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Diesmal hat Andreas Winterer den Bünnagelschen Noir-Fragebogen ausgefüllt. Und da bleibt kein Auge trocken. Sein goldiger Humor hat mir schon in SCOTT BRADLEY das Herz erwärmt. Beispiel gefällig?
Aber gern:
“Der Kobalt-Torpedo zischte vorbei, schrammte die Heckflosse und verlor sich dann in der Ferne des Alls (wo er dann Lichtjahre später aus Versehen eine hochstehende und gottesfürchtige Zivilisation auslöschen würde: die Supernova hatte jedoch auch ihr Gutes, da sie auf einer fernen Welt drei Typen aus dem Morgenland den Weg wies, was zahllose weitere Kriege, Folterungen und Steuern nach sich zog, aber das ist eine andere Geschichte).”
Andreas Winterer, ’68 in Köln, freiberuflicher Autor und Journalist im Umfeld Informationstechnologien, Wissenschaft, Kultur. Söldner des Wortes und Ghostwriter für alle, die bezahlen. Coach für Kreativität. Satiriker bei ZYN!. Kolumnist bei evolver.at. Herausgeber des ältesten europäischen digitalen Literaturmagazins Zarathustras miese Kaschemme http://kaschemme.de. Autor anspruchsvoller Lyrik und Prosa (unter unbekannten Pseudonymen). Autor der Sci-Fi-Satire ‘Cosmo Pollite’ (zweifach nominiert als bester SF-Roman des Jahres 2000). Hauptautor der Military-Sci-Fi-Anthologie ‘Scott Bradley’ (2011), in deren Mittelpunkt der Weltraum-Haudegen und Space-Söldner Commander Bradley samt eingeschränkter Fähigkeit zu politisch korrektem Verhalten steht.
Autor der Sachbücher „Viren, Würmer und Trojaner“ und „Windows 7 Sicherheit“ über den großen Cyberwar und die ganz kleinen alltäglichen Sicherheitsprobleme am PC; Sicherheitsblog auf http://scareware.de.
Berufungen neben dem Schreiben?
Obergescheit daherreden.
Film in Deinem Geburtsjahr?
Leichen pflastern seinen Weg
Was steht im Bücherschrank?
Zu viel Ungelesenes. Noir-mäßig eher Spillane als Hammett.
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
Sidney Toler in „Charly Chan“, falls das als Noir durchgeht.
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Der tragische Schuss am Ende.
(Etwa: „How could you“ „It was easy“ in „I, the Jury“)
Ein paar Film noir-Favoriten?
Blade Runner, Lichter der Vorstadt, Der dünne Mann, Fahr zur Hölle Liebling, Gangster in Key Largo, Sunset Boulevard, Chinatown. Außerdem hege ich eine schuldbewusste, aber tiefe Liebe zur TV-Serie „Mike Hammer- Private Eye“, die allenthalben als schlecht betrachtet wird, die ich aber für genialisch halte.
Und abgesehen von Noirs?
Aktion Mutante, The Long Kiss Goodnight, Dirty Harry, Der eiskalte Engel, Das verlorene Wochenende, Barton Fink, Pi, Videodrome, Perdita Durango. Sowie fast alles mit Aliens, Killerrobotern, Raumschiffen und anderen Dimensionen sowie Banküberfällen, Betrügereien, Piraten, Revolverhelden-Schießereien und knapp bekleideten schönen Frauen. Am besten alles in einem.
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
Captain Quinlan in „Touch of evil“
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Ich spiele Piano in einem Nachtclub, in dem sich die Unterwelt die Klinke in die Hand gibt. Ich lasse mich auf einen krummen Deal ein, um endlich aus der ärmlichen Scheiße rauszukommen. Wir wollen das Syndikat abzocken, aber natürlich werden wir alle zu gierig, sind zu dämlich und gehen deswegen drauf. Am Ende krepiert auch die femme fatale, weil sie sich die Kugel einfängt, die eigentlich für mich bestimmt war – ihre erste und einzige selbstlose Tat, aber der Beweis, dass ich doch recht hatte, dass auch in dieser Schlampe ein goldenes Herz schlummerte, dass nur keine Gelegenheit, kein Licht in seiner Nähe hatte, in dem es glänzen könnte. Danach niete ich den Drecksack um, als die Bullen schon groß aufgefahren sind – sie sehen grinsend zu, wie sechs Mal Blei die Staatskosten senkt.
