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Meine ersten E-Books sind erschienen und bei Amazon im Kindle-Shop verfügbar. Es handelt sich um das lange vergriffene Buch über die Rolling Stones (überarbeitete Fassung) und den ersten Gill-Roman DER SODOM KONTRAKT.
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2000 LIGHTYEARS FROM HOME – Eine Zeitreise mit den Rolling Stones unter:

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Bereita 2004 berichtete Jörg Stolzenberge in einem Dossier (Der Fall Marc Dutroux:
Der Mittäter Bernhard Weinstein, gewisse Zeugenaussagen und die angeblich satanischen Hintergründe) der Aufklärungsgruppe Krokodil, die sich mit pädophilen Verbrechen befasst, vorsichtig :
„Es gibt Hinweise auf satanische Verbindungen des Dutroux-Mittäters Bernhard Weinstein. Dieser wird sich aber nicht mehr dazu äußern können, denn er wurde ebenfalls von Marc Dutroux „im Streit“ getötet. Auch andere „Indizien“ müssen unter diesem Hintergrund betrachtet werden. 
Über den Wahrheitsgehalt der Informationen kann ich keine verbindliche Angaben machen, aber man sollte wissen, dass es sie gibt.
Es geht dem Verfasser in diesem Beitrag um drei Dinge: Aufzeigen und Hinterfragen von Thesen, anhand der mir zugänglichen Materialien, die auf Verbindungen zu satanisch relevanten „Elementen“ oder sektiererische Kreise deutet könnten und – letztlich – dieser Fall ist eine so menschenfeindliche Tragödie die in jedem, der sich damit beschäftigt, innere Emotionen auslöst, die zwischen Hass und Wut (auf die Täter, und ich meine ausnahmslos alle in dem Fall beteiligten Täter, auch wenn sie sich noch im Schatten des Rechtes befinden), Abscheu und Empörung (vor etwaig schlampig geführten Ermittlungen oder gar Begünstigungen), tiefer Betroffenheit und Mitgefühl (gegenüber den grausigen Qualen der toten- und überlebenden Opfer und deren Angehörigen, einschließlich für die unter
dubiosen Umständen verstorbenen Zeugen oder Selbsttötungen) und einer nebulösen Hoffnung und Zuversicht, dass diese Schandtaten letztlich aufgeklärt werden.
Dieser Fall muss allen als Warnung dienen und somit kann man nicht genug darüber berichten!
Ich möchte beim Aufzeigen und Hinterfragen der genannten Thesen mich dennoch weitgehend mit eigenen Kommentaren zurückhalten, denn mir liegt in erster Linie daran auf die Umstände hinzuweisen, nicht an einer abschließenden Beurteilung…
Bereits im August 1995 outete sich, die heute 19jährige Noemie, ein französisches Mädchen, dahingehend, dass sie Mitglied einer satanischen Sekte gewesen sei, dem Familienmitglieder angehörten. Sie schilderte ihre Erfahrungen, zusammen mit ihrem heute 18jährigen Bruder Pierre, auch im Fernsehsender SAT1 am 01.03.2004 in der Reportage 24-Stunden-Spezial…Beide haben sich einen Anwalt genommen, da ihre Aussagen, die sich auch, laut Noemie`s Schilderungen, mit Zusammentreffen der Verwandten von Noemie mit Marc Dutroux in Belgien beziehen, nicht aufgenommen wurden. Noemie ist der Überzeugung, dass wenn man ihre Schilderungen ernst genommen hätte, sie ebenfalls im Prozess gegen Marc Dutroux als Belastungszeugin hätte geführt werden müssen.
