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Michael Ammer ist doch bestimmt kult – oder etwa nicht?
Er ist einer der überflüssigsten Männer der Republik. Wenn er seinen fast leer gesoffenen Fresskopf vor die Kamera schiebt um ein Statement über „die Kunst des Party-machens“ abzugeben, erlebt man eine intellektuelle Kernschmelze. Wie Dieter Bohlen verkörpert er das zu Geld gekommene Lumpenproletariat deren hybride Vorfahren noch nicht ganz erforscht sind. Sein Erfolgsrezept ist das Ausrichten von VIP-Partys, die er wie ein talentloser Zuhälter gestaltet: Willige dumme hübsche Mädchen (genannt Party-Girls), die nie eine Chance als Schlecker-Mitarbeiterinnen gehabt hätten, werden zu diesen dumpfen Geselligkeiten angekarrt wie Nutten aus der Ukraine um sich vollaufen und begrabschen zu lassen. Zu ihrem Glück ist das Ammer-Klientel immer schnell betrunken und eher an zotiger Vulgarität als an sexuellen Handlungen interessiert. Ammer Partys zeigen das Prekariat, wenn es auf allen Zylindern läuft.
Ammers evolutionäre Innovation dürfte zivilisationsgeschichtlich einmalig sein: Dumme Hühner finden, sie bei lauter Musik betrunken machen um sie dann c- bis Z-Prominenten zuführen (darunter natürlich auch ein Düsseldorfer Kult-Bordellinhaber). Diese Party Girls verstehen unter subtiler Erotik im Keller einer Plattenbausiedlung den Rock zu heben, während sich eine Kosovo-Albaner-Gang hinter ihnen mit den Hosen in den Kniekehlen formiert. Dazu tönen aus dem Ghettoblaster Geräusche von Scooter. Meistens sind sie schwer davon beeindruckt, dass Getränke nicht aus Pappbechern gekippt werden. Für diese Erfahrungen werden sie dem feisten Party-König immer dankbar sein, weil sie ihren Horizont erweitert hat.
Es ist bisher nicht nachgewiesen, dass neben Alkoholika auf diesen Partys auch Kult-Viagra und kolumbianisches Rohrfrei gereicht wird. Empirisch leicht nachzuweisen wäre vielleicht, dass das Bewusstsein von Ammer und seinem Gesindel auf dem Niveau von mit Ritalin abgefüllten kastrierten Kampfhunden angemeldet ist.
Ein Proll mit Partygirls im Feinkostgeschäft
Ammer war zwar nicht in der Fremdenlegion, in San Quentin oder bei der Kult-SAS, aber er ist ein Bursche, der immer da hingegangen ist, wo es nur die Härtesten schaffen: auf Bewährung. Wie die ähnlich gestrickten Freunde von BILD am 7.8.2009 investigativ ermittelten: “2005 wurde er von zwei 15-Jährigen wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt. Bereits 1995 stand Ammer wegen Kokain-Besitzes, gefährlicher Körperverletzung und sexueller Nötigung vor Gericht. Er hatte die damals eine 22-Jährige mit dem Versprechen, dass Till Schweiger und Heiner Lauterbach auf sie warten würden, in ein Hotel gelockt. Dort hielt er sie 24 Stunden lang fest und zwang sie, Kokain zu schnupfen. Sie musste sich nackt ausziehen, er schlug und fesselte die Frau. Der Partykönig wurde zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und 10 000 Mark Schmerzensgeld verurteilt.“ Kein Wunder, dass er nach diesen harten Schicksalsschlägen heute so wirkt, als ober zum Sündigen kaum noch Kraft hat.
Die Kehrseite des frohen Treibens. Manchmal geht es so brutal zu wie in einem schwarzafrikanischen Kult-Bürgerkrieg!
Wegen seiner Verdienste um die Volks-DNA wurde sogar in Bayern ein Kult-See nach ihm benannt.