Im Knast spiele ich Piano, für sie. Kameraschwenk aus den Gittern heraus hoch in die Wolken, Abblende.
2. Und der Spitzname dazu?
Bernie „Blue Note“ Niffles
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?
Joe R. Lansdale und Barry Gifford
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen?
Mahoney: „Diese Frau bringt Dir kein Glück!“
Niffles: „Ich will kein Glück, ich will diese Frau.“
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
Schmutzige Farbe, 70er/80er-TV-Look.
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Themen von Earle Harry Hagen, Stimmungen von Bernard Herrmann
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Lauren Bacall und sonst keine.
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
Citroën DS
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Colt Detective Special .38
10. Buch für den Knast?
Die Bibel.
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
Gott hat ihn zu sich genommen. Er wird seine Gründe gehabt haben.
Hier die erste Lesung von Andreas und mir auf unserer Wien-Tour:
Dank an Chris Haderer, der uns auf der ganzen Tour begleitet hat. Während wir vor und nachglühten, durfte er die Technik auf- und ab bauen. So war er leider immer als letzter beim Heurigen.
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Er gehört zu den wenigen deutschen Thriller-Autoren, die gegen den Strom schwimmen. Und das radikal und kompromisslos. Deswegen veröffentlicht er seine Bücher als Book on Demand, denn er hat keine Lust, sich von inkompetenten Lektoren kastrieren zu lassen. Und sein Erfolg beweist, dass man nicht unbedingt einen Publikumsverlag braucht um interessierte Leser jenseits frustrierter Mittelschichtshausfrauen zu finden. Vor dem Bünnagelschen Noir-Fragebogen also näheres zur Person:
„1969 in Wedel bei Hamburg geboren. Teilweise auf den Schiffen meines Vaters (Kapitän) aufgewachsen. Mutter ist als Köchin mitgefahren. Dadurch habe ich zum Beispiel als Jugendlicher in den frühen Achtzigern den Libanon von innen gesehen.
Nach dem Zivildienst habe ich erfolgreich zwei ingenieurwissenschaftliche Studiengänge in den Sand gesetzt. Finanziert habe ich das Vergnügen mit Jobs in der Alten- und Kinderpflege. Dann hat mir ein Professor geraten, es mal mit der Mathematik zu probieren. Was auch sehr gut gepasst hat. Nebenbei war ich längere Zeit in einer linksautonomen Gruppe aktiv und bin seit über zwanzig Jahren von einer massiven Sportsucht geplagt. Vier bis sechsmal in der Woche ins Fitnesscenter, drei mal Fahrradtraining, zwei mal Joggen, am Wochenende oft eine Mischung aus Wandern und Survivaltraining, oder Klettern und Fallschirmspringen. Gelegentliche Gewaltmärsche, wie etwa in vier Tagen von Hamburg nach Hannover (unter Umgehung von Straßen natürlich) oder ähnliche selbst auferlegte Prüfungen meiner Männlichkeit waren lange Zeit unumgänglich. Gewohnt habe ich immer in Hamburg. Viele Reisen führten mich aber in die Berge und in tropische Regionen, meist mit nur wenig mehr als Taschenmesser und BW-Poncho im Gepäck. Geführt hat mich diese permanente Suche nach meiner Männlichkeit aber nur in eine mittelgradige Depression und ins Schreiben. Vor drei Jahren bin ich mit meiner langjährigen Freundin, wir kennen und schätzen uns nun schon seit fast zwanzig Jahren, und heutigen Frau in die Nordheide aufs Land gezogen und suche nun meine Männlichkeit zwischen Windeln, Einkaufskörben und Herd. Sollte ich eine beschreibende Bezeichnung für mich selbst finden müssen, dann würde ich irgendwo zwischen recyceltem Punk und gescheitertem Mathematiker suchen.“
