein blödes Lied oder machen spaßige Sachen, während sich der Protagonist mal wieder mit Frauen schwer tut.

THE SEARCHERS
Was als tragisch und episch daher kommen will, ist sentimental und langweilig. Alle lieben dieses Vehikel, weil John Wayne ja so düster ist und Natalie Wood wie ein für den Kindergeburtstag kostümiertes Model herum läuft.

DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD
Mehr Langeweile geht nicht. Dagegen wirkt Antonioni wie Action-Kino.

DEAD MAN
Was so tiefsinnige Amis wie Jim Jarmush (Mr.Bluff) unter Existenzialismus verstehen möchten.

ALLES MIT TERRENCE HILL UND BUD SPENCER
Ich war schon zu alt und klug für diesen pubertären Mist.

HOW THE WEST WAS WON
Man möchte Indianern beim skalpieren helfen. Alleine die Verklärung des Schlächters Sherman macht dieses Machwerk unerträglich. Goebbels hätte diesen Mist auch durchgewunken.

DJANGO
Franco Nero schleppt ein MG in einem Sarg am Strick hinter sich durch den Schlamm – geht´s noch?

DJANGO UNCHAINED
Tarentino eben. Das passiert, wenn man als Kind zuviele Schundfilme gesehen hat.

BONANZA
„Was soll ich jetzt tun, Pa?“ Schon diese elende Studio-Kulisse der Ponderosa (die viel zu klein für Hoss ist) lässt die Augen tränen. Und dann dieses ununterbrochene Salbadern über die Werte einer amerikanischen Männer-Spießer-Gesellschaft.

HIGH CHAPARRAL
Da sitzen sie im Studio auf Böcken, während Kleinwüchsige Rinderhörner an ihnen vorbei tragen und Big John ruft „Hör auf zu weinen, Blue Boy. Dahinten raubt ein Apache ein Rind, das uns gehört, die wir den amerikanischen Traum leben und wissen, dass man sein Kapital mit harter Hand zusammen halten muss.“

JOSH
Debil grinsend fummelt Steve McQueen mit einer Mares´s Laig herum, die er in einem Revolver-Halfter durchs Studio schleppt um als Kopfgeldjäger den Westen besenrein zu machen.

THE LONE RANGER
Ob als Comic (Ursprung dieser komischen Serie war das Radio), Film oder TV-Show: Mit gebügelter Maske und Hose und einem leibeigen ähnlichen Indianer klabastert dieser maskierte (damit ihn niemand erkennt, diesen berühmten Westmann) durchs Rough, immer auf der Suche nach Konflikten, bei denen er mit silbernen Kugeln rumballern kann. Wieso eigentlich LONE Ranger? Er ist doch dauernd mit Tonto unterwegs, der ihn nachts warm hält.

BROKEBACK MOUNTAIN

Ang Lee  fiel mir schon unangenehm auf, nachdem er Woodrell filmisch hingerichtet hatte. Braucht es einen ausgewiesen schwulen Western? Gibt es nicht genug – mehr als latent – schwule Western? Und schwuler als John Ford schafft es Ang Lee nun gar nicht.

 

 

 

P.S.: Eine kluge Analyse (und Rehabilitierung) John Waynes durch Jonathan Lethem auf:

http://www.welt.de/welt_print/article881407/Monument-der-Einsamkeit.html

 

Werbeanzeigen


WESTERN-SPECIAL: ZU UNRECHT VERGESSENE SONGS by Martin Compart
22. Juni 2016, 7:29 am
Filed under: MUSIK, Western, Zu Unrecht vergessene Songs | Schlagwörter: , ,

Joe Sun ist mein Lieblings C&W-Musiker seit ich ihn als Kabelhilfe im München gesehen habe (Country Musik mit Gunter Gabriel).



WESTERN SPECIAL: DIE 10 BESTEN by Martin Compart
21. Juni 2016, 7:52 am
Filed under: Film, Listen, TV-Serien, Western | Schlagwörter: , , , ,

Für das Western-Special habe ich ein Interview mit THOMAS JEIER geführt, das vorab auf Evolver (http://www.evolver.at/stories/Best_of_Western_Thomass_Jeier_Interview_20160614/ ) veröffentlicht wurde. Hier auch die Top 10-Listen von Thomas.
jeiest[1]
Thomas Jeier mit Loren D.Estleman

Die 10 besten Western-Romane aller Zeiten

Hondo (Man nennt mich Hondo) von Louis L’Amour
No Survivors von Will Henry/Clay Fisher
Riders of the Purple Sage von Zane Grey
Lonesome Dove (Weg in die Wildnis) von Larry McMurtry
Man in the Saddle (Mann im Sattel von Ernest Haycox
The Time It Never Rained von Elmer Kelton
Jack of Spades (Klirrende Sporen) von Gordon D. Shirreffs
Vengeance Valley (Das Tal der Rache) von Luke Short
Death of a Gunfighter (Deine Stunden sind gezählt) von Lewis B. Patten
The Virginian (Der Virginier) von Owen Wister


Meine 10 liebsten Western-Filme

The Searchers (Der Schwarze Falke)
(Der beste Western aller Zeiten, grandios in jeder Hinsicht)

Rio Bravo
(Genial besetzt, John Wayne in Höchstform, die richtige Antwort auf „High Noon“)

The Man Who Shot Liberty Valance (Der Mann, der Liberty Valance erschoss)
(„When you know the fact, print the legend.“)

Shane (Mein großer Freund Shane)
(Der ultimative einsame Westernheld)

High Noon (Zwölf Uhr mittags)
(Großes Kino)

