Martin Compart


STAMMTISCHGEGRÖLE: KOTAU VOR DEM KULT-PARTY-KING by Martin Compart
31. März 2012, 10:06 vormittags
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Michael Ammer ist doch bestimmt kult – oder etwa nicht?
Er ist einer der überflüssigsten Männer der Republik. Wenn er seinen fast leer gesoffenen Fresskopf vor die Kamera schiebt um ein Statement über „die Kunst des Party-machens“ abzugeben, erlebt man eine intellektuelle Kernschmelze. Wie Dieter Bohlen verkörpert er das zu Geld gekommene Lumpenproletariat deren hybride Vorfahren noch nicht ganz erforscht sind. Sein Erfolgsrezept ist das Ausrichten von VIP-Partys, die er wie ein talentloser Zuhälter gestaltet: Willige dumme hübsche Mädchen (genannt Party-Girls), die nie eine Chance als Schlecker-Mitarbeiterinnen gehabt hätten, werden zu diesen dumpfen Geselligkeiten angekarrt wie Nutten aus der Ukraine um sich vollaufen und begrabschen zu lassen. Zu ihrem Glück ist das Ammer-Klientel immer schnell betrunken und eher an zotiger Vulgarität als an sexuellen Handlungen interessiert. Ammer Partys zeigen das Prekariat, wenn es auf allen Zylindern läuft.

Ammers evolutionäre Innovation dürfte zivilisationsgeschichtlich einmalig sein: Dumme Hühner finden, sie bei lauter Musik betrunken machen um sie dann c- bis Z-Prominenten zuführen (darunter natürlich auch ein Düsseldorfer Kult-Bordellinhaber). Diese Party Girls verstehen unter subtiler Erotik im Keller einer Plattenbausiedlung den Rock zu heben, während sich eine Kosovo-Albaner-Gang hinter ihnen mit den Hosen in den Kniekehlen formiert. Dazu tönen aus dem Ghettoblaster Geräusche von Scooter. Meistens sind sie schwer davon beeindruckt, dass Getränke nicht aus Pappbechern gekippt werden. Für diese Erfahrungen werden sie dem feisten Party-König immer dankbar sein, weil sie ihren Horizont erweitert hat.

Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass neben Alkoholika auf diesen Partys auch Kult-Viagra und kolumbianisches Rohrfrei gereicht wird. Empirisch leicht nachzuweisen wäre vielleicht, dass das Bewusstsein von Ammer und seinem Gesindel auf dem Niveau von mit Ritalin abgefüllten kastrierten Kampfhunden angemeldet ist.

Ein Proll mit Partygirls im Feinkostgeschäft

Ammer war zwar nicht in der Fremdenlegion, in San Quentin oder bei der Kult-SAS, aber er ist ein Bursche, der immer da hingegangen ist, wo es nur die Härtesten schaffen: auf Bewährung. Wie die ähnlich gestrickten Freunde von BILD am 7.8.2009 investigativ ermittelten: “2005 wurde er von zwei 15-Jährigen wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt. Bereits 1995 stand Ammer wegen Kokain-Besitzes, gefährlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung vor Gericht. Er hatte die damals eine 22-Jährige mit dem Versprechen, dass Till Schweiger und Heiner Lauterbach auf sie warten würden, in ein Hotel gelockt. Dort hielt er sie 24 Stunden lang fest und zwang sie, Kokain zu schnupfen. Sie musste sich nackt ausziehen, er schlug und fesselte die Frau. Der Partykönig wurde zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und 10 000 Mark Schmerzensgeld verurteilt.“ Kein Wunder, dass er nach diesen harten Schicksalsschlägen heute so wirkt, als ober zum Sündigen kaum noch Kraft hat.


Die Kehrseite des frohen Treibens. Manchmal geht es so brutal zu wie in einem schwarzafrikanischen Kult-Bürgerkrieg!

Wegen seiner Verdienste um die Volks-DNA wurde sogar in Bayern ein Kult-See nach ihm benannt.


Romantischer Blick über den Michael-Ammer-See. Wunderbar zum chillen.