„Das Buch ist, wie ein Leser in einer Amazon-Rezension ganz richtig vermutet, als Adaption von Frank Millers „The Hard Goodbye“ angelegt. Erreichen wollte ich eine Art Technothriller, ohne die oft scharfe Trennung zwischen Gut und Böse. Wobei das Gute in dem Subgenre ja zu allem Überfluss auch noch oft von staatlichen Stellen kommt z.B. Clancy. Dabei lag mir sowohl der technischer Realismus, als auch das Scheitern, als Gegengewicht zu Hollywood, sehr am Herzen. Bei der Gewaltdarstellung wollte ich vor allem Entsetzen und Eckel erregen. Alles andere kann meiner Meinung nach nur verharmlosen. Das Buch entstand in einem zweiwöchigen Schreibrausch fast ohne Schlaf.“
„Jägers Fall“:
Dieses Buch ist so etwas wie meine „Abrechnung“ mit dem Krimigenre im Allgemeinen. Ich denke, dichter werde ich dem „Standardkrimi“ wohl nie wieder kommen. Schon die Perspektive des üblichen Krimis, Kriminalität als Objekt polizeilicher Arbeit, empfinde ich als falsch, weil es für mich einfach nicht das Wesentliche der Kriminalität zeigt. Die Geschichte ist für mich so etwas wie eine Reise in die kranke Psyche eines Monsters. Etwa so wie ein Gespräch mit einem Fremden auf einer Party, bei dem man im Verlauf langsam merkt wie durchgeknallt der Typ neben einem ist, und wie wenig klar es ihm selber ist.
Das Buch ist ganz anders als „Der Killer und die Hure“ entstanden. Ich habe Flussdiagramme für die Handlung gezeichnet und über längere Zeit hinweg Szene für Szene konstruiert. Erreichen wollte ich dabei auch eine gewisse „Künstlichkeit“, wie in einem Musikstück, deshalb auch Jägers „Refrain“. Überhaupt lasse ich mich gerne von Musik inspirieren. Am liebsten hätte ich noch eine Gebrauchsanweisung für den Leser vorweg gestellt: „Bitte wie ein Mann lesen! Also langsam, mit etwas schleppender Stimme und viel Atempausen.“ Ich glaube anders kann Jäger gar nicht richtig wirken.Man kann „Jägers Fall“ auch als eine Art Fortsetzung von „Der Killer und die Hure“ lesen. Obwohl ich finde, dass die beiden Bücher fast zu unterschiedlich sind. Darüber hinaus hatte ich bei beiden Büchern das Ziel, Leseerwartungen zu enttäuschen. Also den Helden scheitern zu lassen und den Kommissar mit dem Serienkiller zu verschmelzen. Müsste ich mir eine gemeinsame Überschrift, über alles was ich bisher geschrieben habe und alles was noch geplant ist suchen, würde ich sicher Männerwelten wählen.
NOIR-FRAGEN:
Name?
George T. Basier (was natürlich schon gelogen ist, keine Sau heißt wirklich so)
Berufungen neben dem Schreiben?
Familie, Wandern, Filme, Lesen, möglichst oft das Leben genießen (und das kann vieles heißen, von dem Glas Rotwein bis zum Sprung aus einem fliegenden Flugzeug).
Film in Deinem Geburtsjahr?
Ein Fressen für die Geier (Ein Film, den ich immer wieder gerne sehe).
Was steht im Bücherschrank?