Stagecoach
(Vorbild für eine ganze Generation von Western)

Red River
(Zwei starke Schauspieler: Wayne und Montgomery Clift)

My Darling Clementine (Faustrecht der Prärie)
(Großartige Kamera, tolles Drehbuch)

The Magnificent Seven (Die glorreichen Sieben)
(Western-Action, wie sie sein muss)

Butch Cassidy and the Sundance Kid (Zwei Banditen)
(und ein Schuss Humor)

(da fehlen noch etliche Filme mit Randolph Scott, Clint Eastwood, die Kavallerie-Trilogie von John Ford und, und, und…

Meine 10 liebsten Western TV-Serien

High Chaparral
(bestes Setting, gute Stories)

Gunsmoke (Rauchende Colts)
(schon damals Kult, Super-Team)

Bonanza
(für die ganze Familie)

Lonesome Dove (Weg in die Wildnis)
(Beste Western Mini Series aller Zeiten, Großartiger Robert Duvall!)

The Life and Legend of Wyatt Earp (Wyatt Earp greift ein)
(Legendär, meine früheste Serien-Erinnerung)

Hell on Wheels
(beste neue Serie)

Into the West
(Historisch akkurat, Mini Seris)

Laramie (Am Fuß der Blauen Berge)
(schon wegen Robert Fuller)

Maverick
(James Garner bringt Humor in den Westen)

Wagon Train
(spannend)

Meine 10 liebsten Country-Alben:

Kristofferson (Kris Kristofferson)
Jolene (Dolly Parton)
Gunfighter Ballads (Marty Robbins)
Mountain Music (Alabama)
Blue Kentucky Girl (Emmylou Harris)
Always On My Mind (Willie Nelson)
The Ramblin’ Man (Waylon Jennings)
No Fences (Garth Brooks)
Showcse (Patsy Cline)
At Folsom Prison (Johnny Cash)

Meine 14 liebsten Country-Songs:

Sunday Morning Coming Down (Kris Kristofferson)
He Stopped Loving Her Today (George Jones)
Old Hippie (Bellamy Brothers)
Convoy (C.W. McCall)
Old Dogs, Children & Watermelon Wine (Tom T. Hall)
Friends in Low Places (Garth Broooks)
Coat of Many Colors (Dolly Parton)
On the Road Again (Willie Nelson)
Dixieland Delight (Alabama)
I Fall to Pieces (Patsy Cline)
Guitar Town (Steve Earle)
Coalminer’s Daughter (Loretta Lynn)
Ring of Fire (Johnny Cash)
El Paso (Marty Robbins)



Barlow spricht: by Martin Compart
18. Juni 2016, 10:28 am
Filed under: Afrika, Eeben Barlow, Ekelige Politiker, Politik & Geschichte, Söldner | Schlagwörter: ,

Vorab diesen Beitrag von mir aus 2008, damit Leser, die das Sujet vielleicht nicht einschätzen können, informiert sind:

Angesichts der Situation in Afghaniststan und im Irak, wo sich hirngeschädigte Evangelisten und sadistischer Abschaum als Contractor tummeln (nicht alle sind verblödete Metzgergesellen von Blackwater; natürlich gibt es auch Ehrenmänner darunter), fällt es schwer, eine Lanze für private Militärorganisationen zu brechen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass erst seit der Ausformung der Nationalstaaten staatliche Armeen das Monopol auf Kriegsführung beanspruchen. Das Söldnertum kennen wir seit der Antike. s ist älter als Natonalarmeen. Die grosse Renaissance des Söldnertums hat natürlich auch mit dem Niedergang der Nationalstaaten zu tun. An ihre Stelle treten Konzerne, die Branchen vertreten, deren Gewinne höher sind als das Bruttosozialprodukt ganzer Kontinente (wie etwa Afrika). Schwachsinnsorganisationen wie die EU werden längst von der organisierten Kriminalität der Wirtschaftskonzerne (Molsanto) beherrscht. Aber ich schweife ab. Unten stehende Buchbesprechung schrieb ich vor ca. zwei Jahren für EVOLVER. Ich stehe trotz Blackwater & Co. dazu.

 

Stellen Sie sich folgende Situation vor, die seit den 90er Jahren so oder ähnlich irgendwo in Afrika täglich passiert: Vor Ihnen steht eine Horde Nackter mit Macheten und
Kalaschnikows. Einige haben sich Halloween-Horromasken übergezogen, andere Frauenperücken. Nicht alle sind nackt, manche tragen Brautkleider, andere Markenjeans, einige sind barfuss, andere haben Gummistiefel oder nagelneue Nike an. Aber alle haben abgeschnittene Ohren, Ketten aüs Menschenzähnen und Nasen oder anderen ju-ju-Krempel, sind von Ganja, Palmwein und Kokain zu bis über die Haarspitzen. Einige sind vielleicht grademal 12 Jahre alt und haben völlig kalte, erbarmungslose Augen. Diese wild grölenden Freaks hatten gerade Ihren Bruder dazu gezwungen, Ihre Mutter zu vergewaltigen, Ihrem Vater die Arme abgehackt und Ihre Schwester einer Massenvergewaltigung zugeführt. Ihrer schwangeren Tante hatten sie den Fötus aus dem Leib geschnitten und zuvor johlend auf das Geschlecht gewettet. Ihrem Onkel hatten Sie die Geschlechtsteile abgeschnitten, damit erstickt und anschließend den Kopf abgehackt, dem Ihre Großmutter die Brust geben soll. Ihre Freunde mussten Zettel vom Boden auflesen auf denen geschrieben stand, welche barbarische Tötungsart sie gerade in der Lotterie gewonnen haben.New Pic 001[2]
Links neben Ihnen steht Eeben Barlow mit ein paar Leuten der privaten Militärfirma Executive Outcomes. Sie haben ihre MPs entsichert und können dem Schrecken sofort ein Ende machen. Rechts neben Ihnen steht ein verschlagener Karnevalsclown in UNO-Uniform mit ein paar hundert Leuten. Der Clown hatte Ihnen bereits Ihr Geld abgenommen und wartet mit seiner betrunkenen Mannschaft darauf, dass er bei den weiteren Vergewaltigungen auch zum Zuge kommt. Barlow und seine Leute kosten 31 Millionen Dollar im Jahr, die Sie gestundet bekommen und durch Schürflizenzen Ihrer Diamantenminen absichern. Die UNO-Clowns kosten die Weltgemeinschaft, und damit jeden deutschen und österreichischen Steuerzahler, der kein Konto in Lichtenstein hat, 600 Millionen Dollar im Jahr. Außerdem plündern sie bei jeder Gelegenheit und schicken die aus Ihrem Haus rausgerissene Badewanne nach Hause, wo keiner weiß, wofür die gut sein soll nicht mal um Regenwasser aufzufangen, da sie ein Loch hat.