STAMMTISCHGEGRÖLE: KRIEGSVORBEREITUNGEN WERDEN WIEDER AKTUELL by Martin Compart
6. März 2012, 4:22 nachmittags
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Blöd gelaufen. Ein Sprachführer für die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan mit persischen Militärfloskeln zeigt, dass geplant ist deutsche Soldaten bei einem Krieg gegen den Iran einzusetzen. Aufgeflogen ist es durch eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Inge Höger. Unten stehendes Video zeigt sehr schön wie sich Staatssekretär Christian Schmidt windet und sein Ton macht deutlich, daß sein Demokratieverständnis ähnlich klein wie sein Hirn ist.

Verlogen und ekelig. Der Iran liegt südlich von Afghanistan. Die deutschen Soldaten sind in Norden eingesetzt, wo niemand persisch spricht.

Zum Ausgleich noch einen verblödeten SPD-Hinterbänkler, der “die Region nicht bereist hat” und im Crash-Kurs von Scholl-Latour scheitert aber jederzeit für die Erhöhung seiner Diäten stimmen musste, da wir sonst nicht mehr die klügsten Köpfe für die Parlamente gewinnen können.

Lebenslauf eines der klügsten Köpfe Deutschlands. Das Volk dankt, dass so ein begehrter und qualifizierter Mann für die paar Pinunsen bis hin zur geistigen Erschöpfung unsere Bevölkerung vertrat:

Gert Weisskirchen verließ 1960 das Gymnasium Wiesloch mit der Mittleren Reife und besuchte anschließend bis 1962 die Höhere Handelsschule Heidelberg. Er legte dann die Kaufmannsgehilfenprüfung ab und leistete danach das kaufmännische Praktikum ab. Anschließend absolvierte er ein Studium an den Pädagogischen Hochschule (PH) in Heidelberg und Karlsruhe sowie ein Zusatzstudium der Fächer Erziehungswissenschaften, Politikwissenschaft und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von 1969 bis 1972 war Weisskirchen als Lehrer an der Realschule Eppingen und von 1972 bis 1975 als wissenschaftlicher Assistent an der PH Heidelberg tätig. Danach war er bis zu seiner Beurlaubung 1980 Professor für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Wiesbaden. Seit 1995 ist er Honorarprofessor für angewandte Kulturwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam.2009 kandidierte Weisskirchen nicht mehr für den Bundestag.
Jetzt genießt er wohl die Annehmlichkeiten seiner parlamentarischen Pension, die geringer ist als Wulffs Ehrensold. Ein Skandal! War doch so ein kluger Kopf aber auch…



STAMMTISCHGEGRÖLE: GRIECHEN STIMMEN ÜBER „WETTEN DASS…!?“ AB! by Martin Compart
9. Februar 2012, 6:35 nachmittags
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Währen die Welt in Unordnung gerät, verharren die Deutschen in urvölkerlicher Stammesdumpfheit. Nervös wie frisch entlassene Kinderschänder starren sie auf die entscheidende Frage des Universums: WER WIRD NACH GOTTSCHALCK WETTEN DAS ÜBERNEHMEN? Statt sich darüber zu freuen, diesen langweiligen und eitlen Nichtskönner los zu sein, erstarren sie angst- und erwartungsvoll zugleich bei der Nachfolgefrage für den Moderator  einer debilen Sendung die hier in diesem unseren Lande als Unterhaltung firmiert. Unterhaltung für geistige Krüppel. Die längst die Hoffnung aufgegeben haben, am Kneipentresen je wieder ein philosophisches Gespräch über die Bundesliga zu führen. Zum Glück hat der internationale Gerichtshof in Den Hag der bangen Suche des Lerchenbergs und dem Rumgezicke von Hape Kerkeling nun ein Ende gemacht: Das griechische Volk stimmt in einer Urabstimmung über die Kandidaten ab, die als Nachfolger des blond gefärbten Stammlers mit dem begrenzten Wortschatz ihren Einsatzbefehl erhalten haben. Ich darf diese Kandidaten exklusiv in meinem Blog vorstellen:







STAMMTISCHGEGRÖLE: Drecksbanken by Martin Compart
7. Februar 2012, 6:38 nachmittags
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Gerade habe ich in der WDR-Service-Zeit einen Beitrag gesehen, der mich auf 180 hochgeschossen hat. Die VR-Bank hat jemanden das Konto gekündigt, der in die private Insolvenz geraten ist. In diesem Fall durch ein schwieriges und schlimmes Schicksal. Am Ende stand natürlich das, was immer am Ende steht: Job verloren und nicht mehr dazu in der Lage, die aufgelaufenen Kosten zu begleichen. Trotz alle Bemühungen gab ihm KEINE Bank auch nur ein Guthaben-Konto. Seine Sozialhilfe bekam er mit Barscheck und die laufenden Kosten musste er per Scheck erledigen. Kosten: 80 Euro im Monat! Dafür hätte er – nach eigener Aussage – zwei Wochen Lebensmittel kaufen können.