Romantischer Blick über den Michael-Ammer-See. Wunderbar zum chillen.
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Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr darauf. Seit Jahrzehnten lamentieren die Verantwortlichen über die miese Qualität ihrer Produktionen und wie toll angelsächsische Serien sind. Seit den 1980ern geht die Schere zwischen deutschen und ausländischen Serienproduktionen Jahr für Jahr ein bisschen weiter auseinander. Das wissen wir doch alles. Und wir kennen auch die Gründe dafür, dass das deutsche Fernsehen längst jedes internationale Niveau unterbietet. Es ist zum Volksempfänger für das Prekariat verkommen und zumindest das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat längst den Anspruch auf – sagen wir – 2/3 der Gelder und Gebühren verwirkt. Fernsehen findet nur noch für ein Minderheitspublikum statt. Es ist schon lange kein Leitmedium mehr. Das glauben nur noch verblödete Politiker, die ihr Wahlvieh zu erreichen versuchen. Im Ausland sind deutsche Serien, Ausnahmen bestätigen die Regel, reine Lachnummern. Und die Verantwortlichen kriegen das nicht mal mit. Die reden sich allen Ernstes ein, dass ein brasilianischer Provinzsender TATORT oder DERRICK einkauft weil sie deren Qualität schätzen. Völliger Blödsinn. 1.bis 3.Welt-Länder kaufen deutsche Serien weil sie a) billig einzukaufen sind (im Gegensatz zu BBC- oder HBO-Produkten) und weil man sich b) über ihre unglaubliche Dämlichkeit schlapp lachen kann. Oder weil sie c) alle Klischees über Deutschland bestätigen und damit wiederum für Lacher sorgen. Deutsche Serien und Filme werden nur für ein paar Millionen (bei einer Bevölkerung von 80 Millionen sind die Kosten für die Verblödung von maximal 10 Millionen Stammzuschauern nicht zu rechtfertigen) Zuschauer gemacht und die Quote so lange definiert bis man sich irgendwie rechtfertigend darauf beziehen kann.
Und um dem eigenen Affen Zucker zu geben: Die Serie DEEP COVER, mit der ich 1994 den SAT 1-Drehbuchwettbewerb gewonnen habe (dank Oliver Hirschbiegel in der Jury), ist angesichts des katastrophalen Krimi-Angebots von 2012 tatsächlich noch immer revolutionär und seiner (deutschen) Zeit voraus. Unglaublich! Das nach fast 20 Jahren zu sagen, ist erschreckend. Es waren Koryphäen wie die SAT 1-Redakteure Mario Melzer und Thomas Teubner, die cliff hanger für einen Begriff aus dem Alpinismus hielten, die damals den Fortschritt verhinderten. Diese Typen haben sich seitdem vermehrt wie die Karnickel und jede notwendige Innovation verhindert.
Für deutsche Serien – allen voran die Krimiserien – gilt immernoch der alte Satz: Wir wissen zwar wie es geht, aber wir können es nicht!
Ich kenne jemanden, der ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit Jahrzehnte lang sonntags TATORT geguckt hat. Seit einiger Zeit kämpft sie nicht mehr gegen ihre Intelligenz an und schläft beim TATORT (ein) um “fit für LUTHER oder Stieg Larson um zehn im ZDF zu sein”. Die einzigen, die diese deutschen Krimiflops noch haben wollen, sind die verantwortlichen Macher um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Dass sie sich überhaupt ein wenig Ahnung von Serientheorie (und keine von moderner Dramaturgie wie nicht lineares Erzählen)aneignen, liegt an rudimentären Englischkenntnissen und dem Internet.
