Martin Compart


STAMMTISCHGEGRÖLE: HURRA! Doris J. Heinze ist wieder da! by Martin Compart
18. Juli 2012, 5:12 pm
Filed under: DEUTSCHER-TV-SCHROTT, Drehbuch, NEWS, Parasiten, Stammtischgegröle, TV | Schlagwörter: ,


Dass sie ihrer Karriere dem Aussehen verdankt, ist wohl das Einzige, was man der ehemaligen NDR Fernsehspielchefin Doris J. Heinze nicht vorwerfen kann. Sie hat lediglich, wie andere auch, ihre kriminelle Energie genutzt um sich in einer höchst korrupten Branche zu bereichern. Erste Erfahrungen in Film und Korruption dürfte sie als Geschäftsführerin des Filmbüro NW e. V. gesammelt haben.Erschwerend hinzu – und das verlangt ja nach einer Haftstrafe – kommen ihre ästhetischen Verbrechen. Durch den Minderwertigkeitskomplex des Emporkömmlings Heinze wurde die Burdagattin Fuhrtwängler zur TATORT-Kommissarin und tyrannisiert mit ihrer erbarmungslosen Ausdruckslosigkeit das Zuschauerprekariat. Gnadenlos hat sie jahrelang Gebühren- und Steuergelder geplündert um ihren eigenen Drehbuchmist und den ihres Ehemannes selbst zu bewilligen. Kann man ihr das übel nehmen? Der NDR zahlte ihr ja nur läppische 104.000 Euro im Jahr; also gerade mal das Existenzminimum.

Als der Betrug aufflog, kam sie nicht in Untersuchungshaft, sondern zog sich in ihr Eigenheim auf eine Nordseeinsel zurück. Frei nach dem Tegtmeier-Motto: „…möchte ich durch ein schönes Leben meine Verbrechen ungeschehen machen“. Vorbei die schöne Zeit, wo man, umringt von Parasitenschwärmen, die erbärmliche Existenz schön denken konnte. Statt die Gelegenheit wahr zu nehmen um ins Wasser zu gehen (sie hat ja eh schon das Charisma einer Wasserleiche), setzte sie sich hin und schrieb einen Kriminalroman, der wohl das Niveau ihrer für nicht debile Zuschauer unerträglichen Fernsehspiele fortsetzt. Der mir zum Glück völlig unbekannte Ellert & RichterVerlag stellt ihr Werk so vor:

„Auf der Insel Nordstrand ist noch alles in Ordnung. In der Welt aber brechen die Finanzkrise und der isländische Vulkan Eyjafjallajökull aus damit ist die Ruhe, die der Ex-Ermittler Karl Hieronymus Schröder eben noch auf der Insel genossen hat, dahin. Inspektor Doharty aus London ruft an und holt ihn zurück in die Welt der Verbrecherjagd. Er berichtet von krummen Bankgeschäften, der russischen Mafia und mehreren Toten. Ein indisches Software-Genie muss dringend aufgespürt werden, das wegen der Aschewolke des Vulkans auf dem Frankfurter Flughafen festsitzt. Während Schröder und Doharty ermitteln, gerät der Inder zwischen alle Fronten. Nicht nur seine Auftraggeber, große Banken in aller Welt, werden zunehmend nervös, auch die russische Mafia hat ihn schon ins Visier genommen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Ein packender Thriller, eine überzeugende Erzählerin. Doris Heinze hat einen weltläufigen Thriller verfasst. Kiew, London, Mombasa, New York, Mumbai und Nordstrand sind seine Schauplätze. Vor allem aber lebt Höhere Gewalt von seinen eigenwilligen Charakteren und der schnellen, spannungsgeladenen Handlung.“

Sofort weiß der Leser, dass er in schlechten Händen ist. Da hat Doris, ihr Hirn überschätzend und unter übermenschlicher Aktivierung ihrer Willenskraft, alle Airport-Thriller studiert, um eine schnelle Mark zu machen. Woher soll die Arme auch wissen, dass der Buchmarkt nicht wie ihr Gebühren gesteuerter NDR funktioniert? Wenn man erstmal anfängt Mist zu gucken, wird man irgendwann auch mal Mist schreiben. Also sind die Chancen nicht schlecht, das Elaborat an einen Fernsehsender zu verkaufen, wenn sich erstmal die Wogen geglättet haben. Wahrscheinlich wird das aber noch einige Monate dauern.

