Machen wir uns nichts vor: Die deutsche Comic-Tradition ist erbärmlich. Natürlich gab es in den 1950ern und 60ern ein paar interessante deutsche Comic-Macher – allen voran Wäscher, der das serielle cliff-hanger-Erzählen romanischer Vorbilder nutzte und damit beeindruckte. Aber die Verlage versagten bis auf wenige Ausnahmen alle, wenn es darum ging eine echte Comic-Kultur aufzubauen. Bis in die 1970er behandelten sie die Comic-Leser wie grenzdebile Kinder, denen man das Taschengeld abnehmen wollte. Erst in den 1980ern änderte sich das durch die Einführung er längst überfälligen franko-belgischen Alben-Kultur. Leider waren aber auch die Comics museal geworden und taugten nicht mehr als Massenmedium. Von nun an galt es eine klar umrissene Zielgruppe abzumelken. Richtig große Erfolge jenseits von dem inzwischen unleserlichen ASTERIX brachten nur noch Mangas, die so etwas wie Nachwuchsleser für das Medium rekrutierten. Mit vermeintlichen high-brow-Themen, als Graphic Novels verscherbelt, die sich an ein vermeintlich intellektuelles Publikum wandten und es schon mal in die KULTURZEIT schafften, bestätigte man den Comic als Minderheitsmedium für Spezialisten. Also haben es die Verlage nicht ganz leicht. Manche Comics schaffen Auflagen für die mal der Fotokopierer erfunden wurde. Um Interesse zu wecken, veranstalten die Comic-herausgeber nun schon zum 3.Mal den Comic-Gratis-Tag: Am Samstag den 12.Mai.
Flip Kolek, der die Pressearbeit dafür macht, kündigt an:
“Comic-Event, bei dem im Comic- und Buchhandel speziell für den Tag
gedruckte Comic-Hefte (30 verschiedene, Auflage insgesamt 300.000 Stück) verschenkt. Die Bandbreite der Themen ist dabei so vielfältig wie der Comic-Marktselbst, von bekannten Kids-Stoffen wie Disney-Titeln und den SIMPSONS,
über Superhelden- und Abenteuer-Stoffen für Teens hin zu erwachsenen Themen
und Graphic-Novel-Stoffen. Ebenso groß ist die Bandbreite der teilnehmenden
Verlage, von Großverlagen wie Carlsen, Ehapa und Panini bis zum
Einmann-Independent-Labeln ist jeder Akteur der deutschen Comicszene vertreten. Ander Aktion nehmen über 180 Händler in Deutschland, Österreich und der
Schweiz teil, die neben dem eigentlichen Verschenken oftmals ein buntes
Rahmenprogramm mit Signierstunden, Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, etc.
anbieten.![Schreiber&Leser-GCT-2012-Co[1]](https://martincompart.files.wordpress.com/2012/05/schreiberleser-gct-2012-co1.jpg?w=210&h=300)
Das Ziel des Gratis-Comic-Tags ist es, den Deutschen das Potential und die
Vielfalt des Mediums Comic, das hierzulande im Gegensatz zu anderen
Ländern wie Frankreich oft unterschätzt und belächelt wird, zu demonstrieren
und neue Gesichter in Comic- und Buchhandlungen zu locken. Comics sind schon
lange erwachsen, subversiv, intelligent und ambivalent, und es wird Zeit,
dass das auch die breite deutsche Öffentlichkeit entdeckt. An der Aktion
nehmen über 180 Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil,
die neben dem eigentlichen Verschenken oftmals ein buntes Rahmenprogramm
mit Signierstunden, Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, etc. anbieten.
Hier findest du eine genaue Auflistung aller Titel, teilnehmender Verlage
und Locations:
http://www.gratiscomictag.de/”
Natürlich werde ich das schamlos ausnutzen und u.a. die Noir-period pieces COSA NOSTRA – DIE SCHWARZE HAND und FRÄULEIB RÜHR-MICH-NICHT-AN einsacken. Man wäre ja dämlich, wenn man diese Chance nicht wahrnimmt. Außerdem gibt es bestimmt Gelegenheiten mit Gleichgesinnten ein Bier zu zischen und über Superhelden abzuledern!
See you.
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Dieses Jahr wird für Bond-Fans voraussichtlich ein gutes. Zum 50.Jubiläum der Filmserie kommt der neue Schocker mit Daniel Craig, SKYFALL, Ende des Jahres in die Kino. Und soeben ist die deutsche Übersetzung des neuen 007-Romans erschienen. Es ist der 23.Bondroman, der nicht von Ian Fleming geschrieben wurde – die Novelizations der Filme nicht mitgerechnet. Wie jeder neue Bond-Darsteller sorgt auch jeder neue Bond-Autor für heftige Kontroversen bei den 007-Fans. Die besseren sind Fleming nahe gekommen, keiner kam ihm gleich und niemand übertraf ihn.
RÜCKBLICK AUF DIE FLEMING-NACHFOLGER:
Das die Gelddruckmaschine Bond durch den Tod von Fleming nicht gestoppt werden durfte, war klar. Weitere Bond-Romane mussten folgen, den Erfolg der Filme begleiten. Als ersten neuen Autor erwählten die Fleming-Erben keinen geringeren als den angesehenen Romancier Kingsley Amis (LUCKY JIM). Der hatte sich bereits als Bond-Afficionado bewiesen mit der vorzüglichen Analyse THE JAMES BOND DOSSIER (noch immer eines der besten Bücher über Fleming und 007).
