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DIE NATION DREHT DURCH
So lautete der Titel eines Buches, das bei Ullstein erscheinen sollte, aber nie herauskam. Das war vierzig Jahre nach den Nazis, zwei Jahre, nachdem Helmut Kohl Kanzler geworden war, sechs Jahre vor der deutschen Vereinigung, 15 Jahre vor dem Euro (als Europa prima! wahr wurde) und 26 Jahre, bevor Christian Wulff ins Schloss Bellevue umzog.
Ullstein bekam damals kalte Füße, zog die Notbremse und stieg aus. Inzwischen wäre so ein Projekt als Buch nicht mehr möglich.
Weil die Satire längst Wirklichkeit geworden ist. Sie findet in Deutschland und anderswo statt – täglich, stündlich. Man begegnet ihr an allen Ecken & Enden – und niemand zieht die Notbremse. (Ullstein, wo bist Du?)
Im “(Des-)Informationsmedium” Internet, zwischen Google, Facebook, Twitter und YouTube, werden der Verfall der Bedeutung sowie deutsche Provinzialität allerorten exerziert. Gönnen Sie sich den Spaß: Besuchen Sie unverbindlich die Website der Grünkohl-Akademie Oldenburg [www.gruenkohl-akademie.de] “Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Christian Wulff sowie die Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Helmut Kohl sind Kohlkönige, beziehungsweise -königinnen.”
Guten Appetit!, kann man da nur wünschen. Es wird nicht mehr über Sachfragen debattiert, es geht um Personen, die in Deutschland inzwischen Programm geworden sind:
- David Groenewold, Carsten Maschmeyer, Veronica Ferres und andere liebe Freunde, die der Bundespräsident schon mal gerne besucht, damit sie ihm das Frühstück machen
- denn die vorbildliche Ehefrau des Präsidenten hat dafür keine Zeit, weil sie shoppen gehen muss.
- Dr. Guido Westerwelle, Dr. Philipp Rösler, der “Wegmoderierer” der FDP: auch er einer, der aus Hannover kommt, wie sein Generalsekretär Patrick Döhring – sie alle im freien Fall. Die Frage ist nur: Wer fällt schneller? Einige mögen sich, wäre ein solcher Vergleich statthaft (er ist es ist nicht!), noch an einen anderen tragischen Absturz, den des Herrn Möllemann, erinnern.
- Ronald “Halt’s Maul” Pofalla aus Weeze und Thilo Sarrazin aus Recklinghausen, der befürchtet, dass Deutschland sich abschafft
- Helmut Kohls ehemaliger Lieblings-Jungunternehmer Lars Windhorst aus Rahden in Westfalen und sein Freund Andreas Fritzenkötter, der auch mal für Kohl tätig war
- Karl Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin und andere unverdiente Doktoranden
- Familie Pooth, Daniela Katzenberger, Eva Hermann und Kader Loth
- Barbara Schoeneberger, Dieter Bohlen, Matthieu Carrière, Rainer Langhans und das Dschungelcamp einschließlich Frau Zietlow – http://www.sonja-zietlow.de: “hereinspaziert! es tut auch gar nicht weh! eigentlich bin ich nämlich ganz nett!”
- Hansi Hinterseer und Jörg Kachelmann
- Hartmut Mehdorn, der ehemalige Reformator der Berliner S-Bahn, der aus der Bahn alles erdenklich andere machen wollte, und Ex-(Militär-)Bischof Walter Johannes Mixa aus Oberschlesien, dem die Stunde schlug
- Noch-OB Sauerland, das ganz andere “Adolf”-Gefühl
- Apropos, wenn es damals schon mehr TV gegeben hätte, dann hätte sich der frühere “Adolf” beim deutschen Volk entschuldigen und so vielleicht “durch ein besseres Leben” weitermachen dürfen, ohne aus diesem zu scheiden: Es tue ihm herzlich leid. Er möchte das Amt aber, bitteschön, auch in Zukunft gewissenhaft und mit ganzer Kraft ausfüllen, die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Dafür bitte er auch zukünftig um Vertrauen. (Zurück zum Bundespräsidenten, der glücklicherweise kein Führer ist: Wenn der wenigstens ein richtig großes Ding gedreht hätte, das Schlagzeilen in der Weltpresse gemacht hätte. So aber geht es nur um ein bescheidenes, dörfliches Eigenheim, einen Besuch hier, einen Besuch dort, Designerklamotten für die Ehefrau… Angeblich kann Dieter Wedel sich vorstellen, das zu verfilmen!)
- die Amateurligen der RTL-Prollsendungen, von Familien im Brennpunkt bis zur deutsch-russischen Partnerbörse Traumfrau gesucht mit “Ekel” Walther
- Mietnomaden und Rechtsextreme
Aber es geht im Leben ja bekanntlich immer noch eine Stufe tiefer.
Wie bemerkte eine RTL-Laiendarstellerin, der der Text entflogen war, zum Jahreswechsel so richtig: “Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende ohne Schrecken…” Zwar nicht den Sieg, aber doch dieses Motto werden wir uns die nächsten zehn Jahre gern auf die Fahne heften.
Rolf Giesen
Freitag, der 13. Januar 2012
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Langweilig wird es gewiss nicht werden, das Neue Jahr, und wenn man Sinn für Schwarzen Humor hat, ein Fan mehr oder minder absurder Verschwörungs- oder Untergangstheorien ist, mag man sogar voll auf seine Kosten kommen.