An wen würden Sie sich um Hilfe wenden?

Natürlich an Barlow und seine wütende Männer, die es gar nicht abwarten können, diesen Abschaum in die Hölle zu ballern.

Aber just in diesem Moment kommt Bill Clinton, der Erfinder des sexlosen Oralverkehrs und des nicht inhalierten Joints, zusammen mit dem Präsidenten der Weltbank vorbei und sagt Ihnen, Sie dürften sich auf keinen Fall mit dem Südafrikaner Barlow und seiner Söldnerclique einlassen, denn sonst gibts kein Geld mehr für unbrauchbare Waffen und die CIA kümmert sich darum, dass Sie entsorgt werden. Sie sollen sich gefälligst an den UNO-Clown wenden. Der wird schon dafür sorgen, dass die bösen Buben so was nicht mehr öfters als einmal die Woche veranstalten. Eine befriedigende Lösung und Präsident Bill ruft den bösen Jungs noch zu: „Wenn ihr damit nicht bald aufhört, schicke ich noch mehr UNO-Clowns, die auch was von eurem Kuchen abhaben wollen und außerdem liefere ich euren Feinden keine Waffen mehr. Dann könnt ihr sie ihnen nicht mehr abnehmen und müsst sie mit euren Blutdiamanten bei meinen Freunden teuer einkaufen.“

1995 stand Sierra Leone am Abgrund. Jahrelange Bürgerkriege hier und im Nachbarland Liberia hatten die Weltöffentlichkeit mit unvorstellbaren Gräueln versorgt. Zum Glück hat aber niemand richtig hin geguckt. Da konnte man ja auch nur mit den Schultern zucken,denn Kannibalismus und Verstümmelung gehören eben zur Folklore der Bimbos. Solange die Rohstoffe günstig und regelmäßig fließen – kein Problem.

In Ruanda hatte der amerikanische Präsident Clinton ja erfolgreich ein UN-Mandat verhindert. Die alte Hexe Albright hatte – ganz im Sinne ihres Meisters, der garantiert nicht der Laufbursche Clinton war, – sich geweigert von Völkermord zu reden (dann hätte die Weltgemeinschaft eingreifen müssen), sondern von der“Wiederaufnahme von Kampfhandlungen“. Da im Bimbokontinent sowieso nicht viel Konsum abzusetzen war (ganz im Gegenteil zum Balkan), konnte man sich auf die Sicherung der, wie so schön heißt, „natürlichen Ressourcen“ konzentrieren.
Barlow und seine Leute (70% davon Schwarze) waren ein bisschen blöde, kapierten das Spiel nicht richtig und fühlten sich auch noch als Afrikaner. Nur weil sie auf diesem Kontinent geboren waren und teilweise in fünfter und sechster Generation hier lebten.

