Martin Compart


SÖLDNER: EIN FAST VERGESSENES DOKUMENT by Martin Compart
27. Juli 2011, 9:24 vormittags
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Der Mediziner Dr.Hans Germani gehörte zu den Figuren, wie es sie in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik reichlich gab: Abenteuerlustig und hysterisch anti-kommunistisch. Letzteres gibt es heute noch en masse – ersteres kaum. Er gehörte zu den Journalisten, die dahin gingen, wo es wirklich weh tut. Er trieb es nicht so wild wie Scholl-Latour – aber er kam auch rum und wurde 1956 in seiner SPIEGEL-Zeit während des Ungarn-Aufstandes gar verwundet. Seine große Liebe war Afrika. Er arbeitete in Kairo, war einer von Peter von Zahns „Reporter der Windrose“ in Nairobi und ab 1976 Südafrikakorrespondent der Springer-Presse, die er mit Pamphleten zur Rechtfertigung des Apartheidstaates versorgte. Dort starb der 1927 in Triest geborene im August 1983 in Johannesburg.


Er war u.a. Afrikakorrespondent der WELT und nahm als Feldarzt 1961 und 1963 bis 1965 an den Kongo-Kriegen teil. Diese Erfahrungen hat das schlichte Gemüt zu einem faszinierenden, weil authentisch, Bericht verarbeitet. Der erschien 1966 als Ullstein-Taschenbuch unter dem romantischen Titel WEISSE SÖLDNER IM SCHWARZEN LAND. Germani ist kein Scholl-Latour, der – hoch gebildet – aktuelle Ereignisse in historische Zusammenhänge zu stellen weiß. Germani ist ein Tagesreporter, vollgemüllt mit nach Bestätigung heischenden Vorurteilen, und kann nicht mal zwischen Kommunismus, Staatskapitalismus, real-existierenden Sozialismus oder Maoismus unterscheiden. Dies alles bedenkend bleibt ein faszinierender Einblick in die Situation im Kongo nach der Unabhängigkeit unter dem besonderen Blickwinkel eines Deutschen, der die Söldner in Aktion erlebte und an ihren Feldzügen teilnahm. Seine naiven Portraits einiger dieser Gestalten werden fast ungefiltert vermittelt. Ohne die Grausamkeiten zu verheimlichen, entlarvt er die Dämonisierung von Mad Mike Hoare und seinem 5.Kommando, die man bis heute rezipiert und die an Executive Outcomes erinnert, als Ideologie einer vermeintlich liberalen Presse. Seine Einlassungen über die UNO-Truppen (unfähige Vergewaltiger, Mörder und Diebe), weltfremde Karrierepolitiker und Kindersoldaten („Die Jugendgruppen waren die Schlimmsten.“) lesen sich hoch aktuell und wären Zierden aktueller Postillen. Hinterfragungen der Ursachen für diese brutalen Auseinandersetzungen werden mit den damalig vorherrschenden Ideologien beantwortet, die Germani zum großen Teil den O-Tönen von Zeitzeugen entnimmt. Er benennt auch Psychopathen unter den Söldner, aber dank Mike Hoarses gnadenloser Disziplin unterscheidet sich die Mehrzahl wohltuend vom medialen Bild der Schreibtischhängste. Unterschwellig belegt er, dass bereits damals eine Ursache der Kriege das ist, was sich als eines der größten Probleme des 21.Jahrhunderts erweist: Die Arbeitslosigkeit und der gesellschaftliche Ausschluss der jungten Männer und die daraus folgende Aggression und Barbarei. Das können wir inzwischen, dank Kohl, Schröder und Merkel, auch in deutschen Städten beobachten (dank unseres verlotterten Bildungssystem und der Atomisierung der Gesellschaft durch die Volksempfänger sind die Präkariatskinder noch nicht dazu in der Lage, effektive Barbarenverbände wie die Simbas oder die RUF zu organisieren).
Nach einigen Gegenchecks bestätigten sich Germanis Schilderungen. Neben dämonisierende Portraits der Protagonisten (etwa Lumumba), die er persönlich kennen gelernt hatte, erfährt man eine Menge über die Taktik im Dschungelkrieg, die Grausamkeit der Beteiligten und die Auflösung des Kollonialismus. WEISSE SÖLDNER ist ein Zeitdokument ersten Ranges, dass es wieder zu entdecken und kritisch zu würdigen gilt. Die emotionalen Momente berühren auch nach über fünfzig Jahren. Dank des effektiveren Neo-Kolonialismus der Konzerne kann man nach der Lektüre Germanis frustriert sagen: Im Kongo nichts neues.