Kurz vor Weihnachten saß ich, wegen einer falschen Information, nach dem Besuch einer Computer-Fachmesse mehrere Tage in Seoul fest, weil mein Rückreisevisum nach China nicht mehr gültig war. Es war wie die Ruhe vor dem Sturm, auch wenn sich keiner richtig Sorgen zu machen schien angesichts der möglichen Eskalation eines Konflikts. Dienst nach Vorschrift im Angesicht des Sturms.
Leben auf dem Vulkan nennt man so etwas: Umweltkatastrophen. Eine kleine Eiszeit legt den Flugverkehr über halb Europa lahm. Dunkle Wolken nicht nur über dem Gelben Meer, sondern auch am Persischen Golf und über Nahost.
Angst ging um selbst auf den Weihnachtsmärkten, Angst nicht unbedingt vor dem neuen Schwarzen Mann, dem extremen Islam.
Die Amerikaner drucken unermüdlich Dollarscheine auf wertlosem Papier und stellen damit die Regenerationskräfte des Kapitalismus auf eine harte Probe.
Und allerorten werden Statistiken geschönt. Wie eigentlich kann es sein, dass wir mehr Hartz-IV-Empfaenger haben als Arbeitslose?
In Europa wird eine Teilung in Nord- und Süd-Euro diskutiert, Erhöhung der Mehrwertsteuer, hinter nur halb vorgehaltener Hand. Nach Einführung einer neuen Währung wird es vielleicht einen Waherungsschnitt geben, denn wer wird sonst der Schulden Herr…
Die Kacke ist ganz schön am Dampfen, und niemand mag lauthals ein gutes Neues Jahr wünschen. Das klingt geradezu zynisch.
Mittelstand und Mittelmass sind ganz schön unter Beschuss geraten. Menschen, die früher überall gerade ihres geringen Formats wegen durchgerutscht sind, haben es heute schwer, selbst der Herr Bundesminister des Äusseren und “Nachfolger” Möllemanns auf dem Vizekanzlersessel.
Auf einmal wird wieder nach einer geistigen Elite und mehr Bildung gerufen. Doch was tun angesichts der Vorbilder, die man im deutschen Fernsehen und auf deutschen Websites propagiert hat?
Deutschland sucht den Superstar und Dschungelcamp, bald auch mit Rainer Langhans… Shakes-Bier statt Shakespeare.
Geht es noch eine Stufe tiefer als Katzenberger, Luder Kot, Bohlen und SAT 1-Nachmittagstalk, wo auch der so genannte Abschaum mal auf den Bildschirm darf?
Keine Sorge, es geht immer eine Stufe tiefer!
Man muss nur höllisch aufpassen, dass sich diese drei niemals mehr verbünden oder paaren:
THE BRUTAL, THE STUPID AND THE NEEDLESS…
Klingt wie der Titel eines Italo-Westerns, ist es aber nicht.
Es gab schon mal gesellschaftliche Phasen, in denen die Unholy Three zusammenfanden.
Carl Zuckmayer hat den Anschluss Österreichs 1938 live miterlebt und in seinen Erinnerungen beschrieben: Sinngemaess formulierte er, der Schlund der Hölle habe sich aufgetan angesichts der schieren Begeisterung. Solch vertierte Gesichter habe er im Leben noch nicht gesehen.
Die Brutalen.
Die Blöden.
Und die Nutzlosen.
Davon gibt es immer noch reichlich…
Rolf Giesen
24. Dezember 2010
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Durch das Mediengetöse um Sarrazin kommt man kaum noch dazu BRITT zu sehen. Oder Kerner. Bevor Dr.Horror nächste Woche vor der deutschen Kultur wieder mal nach China entflieht, hier noch seine brillante Analyse zur durchdrehenden Nation:
“Das Leben ist bunt. Oft sind es die kleinen Dinge, die viel wichtiger als die großen erscheinen”, heißt es auf Eva Hermanns Homepage.
Die Welt kämpft mit den Folgen des Klimawandels, der Übervölkerung, Wassermangel, dem ökologischen Infarkt, einer trotz Ehrenworts der Bundesregierung und der Kanzlerin Merkel und trotz zeitweise voller Auftragsbücher beim Export immer noch nicht abgeschlossenen wirtschaftlichen Talfahrt, da beschäftigt die Nation, die nach zwei verlorenen Weltkriegen das Durchdrehen im großen Stil nicht verlernt hat und jetzt es sich lieber provinziell besorgt, keines der großen Menschheitsthemen und -dramen, sondern der kleine Fall Sarrazin. Aus Berlin haben sie ihn weggelobt, den ehemaligen Karrierebeamten und Finanzsenator, abgeschoben auf den Posten eines Bundesbankvorstandes, wo er angeblich nicht mehr viel Unheil anrichten konnte. Aber dieser Sarrazin ist nicht nur unberechenbar, er ist auch eitel und selbstherrlich und glaubt, durch seinen in die Bestsellerlisten katapultierten Weckruf Deutschland erwachen lassen zu müssen.