Man muss sich das mal genau überlegen: Diese Vollidioten in den Banken kriegen für ihr Versagen (das nicht mit persönlicher Haftung oder Insolvenz belegt wird) Milliarden Steuergelder in platt zu tretenden Ärsche. Aber ein Bürger hat kein festgeschriebenes Recht auf ein Konto.
Naja, nachdem der WDR-Journalist sich reingehängt hatte (keine Interviews von der VR-Bank), bekam der Mann wenigstens bei der Stadtsparkasse Oberhausen (auch die Deutsche Bank, wie alle anderen, hatte abgelehnt) ein Guthabenkonto. Der wollte nie einen Überziehungskredit oder sonstigen Scheiß, mit dem diese protektionierten Plünderer einen zumüllen. Nur ein simples Konto! Verschanzt in der Dumpfheit ihrer Filialleiter-Büros, haben sie sich diese Geldverbrenner wahrscheinlich tot gelacht. Man sollte sie alle teeren und federn und noch mehr… Genau wie die Politiker, die ihnen unser Geld in den Arsch schieben. Im Vergleich zu den Banken, kriegen die Griechen doch nur Peanuts. Und im Gegensatz zu den Banklemuren verstehen die durchschnittlichen Griechen wenigstens zu leben.


…immerhin: der gute Wille zählt.



STAMMTISCHGEGRÖLE: Wissenswertes über Gossenjournalismus by Martin Compart
27. Januar 2012, 1:09 nachmittags
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Wer bisher gedacht hat, das Schlimmste am “Spiegel” sei der katholische Schleimbeutel Mattussek, wird eines besseren belehrt unter:

http://www.steinbergrecherche.com/08spiegel.htm#Mush

Natürlich gibt es immer noch ein paar richtig gute Leute in dem Blatt, aber leider zuviele Ideologen.



DAS WORT ZUM BIER HOLEN by Martin Compart
21. Januar 2012, 10:12 vormittags
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Als Fan des einzigen deutschen Nachrichtenmagazins kann ich nicht zulassen, dass dieser Titel in Vergessenheit gerät. Außerdem liegt mir daran, unsere fähigen Freunde vom Verfassungsschutz bei ihrer schwierigen Arbeit zu unterstützen.



DR.HORROR IST ZURÜCK! by Martin Compart
13. Januar 2012, 2:26 nachmittags
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Jetzt ist es endlich soweit:

DIE NATION DREHT DURCH

So lautete der Titel eines Buches, das bei Ullstein erscheinen sollte, aber nie herauskam. Das war vierzig Jahre nach den Nazis, zwei Jahre, nachdem Helmut Kohl Kanzler geworden war, sechs Jahre vor der deutschen Vereinigung, 15 Jahre vor dem Euro (als Europa prima! wahr wurde) und 26 Jahre, bevor Christian Wulff ins Schloss Bellevue umzog.
Ullstein bekam damals kalte Füße, zog die Notbremse und stieg aus. Inzwischen wäre so ein Projekt als Buch nicht mehr möglich.
Weil die Satire längst Wirklichkeit geworden ist. Sie findet in Deutschland und anderswo statt – täglich, stündlich. Man begegnet ihr an allen Ecken & Enden – und niemand zieht die Notbremse. (Ullstein, wo bist Du?)