Der Anwalt: „Sie wollte darüber reden, dass sie aktiv an der Ermordung von kleinen Kindern teilgenommen hat. Beide haben an die höchsten Stellen der französischen Justiz geschrieben, dass es nicht sein kann, dass man ihnen nicht zuhört.“ (..)“
Der lesenswerte Text ist zu finden unter:
http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/DerFallMarcDutroux_1_neu.pdf
http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/DerFallMarcDutroux_2.pdf
DER SODOM KONTRAKT als eBook bei: http://www.amazon.de/DER-SODOM-KONTRAKT-ebook/dp/B006UJXY76/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1325936451&sr=8-6
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Seit SODOM KONTRAKT lässt mich die Dutroux-Nihoul-Affäre und das, wofür sie nur die Spitze des Eisberges ist, nicht mehr los. Für meinen nächsten Roman recherchiere ich einmal mehr über Snuff-Filme und Kinderschlächter-Ringe. Auffallend ist, dass sich trotz oder gerade wegen des Dutroux-Prozesses nichts geändert hat. Diese Ringe scheinen aktiver und gedeckter denn je. Es ist auch erstaunlich, wieviele Links nicht mehr funktioniere oder existieren (Wikileaks hat zum Glück einiges gerettet : N24 berichtete:”Die Internet-Veröffentlichung von sensiblen Ermittlungsakten aus dem Fall des verurteilten Kinderschänders Marc Dutroux sorgt in Belgien für Ärger. Der Generalstaatsanwalt von Lüttich, Cédric Visart de Bocarmé, sagte dem belgischen Rundfunksender RTBF, er sei “unglücklich, weil die Dokumente aus Verhandlungsakten stammen, die immer noch der Geheimhaltung unterliegen”.).
Und damit das Verhalten des Mafia-Staates Belgien nicht ganz vergessen wird, hier ein Ausschnitt aus der Prozessberichterstattung im SPIEGEL ONLINE vom 23.6.2004, auf den ich gestoßen bin:
“Offenbar war es während der Verhandlungen unter den Geschworenen zu Spannungen gekommen. Schon Wochen vor dem Urteil hatte sich die Jury über die Schuldfrage des Mitangeklagten Michel Nihoul entzweit. Sieben der Geschworenen sahen den vorbestraften Betrüger als Täter oder Mittäter bei den Entführungen, die anderen stimmten letztlich dagegen. Als sich die drei Berufsrichter schließlich auf die Seite der Minderheit schlugen und Nihoul damit von diesem Vorwurf freisprachen, sei dies für viele Geschworene “ein Schock” gewesen, berichtete ein Jury-Mitglied. Nihoul, der lange als möglicher Verbindungsmann Dutroux’ zu Kinderschänderringen galt, erhielt wegen Menschen- und Drogenhandels eine fünfjährige Freiheitsstrafe.”
Langlois im Fadenkreuz: Intervenierte er zu Gunsten von Michel Nihoul ?
Grenz-Echo 20/11/2002
“Dirigierte Untersuchungsrichter Medienoffensive im Fall Dutroux ? Untersuchungsrichter Jacques Langlois, der die Ermittlungen im Fall Dutroux leitet, soll 1997 eigenhändig eine Medienoffensive zu Gunsten von Michel Nihoul dirigiert haben. Dies berichtet das Wochenblatt “Journal du Midi” unter Hinweis auf einen Bericht des Prokurators des Königs von Neufchâteau, Michel Bourlet. Demnach erfuhr Bourlet, dass am 12.September 1997 im Keller des Gerichtsgebäudes von Neufchâteau eine geheime Versammlung mit Langlois und drei Journalisten stattfand, die an einer Reportage für das RTBF-Magazin “Au nom de la Loi” arbeiteten. In diesem Beitrag, der fünf Tage später ausgestrahlt wurde, wurden die Hinweise auf die Schuld Nihouls, die Langlois-Vorgänger Connerotte zusammengetragen hatte, ins Lächerliche gezogen.
Laut “Journal du Midi” war dies nicht das einzige Mal, dass Langlois die Presse einschaltete. Am 5. Oktober 1997 faxte das flämische Wochenblatt “Knack” dem Untersuchungsrichter den “Entwurf eines Artikels”. Aus einem vertraulichen Bericht der Gendarmerie aus dem Jahre 1999 ist zu entnehmen, dass Langlois einige Korrekturen suggerierte und den Artikel als ausgezeichnet wertete. In dem »Knack«-Bericht, der drei Tage später erschien, wurde Brandholz gemacht aus den Untersuchungen des Brüsseler Gendarmerie-Adjutanten De Baets in der Affäre um Zeugin X1 (Regina Louf). Später stellte sich heraus, dass die Behauptungen in dem Artikel auf gefälschten Beweisstücken basierten.
Justizminister Marc Verwilghen (VLD) war gestern nicht bereit, zu den Veröffentlichungen im “Journal du Midi” Stellung zu beziehen. “Der Minister will mit seinen Beratern diese Affäre zunächst prüfen”, sagte sein Sprecher.