Das bestätigt sich dauernd in diesen Palaververanstaltungen, die als Endlosschleife für die Spesenritter der Sender und Produktionen veranstaltet werden. Im Dezember 2011 gabs mal wieder so eine grottige Veranstaltung des Filmbüros in der selbsternannten Medienstadt Köln. Zum Amüsement aller SPOOKS- oder WHITECHAPPEL-Fans hier ein paar Statements der Diskutanten aus den Protokollen:
Stephan Rick: „Allein gegen die Zeit“ ist eine dreizehnteilige Thrillerserie für Jugendliche à 25 Minuten. Die Idee kam vom NDR, er wollte etwas haben in der Richtung „24“ für Kinder. Wir haben uns gefragt ‚Wie machen wir das ohne Foltern und Ins-Knie-Schießen’?
MC: Ich breche zusammen! Das ist ja mal genauso wundervoll wie innovativ. 24 für Kinder – das hat nicht mal HBO im Programm. Es kommt noch besser:
Rick: Es war uns wichtig, dass die Hauptfiguren normale Schüler sind, die die Herausforderung erstmal annehmen müssen und Probleme mit Witz und Cleverness lösen…Ganz wichtig sind die Cliffhanger. Die spielen in episch erzählten Geschichten eine wichtige Rolle, weil der Zuschauer wissen will, wie es mit‚seinen’ Helden weiter geht. Bei „24“ sind die Cliffhanger meist sehr negativ. Uns war wichtig, neben einem negativen Cliff auf einem anderen Handlungsstrang einen positiven zu haben, damit die Kinder nicht traumatisiert ins Bett entlassen werden, z. B. macht jemand eine wichtige Entdeckung.
MC: Beschränken wir uns lieber auf knallige Erkenntnisse unserer großartigen Serienmacher:
Benjamin Benedict – Produzent „Unsere Mütter, unsere Väter“: Die zehnteilige amerikanische Serie „Band Of Brothers“ war für mich die kopernikanische Wende in der Wahrnehmung der Möglichkeiten, die Fernsehen in Differenzierung und Genauigkeit hat. Die englische sechsteilige Miniserie „State of Play“ ist auch ein gutes Beispiel..Es ist oft so, dass man von einem Sender nur ein minimales Entwicklungsbudget bekommt. Wir reden über einen Zeitpunkt, der entscheidend ist. In dem ein Produzent auf eigenes Risiko arbeitet und der für einen Autor problematisch ist, weil der entscheidende Anteil der Arbeit der schlecht bezahlte ist. Es hängt an der Leidenschaft, mit der man an Stoffe glaubt. Auch da ist der Autor besonders zu nennen, der in dieser Phase höchster Unsicherheit Zuversicht haben muss.
MC: Verkürzt ausgedrückt: Alle kassieren, nur der Autor soll auf Verdacht und Hoffnung arbeiten. Das die Stellung der Drehbuchautoren in Deutschland so mies ist, liegt nicht nur daran, dass sie mehrheitlich miese Schreiber sind. Es liegt vor allem daran, dass ihre Organisation Drehbuchautorenverband ein feiger Haufen ist, der die eigenen Interessen nicht mal gewerkschaftlich organisieren kann.
Rick: „Monaco Franze“ ist für mich ein Beispiel für eine moderne Serienfigur: Er betrügt seine Frau, er ist ein Opportunist, also eine Figur, bei der man auch in aller politischen Korrektheit sagen würde, das geht nicht. Und das gab es schon mal bei uns.
MC: MONACO FRANZE ist eine Serie von 1983! Also drei Jahre vor MIAMI VICE produziert. Nee, das ist mir alles wirklich zu modern. Kann man da noch von kultureller Verspätung reden? Wohl eher von kulturellem Totalschaden.
Peter Nadermann – Produzent „Kommissarin Lund“: Wir tun uns in unserem Markt, der viel härter ist, offenbar schwer und trauen uns wenig. Das Problem ist, dass man immer Sorge hat, dass die Quote nicht stimmt. Deshalb macht man eher defensive Programme. Das rächt sich auf lange Sicht für die Öffentlich-rechtlichen besonders, weil der Zuschauer gar nicht mehr damit rechnet, dass da was läuft. Ein 15-jähriger Teenager nimmt nicht an, dass im ZDF oder der ARD etwas läuft, das cool ist.