Das Volk, das die Thesen des mit Statistiken gespickten Schmökers, der eben so langweilig ist wie Sarrazin selbst, nicht kennt, jubelt ihm gerne zu. So einer spricht den Deutschen aus dem Herzen. Der mag keine Migranten und schon gar keine islamischen Terroristen, keine Sozialschmarotzer – und den Michel Friedman soll er “Arschloch” tituliert haben. Das hören Deutsche gern. Das wärmt das Herz im kalten Spätsommer. Trotzdem ist das alles wahrscheinlich kein Sturm im Wasserglas.

Dieser Thilo Sarrazin ist nämlich nur eine Charaktermaske, die just im rechten Augenblick all jene Thesen auftischt, die der Mehrheit schon immer auf der Zunge lagen, wäre sie nicht so schweigend. Während das Kapital global und, weil allem Anschein nach allmächtig, für den Nationalstaat und Otto Normalverbraucher sowieso nicht mehr fassbar ist, werden die einheimischen Staatsbankrotteure nervös, bekommen es mit der Angst und suchen nach Sündenböcken. Weil das aber nicht die Sache “feiner Leute” ist, muss das Frontschwein Sarrazin ran. Keine Ahnung, wer ihm den Befehl gegeben hat: eine nächtliche Stimme … die Vorsehung … göttliche Eingebung … Jedenfalls bekommt Sarrazin, wie alle Amokläufer, dafür nicht nur viel Publicity. Er geht bei seinem Amoklauf nicht mal drauf, sondern bekommt eine prima Abfindung und ganz gewiss einen anderen ruhigen Aufsichtsrats- oder Beraterposten.
Im Falle, dass sich Deutschlands wirtschaftliche Lage in Zukunft, wie zu erwarten, verschlechtern wird, stehen Muslime, Islamisten, Asylbewerber und Hartz-IV-Empfänger als Sozialschmarotzer zum Abschuss bereit. Auf sie darf sich jetzt der Volkszorn, von Sarrazin statistisch flankiert, entladen. Schon die Nazis wussten um den Wert von Sündenböcken und haben das System in Anlehnung an die christlichen Kirchen mit Pech und Schwefel perfektioniert. Pogrome mögen in Zukunft auch in Deutschland wieder Konjunktur haben.
Wahrscheinlich war der hässliche Deutsche Sarrazin gleich so berauscht von der weltweiten Aufmerksamkeit, den seine Thesen fanden, und fühlte sich dermaßen in seiner unerträglichen Eitelkeit bestätigt, dass er sich gleich noch als Spezialist in Sachen Gentheorie betätigte, was er hinterher als fatalen Blackout und Dummheit entschuldigte. Hat er damit unfreiwillig den genetischen Defekt der deutschen Generation Doof im Selbstexperiment bestätigt?
4. 9. 2010
Rolf Giesen
Dilettantismus hat in Deutschland nicht nur Konjunktur, sondern auch einen Namen.
Hatte einen Namen.
Wir trauern um Christoph Schlingensief, der vor zwanzig Jahren dem wahrscheinlich größten Dilettanten der deutschen Geschichte mit dem Film Hundert Jahre Adolf Hitler ein unsterbliches Trash-Mahnmal setzte. Seitdem läuft Hitler in den Medien wieder gut. Schlingensiefs Leben währte derweil nicht mal 100, sondern nur 49 Jahre.
Müssen wir deshalb um das Ansehen des Dilettantismus in Deutschland und der Welt fürchten?
Zum Glück gibt es unsere chinesischen Freunde, in deren Heimat der Dilettantismus vermutlich wie so viele andere Kulturschätze erfunden wurde.
Da haben manche Filmemacher nicht nur kein Talent wie Schlingensief, sondern im Gegensatz zu diesem auch noch Geld wie Heu, um es unter Beweis zu stellen.
Jon Jiang aus Beijing hat seine Milliarden mit Immobiliengeschäften verdient.
Trotzdem fand er neben dem Geldscheffeln noch die Zeit, sich 4000 DVDs anzugucken und sich danach selbst zum Movie Tycoon auszurufen. Denn die ausufernde Passion endlosen Filmkonsums befähigt ihn jetzt, das bis dato teuerste Werk der chinesischen Filmgeschichte zu produzieren. Für umgerechnet 100 Millionen Dollar will er seine Favoriten Lucas, Spielberg, Peter Jackson und James Cameron ausstechen und auf die hinteren Plätze verweisen.
Dafür hat er einen schönen Stoff gefunden, der, wie er hofft, noch erfolgreicher sein wird als Gladiator, Pirates of the Caribbean und Avatar zusammen. Um ein geflügeltes Wort eines an eigener Selbstüberschätzung gescheiterten deutschen Möchtegern-SF-Regisseurs zu zitieren: “Wenn mein Film anläuft, müssen die Kinos anbauen.”
Die Rede ist von Empires of the Deep. Monica Bellucci oder Sharon Stone sollten die Hauptrolle spielen, aber irgendwie schien ihnen das Projekt nicht zu gefallen. Jetzt verkörpert Olga Kurylenko, ein ehemaliges Bond-Girl aus der Ukraine, die Königin der Seejungfrauen, die es darauf anlegen, alle Männer beim Sex umzubringen. In Nebenrollen treten auf: griechische Götter und Heroen (die angesichts des Offenbarungseids von EU-Mitglied Griechenland nach China ausgewandert sind und dort im Dutzend billiger zu haben waren: eine schöne Vorstellung), denn die Geschichte spielt im sagenhaften Hellas, dazu noch Piraten, Seeungeheuer sowie der finstere Dämon Mage. Die dazugehörigen Kostüme stammen wahrscheinlich aus dem Ausverkauf eines amerikanischen Partyverleihs. Der Regierung war das verständlicherweise nicht chinesisch genug, und darum hat Jon Jiang noch Drachenmenschen und den chinesischen Star Hu Jun (Hu Who?) als Drachenlord in die Geschichte verrührt, ganz so als koche er seine Zutaten im Wok.