Hans Germani:
WEISSE SÖLDNER IM SCHWARZEN LAND
Ullstein TB 622, 1966. 177 Seiten, 6 Fotos des Autors u.5 Lageskizzen.


P.S.: Schön auch, wie er die großen Heldentaten à la OPERATION DRAGON ROUGE relativiert:

“Die operation Stanleyville, so genial sie Vandewalle auch geplant hatte, hat die Rebellion nicht beendet. Nicht er war daran schuld, sondern die ewige Halbheit des Westens. Nur wenige hundert Fallschirmjäger sprangen in Stanleyville ab, und nur am rechten Ufer, am linken konnten die Rebellen in aller Ruhe die Geiseln massakrieren. Fallschirmjäger sprangen über der zweitgrößten Stadt des Ostens, Paulis, ab, um sie am nächsten Tag mit den befreiten Geiseln per Luft zu evakuieren. Die Armee mußte Zeit und Kräfte vergeuden, um Paulis wieder zu erobern. Erfahrene Offiziere sagten mir in Stanleyville: >Hätte Belgien nicht fünfhundert, sondern tausendfünfhundert Fallschirmjäger eingesetzt, und zwar zu gleicher Zeit am rechten und am linken Ufer, in Paulis, aber auch in Bunia und Faradje, wo es Flugplätze gibt, und diese Städte bis zum Eintreffen der Armee gehalten, wären noch einige hundert weitere Geiseln gerettet worden, außerdem hätte im Anschluß an die Eroberung Stanleyvilles die Armee die wesentlichen Zentren des Nordostens besetzen und die sudanesische und ugandische Grenze abriegeln können.< Damit wäre der beginnende Waffenzustrom unterbunden gewesen…”

Naja, ersterem ist sicher zuzustimmen. Aber Germani lässt auch keine Möglichkeit aus, den erbärmlichen Zustand der Kongolesischen Armee zu beschreiben. Die hat sich von den Simbas aus jedem Ort vertreiben lassen. Manchmal genügte ein Funkspruch oder Telefonanruf, in dem die Simbas ihr Kommen ankündigten – schon entsetzten die Soldaten den Ort in Rekordgeschwindigkeit.



GESCHICHTE DER SÖLDNER by Martin Compart
3. Juli 2011, 12:27 nachmittags
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Söldner sind böse!
So lernt man das auf der Klippschule und aus Postillen wie BILD, ZEIT oder SPIEGEL. Dummerweise stimmt das genauso wenig wie die meisten Verallgemeinerungen (von Bankern, Spekulanten und Politikern einmal abgesehen). Söldner sind Instrumente, wie etwa ein Hammer: Man kann ihn gebrauchen um Nägel in die Wände zu hauen, oder um mit ihm den Schädel eines Mitmenschen zu zertrümmern. „Es sind nicht die privaten Sichherheitsfirmen (Private Military Companies), die die Demokratie zerstören, wie manchmal gerne verkündet wird, sondern bestehende staatliche Institutionen, die mit der Beschäftigung solcher Firmen parlamentarische Kontrollinstanzen umgehen“, schreibt Frank Westenfelder im besten deutschsprachigen Buch zum Thema Söldnerwesen. Die „kleine Geschichte“ ist ein großer Wurf!


Frank Westenfelder: EINE KLEINE GESCHICHTE DER SÖLDNER. Adatia Verlag, 2011.