Im “(Des-)Informationsmedium” Internet, zwischen Google, Facebook, Twitter und YouTube, werden der Verfall der Bedeutung sowie deutsche Provinzialität allerorten exerziert. Gönnen Sie sich den Spaß: Besuchen Sie unverbindlich die Website der Grünkohl-Akademie Oldenburg [www.gruenkohl-akademie.de] “Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Christian Wulff sowie die Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Helmut Kohl sind Kohlkönige, beziehungsweise -königinnen.”
Guten Appetit!, kann man da nur wünschen. Es wird nicht mehr über Sachfragen debattiert, es geht um Personen, die in Deutschland inzwischen Programm geworden sind:

- David Groenewold, Carsten Maschmeyer, Veronica Ferres und andere liebe Freunde, die der Bundespräsident schon mal gerne besucht, damit sie ihm das Frühstück machen
- denn die vorbildliche Ehefrau des Präsidenten hat dafür keine Zeit, weil sie shoppen gehen muss.
- Dr. Guido Westerwelle, Dr. Philipp Rösler, der “Wegmoderierer” der FDP: auch er einer, der aus Hannover kommt, wie sein Generalsekretär Patrick Döhring – sie alle im freien Fall. Die Frage ist nur: Wer fällt schneller? Einige mögen sich, wäre ein solcher Vergleich statthaft (er ist es ist nicht!), noch an einen anderen tragischen Absturz, den des Herrn Möllemann, erinnern.
- Ronald “Halt’s Maul” Pofalla aus Weeze und Thilo Sarrazin aus Recklinghausen, der befürchtet, dass Deutschland sich abschafft
- Helmut Kohls ehemaliger Lieblings-Jungunternehmer Lars Windhorst aus Rahden in Westfalen und sein Freund Andreas Fritzenkötter, der auch mal für Kohl tätig war
- Karl Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin und andere unverdiente Doktoranden
- Familie Pooth, Daniela Katzenberger, Eva Hermann und Kader Loth
- Barbara Schoeneberger, Dieter Bohlen, Matthieu Carrière, Rainer Langhans und das Dschungelcamp einschließlich Frau Zietlow – www.sonja-zietlow.de: “hereinspaziert! es tut auch gar nicht weh! eigentlich bin ich nämlich ganz nett!”
- Hansi Hinterseer und Jörg Kachelmann
- Hartmut Mehdorn, der ehemalige Reformator der Berliner S-Bahn, der aus der Bahn alles erdenklich andere machen wollte, und Ex-(Militär-)Bischof Walter Johannes Mixa aus Oberschlesien, dem die Stunde schlug
- Noch-OB Sauerland, das ganz andere “Adolf”-Gefühl

- Apropos, wenn es damals schon mehr TV gegeben hätte, dann hätte sich der frühere “Adolf” beim deutschen Volk entschuldigen und so vielleicht “durch ein besseres Leben” weitermachen dürfen, ohne aus diesem zu scheiden: Es tue ihm herzlich leid. Er möchte das Amt aber, bitteschön, auch in Zukunft gewissenhaft und mit ganzer Kraft ausfüllen, die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Dafür bitte er auch zukünftig um Vertrauen. (Zurück zum Bundespräsidenten, der glücklicherweise kein Führer ist: Wenn der wenigstens ein richtig großes Ding gedreht hätte, das Schlagzeilen in der Weltpresse gemacht hätte. So aber geht es nur um ein bescheidenes, dörfliches Eigenheim, einen Besuch hier, einen Besuch dort, Designerklamotten für die Ehefrau… Angeblich kann Dieter Wedel sich vorstellen, das zu verfilmen!)

- die Amateurligen der RTL-Prollsendungen, von Familien im Brennpunkt bis zur deutsch-russischen Partnerbörse Traumfrau gesucht mit “Ekel” Walther
- Mietnomaden und Rechtsextreme

Aber es geht im Leben ja bekanntlich immer noch eine Stufe tiefer.
Wie bemerkte eine RTL-Laiendarstellerin, der der Text entflogen war, zum Jahreswechsel so richtig: “Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende ohne Schrecken…” Zwar nicht den Sieg, aber doch dieses Motto werden wir uns die nächsten zehn Jahre gern auf die Fahne heften.