Ansonsten mochte Herr Jiang aber nicht mit chinesischen Kreativen arbeiten: “I’m an international producer. I don’t want to make Chinese movies. I don’t know how movies are made in China.” Denkbar ist, dass Jiang weder weiß, wie Filme in China entstehen, noch überhaupt sonstwo. Daher braucht er jede Menge Hilfe und hat bereits eine ganze Anzahl internationaler Autoren und Regisseure verschlissen, unter ihnen fragwürdige Zeitgenossen wie Pitoff (Catwoman mit Halle Berry), Jonathan Lawrence, Michael French und Scott Miller. Irvin Kershner, der Regisseur von The Empire Strikes Back, wurde vermutlich nur seines Namens wegen als Produzent an Bord geholt. 40 Mal wurde das Drehbuch inzwischen umgeschrieben.
Nachforschungen haben ergeben, dass Jon Jiang Schlingensief nicht kannte. Sonst hätte er ihn vermutlich zu Lebzeiten unter Vertrag genommen. Vielleicht versucht er es ja jetzt bei Lars von Trier. Und wenn der nicht will, sollte sich Jiang Kim Jong Il, “a fellow film buff”, zum Vorbild nehmen, der gelegentlich mal einen Filmregisseur nach Nordkorea entführen ließ, damit er ihm einen schönen Film dreht. Vielleicht hat Kim, wenn Jiang ihn freundlich bittet, neben einigen Leichen ja noch ein paar Regisseure im Keller…
Rolf Giesen
24. August 2010
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Verstopfung oder Durchfall – das ist hier die Frage
Der Mensch, sagt der Psychotherapeut Georg Groddeck, sei ein Klosett auf zwei Beinen: “Die meisten Menschen leiden an Verstopfung und ihre Gedanken sind drei Viertel ihres Lebens auf dem Klosett.”
Allerorten wütet der Fäkalexhibitonismus. Bei manchen Leuten quillt die Scheiße förmlich aus dem Hirn: Shit im Kopf hat der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer eine seiner Kurzgeschichten überschrieben.
Kein Wunder: Immer dann, wenn Kulturen ihren Zenit erreichen und so in eine Sackgasse des Niedergangs rollen, artikulieren sie sich anal.
Angeblich leiden 70 Prozent der Deutschen unter Verdauungsstörungen. George Grosz hielt Deutschland gar für das “Hauptquartier der Verstopfung”. Aber wenn dann was im Toilettenbecken landet, wird es fein säuberlich analysiert.
Besonders in Deutschland stellte sich nach eingehender Betrachtung heraus, dass Scheiße kotverschmiert und braun ist.
So wurde aus den Braunen in Deutschland sogar einmal eine ganze Bewegung. (Wiederholungsgefahr besteht, solange man das Leben als beschissen empfindet.)
Die Braunen empfanden die Schmach der Niederlage im Ersten Weltkrieg sprichwörtlich als ganz große Scheiße. Immer noch ratsam in diesem Zusammenhang ist der Griff zu Klaus Theweleits Männerphantasien von 1977: “Die Front ist identisch mit dem Schließmuskel, der es nicht mehr zurückhalten kann: der Krieg geht in die Hose; der bisher abgewehrte Feind bricht über den Soldaten herein und aus ihm heraus, als ‘entquellende Übermacht’. So ist der Zusammenbruch ein Vorgang am eigenen Körper, nach dem man beschmutzt dasteht. (Der Sprachgebrauch kennt diese Koppelung ebenfalls, wenn er das Nichtbestehen einer Prüfung und den Zwang zur Darmentleerung mit demselben Wort bezeichnet: Durchfall). [...] Was sich beim soldatischen Mann zuerst wieder aus dem Dreck erhebt, ist die saubere Gesinnung, das nationale Denken, sein Verantwortungsgefühl für ‘das Ganze’. Ein Mangel an dieser Gesinnung, Feigheit, scheint es überhaupt zu sein, der den ‘Durchfall’ erst möglich macht.”
Kot- und Untermenschen
Diese eklige “Woge von Kot” vermischte sich mit Blut und schwemmte herrliche Feindbilder ins Unterbewusstsein der künftigen Volksgenossen, die heute teilweise verdrängt sind:
“Nie wahrte der Untermensch Frieden, nie gab er Ruhe. Denn er brauchte das Halbdunkle, das Chaos.
Er scheute das Licht des kulturellen Fortschritts.
