Martin Compart


NAZI-ERICH IST TOT – Ein geschmackloser Nachruf von Rolf Giesen by Martin Compart
29. Juni 2014, 10:49 am
Filed under: Comics, Dr. Horror, Nazi | Schlagwörter: ,

Wir kannten ihn nur als Nazi-Erich. Erich R. war einer aus der Gruppe (auf-)rechter Berliner Comic- und Hansrudi-Wäscher-Fans und mit einem Comic-Händler verschwägert, aber nicht einmal der Schwager hatte vom Tod des Comic-Nazis erfahren, bis er es aus einer anderen Quelle erfuhr.

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by the way: Weder Knigge noch der hoch geschätzte Wäscher können etwas dafür, wenn unter ihren Fans auch Arschlöcher sind.

Jörg Fauser hat die Comic-Runde zu Lebzeiten noch besucht und fühlte sich wohl auf einem anderen Planeten. Einige Verlagsleute, die mit Fauser, Martin C. und dem Verfasser dieser Zeilen gekommen waren, hatten einen Wein mitgebracht, die die normalerweise Bier trinkenden Freaks reihenweise aus den Latschen kippen ließ. Plötzlich machte es Plumps! und Nazi-Erich war nach ein paar Glas zu hastig genossenen Weins vom Hocker gefallen. Jemand schleifte ihn an einen Kachelofen und ließ ihn dort lallend liegen: Da lagen die Reste von Groß-Deutschland, sturzbesoffen.

Später fühlte sich Erich berufen, dem Verfasser ein Experiment vorzuschlagen. Wie Mephisto wollte er ihn in seiner braunen Vorhölle einführen. Es handelte sich um eine Pferdefleischkneipe im finstersten Neukölln, wo man Psychogramme der ewig Gestrigen sammeln konnte.

Es waren Psychogramme der Zukurzgekommenen. Einer war beim Erbe übergangen worden und der ältere Bruder hatte alles, er selbst nichts bekommen. Jetzt saß er da, soff und heulte in sein Pferdefleisch. Aus seinen Augen blitzten Neid und Hass.

Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sie wieder zusammenfinden: THE BRUTAL, THE STUPID, AND THE NEEDLESS.

Nazi-Erich war nicht brutal. Vielleicht wäre er es geworden, wenn man ihm eine Chance gegeben hätte. Außerdem fehlte ihm der Grips, was er natürlich nicht wahrhaben wollte. So blieb für ihn nur die Kategorie der Nutzlosen. Er war wohl mal Vorsitzender von dem Comic-Verein, aber die alt gewordenen Mitglieder zeigten, wie zu hören war, kaum Betroffenheit, sondern bedauerten nur, dass sie nun schon wieder einen Kranz kaufen müssten…

Rolf 2


1 Kommentar so far
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Dieser Nachruf ist nicht nur geschmacklos, sondern auch bitterböse – aber zu recht. Denn wenn der Verstorbene wirklich einer von den eigentlich zu bedauernden Menschen war, die aus der Geschichte nichts gelernt haben und damit ihren Mitmenschen gewaltig auf die Nerven gingen, dann hat er wohl solch „liebevolle“ Abschiedsworte verdient.

Kommentar von Alexander




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