Unter dem Pseudonym „Robert Markham“ veröffentlichte er 1968 mit COLONEL SUN ein überzeugendes Fleming-Pastiche. Danach lag das Unternehmen „neue Bond-Romane“ erstmal auf Eis. 1981 verpflichtete man den mäßigen Thriller-Autor John Gardner für weitere Bond-Abenteuer. Die ersten beiden Romane waren erfolgreich, schafften es auf die Bestsellerlisten. Dann war der Ofen aus, denn die Bond-Leser hatten keine lust, Gardners dümmliche Aktualisierungen ihrer Ikone weiter zu begleiten. Eine von Gardners dämlichsten Nummern war Bond einen Saab fahren zu lassen, eine auf Sicherheit ausgelegte Familienkutsche für den rücksichtslosen Sportwagenfahrer! Gardners insgesamt 14 Romane wiesen einen Haufen Ärgerlichkeiten auf und zeigten deutlich, dass der Autor wenig Ahnung vom Mythos (und von Stil) hatte. Zu allem Überfluss machte er Bond auch noch zum überzeugten Teetrinker! Fleming bemerkte fast in jedem Buch, wie sehr Bond dieses Getränk hasste. Fleming-Agent Janson-Smith ertinnert sich: „Gardner wollte, dass Bond zum Gustav-Mahler-Fan wird, weil Gardner Mahler-Fan war. Das habe ich abgelehnt. Zu Anfang verkauften sich seine Bücher wirklich gut, aber dann ging es bergab. Er war vielleicht zu lange dabei. Er wollte immer genauso viele Bücher schreiben wie Fleming…“ 
Peinlich wurde Gardner besonders dann, wenn er krampfhaft versuchte Flemings eigenwillig harten Szenenanreißer zu kopieren; das klingt dann eher nach Parodie (und die Bond-Parodien um Boysie Oakes, mit denen der Gute vor vielen Jahren mal ins Geschäft kam, waren schon schwer erträglich). Ein paar Stümpereien gefällig? Bitte sehr (aus SCORPIUS):
“Das Summen des Radioweckers schnitt wie das Messer eines Vandalen in den tiefen Kokon des Schlafes.”
“`Nein! Nein!Nein!`’Ja’, sagte Bond scharf und herrisch. ‘ Ja!Ja! Und Ja!’”
Gardner hatte kaum Ahnung von seinem Helden. Zwar hatte sich das im Laufe der Jahre da ein bisschen was getan, aber wirklich begriffen hatte Gardnerr weder die Figur noch deren Schöpfer. So lässt er den hundertprozentigen Briten etwa französische Anzüge tragen oder macht den von Kingsley Amis als Kulturbanausen richtig erkannten Bond plötzlich zum Jazz-Fan. Statt cooler Arroganz ist dem Gardner-Bond debiles Menscheln eigen. Und M, von Fleming als Inbegriff des effektiven emotionslosen Apparatschik charakterisiert, lässt er kaum motivierte Wutausbrüche hinlegen. Und “sein” Bond behauptet gar – und da bleibt wohl jedem Fleming-Kenner die Spucke weg -:”Mein Vorgesetzter ist von einem hübschen Gesicht und einer noch hübscheren Figur leicht herumzukriegen.“ John Gardner gehörte offensichtlich zu einem Komplott von SPECTRE um Bond endgültig auszuschalten. Immerhin verkauften sich seine Romane bei absteigender Tendenz fast fünf Millionen mal.

Etwas besser waren danach die Bond-Romane von Raymond Benson (von denen nur wenige ins Deutsche übersetzt wurden). Aber auch sie hatten nicht den Fleming-Touch (den Kingsley Amis heraufbeschwören konnte). Anders als in den Filmen funktionierte es nicht überzeugend, Bond in die Gegenwart zu transformieren und ihn peinlich dem Zeitgeist anzupassen. „Benson habe ich aufgrund seines Sachbuchs über Flemings Romane engagiert. Seine ersten Bücher hatten gute Strukturen und viele Textfehler, aber er lernte schnell. Flemings Erben mochten Bensons Bücher nicht. Auch die Verkäufe gingen rapide zurück.“ Sein letzter, THE MAN WITH THE RED TATTOO (in Deutschland nicht veröffentlicht) verkaufte in England lediglich 5000 Exemplare und in den Staaten 13.000. Seine sechs Romane hatten weltweit die schlappe Auflage von 600 000 Exemplaren. Flemings Bücher haben inzwischen lange die 100 Millionen überschritten.
Sebastian Faulks, der vorletzte Bond-Autor, hatte das wohl begriffen und schrieb ein period piece. DER TOD IST NUR DER ANFANG (Heyne) spielt 1967 und mobilisiert den Fleming Touch ganz ordentlich. Außerdem bringt der Roman spärlich aber witziges Zeitkolorit mit ein. Etwa Anspielungen auf die damalige Verhaftung der Rolling Stones wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.. Da regt sich dann M darüber auf, dass „seine“ TIMES für Gerechtigkeit gegenüber diesen langhaarigen Pop-Schurken plädiert. Genial fand ich, dass Faulks direkt an Flemings letzten Roman, THE MAN WITH THE GOLDEN GUN, anschließt und im Iran spielt. Trotzdem erreicht auch er den Meister nicht, der die Leser Adrenalin auf hohem Niveau ausstießen ließ (man lese nur die über mehrere Seiten laufende Szene mit dem giftigen Tausendfüssler in DR.NO! Im Film wurde daraus die läppische Vogelspinnen-Szene). Ian Flemings literarisches Genie ist in Deutschland bis heute weder entdeckt noch gewürdigt. Was nicht wirklich verwundert. Für das debile Feuilleton hätte ihn wahrscheinlich Diogenes veröffentlichen müssen. Denn ohne Diogenes wüssten diese Parakritiker heute noch nicht wer Chandler, Highsmith oder Ambler sind (obwohl diese lange zuvor in anderen Verlagen veröffentlicht wurden). Anthony Burgess zählte GOLDFINGER unter die 99 besten Romane des 20.Jahrhunderts. Aber wer ist schon Burgess? Ein Name, den weder Radisch, Dotn, Mangold, oder wie diese Bürokraten der Langeweile alle heißen, je gehört haben.
Das Großmaul Faulks übernahm sich mit einigen Äußerungen, die nicht alle glaubwürdig klangen. Sein Roman entspräche stilistisch zu 80 Prozent Ian Fleming. Er habe es weitgehend nach dessen Methode geschrieben: “In seinem Haus in Jamaika schrieb Fleming am Morgen 1000 Worte, dann ging er Schnorcheln, nahm einen Cocktail, Lunch auf der Terrasse, ging wieder Tauchen, schrieb weitere 1000 Worte am späten Nachmittag, dann mehr Martinis und bezaubernde Frauen. In meinem Haus in London habe ich diese Routine genau nachgemacht – allerdings ohne Cocktails, Lunch und Tauchen.” Sechs Wochen habe die Arbeit an DEVIL MAY CARE gedauert. Gelungen ist ihm immerhin der überzeugendste Bond seit Amis. Und es war mit 44 000 verkauften Exemplaren in der ersten Wochedas am schnellsten verkaufte Hardcover in der Geschichte von Penguin Books!
