Martin Compart


SCHWULE SADISTEN: ERNST RÖHM UND DIE SA, 6.Teil by Martin Compart
2. April 2009, 6:25 am
Filed under: Politik & Geschichte, Porträt, SA

DER MYSTERIÖSE BELL
Im April 1931 hatte Röhm den mysteriösen Georg Bell damit beauftragt, einen SA-Nachrichtendienst aufzubauen. Dieser sollte die Aufgabe haben, Angriffe auf Röhm abzuwehren, besonders aus den Reihen der eigenen Partei, sei es durch Einschüchterungen oder Bündnisse. 1932, nachdem der Mordauftrag gegen Röhm durch Himmlers Eingreifen zurückgezogen war, trennte sich Röhm von Bell, der nun seine Kenntnisse über Hitlers Privatleben breittrat. Davon hatte er wohl bei den Besprechungen zwischen Röhm und Mayr in Berlin erfahren. Das war nicht in Röhms Sinne, der ja dieses Wissen als Druckmittel einsetzen wollte.
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Da er wieder direkten Zugang zu Hitler hatte, ließ er ihn wissen, was er gegen ihn verwenden könnte. Er machte deutlich, dass er Hitler mitreißen würde, wenn er untergehen sollte. Außerdem verlangte er von Hitler immer wieder, bei Hindenburg seine Wünsche vorzutragen. Röhm war sich Hitler so sicher dass er übermütig in der Öffentlichkeit die so genannte „zweite Revolution“ forderte. Obwohl dieser kategorisch befohlen hatte, die Macht auf legalen Weg anzustreben. Machtan vermutet, Röhm hätte Hitler damit erpresst, dessen Homosexualität öffentlich zu machen. Ich bezweifle das, vermute eher, dass u.a. Hitlers perverse Beziehung zu seiner Nichte Geli Raubal und deren Tod die Munition war, mit der Röhm Hitler unter Druck setzte.

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Wer war dieser merkwürdige Georg Bell? Er stammte väterlicherseits aus einer schottischen Familie. Seine Tante war die Archäologin und Agentin Gertrude Bell (1868-1926), die 1921 König Faisal I. zum Thron des Iraks verholfen hatte. Bell wurde am 21. Juli 1898 in Nürnberg geboren, wo sein vermögender Vater als erfolgreicher Kaufmann Geschäfte machte. Er war athletisch, hatte den Abenteuerdrang seiner Tante und galt als intelligent. Er lernte mehrere Fremdsprachen, spielte sehr gut Schach und war als Student der Höheren Technischen Lehranstalt von Nürnberg einer der besten Fechter der schlagenden Verbindung „Bayern“. Durch seine Abenteuerlust geriet er in mehrere zwielichtige Affären, weshalb er 1930 auch mal vor Gericht stand. Als Kommunistenhasser hatte er sich der Marinebrigade Ehrhardt angeschlossen. Der Freikorpsler und Kapp-Putschist Ehrhardt war kein Hitler-Freund und verachtete den Führer zutiefst. Als eine Art freier Agent erlebte Bell die erwünschten zwielichtigen Abenteuer und bekam gute Kontakte zu führenden Persönlichkeiten im In-und Ausland. 1930 traf er zufällig Röhm in München, der Bells Fähigkeiten nutzen wollte. In einem Brief schilderte Bell seine Tätigkeit für Röhm: „Herrn Röhm kenne ich seit den Jahren 1919 bis 1923, wo er I.a-Offizier bei der ,Reichsflagge‘ des Herrn Adolf Heiß war. Dann verlor ich jede Fühlungnahme und wurde erst im November 1930 wieder mit ihm bekannt. Röhm sprach mich auf der Straße vor der Herzog-Garage, als er mich wiedererkannte, an. Wir unterhielten uns mehrmals und tauschten dabei Erlebnisse aus… Am 20.4.1931 suchte mich Graf du Moulin im Auftrag Röhms in Krottenmühl auf, um meine Mitarbeit…zu besprechen und festzulegen. Bereits anderntags, am 21.4.31, erfolgte dann durch Röhm in dessen Wohnung Hohenzollernstr. 110/Ir in Gegenwart des Grafen Du Moulin mein Engagement durch Röhm. Dabei wurde vereinbart, dass ich jede persönliche politische Tätigkeit aufgebe und alle meine Beziehungen und Verbindungen Röhm zur Verfügung stelle und einzig und allein für ihn arbeite… Durch die (1932) einsetzenden gegnerischen Angriffe betr. Paragraph 175 gegen Röhm bedingten eine völlige Umstellung meiner Arbeit, die sich in Folgenden ausschließlich mit der Abwehr dieser Angriffe zu befassen hatte. Diese Aufgabe wurde nach Rücksprache mit Röhm in der Weise gelöst, dass 1) die Politiker der NSDAP, die sich die Zwangslage Röhms zu Nutze machen wollten, ebenfalls angegriffen wurden, 2) die eigentlichen Gegner wie Spicker, Strasser, Stennes, Mayor Mayer, Ehrhardt u.a. durch Verhandlungen zur Einstellung der Angriffe bewogen werden. Zu diesem Zweck reiste ich wiederholt nach Berlin, Magdeburg usw. und führte diese Verhandlungen, mit dem Erfolg, dass Röhms Stellung in der Partei unerschüttert blieb und die Angriffe von außen sichtlich abflauten… Im März und im April 32 bin ich für Röhm dann wiederholt noch in Berlin speziell mit dem Auftrag, unter allen Umständen Paul Schulz zu erledigen, den Röhm für den Träger der Angriffe auf ihn hielt, tätig gewesen.“40

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Kapitän Ehrhardt

Nach dem gescheiterten Mordkomplott gegen Röhm, Bell, Uhl und Graf Du Moulin beendete Röhm sein Bündnis mit Bell…
Bell war schwer gekränkt und begann sich an Röhm und der Partei zu rächen: Ab Herbst 1932 …

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von Spreti rechts außen

Auch Sturmbannführer Julius Uhl war daran interessiert, Bell mundtot zu machen, da dieser sein Vorhaben Hitler umzubringen bezeugen konnte. Nach nervenzerfetzender Flucht erwischten sie Bell. Mit fünf anderen SA-Männern überquerte Uhl im April 1933 die österreichische Grenze und erschoss Bell in seinem Fluchtquartier im Gasthaus Durcholzen in der Tiroler Gemeinde Walchsee. Aber das half Uhl nichts. Sein Mordanschlag auf Bell (und die Kenntnisse über seinen Komplott gegen Hitler) gefielen der Parteiführung nicht. Parteirichter Buch führte eine Untersuchung gegen Uhl durch, die mit dazu beitrug, dass Uhl ebenfalls am 1. Juli 1934 hingerichtet wurde.


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[…] Lektüre dazu: Martin Compart; Schwule Sadisten; Ernst Röhm und die SA; Teil1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, […]

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