Da es kaum Kriege gab und gibt, in denen Söldner keine Rolle spielen, scheint das Thema kaum zu bewältigen zu sein – auch wenn Westenfelder erst kurz vor der Neuzeit 1000 n.Chr. einsetzt. Aber ihm gelingt es blendend, zu jeder Epoche einen großen Überblick zu geben und dann an exemplarischen Einzelfällen die jeweiligen Spezifika heraus zu arbeiten. So geht er zum Beispiel in Folge des Russischen Bürgerkriegs genauer der Masse an weißrussischen Militärs nach, die als Söldner die Geschicke in China und Zentralasien zwei Jahrzehnte mitbestimmt haben. Ob politischer Überblick, militärische Taktiken, Strategien oder Waffentechnologie – das Buch strotzt vor interdisziplinärem Fachwissen. Und Westerfelder beschreibt die komplexesten Themen so eingängig, dass sich das Buch wie ein Thriller liest. Ein Page-Turner, den man schwer aus der Hand legen kann und politisch von keinerlei Naivität getrübt: „Die CIA soll Resultate bringen, aber die Menschenrechte beachten. Also lässt man Häftlinge zum Verhör nach Pakistan oder Ägypten bringen, wo Folter zwar auch verboten ist, sich aber niemand darum kümmert… Man schafft mit voller Absicht rechtsfreie Zonen… Bei PMCs wie Blackwater, Dyncorp oder MPRI handelt es sich um keine Söldnerfirmen, sondern um inoffizielle Dienststellen von Pentagon und CIA, von denen sie vollkommen abhängig sind, was einem Söldnerstatus eindeutig widerspricht. Sie dienen dazu, demokratische Kontrollinstanzen wie Senat und Kongress zu umgehen, mindern den Druck der Öffentlichkeit.“

Dr.Frank Westerfelder studierte in Karlsruhe Literaturwissenschaft und Geschichte. Er promovierte zum Thema nationalsozialistische Ideologie im historischen Roman – eine Arbeit, man auch gerne liest: http://www.westfr.de/ns-literatur/. Heute lebt er als freischaffender Programmierer in Barcelona. Von dort aus betreibt er die wohl beste Netz- Seite über das Söldnertum, der auch international nichts Vergleichbares entgegen gesetzt werden kann. Und genau an dieser Schnittstelle ergänzen sich zwei Medien vorzüglich: Man findet auf der Page http://www.kriegsreisende.de zu jedem im Buch angesprochenen Thema Ergänzungen und Vertiefungen. Ein Paradebeispiel dafür, wie hervorragend sich das älteste- und modernste Massenmedium ergänzen können. Die Page macht das Buch auch keineswegs überflüssig, da es dem Interessierten erst einmal einen generellen Einblick ermöglicht, das Rüstzeug liefert an Hand dessen man weiter gehende Informationen einordnen kann. So sollte heute mit Geschichte umgegangen werden.