Zuvor waren sie Angehörige der Streitmächte des Apartheid-Staates Südafrika gewesen. Dann hatte man sie rausgeschmissen, was verständlich war. Auch für Barlow. Statt aber Coups abzuziehen und sich in die Dienste blutrünstiger Konzerne zu stellen, gründete Barlow die „Söldner“-Firma Executive Outcomes, die ihre Dienste nur an von der Weltgemeinschaft legitimierte Regierungen (was immer das auch bedeutet) vermietete. In allergrößter Not wandte sich der Präsident von Sierra Leone, der gerade Kalif an Stelle des Kalifen geworden war, an Barlow. Die brutalen Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) unter Führung des in Libyen ausgebildeten Schlächters Forday Sankoh hatte fast das ganze Land (kleiner als Bayern) erobert und standen vor der Hauptstadt Freetown (die sie dann 1999 einnahmen und ein Gemetzel veranstalteten, bei dem in wenigen Tagen 7000 Menschen getötet wurden und unzählige verstümmelt). Man schloss ein paar Verträge ab und Barlow organisierte in Windeseile den Einsatz von Executive Outcomes, die zuvor in Angola auf Seiten der kommunistischen Regierung die UNITA-Guerrilla, die Barlow und seine Leute als Mitglieder der südafrikanischen Streitkräfte mit Unterstützung der USA noch ausgebildet hatten, niedergeworfen hatte. Mit nicht mal 200 Leuten jagte er innerhalb von drei Wochen über 30.000 RUF-Rebellen an die Staatsgrenzen zurück, eroberte die Diamantenfelder und nahm der RUF damit ihre Einnahmequellen für neues Kriegswerkzeug. EO beendete das Abschlachten und brachte medizinische Versorgung und Lebensmittel ins Hinterland. Wo Barlows Männer auftauchten, wurden sie mit Freudengesänge der Einheimischen begrüßt. Die Presse der westlichen Industriestaaten schäumte vor Wut – bis auf wenige Ausnahmen. Kongo Müller erhebe wieder seine hässliche Fratze. Weiße Rassisten hätten engagierten Freiheitskämpfern ihre schönen Diamantenfelder abgenommen um sie nun selber auszubeuten. Überhaupt. So ginge es ja gar nicht, dass da wieder Kolonialismus durch – schluck – weiße Söldner revitalisiert würde (kein Wort, dass Barlows Truppe zu 70% aus Schwarzen bestand). Das Gezeter der Medienkellner, die ihre fetten Ärsche fernab der Gräuel in klimatisierten Hotels geparkt hatten und sich bei einer Krise von den Marines als erste rausfliegen ließen, zeigte Wirkung und Clinton, der später sogar mit dem Verstümmler und Kannibalen Sankoh telefonierte um ihm die Vizepräsidentschaft von Sierra Leone anzubitten, setzte die erstmals frei gewählte Regierung von Sierra Leone unter Druck: Executive Outcomes habe sofort zu verschwinden oder es setzt was.. Kaum waren Barlow und seine Jungs rausgeschmissen, kehrten die Rebellen zurück und das Massakrieren fing von vorne an. Aus purer Wut über ihre Niederlage jetzt noch einen Zacken schärfer.
Executive Outcomes wendete sich neuen Aufgaben zu. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber immer begleitet von einem Medienecho, dass Barlow gehörig zusetzte. Nie recherchierten die angeblichen Journalisten, stattdessen gab es nur Gesinnungsgeschwafel über böse weiße Söldner. Beifall kam nur von der falschen Seite, von Faschisten, die sich bei Executive Outcomes bewarben und abgelehnt wurden. 1999 wurde EO aufgelöst. Im Nachhinein hängte man EO an, die Firma sei die Blaupause für all die neuen privaten Militärfirmen, die täglich im Irak ihren Ruf ruinieren. Aber EO hatte nichts mit diesen amerikanischen Metzgereien zu tun. Um mit den vielen Gemeinheiten, Lügen und falschen Behauptungen abzurechnen, hat sich Eeben Barlow hingesetzt und das voluminöse Buch EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS geschrieben. Es ist ein überaus sachliches Buch (auch wenn Barlows verständliche Wut auf die Journaille gelegentlich durchbricht), voller Dokumente und unglaublichen Detailreichtum. Es gibt keine billigen Schockeffekte, kein Ich-war-dabei-Pathos, nur Aufklärung. Das brutale Kriegsgeschehen wird nicht ausgespart, aber auch nicht als Splatterzeugs aufbereitet. Barlow stellt die Fakten klar. Und wer sich erhaben über sogenannte Verschwörungstheorien wähnt, sollte mal die hier geschilderten Hintergründe genau studieren.

Einige, wenige Journalisten haben sich bei ihm entschuldigt für ihre ehrlosen Artikel. Präsident Clinton hat sich nie bei den Bürgern von Sierra Leone entschuldigt, die Opfer der RUF wurden nachdem er dafür gesorgt hat, dass EO aus dem ;Land geworfen war und die Massenmörder mit der Operation „No Living Thing“ ihre „Kampfhandlungen wieder aufnahmen“.(Inzwischen hat sich Clinton entschuldigt; damit ist der Fall erledigt und Hände und Arme wachsen nach.)

Barlow hatte im Auftrag einiger UNOkraten (sie trafen sich mit ihm in Deutschland; alles ausführlich im Buch geschildert) einen Eingreifplan für EO in Ruanda erarbeitet um dem Völkermord ein Ende zu machen. Schnell arbeiteten seine Leute Logistik und Strategie aus, dann kam ein lapidares Telefonat: Man sei nicht mehr interessiert. Und das Morden ging erst richtig los. Überflüssig zu erwähnen, dass EO einen Bruchteil von dem gekostet hätte, was die UNO nur an Bürokratie für und mit Ruanda aufwendete. Völkermord wegen political correctness. Prinzipien sind alles.

http://www.galago.co.za/CAT1_025.htm – 7k
http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.com/

 

 

 

Ich hatte Eeben Barlow gesagt, dass EO oder STTEP ein PR-Problem haben, da sie vielfach geheim operieren müssen. Und wenn dann etwas rauskommt, wird in den Medien sofort wieder das Klischee vom Dog of War geschwungen. Eeben sieht das anders, aber er äußert sich hier auch zu anderen Aspekten, die wir mit unserem eurozentrischen Weltbild gerne übersehen oder verdrängen:

14313146896061[1]

Hi Martin,

I would disagree with you in a sense regarding PR but let me state from the outset that I am not anti-West nor anti-East – I am pro-Africa as this is the continent where I live and the continent where I will die.

I – and EO before and STTEP now – have always said that we are willing to work with any foreign government that aims to secure an end to conflicts and destabelisation in Africa. To date, and not unsurprising to us, we have had no takers, despite our record of never failing in a contract and saving thousands of innocent lives in the process.