Gustav Hasford (Eine Ausgabe von „Höllenfeuer“ mit Charlie Sheen und Tom Berenger auf dem Cover! Das meint man wohl mit Ignoranz!), Cormac McCarthy, Andrew Vachss, Jim Thompson, James Lee Burke, Robert B. Parker, Joe R. Lansdale, James Sallis, Daniel Woodrell, Andy McNab… und viele Fachbücher zu diversen Themen (von Konfliktforschung über Reisebeschreibungen bis hin zu Mathematik)
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
Ich glaube, so etwas hatte ich nie.
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Das Harter-Mann-Schöne-Frau-Ding.
Ein paar Film noir-Favoriten?
Sin City – ihr könnt mich schlagen, aber gibt es etwas Plakativeres, etwas, wo der Kontrastregler weiter aufgedreht wurde?
Und abgesehen von Noirs?
Brazil, Naked Lunch, Harold and Maude, Barton Fink, Buffalo 66, Secretary, Fight Club, Dark Star, Tremors, Falling Down, Alien, Heat, Blade Runner, Die Brücken am Fluss, Hinter dem Horizont…das ist fast grenzenlos, ichglaube, es gibt für jede Stimmung einen Film, der mir gefällt.
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
Ein paar meiner Figuren zum Beispiel. Alleine dafür, dass sie in meinem Kopf herum geistern.
Internet?
Was mich gerade interessiert.
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Das Omega-Männchen, das plötzlich durchdreht und alles kurz und klein haut.
2. Und der Spitzname dazu?
Butschi.
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?
Frank Miller (vielleicht in Koproduktion mit Andy McNab).
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen? (Beispiel: Scarface = The World
Is Yours, White Heat = Made It Ma, Top Of The World)
„Meinst du mich? Redest du mit mir?” Natürlich in Anlehnung an Taxi Driver.
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
Postkartographie in brillanten Farben. So brillant, dass jede Hautunreinheit auf meiner fettigen Stirn sichtbar wird.
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Rummelsnuff.
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Die freundliche Kassiererin von Aldi, die mich fast an das Gute imMenschen glauben lässt, mich dann aber verarscht.
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
Geplant wäre ein Lada Niva, aber wahrscheinlich würde es ein uralter Fiat 500 werden, mit etwas Pech sogar in Lila, ich kenn mich doch!
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Alles was in die klapperige Karre rein geht: HK MP7, HK416, FN Minimi, Glock 19.
10. Buch für den Knast?
Die Nackten und die Toten, damit ich weiß, wie gut es mir geht.
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
Ich fürchte: „Er hatte Schuhgröße 42!“:
Einsortiert unter: Bücher, Evolver, Fragebogen, Interview, Noir | Schlagwörter: comics, Evolver, Fragebogen, Peter Hiess
r.evolver ist Autor – sein Debüt “The Nazi Island Mystery” wurde als erster
deutschsprachiger Internet-Fortsetzungsroman überhaupt ab 1999 in der
Netzzeitschrift EVOLVER (http://www.evolver.at) veröffentlicht. Für den
EVOLVER kuratierte der Experte für historische Abseitiigkeiten auch das
legendäre “Trash-Museum”, das aus Mangel an öffentlichen Subventionen leider
geschlossen werden mußte.
“The Nazi Island Mystery” (Untertitel: “Ein Fall für Kay Blanchard”) lebt
jedoch weiter – als erstes Buch des neugegründeten Independent-Verlags
EVOLVER BOOKS (http://www.evolver-books.at), der den Pulp wieder in die
Fiction zurückbringen will. Fans der britischen Sex & Drugs &
Rock¹n’Roll-Superagentin Kay dürfen in den kommenden Jahren mit Sequels und
Prequels ihrer lasziv-brutalen Abenteuer rechnen.
r.evolvers Astralzwilling in der realen Welt heißt übrigens Robert Draxler.
Er ist gelernter Schauspieler, gewesener Rock´n´Roll-Musiker, fürsorglicher
Familienvater, geprüfter Lehrlingsausbildner, Mitgründer des Verlags EVOLVER
BOOKS und ein liebenwerter Mensch. Mehr kann man nicht verlangen.