Auch werde Verwilghen nähere Informationen bei der Lütticher Generalprokuratorin Anne Thily einholen, bevor er eine Entscheidung trifft, hieß es.”
BRF.online:
“Michel Nihoul wird vorzeitig aus der Haft entlassen
19. April 2006, 07:20
Michel Nihoul kommt noch in dieser Woche frei. Das hat sein Anwalt erklärt. Der zuständige Justizausschuss habe dem Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stattgegeben. Nihoul war vor zwei Jahren im Rahmen des Dutroux-Prozesses als Kopf einer Menschen- und Drogenhändlerbande zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine Beteiligung an der Entführung des Dutroux-Opfers Laetitia Delhez konnte ihm nicht nachgewiesen werden.
Nihoul hat etwa die Hälfte seiner Strafe abgesessen. Eine vorzeitige Freilassung ist an Auflagen gebunden. So darf er sich nicht im kriminellen Milieu aufhalten und muss im ständigen Kontakt mit den Justizbehörden stehen.”
2011 gelang es Nihoul durch einen Prozess Passagen aus einem Buch streichen zu lassen, die ihn als Mittäter und Strippenzieher darstellten. Die 250 000 Euro Schadenersatz bekam er nicht zugesprochen.
Es ist schon erstaunlich, wie wenig – wenn überhaupt – sich unsere “freie Presse” um diese Dinge kümmert. Aber sie folgt wohl politischen Vorgaben, die ich in LUCIFER CONNECTION so interpretiere:
Alexa erzählte Karin die Hintergründe ihres Falls.
“Das könnte mit Snuff und Ritualmorden zu tun haben.”
“Sie meinen satanische Messen? Ist das nicht übertrieben? Das Thema wird doch alle paar Jahre von der Boulevardpresse hochgespielt.”
“Ich muss Sie doch nicht an den ganzen Mist erinnern, der in unserem kurzen Leben von Politikern und Medien erzählt wurde? Erst hieß es, es gibt keinen weltweit organisierten Drogenhandel. Dann: Es gibt keine organisierte Kriminalität in Deutschland. Später: Deutschland sei nur Rückzugsgebiet für die Mafia. Dann brabbelten sie: Es gibt keine Kinderpornographie. Noch später: Es gibt keinen organisierten Kindesmissbrauch. Dann musste man Dutroux unter den Tisch fegen. Und dann: Es gibt in Deutschland und der EU keine Korruption. Und auch keine Snuff-Filme. Und natürlich: Es gibt keine Ritualtötungen durch Kulte. Dann wieder: Es gibt keine Satanisten. Und nachdem inzwischen auch da einiges ans Licht gekommen ist, heißt es heute: Es gibt keinen organisierten und weltweit verknüpften Satanismus. Ich finde für diese systematische Desinformation keine Erklärung. Für mich gibt es nur zwei Antworten: Erzählen sie das, weil sie so unglaublich dumm sind – oder aus Bösartigkeit und Kalkül, weil sie selber drinstecken? Als jemand, der den Glauben an das Gute im Menschen noch nicht ganz verloren hat, tendiere ich meistens zur ersten Version.”
“Das hätte von mir sein können. Vergessen Sie nicht: Russland ist auf einem guten Weg zur Demokratie – und Putin ein Liberaler. Wie Gerhard Schröder sagte: Ein lupenreiner Demokrat.”
Wie untröstlich: LUCIFER CONNECTION basiert leider nicht auf meiner “kranken Phantasie”. Ohne Internet und YOUTUBE wäre wohl auch diese Reportage “versendet” und vergessen.