RUMBLE IN THE JUNGLE- Andy McNabs DIE ABRECHNUNG by Martin Compart

Während mir beim Shooting Star des Polit-Thrillers, Tom Cain, die elend breit getretene Liebesgeschichte ziemlich auf den Senkel ging, kann ich das für Andy McNabs letzten (deutschen) Thriller DIE ABRECHNUNG nicht sagen. Seinem Helden, dem von Schuldgefühlen getriebene Nick Stone, lacht endlich mal etwas Glück: Er ist verliebt in Silke, die deutsche Stieftochter eines Milliardärs und er lebt bei ihr in Lugano. Lugano gefällt Nick ganz gut: „An leberfleckigen Handgelenken baumelten genug Gold und Diamanten, um die Staatsschulden eines Entwicklungslands zu bezahlen und Bob Geldorf genug Kleingeld für einen Haarschnitt übrig zu lassen.“ Silke und ihr Vater wohnen natürlich in bester Lage mit Blick auf See und Bankenviertel. „Manchmal fragte ich mich, ob Stefan dieses Haus gewählt hatte, weil sein Geld dort unten im Tresorraum einer Bank lag und er die ganze Nacht am Fenster sitzen und beobachten konnte, wie sich Zinsen ansammelten.“ Natürlich ist Papa ein Riesenarschloch. Der Ex-Special Force (SAS) McNab weiß nur zu gut, für welche Kretins er 19 Jahre sein Leben riskiert hat und wie er ununterbrochen von den Regierenden verarscht wurde. Silke hat den weit verbreiteten Schuldkomplex ihres Milieus, macht aber etwas dagegen: Sie arbeitet für eine weltweit operierende Hilfsorganisation. Eines Tages verschwindet sie ohne ein Wort. Nick, den der Stiefvater sofort rausschmeißt, erfährt das Ziel ihrer Mission. Die Ituri, Provinz im Ost-Kongo! Und Nick erfährt auch, das just dieses Gebiet mit seinen Minen das Ziel einer Großoffensive von Joseph Konys Gods Resistance Army ist. Kony sollte man googeln. Er ist momentan der wahrscheinlich durchgeknallteste Menschenfresser, der in Afrika kein offizielles Amt einnimmt. Er möchte gerne mit seinen Kindersoldaten aus Uganda einen Staat machen, der nach den zehn Geboten ausgerichtet ist. „Der Typ war so durchgedreht, dass er glaubte, Fahrräder dienten nur dazu, die Behörden über seinen Aufenthalt zu informieren – wer mit einem Fahrrad erwischt wurde, bekam die Füße abgehackt. Und jetzt schien er seine Aufmerksamkeit auf den kongolesischen Bergbau zu richten.“ Nick zögert nicht lange. „Ich wusste nur, dass ich Silky aus dem Scheißland holen wollte.“
Er mobilisiert alte Söldnerkontakte, reist in den Kongo und tut, was ein Mann tun muss. Und das so authentisch, wie es nur jemand mit McNabs Background schreiben kann. Der Plot erinnerte mich etwas an den zweiten Teil meines Romans DIE LUCIFER CONNECTION. Da musste ich mal tief Luft holen. Hat es ein Andy McNab wirklich nötig, in meinen Schubladen zu wühlen? Mit seiner Ausbildung hätte er das durchaus hinkriegen können. Nee, in England ist der Roman bereits 2006 erschienen. Also werde ich vielleicht künftig mit dem Vorwurf leben müssen, von diesem Roman inspiriert worden zu sein. Was nicht stimmt, denn während des Schreibens kannte ich ihn noch nicht. Und irgendwie sind sie doch sehr unterschiedlich und McNab ist zweifelsfrei der bessere Autor.

McNabs zynische Nick Stone-Thriller sind eine Synthese aus Ian Fleming und Eric Ambler. Er ist sehr stark in der Analyse zeitgenössischer Konflikte, die er geschickt wie Forsyth als Katalysator für die Handlung einsetzt. Er schreibt wahrscheinlich die besten Action-Szenen im aktuellen Polit-Thriller; sie atmen alle die Erfahrungen des Ex-Spezialisten, der 1993 als höchstdekorierter Soldat der britischen Armee aus den Dienst schied. Mit seinen Erinnerungen an den Irak-Krieg, BRAVO, TANGO, ZERO (verfilmt mit Sean Bean) gelang ihm der Durchbruch. Es ist das meistverkaufte Kriegsbuch aller Zeiten und mit jedem neuen Thriller scheffelt er Millionen. Als aktiver Soldat war er einst Gefangener Saddam Husseins und wurde zwei Monate lang gefoltert. Er steht immer noch auf der Todesliste verschiedener Organisationen und niemand kennt sein Bild: Im Fernsehen oder bei Lesungen tritt er nur maskiert auf (oder wird im Schatten abgefilmt). Der eifrige Autor (mindestens zwei Bücher pro Jahr und unzählige Artikel) gehört in England zu den bekanntesten Personen; dort hat sich seine Autobiographie eine Million mal verkauft!
Außerdem ist er der Wegbereiter für etwas, dass man inzwischen fast als ein Subgenre bezeichnen könnte: Thriller früherer Special Force-Angehöriger wie etwa Chris Ryan oder Mike Curtis. Im deutschsprachigen Raum pflegt ihn Blanvalet seit geraumer Zeit und seine Fangemeinde wächst. DIE ABRECHNUNG mit seiner 50seitigen Schlachtszene zu Beginn ist ein guter Einstieg für neue Leser, aber um die volle Droge zu bekommen, sollte man die Stone-Thriller chronologisch von Anfang an lesen.

Andy McNab: Die Abrechnung. Blanvalet 37028, 2008. 443 Seiten, 8,95 gut angelegte Euro.