- Peter Hiess
Es ist doch erstaunlich, was junge Menschen heute so alles können“, muss sich der junge Robert gesagt haben, als er den ersten deutschen Netzroman verfasste, der nun endlich auch in überarbeiteter Form in einer von Peter Hiess liebevoll edierten Ausgabe vorliegt. THE NAZI ISLAND MYSTERY ist ein gutes Gegengift, falls man versehentlich einen Skandinavier-Krimi in den Händen hatte. Wahrscheinlich das konsequenteste Stück Anarcho-Thriller in diesem Jahr. Als hätten sich Hunter S.Thompson, Carter Brown und William S.Burroughs ein Drehbuch für Roger Corman ausgedacht. Höchste Zeit, dem Urheber dieser Geschmacklosigkeiten den Bünnagelschen Fragenkatalog (das Noir-Äquivalent zum Proustschen) vorzulegen. Feuer frei für R.EVOLVER:

Berufungen neben dem Schreiben?
Mediendesigner, Rock ‘n’ Roll-Musiker, Verleger, Taxifahrer, Schauspieler …
Film in Deinem Geburtsjahr?
Jerry Cotton: Dynamit in grüner Seide
Was steht im Bücherschrank?
Sämtliche EC-Comic-Serien von “Vault of Horror” über “Weird Science” bis “Tales from the Crypt”, Fummeti Neri von Dylan Dog bis Diabolik, Hard-Case-Crime, Mr. Dynamit- und Modesty Blaise-Paperbacks, unzählige Ullstein-Taschenbücher mit dem roten “K”, Hardboiled-Autoren von Chandler bis Hammett, Spionage-Zeug von Ambler bis Carré …
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
Cornell Woolrich: “Die Braut trug Schwarz”
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Femme Fatale bläst kunstvoll-sinnlich Rauchringe in Luft und wirft dabei dem männlichen Helden einen Blick zu, als wäre er eine Mischung aus Clown und Straßenköter …
Ein paar Film noir-Favoriten?
“Die Narbenhand”, “Im Zeichen des Bösen”, “Rattennest”, “Fahrstuhl zum Schafott” …
Und abgesehen von Noirs?
“The Last Man on Earth”, “Dirty Harry” (I bis III), Hitchcocks “Psycho”, die TV-Serien “The Prisoner”, “Ufo – Weltraumkommando S.H.A.D.O.”, “The Avangers”, dann: “The German Wallace Wave”, nahezu alles von Mario Bava (vor allem “Terrore nello spazio”), die Hammer-Filme und ausgewählte Werke von: Russ Meyer, Sergio Corbucci, Don Siegel, Roger Corman, John Carpenter … und natürlich Ed Wood …
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
Lisbeth Salander, stellvertretend für alle vielschichtig-krisengebeutelten Charaktäre des nordischen Kriminalromans …
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Keine Frage, die Rolle des glücklosen, zynischen Private Eyes, das sich plötzlich mit einem Fall konfrontiert sieht, der eine Nummer zu groß ist.
2. Und der Spitzname dazu?
“Revolver” natürlich
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das
Drehbuch dazu schreiben?
James Ellroy
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen?
Klar hab ich Feuer – Moment, es steckt in der Hose …
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
Technicolor Process No. 5, was sonst?
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Link Wray
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Honor Blackman
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
Dodge Viper
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Smith & Wesson .38
10. Buch für den Knast?
Die Bibel
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
Er war gut … aber sie war fies.
„
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Guido Rohm wurde 1970 in Fulda geboren, wo er heute auch lebt und arbeitet.
Er schreibt u.a. Buchrezensionen für verschiedene Onlinemagazine. Dabei
entdeckte er auch den amerikanischen Kultautor Tom Torn für den
deutschsprachigen Raum. Nach der Kurzgeschichtensammlung »Keine Spuren« legt
er mit »Blut ist ein Fluss« seinen ersten Roman vor.
Berufungen neben dem Schreiben?