http://www.american-buddha.com/cult.beyonddutroux.3.htm#Julie
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Zur Erzählstrategie:
Im SODOM KONTRAKT benutze ich eine Erzählweise, die weder dem allwissenden Erzähler entspricht, noch dem Ich-Erzähler. Stattdessen ist sie irgendwo dazwischen, gleichzeitig in der dritten Person und aus dem
Blickwinkel der Haupt- und im Focus stehenden Personen. Die szenisch im Mittelpunkt stehende Figur dient als visueller auditiver und psychologischer Brennpunkt. Ihr Blickwinkel soll der Erzählweise Farbe geben und abgrenzen. Die Anwendung dieser Erzählstrategie soll dem Leser intime Einblicke in die Denkprozesse von mehr als nur der Hauptfigur ermöglichen, ohne dabei auf den allwissenden Erzähler zurückzugreifen. Die Beschränkung des Erzählers sollte dazu führen, dass der Leser die Weltsicht der Figuren auf einer tieferen Ebene nachvollziehen kann. Die unterschiedlichen Auffassungen der Figuren über die Geschehnisse sollen zusätzliche Spannung erzeugen. Damit wird der Leser aufgefordert, Haltungen und Situationen selbst zu beurteilen, Dies erscheint mir von einiger Bedeutung: Nicht die individuelle Wahrnehmung der Figuren soll für eine gewisse Spannung sorgen, sondern die Widersprüche in ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen. Mit der existenzialistischen Psychologie ausgedrückt: Jeder nimmt gleichzeitig zwei Welten wahr: den idios kosmos, der die eigene, persönliche Welt ist, und den koinos kosmos, die (mit anderen) geteilte Welt. Das Stemmen gegen den Zusammenbruch des idios kosmos sollte als unbewusst wahrzunehmendes Spannungselement die Thriller-Handlung unterstützen. Der Astigmatismus der Figuren soll den Leser dazu bringen, den eigenen koinos kosmos abzuleiten. Der Leser übernimmt die Aufgaben des allwissenden Erzählers und muss Urteile fällen, Wertvorstellungen festlegen (oder die vom individuell ausgerichteten Erzählers verwerfen/zustimmen) und die Erzählung auf seine Metaebene heben. Natürlich versuche ich dies zu steuern, indem ich die Blickwinkel auswähle. Aber der Leser muss selbst die Bedeutung produzieren, indem er eigene Schlüsse zieht um sie seinem koinos kosmos anzugleichen, da dass Konglomerat aus verschiedenen Sichtweisen nicht durch einen allwissenden Erzähler aufgelöst wird.
Einige Rezensionen zum Roman SODOM KONTRAKT
JUNGE WELT
24.09.2007 / Feuilleton / Seite 13
Der beste Kaffee
Zwei klassische Thriller von Ross Thomas und Martin Compart geben vor, was heute anliegt
Von Ambros Waibel
… Der Alexander-Verlag flankiert nun seine Werkausgabe mit Büchern aus Fausers persönlichem und ideellem Umfeld, eine realistische Traditionslinie wird sichtbar, die nach Jahren im Untergrund der Genre-Literatur mit Leuten wie Meyer und Saviano gerade wieder auftaucht. Zuletzt erschienen sind der Klassiker »Umweg zur Hölle« von Ross Thomas, im Original 1978, 1984 auf Deutsch bei Ullstein herausgekommen, und ein schnelles, schmutziges, höchst unterhaltsames Paranoia-Ding vom eben damals verantwortlichen Ullstein-Herausgeber und Fauser-Kumpel Martin Compart, »Der Sodom-Kontrakt«…. Martin Comparts konsequenter »politisch inkorrekter Anti-EU-Thiller« »Der Sodom-Kontrakt«, der in einer agitprop-mäßig noch deutlich schärferen Fassung bereits 2001 im Strange-Verlag erschienen ist, geht da einen Schritt weiter, indem er mindestens einen zurückgeht. Er will nicht den Pulp-Roman auf die Höhe der goutierten Literatur bringen, sondern er nimmt ihn als reißfeste Tüte, in die er kräftig hineinkotzt. Das kann sich wohl nur jemand erlauben, der von der anderen, der Verleger-Seite herkommt und es da bis zum deutschen »Krimi-Papst« gebracht hat. Compart weiß den Zeitungen noch etwas zu entnehmen, insbesondere denen aus Witten/Ruhr, und was er nicht weiß, reimt er sich so kräftig zusammen, daß er in aller Ruhe und mit fieser Ironie Raymond Aron zitieren kann: »Die Gesamtheit der Ursachen, welche die Gesamtheit der Wirkungen bestimmen, übersteigt die Fassungskraft des menschlichen Verstandes.«

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Zuschaufeln, mit dem Auto drüber und Schluss!