Janson-Smith hatte es nicht leicht in den letzten Jahren Flemings Werk international am Leben zu erhalten: „Ich denke nicht, dass Heyne in Deutschland der richtige Verlag für diese Bücher ist. Sie verkaufen sich seit Jahren schlecht. Auch in Frankreich ist das so, der Verleger Gallimard hat sie sogar aus dem Programm genommen. Man darf aber nicht vergessen, dass Bond immer noch ein sehr guter und sehr bekannter Name ist. Man sollte ihn nicht unterschätzen. Es ist erstaunlich, was Fleming erschaffen hat. Die Filme werden sowieso ewig weitergehen. Ich hoffe nur, dass die Geschichten besser werden. Ich habe den ersten deutschen Bond-Vertrag mit Ullstein auf der Frankfurter Buchmesse gemacht, in “Jimmys Bar” im Hotel “Hessischer Hof”. Danach gingen die Rechte an den Scherz-Verlag, weil Ullstein mit den Verkäufen nicht zufrieden war. Ich weiß noch, dass ein Herr Hausen nach James Bond gefragt hat, der die Bücher ins Armenische übersetzen lassen wollte, weil dort die Kinder danach gefragt hatten. Er hatte nicht viel Geld und sagte, dass die Sprache aussterbe und bot 50 Mark für jeweils drei Bücher. Ian war erfreut. Wir machten den Deal, und so erschienen die Bücher auf Armenisch. Ian sprach ja auch deutsch. Ich habe viele Verträge in Frankfurt geschlossen.“
CARTE BLANCHE
Tja, und nun also Jeffrey Deaver. Er ist seit Jahren einer der erfolgreichsten Thriller-Autoren der Welt und wurde anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Ian Fleming Steel Dagger Award gefragt, ob er einen Bond schreiben wolle. Deaver ist seit dem 8. Lebensjahr Bond-Fan und sagte zu. Deaver hat Millionen Thriller verkauft, eine beliebte Serienfigur(Lincoln Rhymes) erschaffen und eine Menge Fans, auch im deutschsprachigen Raum. Ich gehöre nicht dazu. Mir ist er zu geschwätzig. Wahrscheinlich bekam er “carte blanche” von den Fleming Erben, für mich wurde es eher zur “Lizenz zur Langeweile”.
Nach dem Experiment mit dem Literaten Faulks und der kurzen Rückkehr in die 1960er, durfte Deaver Bond nicht nur in die Gegenwart holen, sondern ihn komplett updaten. Ziel war es, einen zeitgenössischen Bond für das 21.Jahrhundert zu etablieren, auf dem weitere Romane aufbauen. Bei der Kinoversion hat das ja geklappt, in dem Daniel Craig den Superagenten etwas verprollte und damit dem jüngeren Publikum zugänglicher machte. Im Roman, der sich zwangsläufig an Alphabeten wendet, muss man andere Wege gehen.
Zum Plot will ich nicht zuviel erzählen. Bond hat fünf Tage um einen Anschlag mit dem schönen Code-Wort „Gehenna“ zu verhindern.. Also rast er von Serbien über England und Dubai bis Südafrika herum, trifft nette und böse Frauen, wird unterstützt von seinen alten Mitkämpfern Mathis und Leiter (der natürlich nicht seine Hand von einem Hai in LIVE AND LET DIE abgebissen bekam un den Bond nun während seiner Militärzeit kennen gelernt hat) und macht dabei – frei nach LITTLE BRITAIN – so Bondsachen. Der Schurke heißt Severan Hydt, hat nekrophile Neigungen, und steht ganz in der Tradition. Um Druck zu erzeugen, lässt Deaver den Roman in sechs Tagen spielen.
Deaver bediente sich natürlich bei den populären Fleming-Topoi, die Kingsley Amis im BOND DOSSIER aufgeschlüsselt hatte. Alles da, was den Bond-Fan erfreut: Ein ungewöhnlicher Schurke, die schönen Frauen, exotische (gut recherchierte) Schauplätze, gepflegte Gastronomie, technische Gadgets, Markenartikel, Autos und die Walther-Pistole. Aber Bond ist nun Afghanistan-Veteran, vermutet, dass seine Eltern von den Russen ermordet wurden. Zu allem Überfluss interessiert er sich auch noch für Formel 1. Ich hatte immer Probleme mit den Revampingversuchen des literarischen Bond (anders als mit den filmischen). Ähnlich wie bei Sherlock Holmes. Wo dies allerdings in der TV-Serie SHERLOCK überzeugend gelungen ist. Für mich sind sie Charaktere, die so intensiv ihre Epoche widerspiegeln, das immer ein schales Gefühl zurück bleibt wenn man sie zu modernisieren versucht. Am besten gelang das m.E. bei Bond noch Raymond Benson (und natürlich in den grandiosen Comic Strips von Jim Lawrence und Horak).
Deavers Bond ist mir zu steril. Flemings Geschöpf war düsterer und stand ganz in der Tradition des byronschen Helden. Fleming konnte es sich erlauben, ihn auch unsympathisch zu zeigen. Deaver geht dieses Risiko nie ein. Würde man den Namen ändern, käme man nur selten auf den Gedanken, dass es sich um Bond handelt. Es fühlt sich falsch an.
Leider vergeigt Deaver auch gleich den Anfang des Romans, in dem Bond gegen einen Profi-Terroristen das Attentat auf einen Giftzug in Serbien verhindert. Es gelingt ihm nicht – und das ist bei Action-Szenen nun mal wichtig – ein Gefühl für den Raum zu vermitteln. Dadurch baut sich beim lesen der Suspense nur mangelhaft auf. Außerdem stimmt das Timing nicht .Im Film würde man sagen: der schlechte Schnitt hat die Szene ruiniert. Aber Raum- und Zeitgefühl zu vermitteln muss man um Suspense bei Actionszenen zu erzeugen, das ist im Buch nicht anders als im Film. Sense of location und Timing sind bei Fleming so perfekt, dass sie einem auch heute noch den Schweiß auf die Stirn treiben.