Eine Frau namens Annette
Meine Kinder
Auf dem Sofa mit geschlossenen Augen liegen und „innere“ Filme ablaufen lassen
Fluchen
Hände waschen (Sind inzwischen völlig ausgetrocknet)
Film in Deinem Geburtsjahr?
FIVE EASY PEACES (Ein Mann sucht sich selbst) von Bob Rafelson
Was steht im Bücherschrank?
Tom Torn, Jim Thompson, Ed Harlan, Ken Bruen, Daniel Woodrell, Cormack McCarthy, George P. Pelecanos …
Und dann noch viele andere Bücher, die mich meistens langweilen. Nur die Noir-Romane, die bleiben im Kopf und im Herz stecken. Das haben gut gezielte Geschosse so an sich.
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
Charles Laughtons „Die Nacht des Jägers“
Jim Thompsons „After Dark, My Sweet“
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Der trunksüchtige Held.
Ein paar Film noir-Favoriten?
Get Carter, Point Blank, Night of the hunter, No country for old man, There will be blood (Ein echter Western noir)
Und abgesehen von Noirs?
Filme von Gaspar Noe, Haneke, Peckinpah, Lars von Trier („Antichrist“ ist großartig), Luis Bunuel, Orson Welles.
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
Den echten und den fiktiven Adolf Hitler.
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Ein saufender Autor namens James Tippie, der seit Jahren kein Manuskript mehr untergebracht hat.
2. Und der Spitzname dazu?
Tippie
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?
Ken Bruen und ich
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen?
„Ich habe mir echtes Blut immer ganz anders vorgestellt.“
James Tippie zu seiner Nachbarin Laura, die er gerade erst mit seiner Schreibmaschine erschlagen hat
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
Natürlich Schwarzweiß!
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Tom Waits
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Ihren Namen darf ich nicht schreiben. Aber ich liege jeden Abend neben ihr im Bett.
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
In einem Mustang aus dem Jahr 1971
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Eine Glock
10. Buch für den Knast?
Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
Komme gleich wieder!
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Peter Hiess dürfte vielen auch als Dr.Trash bekannt sein. Als solcher gilt er als bedeutendster Hypochonder der Gegenwart.
Peter Hiess; Journalist, Autor und Übersetzer; Lektor, Lehrender und Lernender; Redakteur und Korrektor („I could have been a contender.“)
Zu seinen Büchern zählen:
Der Kokainkrieg Die Kolumbien-Miami-Connection (1989), Die Mordschwestern. Österreichische Mörderinnen von Peter Hiess und Christian Lunzer (Broschiert – 1992)Kurt Ostbahn, Peep-Show oder Das Geheimnis der toten Tänzerin (2000) von Günter Brödl und Peter Hiess,Kurt Ostbahn, Peepshow(2002) mit Günter Brödl , Mord-Express (2000, True Crime) mit Christian LunzerDie zarte Hand des Todes (2002, True Crime) mit Christian Lunzer, Kurt Ostbahn: Sad’s vuasichtig und losst’s eich nix gfoin! (2004) mit Lukas Beck

Photo – Copyright: Eva Kern
Berufungen neben dem Schreiben?
EVOLVER (http://www.evolver.at)
Film in Deinem Geburtsjahr?
„Anatomy of a Murder“
Was steht im Bücherschrank?
Viel zuviel. Genreliteratur fast aller Art. Bei den Krimis: 40er-Jahre-Pulp-Reprints, James Ellroy, Joe Lansdale, Hard-Case-Crime-Reihe usw. usf. Und der beste Noir der jüngeren Vergangenheit: die Comic-Serie „100 Bullets“
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
„Gilda“
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Wenn der verkaterte Detektiv morgens erwacht – und beschreibt, wie sich das Elend in seinem Kopf anfühlt.
Ein paar Film noir-Favoriten?
„Night of the Hunter“, „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, „L. A. Confidential“, „Blade Runner“
Und abgesehen von Noirs?