EO suffered what was most probably one of the largest disinformation campaigns that any private company at that time had to endure. The reason was that it (EO) was seen as a threat to foreign interests as well as a threat to the foreign-sponsored proxy forces and the policies of the destabelisation of Africa. All I ever asked for – and still ask for – is that the selected snippets of ‘intelligence’ that are fed to the media be proven. But when I ask, that specific piece of ‘intelligence’ is quickly ignored and a new ‘snippet’ surfaces and the cycle repeats itself.

The political and economic destabelisation of Africa was, at that time, very high on the list of foreign objectives as it was intended to ensure foreign control over strategic resources. Sadly, not much has changed. This very short-sighted view and nefarious approach to Africa remains today.

The threat EO posed (and later STTEP) is that it was/is contracted by African governments to assist them in stabilizing conflict areas to enable them to apply governance. This does not sit well with some beyond Africa’s shores and several African governments – and NGOs – have told us that they have been threatened by foreign governments with ‘dire consequences’ if they dare to use STTEP. Apparently, African governments are not allowed to contract Africans.

This just goes to show that even African governments, despite their many perceived and/or real faults, are not considered important or legitimate enough to determine their own futures if it clashes with the foreign policy of a foreign government. It is no longer an African government’s prerogative to decide who can advice, train and mentor its army. This decision is apparently only allowed to be taken by a non-African government. It therefore also shows that as soon as the foreign interests of a foreign power clash with the national interests and vital interests of an African government, ‘regime change’ by all means fair and foul are called for. The same applies to Middle Eastern governments.

This extremely ill-thought out strategy is one of the major causes of the immigrant flow – and along with it the associated terrorism – into Europe we are now witnessing. We need to consider the mess Libya, Nigeria, Somalia, Sudan, etc, including Syria, Iraq, Afghanistan, Yemen, etc, to name but a few have become. These ill-conceived conflicts have not only damaged the economies of the partaking coalition countries but they have destroyed entire countries and communities and given birth to simmering anger, hatred and fanaticism that is about to boil over into terror acts, to say nothing of the thousands left homeless and the sea of immigrants making their way to Europe. And it shows no sign of letting up.

AGINST_ALL_ODDS[1]

Taking a step back, EO had no recourse to the media as those journalists who reported on so-called military matters – and I named several of them in my book – were mainly under control of the intelligence services. Their stories were taken as ‘fact’ despite never being checked or verified and in some instances they were simply fabricated lies and given to the media to publish after already been written by an intelligence agency. (I wrote about this in my book and not one journalist was willing to sue me for ‘slander’ as they knew I had information on their intelligence activities as agents-of-influence and that I would expose that all in open court).

The sustained media attack on EO was launched from both the domestic media as well as the international media and it fed off its own cycle of disinformation and momentum. The bigger the lie, the more believable it became. EO’s media briefings were simply ignored and were considered to be ‘not in the public interest’. Ironically, disinformation and lies are still considered to be in the public’s interest but truth is not. How silly is that?

Executive_Outcomes_logo[1]

What has changed is that STTEP now has a voice through social media that EO never had. This has allowed STTEP to give its side of the story – something EO was never able or allowed to do. Also, governments in Africa have finally realised that they were misled and lied to about EO and subsequently STTEP. They speak to me on a very regular basis and express their alarm and concern at what is happening and the threats made against them. But, it is easy to dress up lies as ‘facts’ and ‘intelligence’ if you control the media. Some African governments have even told me that they have been warned that we are planning coups against them!

All we have ever asked is that the claims and allegations against us be proven and not taken at face value. After all, despite the many media and intelligence claims that EO/STTEP had and has been paid with oil concessions, diamond concessions and so forth, all have been proven false and no proof of this ‘fact’ has ever been furnished. The reasons why are simple: You can never twist a lie into fact forever. I would also have great difficulty in paying my men ‘per barrel of oil a month’ or ‘… diamonds per month’ – something no journalist even bothers to contemplate.

Also, unlike many foreign-government contracted PMCs today, neither EO nor STTEP have EVER been guilty of murder, prostitution, smuggling of arms and ammunition, child-trafficking, resource smuggling etc. And we have had many investigations launched into our activities and our person. We have never harmed the local people in an area, damaged or stolen their property, raped their woman and children, created refugee problems or displaced civilians, destroyed their crops or created any other type of collateral damage. We are contracted to END a problem, not keep it artificially alive for as long as possible so that a stranglehold over an under-siege government can be tightened. Every contract we have undertaken has been brought to a speedy conclusion in a very short space of time. But this is apparently not a good thing and has made us the ‘bad guys’. Those that consistently fail – either through incompetence or on purpose – and create even bigger problems in Africa whilst supporting the unseating of governments – well, they are apparently the ‘good guys’.

STTEP is also seen as a major threat to the foreign government policies that are driven by resource greed and destabelisation. On the other hand, STTEP is perceived by African governments as an ally as not only do we train and mentor their armies, we also, at times, provide them with political advice. The local people in towns and villages cheer us when we enter their areas. In these endeavors, we have lost men who died upholding our undertakings and our word to a client-government. However, STTEP remains under attack by foreign powers who actively yet covertly support rampant conflict, chaos and terrorism whilst openly acting as though they wish to stop it. Stopping it is the last thing on their minds as it is all that remains to ensure their policy of destabelisation and economic sabotage can be realised. But the unintended consequences of this is that it is now spilling over into Europe as well.

When we engage with a government, we look at which foreign country shouts the most and the loudest at our engagement and then we know exactly who is actually supporting the destabelisation or proxy forces. It is very telling when we destroy proxy forces…those that express their concerns at us helping African governments expose their agendas, time and time again.

We are engaged in a war of perception against those that encourage destabelisation and support proxy forces. No amount of PR will help us in this battle.