Deavers technische Recherchen sind beeindruckend: Er arbeitet überzeugend die aktuellen Technologien ein und lässt Bond sie nutzen. Ganz auf der Höhe ist CARTE BLANCHE ein zeitgemäßer Thriller. Wichtigstes Gadget ist ein „IQ-Phone“, voll gestopft mit Aps für die man morden würde.
Manchmal trifft Deaver den Ton ganz gut, aber dann haut er immer wieder so peinlich daneben, dass es der Sau graust. Etwa in Bond zugeschriebenen Äußerungen wie „Ich fühle mich fast wie Lehman Brothers“. Einmal verzichtet Bond sogar darauf einen Gegner zu töten und schießt ihn nur in den Arm. Häh? Diese Milde hat er wohl aus Afghanistan mitgebracht. Den Chauvinismus, den Kritiker Fleming zu Recht vorgeworfen haben, hat Deaver „seinem“ Bond ausgetrieben. Aber genau dieser Chauvinismus hat die Figur so überzeugend gemacht. Bond als politisch korrekter, für Gleichheit eintretender, nicht-sexistischer Nichtraucher funktioniert genauso wenig wie Philip Marlowe als glücklich verheirateter Millionärinengatte.
Dieser manchmal an Rassismus grenzender Chauvinismus spiegelte vortrefflich die Arroganz des untergehenden Empires und ist deswegen nicht nur mentalgeschichtlich hoch amüsant. Er schuf einen eigenen Kosmos, einen Themenpark, den man Testosteronland nennen könnte. Flemings Bond ist nicht der unbesiegbare Snob der meisten Filme. Er ist ein Mann mit einer Sozialisation und tiefen inneren und äußeren Wunden. Er hat manchmal Angst und Fleming beschreibt seine Furcht minutiös. Durch seine Kunst, einen dreidimensionalen Charakter zu schaffen wurde Bond erst zu dem Mythos, den der Film zum eindimensionalen Klischee herunter kürzte.
Die literarische Vorlage ist bedeutend vielschichtiger als die dem jeweiligen Zeitgeschmack angepassten Film-Bonds.
In DR .NO hat er sogar Angst um seinen Job, weil er am Ende von FROM RUSSIA WITH LOVE einen Kampf gegen eine ältere Frau verloren hat. In THUNDERBALL ist er körperlich so schlecht zurecht, dass M ihn zur Kur in einer Gesundheitsfarm schickt. Und der oft skrupellose Frauenheld verliebt sich manchmal so sehr , dass er dafür seinen Job gefährdet oder hinschmeissen will (Tracy, Domino, Vesper, Kissy).
Er ist Held und Anti-Held in einer Person (Fleming schrieb zeitgleich mit Autoren wie John Osborne und Kingsley Amis, die die „Angry young men“ in die britische Literatur brachten). Welchen Sinn macht es, dieser Figur alles zu nehmen, was sie charakterisiert? Weil man lediglich Bond lediglich als Markenmanagement verwendet. Die zweifelhafte Gleichung der Fleming-Erben, die den Rachen nicht voll genug kriegen lautet: Bestsellerautor Deaver+Brandname 007+update a la Bond-Filme=Welterfolg.
Deavers Bond ist blaß, ein Papp-Charakter dessen Emotionen aufgesetzt wirken. Ein Typ, der einen nicht wirklich interessiert – wie die Knatterchargen in Deavers überschätzten Thrillern.
Ein weiteres Manko: Das Buch ist zu lang – bisher der längste Bond-Roman überhaupt. Deaver labert zuviel herum, lässt Bond bei Verfolgungsjagden geradezu schwachsinnig über Kugelausstoß oder Entfernungen meditieren. Der britische Kritiker Ivan Radford bringt es auf den Punkt: „Wie ein Mathematiklehrer mit einer Kanone“.
Dem kann man ausweichen, indem man zur gekürzten Hörfassung greift. Das Hörbuch ist bei Random House Audio erschienen und 403 Minuten lang. Das richtige Bond-Feeling garantiert Sprecher Dietmar Wunder, der Daniel Craig synchronisiert. Und da ich ja für die billigsten Kalauer zu haben bin: Herr Wunder erzählt den Roman ganz wunderbar.
Was ist nun nach all dem Rumgemaule das Fazit? Sollte man den Roman lesen oder nicht? Ja, verdammt. Schließlich haben wir Bond-Fans auch MOONRAKER oder QUANTUM OF SOLACE angesehen. Und – „M“ sei meiner gnädig – John Gardner gelesen.

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Wenn man die ersten Folgen der neuen Action-Serie HUMAN TARGET gesehen hat, bestätigt sich, was andere US- und GB-Serien schon bewiesen haben: In Deutschland ist die Zeit stehen geblieben. Zumindest auf dem Lerchenberg und den Räumen deutscher Produktionsfirmen. Kein gegängelter deutscher Drehbuchautor hätte solche Lines, mythisch anmutende Charaktere, Plot-und Subplotwendungen auch nur im Ansatz hingekriegt. Deutsche Regisseure hätten aus dem US-Drehbuch mindestens einen Dreistünder machen MÜSSEN, da sie nie Timing gelernt haben. Und das deutsche Action-TV-Aushängeschild COBRA 11 wirkt im Vergleich mit HUMAN TARGET so antiquiert wie die Keystone Cops.