Martin Compart glänzt mit einem bitterbösen Thriller
Von Jens Müller
TAGESSPIEGEL 13.1.2008
Charlie und Lee in „The Killers“. Mr. Wint und Mr. Kidd in „Diamonds Are Forever“. Jules und Vincent in „Pulp Fiction“. Killerduos mit sarkastischem Dialogwitz haben manchmal enormen Unterhaltungswert. Vorausgesetzt, man ist nicht ihr nächstes Opfer und muss nicht mit anhören, auf welche Art und Weise man selbst das Zeitliche segnen soll: „,Zuschaufeln, zweimal mit dem Wagen drüber, und das war’s.‘ ,Einfache Lösung, Herr Schmidt, einfach aber nicht simpel. Bewundernswert.‘ ,Vielen Dank, Herr Schneider.‘“
Mit den Herren Schmidt und Schneider bereichert Martin Comparts Thriller „Der Sodom-Kontrakt“ die Typologie der Killerduos um ein illustres Pärchen. Im Ruhrgebiet hinterlassen sie zwischen Witten und Dortmund eine beispiellose Blutspur: Sie zerlegen ihre Opfer mit einem Samuraischwert, erschießen sie aus dem fahrenden Auto oder knüpfen sie an einem Nylonseil auf – um nur einige Methoden zu nennen.
Ihren ersten Mord wollen sie Gill in die Schuhe schieben, einem Freund des Opfers. Was ein Fehler ist, denn dieser Gill ist ein harter Hund, ein ehemaliger Stasi-Agent, der mit seiner Glock-Pistole schlafen geht: „Man hatte es ihm während seiner Ausbildung beigebracht. Er war jedes Mal brutal durch einen Stromstoß geweckt worden, wenn er im Schlaf die Hand öffnete und die Waffe fallen ließ.“ Wow! Der Autor Compart spricht gerade dem aus Skandinavien importierten Krimistil Hohn, der in den vergangenen Jahren so reüssierte. Er psychologisiert nicht wie Henning Mankell; er reibt einem nicht seine literarische Ambition unter die Nase wie Hakan Nesser.
Compart beschwört eine ältere, sehr amerikanische, sehr schwarze Tradition: schnörkellos, rasant, brutal, schmutzig, trashig. Hier hat ein Kenner – Compart war Herausgeber der Krimiprogramme von Ullstein, Bastei-Lübbe und Du Mont – kurzen Prozess gemacht und die ihm bekannten Genre-Versatzstücke derb gesampelt. Unnachgiebig verfolgt sein desillusionierter hardboiled detective das Killerduo und kommt dabei einer europäischen Korruptionsaffäre im Dunstkreis des Kinderschänders Dutroux auf die Spur. Weitere Akteure: Eine nymphomane Kommissarin, eine lokale Kiez-Größe („Karibik-Klaus“), ein exzentrischer Althippie mit ausgesuchtem Musikgeschmack (etwa: „Gilded Palace of Sin“ von den Flying Burrito Brothers). Und: korrupte Polizisten, korrupte Geheimdienstler, korrupte Politiker. Der böse Mann im Hintergrund ist ein deutscher EU-Kommissar, dessen bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Martin Bangemann gewiss nicht zufällig ist. Comparts Roman trägt den Zweittitel „Ein politisch inkorrekter Anti-EU-Thriller“. Hier hat jemand mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch geschrieben.
Dass er nun – überarbeitet – im Berliner Alexander Verlag neu erscheint, liegt sicher auch an Comparts Freundschaft zu einem anderen Autor. Für die Jörg-Fauser-Werkausgabe hat der Verlag zu Recht– viel Lob erfahren. Vielleicht war es mehr als alles andere das, was die beiden Männer, Compart und Fauser, verbunden hat: die Wut im Bauch. Ein paar mehr solcher literarischen Killerduos könnte das Land gut vertragen.
MÜNSTERLÄNDISCHE VOLKSZEITUNG: 9.5.07
Politisch unkorrekter harter Thriller – Philosophische Killer
Von Hans Gerhold
Privatdetektiv Gill, ehemaliger Geheimdienstmann, der untreue Pärchen überwacht, gerät in Mordverdacht und zwischen alle Fronten. Zwei Killer hängen sich an seine Fersen, schalten ihn aus und schieben ihm den Mord an seinem Freund Hans Brenner, für den er einen Geldkoffer übergeben sollte, in die Schuhe. Wie Gill aus dieser Schieflage herauskommt, was er zwischen Dortmund, Witten und Brüssel erlebt und wie sich die verbissen hartnäckige Kriminalkommissarin Alexa Bloch, Star und Leiterin der Dortmunder Mordkommission, an den Mann ohne Koffer hängt, gehört zu einem Thriller, der fern der Behägigkeit deutscher Regionalkrimis in der Tradition des Hard-Boiled-Genres wandelt, nein: spurtet.