Er brauchte zur Selbsterhaltung den Sumpf, die Hölle, nicht aber die Sonne.” [Der Untermensch. Berlin 1935. Herausgegeben vom Reichsführer-SS]
Wie von Marx vermutet, hat sich das Kapital globalisiert und die Nationalstaaten der Pleite überantwortet. Es knirscht allerorten gewaltig. In Europa – von Griechenland, das die Deutschen mit dem Verkauf von Leopard-Panzern überschwemmt haben über Portugal, Spanien und Italien bis hin zu unseren Nachbarn weiter östlich. Amerika kann sich kaum mehr einen vernünftigen Krieg leisten und bittet die Verbündeten zur Kasse. In China, dem großen Hoffnungsträger, mag demnächst oder etwas später die Immobilienblase und was noch platzen. Und jetzt schlägt auch noch die Natur zurück, an der sich der Mensch “versündigt” hat. In Russland brennen die Wälder. Im Golf von Mexiko sprudelte monatelang das Öl. Im Himalaja schmelzen die Gletscher, was die Trinkwasserversorgung Asiens in Zukunft gefährdet. Kurz: wir stecken ganz schön in der Scheiße.
Westerwelle reicht nicht zur Feindfigur
Jetzt bräuchten wir wenigstens vernünftige Feindbilder, damit wir uns, dem globalen Kapital zuliebe, gegenseitig an die Gurgel gehen und abmurksen. Aber siehe da, die Feindbilder haben nicht mehr das furchteinflößende Format von früher. Die Haltbarkeit ist begrenzt. Saddam Hussein ist hingerichtet und steht nicht mehr zur Verfügung. Kim Jong Il ist allenfalls ein durchgedrehter Filmnarr, der schon mal einen Regisseur entführen lässt, damit er ihm einen schönen Film dreht. George W. Bush hat sich aus der Verantwortung gestohlen und die Beseitigung des von den Weißen angerichteten Scherbenhaufens einem Schwarzen überlassen. Jürgen W. Möllemann ist schon ein paar Jahre davor aus den Wolken in den Tod gesprungen. Sauerland dagegen, Duisburgs unglückseliger OB, heißt mit Vornamen zwar Adolf, verweigert aber den Freitod durch Harakiri, weil er ja kein echter Samurai ist. Guido Westerwelle übt immer noch im stillen Kämmerlein, damit er auch auf Englisch herbeten kann: You will not buy my Schneid.
Dieser Tage läuft in den Kinos ein neuer Actionfilm mit Angelina Jolie an: Salt. Es geht um die Unterwanderung Amerikas durch von den Russen umgedrehte Schläfer. Zitat aus dem Presseheft: “Es gibt zum Beispiel Verfechter der Theorie, dass zuerst die Sowjetunion und später Russland in den Achtziger- und Neunzigerjahren verdeckte Agenten als ganz normale Bürger in westliche Länder einschleusten, als Teil eines Netzwerks von Geheimagenten, die unter falschem Namen 15 oder 20 Jahre oder sogar länger ein ganz normales Leben führen. Nach ihrer Aktivierung sollten diese Schläfer dann den ‘Tag X’ orchestrieren, eine Kette von Sabotageakten und terroristischen Angriffen innerhalb der Vereinigten Staaten, die Auslöser für einen groß aufgezogenen Krieg mit Russland sein würden.”
Lee Harvey Oswald war laut Film Nummer eins.
Für ihn, sagt Salt-Regisseur Phillip Noyce, bestehe kein Zweifel, dass es Schläferagenten gibt: “Diese Praktik gehört von jeher zu den Grundlagen des Spionagegeschäfts.”
Aber wer nur ist der Drahtzieher?
Wer steckt hinter all der Scheiße?
Die gelbe Gefahr
Wenn wir schon knietief oder noch tiefer drin stecken (in der Scheiße), wollen wir wenigstens klare Feindbilder haben. Und klar waren nur die alten Feindbilder. Das waren noch Archetypen. Gelegentlich restauriert ja das deutsche Fernsehen den Schrecken von damals, so dass einem beim Abendbrot ein wohliger Schauer über den Rücken kriecht: Einer wie Hitler ist heute, dank Guido Knopp & Co., in den Medien präsenter denn je. Bisweilen werden auch Filme mit Dracula, Frankenstein, dem Wolfsmenschen, der Mumie und Dr. Mabuse wiederholt.
Wo aber steckt der große Unbekannte, der geheime Drahtzieher, der die Geschicke der Welt in seinen Krallen hält? Das Vorbild von Darth Vader und dem Imperator der Sternenkriege. Wo nur – da Asien uns abstrakt das Fürchten lehrt – bleibt die Wiederkehr der personifizierten Gelben Gefahr, die heute mehr denn je um sich greift, von geheimen Schaltzentralen aus, die in Chinarestaurants versteckt sind? Boris Karloff, Henry Brandon und Christopher Lee haben “Ihn” auf der Leinwand verkörpert.
“Denke dir jemand: groß, schlank, tigerhaft, hochschultrig, mit einer Stirn wie Shakespeare und dem Gesicht des Satans mit einem fast glattrasierten Schädel und mandelförmigen, hypnotischen Augen von der Farbe des Katzengrüns. Gib ihm alle grausame Verschlagenheit der morgenländischen Rassen, aufgehäuft mit einem gigantischen Intellekt, gib ihm die ganzen Hilfsquellen früherer und heutiger Wissenschaft – denke dir dieses entsetzliche Wesen, und du hast ein geistiges Bild Dr. Fu-Mandschus – der gelben Gefahr, verkörpert in einem Menschen!”