Perfekt nutzen die Macher die Möglichkeiten des nicht linearen Erzählens, wie es zuvor schon effektiv bei HUSTLE eingesetzt wurde (momentan scheinen die meisten Innovationen aus Großbritannien zu kommen – siehe auch SPOOKS oder LITTLE BRITAIN). Produziert wird sie in Vancouver (seit der gerade verstorbene Stephen J.Cannell die Stadt für WISEGUY entdeckte und sie beispielsweise Joel Surnow für LA FEMME NIKITA nutzte, gilt Vancouver dank günstiger Gewerkschaftsbedingungen als Mekka für Action-Serien). Und jede Folge hat tatsächlich den look eines Bruce Willis-Kinofilm. Action-Kino für Arme ist das nicht. Und die tollen Bücher sorgen dafür, dass alles was momentan in den verseuchten Cinemaxen vor einem debilen Publikum abgespielt wird, dagegen alt aussieht. Noch älter sehen natürlich deutsche Gähnserien aus. Klaus Bassiners Lerchenberger Geronten-Sokos verstehen sich natürlich nicht als Action-TV sondern als homöopathisches Sedativ. Aber der ganze Mist der unfähigen RTL-Tante Anke Schäferkordt stinkt jetzt wieder mächtig ab. Ob sogenannte „Eventfilme“, die scheinbar in einem Legoland gedreht werden, oder LASKO und die vielen vergessenen Flop-Serien, die US-Konzepte grottig kopierten, – so was kann man wohl nur noch für kleines Geld in deutsche Urlaubsgebiete an der
Schwarzmeerküste verscherbeln. Im Gegensatz dazu zeigt HUMAN TARGET, wie man Massen taugliches Action-Format macht ohne die Intelligenz zu beleidigen. Aber auch dieses Highlight wird Tante Anke nicht davon abhalten wieder los zu brausen zu neuerlichen, noch finsteren Tiefpunkten derber Unterhaltung. Immer SAT 1 und pro/ im Rückspiegel.
Die Kunst bei solchen Action-Serien ist die Gradwanderung zwischen Leichtigkeit, Augen zwinkernder Selbstironie und Suspense gepaart mit der Glaubwürdigkeit von Hero-Comic-Charakteren, die in ihrem Kosmos vollkommen glaubwürdig agieren und in ihm dreidimensional wirken. HUMAN TARGET macht das perfekt. Ein absoluter Quantensprung seit dem MILLION DOLLAR MAN oder dem A-Team.
TARGET funktioniert auf allen Ebenen und spricht alle Bildungsschichten an. Ein Zeichen wahrer Industriekunst, also mehr als nur gutes Handwerk! Neben der Action ist die Interaktion zwischen den drei Hauptfiguren ein besonderer Reiz der Serie. Mark Valley drückte das ebenso kryptisch wie nett aus: “Wenn Chance ein ehemaliger Junkie oder Alkoholiker wäre, dann ist Winston eher sowas wie sein Helfer während Jackie sein Ex-Dealer ist.”
Die Serie beginnt klassisch in Episodenform. Ab der Folge SANCTUARY steigt sie intensiver in die Personen und ihre Hintergründe ein und baut behutsam ihre eigene Mythologie. Hinweise und Andeutungen werden geschickt in die einzelnen Folgen eingebaut, die beim großen Finale erst ihren Sinn bekommen. Da erfahren wir dann die “großen” Geheimnisse hinter dem Mann, der sich Christopher Chance nennt. Die Season endet mit einem cliffhanger, da man die Verlängerung durch FOX wohl in der Tasche hatte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der zweiten Staffel zu einem noch stärkeren Mix aus episodischen- und seriellem Erzählen kommt. Wie gut das funktionieren kann, haben bereits LA FEMME NIKITA oder X-FILES bewiesen. Aber wer weiß? Vielleicht bauen die Produzenten auch stärker auf das rein serielle Erzählen. Denn das hat momentan den größten Zuspruch des Publikums; abgesehen mal von police procedurals wie CSI. Mich würde es nicht wundern, wenn sich TARGET zur nächsten großen Kult-Serie entwickelt. Das Ende von 24 und dem J.J.Abrams-Zeugs hinterlassen ein Vakuum. Die erste Season ist dann nichts anderes als eine äußerst ausführliche Exposition.
Christopher Chance erblickte das Licht der Comic Book-Welt 1958 in GANG BUSTER No.61. Er wäre ein längst vergessener One Shot, hätten ihn micht Len Wein und Carmine Infantino 1972 neu belebt. In den frühen 1970ern diente er als Füllserie für Superman in der ACTION COMIC-Reihe. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnt wechselte er als Füllmaterial zu Batman in DETECTIVE COMICS. Zu seinen Zeichnern zählten immerhin Stars wie Neal Adams und Howard Chaykin!
1990 wurde er für sieben Folgen auf den Bildschirm gezerrt, gespielt von Rick Springfield. Das Gute an der erfolglosen Serie war, dass sich DC wieder an Chance erinnerte und Pete Milligan ein neue Interpretation für Erwachsene ermöglichte. Mit den Zeichnern Edvin Biukovic, Cliff Chiang und Javier Pulido legte er für DCs VERTIGO-Line 1999 eine beeindruckende Mini-Serie und 2003 eine Graphic Novel vor; und von 2003 bis 2005 gab es dann eine monatliche Heftserie in 21 Comic Books. Markanter Unterschied zur neuen TV-Serie: In den Comics nimmt Chance die Identität des Klienten an, währen er im TV eher als HUMAN SHIELD agiert, Die TV-Serie wurde von Jonathan E.Steinberg entwickelt. Er hatte zuvor als Autor, story editor und Produzent an JERICHO gearbeitet; die Serie bezeichnet er als „very good boot camp“. Der Grund für den Konzeptwechsel des Comics ist eine medienspezifische Vorgabe: so kann man prominente Gaststars in jede Folge einbauen:
„ This was a property that had been in development both for TV and the movies for a while, and I think for good reason. It’s a very enticing idea – a guy who is always looking to or is willing to become you and get into the trouble that you made for yourself, and I think everybody had tried to figure out a way to make it work. It was pitched to me as something that Peter Johnson and
Warner Bros. were looking to do…It’s fun and allows you to play with identity in a cool way, but as soon as it becomes flesh and blood, it’s a strange credibility that is detrimental to the story. That was one of the earlier obstacles with us, how do we make it real? If there was a guy who did this job, how would he do it? He probably wouldn’t do it by putting on a rubber mask.