As an example, a senior ex-SADF counter-intelligence officer under the control/pay of a foreign intelligence agency is ‘investigating’ STTEP/myself – for what we are still unsure of. What we do know is that they will, in the near future, expose their hand. It is ironic that this man was selected to act on their behalf – one hopes with some honesty and integrity – as this was something he was unable to display whilst serving in the SADF.

Rgds,

Eeben

51WBQY+gxHL__SX323_BO1,204,203,200_[1]

https://www.amazon.de/Composite-Warfare-Conduct-Successful-Operations/dp/1928211763/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1465804706&sr=1-1-catcorr&keywords=eeben+barlow

http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.de/

http://www.sttepi.com/default.aspx



WESTERN-SPECIAL: COWBOYS & INDIANER – zur Geschichte eines Genres 1 by Martin Compart
17. Juni 2016, 2:35 pm
Filed under: Heftroman, Pulp, Western | Schlagwörter: , ,

„Das Land wollten viele, aber
die Indianer waren so egoistisch.
dass sie es für sich allein
behalten wollten.“

John Wayne

James_Fenimore_Cooper_Der_Wildtöter_Franz_001[1]

Am Anfang der Westernliteratur steht der romantische historische Roman in der Gestalt von Coopers LEDERSTRUMPF. Hinzu kamen romantische Indianererzählungen und völkerkundliche Romane, wie sie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr beliebt waren. Nach 1845 begann sich für die Bevölkerung der amerikanischen Ostküste das Bild vom Westen, jetzt als „freier Westen“ verstanden, zu verklären. Das Publikum in den enger werdenden Städten Neuenglands verlangte nach mehr Informationen und Erzählungen über das „freie Land“, nach dem es so viele drängte, um das Glück zu machen. Der Westen war zum Land der Verheißung geworden, und keine Gefahr ließ die Einwanderer davor zurückschrecken, aufzusatteln, wenn der Ruf „Westward ho!“ erklang.

1860 entwickelte der Verleger Erasmus Beadle in New York ein neues Printmedium: die DIME NOVEL, ein direkter Vorläufer unserer Groschenhefte oder Heftromane.

HD_ErasmusBeadle[1] Damit begann die massenhafte Verbreitung des Mythos vom Wilden Westen. Diese auf billigstem Papier gedruckten, schnell runtergeschriebenen Hefte hatten durch die Ausformung der auch heute noch gebräuchlichen Klischees einen weitaus größeren Einfluss auf das Bild vom Wilden Westen, als etwa Tatsachenberichte oder die realistischen Erzählungen von Bret Harte oder Mark Twain.

Das erste Heft dieser Art, es hieß MALESKA OR THE INDIAN WIFE OF THE WHITE HUNTER, hatte eine Auflage von 65.000 Exemplaren. Bereits die Nummer acht dieser ersten von vielen noch folgenden Dime Novel-Reihen wurde mit 500.000 Exemplaren aufgelegt. Die Dime Novels waren auf Anhieb ein Riesenerfolg. Die Autoren wurden nach denselben Prinzipien ausgebeutet, die bis vor einigen Jahren noch im amerikanischen Paperbackoriginalmarkt oder der deutschen Heftromanszene üblich waren. Verlangt wurde schnelles Schreiben, dafür gab es kargen Lohn und keine Beteiligung an Auflagen und Nebenrechten. Um davon leben zu können, mussten die Autoren in Blitzgeschwindigkeit Romane wie am Fließband herstellen.

Malaeska_(color)[1]

Die Dime Novels gehörten als Erbauungslektüre zum Marschgepäck der Soldaten des Sezessionskrieges, und sogar Präsident Lincoln zählte zu ihren Lesern.

Beadle und sein Kompagnon Adams brachten mehrere 1000 Titel in über 3o Reihen heraus. Beadles Verlagsleiter war Orville J. Victor; er führte eine entscheidende Neuerung ein: die vorgefertigte Formel, beziehungsweise das K o n z e p t. Dies bedeutete, dass ein bestimmter Handlungsrahmen für eine Serie entworfen wurde und innerhalb dieses Handlungsrahmens mehrere Autoren arbeiten konnten, ohne das ihr individueller Stil und ihre persönliche Originalität zum Tragen kommen konnten. Ein Konzept, das heute noch für die Groschenheftwestern und für das Medium Romanheft, ob JERRY COTTON oder LASSITER, üblich ist. So wurde es möglich, dass ein Autor wie Prentice Ingraham eine Geschichte von 35.000 Worten in 24 Stunden herunter schreiben konnte. Die vorgegebene Formel oder Standardisierung von Serien- und Reihenkonzepten markiert den Beginn moderner Produktionsmethoden im Unterhaltungsliteraturbereich. Wie im heutigen Trivial-Western wurde nicht mehr Abenteuerliches neu erfunden, sondern ein Schema wieder und wieder reproduziert.

Zunächst standen die Dime Novels in der Tradition Coopers und der romantischen Indianererzählung. Der Held war ein Waldläufer, die Szenerie die unberührte Natur. Die Indianer waren nicht automatisch die Feinde. Man unterschied einmal mehr zwischen vermeintlich guten und vermeintlich bösen Stämmen. Erst als immer mehr Siedler in den Westen vordrangen und sich gegen die ihr Land verteidigenden Indianer mörderisch durchsetzten, begann die Verteufelung des roten Mannes im großen Stil. Diese frühen Helden unterschieden sich von späteren Protagonisten nicht nur durch ihrer Tätigkeit als Trapper. Sie trugen auch verstärkt puritanische Züge, rauchten nicht, tranken nicht und fluchten und spielten nicht. Zwielichtige historische Gestalten wurden „literaturtauglich“ umgebaut, um so bei den Lesern einen stärkeren Realitätsbezug zu signalisieren.