Attila, Dschingis Khan, Boxeraufstand, Mao Zedong und großer Sprung nach vorn – diese herrliche Gestalt verkörpert alles in einem und ist der rechte Partner zum Hassen und Fürchten. Gegen ihn ist Osama bin Laden nur ein Waisenknabe…
Rolf Giesen
10. August 2010
Einsortiert unter: China, Dr. Horror, Essen & Trinken, Film, NEWS, Politik & Geschichte, Rezensionen | Tags: Biermuseum, Hartz 4, Jugendkriminalität, Mao, Martin Brandes, Sandmann
Und hier, wie versprochen, die erste Kolumne von Deutschlands bedeutenden Kulturpessimisten:
Des Sandmanns großer Sprung nach vorn
Was haben Mao und der deutsche Sandmann gemeinsam?
Mao liegt aufgebahrt in seinem Mausoleum in Beijing, vor dem sich lange Schlangen stauen, obwohl er – will man eingeweihten Fachhistorikern glauben – nie gebadet hat, sondern seinen Körper nur von einem Leibkommunisten mit heißen Handtüchern abreiben ließ. Er hat sich auch nie die Zähne geputzt, sondern nur mit grünem Tee gegurgelt. Und geraucht hat er wie ein Schlot. Dabei immer scharfes Zeug aus Hunan, der heimischen Provinz, gegessen, nachdem er Schlafpillen genommt hatte. Deshalb ist er noch beim Abendessen eingeschlafen, und Leibkommunistinnen mussten seinen Mund mit Stäbchen säubern, bevor sie ihn zur Ruhe betteten.
Vor allem hat er die Jugend zur Kulturrevolution aufgerufen. Den deutschen Sandmann hätte er garantiert zwecks Umerziehung aufs Land geschickt…
Unser aller (Ost-) Sandmann ist nach der deutschen Vereinigung allerdings nicht als Stasi-Spitzel enttarnt worden und, dank reichlich Alkoholkonsum, lallend in der Gosse gelandet. Auch mussten sich seine Helfershelfer nicht vor Gericht verantworten wie die Mao-Sippe. Vielmehr ist der Sandmann zum gesamtdeutschen Superstar mutiert. Schließlich hat er, trotz seiner weit entfernten Ähnlichkeit mit Walter Ulbricht, die gelegentlich allzu renitente Kinderschar nur in den Schlaf gewiegt.
Es ist übrigens wenig bekannt, dass es Mao war, der Ulbricht gelegentlich eines Besuchs zum Bau eines antifaschistischen Schutzwalls riet, nach dem Vorbild der Großen Chinesischen Mauer.
Jetzt aber ist nicht nur Mao in einem großen chinesischen Spielfilm auf die Leinwand zurückgekehrt, der die Gründungsphase der Volksrepublik besingt. Auch der Sandmann hat, zum 50. Jubiläum, sozusagen einen großen Sprung nach vorn gemacht und seinen eigenen Kinofilm bekommen.
Deutsche Kinderfilme und chinesische Politfilme sind – und das haben sie gemeinsam – politisch korrekt: Früher durften wir uns bei deutschen Kinder- und Hausmärchen gruseln und wurden, zur Freude der Erwachsenen, in unsere kindlichen Schranken gewiesen. Im deutschen Kinderfilm aber darf man sich nicht gruseln, allenfalls ein Nickerchen im Kino machen, wenn “Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland” läuft, mit der Stimme von Volker Lechtenbrink, der einen langen Weg gehen musste, von Bernhard Wickis “Brücke” bis zur Stimme des Sandmanns.
Diese Kultfiguren sind heilig und sollten nur mit Ehrfurcht betrachtet werden: Chairman Mao – der Sandmann – Jesus Christus in biblischen Filmen von Cecil B. DeMille bis George Stevens.
Beim Verlassen des Kinos, in dem der “Sandmann”-Film voraufgeführt wurde, auf der Berliner Bleibtreustraße, die im Volksmund schon mal Bleistreustraße hieß, holte mich nach ausgiebigem Schlaf die Realität ein: Drei Polizisten in Zivil hatten einen jugendlichen Delinquenten auf den Gehweg geworfen und ihn mit Handschesseln gefesselt. In seiner Hosentasche fand sich simples Werkzeug zum Einbruch in ein Geschäft oder zum Knacken eines Autos. Die Untersuchungen werden wohl nicht viel ergeben haben. Längst wird der junge Mann wieder auf freiem Fuß sein. Wie der elfjährige libanesische Junge, der in Berlin Drogen verkauft. Auf der Straße wächst eine Generation heran, auf die weder der Traumsand des Sandmanns noch die Chinesische Kulturrevolution einen Einfluss haben.
Go East!
Durch Berlin fließen Spree und Havel.
In China lockt ein ganz anderer Fluss all jene, die noch nicht vor dem deutschen Fernseher eingeschlafen sind. (Aber keine Bange, das chinesische Fernsehen ist noch ermüdender…)
Die Rede ist vom Geldfluss. Im Gegensatz zu den Peanuts, die man in Berlin verdient, oder dem Hartz IV, das man bezieht (vielleicht benennt man in Zukunft ja Zuwendungen ganz anderer Art in Deutschland nach anderen Übeltätern, etwa Hitler V… wenn schon, denn schon), kann in China jeder daran partizipieren. Die vermeintlich goldenen Berge der so genannten Schwellenländer, die sich nach Amerikas Abdankung in Afghanistan und im Irak nicht mehr im Westen, sondern im Osten befinden, locken auch den aufgeweckten, noch nicht mit provinziell Märkischem Traumsand aus Merkelland benebelten Deutschen.