So I think that was the beginning of it. After that it became clear to us that we wanted to create an action hero that was like the action heroes that I grew up with, the Indiana Joneses. The John McClanes. It’s very hard to fall in love with Indiana Jones when he looks like somebody else every week.“
Nach der ersten Season mit 12 Folgen ist eine zweite mit über zwanzig Folgen in der Produktion. Obwohl die Zuschauerzahlen bei FOX eher mittelmäßig waren: Von Anfangs ca.10 Millionen sank sie auf 7,5 Millionen. Zum Glück für HUMAN TARGET hat Fox aber nicht mehr 24 am Start (endete mit der 8.Season) und braucht einen zumindest ähnlichen Ersatz im Genre. In der 2.Season bekommen die drei von der Rettungsstelle einen weiblichen Boss. Der neue Showrunner Matt Miller lüftete die Hintergründe: Die Milliardärin Ilsa, gespielt von Indira Varma (Rom, Torchwood) kauft die Agentur, die permanent in finanzielle Schwierigkeiten steckt und wird ihr Chef. Natürlich – wie es sich nach Genrekonventionen gehört – ist sie von Chance völlig unbeeindruckt und aus der Situation wird sicher Knistern und Spannung destiliert. Chi McBride alias Winston: “Wir sind wie eine dysfunktionale Familie. Wir streiten uns, aber wenn es darauf ankommt, halten wir zusammen.” Ein Konzept, dass seit Jahrzehnten funktioniert: Streitende Ritter, die von ihrer Burg zu einer Quest aufbrechen um das Böse zu bekämpfen. Matt Miller: “In der 2.Season legen wir Wert darauf, dass man neben der Haupthandlung auch in jeder Folge etwas neues über einen der Protagonisten erfährt.” Miller spielt einen hohen Ball wenn er HUMAN TARGET mit den Büchern von Elmore Leonard vergleicht: “Durchaus, was Witz, Charakterisierung und Stimmung angeht. Guerrero ist ein Typ, der direkt einem Leonard-Roman entstiegen sein könnte.” Man denkt auch daran, künftig Autoren des Comics für Drehbücher zu verpflichten.
Neben der guten Story-Struktur und dem perfekten Szenenaufbau gelingt es den Autoren mit den Schauspielern in der kürzesten Zeit alle Figuren individuell und zumeist auch originell zu charakterisieren. Das heißt: auch die Dialoge sind genau das Gegenteil vom sinnlosen Gestammel in deutschen Crime-Serien. Großartige Lines kriegt natürlich Mark Valley, die Christopher Chance als witzigen und ultracoolen Charakter unterstreichen:
Chance: Ich muss das brennende Flugzeug auf den Rücken legen um den Brandherd auszublasen.
Stewardess: Haben Sie so was schon gemacht?
Chance: Häufig In allen Möglichkeiten.
Stewardess: Wann und wo?
Chance: In einem Simulator.
Stewardess: Oh, nein.
Chance: Es war ein sehr guter Simulator.
Chance dreht das Flugzeug was zur Folge hat, dass die Instrumente nicht mehr funktionieren und er es nicht mehr kontrollieren kann.
Stewardess: Was bedeutet das?
Chance: Technisch gesehen: Das Flugzeug ist kaputt.
Man muss Mark Valley dabei sehen. Der Golfkriegveteran (des 2. Golfkriegs 1991; der 1.fand zwischen Irak und Iran statt) hat das Charisma um diese Comicfigur im allerbesten Sinn glaubwürdig rüber zu bringen. Wäre die Hauptrolle schlecht gecastet, hätte die Serie trotz guter Bücher riesige Probleme.
Das einzige Ärgernis ist, dass man HUMAN TARGET montags auf pro7 mit Werbeunterbrechungen sehen muss. Wer das nicht will, muss auf die Box warten oder sich im Internet die amerikanischen Folgen zusammen suchen.

Zu Gast auf einem Comic Con:
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Das weltweit ehrgeizigste Unternehmen hat der Epsilon Verlag gestartet, nämlich eine chronologische Gesamtausgabe. Verleger Mark O.Fischer stellte den Editionsplan auf:
![BOMG1[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bomg11.jpg?w=228&h=300)
„Diese deutsche Gesamtausgabe wird die weltweit erste chronologische Gesamtausgabe aller von Vance und Coria gezeichneten Abenteuer von BOB MORANE! Und das komplett in 18 Bänden!
Statt der chaotischen Zusammenstellung der Intégral-Bände von Dargaud zu folgen, macht Epsilon Alben mit drei Abenteuern in einem Band, die sowohl die zeichnerische als auch die inhaltliche Chronologie berücksichtigen:
(D=Dargaud L=Lombard 13=13tes Album beim jeweiligen Verlag I=Integral)
1
D12- LES CONTREBANDIERS DE L’ATOME – I01
D06- LES FILS DU DRAGON – I02
D02- OPÉRATION CHEVALIER NOIR – I01![BMG2C[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bmg2c11.jpg?w=221&h=300)
2
L20- LES OTAGES DE L’OMBRE JAUNE – I10
L33- LA REVANCHE DE L’OMBRE JAUNE – I15
L34- LE CHÂTIMENT DE L’OMBRE JAUNE – I15
3
D10- LA VILLE DE NULLE PART – I04
D09- L’ARCHIPEL DE LA TERREUR – I04
D07- LES YEUX DU BROUILLARD – I01
4
L09- OPÉRATION WOLF – I07
L10- COMMANDO ÉPOUVANTE – I09
L11- LES GUERRIERS DE L’OMBRE JAUNE – I10
5
D05- LES POUPÉES DE L’OMBRE JAUNE – I02
L03- LES SEPT CROIX DE PLOMB – I06
D13- GUÉRILLA À TUMBAGA – I06
6 ![BM3C[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bm3c11.jpg?w=220&h=300)
L14- LES CHASSEURS DE DINOSAURES – I11
L13- LE PRÉSIDENT NE MOURRA PAS – I10
L12- SERVICE SECRET SOUCOUPES – I09
7
D11- L’ŒIL DU SAMOURAÏ – I04
L02- PANNE SÈCHE À SÉRADO – I06
L01- LES GÉANTS DE MU – I05
8
L18- LES FOURMIS DE L’OMBRE JAUNE – I11
L16- LA GUERRE DES BALEINES – I07
L17- LE RÉVEIL DU MAMANTU – I07
9
L05- LE TEMPLE DES DINOSAURES – I05