Cronenberg (das Gesamtwerk), David Fincher (fast das gesamte Werk), „Natural Born Killers“, die „Alien“-Filme, Kinski-Italowestern, die TV-Serie „The Shield“, „Requiem For A Dream“
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
alle aus Tarantino- oder Coen-Brothers-Filmen
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Der multitoxikomane Junkie-Arzt auf Abwegen; der Typ, der davon lebt, Gangster zusammenzuflicken – und einmal selbst einen großen Coup landen möchte. Oder wenigstens mit einem großen Knall abtreten.
2. Und der Spitzname dazu?
Dr. Trash (what else?)
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?
Hunter S. Thompson
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen? (Beispiel: Scarface = The World Is Yours, White Heat = Made It Ma, Top Of The World)
„Doc – ich hab’ geglaubt, die Spritze ist für mich …“
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
In Glorious Bloody Colour!!!
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Eddie Harris („Bad Luck Is All I Have“)
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Rita Hayworth, Krankenschwester
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
Taxi
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Dynamit um den Körper geschnallt, tödliche Bakterien, Giftgaskapseln – jedenfalls Massenvernichtungswaffen
10. Buch für den Knast?
John Kennedy Toole – Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten.
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
He was a dead man … all his life.
Einsortiert unter: Fragebogen, Interview, Listen, Noir, Porträt | Schlagwörter: Fragebogen, Michael Krause, Noir
Noir Fragebogen
Michael Krause, Schreiber und Spielleiter, das Irrlicht vor Augen, den Durchbruch im Blick.
Berufungen neben dem Schreiben?
Lesen
Film in Deinem Geburtsjahr?
Lawrence of Arabia
Was steht im Bücherschrank?
Alles mögliche: Romane, Sachbücher, Comics.
Was war Deine Noir-Initiation (welcher Film, welches Buch)?
Schon früh, mit 11 Jahren. Erst aus der Leihbücherei Der Pate von Mario Puzo, dann im TV heimlich Rattennest mit Ralph Meeker geschaut. Danach war alles klar.
Welches Noir-Klischee ist Dir das liebste?
Le Samourai – Alain Delon als eiskalter Engel.
Ein paar Film noir-Favoriten?
Le Samourai, Cercle rouge, Rattennest, Get Carter, Bring me the head of Alfredo Garcia, Thief, Point Blank, gibt viele – und DEADWOOD von David Milch.
Und abgesehen von Noirs?
Filme von Peckinpah, Kitano, Leone, Ford, Wilder, Lubitsch, Kurusawa, und und und…
Welche Film- oder Romanfigur würdest Du mit eigenen Händen umbringen?
Moby Dick
Noir-Fragen – Dein Leben als Film noir
1. Im fiktiven Film noir Deines Lebens – welche Rolle wäre es für Dich?
Thommy Udo
2. Und der Spitzname dazu?
Zäpfchen
3. Welcher lebende (oder bereits abgetretene) Schriftsteller sollte das Drehbuch dazu schreiben?
Der einzige, der deutsches Elend kapiert – Jörg Fauser.
4. Berühmtestes Zitat aus dem Streifen? (Beispiel: Scarface = The World Is Yours, White Heat = Made It Ma, Top Of The World)
Noch’n Augenblick, dann ist er dick.
5. Schwarzweiß- oder Farbfilm?
Abgefärbt.
6. Wer liefert den Soundtrack zum Film?
Jim Morrison und Mitstreiter
7. Welche Femme fatale dürfte Dich in den Untergang führen?
Vanessa del Rio
8. In welchem Fluchtwagen wärst Du unterwegs?
Notarzt
9. Und mit welcher Bewaffnung?
Einer Handvoll Yen.
10. Buch für den Knast?
The Long Good-Bye von Raymond Chandler. Da steht alles drin.
11. Und am Ende: Welche Inschrift würde auf dem Grabstein stehen?
Das Leben ist kein Schützenfest.