Nadermann: Wir befinden uns in einer Situation, in der wir, weil wir zu viel produzieren, Budgets kürzen. Wenn man mit kleinem Geld etwas macht, muss man umso innovativer sein. Die BBC verkauft ihre Programme und holt sich zwanzig bis 35 Prozent aus dem Ausland. Wir verkaufen unsere Programme kaum. Wir produzieren sehr viel, aber wir bezahlen zu viel und haben zu wenig. Es wäre schlauer, weniger zu machen, das höher zu dotieren und dann zu versuchen, andere anzusprechen, um das besser verkaufen zu können.
Nadermann: Es ist eine Wettbewerbssituation entstanden, in der ARD und ZDF untereinander und mit den Privaten konkurrieren. Wenn sich ARD und ZDF darauf einigen könnten, sich zu radikalisieren und miteinander zu arbeiten, könnte man die Qualität des Fernsehprogramms blitzartig anheben.
MC: Wenn ich den intelligenten und engagierten (das meine ich wirklich mal ernst!) Herrn Nadermann richtig verstehe, meint er: Wir geben unsere Steuer- und Gebührengelder lieber nach Schweden und Dänemark für Co-Produktionen, da man in Deutschland nicht kreativ sein kann. Na, damit kann ich doch leben! Bitte auch das Geld für den SOKO-Mist, TATORT und den ZDF-Freitagskrimi an die BBC weiterreichen. Die verbrennen die Kohle jedenfalls nicht. Einen deutschen LUTHER oder ein deutsches SPOOKS kriegen unsere Schnarchnasen doch eh nicht hin.
So aufregend kann Krimi sein!
Na, vielleicht doch besser so.
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Gerade habe ich in der WDR-Service-Zeit einen Beitrag gesehen, der mich auf 180 hochgeschossen hat. Die VR-Bank hat jemanden das Konto gekündigt, der in die private Insolvenz geraten ist. In diesem Fall durch ein schwieriges und schlimmes Schicksal. Am Ende stand natürlich das, was immer am Ende steht: Job verloren und nicht mehr dazu in der Lage, die aufgelaufenen Kosten zu begleichen. Trotz alle Bemühungen gab ihm KEINE Bank auch nur ein Guthaben-Konto. Seine Sozialhilfe bekam er mit Barscheck und die laufenden Kosten musste er per Scheck erledigen. Kosten: 80 Euro im Monat! Dafür hätte er – nach eigener Aussage – zwei Wochen Lebensmittel kaufen können.
Man muss sich das mal genau überlegen: Diese Vollidioten in den Banken kriegen für ihr Versagen (das nicht mit persönlicher Haftung oder Insolvenz belegt wird) Milliarden Steuergelder in platt zu tretenden Ärsche. Aber ein Bürger hat kein festgeschriebenes Recht auf ein Konto.
Naja, nachdem der WDR-Journalist sich reingehängt hatte (keine Interviews von der VR-Bank), bekam der Mann wenigstens bei der Stadtsparkasse Oberhausen (auch die Deutsche Bank, wie alle anderen, hatte abgelehnt) ein Guthabenkonto. Der wollte nie einen Überziehungskredit oder sonstigen Scheiß, mit dem diese protektionierten Plünderer einen zumüllen. Nur ein simples Konto! Verschanzt in der Dumpfheit ihrer Filialleiter-Büros, haben sie sich diese Geldverbrenner wahrscheinlich tot gelacht. Man sollte sie alle teeren und federn und noch mehr… Genau wie die Politiker, die ihnen unser Geld in den Arsch schieben. Im Vergleich zu den Banken, kriegen die Griechen doch nur Peanuts. Und im Gegensatz zu den Banklemuren verstehen die durchschnittlichen Griechen wenigstens zu leben.
…immerhin: der gute Wille zählt.