Ein Brüller: Am ersten Tag der Verhandlung gegen Sie las sie
in der Buchhandlung Liesegang in Husum aus ihrem Kriminalroman. Der Eintritt war frei. Viele weitere Lesungen hat ihr Verlag schon angedroht. Über die leider schlecht besuchte Erstausstrahlung berichtete immerhin das deutsche Literaturmagazin NR.1, BILD.de:

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„Hohes Gericht, wir sind nur die Opfer des Systems.“

Die schönsten Zitate aus der HAMBURGER MORGENPOST zum Verfahren:

„Die 63-Jährige kommt nun wegen schwerer Bestechlichkeit, schwerer Untreue und Betrugs vor das Landgericht. Sie ist nicht allein auf der Anklagebank: Auch ihr Ehemann und die Filmproduzentin müssen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer verantworten. „Für alle Beteiligten hat es sich um risikofreie und einträgliche Geschäfte gehandelt – zulasten der Gebührenzahler“, sagt Möllers…

Den drei Angeklagten werden insgesamt 14 Straftaten aus den Jahren 2003 bis 2009 vorgeworfen – so lange funktionierte das „System Heinze“ wie ein gut geschmiertes Uhrwerk: Die damalige NDR-Fernsehspielchefin lieferte der Produzentin der AllMedia, einer früheren Tochterfirma von Studio Hamburg, stets neue Drehbücher von „Niklas Becker“ und „Marie Funder“, sicherte als Gegenleistung im Sender die Auftragsvergabe an die AllMedia. Höhepunkt an Dreistigkeit bei dieser Mauschelei: Heinze verkaufte das gleiche Drehbuch zweimal, mit nur leicht verändertem Titel. Nachdem sie für „Dienstage mit Marie“ bereits Honorar bezogen hatte, drehte sie der Hamburger Produktionsfirma Network Movie „Dienstage mit Antoine“ an – und schädigte die Firma um rund 25 000 Euro…

Sie habe keine Ahnung gehabt, wie ihr Vorgehen „juristisch bewertet werden würde“. Schließlich sei sie nicht die einzige ARD-Redakteurin gewesen, die unter Pseudonym Drehbücher bei dem Senderverbund untergebracht habe. Eine von ihr namentlich nicht genannte Kollegin vom Bayerischen Rundfunk, die nun in der Privatwirtschaft arbeite, sei ebenso verfahren.
Sie und ihr Mann hätten ihre Pseudonyme der Verwertungsgesellschaft VG Wort gemeldet…“

Das ist gut so. Denn dann bekommt sie von der VG Wort nochmal richtig Geld, wenn ihre Machwerke wiederholt werden. Und die wird der NDR und andere ARD-Anstalten sicherlich wiederholen. So sorgt dann Kommissarin Furtwrängler und der NDR dafür, dass die Verbrechen auch später noch belohnt werden. Aber vielleicht schreibt sie dann wenigstens keine weiteren Kriminalromane. Schließlich bringt die Ausschüttung durch VG Wort und das Wiederholungshonorar (Vertrag ist Vertrag) für ein einziges TV-Spiel das x-fache eines durchschnittlichen Buchvorschusses.

„Man kann nicht mehr tun, als sich zu entschuldigen.“ Weise Worte einer vom Schicksal schwer gebeutelten Frau, die viele Apfelbäume beschneiden muss. Tja, wer Spott haben will, muss erstmal für Schaden sorgen.

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2 Kommentare so far
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Super Text – Danke!
All das, was andere nicht schreiben.
Die Show vor Gericht geht weiter ….

Kommentar von Frank Göhre

Immer – gerne. Aber egal, wie es ausgeht: An der Korruption im Volksempfänger wird es nichts ändern. Doch Korruption ist zumindest eine rationale Erklärung für die unfassbar miese Qualität.

Kommentar von Martin Compart




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