Martin Compart


PETER HIESS: VORWORT zu NAZY ISLAND MYSTERY 2/ by Martin Compart
31. Mai 2010, 12:11 nachmittags
Einsortiert unter: Crime Fiction, Evolver, Krimis, Nazi, Porno | Schlagwörter: ,

Auch die Feinde der Science-Fiction-Faschisten überwinden bei r.evolver locker alle hochkulturellen Geschmacksgrenzen. Sie sind nämlich keine Churchills und Roosevelts, sondern bolschewistische Werwölfe von einem fernen Planeten – oder auch Disco-Zombies aus dem All, die mit Rollschuhen und Lasterstrahlen das Ewiggestrige auch übermorgen noch auslöschen wollen. Und dann gibt es noch eine ganz besondere Gegnerin, die dem braunen Pack das Genick brechen wird; eine Frau, die im knappen Lederdreß daherkommt wie eine etwas übergewichtige Version von Emma Peel; eine Agentin des britischen Geheimdiensts, die mit Stilettos so perfekt umgehen kann wie mit ihrem tödlichen silbernen Stilett.
Sie heißt Kay Blanchard und ist die Heldin von Nazi Island Mystery. Sie ist launenhaft und wirft jede Droge ein, die sie in die Finger kriegen kann – weshalb sie auch kapitelweise halluziniert wie in einem Sixties-Streifen über die Wunder und Gefahren von LSD. Sie hat eine dreckige Phantasie, locker-lüsterne Finger und immer Lust auf Sex, ob mit Männern oder Frauen, Karate-Girls oder Gestaltwandlern, Mad Scientists oder Monstern. Und sie ist unglücklich in ihren Chef verliebt, wie sich das gehört.
Kay killt gern, oft und effizient. Natürlich immer im Auftrag des Guten, obwohl sie den manchmal vergißt, weil die Welt um sie herum so irrsinnig ist. Das gilt auch für die Verschwörung, die sie in ihrem Debütroman aufdeckt: Der Plot ist so ausgeklügelt verwirrend, daß man sich als Leser schon manchmal fragt, warum sich’s die Bösen nicht endlich einmal ein bißchen einfacher machen … aber genau das macht ja guten Pulp aus.
Jedenfalls, was ich eigentlich sagen wollte: So muß ein guter Krimi heutzutage aussehen. Und so sieht auch ein Buch aus, mit dem man eine neue Reihe eröffnet. Sonst läßt man’s lieber ganz bleiben.

P. S.: In The Nazi Island Mystery kommen übrigens weder Tiger noch Terroristen vor. Aber in den Titel dieses Vorworts paßten sie viel zu gut, um ganz auf sie zu verzichten …


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