Western-Lexikon--1324-Filme-von-1894-1978-B0040GN0DY_xxl[1]Joe Hembus berichtete in dem Standardwerk zum Kinowestern, WESTERN-LEXIKON(Heyne Verlag), von der berühmtesten Mystifizierung:

„Einer der fleißigsten Mythendichter war der Verleger Erasmus Beadle, der 1860 in New York mit einer Groschenheftserie Dollars scheffelte. Die wöchentlich erscheinenden Dime Novels erreichten oft eine Auflage von einer halben Million…Im Jahre 1869 läßt sich Edward Z.C.Judson, der unter dem Pseudonym Ned Buntline schon seit Jahren ein bekannter Autor von Abenteuer-Romanen ist, von der „New York Weekly“ engagieren. Auf der Suche nach Inspiration und einem Helden reist er im Westen umher. Die Geschichte seiner Entdeckung von William Frederick Cody alias Buffalo Bill verläuft ziemlich genauso, wie Burt Lancaster als Ned Buntline sie in dem satirisch wirkenden, weil streng an den historischen Tatsachen orientierten Robert Altman-Film BUFFALO BILL AND THE INDIANS von 1976, erzählt:
`Im Jahre 1868 gehe ich in den Westen und schaue mich nach einem neuen Helden der Grenze um, über den man schreiben könnte. Ich lese Berichte über die Schlacht von Summit Springs und suche den Helden dieses Konflikts auf, Major Frank North. Aber der Major hat etwas gegen Publicity und will nicht reden. Also wandere ich eines Morgens in seinem Camp herum und sehe dieses magere Kerlchen, wie es unter einem Wagen schnarcht.

Ich ziehe ihn heraus, werfe einen Blick auf ihn und weiß, daß ich einen Star aus ihm machen kann. Ich frage ihn nach seinem Namen, er sagt Cody; ich sage, was treibst du, er sagt, er ist Scout und Büffeljäger. Also mir brennt’s ehrlich, über jemanden zu schreiben, weil ich schon einen Haufen aufregender Geschichten habe, die ich eigentlich Bill Hickock anhängen wollte, aber mit dem bin ich gerade verkracht, also sage ich dem Jungen, von jetzt ab heißt du Buffalo Bill und binnen sechs Monaten wird das ganze verdammte Land von dir hören.‘

Bei seiner ersten Begegnung mit Ned Buntline ist er 23 Jahre alt und ein Scout, Büffeljäger und Plainsman wie viele andere auch. Sein wirkliches Vorleben ist durch die nun einsetzende Legende so gut wie ausgelöscht; vielleicht hat er einige der ihm zugeschriebenen Rekord- und Courageleistungen bei der Büffel- und Indianerjagd wirklich vollbracht, vielleicht auch nicht. Als Buffalo Bill setzt er nun seine Geschichte gleichzeitig in der Historie wie im Showbusiness fort, wobei er das eine stets in das andere verwandelt und umgekehrt. Aus der Show reitet er im Zirkuskostüm auf das Schlachtfeld, und vom Schlachtfeld trabt er wieder in die Arena und inszeniert den Gang der Geschichte, wie er sie soeben mitbestimmt hat.
s190.1[1]
Am 23. Dezember 1869 beginnt der Abdruck der ersten Buffalo Bill-Fortsetzungsgeschichte in der „New York Weekly“: Buffalo Bill, the King of the Border Men – The Greatest Romance of the Age! Sie läuft über viele Folgen, wird später in einer Buchausgabe herausgebracht und erlebt als solche immer neue Auflagen: Noch 1928 wird sie für 22 Cents vom Versandhaus Sears & Roebuck angeboten. 1872 wird im New Yorker Bowery Theater das Stück Buffalo Bill, the King of the Bordermen uraufgeführt, in Anwesenheit des Titelhelden. Weitere Bühnenstücke folgen. 1875 trennt sich Buffalo Bill von Buntline und organisiert seine eigene Show. Seine Heldentaten erscheinen jetzt in Beadles Dime Novels, wobei er oft selbst als Autor genannt wird. Im Sommer 1876, nach der Schlacht am Little Big Horn, nimmt er an einer Kampagne gegen die Cheyennes teil und tötet den Häuptlingssohn Yellow Hand; bei dieser Gelegenheit trägt er ein mexikanisches Kostüm aus schwarzem Samt, scharlachrot gefüttert und mit silbernen Knöpfen und Litzen geschmückt.
Im Herbst geht er mit dem Stück The Red Right Hand or: Buffalo Bill’s First Scalp for Custer, das dieses Treffen verherrlicht, auf Tournee. Jedes Jahr kommen neue Groschenhefte, Romane, Bühnenstücke heraus. 1879 gar eine Autobiographie. Aber das Beste kommt erst noch…
Um 1850 kommen die Rodeos als örtliche Cowboy-Wettbewerbe in Mode. Hier erweist sich die Legende als das Medium, das große Taten beflügelt: bald wimmelt der Westen von virtuosen Trickreitern, Stierkämpfern der bloßen Faust, Lassowerfern und Kunstschützen. Buffalo Bill wird der Mann, der erkennt, was man mit diesem Potential anfangen kann: Er verbindet seine theatralischen Darstellungen von Ereignissen aus der Zeitgeschichte des Westens mit typischen Rodeo-Attraktionen zur neuen, volkstümlichen Zirkuskunst der Wild West-Show.
Buffalo%20Bill%2001[1]
1883 hat Buffalo Bills Wild West-Show in Omaha Premiere. Was die Show vom Zirkus unterscheidet, ist, daß sie Geschichten erzählt, die Gelegenheit geben, atemberaubende, zirkusmäßige Fertigkeiten vorzuführen. Die erzählten Geschichten werden im Bewußtsein des Publikums zu den Standard-Situationen des Westens. Indianer überfallen eine Siedlung, einen Wagentreck, eine Postkutsche; Buffalo Bill und seine Leute reiten in letzter Minute zur Rettung.
Als Thomas A.Edison 1894 die Filmproduktion startet, sind seine ersten Sujets die prominenten Show-Attraktionen der Zeit. Die prominentesten darunter sind Nummern aus Buffalo Bills Wild West-Show. Später gehen viele Wild West-Show- und Rodeo-Stars wie Tom Mix, Art Acord und Yakima Canutt ganz zum Film und drehen Western; der Westen, in dem diese Filme spielen, ist nichts weiter als die gigantisch erweiterte Arena der Wild West-Shows.“

