Martin Compart


NACHLESE 2015 by Martin Compart
25. Dezember 2015, 1:12 pm
Filed under: Listen, Nachlese 2015, Rezensionen | Schlagwörter:

rolf-2[1]DR.HORROR

1.Fiction/Crime Fiction

Ein spannendes Jahr, das kein deutscher Autor eingefangen hat. Konflikte ohne Ende: Mord und Totschlag, Krieg, Euro-Angst, Rechtsextremismus. Crime ohne Ende. Die Inhalte von Orwells „1984“ waren für uns damals abschreckend. Heute sind die Kleinbürger auf Überwachung konditioniert. Unbedingt mehr Überwachungskameras, denn die Terroristen gehen um. Ein großer Stoff, der auf der Straße liegt. Dafür muss man noch nicht mal die Welt vermessen.

 

2.Non-Fiction

PUTIN: INNENANSICHTEN DER MACHT

Ohne Putin wäre die Welt um einen unterhaltsamen Menschen ärmer. Hätte man zu wählen zwischen Peter Altmaier oder Putin, fiele die Wahl leicht.

Eine Art selbst inszenierter James-Bond-Typ im Kreml. Der könnte glatt einspringen, wenn Daniel Craig nicht mehr will.

 

  1. TV-Serie und/oder Film

GOMORRHA 

TV-Serie: exzellente Darsteller, sehr körperlich, extrem, kontrovers, raubtierhaft.

Dagegen ist der deutsche „Tatort“ Biedermeier.

Film: Viel gesehen, viel vergessen.

VICTORIA war einer der wenigen herausragenden deutschen Filme, nicht weil angeblich alles in einem Durchgang gefilmt wurde (vermutlich mit digital geflickten Übergängen), sondern auch der Akteure wegen. Sonst ist es eher eine Qual, deutsche Darsteller vor der Kamera chargieren zu sehen.

 

Ach ja, ANOMALISA: ein kleiner Film, eine simple Liebesgeschichte in einem Hotel, aber alles Stop Motion.

 

Die Riesensachen: zum Schluss STAR WARS: Ein Kollege schrieb: The Force Repeats Itself. Von Disney/Lucasfilm-Buchhaltern geschrieben, nicht von Autoren.

 

 

ALEX FLÜCKIGER

42478[1]Fiction:

Maylis de Kerangal: Die Lebenden reparieren.

Geschichte einer Organtransplantation, erlebt aus allen erdenklichen Perspektiven.

 

Crime Fiction:

Richard Price: Die Unantastbaren.

Komplexer, hochrealistischer Polizeiroman aus dem nachtschwarzen New York mit unvergesslichen Charakteren und meisterhaften Dialogen.

Passend dazu:

Der Fotoband von Wilfried Kaute: Wenn es Nacht wird. Verbrechen in New York 1910-1920.

Schwarz-Weiss-Aufnahmen aus dem New Yorker Polizeiarchiv.

 

TV/Film: Nichts, das haften blieb.

 

 

Nachgekarrt – Lese 2015 die 2te

von MiC

2015 ist noch nicht völlig am Ende, zumindest kalendarisch noch nicht, da mosert so manch ein Blogbeiträger, „wie der MiC find‘ nix gut an dem Jahrgang, kein Buch, keinen Film? Der hat doch keine Ahnung”. Recht haben die anonymen Beiträger. Er hat keine Ahnung, dafür eine Meinung.

Zu meinem Buch des Jahres erkläre ich somit die 2015er Ausgabe des rollierende Fünfjahresplan der chinesischen KP, in dem die Kapitel „frische Luft für den Fortschritt” und „weniger wachsen ist auch kein Ausweg”, der Zensur zum Opfer fielen. Belegexemplare sind über die Botschaft der VR auf Anfrage und gegen Nachnahmegebühr zu beziehen. Wer sich beeilt, der kann sich den auf Mandarin verfassten Schinken noch rechtzeitig zur Bescherung auf den Gabentisch knallen, inklusive leuchtend rotem Geschenkpapier mit goldenem Zierband und schicker Fertigschleife.

Mein Film des Jahres wird ausgemacht zwischen Sicaro (bei dem das Ende übel schwächelt) und Beast of No Nation, beide Werke echte Ernte 2015. Ich muss aber noch sehen, wie es ausgeht.

Überhaupt ist es eine absolute Unsitte, künstlerische Werke in dieser Form zu bewerten. Geschmack ist keine Qualitätskategorie, sondern ein Konsumsortierkriterium, und als solches natürlich abzulehnen. Daher weiter mit Widerspruch…

Enttäuschung des Jahres: House of Cards, Season 3; True Detective, Season 2 – diesen Müll habe ich mir tatsächlich angeschaut.

Ungesehene Enttäuschung: The Gunman – diesen Müll habe ich wohlweislich vermieden anzusehen.

 

Frau des Jahres:          Laverne Cox

Mann des Jahre:         Ian Harvie

Satz des Jahres:          Die SPD wählt Merkel zur Kanzlerkandidatin

Runner up: Die PKW-Maut kommt.

Wort des Jahres: Konsequenthärtereschengenraumaußengrenzenkontrollendamitdiewirschaftsasisdraußenbleiben

 

Heldentat des Jahres: Bundeswehr klärt Syrien auf.

Unternehmen des Jahres: Krauss-Maffei, knapp vor Rheinmetall und Heckler & Koch

Gericht des Jahres:     Ein Teller Würselen mit Bockwurst und Brot

Abgang des Jahres:    Der Sinn ist wirklich weg.

Attentat des Jahres:    Die Troika und Rolli-Schäuble plätten Syriza.

 

Zum Schluss meine CD des Jahres:   Supreme Galore, From Deep Blue Sea to Nothingness – grandioses Debüt!

In der nach unten offenen Bodenlosigkeitsskala war 2015 schon klar hinter 2014. 2016 wird garantiert noch niveauloser – laut Kaffeesatzbefragung. Außerdem sind in Peru alle Silvesterknaller bei einer Testzündung auf einmal hochgegangen. Jetzt soll es ein stilles neues Jahr werden. Wohlan.


2 Kommentare so far
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Gibt es denn hier wirklich keine Liebe für Mad Max Fury Road ?
Jim Thompson´s Fürchte den Donner war ja auch nicht so
schäbig. Und zumindest in Deutschland eine Erstveröffentlich-
-ung. Wie findest du eigentlich Frank Bill ? Donnybrook war
zwar etwas sehr Martial Arts lastig, aber vielleicht sollte man
den Mann doch im Auge behalten.

Kommentar von Ghijath Naddaf

Oliver hat mir MAD MAX dringlich ans Herz gelegt. Ein MUSS von 2015, das ich bisher verpennt habe.

Kommentar von Martin Compart




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