L04- LES SORTILÈGES DE L’OMBRE JAUNE – I03
L06- LES BULLES DE L’OMBRE JAUNE – I03
10 ![BM4C[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bm4c1.jpg?w=225&h=300)
L15- UNE ROSE POUR L’OMBRE JAUNE – I11
L19- LE DRAGON DES FENSTONE – I08
L21- SNAKE – I16![BMG2Seite3[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bmg2seite31.jpg?w=227&h=300)
11
D08- LA PRISONNIÈRE DE L’OMBRE JAUNE – I02
L07- L’EMPREINTE DU CRAPAUD – I05
L08- L’EMPEREUR DE MACAO – I03
12
L22- LE TIGRE DES LAGUNES – I08
L23- LE TEMPLE DES CROCODILES – I14
L24- LE MASQUE DE JADE – I15
13
L25- TROIS PETITS SINGES – I09
L26- LE JADE DE SÉOUL – I12
L27- LA CITÉ DES RÊVES – I08
14
L28- L’ARBRE DE L’EDEN – I13
L29- UN PARFUM D’YLANG-YLANG – I12
L30- ALIAS M.D.O. – I12
15
L31- L’ANNEAU DE SALOMON – I13
L32- LA VALLÉE DES BRONTOSAURES – I14
L35- YANG = YIN – I14
16
L36- LE PHARAON DE VENISE – I13
L37- L’OEIL DE L’IGUANODON – I16
L38- LES DÉSERTS D’AMAZONIE – I16
17
L39- LA PANTHÈRE DES HAUTS PLATEAUX
L40- L’EXTERMINATEUR
L41- LES LARMES DU SOLEIL
18
L42- LA GUERRE DU PACIFIQUE N’AURA PAS LIEU – Tome 1
L43- LA GUERRE DU PACIFIQUE N’AURA PAS LIEU – Tome 2
L44- LES BERGES DU TEMPS
Damit die Gesamtausgabe auch ihrem Namen verdient, folgen im Anschluss alle Abenteuer, die von Attanasio, Forton und Leclercq gezeichnet wurden. Alle Bände enthalten umfangreiches und exklusives Zusatzmaterial.“
Nun lässt sich sicherlich darüber argumentieren, ob dieses inhaltlich orientierte chronologische Konzept bei Morane nötig ist. Ich kenne nicht alle Comic-Abenteuer und kann nicht beurteilen, in wir weit es Rückbezüge gibt, die durch die Romanvorlagen bedingt sind. Fischer wird sich dabei schon etwas gedacht haben. Die ersten vier Bände sind bereits erschienen und schlichtweg wunderbar! Jeder Band hat umwerfendes Zusatzmaterial zu Henri Vernes, der Morane-Rezeption und natürlich zu den Zeichnern. Vielleicht sollte man bei den Übersetzungen, besonders der Materialien, noch etwas sorgfältiger lektorieren. Aber das ist dann auch schon alles, was ich als alter Miesmacher überhaupt bemäkeln kann. Kein Fan von Abenteuer- SF- oder Fantasy-Comics kommt an dieser nahezu perfekten Ausgabe vorbei. Sie setzt Maßstäbe.
SEHT EUCH DIE FIGUREN AN! Unglaublich, was da ein Fan tolles gebastelt hat.
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Und wie fing alles an?
1953 startete der in Ath geborene Autor und Weltenbummler Charles Dewisme unter dem Pseudonym Henri Vernes für den belgischen Verlag Marabout die Romanserie um den Journalisten und Weltenbummler. Morane ist eine Abenteurerfigur klassischen Zuschnitts, wie sie heute nicht mehr glaubwürdig wäre. Unbeschwert tobt er durch die Welt, immer auf der Suche nach Abenteuern und um in Bedrängnis geratenen Menschen zu helfen. Als typisches Kind der 5oer Jahre ist er außerstande, die 3.Welt als etwas anderes als einen Abenteuerspielplatz zu sehen oder politische Implikationen des endenden Kolonialismus wahrzunehmen. Mit kurzen Haaren und einem gequält humorvollen Freund – ein irischer Alkoholiker – steht er anfangs immer auf Seiten der Reaktion. Später griff Vernes vor allen Dingen Themen wie Umweltschutz engagiert auf. Besonders die Vernichtung des Regenwaldes und Wilderei treiben ihn und Bob zur Weißglut. Dem Bewußtseinsstand von Vernes widerspiegelnd, veränderten sich Moranes Ansichten und Positionen, aber natürlich nicht sein fanatischer Sinn für Gerechtigkeit.
Die Romanserie wurde sofort ein gigantischer Erfolg in der Franco-belgischen Welt: bisher wurden die über 200 Romane in 14 Sprachen übersetzt mit einer Verbreitung von 3o Millionen Exemplaren. Wie sehr der Mythos in der francobelgischen Pop-Kultur verwurzelt ist, zeigt sich auch darin, dass ihm 1982 die französische Punkband Indochine einen Song gewidmet hat.![indo45[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/indo451.gif?w=420)
1959 begann eine ebenso erfolgreiche Vermarktung des “letzten Abenteurers” im Comic; bis heute wurde die ebenso erfolgreiche Comicversion u.a. von folgenden Zeichnern gestaltet: Dino Attanasio, Gerald Forton, William Vance und Felicisimo Coria.
Der Erfolg der Romane veranlasste den französischen.Sender “Europe 1″ Anfang der 6oer Jahre zu einer TV-Serie, die auf den kurzen Romanen basierte. Mit Claude Titre fand man einen Schauspieler, der dem Äußeren von Vernes Helden entsprach und auch großen Spaß an physischer Aktion hatte. Die für damalige Verhältnisse recht aufwendig gestaltete Serie (obwohl man nicht viel Geld hatte und das auch heute wahr nimmt) wurde an exotischen Schauplätzen gedreht und ist ein Klassiker der französischen TV-Serien. Der naive Charme der frühen 60er Jahre mit allen bedenklichen politischen Tendenzen macht heute noch einen Teil ihres Reizes aus. Auch ein paar deutsche Schauspieler waren in einigen Folgen zu sehen: Helga Kruck Reinhard Kolldehoff und Katrin Schaake. Auf Amazon.fr bekommt man mit etwas Glück die beiden DVD-Boxen mit allen 26 Folgen! Im Grunde wären Wiederholungen plus einem Themenabend (im belgischen Fernsehen sah ich vor ein paar Jahren eine tolle zweistündige Show zur Würdigung von Vernes und seiner Schöpfung) ein tolles Projekt für den Sender Arte.