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GUTE SÖLDNER – Jenseits von Blackwater by Martin Compart
8. Oktober 2009, 8:35 nachmittags
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Angesichts der Situation in Afghaniststan und im Irak, wo sich hirngeschädigte Evangelisten und sadistischer Abschaum als Contractor tummeln (nicht alle sind verblödete Metzgergesellen von Blackwater; natürlich gibt es auch Ehrenmänner darunter), fällt es schwer, eine Lanze für private Militärorganisationen zu brechen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass erst seit der Ausformung der Nationalstaaten staatliche Armeen das Monopol auf Kriegsführung beanspruchen. Das Söldnertum kennen wir seit der Antike. s ist älter als Natonalarmeen. Die grosse Renaissance des Söldnertums hat natürlich auch mit dem Niedergang der Nationalstaaten zu tun. An ihre Stelle treten Konzerne, die Branchen vertreten, deren Gewinne höher sind als das Bruttosozialprodukt ganzer Kontinente (wie etwa Afrika). Schwachsinnsorganisationen wie die EU werden längst von der organisierten Kriminalität der Wirtschaftskonzerne (Molsanto) beherrscht. Aber ich schweife ab. Unten stehende Buchbesprechung schrieb ich vor ca. zwei Jahren für EVOLVER. Ich stehe trotz Blackwater & Co. dazu.

EEBEN BARLOW: EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS. Alberton, SA: Galago Books, 2007. 552 Seiten

Stellen Sie sich folgende Situation vor, die seit den 90er Jahren so oder ähnlich irgendwo in Afrika täglich passiert: Vor Ihnen steht eine Horde Nackter mit Macheten und
Kalaschnikows. Einige haben sich Halloween-Horromasken übergezogen, andere Frauenperücken. Nicht alle sind nackt, manche tragen Brautkleider, andere Markenjeans, einige sind barfuss, andere haben Gummistiefel oder nagelneue Nike an. Aber alle haben abgeschnittene Ohren, Ketten aüs Menschenzähnen und Nasen oder anderen ju-ju-Krempel, sind von Ganja, Palmwein und Kokain zu bis über die Haarspitzen. Einige sind vielleicht grademal 12 Jahre alt und haben völlig kalte, erbarmungslose Augen. Diese wild grölenden Freaks hatten gerade Ihren Bruder dazu gezwungen, Ihre Mutter zu vergewaltigen, Ihrem Vater die Arme abgehackt und Ihre Schwester einer Massenvergewaltigung zugeführt. Ihrer schwangeren Tante hatten sie den Fötus aus dem Leib geschnitten und zuvor johlend auf das Geschlecht gewettet. Ihrem Onkel hatten Sie die Geschlechtsteile abgeschnitten, damit erstickt und anschließend den Kopf abgehackt, dem Ihre Großmutter die Brust geben soll. Ihre Freunde mussten Zettel vom Boden auflesen auf denen geschrieben stand, welche barbarische Tötungsart sie gerade in der Lotterie gewonnen haben.New Pic 001[2]
Links neben Ihnen steht Eeben Barlow mit ein paar Leuten der privaten Militärfirma Executive Outcomes. Sie haben ihre MPs entsichert und können dem Schrecken sofort ein Ende machen. Rechts neben Ihnen steht ein verschlagener Karnevalsclown in UNO-Uniform mit ein paar hundert Leuten. Der Clown hatte Ihnen bereits Ihr Geld abgenommen und wartet mit seiner betrunkenen Mannschaft darauf, dass er bei den weiteren Vergewaltigungen auch zum Zuge kommt. Barlow und seine Leute kosten 31 Millionen Dollar im Jahr, die Sie gestundet bekommen und durch Schürflizenzen Ihrer Diamantenminen absichern. Die UNO-Clowns kosten die Weltgemeinschaft, und damit jeden deutschen und österreichischen Steuerzahler, der kein Konto in Lichtenstein hat, 600 Millionen Dollar im Jahr. Außerdem plündern sie bei jeder Gelegenheit und schicken die aus Ihrem Haus rausgerissene Badewanne nach Hause, wo keiner weiß, wofür die gut sein soll nicht mal um Regenwasser aufzufangen, da sie ein Loch hat.
An wen würden Sie sich um Hilfe wenden?
Natürlich an Barlow und seine wütende Männer, die es gar nicht abwarten können, diesen Abschaum in die Hölle zu ballern.
Aber just in diesem Moment kommt Bill Clinton, der Erfinder des sexlosen Oralverkehrs und des nicht inhalierten Joints, zusammen mit dem Präsidenten der Weltbank vorbei und sagt Ihnen, Sie dürften sich auf keinen Fall mit dem Südafrikaner Barlow und seiner Söldnerclique einlassen, denn sonst gibts kein Geld mehr für unbrauchbare Waffen und die CIA kümmert sich darum, dass Sie entsorgt werden. Sie sollen sich gefälligst an den UNO-Clown wenden. Der wird schon dafür sorgen, dass die bösen Buben so was nicht mehr öfters als einmal die Woche veranstalten. Eine befriedigende Lösung und Präsident Bill ruft den bösen Jungs noch zu: „Wenn ihr damit nicht bald aufhört, schicke ich noch mehr UNO-Clowns, die auch was von eurem Kuchen abhaben wollen und außerdem liefere ich euren Feinden keine Waffen mehr. Dann könnt ihr sie ihnen nicht mehr abnehmen und müsst sie mit euren Blutdiamanten bei meinen Freunden teuer einkaufen.“

