Martin Compart


DR: HORROR: FU MAN CHU UND DAS ENDE DER WELT (Versuch einer Annäherung) by Martin Compart
29. Januar 2015, 12:05 pm
Filed under: Dr. Horror, Politik & Geschichte | Schlagwörter: , ,

Man muss kein Prophet des Untergangs und nicht Kassandra sein, um zu ahnen, dass das neue Jahr deutschlandweit und global wahrscheinlich viele abstrakte Gefahren, grauenvolle Schrecknisse, beunruhigende Kursrutsche und jede Menge Fettnäpfchen bereitstellen wird, die jene, die gerne mit dem Feuer spielen, aber stets anonym bleiben, auf keinen Fall auslassen sollten (schließlich soll es nicht nur in der Silvesternacht knallen, sondern auch endlich mal wieder an den Börsen):
Terrorismus, Schulden- und Bankenkrise, leere Rentenkassen, demografische Alterung, platzende Immobilienblasen, Jugendkriminalität, sinnlose Gewalt, Neonazismus, Pegida, AfD und sonstiger Fundamentalismus, Krisen im Nahen und Fernen Osten (dort die Suche nach einem neuen Mahdi, hier nach der Wiedergeburt Hitlers), wildgewordene Ukrainer, Klimawandel, verbreitete Niederschläge und Dummheit, Drogenhandel, Wassermangel und Hochwasser, Vogelgrippe, Ebola, Aids und Krebs, das Ende der Welt und was weiß ich…

Doch wer – fragen wir – nicht: was – steckt hinter all dem?

Rolf 1

An das Ende der Welt sollte man nur Spezialisten lassen. Und wenn alles schon ein Ende haben muss, dann nur ein von Roland Emmerich inszeniertes. Der würde den Schrecken auch kongenial besetzen und die Frage, wer hinter der gigantomanischen Weltverschwörung steckt, für jeden Laien einfach und verständlich beantworten.

Erst Personifizierung macht den Schrecken verständlich.

Aber was für Bösewichte hätten wir augenblicklich?

Kim Jong-un, der kleine Kim, den amerikanische Filmemacher im Auftrag von Sony Pictures in dem Film „Das Interview“ verspottet haben
Wladimir Putin, schon besser, aber viel zu zivilisiert und alles andere als der asiatische Despot, zu dem ihn die Propaganda stilisieren möchte.

Und in Deutschland:

Edathy, ein wirklich ganz kleines Licht
Hartmut Mehdorn, der kleine Ex-Napoleon des Pannenflughafens BER
der in der Presse als Dr. Tod gestempelte, im Wartheland geborene Initiator plastinierter Körperwelten
Heidi Klum aus Bergisch Gladbach

Das kann’s doch nicht gewesen sein. Wenn schon eine Neuauflage des Kalten Kriegs im Computerspiel-Zeitalter, sollten wir uns, wertkonservativ, der guten traditionellen Vorbilder besinnen, die sich in Trivialliteratur sowie Gruselfilmen bewährt haben (Angela Merkel: Wir Europäer müssen endlich aus den Sünden der Vergangenheit lernen):
wenn’s schon um Gold geht, dann bitte Auric Goldfinger,
Fantomas, der Mann mit den 1000 Gesichtern, Frankreichs Beitrag
die Akademiker Professor Moriarty, Dr. No, Dr. Doom und Dr. Fu Man Chu (ideale Verkörperung der als verschlagen diffamierten Gelben Gefahr – Kurt Georg Kiesinger 1969: Ich sage nur China, China, China)
Nosferatu, der Seuchen-Vampir
Frankenstein, der einmal mehr beweist, dass der Tod ein Meister aus Deutschland ist
Das Phantom der Oper und der Unsichtbare Mann
Harry Lime, der dritte Mann
Der Schut von Karl Mays Gnaden
Neues vom Hexer und Der Mönch mit der Peitsche aus der Feder von Edgar Wallace, dem wir auch King Kong und die weiße Frau verdanken
Godzilla, der Schrecken des Pazifik
Jud Süß, die von Goebbels befohlene, von Veit Harlan dirigierte infame filmische Geschichtsklitterung, die aus den Tiefen des Antisemitismus schöpft
Die Panzerknackerbande, Kater Karlo und das Schwarze Phantom, Terror pur aus Entenhausen
Lupo modern, Anführer aller Mods und Modessen
Lex Luthor, die Nemesis von Superman
Kongo-Müller und Haflinger-Sepp
stehen zur Auswahl, wo Hitler, Himmler & Co. als Bösewichte zu „rational“ erscheinen.

Sie alle gesteuert nicht vom Tasmanischen, sondern vom Teufel des Necronomicon à la Hieronymus Bosch: kein Abstraktum, sondern der nach Schwefel stinkende, gehörnte Knecht Ruprecht, der mit der Rute auf Bocksbeinen züngelnd aus seinem unterirdischen Reich humpelt und den Exorzisten des Vatikans die Hölle heiß macht.

Und wenn’s irdisch und unterirdisch nicht ausreicht, schwirren zur Unterstützung der einheimischen Dämonen spätestens in der Sauregurkenzeit außerirdische Weltbraumbestien an, die sich bestens in den interkulturellen „Shit im Kopf“ (Urs Widmer) einfügen, und versprühen so reichlich Todesstrahlen, wie die Jecken im Karneval Kamellen werfen.

Solcherart würde das Neue Jahr wirklich mal einen bizarren Reiz entfalten und dem groben Klotz der abendlichen Nachrichten einen entsprechenden Keil hinzufügen:

Im neuen Jahre Glück und Heil,
Auf Weh und Wunden gute Salbe!
Auf groben Klotz ein grober Keil!
Auf einen Schelmen anderthalbe!
Johann Wolfgang von Goethe

http://www.amazon.de/Invasion-Wahnsinns-schlechtesten-Science–Fiction-/dp/3926126086/ref=sr_1_18?s=books&ie=UTF8&qid=1422532640&sr=1-18

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1 Kommentar so far
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Ich vermisse in der Aufzählung die Katholische Kirche und die Evangelikalen und andere Sekten denn nur wenn es den Leuten schlecht geht oder sie das Gefühl haben sie bräuchten jemanden der ihnen sagt was richtig,sind sie die Gewinner!!!
Keiner will die Welt wirklich kaputtmachen aber es gibt die Fehleinschätzung des kölschen Gebots:
„Et häd noch immer jood gegangen.“
Und gibt es nicht diese Weltuntergangsmaschine(n) der ehemaligen Grossmächte
-Wenn die Wartungsteams eingespart worden sind,autsch!
Die Superschurken gibt es nicht,nur gesichtslose Bürokraten die Stumpf ihren Job machen…

Kommentar von Martin Däniken




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