Rolf Giesen
Freitag, der 13. Januar 2012



EIN FAST VERGESSENER SIEG DER HELDENHAFTEN AMERIKANER IM IRAK by Martin Compart
7. Dezember 2011, 5:46 nachmittags
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STAMMTISCHGEGRÖLE: THOR KUNKEL HAUT IHNEN EINE REIN – ENDLICH! by Martin Compart
6. Dezember 2011, 11:44 vormittags
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Das deutsche Literaturfeuilleton – Quell ewiger Belustigung! Ähnlich wie der deutsche Fernsehkrimi lebt es in ewiger kultureller Verspätung. Und ihre Protagonisten sind von ähnlich intellektueller Potenz wie TATORT-Redakteure. Geistige Tiefflieger, mit denen man maximal ein halbes Bier am Tresen verbringt. Schlimm ist nur, dass sie sich trotz ihres grässlichen Äußeren auch noch im Fernsehen zeigen. Beim Anblick einer Iris Radisch würde sich sogar ein ausgehungerter Graf Dracula mit Entsetzen abwenden. Die Stimme von Thea Dorn ist für jeden Brillenträger selbst beim zappen eine Gefahr. Und der ewige Bube Dennis (the Menace) Scheck kommt so daher, wie er aussieht: Aus der Pubertät direkt in die Rente, aufgequollen wie Hefeteig.
Das Print-Feuilleton der einstmals Auflagen starken Bildungsbürgerpresse haben diese längst in die Bedeutungslosigkeit ruiniert. Schreiberlinge, die ohne nennenswerte Kenntnisse in ihrem Material herumstochern; emsige, aber geistlose Geschöpfe. Wie die Marketingexperten der Großverlage handeln sie nach dem Motto: werben, wo es ohnehin schon läuft.
Das kommt dann sogar einem Frank Schwätzing (peinlichst von Thea Dorn in ihrer Schmierensendung angehimmelt) zu gute, dessen LIMIT in der Science Fiction-Szene nur mitleidiges Gelächter auslöste. Aber von Genre-Literatur haben sie ja keinen Schimmer (Lieblingssatz seit Jahrzehnten: Mehr als ein Kriminalroman). Die entscheidende Literaturkritik ist längst in Spartenmagazine und ins Netz abgewandert. Diese Falange, verharrend in ungebildeter Stammesdumpfheit, bedient nur noch die geistigen Krüppel des Prosecco-Prekariats, in der vergeblichen Spekulation, dass die Literaturgeschichte sie registriert.
Den Heloten der Bestsellerlisten hat nun Thor Kunkel ordentlich einen reingewürgt (und die wütend reagierende Feuilleton-Kamarilla wird mit hämischen Leserbriefen bedacht – siehe WELT: http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13746535/Z-wie-Ziege.html ). Und Kunkel (immerhin einer der wenigen deutschen Lieblingsautoren des hoch gebildeten und geschätzten Kollegen Ulrich von Berg) hat als gebranntes Kind jedes Recht dazu. Diesen Buchbranchenkulis gelang es doch tatsächlich, Kunkel einen potentiellen Bestseller zu versauen: Unter Auslassen der Lebensgefahr haben die investigativ ermittelnden Schreibtischmähren ihm nachgewiesen, dass irgendwelche Recherchen für seinen Roman ENDSTUFE (für dankbare Nerds: da geht es um Nazi-Pornos!!!) nicht stimmten. Fürwahr: ein tolles Argument gegen ein fiktionales Werk! Was ließe sich da wohl alles im Schleim einer Charlotte Roche recherchieren! Oder bei einem ihrer Lieblinge, dem Ostküsten-Klugscheisser Paul Auster. Hätte Kunkel das Buch unter Pseudonym als französische Übersetzung veröffentlicht und wäre er bei Interviews als bretonisch-lesbische Neo-Nazi-Aussteigerin aufgetreten, hätten sie ihm einen der vielen unbedeutenden deutschen Literaturpreise und hohe Auflagen besorgt. Vielleicht wäre es auch ausreichend gewesen, wenn er sich diesen Schaumschlägern von recht erbärmlichem Geschmack, in devoter Pflegeleichtigkeit genähert hätte.