Denn Martin Compart, langjähriger Herausgeber der einflussreichen Krimiprogramme von Ullstein, Bastei-Lübbe und DuMont, legt ein furioses Tempo vor und liefert ein Glanzstück des Genres, das es mit amerikanischen Vorbildern aufnehmen kann, sie bruchlos auf deutsch-europäische Verhältnisse überträgt. Compart hat ein Ohr für Kneipengespräche, schaut „dem Volk aufs Maul“ und bringt das Maß an drastischem Realismus und absurdem Humor ein, das ein Noir-Roman benötigt. Eine Verfolgungsjagd mit Pfiff gehört dazu, der authentische Fall des belgischen Kinderschänders Dutroux, undurchsichtige Geschäfte eines Karibik-Klaus, korrupte Beamte, die ineffektive EU-Bürokratie in Brüssel, unfähige Anwälte.
Herzstück ist das Killerpaar Schmidt und Schneider, zwei Gemütsmenschen, die sich wie Philosophen beim Stammtisch unterhalten und an legendäre Vorbilder wie Ernest Hemingways Short Story „The Killers“ und deren Verfilmungen erinnern, deren Niveau Compart mit geistreich witzigen Dialogen spielend erreicht. Grandios die Anspielungen auf populäre Kultur, Songs der Doors oder Charles Bronson („Spiel mir das Lied vom Tod“), dem eine Passage gewidmet ist, die jeden Film- und Thrillerfreund entzücken wird.
Voralberger Nachrichten
Kultur
Böse Buben und starke Frauen
Der Ruhrpott ist spätestens seit Schimanski als gefährliches Pflaster verrufen.
Von BRUNO LÄSSER
(VN) Vor einer Kulisse wie jener in der “Tatort”-Serie hat Martin Compart, bekannt als “Deutschlands Krimipapst” mit dem Roman “Der Sodom-Kontrakt” einen knallharten und spannenden Thriller mit unverhohlen deutlichem Realitätsbezug geschrieben.
Gill, ein ehemaliger Söldner und Einzelkämpfer im Auftrag des deutschen Geheimdienstes BND, hat sich von den kriegerischen Schauplätzen in Afrika und im Nahen Osten verabschiedet und arbeitet mittlerweile vergleichsweise ruhig als Privatermittler und Sicherheitsexperte. Eines Tages erhält er den Hilferuf von Brenner, einem Bekannten aus alten Tagen, der um sein Leben fürchtet. Obwohl Gill sofort seine Kontakte zur Halbweltszene nutzt, kann er nicht verhindern, dass dieser kurze Zeit später vor seinen Augen hingerichtet wird. Schlimmer noch, Gill steht bald darauf selbst unter Mordverdacht und wird von der Polizei ebenso wie von Brenners Auftragsmördern gejagt.
Bald schon pflastern noch mehr Leichen seinen Weg und, obwohl in Wirklichkeit unschuldig, glaubt die Polizei nach wie vor an Gill als Haupttäter und will ihn, ebenso wie der um auf möglichst wenig Publizität bedachte BND, so schnell als möglich aus dem Weg räumen.
Perfekt abgeschmeckt
Gill findet heraus, dass sein verstorbener Kollege Brenner sich seine Finger im wahrsten Sinn des Wortes an einer Erpressungssache verbrannt hat. Gills Ermittlungen lassen auch deutliche Querverbindungen zum Fall des belgischen Kinderschänders Dutroux und einem unglaublichen Sumpf aus politischer Korruption bis in höchste EUKreise, moralischer Verkommenheit und skrupelloser Geschäftemacherei erkennen. Neben allerhand bösen Buben bevölkern Comparts Buch auch ein paar starke Frauen, die das Blut der Macho-Protagonisten bis zum ultimativen Showdown noch zusätzlich in Wallung bringen.
“Der Sodom-Kontrakt” ist eine perfekt abgeschmeckte Mischung aus Spannung, Macho-Herrlichkeit und Aufdecker-Journalismus, garniert mit Sex, Hippie-Flair und fast schon wieder rührender Wissenshuberei über Popbands aus den 1960 er-Jahren.