Übrigens hatte es bereits 1960 einen Morane-Kinofilm gegeben: DER SPION MIT DEN 100 Gesichtern mit Jacques Santi als Morane. Einer der großen verlorenen Filme, denn er wurde nur einmal gezeigt: am 8.Januar 1961 im Scala Kino in Brüssel. Ein Brand in der Produktionsgesellschaft Belgavidéo vernichtete die – man glaubt es kaum – EINZIGE Kopie des Films. Seit 2001 tauchren immer wieder Meldungen über einen großen 30Millionen teuren Morane-Film auf, der von Christoph Gans (Pakt der Wölfe) in Burma gedreht werden sollte. Inzwischen ist wohl sicher, dass auch dieses Morane-Filmprojekt nicht zustande kommt.
1988 gewann eine kanadische Zeichentrickserie, die auch bei uns auf RTL zu sehen war, eine neue Generation für Morane, was sich hoffentlich auch auf den Absatz der Comic-Ausgabe auswirkt.
Henri Vernes
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Wir haben NICHTS, was auch nur annähernd an den francobelgischen Pop-Mythos Bob Morane heran
reicht. Wie armselig ist doch der larmoyante Karl May mit seinen ebenso langweiligen wie dicken Büchern im Vergleich zu den kurzen Pulps von Henri Vernes, die man auf einem Sitz runterziehen kann.
Meine Erste Begegnung mit diesem unvergesslichen Helden der Kindheit hatte ich Mitte der 60er Jahre, als das WDR-Werbefernsehen in seinem Intermezzo-Programm die Fernsehserie mit Claude Titre und Billy Kearns ausstrahlte.
Garantierte Bubenspannung bis an den Rand des Herzinfarkts! Einmal in der Woche konnte man 25 Minuten lang die Geheimnisse und Mysterien der unbekanntesten Flecken auf diesem Planeten kennen lernen. Zusammen mit Bob, der meistens in die wüstesten Abenteuer geriet, weil er zufällig in eine junge Dame rannte, die tief in der Patsche steckte. Durch die Beweisführung meines holländischen Brieffreundes, den ich besuchte und durch den ich damals schon seltene Paradiese wie Comic-Läden kennen lernte, wurde mir klar, dass ich mit der TV-Serie nur den Bruchteil eines ganzen Universums entdeckt hatte. Da stand ich auf einmal in einer großen Maastrichter Buchhandlung vor einem endlosen Regal mit Bob Morane-Romanen und darunter waren auch noch Kästen mit Bob-Morane-Comic-Alben. Außerdem war in einer Illustrierten seiner Mutter jede Woche eine Seite Fortsetzungscomic. Einmal mehr wurde mir unser unzureichendes Schulsystem deutlich, in dem Flämisch nicht gelehrt wurde. Aber selbst ist der Mann und Robbedoes, Buck Danny, Jerry Spring, Jan Kordaat, Kuifje und Pep motivierten mich zum freiwilligen Sprachstudium.
Und dann geschah ein Wunder! 1965 brachte der Ensslin-Verlag Henri Vernes Romane als kleine Hardcover auf Deutsch heraus! Zwei Jahre lang veröffentlichte Ensslin in jedem Frühjahr drei Romane, im Herbst sechs!.Immer aufeinmal. Jeden Band für satte 3,95 DM! Das stellte die Taschengeldlogistik vor ziemliche Probleme, da ich selbstverständlich die drei oder sechs Titel SOFORT UMGEHEND KOMPLETT AM ERSTVERKAUFSTAG haben musste. Buchhandlung Lehmkuhl ließ ich nicht mal Zeit, die Bücher ins Fenster zu räumen. In den Sommerferien in Como sparte ich mein tägliches Eisgeld. Da kam was zusammen und direkt nach der Rückkehr (wir kamen tief in der Nacht mit dem Auto aus dem Urlaub) zählte ich das Geld auf den Pfennig genau ab und verfluchte die Umsatzfeindlichen Ladenöffnungszeiten der alten Bundesrepublik.
Nach 19 Titeln stellte Ensslin die Veröffentlichung ein. Wahrscheinlich konnten sie von mir nicht leben. Eine der grausamsten Entscheidung in der Geschichte der deutschen Buchkultur. Ein Schaden, der bis heute nicht kompensiert werden konnte. Antiquarisch findet man sie zum Glück noch für moderate Preise:
Die 19 Romane im Ensslin & Laiblin Verlag, Reutlingen, erschienen in jeweiliger Erstauflage von 15000 Exemplaren.
1 1965 Der Schwarze Pfeil / Le démon solitaire
2 1965 Der Schmuck des Maharadschas / Les joyaux du maharajah
3 1965 Im Tal der Brontosaurier / La vallée des
brontosaures
4 1965 Im Zeichen des goldenen Drachen / Le club des longs couteaux
5 1965 Der Tempel der Krokodile / Le temple des crocodiles
6 1965 Der Piratenschatz / L’héritage du flibustier
7 1965 Das Testament des Grafen Alfieri / Echec à la Main Noire
8 1965 Die Göttin mit den grünen Augen / Le tigre des lagunes
9 1965 Der Wüstenprinz / La cité des sables
10 1966 Die indische Drossel / La voix du mainate
11 1966 Der Berg der Götter / Les semeurs de foudre

12 1966 Orly, 12Uhr 30 / Mission à Orly
13 1966 Das Höllenfahrzeug / Le camion infernal
14 1966 Die Blüte des Schlafs / La fleur du sommeil
15 1966 Der Drache der Grafen Fenstone / Le dragon des Fenstone
16 1966 Die Perlenkette / La rivière de perles
17 1967 Die versunkene Galeere / La galère engloutie
18 1967 Die Haifischlagune / Le lagon aux requins
19 1967 Der Teufel von Labrador / Le diable du Labrador



![BM3C[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bm3c1.jpg?w=420)
![BMG2C[1]](http://martincompart.files.wordpress.com/2010/06/bmg2c1.jpg?w=420)
