Martin Compart


NIGERIA OHNE SÜDAFRIKANISCHE BLUTHUNDE? by Martin Compart
21. Mai 2015, 12:46 pm
Filed under: BOKO HARAM, Eeben Barlow, Politik & Geschichte, Söldner | Schlagwörter: , , ,

“Sometimes foreign mercenaries have been saviors—for instance in Sierra Leone, when a privately hired helicopter-gunship crew helped to save the capital, Freetown, from falling into the hands of hand-chopping rebels in 2000.”

the Economist

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Natürlich lobt Colonel Barlow die nigerianische Armee: „“We did not develop the strategy to destroy the enemy. This was done by the Nigerian Army division commander in the area of operations who gave us his intent, guidelines, and restrictions.”
Das sieht der neue Präsident Nigerias, General Muhammadu Buhari aber ganz anders: Am 18.Mai sagte er (mit weltweiter Aufmerksamkeit der Presse – außer in Deutschland): “The military has never been so incapacitated like now. It is a shame that the Military cannot secure 14 out of the 774 local governments in the country.What is more worrisome is the fact that Nigeria’s military has to rely on South African mercenaries before it could gain recent success in the war against Boko Haram. This situation is shameful and unacceptable.“

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Momentan ist unklar, ob Barlows STTEP-Söldner oder Cobus Claassens PILGRIMs in aktive Kämpfe verwickelt sind. Nach den Erfolgen im Kampf gegen Boko Haram seit Februar, hat es in der letzten Woche einige Rückschläge gegeben. Und da Barlows Drei-Monate-Vertrag im April offiziell ausgelaufen war, fliegt STTEP natürlich unter dem Radar. Tatsache ist, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass selbst ein militärischer Gigant wie Barlow innerhalb eines Monats aus dem traditionellen Sauhaufen, der die nigerianische Armee ist (und dies in zahlreichen erfolglosen UNO-Missionen bewiesen hat) eine Siegertruppe gemacht hat. Stattdessen scheinen sich die Vermutungen zu bestätigen, dass die Stoßtrupps der Söldner (vielleicht die 72 Strike Force), unterstützt durch einheimische Scouts und mit einigen Nigerianern integriert (ähnlich wie schon in Sierra Leone) nachts angreift und die Stellungen von Boko Haram nimmt, während dann am nächsten Tag mit großem Gegröle die nigerianische Armee in die eroberten Stellungen einrückt. Im Idealfall können sie dann die Stellungen halten, während die Söldner dem Feind nachsetzen und den Druck auf ihn erhöhen. “The strike force was never intended to hold ground. Instead, it operated on the principle of relentless offensive action.”, gibt Barlow indirekt zu.

c054316998ca2596d158f3931d9663bc_400x400[1]Die nigerianische Armee, die 2014 von amerikanischen Ausbildern effektiv gemacht werden sollte und es genauso wenig wurde wie schon zuvor die südvietnamesische oder irakische, fällt seit dem offiziellen Ende von Barlows Vertrag durch Rückschläge auf. Stattdessen gibt es Prozesse gegen Angehörige wegen Verstöße gegen die Menschenrechte. Für Zivilisten ist sie seit Jahren fast so gefährlich in ihren Übergriffen wie Boko Haram (auch hier eine Parallele zu Sierra Leone).

Falls sich STTEP und PILGRIM auf Druck der Amerikaner aus Nigeria zurück ziehen müssen, würde das die These bestätigen, dass Amerikaner und Franzosen an einem dauerhaften Konflikt zur Destabilisierung der Region interessiert sind. Denn in diesem Windschatten können ihre Konzerne die Bodenschätze von der Sahelzone bis zur Zenralafrikanischen Republik (de facto ein Satellitenstaat der Franzosen) und darüber hinaus weiterhin billig und ohne chinesische Konkurrenz ausbeuten.

STTEP (das ausschließlich Afrika als Einsatzgebiet in seinen Statuten zulässt) mag für afrikanische Staaten ein wünschenswerter Partner sein, ist aber konträr zu den neo-kolonialen Interessen der Amerikaner und Franzosen. Insofern ist die Existenz von Boko Haram (und anderen destabilisierenden Terror-Organisation) erwünscht. Wie Vampire leben sie vom Blut anderer. Barlow ist zu klug, um sich dazu zu äußern. Aber er ist als Pan-Afrikaner bekannt, der nicht Müde wird, darauf hinzuweisen, dass nur die Afrikaner ihre Probleme (ohne Auflagen von Weltbank und anderen Konzern gesteuerten Institutionen) lösen können. “Like elsewhere on the continent, the majority of the security problems will continue to be driven by socio-political factors and motivated at times by extremism.”

Der nützliche Idiot im Weißen Haus hat natürlich eine bessere Erklärung. Er sagte am 19.Mai in der U.S. Coast Guard Academy: „I understand climate change did not cause the conflicts we see around the world, yet what we also know is that severe drought helped to create the instability in Nigeria that was exploited by the terrorist group Boko Haram.“

FUTURE CONFLICTS AND WARS IN AFRICA by Eeben Barlow (2013):

http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.de/2013/12/future-conflicts-and-wars-in-africa.html?m=1

Hier einer der besten Hintergrundsberichte! Unbedingt ansehen!


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