Allen abenteuerlustigen China-Reisenden empfehle ich die Lektüre eines großartigen Buches “Herr Wu lacht”, das Martin Brandes geschrieben hat, der seit 2001 in Beijing lebt. Darin lässt er sich über Reinigung mit Schmutzwasser, chinesische Klos (davon ein andermal) und Weinliebhaber aus:![wucover[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/07/wucover1.jpg?w=420)
“Wein nämlich gilt den Yuppie-Chinesen der gerade entstehenden Mittelschicht als hochschickes Getränk. Die wenigsten wissen jedoch, wie man die verflixte Flasche öffnet.
Meist hacken sie mit dem Küchenmesser auf den armen Korken ein, bis der völlig zerfetzt in der begehrten Flüssigkeit herumschwimmt. Oft wird der Korken auch komplett in die Flasche hineingedrückt, die dann meist eine Weindusche für den Drücker bereithält.”
Sehr zu empfehlen: Edition Glanz & Elend, Strandgut Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008.
Ich jedenfalls habe mich seit geraumer Zeit entschieden, zwischen den Kulturen zu leben, zwischen Berlin und Beijing, mit einem klitzekleinen Schreibtisch, der eine bescheidene Insel im Geldfluss darstellt, ohne Vorkenntnisse der chinesischen Kultur und Sprache, wahlweise mit Kakerlaken am Frühstücksbüffet oder Putz eingedeckt, der von den Hotelwänden fällt, weil man ja doch nächstens ein neues, größeres Hotel (dann aber gleich mit 5 Sternen statt ohne Stern) baut. Nicht in Russland, in China erfährt man den wahren Sinn des Begriffs Potemkinsches Dorf. Gleich auf den bröckelnden Putz folgt nämlich die Pappe. Und auch die goldenen Berge sind vermutlich nur Illusion wie der Scheinriese aus Michael Endes bahnbrechend-chinesifiziertem Kinderbuch-Klassiker “Jim Knopf”.
Meiyou
Xiè-xiè, das heißt im Reich der nicht mehr ganz ausgewogenen Mitte soviel wie danke. Und wenn was nicht geht oder man keinen Bock hat, reicht das kleine Wörtchen Meiyou, Synonym einer Lebensphilosophie zwischen Verzicht und Gelassenheit. Wenn man bei einem Vortrag (delivery of a speech) freundlich mit Ni hao grüßt, erhält man schon den ersten lang anhaltenden Beifall. Obwohl ich nicht verstehe, was die Chinesen um mich herum sagen, weiß ich doch, was sie meinen. Das reicht. Ich kann schmunzeln und muss auch schon mal laut lachen. Hauptsache, das Essen schmeckt. Auch wenn sich KFC (Kentucky Fried Chicken, nach jüngstem Gewinneinbruch in USA) und McDonalds jetzt auch in chinesischen Groß- und “Klein”städten ausbreiten, hat die chinesische Esskultur überlebt, die bekanntlich nicht fett macht. Ich habe inzwischen nur 10 Kilo zugenommen. Das ist der Beweis. Das geht.
Wenn ich gegessen habe, dürste ich nach Tsingtao Bier. Ich habe auch das von einem Deutschen entworfene Biermuseum von Tschingtau oder Qingdao besucht. Es ist eines der besten Museen der Welt für Leute, die an wahrer Kultur interessiert sind. Dabei ist die Bierkultur in China gerade mal hundert Jahre alt, die chinesische Kultur selbst 5000 – und damit älter als Siegfried und die Nibelungen, deren Schatz bisher ebensowenig gehoben wurde wie der von Dschingis Khan, dem mongolischen Welteroberer aus der Nachbarschaft
Nach einigen Jahren der Übung finde ich mich auch im U-Bahnnetz Beijings zurecht. Denn auf den Straßen haben die Autos Vorfahrt, weil sie stärker sind als Fahrräder und Menschen. In Beijing gibt es inzwischen 4 Millionen Autos, aber nach dem Wunsch der deutschen Autobauer, die ja erklärte Umweltschützer sind, sollen es bald 8 Millionen sein. Schließlich sind es ja nicht die Abgase der Autos, die die Luft verpesten, sondern die gase der Rinder. Nicht China oder Amerika, sondern Argentinien ist daher der größte Umweltsünder.
Die Erde gehört den Chinesen!
In Deutschland kommt man, wie Konrad Wolf mal sagte, nur von einer Provinz in die nächste.
In China sagt man sich sinngemäß: Nicht kleckern – klotzen!
Es sind die ungeheuren Dimensionen, die uns alle zum Rind und Herdentier machen und restlos überzeugen. Auch das Wort Mitläufer findet hier zu seiner ursprünglichen Wortbedeutung.
Curt Siodmak, der alte, verstorbene Gruselschriftsteller ["Donovans Gehirn"], sagte mal, dass er, als er nach England und Amerika kam, die Sprache wie ein Baby neu lernen musste. Das habe sein Leben verlängert. In China verhält es sich ähnlich, sofern man nicht Chinesisch spricht und versteht. Drei Monate dort sind für den Sprachunkundigen wie gefühlte fünf.