Aber hier nun ein paar wunderbar formulierte O-Töne aus Kunkels Essay. Mir gefällt besonders der Vergleich mit Bankern und anderen Sozialschmarotzern, die längst ihre Existenzberechtigung verwirkt haben (ich kann auch nicht begreifen, warum man nicht die SAS – sie nimmt nie Gefangene – oder Navy Seals zu Standard & Poor´s oder Moody´s schickt um dies Eco-Terroristen zu neutralisieren. Wenn es um die nationale Sichereheit geht…):

„ Die mangelnde Urteilskraft derer, die gewissermaßen den kulturellen Mainstream lenken, tritt hier einmal mehr deutlich zutage. Es ist eine wahre Aprés-Garde, die jetzt kritisiert, und dem Hype in einem geistlosen Labyrinth hinterherhinkt…
Viele der tonangebenden »Kulturkaffern« scheinen zudem dem Zeitgeist verfallen zu sein, der – indem er reale Werte verkennt und die ideelle Falschmünzerei protegiert – in einem ethischen Dilemma verharrt. Sie verhalten sich nicht anders als gewisse Finanz-Manager, die ihren Kunden Junk Bonds und marode Anleihen andrehen. Was momentan geschieht, ist de facto eine kulturelle Obszönität, und somit das exakte Gegenteil dessen, was genuine Kultur ausmachen sollte. Die Vielzahl und Kontinuität der ästhetischen Fehlurteile ist deplorabel…

In der Welt der veröffentlichten Meinung ist es inzwischen nicht anders. Die Posten- und Pöstchenmelange geht Hand in Hand mit tendenziösen oder werblichen Texten. Da lobt beispielsweise Elke Heidenreich den in ihrer Edition erschienenen Hans Neuenfels (Das Bastardbuch) und glaubt ernsthaft, dass niemand den parfümierten Kuhhandel riecht. Nichts gegen Neuenfels, aber was unterscheidet Heidenreichs Rezension von product placement, inklusive PR-Journalismus…

… so wie die Literatur-Glucke Auffermann, deren »gefährlich kreatives« Patenkind 2010 als ziemlich dreiste Abschreiberin demaskiert wurde. Da war die Copy-Paste-Bastelarbeit schon zum Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Die politisch korrekte Tränentrine Iris Radisch verglich das aufgeflogene Wunderkind damals übrigens ohne Zögern mit Heiner Müller, und niemand, wirklich niemand, auch kein versprengter, halbverhungerter Bewohner irgendeines Kulturreservats rückte Frau Radisch für diesen Spruch den schwarzgefärbten Fransenpony zurecht! Zeugte der Vergleich mit Müller, immerhin einem der größten Dramaturgen der Neuzeit, nicht geradezu von Verachtung für Literatur? Und von einer schier unglaublichen Inkompetenz?
Den vielen verhaltensauffälligen Frauen, die heute für die Feuilletons schreiben, geht es wahrscheinlich eher um ihren Lifestyle als um Literatur. Man gehört ja zum juste milieu, hat eine Klassengrenze zwischen sich und die brotlosen, wahren Poeten gebracht, und diese Tatsache verdient es, einmal täglich mit einem Prosecco oder Veuve Cliquot am Szene-Tresen begossen zu werden. Und damit das möglichst lange so bleibt, spielt man auch gerne mal den Steigbügelhalter von Charlotte Roche, deren unsäglicher Textbrei das letzte Sommerloch füllte. Nicht das Buch war der Skandal, sondern die Kritik, die sich querbeet durch den Blätterwald nie zu schade war, kunstlosen Quatsch hochzuschreiben. …“

Wunderbar! Ganz wundeerbar! Diesen schönen Text darf man komplett genießen auf:

http://www.titel-magazin.de/artikel/3/10192/den-%C2%BBhausheiligen%C2%AB-der-feuilletons-fehlt-es-stets-mehr-an-selbstverpflichtung-zur-wahrheit.html

Dank an die KRIMI-DEPESCHEN, dass sie mich auf Kunkels Text aufmerksam gemacht hat.


Schönheit, Geist, ein gut sitzender Damenblazer und Rebellentum – was will die verwelkte Thalia-Kundin mehr? Ein Rollenmodel für ZEIT-Abonnentinnen.


Unbekannte Feuilletonistin beim tanken. (Soso, schade – da muss ich mich gelegentlich nach adäquaten Ersatz umschauen).


…dann hat ja wohl alles nicht so richtig Sinn. Oder was?


Begabte, aber ebenfalls unbekannte, Feuilletonistin beim Aufräumen des Schreibtisches.



Das wort zum bier holen by Martin Compart
6. Oktober 2011, 5:11 nachmittags
Einsortiert unter: Stammtischgegröle, Weise Worte

“Man sollte jetzt über eine geordnete Insolvenz des Kapitalismus nachdenken.”

Gill




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