1995 stand Sierra Leone am Abgrund. Jahrelange Bürgerkriege hier und im Nachbarland Liberia hatten die Weltöffentlichkeit mit unvorstellbaren Gräueln versorgt. Zum Glück hat aber niemand richtig hin geguckt. Da konnte man ja auch nur mit den Schultern zucken,denn Kannibalismus und Verstümmelung gehören eben zur Folklore der Bimbos. Solange die Rohstoffe günstig und regelmäßig fließen – kein Problem. In Ruanda hatte der amerikanische Präsident Clinton ja erfolgreich ein UN-Mandat verhindert. Die alte Hexe Albright hatte – ganz im Sinne ihres Meisters, der garantiert nicht der Laufbursche Clinton war, – sich geweigert von Völkermord zu reden (dann hätte die Weltgemeinschaft eingreifen müssen), sondern von der“Wiederaufnahme von Kampfhandlungen“. Da im Bimbokontinent sowieso nicht viel Konsum abzusetzen war (ganz im Gegenteil zum Balkan), konnte man sich auf die Sicherung der, wie so schön heißt, „natürlichen Ressourcen“ konzentrieren.
Barlow und seine Leute (70% davon Schwarze) waren ein bisschen blöde, kapierten das Spiel nicht richtig und fühlten sich auch noch als Afrikaner. Nur weil sie auf diesem Kontinent geboren waren und teilweise in fünfter und sechster Generation hier lebten. Zuvor waren sie Angehörige der Streitmächte des Apartheid-Staates Südafrika gewesen. Dann hatte man sie rausgeschmissen, was verständlich war. Auch für Barlow. Statt aber Coups abzuziehen und sich in die Dienste blutrünstiger Konzerne zu stellen, gründete Barlow die „Söldner“-Firma Executive Outcomes, die ihre Dienste nur an von der Weltgemeinschaft legitimierte Regierungen (was immer das auch bedeutet) vermietete. In allergrößter Not wandte sich der Präsident von Sierra Leone, der gerade Kalif an Stelle des Kalifen geworden war, an Barlow. Die brutalen Rebellen der Revolutionary United Front (RUF) unter Führung des in Libyen ausgebildeten Schlächters Forday Sankoh hatte fast das ganze Land (kleiner als Bayern) erobert und standen vor der Hauptstadt Freetown (die sie dann 1999 einnahmen und ein Gemetzel veranstalteten, bei dem in wenigen Tagen 7000 Menschen getötet wurden und unzählige verstümmelt). Man schloss ein paar Verträge ab und Barlow organisierte in Windeseile den Einsatz von Executive Outcomes, die zuvor in Angola auf Seiten der kommunistischen Regierung die SWAPO-Guerrilla, die Barlow und seine Leute als Mitglieder der südafrikanischen Streitkräfte mit Unterstützung der USA noch ausgebildet hatten, niedergeworfen hatte. Mit nicht mal 200 Leuten jagte er innerhalb von drei Wochen über 30.000 RUF-Rebellen an die Staatsgrenzen zurück, eroberte die Diamantenfelder und nahm der RUF damit ihre Einnahmequellen für neues Kriegswerkzeug. EO beendete das Abschlachten und brachte medizinische Versorgung und Lebensmittel ins Hinterland. Wo Barlows Männer auftauchten, wurden sie mit Freudengesänge der Einheimischen begrüßt. Die Presse der westlichen Industriestaaten schäumte vor Wut – bis auf wenige Ausnahmen. Kongo Müller erhebe wieder seine hässliche Fratze. Weiße Rassisten hätten engagierten Freiheitskämpfern ihre schönen Diamantenfelder abgenommen um sie nun selber auszubeuten. Überhaupt. So ginge es ja gar nicht, dass da wieder Kolonialismus durch – schluck – weiße Söldner revitalisiert würde (kein Wort, dass Barlows Truppe zu 70% aus Schwarzen bestand). Das Gezeter der Medienkellner, die ihre fetten Ärsche fernab der Gräuel in klimatisierten Hotels geparkt hatten und sich bei einer Krise von den Marines als erste rausfliegen ließen, zeigte Wirkung und Clinton, der später sogar mit dem Verstümmler und Kannibalen Sankoh telefonierte um ihm die Vizepräsidentschaft von Sierra Leone anzubitten, setzte die erstmals frei gewählte Regierung von Sierra Leone unter Druck: Executive Outcomes habe sofort zu verschwinden oder es setzt was.. Kaum waren Barlow und seine Jungs rausgeschmissen, kehrten die Rebellen zurück und das Massakrieren fing von vorne an. Aus purer Wut über ihre Niederlage jetzt noch einen Zacken schärfer.
Executive Outcomes wendete sich neuen Aufgaben zu. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber immer begleitet von einem Medienecho, dass Barlow gehörig zusetzte. Nie recherchierten die angeblichen Journalisten, stattdessen gab es nur Gesinnungsgeschwafel über böse weiße Söldner. Beifall kam nur von der falschen Seite, von Faschisten, die sich bei Executive Outcomes bewarben und abgelehnt wurden. 1999 wurde EO aufgelöst. Im Nachhinein hängte man EO an, die Firma sei die Blaupause für all die neuen privaten Militärfirmen, die täglich im Irak ihren Ruf ruinieren. Aber EO hatte nichts mit diesen amerikanischen Metzgereien zu tun. Um mit den vielen Gemeinheiten, Lügen und falschen Behauptungen abzurechnen, hat sich Eeben Barlow hingesetzt und das voluminöse Buch EXECUTIVE OUTCOMES – AGAINST ALL ODDS geschrieben. Es ist ein überaus sachliches Buch (auch wenn Barlows verständliche Wut auf die Journaille gelegentlich durchbricht), voller Dokumente und unglaublichen Detailreichtum. Es gibt keine billigen Schockeffekte, kein Ich-war-dabei-Pathos, nur Aufklärung. Das brutale Kriegsgeschehen wird nicht ausgespart, aber auch nicht als Splatterzeugs aufbereitet. Barlow stellt die Fakten klar. Und wer sich erhaben über sogenannte Verschwörungstheorien wähnt, sollte mal die hier geschilderten Hintergründe genau studieren. Einige, wenige Journalisten haben sich bei ihm entschuldigt für ihre ehrlosen Artikel. Präsident Clinton hat sich nie bei den Bürgern von Sierra Leone entschuldigt, die Opfer der RUF wurden nachdem er dafür gesorgt hat, dass EO aus dem ;Land geworfen war und die Massenmörder mit der Operation „No Living Thing“ ihre „Kampfhandlungen wieder aufnahmen“.


Barlow hatte im Auftrag einiger UNOkraten (sie trafen sich mit ihm in Deutschland; alles ausführlich im Buch geschildert) einen Eingreifplan für EO in Ruanda erarbeitet um dem Völkermord ein Ende zu machen. Schnell arbeiteten seine Leute Logistik und Strategie aus, dann kam ein lapidares Telefonat: Man sei nicht mehr interessiert. Und das Morden ging erst richtig los. Überflüssig zu erwähnen, dass EO einen Bruchteil von dem gekostet hätte, was die UNO nur an Bürokratie für und mit Ruanda aufwendete. Völkermord wegen political correctness. Prinzipien sind alles.

www.galago.co.za/CAT1_025.htm – 7k

http://eebenbarlowsmilitaryandsecurityblog.blogspot.com/




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