So begann also eine Legende, die bis heute fortwirkt, in Romanen und Filmen – trotz aller Demontageversuche.
Je stärker der Westen besiedelt wird, je kleiner das „freie Land“ wird, um so weniger attraktiv wurde die Figur des edlen Trappers und Waldläufers. Neue Helden mussten her und zu mythischen Figuren stilisiert werden: wer war dafür besser geeignet, als der Cowboy?

Fortsetzung und alle weiteren Teile dieser Serie im FLASHMAN-Blog:

 

https://compartsflashman.wordpress.com/2016/06/24/flashys-western-special/



NEUES ÜBER DIE HEXE AUS ARKANSAS by Martin Compart
10. Juni 2016, 11:24 am
Filed under: Ekelige Politiker, NEWS | Schlagwörter: , ,

)

)

Wer noch kein Fan von ihr ist, wird es spätestens nach der Lektüre dieses Artikels:

https://theintercept.com/2016/06/09/hillary-clintons-state-department-gave-south-sudans-military-a-pass-for-its-child-soldiers/



DIE BESTEN WESTERN-COMICS by Martin Compart
8. Juni 2016, 8:02 am
Filed under: Comics, Western | Schlagwörter: , , ,

koeln270[1]Zur Einstimmung auf das WESTERN-SPECIAL (erscheint vorab auf EVOLVER), hat Gerhard Förster, der Chefredakteur der SPRECHBLASE ( http://www.die-neue-sprechblase.at/ ), die besten Western-Comics zusammen gestellt.

Die besten realistisch gezeichneten Western-Comics kommen großteils nicht aus Amerika, wie man meinen könnte, sondern primär aus dem frankobelgischen Raum.

Leutnant Blueberry

Von Jean-Michel Charlier und Jean Giraud stammt die berühmte, dicht erzählte und hervorragend gezeichnete Albenreihe um einen unkonventionellen Soldaten. Der längste Handlungszyklus erstreckte sich über ganze zehn Bände. Die Hauptserie ist sehr zu empfehlen, die hauptsächlich von anderen Kreativen geschaffene Nebenreihe Die Jugend von Blueberry kann man vernachlässigen. Eine Gesamtausgabe des Ehapa Verlags mit mehreren Alben pro Buch ist derzeit noch erhältlich.

Leutnant Blueberry

Comanche

Die faszinierende Serie von Greg und Hermann um den Cowboy Red Dust, der bei der Rancherin Comanche anheuert, liegt derzeit in zehn wunderschön gestalteten Alben des Splitter Verlags vor.

Comanche

Cartland

Ebenfalls bei Splitter als Gesamtausgabe erschienen ist die Albenreihe Cartland von Laurence Harlé und Michel Blanc-Dumont, die von einem Trapper und Kundschafter handelt. Cartland dürfte einer der anspruchsvollsten und tiefgründigsten Westernserien überhaupt sein.

Cartland

Buddy Longway

Der Albenklassiker des Schweizers Derib um eine sich entwickelnde Trapperfamilie, die das ganze Leben des Protagonisten erzählt, strahlt eine einzigartige Naturverbundenheit aus. Zur Zeit wird bei Egmont eine Gesamtausgabe veröffentlicht.

Buddy Longway

Tex

Der große Italo-Klassiker, der von 1948 bis heute läuft, die längste Zeit in monatlich erscheinenden Paperbacks, steht hier stellvertretend für die vielen guten Westernserien des italienischen Bonelli Verlags, die in den meisten Fällen solide Storys und Zeichnungen aufweisen. Auf Deutsch ist wenig erschienen. Doch zur Zeit werden bei Panini ausgewählte Geschichten von bekannten Zeichnern in umfangreichen Paperbacks veröffentlicht. Die ganz frühen Episoden, mit denen alles begann, sind im CCH (Comic Club Hannover) in Heftform herausgekommen. Kürzlich erschien mit Nr. 56 die letzte Ausgabe.

Tex

Lance

Einen Amerikaner müssen wir schon noch nennen: Waren Tufts, der zuerst mit Casey Ruggles und dann mit Lance bedeutende Strip-Serien für US-Zeitungen geschaffen hat. Historisch und geografisch fundiert erzählte Tufts abwechslungsreiche Geschichten mit interessanten Protagonisten. Beide Serien wurden bzw. werden in vorzüglicher Qualität im Bocola Verlag veröffentlicht.

Lance