Die Welt der Zukunft sollte daher chinesisch werden. Zu viel hat der Westen versaut und verbrannte Erde hinterlassen. Trotz Ein-Kind-Politik, von der Minderheiten ausgenommen sind (ein Innerer Mongole sagte mir, er könne Kinder haben so viel er wolle, nur die Vielweiberei sei leider nicht gebräuchlich), sind es 1,3 Milliarden. Insider munkeln, wegen ungenauer Zählweise seien es womöglich schon 1,7 Milliarden!
Urheberrechtsverletzungen
Jahrhunderte blieben die Chinesen unter sich. Jetzt gibt es das Internet, das der chinesischen Nationalkultur und Mentalität des Kopierens oder besser: Raubkopierens erstaunlich nahe kommt.
Copyright? Copy, right!!!
Sie meinen es nicht böse. Sie wollen allein dem verehrten Meister und Schöpfer des Originals ihre Reverenz erweisen. Da sie sich alles merken und auswendig lernen, sind Chinesen hervorragende Kopisten. Sehr häufig, meist beim Kopieren westlicher Produkte, geschieht dies aber ohne Sinn und Verstand, also ohne das Produkt voll zu begreifen. So leiden die Klone unter genetischen Mängeln. Kopiert wird dies und jenes, im Grunde alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Und dabei wird es auch der Wertarbeit beraubt, die in Deutschland ja mal eine Tugend war: standardisiert und normiert.
Es gibt nur diese Alternative: entweder chinesisch oder virtuell.
Virtuell, das heißt am Ende: entkörperlicht, als digitale Wesenheit. Dann schon lieber chinesisch. Denn das Essen schmeckt. Nur, bitte, in der Inneren Mongolei Vorsicht walten lassen, wo sich die Wüste Gobi täglich mehr ausdehnt und das nicht allzu ferne Beijing mit einer Staubschicht überzieht, die jede Abgaswolke durchdringt. Man muss schon aufpassen, dass man beim Essen nicht einstaubt…
Und wenn man einschläft, kommt der Sandmann und pickt einem mit einem Stäbchen die Essensreste aus dem Mund. So einen Service bekommt man daheim in Deutschland nicht…
Rolf Giesen
23. Juli 2010
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Ich habe weder Kosten noch Mühen gescheut, um diesen Blog noch attraktiver und interessanter zu gestalten. Ja, ein fast nicht mögliches Unterfangen. Jedenfalls darf ich meinen Besuchern mitteilen, dass künftig DR.HORROR an dieser Stelle eine Kolumne schreibt.
Es handelt sich um denselben DR.HORROR, alias Dr.Rolf Giesen, der schon aus den 1980ern ein finsteres Jahrzehnt gemacht hat. Vom Verfassungsschutz erstmals in den 1970ern wegen seiner Mitarbeit bei der legendären SCIENCE FICTION TIMES erfasst, nahm seine Flut an beleidigenden und unnötigen Filmbüchern in den 80ern richtig Fahrt auf. Voller Grauen denke ich an meine Zusammenarbeit bei Ullstein, aus der u.a. das wegverweisende Buch KINO WIE ES KEINER MAG hervor ging und zu fast so vielen juristischen Auseinandersetzungen führte, wie es Seitenzahlen hat. Seine gleichzeitig gestartete Karriere als Schlagersänger (Single: Hey, Hey, Doktor Horror mit den unsterblichen Zeilen 7 Leichen müssen reichen und Ich bin das Grauen aller Frauen) versandete durch glückliche Umstände bereits im Entstehen. Seine ganzen dummen Filmhefterl (über Monster, Schwarzweißfilme und verwandtes) spendete er der Berliner Kinemathek, als Sammlung Rolf Giesen gekennzeichnet, um Kinder und Sensible abzuschrecken.
In den letzten Jahren arbeitet er meistens als Söldner in China um die deutsche Animationsindustrie durch fernöstliche Konkurrenz zu schädigen. Weite Streifzüge durch Innere und Äußere Mongolei gewähren ihm tiefe Einblicke in Gebräuche und Mentalität dieser fast vergessenen Steppenvölker. Dort kurvt er auch gerne mit seinem Quad herum (mehr Platz als im Reich der Mitte) und überfährt betrunken betrunkene Nomaden. Überlebende verehren ihn ab 4,5 promille als die Wiedergeburt des Kriegsgottes Amursana.
Künftig wird uns also dieser polyglotte Geist hier über die Dinge des Lebens berichten und in milder Aufklärung den Horizont erweitern.
Seine Mitarbeit an diesem Blog zwingt mich leider dazu, dass Zugriffsrecht auf 38 Lebensjahre herauf zu setzen zwecks Jugend- und Naivenschutzes, der von der halbverfaulten Regierung in Berlin während des Fußballspiels Deutschland-Argentinien drastisch verschärft wurde. Bayrische Besucher dürfen darüber hinaus beim Zugriff nicht länger rauchen, da sie durch das Volksbegehren einer Bürgerinitiative, die einen Teil des Werkes von Adolf Hitler fortsetzt (dieser Pionier der Bewegung setzte seinerzeit das Rauchverbot in Straßenbahnen durch), dieses Rechts verlustig gingen.
HIER ERZÄHLT DR.HORROR AUS SEINEM VERPFUSCHTEN LEBEN UND WIE SICH KULTUR VERÄNDERT: http://cast.zhdk.ch/index.php?id=301
UND HIER IST AUCH NOCH WAS:

